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23.11.2017

05:59

Temperatur 12,7 °C
Luftfeuchte 35 %
Taupunkt -2,4 °C
Luftdruck 1008,5 hPa
Windrichtung 219 °
SW
Windstärke 27,2 km/h
Windböen 32,2 km/h
Wind 10m Ø 30,0 km/h
Windchill 5,0 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Donnerstag, 23. November 2017 05:59
Temperatur
12,7 °C
Luftdruck
1008,5 hPa
Wind
219 °
Luftfeuchtigkeit
35 %
Tendenz
-0,6 hPa/6hup down
Windstärke
27,2 km/h
Taupunkt
-2,4 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
32,2 km/h
Windchill
5,0 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
30,0 km/h
Vorhersage - Regen+veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage
Kamerasteuerung vorläufig defekt !

Wind u. Thermikprognose 24.11.17

Bodenwind:
In Nordbayern um SW mit 7-12 KT, ab Mittag Böen um 20 Knoten. Im Süden aus SE bis SW um 5 KT. Am Abend im Süden ausgehend von Schwaben SW, vorübergehend mit 10-15 KT, Böen 20-25 KT, ostwärts ausbreitend.

Höhenwind:
2000FT | 250/10KT 12C | 240/15KT 13C | 3000FT | 220/15KT 12C | 250/20KT 11C | 5000FT | 240/20KT 08C | 260/20KT 06C |

Thermik:
keine


Wettervorhersage Aalen 24.11.17
Wolken geben den Ton an. Am Vormittag ist es wechselnd wolkig, gebietsweise scheint die Sonne. Am Nachmittag gerät Sonnenschein bei starker Bewölkung ins Hintertreffen, und die Temperaturen steigen am Tage auf 13 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 6 Grad zurück. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen.

Wetterbericht der nächsten Tage

Samstag
Kühler Regentag. In Aalen gibt es kaum Chancen auf Lichtblicke, oft bringen Wolken Regen, und die Temperaturen steigen am Tage auf 8 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf -1 Grad. Der Wind weht nur schwach aus westlichen Richtungen.

Sonntag
Kühler Sonne-Wolken-Mix. In Aalen trüben zeitweise Wolken den Himmel, und die Temperaturen steigen am Tage auf 1 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf -3 Grad zurück. Der Wind weht schwach aus westlichen Richtungen.

Montag
Kühler Sonne-Wolken-Mix. In Aalen halten sich Sonne und Wolken häufig die Waage, und die Temperaturen steigen am Tage auf 1 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf -2 Grad zurück. Der Wind weht nur schwach aus südwestlichen Richtungen.

Wetterlage:
Eine wellende Front liegt nördlich des Mains. Auf ihrer Südseite fließt mit kräftiger Südwestströmung milde Luft nach Süddeutschland. Über Nordbayern ist die Luftmasse wolkenreich, über Südbayern eher trocken. Die Front bewegt sich am Nachmittag langsam südwärts und erreicht bis zum Abend vollständig die Donau, wo sie zunächst ortsfest verbleibt.

Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

Reinhard oder Ylva - Wie Tiefs zu ihren Namen kommen

Datum 24.11.2017

Reinhard und Ylva - zwei Namen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und doch bezeichnen sie ein und dasselbe. Wie das sein kann, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

Der Tiefdruckkomplex "Reinhard" mit Kernen bei den Britischen Inseln und über der Norwegischen See bescherte großen Teilen Deutschlands am gestrigen Donnerstag einen windigen bis stürmischen Tag. Gleichzeitig tobte der Wind im Norden Norwegens im Zusammenhang mit Tief "Ylva" teilweise in voller Orkanstärke. Betrachtet man die Bodenanalysekarte vom Donnerstag (siehe Abbildung unter http://bit.ly/2Arbbwp), so stellt man fest, dass eigentlich ein und derselbe Tiefdruckkomplex für beide Wetterphänomene verantwortlich ist. Wie kann das sein? In Deutschland vergibt seit 1954 das Institut für Meteorologie der Freien Universität in Berlin diese Namen. Zunächst erhielten nur die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, Tiefdruckgebiete erhielten entsprechend weibliche. Diese Praxis führte, da mit Hochdruckgebieten meist schönes Wetter verbunden ist, zu Protesten von Frauenverbänden. Seit 1998 wechseln daher die Hoch- und Tiefdruckgebiete im jährlichen Turnus ihr "Geschlecht". In ungeraden Jahren (wie 2017) tragen die Hochdruckgebiete weibliche Vornamen, in geraden kommen die Herren zum Zug.

Im November 2002 wurde die Aktion "Wetterpate" ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit kann man für sich oder seinen Nächsten die Patenschaft an einem Tief- oder Hochdruckgebiet erwerben. Im Gegenzug erhält der Namenspate ausführliches Material, wie zum Beispiel Wetterkarten und eine Dokumentation der Lebensgeschichte des Druckgebildes. Das so eingenommene Geld kommt der Fortführung der vollständigen Klimabeobachtung und der studentischen Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie der FU Berlin (Station Berlin-Dahlem) zugute. Die Patenschaft für Tiefdruckgebiete ist dabei billiger als für Hochdruckgebiete. Das liegt daran, dass Tiefs meist kurzlebiger sind, vielleicht ist manch einer aber auch gekränkt, wenn ihm ein Tief gewidmet wird. Dafür sind es aber gerade Sturmtiefs, die in den Medien von sich reden machen. Ist das Alphabet einmal durchlaufen, fängt man bei der Namensgebung wieder beim A an. Die Namen der Tiefdruckgebiete durchlaufen in der Regel vier- bis fünfmal pro Jahr das Alphabet, Hochdruckgebiete hingegen meist nur zweimal.

In anderen Ländern, wie eben beispielsweise in Norwegen, bekommen nur Tiefs, die für (überregionale) Unwetter sorgen, einen Namen. Dort entschloss sich das Meteorologische Institut (also der Wetterdienst) in Oslo 1995 dazu, Namenslisten anzufertigen, auf denen die Namen schon lang vorher festgelegt sind und nach und nach abgearbeitet werden, egal ob dazwischen ein Jahreswechsel liegt. Dabei kommt jeder Name nur einmal vor. Eine Patenschaft ist nicht möglich. Auch werden sie - anders als in Deutschland - der Öffentlichkeit nicht im Vorfeld preisgegeben, sie stammen von einer geheimen Liste. Üblicherweise werden kurze typische norwegische Vornamen verwendet, wie beispielsweise Ask, Edda, Leif, Sondre oder Tuva. Dabei werden die ohnehin im Norwegischen unüblichen Buchstaben Q, W, X und Z, sowie die Sonderbuchstaben Æ, Ø und Å übersprungen. Fiktiv würde auf Tief "Yngve" also Tief "Agda" folgen. Frauenverbände werden ebenfalls nicht auf den Proteststand gerufen, denn die Sturmtiefs erhalten immer abwechselnd einen männlichen und einen weiblichen Vornamen. Ist man am Ende der Liste angelangt, wird eine neue angefertigt. Nachdem mit dem Unwetter "Ylva" der letzte zugelassene Buchstabe des aktuellen Durchlaufs erreicht ist, wird die Namensgebung vermutlich ab dem nächsten Unwettertief auf Basis einer (weiterhin geheimen) Liste erfolgen, zu der die norwegische Öffentlichkeit beigetragen hat. Diese war nämlich im Jahr 2016 anlässlich des 150. Jubiläums des Meteorologischen Instituts dazu aufgerufen, ihre Namensvorschläge einzureichen. Diese sollten kurz (also keine Doppelnamen), einfach auszusprechen und neutral (bspw. keine königlichen Namen) sein.

Auch die beiden nordischen "Nachbarn" Dänemark und Schweden vergeben Namen an Unwetter. In Dänemark ist dies seit dem Herbst 2013 Praxis, wobei man ähnliche Regeln wie in Norwegen hat. Der schwedische Wetterdienst übernimmt in der Regel den Namen, der in Dänemark oder in Norwegen verwendet wird, da das Wetter zumeist aus einer dieser Richtungen kommt. Sollte ein Unwetter nur Schweden betreffen, so wird dieses nach der Person benannt, die an diesem Tag Namenstag hat. Das erste Mal wurde dies am 28. Oktober 2013 mit dem Sturm "Simone" praktiziert.

Der Vorteil einer Namensgebung für schadensträchtige Tiefdruckgebiete liegt darin, dass dies die Kommunikation zwischen Wetterdiensten und Medien sowie den Katastrophenschutzbehörden erleichtert. Von Zeit zu Zeit kann die unterschiedliche Benennung der Tiefs für die Öffentlichkeit (mitunter auch für die Wetterdienste selbst) verwirrend sein, wenn bspw. Orkan "Christian" (deutsche Namensgebung), der Ende Oktober 2013 schwere Schäden in Teilen West-, Mittel- und Nordeuropas anrichtete, im Vereinigten Königreich "St Jude's Day Storm" und in Schweden "Simone" (vgl. oben) genannt wird.

Auf den "Martinssommer" folgt erneut die kalte Schulter des Frühwinters!

Datum 23.11.2017

Der Martinssommer heizt den November kurzfristig auf und lässt die Temperaturen gen 20 Grad steigen. Doch entsprechend seiner Definition kann er sich nicht lange halten und muss dem Frühwinter rasch wieder weichen!

Sonnenschein und Höchstwerte zwischen 14 und 19 Grad ließen am gestrigen Mittwoch im Südwesten Frühlingsfeeling aufkommen! Dort stiegen die Temperaturen auf Maxima um 18 Grad. Den Spitzenwert registrierte die Station in Müllheim (BW) mit einem Maximum von 18,1 Grad. Es folgten Freiburg mit 17,8 Grad und Metzingen mit 17,5 Grad. Am heutigen Donnerstag sind in den genannten Regionen lokal sogar Höchsttemperaturen bis 20 Grad möglich. Auch sonst werden in Deutschland milde bis sehr milde Werte zwischen 10 und 17 Grad erwartet. Entsprechend gelangen regional wieder Novemberrekorde oder zumindest Dekadenrekorde in Reichweite.

Völlig außergewöhnlich ist eine Wärmeperiode vor allem Mitte November jedoch nicht, schon die Bauernregeln geben Hinweise auf diese überdurchschnittlichen Temperaturen. Im Volksmund wird eine typische Schönwetterperiode aufgrund stabiler Hochdrucklagen gegen Ende der ersten Novemberdekade vor allem in der Schweiz und Süddeutschland als "Martinssommer" oder "Martini-Sommer" bezeichnet. Dort ermöglicht die Wärmeperiode in den Weinbaugebieten eine Novemberlese. Aus meteorologischer Sicht gehören diese Tage zu den stetigen Singularitäten. Mittlerweile wird der Ausdruck Martini-Sommer im gesamten deutschsprachigen Raum angewendet.

Der Glaube an diese sogenannten Lostage geht auf Gebräuche des Altertums zurück, die später von der christlichen Kirche übernommen wurden. Im Mittelalter wurden diese Termine und andere Bauernregeln meist mündlich u.a. in "Bauernpraktiken" sowie in landwirtschaftlichen Kalendern überliefert. Im Falle des "Martini-Sommers" ereignete sich der Legende nach dieses Wetterphänomen erstmals beim Tod des heiligen Martin im französischen Tours. Der Bischof starb unerwartet während eines Besuches im Kloster, das er gegründet hatte. Bei der Überführung seines Leichnams auf der Loire in die Stadt sorgte ein plötzlicher Wärmeeinbruch dafür, dass die Ufer neu ergrünten und Obstbäume zu blühen begannen. Dieser Vorgang wurde damals als vermeintliches Wunder angesehen. Der "Martinssommer" ist demnach eine Zeit mit einigen warmen Tagen kurz vor der dunklen Winterzeit.

Dem Volksmund nach währt der "Martinssommer" jedoch nicht lange. Und so ist es auch in diesem Jahr! Schon am Freitag machen sich von Nordwesten her Regen und kältere Luft auf den Weg, das Land wieder zu fluten. Auch wenn sich der Süden Deutschlands nach Kräften wehrt, siegt doch am Ende der Frühwinter. Mit Umstellung der Wetterlage auf Nordwest wird die sehr milde bis warme Luft wieder ausgeräumt. Zwischen hohem Luftdruck über Westeuropa sowie dem Ostatlantik und einem Tiefdruckwirbel über Skandinavien strömt vom Nordmeer über die Nordsee hinweg zunehmend kalte Polarluft ins Land (vgl. Graphik). Damit gehen die Temperaturen auf Sinkflug und sollen am Sonntag nur noch Höchstwerte zwischen 2 und 8 Grad erreichen. Gleichzeitig sinkt die Schneefallgrenze allmählich wieder ab, so dass im Verlauf bis in mittlere Höhenlagen erneut die feste weiße Phase dominiert. Nachts macht sich zudem vor allem in der Südhälfte Frost breit.

Mittelmeerluft in den Startlöchern

Datum 21.11.2017

Wer die Wettervorhersage in den diversen Medien der vergangenen Tage aufmerksam verfolgte, der weiß hinlänglich, dass uns nun ein paar mildere Tage ins Haus stehen. So wurde bereits am vergangenen Sonntag an dieser Stelle das Wort "Novembersommer" in den "Mund" genommen. Unter welchen meteorologischen Bedingungen kann die Warmluft nun ihr Potenzial am effektivsten entfalten?

Es folgen die Temperaturhöchstwerte des gestrigen Montags : Nimes (Südfrankreich): 18 Grad, Madrid: 18 Grad, Lissabon: 21 Grad "Schönen Dank auch, bei uns sind es immer noch nasskalte 4 Grad!" - werden sich derzeit beispielsweise die Berliner denken. Wer am Niederrhein allerdings heute Morgen den ersten Fuß vor die Tür gesetzt hat, der wird die veränderte Luftmasse bei milden 11 Grad sofort gespürt haben. Nach der "Macht der Gewohnheit" haben Sie womöglich erneut zum dicken Herbstmantel gegriffen und diesen umgehend wieder geöffnet, sowie die flugs gegriffene Wollmütze rasch wieder abgesetzt. Immerhin fiel ja gestern noch oberhalb von rund 600 Metern mehrfach nasser Schnee, der allerdings im Tagesverlauf von Westen mehr und mehr in Regen übergegangen ist. Damit kündigte sich der Wetterumschwung bereits an; nun ist er in vollem Gange.

Bei der Ursachenforschung geht der Blick wie so oft nach Westen auf den Atlantik, wo die für unser Wettergeschehen der nächsten Tage entscheidenden Luftdrucksysteme entstehen. Dort etabliert sich aktuell das Tief "REINHARD" westlich der Britischen Inseln (Kerndruck bei 995 hPa), das bis Mittwoch unter Aufspaltung in zwei Tiefs zur Nordsee beziehungsweise zu den Britischen Inseln zieht. Die damit in Verbindung stehende Warmfront überquert Deutschland zögernd von West nach Ost. Achten Sie dabei auf den Wind bei Ihnen vor Ort, denn die Warmfront ist mit einer ausgeprägten Winddrehung von Südost auf Südwest verbunden! Kommt er aus Südost, bleibt es zunächst noch kalt. Dreht er auf Südwest, fließt die Warmluft ein, was in den Frühstunden des morgigen Mittwochs auch an der Oder der Fall sein wird.

Da sich Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel entgegen des Uhrzeigersinns drehen, kommt die Luftströmung auf der rechten Flanke aus südlichen Richtungen. Aufgrund der beschriebenen Konstellation wird also direkt die warme Subtropikluft im Bereich der Iberischen Halbinsel angezapft und nach Norden gepumpt, womit die eingangs erwähnten Höchstwerte aus dieser Region wieder ins Spiel kommen. So werden schon am heutigen Dienstag entlang von Rhein, Mosel, Lippe und Ems Temperaturen bis 14 Grad erreicht. Der Höhepunkt des ungewöhnlichen milden Wetterabschnitts ist für den kommenden Donnerstag avisiert, an dem deutschlandweit 10 bis 15 Grad, lokal sogar 18 Grad erreicht werden.

Jetzt fragen Sie sich natürlich zu Recht, was bedeutet "lokal" und trifft das auch für meine Region zu? Wir Meteorologen im Vorhersagedienst verwenden diesen Begriff sehr gerne. Zum einen, um mögliche Unsicherheiten, die es je nach Wetterlage in unterschiedlicher Ausprägung bei der Prognose immer gibt, "abzufedern". Zum anderen würde es jeglichen Rahmen sprengen, wenn wir die Gebiete namentlich aufzählen, die aufgrund ihrer geographischen Lage z.B. im Lee (also auf der windabgewandten Seite) der Gebirge liegen. Bei diesem als "Föhneffekt" bekannten Phänomen sinkt die Luft ab, wird trockener und erwärmt sich (im Mittel mit 1 Grad pro 100 Meter). Kräftiger Wind sorgt dabei nicht nur für die Überströmung der Berge, sondern gleichzeitig auch für eine gute Durchmischung der unteren Luftschichten. Wenn die Luft ständig in Bewegung ist, wird die Bildung kleinräumiger Kaltluftseen verhindert, was die Tagesmaxima drosseln würde. "Last but not least" schadet es dann nie, wenn selbst zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit direkte Sonneneinstrahlung noch einen zusätzlichen Energieinput leistet, um noch ein paar Grad Celsius herauszukitzeln.

Also, wenn Sie am Nordostrand eines Gebirges wohnen (da Windrichtung Südwest) und ein spürbarer Wind weht und dann auch noch zeitweise die Sonne zum Vorschein kommt, so haben Sie gute Chancen zu den "Lokalen" zu zählen, die am Donnerstagnachmittag tatsächlich 18 Grad auf ihrem Thermometer bestaunen können.

Das Geschäft mit dem Schnee

Datum 20.11.2017

Für Skigebiete ist Schnee quasi Lebenselixier. Wenn die Natur nicht genug selber produziert werden die Pisten eben künstlich beschneit. Ein neues Projekt beschäftigt sich nun mit der Optimierung des Schnee-Managements für Skigebiete.

Am gestrigen Sonntag wurde an dieser Stelle schon über die Umstellung der Wetterlage und die milde Witterungsphase in den kommenden Tagen geschrieben. "Frostbeulen" unter uns wird dies sicherlich freuen - kein Bibbern mehr morgens an der Haltestelle beim Warten auf den Bus. Die Wintersportler und Schneefans werden hingegen alles andere als begeistert von den Vorhersagen sein, ahnen sie doch, dass es der frischen weißen Pracht gehörig an den Kragen gehen wird.

Was für die einen "nur" schade oder ärgerlich ist, ist für andere mit hohen Kosten und wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Denn Skigebiete sind regelrecht abhängig vom kostbaren Weiß bzw. vom Wetter im Allgemeinen. Daher wenden sie vermehrt moderne Schnee-Management-Techniken an und bauen zunehmend auf Beschneiung, um die Erwartungen ihrer Gäste zu befriedigen und Schneemangel infolge zwischenzeitlicher Schwankungen der Schneebedingungen (wie bspw. durch die Erwärmung in den kommenden Tagen) zu vermeiden.

Die Optimierung des Schnee-Managements, und im Speziellen der Beschneiung, stellt eine große Herausforderung für Skigebietsbetreiber dar. Die Entscheidung über das Auf- oder Abdrehen der Beschneiungsanlagen an einem bestimmten Tag hängt von den vorherrschenden meteorologischen Bedingungen ab. Sind die Wetterinformationen nicht frühzeitig bekannt, kann dies negative Konsequenzen (verfrühtes Abschmelzen des produzierten Schnees, Überproduktion, inadäquate Präparierungsfrequenz...) sowohl aus wirtschaftlicher als auch ökologischer Sicht nach sich ziehen, ganz zu schweigen von der Schneequalität auf den Pisten und der Zufriedenheit der Wintersportler.

Kein Wunder also, dass sich immer mehr Wissenschaftler mit diesem Thema auseinandersetzen. "PROSNOW" heißt ein neues EU-Projekt, das vom staatlichen französischen Wetterdienst Meteo-France koordiniert wird und 12 europäische Partner (darunter Forschungseinrichtungen wie das Schnee- und Lawinenforschungszentrum SLF in Davos, Institutionen aus der Industrie- und Tourismusbranche) zusammenbringt. Die Wissenschaftler entwickeln im Rahmen dieser Forschungsinitiative ein Planungswerkzeug für ein verbessertes Schneemanagement in den alpinen Skigebieten. Dieser Service soll basierend auf kurzfristigen und saisonalen Wetterprognosen den Skigebietsbetreibern Informationen über die Entwicklung der Schneedecke oder auch der Wasserreserven liefern und Entscheidungen über den Einsatz von Kunstschnee erleichtern.

Für acht Pilot-Skigebiete im Alpenbogen (darunter auch Garmisch/Zugspitze in Deutschland, das Zillertal in Österreich oder Arosa/Lenzerheide in der Schweiz) wird das Prognosetool in diesem Winter auf einer web-basierten Plattform erstmalig getestet. Nach der Projektlaufzeit von drei Jahren sind die Forschungsergebnisse "Open Source", d.h. sie stehen frei zur Verfügung und können z.B. von Wetterdiensten und anderen Interessierten genutzt werden.

Kommt der "Novembersommer"?

Datum 19.11.2017

Noch dominiert der Frühwinter größere Teile des Landes mit kühlem nasskaltem Wetter. Doch langsam macht sich wärmer Luft auf den Weg nach Deutschland und lässt die Temperaturen wohl vorübergehend in ungewohnte Höhen steigen.

Da an diesem Wochenende und zum Wochenstart noch der Frühwinter bei Höchstwerten zwischen 0 und 10 Grad auf Stippvisite vorbeischaut und vor allem das höhere Bergland sowie die Voralpenregionen vorübergehend in eine weiße Hülle taucht, scheint so etwas wie "Novembersommer" noch sehr fern.

Während das Wetter in Deutschland zunächst noch von Tief "Peter I bis III" über Skandinavien und Hoch "Zoe" über West- und Südwesteuropa bestimmt wird, zwischen denen mit einer strammen nördlichen bis nordwestlichen Strömung kühle Meeresluft polaren Ursprungs einfließt, stellt sich ab Montag die Wetterlage aber allmählich um. Mit Winddrehung auf eine westliche bis südwestliche Richtung fließt dann zunehmend mildere Luft ein, sodass die Schneefallgrenze auf Klettertour nach oben geht.

Am Dienstag schneit es höchstens noch in den Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge. Verantwortlich dafür ist, dass Tief "Peter" weiter nach Osten wandert und somit den Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa verliert. Stattdessen macht sich über Südeuropa hoher Luftdruck breit und auf dem Ost- bzw. Nordostatlantik übernehmen Tiefdruckgebiete das Kommando. Nachfolgend stellt sich, wie im letzten Abschnitt schon aufgeführt, eine südwestliche Grundströmung ein, welche die Luft aus den Gebieten zwischen den Azoren und der Iberischen Halbinsel anzapft und schließlich weit nach Nordosten pumpt.

Die Voraussetzungen für den "Novembersommer" sind also gesetzt. Schon am Dienstag wird das Land, abgesehen von den noch etwas kühleren Regionen nordöstlich der Elbe, mit deutlich milderer Luft geflutet, sodass im Westen schon vielerorts zweistellige Höchstwerte erreicht werden. Am Mittwoch und Donnerstag klettern die Temperaturen dann überwiegend auf Werte zwischen 10 bis 17 Grad. Vor allem im Lee, also auf der windabgewandten Seite der Berge, sind durch Föhneffekte sogar noch höhere Werte möglich. Typische Bereiche sind beispielsweise die Regionen vom Aachener Raum bis in die Kölner Bucht sowie die Vorderpfalz. Allerdings kommt der "Novembersommer" nicht überall mit Eitel Sonnenschein daher. Vor allem im Norden und Westen, nahe der Tiefs über den Britischen Inseln und dem Ostatlantik, schiebt der teils stürmische Wind wiederholt auch dichtere Schauerwolken über das Land. Dagegen kann der Süden bei einer frischen Brise wohl länger die Novembersonne genießen. Allerdings besteht dort in schachwindigen Lagen die Gefahr, dass sich Nebel oder Hochnebel bilden und nur zögerlich auflösen.

Im weiteren Verlauf, etwa ab dem kommenden Wochenende, wird es aus derzeitiger Sicht insgesamt unbeständiger. Mit den deutlich höheren Wolkenanteilen und damit geringen Sonnenstunden sowie der Zufuhr kühlerer Luft aus Norden sind Höchstwerte über 15 Grad in Deutschland nicht mehr wahrscheinlich. Einzelne Modellvarianten lassen sogar schon ab Freitagnachmittag die Temperaturen wieder auf ein normales Novemberniveau purzeln. Am Wochenende würde nach diesen Interpretationen wieder eher feuchtes und kühles Wetter mit Schnee im höheren Bergland in Deutschland einziehen. Allerdings sind die Prognosen insgesamt noch mit größeren Unsicherheiten behaftet.

So muss Technik

Datum 17.11.2017

Moderne Satelliten liefern beeindruckende Einblicke in unsere Umwelt. Heute werfen wir mit dem Satelliten SUOMI-NPP einen Blick auf den Alpenraum.

Die grammatikalisch durchaus gewöhnungsbedürftige Überschrift entstammt dem Werbeslogan eines großen Elektronikmarktes. Es darf wohl angenommen werden, dass damit auf die Qualität der Produkte hingewiesen werden soll. Ob man am Ende tatsächlich mit den Produkten zufrieden ist, hängt natürlich auch vom Einsatzgebiet ab. Und in der Meteorologie, um hier den Bogen zu schlagen, sind die Einsatzgebiete oftmals extrem, so dass keine "Ware von der Stange" zum Einsatz kommen kann.

Ein Beispiel für solche extreme Einsatzgebiete ist die Satellitenmeteorologie, und ein Beispiel für High-End-Technik ist der Satellit SUOMI-NPP. Wer bei dem Namen an Finnland denkt, liegt leider falsch. Der Satellit ist nach dem amerikanischen Meteorologen Werner E. Suomi (6.12.1915 bis 30.07.1995) benannt, einem Pionier der Satellitenmeteorologie.

Das Kürzel NPP steht dabei für "National Polar-Orbiting Partnership", eine Kooperation der beiden US-amerikanischen Organisationen NOAA und NASA. Polar-Orbiting bedeutet, dass es sich um einen Satelliten handelt, der sich auf seiner Bahn um die Erde über die Polregionen bewegt.

Auf seiner Bahn um die Erde scannt der Satellit, typisch für polarumlaufende Satelliten, die gesamte Erdoberfläche bzw. die Atmosphäre in einzelnen Streifen sukzessive ab. Das ist ein Vorteil (oder Nachteil, je nach Blickwinkel) gegenüber geostationären Satelliten, die immer nur die gleiche Region der Erde betrachten. Die Bahnhöhe von SUOMI-NPP liegt bei 824 km. Das ist ein (weiterer?) Vorteil, denn damit bewegt er sich für einen Satelliten sehr nah an der Erdoberfläche und es gelingen teils spektakulär-scharfe Bilder.

Ein Beispiel dafür sehen Sie in der entsprechenden Grafik (Echtfarben-Aufnahme von vorgestern, Mittwoch, 15.11.2017 um 13 Uhr MEZ). Ins Auge stechen in der Bildmitte die schneebedeckten Alpen, bei denen nicht nur größere, sondern auch kleinere Täler beeindruckend deutlich zu erkennen sind. Sehr klar sieht man auch streifenförmige Wolkenformationen, sogenannte Leewellen (grüne Kreise) über Italien, die dem Namen entsprechend bevorzugt im Lee von Gebirgen entstehen. Auch zeigt SUOMI-NPP die tiefe Bewölkung im Oberrheingraben (blauer Kreis), die vom Schwarzwald auf der einen und vom Elsass auf der anderen Seite begrenzt wird.

Dass SUOMI-NPP aber nicht nur zur Wetterbeobachtung eingesetzt werden kann, sieht man im roten Kreis. Selbst die Trübung des Wassers im Löwengolf zeigt der Satellit sehr deutlich.

An SUOMI-NPP, der schon seit Oktober 2011 die Erde umkreist und damit nicht wirklich neu ist, lässt sich erkennen, wohin die Reise in der Satellitentechnik gehen wird: Immer präzisere und vielfältigere Messgeräte und Instrumente, die in vielen Wissenschaften ein unverzichtbares Mittel der Forschungsarbeit sind.

Oder, um es mit den - leicht abgewandelten - Worten der Marketingstrategen und der Werbung zu sagen:

SO(!!!) muss Technik!

Hochdruck im Herbst

Datum 16.11.2017

Zwischen dem Nordatlantik und Russland erstreckt sich eine "Hochdruckbrücke", die der vorherrschenden Großwetterlage ihren Namen gibt und das Wetter im Süden sowie in der Mitte Deutschlands bestimmt. Jedoch sind spätherbstliche Hochdruckwetterlagen ambivalent und es stellt sich die Frage, schafft es die Sonne im Tagesverlauf Nebel oder Hochnebel zu durchdringen oder bleibt es ganztägig trüb?

Derzeit erstreckt sich eine Hochdruckzone zwischen dem Nordatlantik und Russland, die den größten Teil Zentraleuropas überdeckt. Lediglich das nördliche Europa wird von atlantischen Tiefausläufern überquert. Die "Hochdruckbrücke" bringt im Allgemeinen den mittleren und südlichen Teilen Deutschlands Wetterberuhigung bzw. Wetterbesserung, während es in Norddeutschland wegen der durchziehenden Frontensysteme meist unbeständig bleibt. Wäre jetzt Sommer, so hätten wir zumindest in Süddeutschland Sonnenschein pur und müssten vielleicht sogar mit einer Hitzewelle rechnen.

Jedoch im Winterhalbjahr sind Hochdruckwetterlagen eher ambivalent. Einerseits sorgt dabei die in Hochdruckgebieten absinkende und sich "adiabatisch" erwärmende Luft prinzipiell durch Bewölkungsauflösung für heiteres Wetter und sofern noch vergilbtes Laub an den Bäumen ist, für einen "goldenen Herbst". Andererseits ist die Strahlungsbilanz der Erdoberfläche wegen des tiefen Sonnenstandes und der langen Nächte in unseren Breiten im Spätherbst deutlich negativ. Dies hat zur Folge, dass eine unter Hochdruck stehende Luftmasse allmählich auskühlt.

Da diese Abkühlung vom Erdboden ausgeht, bildet sich in den Morgenstunden häufig eine "Bodeninversion", d.h. der vertikale Temperaturverlauf kehrt sich um und die Lufttemperatur nimmt mit der Höhe zu. Gleichzeitig erwärmt sich die absinkende Luftmasse, da sie beim Absinken unter höheren Druck gerät und folglich komprimiert wird. Dies führt innerhalb der "atmosphärischen Grundschicht", meist in etwa 700 bis 1200 m Höhe, zu einer "Absinkinversion" oder zumindest zu einer "Isothermie", d.h. einem nur gering variierenden oder gar konstanten vertikalen Temperaturverlauf.

Inversionen und Isothermien fungieren meist als "Sperrschichten" für den vertikalen Luftaustausch. In der unteren Atmosphäre reichern sich daher unterhalb von Inversionen "Kondensationskeime" (Aerosole) und Wasserdampf an. Insbesondere bei klarem Himmel kann sich durch nächtliche Ausstrahlung die Luft unter den Taupunkt abkühlen und es erfolgt die Kondensation des Wasserdampfes. Somit bildet sich am Boden Nebel, in der Höhe unterhalb der Absinkinversion entstehen Schichtwolken ("Stratus") bzw. Hochnebel.

Wegen der geringeren Intensität der Sonnenstrahlung zur jetzigen Jahreszeit lösen sich Nebel und Hochnebel im Tagesverlauf oftmals nur zögernd oder auch gar nicht mehr auf. Dann kann vor allem in den Niederungen tagelang trübes und feuchtkaltes Wetter herrschen. Oberhalb der Inversion, in den Höhenlagen des Berglandes, ist es dagegen relativ mild und sonnig bei klarer Luft und guter Fernsicht. Übrigens ist die Prognose des Nebels und vor allem des Zeitpunktes seiner Auflösung auch im Zeitalter von Supercomputern und hochaufgelösten Wettervorhersagemodellen keine triviale Aufgabe und so äußern sich die Forecaster in Formulierungen wie "...teils heiter, teils neblig-trüb".

Besonders im Südwesten Deutschlands herrschten in den vergangenen Nächten dank passender Strahlungsbedingungen vielerorts "austauscharme Wetterlagen" mit Temperaturinversionen und vertikalen Isothermien. Beispielsweise war es im Oberrheingraben (100 bis 160 m ü. NN) am heutigen Donnerstag früh (16.11.2017) mit 0 °C bis 1 °C etwas kälter als auf dem Feldberg im Schwarzwald (1490 m ü. NN) mit 2 °C bis 3 °C. Während im Rheintal verbreitet Dunst oder Nebel mit Sichtweiten von z.T. unter 100 m anzutreffen waren, hatte man auf dem Feldberg im Schwarzwald bei klarem Himmel bis zu 70 km Fernsicht.

Eine graphische Darstellung des vertikalen Temperaturverlaufes am 16.11.2017 frühmorgens für die in der Region gelegene Wetterstation Bale-Mulehose (Frankreich), eingetragen in ein "thermodynamisches Diagramm" und um die Windvektoren in verschiedenen Höhen ergänzt, finden Sie in der unten stehenden Abbildung. Die Registrierung erfolgte durch ein Flugzeug, das etwa um 05:28 Uhr UTC vom Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg (knapp 270 m ü. NN) startete. Bis etwa 700 m Höhe über dem Platz kühlt sich die atmosphärische Grundschicht leicht ab bzw. bleibt isotherm bei -2 °C bis -4 °C, bevor die Temperatur bis ca. 1500 m über Grund auf +4 °C ansteigt. Der vertikal zunehmende Wind dreht mit der Höhe von östlichen auf nördliche Richtungen.

NUMA bald "Medicane"?

Datum 15.11.2017

In den kommenden ein bis zwei Tagen könnte sich eine Art Tropensturm über dem Mittelmeer entwickeln. Was hat es damit auf sich und wie kommt es dazu?

Das Wetter im westlichen und zentralen Mittelmeerraum präsentiert sich zurzeit wahrlich turbulent. Im Einflussbereich von Tief NUMA kommt es zu teilweise heftigen Starkniederschlägen. Betroffen ist insbesondere ein Gebiet von Nordalgerien und Nordtunesien über Italien bis zum Südwestbalkan.

Tief NUMA kann als klassisches Mittelmeertief bezeichnet werden, wie es vornehmlich im Herbst und Winter auftritt. Es entstand über dem Golf von Genua durch ein nordwestliches Umströmen sowie Überströmen der Alpen mit Kaltluft polaren Ursprungs. Diese sog. "Genuatiefs" gehören neben den Adria- und Balearentiefs zu den drei am häufigsten vorkommenden Formen von Mittelmeertiefs.

NUMA ist gekoppelt an ein in der mittleren und oberen Troposphäre (ca. 5 bis 10 km Höhe) ausgeprägtes und mit reichlich Kaltluft angefülltes Höhentief. Mit Verlagerung des Höhentiefs "löste" sich NUMA vom Alpenrand und zog schließlich langsam südwärts ins Seegebiet zwischen Sizilien und Sardinien, wo es am heutigen Mittwochmorgen zu finden ist. Typischerweise lösen sich diese Mittelmeertiefs langsam auf, sofern sie nicht wieder von der Höhenströmung "eingefangen" und unter Intensivierung ins östliche Mitteleuropa gesteuert werden und dort mitunter auch für Starkniederschläge sorgen können (Stichwort "Vb-Wetterlage", siehe DWD-Lexikon: https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/lexikon_node.html).

Tief NUMA könnte aber einen anderen Weg einschlagen und sich zu einem sog. "Medicane" entwickeln, eine Art Tropensturm über dem Mittelmeer. Der Begriff "Medicane" wurde im Laufe der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts geprägt und ist schlussendlich eine Kombination der Wörter "MEDIterran" und "hurriCANE".

Diese kunstvolle Wortneuschöpfung ist nicht aus der Luft gegriffen. Denn Medicanes und Hurrikane ähneln sich tatsächlich in einigen Gesichtspunkten. Augenscheinlich sind die Gemeinsamkeiten vor allem beim Blick aus dem Weltraum auf die beiden Wettersysteme. So weisen beide ein wolkenarmes "Auge" auf, das von spiralförmigen Bändern aus Schauer- und Gewitterwolken umrundet wird. Aber es gibt auch gravierende Unterschiede. Glücklicherweise erreichen die Medicanes meist nur einen Durchmesser von maximal 300 km und besitzen eine geringere Lebensdauer von ca. 48 Stunden, während Hurrikane durchaus über 1000 km Durchmesser und eine Lebensdauer von mehreren Tagen erreichen können. Medicanes können sich nach ihrer Formation nämlich nicht selbst erhalten, wie es für Tropenstürme typisch wäre. Sie benötigen einen zusätzlichen Antrieb. Dahingehend liefern die kalten Höhentiefs "Hilfestellung", indem sie fortwährend Schauer- und Gewitter entfachen. Der warme Kern bei Medicanes wird in der Regel also von einem kalten Höhentief überlagert, ist damit meist nur auf die untere Troposphäre beschränkt. Folglich sind Medicanes im Vergleich zu Hurrikanen oder Taifunen eher "flache" und kleine Gebilde. Auch das Auftreten der Windmaxima unterscheidet sich stark: Während bei tropischen Wirbelstürmen die höchsten Windgeschwindigkeiten in der Nähe des Auges in der sog. "Augenwand" oder "Eyewall" auftreten, werden bei Medicanes diese weiter entfernt in den spiralförmig angeordneten Gewittersystemen registriert.

Aufgrund dieser deutlichen Unterschiede, nicht zuletzt aber auch aufgrund der völlig anders gearteten Entstehung, ist ihre Einstufung als "tropisch", "subtropisch" oder "außertropisch" bislang noch umstritten. Da nennenswerte "Mittelmeer-Tropenstürme" oder Medicanes eher seltene Phänomene sind und im Schnitt nur alle paar Jahre auftreten (z. B. im Oktober 2016: TRIXI, im November 2014: QUENDRESA, im November 2011: ROLF), gibt es relativ wenig Daten, womit Vieles über die Entstehung noch im Verborgenen schlummert.

Wie auch immer, NUMA soll sich auf ihrem Weg über die Nordspitze Tunesiens hinweg in das Seegebiet zwischen Süditalien und Griechenland laut einiger Computerberechnungen intensivieren und sich zu einem solchen Tropensturm-ähnlichen System entwickeln. Dahingehend bestehen aber immer noch größere Unsicherheiten. Ob NUMA tatsächlich zu einem Medicane heranreift - dafür benötigt es laut Definition eine mittlere Windgeschwindigkeiten über 119 km/h - ist also alles andere als klar. Ein Blick auf das Satellitenbild sollte sich in den kommenden 24 bis 48 Stunden aber lohnen.

Der Winter 2017/2018

Datum 14.11.2017

Vorhersagen für den kommenden Winter findet man in den Medien recht verbreitet. Diese basieren auf Langzeitprognosen, die nach wie vor aktueller Forschungsgegenstand sind. Ein paar Erklärungen dazu gibt es heute.

Kaum ist der Sommer vorbei und erst recht, wenn es - so wie jetzt Mitte November - mit Riesenschritten auf das Weihnachtsfest zugeht, kommen die Fragen: Wie wird der kommende Winter? Bekommen wir viel Schnee? Gibt es weiße Weihnachten? Genauso zuverlässig kann man in diversen Medien auch die ersten Artikel zu diesem Thema finden. Da stellt sich die Frage wie aussagekräftig bzw. wie gut sind Wettervorhersagen für die nächsten Wochen oder gar Monate?

Zunächst muss man sich bewusst machen, dass Langzeitprognosen oder auch sogenannte Jahreszeitenvorhersagen nach wie vor ein schwieriges Thema und Gegenstand intensiver Forschungen sind!

Was kann man heutzutage von Langzeitprognosen erwarten? Nun ja, man kann eben keine detaillierte Wettervorhersage im Stil der Vorhersagen für die nächsten 3 bis 5 Tage erwarten, in der der Wetterablauf mit Bewölkungsverhältnissen, Temperaturen und Regen im Tagesverlauf geschildert wird. Bei Langzeitvorhersagen finden Klimarechenmodelle ihre Anwendung und das deutet schon darauf hin, dass es dabei um die Vorhersage klimatologischer Parameter geht - also um Mittelwerte von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer sowie die Abweichung vom langjährigen Mittel dieser Größen. Es wird eine Aussage getroffen, ob der betrachtete Zeitraum in einer Region wärmer oder kälter, trockener oder nasser wird. Verglichen werden die Ergebnisse dabei mit einem aus Beobachtungen gewonnenem Mittelwert aus einem Zeitraum von etwa 30 Jahren. Außerdem lassen sich Aussagen über die Wahrscheinlichkeit des Trends ableiten.

Warum kann man nicht mit den normalen Wettermodellen einfach weiter, vielleicht unbegrenzt in die Zukunft schauen? Die Atmosphäre ist ein chaotisches System. "Kleinere "Fehler" im Anfangszustand, das heißt den gemessenen Werten von Temperatur, Luftdruck und vielem mehr, die natürlicherweise auch mit Messungenauigkeiten behaftet sind, pflanzen sich in den Berechnungen fort. Dadurch ergeben sich mit Fortschreiten der Vorhersagezeit deutlich voneinander abweichende Lösungen, so dass die Vorhersagbarkeit beschränkt ist. In den detaillierten Wettervorhersagen beschäftigen wir uns daher auch meist nur mit 3 bis 5 Tagen und geben für bis zu 10 Tage noch einen Trend der Entwicklung an. Für längerfristige Aussagen zur Wetterentwicklung müssen demnach andere Ansätze verfolgt werden. Das geschieht bei den Jahreszeitenvorhersagen dann eben mit Klimamodellen. Klimamodelle enthalten neben den Vorgängen in der Atmosphäre, also dem Wetter, auch noch Berechnungen für die Ozeane, für Schnee- und Eisflächen sowie für die Vegetation.

Und wie wird nun der Winter 2017/2018? Eine Aussage dazu wird sicher der ein oder andere aufgrund der von mir gewählten Überschrift erwarten. Nun, die aktuellen Vorhersagen auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes (Link siehe unten) für den Zeitraum von Dezember bis Februar, also für den meteorologischen Winter, zeigen ein leicht wärmeres und leicht nasseres Szenario als im Vergleichszeitraum der Jahre 1981 bis 2014. Diese Aussagen beziehen sich aber - um es noch einmal deutlich zu sagen - auf einen Zeitraum von 3 Monaten und liefert also keine detaillierte Aussage über Kaltlufteinbrüche oder "Warmphasen", Schneefälle oder Dauerregen, sondern lediglich einen Trend für den Mittelwert!

Die aktuellen Jahreszeitenvorhersagen und weitere Informationen finden sie auf unserer Homepage unter: www.dwd.de/DE/leistungen/jahreszeitenvorhersage/start.html

Die Leoniden flitzen über den Novemberhimmel - doch können wir sie auch sehen?

Datum 08.11.2017

Nebel und Regenwolken kontra Sternenhimmel! Der November ist der Sternschnuppenmonat der Leoniden. Gleichzeitig zeigt sich der deutsche November aber überwiegend von seiner grauen und tristen Seite mit schlechter Sicht. Und wie sehen die astronomischen Rahmenbedingungen dieses Mal aus?

Auch im November können sich Sternschnuppenliebhaber freuen und dem Himmelsspektakel der sogenannten Leoniden beiwohnen. Dies ist aber nur möglich, wenn die astronomischen Rahmenbedingungen sowie auch das Wetter mitspielen. Gerade im eher grauen und tristen, deutschen November kann freie Sicht nicht gewährleistet werden. Bevor wir jedoch einen kurzen Blick in die Wetterküche wagen, sollen vorab ein paar interessante Informationen zu dem Phänomen der Sternschnuppe aufgezeigt werden.

Neben der Erde und anderen Planeten des Sonnensystems kreisen auch viele andere kleinere und größere Partikel wie Sand, Staub und (Kiesel-) Steine um die Sonne. Auf ihren Bahnen dringen auch große Mengen solcher Partikel, sogenannte Meteoroide, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie kurz als Meteore auf und verdampfen schließlich. Das auf mehrere Tausend Grad aufgeheizte Gas um einen verglühenden Partikel herum kann der Beobachter dann als Sternschnuppen betrachten.

Wer geduldig den möglichst dunklen Nachthimmel beobachtet, kann theoretisch in jeder Nacht des Jahres Sternschnuppen sehen. Die meisten dieser sporadischen Meteore stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo sich zahlreiche und unterschiedlich mächtige Gesteinsbrocken tummeln. Der größte Anteil besteht aus Partikeln in Staubkorngröße, die beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen. Größere Stücke überstehen jedoch teilweise die heiße Reise durch die Erdatmosphäre und fallen dann als Meteoriten zu Boden.

In bestimmten Zeiträumen des Jahres kommt es zu einer verstärkten Sternschnuppenaktivität am Himmel. In solchen Nächten huschen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel, die anscheinend alle einen einzigen Ausgangspunkt haben. Die Schweifsterne sind dabei teils kilometergroße Brocken aus Staub und leichtflüchtigen Materialien wie gefrorenes Methan, Trockeneis und Wassereis, die in der Regel von einem Kometen abstammen. Im Laufe der Zeit sammeln sie sich entlang der Kometenbahn an und bilden schließlich den Meteorstrom. Kreuzt nun die Erde die Bahn eines Meteoritenstroms, treten wiederholt Partikel in die Erdatmosphäre ein und verglühen.

Der vielleicht berühmteste Meteorstrom sind dabei die Leoniden, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 55P/Tempel-Tuttle bestehen. Jedes Jahr um den 18. November kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahnen dieses Meteorstroms. Für Beobachter auf der Erdoberfläche scheint der Ursprung aller auftretenden Sternschnuppen im Sternbild Löwe (lat. Leo) zu liegen, der dem Strom schließlich dem Namen gab. Da dieses Sternbild erst nach Mitternacht aufgeht und kurz vor Beginn der Morgendämmerung im höchsten Punkt steht, sind die Sternschnuppen überwiegend ausgangs der Nacht in Hülle und Fülle zu beobachten. Ab dem 4. November sind jedes Jahr erste Sternschnuppen der Leoniden am Himmel zu sehen. Der Aktivitätszeitraum der Leoniden erstreckt sich jedoch überwiegend vom 13. bis zum 21. November, in dem meist zwischen 10 und 25 Sternschnuppen pro Stunde über den Nachthimmel flitzen. Aufgrund der Mondphase, die sich beim Höhepunkt der Leoniden im Bereich des Neumondes befindet (18.11.2017), sollte die Helligkeit des Mondes bei der Beobachtung also nicht weiter stören.

Da das Sternzeichen des Löwen in diesem Jahr zu einem ungünstigen Zeitpunkt und zudem auch nur wenig über dem Horizont steht, werden wir in Mitteleuropa unabhängig vom Wetter, wohl nur wenig von den Leoniden mitbekommen. Aber auch bei besserem Timing des Sternbildes würden die Aussichten zumindest zu Beginn der Leoniden eher mau aussehen. Denn zunächst verdecken vielerorts dichte Wolkenfelder den Blick zu den Sternen. Erst ab Dienstag steigen die Chancen für größere Auflockerungen etwas an.

Der Martinssommer fällt aus.

Datum 07.11.2017

Kühles und regnerisches Wetter erwartet uns am kommenden Wochenende. In den Mittelgebirgen kann es am Sonntag sogar schneien. Eigentlich ist die dafür verantwortliche Wetterlage nicht gerade typisch für Anfang bis Mitte November. Häufig kommt es in diesem Zeitraum noch einmal zu einer Schönwetterperiode unter stabilem Hochdruckeinfluss, die auch Martinssommer oder Martini-Sommer genannt wird. Doch in diesem Jahr fällt dieser aus.

Der Martinssommer ist ein Witterungsregelfall (Wettersingularität), der häufig um den 11. November auftritt. Stabile Hochdruckgebiete führen dabei mit einer südlichen Strömung nochmals warme Luft nach Deutschland. Oft ist es nach dem Altweibersommer und dem "Goldenen Oktober" der letzte markante Warmluftvorstoß vor der kalten Jahreszeit. Der Legende nach geht der Martinssommer auf den Tod des heiligen Bischofs Martin von Tours zurück, an dessen Todestag das Phänomen erstmalig aufgetreten sein soll. Der Martinssommer ist kein richtiger Sommer im klimatologischen Sinne, denn echte Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad werden in der Regel nicht mehr erreicht. Aufgrund der Ende Oktober oft schon vorherrschenden kühlen Temperaturen, kommt einem die milde Witterung dennoch wie ein kleiner Sommer vor.

Dieses Jahr wird der Martinssommer allerdings ausfallen. Denn zum Wochenende stellt sich eine Nordwestwetterlage ein. Dabei zieht ein kräftiges Tief nach Skandinavien. Zwischen diesem Tief und einem Hoch über dem Atlantik stellt sich eine nordwestliche Strömung ein, in der polare Meeresluft bis nach Mitteleuropa vordringen kann. Die Kaltfront des Tiefs wird uns voraussichtlich am Samstag mit Regen überqueren. Nachfolgend bilden sich in der einfließenden Kaltluft bei wechselnder Bewölkung zahlreiche Regen- und Graupelschauer. In den Mittelgebirgen kann es sogar bis in mittlere Lagen schneien und auch die Alpen wintern weiter ein. Da die Polarluft noch über die relativ warme Nordsee einfließt und sich dort in den unteren Schichten erwärmen kann, wird es in tiefen Lagen nicht ganz so kalt. Bei Höchstwerten von 6 bis 9 Grad reicht es noch nicht für den ersten Schnee.

Ein Blick in die erweiterte Mittelfristvorhersage zeigt, dass sich in der kommenden Woche nur sehr langsam wieder schwacher Hochdruckeinfluss durchsetzt. Dabei bleibt es für die Jahreszeit weiterhin etwa 1 bis 2 Grad zu kalt. Somit ist auch ein verspäteter Martinssommer eher unwahrscheinlich.

Ein erster Wintergruß

Datum 06.11.2017

Der Winter naht mit großen Schritten, in etwas mehr als drei Wochen beginnt nach meteorologischer Definition die kalte Jahreszeit. Ein kräftiges Lebenszeichen gab der Winter bereits in der Nacht zum Montag im äußersten Süden. Dort bildete sich bis etwa 800 m herab eine geschlossene Schneedecke.

Entdeckten Sie beim morgendlichen Blick aus dem Fenster eine farblich veränderte Landschaft? Falls ja, dann wohnen Sie wahrscheinlich an den Alpen, im unmittelbar angrenzenden südlichen Alpenvorland oder im Hochschwarzwald. Dort wandelte sich die Umgebung vom herbstlichen Braunton zu einer weißen Winterlandschaft. Aufmerksame Leserinnen und Leser unserer Themen des Tages dürften aber kaum überrascht worden sein, denn bereits in der vergangenen Woche hatte sich dieser Wintereinbruch in den Modellkarten abgezeichnet und wurde entsprechend in den Wetterprognosen berücksichtigt (siehe Thema des Tages vom 03.11.2017).

Die für den Wintereinbruch verantwortliche Kaltfront eines Tiefdruckgebietes über Skandinavien erreichte am Abend des gestrigen Sonntags die Alpen. Mit dieser strömte Meeresluft polaren Ursprungs bis in den äußersten Süden Deutschlands. Ein weiteres Tief über dem Golf von Genua führte durch Aufgleitprozesse aus Süden zudem über dem Alpenraum zu länger anhaltenden Niederschlägen. Aufgrund dieser Kombination kam es durch die absinkende Schneefallgrenze zu Schneefällen bis in viele Alpentäler. An unseren Messstellen im äußersten Süden wurde meist bis 800 m herab eine geschlossene Schneedecke registriert. Eine Auswahl an Schneehöhenmessungen: Flintsbach (1101 m) 16 cm, Feldberg (1490 m) 15 cm, Aschau-Stein (680 m) sowie Immenstadt-Reute (960 m) und einige Stationen im Hochschwarzwald 4 cm. Selbst im relativ tief gelegenen Kiefersfelden-Gach (518 m) wurden 2 cm beobachtet.

Die Bestimmung der Schneehöhe mit automatischen Messsystemen ist kein einfaches Unterfangen. Seit längerer Zeit sind dafür Ultraschallsensoren im Einsatz, die mittels Laufzeitmessung eines Ultraschallimpulses (Frequenz 50 kHz) die aktuelle Schneehöhe indirekt und berührungslos bestimmen können. Der Sensor ist dafür an einem galgenähnlichen Gestänge so angebracht, dass der regelmäßig ausgesendete Messimpuls im rechten Winkel auf die Oberfläche trifft. Dieses Ultraschallsignal wird anschließend von der Schneedecke reflektiert und vom Sensor wieder aufgenommen. Mittels Laufzeitmessung des Signals kann die sogenannte "freie Länge" (Bereich zwischen Sensor und Oberfläche) bestimmt werden. In Kenntnis der Montagehöhe ist die Berechnung der Schneehöhe nur mehr ein einfacher mathematischer Vorgang. Zu beachten gilt allerdings, dass die Geschwindigkeit des Ultraschalls stark von der Temperatur abhängig ist. Daher muss die Laufzeitmessung anhand einer separat erhobenen Lufttemperatur korrigiert werden.

Ein weiteres Messverfahren bedient sich dem Prinzip der laserbasierten Entfernungsmessung. Dabei behilft man sich, wie bei der Ultraschallmethode, einer Laufzeitmessung des ausgesandten und reflektierten Laserstrahls. In vielen Haushalten wird dieses Messprinzip bereits gut bekannt sein, denn fast jeder Handwerker verwendet bei der professionellen Vermessung der Wohnung mittlerweile ein Lasermessgerät. Bei diesem optischen Verfahren muss der Sensor nicht im rechten Winkel auf die Schneedecke gerichtet sein, daher ist die Anbringung des Sensors am Hauptmast möglich und ein Ausleger entbehrlich. Zudem ist keine ergänzende Bestimmung der Lufttemperatur erforderlich, da dieses Messverfahren nicht von der Temperatur abhängig ist.

Beiden Messsystemen ist gemeinsam, dass die 24-stündige Neuschneehöhe nicht exakt bestimmt werden kann. Die einfache Subtraktion von zwei 24 Stunden auseinanderliegenden Schneehöhenmessungen weist immer einen Fehlerbereich auf, da in der Schneedecke je nach meteorologischen Einflüssen (Lufttemperatur, Wind oder Strahlung) und Schneedeckenhöhe unterschiedliche Setzungsprozesse stattfinden. Um dies zu kompensieren melden viele ehrenamtliche Beobachter dem Deutschen Wetterdienst einmal am Tag neben der gemessenen Schneehöhe auch die manuell gemessene 24-stündige Neuschneehöhe. Für die Erhebung wird ein sogenanntes "Schneebrett" verwendet, das man einschneien lässt. In den Frühstunden erfolgt die Messung des Schneezuwachses mittels eines handelsüblichen Zollstocks. Nach der anschließenden Reinigung des Brettes kann schließlich ein neuer Messzyklus beginnen.

Petrus schickt uns heute verbreitet Regen, aber wie macht er das?

Datum 05.11.2017

Die Frage, wie genau Wolken und Niederschlag entstehen und vergehen, ist bis heute nicht exakt gelöst. Wie das bei uns prinzipiell funktioniert, können Sie im heutigen Thema des Tages lesen.

Am Ende des heutigen Sonntags wird es wohl kaum einen Ort in Deutschland geben, an dem kein Niederschlag gefallen sein werden. Ob es nun Schnee oder Regen war, ist temperatur- und damit höhenabhängig und davon konnten Sie bei uns letztmalig im Thema des Tages vom 27.10.2017 in Bezug auf die Schneefallgrenze lesen.

Petrus hat verschiedene Verfahren, wie er aus dem vielen, zunächst mal unsichtbaren Wasserdampf in der Atmosphäre Regen erzeugt. Beim Niederschlag, wie er heute fällt, funktioniert das folgendermaßen:

Zunächst mal muss er den unsichtbaren Wasserdampf zum Kondensieren bringen, - sprich, er muss erst einmal aus dem unsichtbaren Wasserdampf Wolkentröpfchen machen, die bei genügend großer Menge als Wolke erscheinen. Das macht er, indem er die Luft abkühlt, denn die Löslichkeit von Wasserdampf nimmt mit der Temperatur ab. Bei 20 Grad C können sich bis zu etwa 17 Gramm pro Kubikmeter unsichtbar bleiben, bei 10 Grad C nur noch ca. 9 Gramm lösen. Bei Temperaturen, wie sie in den typischen frostigen Höhen für die Wolkenbildung liegen, reichen Werte unter einem Gramm zur Kondensation. Sie funktioniert umso besser, je mehr die Luft mit Festkörpern (z.B. Seesalz oder Vulkanstaub) verschmutzt ist. Die Abkühlung erzeugt Petrus, indem er heute in einem Tiefdruckgebiet die Luft aufsteigen lässt, was durch den mit der Höhe sinkenden Druck zur Abkühlung führt. Wasser kann nicht nur zwischen 0 und 100 Grad flüssig sein kann, sondern auch über 100 Grad (in Dampfmaschinen) und unter null Grad (in der Atmosphäre). Daher gibt es in den Höhen mit Temperaturen unter null Grad sowohl Eis als auch Wasser. In Wolken kann es bis herab zu etwa -30 Grad unterkühltes Wasser geben, also bis etwa in einer Höhe von 7 km der Fall sein.

Die derzeitige Niederschlagsbildung spielt sich in dem Höhenbereich ab, in dem Wasser und Eis zusammen vorkommen. Deshalb nennt man die so entstehenden Wolken Mischwolken.

Die zunächst kleinen und leichten und daher schwebenden Eis- und Wasserteilchen treffen in den windigen Höhen aufeinander und die Eiskristalle "saugen" die Wassertröpfchen auf, die dabei gefrieren. Irgendwann werden diese Zusammenballungen so schwer, dass die Erdanziehung größer ist als der Auftrieb und sie fallen als Schneeflocken Richtung Erde. Im Bereich der Schneefallgrenze schmelzen die Schneesterne zu Wasser und kommen unterhalb der Schneefallgrenze schließlich als Tropfen am Boden an.

Die etwa 1 bis 2 mm großen Tropfen fallen dabei mit etwa 20 km/h zu Boden. Für die Niederschlagshöhe von 1 mm bzw. 1l/qm braucht man also ca. 4500 Tropfen. In Homburg an der Saar sind daher heute Nacht etwa 55.000 Tropfen auf einen Quadratmeter gefallen.

Wintereinbruch in den Alpen - Schneefälle teils bis in einige Täler

Datum 03.11.2017

Für die Alpen kündigt sich für die Nacht zum Montag (6.11.2017) der erste größere Wintereinbruch der noch jungen Saison an. Montagfrüh kann es dann vorübergehend bis in einige Täler hinabschneien. Im Rest des Landes wird es zumindest deutlich kälter.

Seit rund vier Wochen werden mit südwestlichen bis westlichen Winden überwiegend milde Luftmassen nach Deutschland geführt. Dies ändert sich am Sonntag und vor allem in der Nacht zum Montag grundlegend, wenn hinter einer markanten Kaltfront deutlich kältere Luftmassen subpolaren Ursprungs von Nordwesten Deutschland fluten und insbesondere in den Alpen einen regelrechten Temperatur- und Wettersturz herbeiführen.

Die Kaltfront weist zwar einen großen räumlichen Temperaturgradienten auf, bewegt sich am Sonntag aber nur langsam über Deutschland ostwärts. Die mit der Kaltfront verbundenen Regenfälle halten somit gebietsweise länger an. Eine Tiefbildung über Norditalien lässt die Front über dem Alpenraum sogar stationär werden, Staueffekte in der nordwestlichen Strömung verstärken die Niederschläge dort zusätzlich noch. In der einfließenden Kaltluft sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht zum Montag immer tiefer, sodass es Montagfrüh zumindest bis auf 800 m herab schneit. Selbst bis auf 600 m Höhe können sich bei stärkeren Niederschlagsperioden Schneeflocken unter den Regen mischen. Es wird somit also für einige Täler wahrscheinlich zum ersten Schneefall der Saison kommen.

Die stärksten Intensitäten der Niederschläge werden von den Modellen übereinstimmend für die Nacht zum Montag simuliert, am Montag selber lassen die Regen- und Schneefälle bei geringfügig ansteigender Schneefallgrenze dann nach, klingen jedoch noch nicht vollständig ab. Dies soll dann aber in der Nacht zum Dienstag (7.11.2017) schließlich der Fall sein. Hinsichtlich der Frage der Niederschlagsmenge gibt es noch gewisse Unsicherheiten, aus heutiger Sicht könnten in Lagen oberhalb 1000 m aber rund 15 bis 25 cm, oberhalb 1500 m auch um 40 cm Neuschnee fallen.

Während der Folgetage nimmt der Hochdruckeinfluss allmählich zu und die eingeflossene kalte Luftmasse wird zunächst nicht ausgeräumt. In Lagen oberhalb von etwa 1200 m kann der Schnee also durchaus einige Tage überdauern. Bei den im Alpenraum zu erwartenden winterlichen Straßenverhältnissen wird es dementsprechend höchste Zeit für Winterreifen. Aber auch in den Regionen abseits der Alpen wird es, wenn doch nicht weiß, so zumindest deutlich kälter und in der Nacht zum Montag gibt es bereits im Westen gebietsweise, in der Nacht zum Dienstag dann verbreitet Bodenfrost. Die fortgeschrittene Jahreszeit lässt sich kommende Woche also nicht nur an den bereits kurzen Tagen, sondern auch beim Wetter ablesen.

Deutschlandwetter im Oktober 2017

Datum 02.11.2017

Hier finden Sie die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland im Oktober 2017 aus ersten Auswertungen der Ergebnisse von rund 2000 Messstationen des DWD.

Besonders warme Orte im Oktober 2017*

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 13,6 °C Abweich. 1,9 Grad

2. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 13,5 °C Abweich. 1,9 Grad

3. Platz Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) 13,5 °C Abweich. 3,0 Grad

Besonders kalte Orte im Oktober 2017*

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 7,6 °C Abweich. 2,1 Grad

2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 7,6 °C Abweich. 2,0 Grad

3. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 7,7 °C Abweich. 1,5 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Oktober 2017**

1. Platz Balderschwang (Bayern) 251,2 l/m² 168 Prozent

2. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 251,0 l/m² 185 Prozent

3. Platz Marktschellenberg (Bayern) 236,0 l/m² 223 Prozent

Besonders trockene Orte im Oktober 2017**

1. Platz Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 20,2 l/m² 48 Prozent

2. Platz Cölbe (Hessen) 20,7 l/m² 36 Prozent

3. Platz Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 21,5 l/m² 54 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Oktober 2017**

1. Platz Attenkam (Bayern) 167 Stunden 132 Prozent

2. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) 164 Stunden 109 Prozent

3. Platz Wielenbach (Bayern) 164 Stunden 138 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Oktober 2017**

1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 63 Stunden 60 Prozent

2. Platz Lennestadt-Theten (Nordrhein-Westfalen) 64 Stunden 65 Prozent

3. Platz Lügde-Paenbruch (Nordrhein-Westfalen) 66 Stunden 65 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Ungeliebter November

Datum 01.11.2017

Hat Ihnen der Blick auf den Kalender einen Stimmungsdämpfer verpasst? Falls ja, gehören Sie wahrscheinlich zu jener Mehrheit der Bevölkerung, die den November nicht unbedingt ins Herz geschlossen hat. Allerdings sollte man ihm, rein meteorologisch betrachtet, nicht Unrecht tun.

Vor einigen Jahren wurde unter der deutschen Bevölkerung eine Umfrage über die Beliebtheit der verschiedenen Monate durchgeführt. Es wird wahrscheinlich die Wenigsten überraschen, dass die Wintermonate in dieser Beliebtheitsrangliste eher am unteren Ende zu finden waren. Den letzten Platz nahm allerdings mit Abstand der November ein, damit ist er der unbeliebteste Monat im Jahreskreis. Eine exakt passende meteorologische Erklärung dafür zu finden ist aber keine sonderlich leichte Aufgabe.

Mit der mittleren Monatstemperatur kann die Unbeliebtheit jedenfalls nicht eindeutig begründet werden. Im Normalfall sind die nachfolgenden Monate Dezember, Januar und Februar im Mittel deutlich kälter als der November. Das vieljährige deutschlandweite Mittel der Temperatur liegt im November immerhin noch bei 4,3 °C, im Dezember hingegen bei 1,1 °C. Der Januar weist einen Mittelwert von -0,2 °C, der Februar einen Wert von 0,6 °C auf. Selbst der März (3,7 °C) ist im Normalfall etwas kälter als der November. Die kälteempfindlichen Bevölkerungsgruppen werden also eher die typischen Wintermonate als unbeliebt benennen.

Beim Niederschlag ist die Argumentation nicht ganz so eindeutig. Generell variieren die mittleren monatlichen Niederschlagssummen zwischen November und März nur in geringem Maße. Allerdings ist doch zu erkennen, dass der November im Normalfall nach dem Dezember einer der feuchteren Monate der kalten Jahreszeit ist. Es muss aber entgegnet werden, dass die Sonne im November (51,5 Stunden) für gewöhnlich länger scheint als im Dezember (36,6 Stunden), als auch im Januar (42,1 Stunden). Der Februar hat hingegen schon aus astronomischen Gründen einen Startvorteil mit mittleren 70,1 Stunden Sonne. Das Vorurteil des trübsten Monats kann daher für den November nicht gehalten werden.

Nach den objektiven meteorologischen Kriterien ist es demnach schwer, eine eindeutige Erklärung für die Unbeliebtheit und das schlechte Image des Novembers zu finden. Wahrscheinlich spielt auch das subjektive Empfinden bei der Beurteilung eines Monats eine entscheidende Rolle. Während man im November noch den oft "goldenen" und angenehm warmen Oktobertagen nachtrauert, überstrahlt der Gedanke an Weihnachten manche trüben Dezembertage. Eventuell lässt auch der zunehmende "Weihnachtsstress" die meteorologischen Gegebenheiten in den Hintergrund rücken. Zu Jahresbeginn wird die Dauer des Tageslichts nach der Wintersonnenwende dann schon wieder länger, sodass die Vorfreude auf den nahenden Frühling deutlich steigt.

Erwähnenswert ist zudem, dass der November mit eher negativ wirkenden Bildern und Begriffen verbunden ist. Die farbenfrohe Natur verschwindet aus unserem Umfeld und lässt eine kahle Landschaft zurück, die nicht unbedingt die Stimmung erhellt. Darüber hinaus nehmen sicherlich die christlichen Wurzeln eine gewisse Rolle ein. Sowohl in der katholischen, als auch in der evangelischen Kirche ist der November ein Monat des Gedenkens an die Verstorbenen. Natürlich spielt die Umstellung von der Sommerzeit auf die Normalzeit Ende Oktober dem November übel mit. Die um eine Stunde früher einsetzende Dunkelheit begrenzt die Aktivitäten im Freien deutlich. Nicht zuletzt werden mit den von uns seit wenigen Tagen wieder benötigten Warnungen vor Frost und Glätte auch die negativ besetzten Begriffe "Winterreifen" und "Streupflicht" wieder ins Gedächtnis gerufen.

Wie schaut die aktuelle Wetterentwicklung nun aber aus? Das Hochdruckgebiet VERA sorgt am heutigen Mittwoch vor allem im Südwesten noch für ein paar Sonnenstunden. Sonst überwiegen die Wolken deutlich, wobei im Norden und Osten gebietsweise leichter Regen fällt. Ab der Nacht zum Donnerstag bildet sich über Skandinavien ein Tief, das vor allem im Norden für Windböen, an der See und in den höheren Lagen für Sturmböen sorgen wird. Zudem setzt im Norden und Osten schauerartiger Regen ein.

Die großen Herbst- und Winterstürme der vergangenen 10 Jahre.

Datum 31.10.2017

Nachdem Orkan Herwart mit Windgeschwindigkeiten von teils bis zu über 120 km/h große Schäden angerichtet hat, soll im heutigen Thema des Tages eine kurzer Abriss über alle großen Herbst- und Winterstürme der vergangenen 10 Jahre erfolgen, um Herwart besser einordnen zu können.

Nachdem Orkan Herwart mit Windgeschwindigkeiten von teils bis zu über 120 km/h große Schäden angerichtet hat, soll im heutigen Thema des Tages eine kurzer Abriss über alle großen Herbst- und Winterstürme der vergangenen 10 Jahre erfolgen, um Herwart besser einordnen zu können.

18.-19. Januar 2007 Orkan Kyrill

Orkan Kyrill war der stärkste Orkan seit dem Jahrhundertsturm Lothar (26.12.1999). Das besondere Merkmal von Kyrill war die große betroffene Fläche. So gab es in ganz Deutschland verbreitet orkanartige Böen. Die größten Schäden traten an der Kaltfront auf, an der sich eine sehr aktive Gewitterlinie bildete. An ihr wurden Böen um 120 km/h registriert. Auf dem Brocken wurden 199 km/h und auf dem Wendelstein 203 km/h gemessen. Die stärkste registrierte Böe in tiefen Lagen war in Düsseldorf mit 145 km/h. Kyrill richtete in Deutschland 2,8 Mrd. Euro Versicherungsschaden an.

29. Februar 2008 Orkan Emma

Der nächste Orkan folgte über ein Jahr später und trug den Namen Emma. Emma beeinflusste vor allem den Süden und die Mitte Deutschlands. Die stärksten Böen traten entlang einer aktiven Kaltfront auf, an der sich eine Gewitterlinie etablierte. An dieser Gewitterlinie kam es zu Fallböen und es gab sogar einige Tornadoverdachtsfälle. In der Mitte und im Süden wurden verbreitet Böen zwischen 100 - 130 km/h gemessen. Spitzenreiter für tiefe Lagen war das sächsische Chemnitz mit 152 km/h. Der Gesamtschaden von Emma war in Deutschland jedoch geringer, als bei Kyrill, da von den stärksten Böen keine so große Fläche betroffen war. 26.Februar 2010 Orkan Xynthia

Orkan Xynthia zog ungewöhnlich weit südlich von der Biskaya über den Ärmelkanal nach Südschweden. Das Besondere an Xynthia war ein Phänomen namens Sting-Jet, an dem die stärksten Böen auftreten. Bei einem Sting-Jet wird durch dynamische Prozesse der Jet-Stream (ein Starkwindband in der mittleren und oberen Troposphäre) zwischen Tiefkern und Kaltfront bis in untere Luftschichten "gezogen", was im Vergleich zu normalen Sturmtiefs auf einem relativ kleinen Raum zum Teil verheerende Böen verursacht. In Frankreich gab es daher in manchen Gebieten sogar größere Schäden als bei Lothar. Über Deutschland hatte sich Xynthia allerdings schon etwas abgeschwächt. Dennoch traten im Südwesten und in der Mitte verbreitet Böen zwischen 100 und 120 km/h auf. Besonders betroffen war Rheinland-Pfalz wo 2,1 Millionen Festmeter Holz gefallen sind.

28.Oktober 2013 Orkan Christian

Orkan Christian war vom selben Typ wie Orkan Xynthia. Betroffen von einem starken Sting-Jet war diesmal aber der Norden Deutschlands. Auf Sankt-Peter-Ording wurde eine Böe von 172 km/h registriert. Christian gehörte somit zu den stärksten Stürmen, die auf die Nordseeküste getroffen sind.

05.Dezember 2013 Orkan Xaver

Xaver war auch als der Nikolausorkan bekannt. Betroffen war vor allen Dingen Norddeutschland, besonders die Küstenregionen. Dort traten verbreitet Böen von 100 bis 130 km/h auf. Zwar war Xaver deutlich schwächer als sein Vorgänger Christian, doch brachte Xaver 3 schwere Sturmfluten. Dabei gab es in Hamburg den zweithöchsten je gemessenen Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1825. Weiter südlich im Binnenland brachte Xaver zwar "nur" schwere Sturmböen, doch diese sorgten in Verbindung mit kräftigem Schneefall für Schneeverwehungen. Besonders in den Mittelgebirgen kam der Verkehr zum Erliegen.

31.März 2015 Orkan Niklas

Orkan Niklas beeinflusste wieder nahezu ganz Deutschland. In tiefen Lagen wurden verbreitet Windspitzen zwischen 95 und 120 km registriert. Der Brocken meldete eine Böe von 162 km/h. Mit etwa 750 Mio. Euro Versicherungsschaden gehörte der Orkan zu den 5 schadensträchtigsten Stürmen in den vergangenen 15 Jahren. Ursache für die hohe Schadenssumme war maßgeblich die große betroffene Fläche.

5. Oktober 2017 Sturmtief Xavier

Kurze aber heftig: Das sehr schnell ziehende Sturmtief Xavier ging wieder mit einem Sting-Jet einher. Dieser brachte in einem vergleichsweise schmalen Streifen vom Wattenmeer bis nach Brandenburg Windgeschwindigkeiten von 100 - 120 km/h. Besonders betroffen war Berlin. Für die vergleichsweise weit reichenden Schäden waren in erster Linie nicht nur die hohen Windgeschwindigkeiten verantwortlich. Denn Xavier war ein sehr zeitiger Herbststurm. Dadurch standen viele Bäume noch im vollem Laub und boten dem Wind eine große Angriffsfläche.

29. Oktober Orkan Herwart

Mit Böen von 95 - 125 km/h, in der Osthälfte, die an mehreren Schauerlinen am stärksten waren und Böen bis 176 km/h auf dem Fichtelberg gehört Herwart mit zu den stärksten Stürmen der vergangenen 10 Jahre. Im Zusammenhang mit den richtig großen Stürmen der vergangenen 100 Jahre, wie Kyrill und Lothar wird uns Herwart aber wohl nicht in Erinnerung bleiben.

Von "Grischa" zu "Herwart"

Datum 29.10.2017

Der dritte Herbststurm 2017, diesmal mit dem Namen "Herwart", führt heute wieder verbreitet zu Schäden an der Infrastruktur in Nord- und Ostdeutschland.

Am Freitag war noch verbreitet vom Sturmtief Grischa zu lesen und zu hören, am Samstag gab es auf einmal ein weiteres Sturmtief, diesmal mit dem Namen Herwart. In der Realität allerdings ist das relevante Sturmtief ausschließlich "Herwart". Wie kam es dazu? Am Freitag wurde die Sturmvorhersage für Sonntag an das einzige damals vorhandene Tief gekoppelt. Und das war Grischa. Dem geneigten Meteorologen konnte allerdings damals schon auffallen, dass ein Tief, dessen Zentrum über der mittleren Ostsee vorhergesagt war, im Regelfall nicht zu den prognostizierten starken Windgeschwindigkeiten über Deutschland führt. Ein etwas vertiefender Blick in die Wetterkarten brachte es auch schnell an den Tag. Nicht Grischa, sondern ein klassischer Schnellläufer, der an der Kaltfront von Grischa entstand, ist der Übeltäter. Und nach der üblichen Nomenklatur für Schnellläufer war damit klar, das Sturmtief am Sonntag beginnt mit H. Erstmals als abgeschlossenes Tief war Herwart für Samstagnachmittag vor der südnorwegischen Küste vorhergesagt und auch tatsächlich erst zu diesem Termin in den Wetterkarten als solches zu finden. Vergleichen wir die Verlagerungsgeschwindigkeiten von Grischa und Herwart, nämlich 250 km/24h im Vergleich zu 1750 km/24h, so erkennen wir schnell, woher der Begriff Schnellläufer stammt. Inzwischen (10 Uhr) liegt Herwart über Nordostpolen, seine Kaltfront, die die stärksten Böen brachte, liegt auf einer Linie Karlsruhe - Passau. Sie erreicht bis zum Nachmittag die Alpen. Die stärksten Böen traten bisher naturgemäß auf den Bergen auf und erreichten bis zu 176 km/h auf dem Fichtelberg. Aber auch in den Niederungen gab es örtlich orkanartige Böen. So gab es in Berlin und Wittenberg beim Kaltfrontdurchgang gegen 5 Uhr sogar eine Orkanböe von 125 km/h. Die Kaltfront zieht flott zum Alpenrand und sorgt dort durch den Stau an den Bergen für kräftigen Niederschlag, die Windböen lassen im Norden und der Mitte nach. Auch wenn das Tief Grischa nur indirekt für den Sturm verantwortlich war, für die zurückgehenden Temperaturen und den ersten Schnee auf den Mittelgebirgen trägt sie die Verantwortung. Zusammen mit dem Hoch Vera, das morgen über Großbritannien liegt, wird Luft aus polaren Breiten über die Nordsee zu uns geführt. Da das Wasser noch ziemlich warm ist, wird diese Luft aus nördlichen Breiten noch fühlbar aufgeheizt und die Schneefallgrenze bleibt noch relativ weit oben. Allerdings fällt sie vorübergehend auf etwa 700 m, so dass in der jetzt beginnenden Wintersaison erstmals einige Straßen von den Schneefällen betroffen sein werden. Nachts kann es bei Aufklaren Frost geben.

Schneefallgrenze

Datum 27.10.2017

Es wird in den kommenden Tagen windiger, aber auch winterlicher in Deutschland. Damit taucht auch der Begriff Schneefallgrenze wieder häufiger in den Wetterberichten auf. Er wird im heutigen Thema des Tages etwas genauer beleuchtet.

Am heutigen Freitag und in den kommenden Tagen stellt sich das Wetter um. Dabei mehren sich die winterlichen "Wettersignale", was auch daran zu erkennen ist, dass das Wort "Schneefallgrenze" häufiger in den Wetterberichten auftaucht.

Will man die Schneefallgrenze bestimmen, so könnte man auf die Idee kommen, als erste Näherung die Null-Grad-Grenze in der Atmosphäre, also die Frostgrenze, zu bestimmen. Im Idealfall gilt für die 0-Grad-Grenze, dass in den Luftschichten, die sich über ihr befinden, der Niederschlag in der festen Phase vorliegt. Dem gegenüber beginnt unterhalb der Null-Grad-Grenze der Niederschlag zu tauen oder zu schmelzen.

Das Charmante an der Null-Grad-Grenze ist, dass sie von den Wettervorhersagemodellen recht einfach bestimmt werden kann. Sie hat aber zwei gravierende Nachteile. Zum einen ist sie im Vorhersagemodell nicht einfach als Höhe in Meter verfügbar, sondern an den Druck "gekoppelt", der ja mit der Höhe abnimmt. Und zum anderen ist sie nicht die Schneefallgrenze! Schon die Formulierung, dass der Niederschlag unterhalb der Null-Grad-Grenze zu tauen oder schmelzen beginnt, deutet darauf hin, dass auch unterhalb der Null-Grad-Grenze noch für eine gewisse Zeit bzw. in einer gewissen Schicht Schnee bzw. fester Niederschlag dominiert.

Versuchen wir es also anders herum, sozusagen von unten. Wann ist der Schnee komplett in Regen übergegangen? Eine meteorologische Faustregel besagt, dass dies der Fall ist, wenn die Lufttemperatur bei zwei Grad liegt. Mit anderen Worten: Die Schneefallgrenze liegt zwischen der Null- und der Zwei-Grad-Grenze.

Das ist schön und richtig, aber noch nicht so richtig hilfreich. Es warten noch zwei Aufgaben. Einerseits muss noch der Abstand der Null- und der Zwei-Grad-Grenze bestimmen werden. Hier kommt eine weitere Faustformel ins Spiel, nämlich die, dass die Temperatur in einer feuchten Atmosphäre mit der Höhe pro 100 Meter um 0,66 Grad abnimmt. Damit kann man erwarten, dass die Zwei-Grad-Grenze etwa 300 Meter unter der Null-Grad-Grenze liegt.

Andererseits muss der Null-Grad-Grenze noch eine Höhenangabe in Meter zugewiesen werden. Das ist leider nicht trivial, hängt diese doch vom Druck (s.o.) und weiteren Faktoren ab. Glücklicherweise bekommen wir DWD-Meteorologen die Höhenangabe für die Null-Grad-Grenze (in Meter) direkt von unseren Modellspezialisten. Das sieht dann so aus wie in der beigefügten Grafik. Sie zeigt die Veränderung der Null-Grad-Grenze am kommenden Wochenende (von Sonntagmittag (oben links) bis Montagmorgen (unten rechts)).

Dabei nimmt die Farbe Blau, die für niedrige Null-Grad-Grenzen steht, allmählich wieder deutlich größere Flächen ein. Wir bekommen von der kalten Luft allerdings nur einen "Streifschuss" ab. Deutlich winterlicher wird es im östlichen Mitteleuropa. Am Montagmorgen sieht man über Polen, der Ukraine und der Slowakei auch große graue Flächen. Hier "liegt" die Null-Grad-Grenze auf der Erdoberfläche auf bzw. die Temperatur liegt sogar unter null Grad. Auch dies ein Zeichen dafür, dass wieder Schnee "in der Luft liegt".

P.S.: Es sei noch erwähnt, dass die Schneefallgrenze nicht diejenige Linie ist, ab der der Schnee liegen bleibt. Letztere liegt in der Regel deutlich höher als die Schneefallgrenze.

Optimales Pilz-Wetter

Datum 26.10.2017

Das Wetter der vergangenen Wochen lieferte den Pilzen einen kräftigen Schub für ihr Wachstum, sodass sie nun zahlreich im Wald zu finden sind. Bald aber "droht" das Ende der Hauptsaison.

Wer in den vergangenen Tagen einen Ausflug in den Wald unternommen hat, konnte sie massenhaft sehen: Pilze! Champignon, Pfifferling, Steinpilz, Marone und Morchel, um nur einige wichtige Pilze heimischer Wälder und Wiesen zu benennen, haben derzeit noch Hauptsaison (siehe Pilzkalender unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/10/26.html). Und das Wetter bzw. die Witterung war in den letzten Wochen nahezu ideal für das Sprießen der Pilze.

Bereits der Sommer fiel niederschlagsreich aus, insbesondere ab Ende Juni gab es häufig Gewitter, Dauer- und Starkregen. Mit bundesweit 305 Litern Regen pro Quadratmeter im Mittel wurde das Sommersoll der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990 (239 Liter pro Quadratmeter) um satte 28 % übertroffen. Als sich Mitte August nochmals eine sehr warme Phase einstellte, wurden bereits viele Pilze im Wald beobachtet. Die Gleichung "Verregneter Sommer = gutes Pilzwachstum" ist unter Pilzsammlern durchaus bekannt.

Die Hauptsaison für Speisepilze umfasst typischerweise den Zeitraum von Ende Juli/Anfang August bis zum Oktober, manchmal auch noch bis zum November. Nachdem Pilzsammler schon im August reiche Beute machen konnten, stellte sich pünktlich zum Beginn des meteorologischen Herbstes am 1. September 2017 eine herbstlich geprägte Phase ein. Diese dauerte mit wenigen Abstrichen fast den gesamten Monat an. So sind in der Monatsbilanz für den September ein Plus von 13 % beim Regen (wiederum im Vergleich zur Referenzperiode) und ein Minus von 0,6 Grad bei der Temperatur ausgewiesen.

Pilze lieben jedoch nicht nur die Feuchtigkeit, sondern auch die Wärme. Und die kam vor allem mit Hoch "Tanja", das ab dem 11. Oktober 2017 auf den Europa-Wetterkarten analysiert wurde. Das Hoch schaufelte dabei zunehmend sehr warme Luft aus subtropischen Gefilden oder sogar aus der Sahara zu uns, sodass die Höchsttemperaturen häufig noch einmal sommerlich waren und vielerorts mehr als 25 Grad betrugen. Mehr als 30 Grad und damit ein (meteorologisch) heißer Tag wurde aber nirgendwo verzeichnet. So eine Hitze wäre den Pilzen auch nicht zuträglich gewesen.

Im Oktober herrschten demzufolge fast optimale Bedingungen für das Pilzwachstum (und nebenbei bescherte der "Goldene Oktober" übrigens auch den Biergartenbesitzern bestes "Pils-Wetter"). Zwar ist es inzwischen wieder etwas kühler geworden, den Pilzen geht es jedoch erst an den Kragen, wenn es Frost gibt. Davon wurden wir in diesem Herbst bisher weitgehend verschont, auch Bodenfrost trat höchstens sporadisch mal auf.

Wer also noch Pilze sammeln möchte, kann das aktuell noch gut tun. Es sei aber bemerkt, dass dabei die große Gefahr besteht, dass man statt essbarer Pilze einen giftigen Pilz mitnimmt! Es gibt nämlich zu vielen essbaren Pilzen ein giftiges Gegenstück, das dem ungiftigen Pilz zum Verwechseln ähnlich sieht. Weil Pilze außerdem als Lebewesen gelten, die oft eine Symbiose mit einem Baum eingehen, sollte man nur solche Pilze sammeln, bei denen man bei der Bestimmung bezüglich der Giftigkeit wirklich sicher ist - oder sich Rat bei einem Experten einholen. Zudem ist es in den meisten Bundesländern untersagt, mehr als ein Kilo Pilze pro Tag und Person aus dem Wald zu holen!

Und wie geht es mit dem Pilz-Wetter weiter? Für die nächste Woche kündigt sich ein weiterer Temperaturrückgang an, wobei die Frostwahrscheinlichkeit in den Nächten langsam ansteigt. Viele Pilzarten erleiden bei Frost einen irreparablen Schaden, der sich an verfärbten Huträndern oder matschigen Stellen zeigt. Das Eiweiß wird an diesen Stellen durch den Frost und das nachfolgende Auftauen zersetzt, ein Verzehr solcher geschädigter Pilze ist eindeutig nicht zu empfehlen!

Wer sich nach dem möglichen Frost in der kommenden Woche weiterhin auf Suche begeben möchte, hat aber immer noch Chancen auf das Finden von Pilzen. So muss die Suche selbst bei Frost und Schnee nicht erfolglos bleiben. Es gibt einige Arten wie die Austernseitlinge, die Judasohren und die Samtfußrüblinge (siehe Grafik), die im winterlichen Wald bei Schnee und Eis gefunden werden können, auch wenn sie dann rar sind.

Wo kann man jetzt noch baden?

Datum 25.10.2017

Während bei uns in Deutschland die Freibadsaison längst vergessen ist, bieten sich in Südeuropa und vor allem in Übersee diverse Möglichkeiten für einen nachsaisonalen Badeurlaub. Um vor dem mitteleuropäischen Winter noch einmal "Sommer-pur" genießen zu können, muss man allerdings weit reisen.

Bei uns in Mitteleuropa hat längst der Spätherbst Einzug gehalten, die vergangene, wettertechnisch nicht so toll empfundene Badesaison ist vergessen, man dreht die Heizung auf und denkt eher an Weihnachten. Zwar sind Seen und Meere aufgrund der hohen Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit des Wassers gute Wärmespeicher und kühlen nach dem Ende des Sommers nicht so schnell ab, jedoch bei Wasseroberflächentemperaturen von 12 °C bis 15 °C an Nord- und Ostsee sowie an den deutschen Binnenseen fühlen sich wohl nur Seehunde und Wasservögel im nassen Element wohl.

Schauen wir uns daher doch einmal in Europa und Nordwestafrika nach Bademöglichkeiten um: An der französischen, spanischen und portugiesischen Atlantikküste, aber auch am Schwarzen Meer sind derzeit Wassertemperaturen von etwa 15 °C bis 20 °C anzutreffen - Baden ist also Geschmackssache bzw. eher etwas für Hartgesottene. Im Mittelmeer sind Wassertemperaturen von 18 °C bis 24 °C zu erwarten, das klingt schon besser, wobei aber leider das Wetter nicht überall mitspielt. Am ehesten sind in diesen Tagen dank Lufttemperaturen von maximal 25 °C oder mehr die mediterranen Küsten Spaniens, des Maghrebs und der Levante, sowie bei ähnlichen Meerestemperaturen auch die Atlantikstrände von Agadir (Marokko) und natürlich die Kanarischen Inseln für einen spontanen Spätsommertrip geeignet.

Wer Hitze braucht, muss mindestens in die subtropische Klimazone reisen! Ägypten-Fans kommen am Roten Meer so richtig auf ihre Kosten. Dort kann man bei heißem Wetter (um 30 °C) und warmem Wasser (um 26 °C) schwimmen, schnorcheln und tauchen ohne zu frieren. Wen das Fernweh noch stärker packt und bis in die Tropen treibt, der ist in der Karibik und Zentralamerika gut aufgehoben, wo sich die Spanne der Wassertemperaturen zwischen 27 °C und 30 °C erstreckt. Ähnlich hohe Temperaturen bieten die Gewässer des Indischen Ozeans um Südindien, Ceylon und die Malediven.

Generell sind derzeit die tropischen Meere um Ostafrika und der Arabischen Halbinsel sowie in der Region zwischen dem nördlichen Indischen Ozean über den Malaiischen Archipel hinweg bis nach Mikronesien mit Wassertemperaturen von verbreitet um 30 °C am wärmsten. In der unten publizierten Weltkarte vom Montag, den 23. Oktober 2017, 18:00 Uhr UTC finden Sie auf ganze [°C] gerundete Meeresoberflächentemperaturen sowie deren Isothermen. Aufgrund der durch die physikalischen Eigenschaften des Wassers bedingten "thermischen Trägheit" von Seen und Meeren variiert deren Temperatur in wesentlich geringerem Maße als die Lufttemperatur, so dass die dargestellten Werte noch ein paar Tage aktuell sind.

Übrigens nutzt man in der Meteorologie und Ozeanografie gern die englische Übersetzung des Begriffes "Meeresoberflächentemperatur", nämlich "Sea Surface Temperature", abgekürzt SST. Sie hat nicht nur touristische Bedeutung sondern ist vielmehr eine wichtige Größe im Klimasystem der Erde sowie als Randbedingung bei der numerischen Wettervorhersage. Darüber hinaus spiegelt die zonale Struktur der SST-Isothermen, mit deutlichem Temperaturgefälle jeweils in den nördlichen und südlichen mittleren Breiten, den Energiesaldo der Meeresoberfläche wider und ist mit den zumeist in West-Ost-Richtung orientierten Klimagürteln korreliert.

Taifun "LAN" über Tokio

Datum 23.10.2017

Der bisher zweitstärkste Taifun diesen Jahres, (Super-) Taifun "LAN" (auf den Philippinen "PAOLO") zog am vergangenen Sonntag (22.10.2017) über Japan und dort direkt über Tokio hinweg. Hohe Windgeschwindigkeiten, extrem heftiger Regen, Sturmfluten und zwei Todesopfer waren bzw. sind die Folge.

Am 15. Oktober diesen Jahres entstand der Taifun LAN nördlich von der Insel Palau (9.3° N, 136.8° O) im Pazifik und bekam einen Tag später seinen Namen, als er sich zum tropischen Sturm entwickelte. Am 18.10. nahm er schließlich Taifunstärke an. Während er östlich der Philippinen Kurs auf Japan nahm, verstärkte er sich auf die Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Skala. Den Höhepunkt seiner Entwicklung erreichte er am 21.10. (00 UTC) über der Philippinensee, knapp 1000 m östlich von Taiwan und Luzon mit maximalen Böen bis 250 km/h und einem Kerndruck von 925 hPa. Damit ist er in diesem Jahr der zweitstärkste Supertaifun (Super-Taifun: >240 km/h) nach "NORU" (Kategorie 5, 19.07. - 09.08.2017). Aber LAN geht nicht nur deswegen in die meteorologischen Geschichtsbücher ein, denn sein großes Starkwindfeld ist mit einem Durchmesser von ca. 2220 km eines der größten seit Aufzeichnungen. Die Größe von LAN sowie sein ausgeprägtes "Auge" lassen sich im Satellitenbild vom 21.10.2017 11:30 UTC gut erkennen (www.dwd.de/tagesthema).

Kurz vor der japanischen Küste schwächte sich LAN etwas ab und erreichte mit seinem Starkwindfeld der Kategorie 3 und mittleren Windgeschwindigkeiten von rund 195 km/h (Böen: 240 km/h, Kerndruck: 950 hPa) das japanische Festland. Durch zunehmende Windscherung, trockenere Luftmassen und eine etwas kühlere Wassertemperatur von 25°C schwächte er sich so weit ab, dass er bei Landgang (engl. "landfall") in der Nähe von Omaezaki City "nur noch" die Kategorie 2 aufwies. Anschließend zog LAN über Tokio mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 130 km/h und maximalen Böen von 170 km/h auf den Pazifik nordostwärts hinaus Richtung Kamtschatka (Halbinsel Russlands). Dort verlor er weiter an Kraft und wandelte sich rasch in ein außertropisches Tief mit einer aktuell mittleren Windgeschwindigkeit von rund 110 km/h (Böen: 160 km/h) und einem Kerndruck von 970 hPa um.

Außer den Orkanböen und sehr hohen Wellen hatte LAN extrem heftigen Regen im Gepäck. An einigen Stationen des Landes wurden Monatsrekorde erreicht. Beispielsweise fielen in Maizuru (Provinz Honshu) mehr als 300 mm in 48 Stunden, wie an vielen anderen Stationen in Japan auch. In Shingu (ca. 480 km südwestl. von Tokio) wurden sogar rund 700 mm im selben Zeitraum gemeldet. Somit wurde dort auch fast die höchste, je gemessene 48-stündige Niederschlagsmenge von 782 mm erreicht! Diese heftigen Niederschläge hatten Erdrutsche und Überschwemmungen zur Folge. Außerdem forderte LAN zwei Todesopfer.

Doch zum Ende der Woche könnte schon der nächste Taifun auf Japan zuziehen. Östlich der Insel Guam entstand am vergangenen Donnerstag eine sogenannte "tropische Depression" (TD 27), die sich in der kommenden Nacht zum Dienstag zu einem Tropensturm entwickeln soll und anschließend vom Japanischen Wetterdienst einen Namen erhält. Dieser soll zunächst nach Nordwesten ziehen und auf Höhe der Ryūkyū-Inseln nach Nordosten Richtung Japan zubewegen. Dabei soll er sich bis zum Wochenende auf Taifunstärke der Kategorie 2 intensivieren.

Die herbstlichen Wärmepole Deutschlands

Datum 22.10.2017

Während es im Sommer im Süden am wärmsten ist, kehren sich die Temperaturverhältnisse zum Herbst hin um.

Den einen oder anderen wird es sicherlich verwundert haben, dass in der Tabelle der wärmsten Orte Deutschlands im September(s. Thema des Tages vom 02.10.2017) die Spitzenreiter allesamt Nord- bzw. Ostseeinseln waren:

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 15,5°C 2. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 14,8°C 3. Platz Norderney (Niedersachsen) 14,8°C

Normalerweise liegen im September allerdings noch die Stationen entlang des Rheins auf den vorderen Plätzen. In diesem Jahr hatten sie aber, sogar im Vergleich zur Periode 1961-1990, negative Temperaturabweichungen um 1 Grad, während es auf den Inseln etwas zu warm war. Bereits diese geringen Differenzen katapultierten die Inseln auf die Spitzenplätze.

Blicken wir aber auf die vieljährige Septemberstatistik, so verwundern die vorderen Plätze der Nordseeinseln schon weniger. Von ca. 500 Stationen liegt Helgoland auf Platz 17, Norderney auf Platz 34 und die Greifswalder Oie auf Rang 62.

Im Oktober belegen die Stationen bereits die Ränge 2, 11 und 41. Auf den weiteren Spitzenplätzen finden wir im langfristigen Mittel die Stationen am Niederrhein und auf den Inseln, der Ober- und Hochrhein ist dagegen kaum noch vertreten.

Im November erreicht Helgoland endgültig den ersten Platz, Norderney hält Rang 6 und die Greifswalder Oie finden wir auf Rang 41. Vom Oberrhein ist auf den ersten 50 Positionen dann nichts mehr zu sehen.

Was den gesamten Herbst betrifft, so liegen Helgoland und Duisburg gleichauf ganz vorne, die folgenden Ränge werden vom Niederrhein und den Nordseeinseln belegt, vom September her gibt es noch Einsprengsel vom Oberrhein.

Wir haben also zwei herbstliche Wärmepole. Zum einen die Nordseeinseln, zum anderen den Niederrhein.

Wie kommen die Inseln zur Ehre eines der Wärmepole? Bei Sonnenschein erwärmt sich die Erdoberfläche schneller als Wasser. Das liegt daran, dass man zur Erwärmung von einem Gramm Wasser mehr Energie braucht als für ein Gramm Erde. Umgekehrt hält das Wasser die Wärme länger als der Erdboden. Daher wird es auf den Inseln im Herbst vor allem nachts nicht so kalt wie auf dem Festland und die Tagesmittel sind höher.

Warum am Niederrhein und nicht am weiter südlich gelegenen Hochrhein im Herbst ein Wärmepol liegt, kann man folgendermaßen erklären. Zunächst liegt der Niederrhein näher am in dieser Jahreszeit die Atmosphäre erwärmenden Meer. Zudem weht der im Nordwesten häufig kräftigere Wind den Nebel bzw. die sich nachts bildende Kaltluftschicht weg und ersetzt sie mit milderer Luft.

Diese Verhältnisse bleiben auch im Winter erhalten. Ab Februar erleben aber die Inseln einen Absturz in den Tabellen (Helgoland und Norderney erreichen nur noch die Ränge 40 und 58), denn die Sonne erwärmt nun das Land wesentlich schneller als das Nordseewasser, das erst im Februar die tiefsten Temperaturen erreicht.

Und wo bleibt die Greifswalder Oie? Sie liegt so weit im Osten, dass sie bereits im deutlich kontinentaleren und damit kühleren Wetter liegt. Schließlich friert die Ostsee, im Gegensatz zur Nordsee, in manchen Jahren zu. Im Februar ist Rang 291 für die Greifswalder Oie die Folge.

Die Inversion - Ein Phänomen, das Berggipfeln Fernsicht und milde Temperaturen bringt

Datum 19.10.2017

Ein Phänomen stellt die untere Atmosphäre auf den Kopf! Steigende Temperaturen mit der Höhe lassen die Bewohner des Berglandes schwitzen. In tiefen Lagen sammeln sich bei grauem Himmel, kühlen Temperaturen und fehlendem Luftaustausch Abgase an.

Unter einer Inversion versteht man in der Meteorologie die Umkehr des normalerweise mit der Höhe abnehmenden Temperaturverlaufs in einer mehr oder weniger dicken Schicht der Atmosphäre.

Inversionen können dabei durch unterschiedliche meteorologische Prozesse entstehen. Grundsätzlich herrschen dabei in den bodennahen Luftschichten im Vergleich zu den darüber liegenden Schichten tiefere Temperaturen vor. Dies kann z.B. durch großräumiges Heranführen von Warmluft in der Höhe erreicht werden. Aber auch die Erwärmung der Luft durch Absinken im Bereich eines Hochdruckgebietes oder die Abkühlung der unteren Luftschichten durch Ausstrahlung führen oftmals zu der Ausbildung einer Inversionsschicht, an der dann markante Temperaturgegensätze auftreten. Lokal vom Erdboden aufsteigende Luft kann eine solche Inversionsschicht nicht durchdringen. Somit stellt eine Inversion eine Art Sperrschicht ("Deckel") dar, die einen Austausch zwischen bodennahen und höher liegenden Luftschichten verhindert (vgl. Abb. 1). Entsprechend können auch Rauch, Dampf oder Autoabgase - von Holzfeuerungen, Kraftwerken oder Verbrennungsmotoren stammend - nicht abziehen. Dadurch halten sich die Luftschadstoffe länger über der Stadt oder dem Ballungsraum. In dieser Dunstglocke kann dann eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Luftschadstoffen, wie beispielsweise Ruß, Schwefeldioxid, Kohlenstoffmonoxid und Stickstoffoxid entstehen.

Von einer Bodeninversion spricht man, wenn sich in langen, klaren Winternächten, meist unter Hochdruckeinfluss, der Boden sowie die daran angrenzende Luftschicht durch Ausstrahlung stark abkühlen. Diese bodennahe Schicht ist somit kälter als die darüber liegende. Die obere Begrenzung dieser Bodeninversionsschicht liegt dabei in der Höhe über Grund, in der sich die Abkühlung des Erdbodens nicht mehr auswirkt.

In der vergangenen Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bildete sich regional im Zusammenspiel von absinkenden, sich erwärmenden Luftmassen unter Hochdruckeinfluss sowie gleichzeitigem Auskühlen der bodennahen Luftschichten nach Aufklaren genauso eine ausgeprägte Inversionsschicht aus. Während oberhalb der Inversion durch die Absinkprozesse sehr trockene Luft vorherrschte, entstand an der Inversion selber eine feuchte Dunst- bzw. Hochnebelschicht (vgl. Radiosondenaufstieg Idar-Oberstein von 8 Uhr). Die Folge war, dass die Temperaturtiefstwerte in höheren Lagen, beispielsweise des Hunsrücks, des Pfälzer Waldes, des Taunus oder auch der Rhön und dem Odenwald mit Werten zwischen 10 und 15 Grad deutlich höher ausfielen als in Tallagen mit nur 2 bis 5 Grad (vgl. Abb. 2).

In den kommenden Nächten schwindet jedoch die Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung von Inversionsschichten deutlich. Durch zunehmenden Tiefdruckeinfluss von Westen und auch auflebenden Wind sowie aufkommende Niederschläge werden die Luftschichten durchmischt. Die Ausbildung einer Sperrschicht ist dann nicht mehr möglich.

Die "Glutsonne"

Datum 18.10.2017

Die Sonne rot, der Himmel "milchig" und orange, obwohl purer Sonnenschein vorhergesagt war. Was da passiert ist, können Sie hier im heutigen Thema des Tages lesen.

Zahlreiche Anfragen erreichten uns hier beim Deutschen Wetterdienst am gestrigen Dienstag von Menschen aus dem Norden und Nordwesten Deutschlands. Sie wunderten sich, warum die Sonne so rot und der Himmel so "milchig" und orange aussähen, obwohl von den Wetterfröschen doch purer Sonnenschein versprochen war. Die Antwort ist schnell gefunden: Rauch und etwas Saharastaub waren die Ursache.

Rauch und Staub konnten zu uns gelangen, weil die Großwetterlage eine entsprechende Luftströmung generierte. Ausgangspunkt ist dabei das umfangreiche Hoch "Tanja", das in den vergangenen Tagen (siehe Bodenwetterkarte unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/10/18.html) über weiten Teilen Mitteleuropas und des Mittelmeers lag. Tiefdruckgebiete mussten aufgrund der blockierenden Wirkung des starken Hochs ihren Weg nördlich bzw. nordöstlich um das Hoch herum "gehen".

So wurde auf der Vorderseite des Tiefs "Corvin", das sich am Sonntagmittag knapp nördlich von Schottland befand, eine südliche bis südwestliche Strömung von Nordafrika über die Iberische Halbinsel bis zur Nordsee induziert. Aus Nordafrika konnten dadurch Saharastaubpartikel zunächst bis nach England verfrachtet werden. Hinzu kam aber noch der Rauch durch die aktuell leider vielen Waldbrände über Portugal. Am Montag erreichten die mit Saharastaub und Rauch angereicherten Luftmassen, nun auf der Vorderseite von Ex-Hurrikan "Ophelia" mit Zentrum mittags über Irland, auch den Nordwesten bzw. Norden von Deutschland. Dabei war dann etwa ein Bereich nordwestlich einer Linie von der Eifel bis zur Uckermark betroffen. Die Wettermodelle können Elemente wie Staub und vor allem Rauch jedoch nur unzureichend vorhersagen, weshalb es zu den oben angesprochenen Fehlvorhersagen kam.

Eine weitere Zutat, und zwar die Feuchtigkeit, erzeugte dann den Dunst, der den "milchigen" Eindruck des Himmels hervorrief. Mit der Strömung wurden nämlich auch Feuchtefelder nach Norden und Nordosten geführt. Staub und Rauch bzw. Ruß verbanden sich dabei mit dem Wasserdampf (keine Wolkentröpfchen), sodass der "milchige", aber noch transparente Dunst entstand.

Scheint die Sonne nun durch diese Schichten, werden vor allem blaue und grüne Lichtstrahlen gestreut bzw. herausgefiltert, während die übrig bleibenden Rotanteile weiterhin "durchkommen". Das lässt die Sonne rot und im "Gesamtkunstwerk" mit dem Dunst den Himmel "milchig" und orange erscheinen. Verstärkt wird dieser Eindruck in den Früh- und Abendstunden, wenn die Sonnenstrahlen einen längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen müssen. Dadurch werden zusätzlich Blau- und Grünanteile des Sonnenlichts herausgefiltert.

Analysen und Vorhersagen von Copernicus (ein meteorologisches Programm der Europäischen Kommission, siehe auch http://www.copernicus.eu) zeigen, dass der Rauch die Hauptrolle für die "Glutsonne" (oder auch "Blutsonne") spielte. Saharastaub ist in den betroffenen Regionen zwar auch vorhanden gewesen, war aber verglichen mit dem Rauch für das beobachtete Phänomen deutlich weniger wichtig.

Am heutigen Mittwoch und am Donnerstag schwächt sich der Effekt (der durchaus mehrmals im Jahr vorkommen kann), vermutlich deutlich ab, weil die Zufuhr von neuen Staub- und Rauchpartikel durch eine Strömungsänderung abbricht und die bereits vorhandenen Partikel mehr und mehr nach Osten verweht werden. Insbesondere in einem Streifen von der Nord- bis zur Ostsee sowie dem direkt angrenzenden Binnenland könnte er aber noch schwach zu beobachten sein.

Mit der Strömungsänderung wird auch die Zufuhr sehr warmer Luftmassen beendet und Tiefausläufer fassen bei uns Fuß. Damit findet nicht nur die "Glutsonne" ihr Ende, sondern auch der "Goldene Oktober".

 

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