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18.08.2018

12:24

Temperatur 18,5 C
Luftfeuchte 82 %
Taupunkt 15,4 C
Luftdruck 1020,0 hPa
Windrichtung 287
W-NW
Windstärke 8,1 km/h
Windböen 14,5 km/h
Wind 10m 8,2 km/h
Windchill 17,7 C
Regen/Tag 0,0 l/m

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Samstag, 18. August 2018 12:24
Temperatur
18,5 C
Luftdruck
1020,0 hPa
Wind
287
Luftfeuchtigkeit
82 %
Tendenz
+1,0 hPa/6hup down
Windstärke
8,1 km/h
Taupunkt
15,4 C
Regen / 1/h
0,0 l/m
Windböe
14,5 km/h
Windchill
17,7 C
Regen / Tag
0,0 l/m
Wind 10 Min
8,2 km/h
Vorhersage - sonnig -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage


Wind u. Thermikprognose 18.8.18

Bodenwind:
Nördlich der Donau Wind aus NW bis N, südlich der Donau aus SW bis W mit 2 bis 5 KT. In Schwaben und Oberbayern sind bereits Böen zwischen 10 bis 12 KT möglich. Im weiteren Tagesverlauf nimmt der Wind auf 5 bis 8 KT zu, nördlich der Donau eher aus nordöstlichen Richtungen, südlich der Donau aus südwestlichen. Am Abend schwächt sich der Wind auf 2 bis 4 KT ab und weht um N, an den Alpen aus S. Im Laufe der Nacht wird der Wind variabel. In der Umgebung von Schauern und Gewittern Böen zwischen 25 und 35 KT möglich.

Höhenwind:
2000FT | 270/05KT 19C | 330/05KT 25C | 3000FT | 310/05KT 16C | 330/05KT 20C | 5000FT | 190/05KT 16C | 240/05KT 17C |

Thermik:
Mäßige Cumulusthermik, über dem Bayerischen Wald und den östlichen Bayerischen Alpen gute Wolkenthermik. Im Südwesten abgeschirmt mit eingelagerten Gewittern. Vor allem an den östlichen Mittelgebirgen am Nachmittag durch Überentwicklungen gestört, sonst nur isoliert.

Das Wetter in Aalen 18.8.18
In Aalen ziehen morgens Wolkenfelder durch bei Temperaturen von 16°C. Im weiteren Verlauf des Tages stören vom Nachmittag bis abends nur einzelne Wolken den sonst blauen Himmel bei Temperaturen von 19 bis 25°C. In der Nacht bilden sich vereinzelt Wolken bei Werten von 17°C.


Wetterlage
und -entwicklung:
Eine Luftmassengrenze verläuft von der Brandenburg über Franken hinweg bis nach Ostfrankreich. Diese trennt kühlere und stabile Luft in der Nordwesthälfte von feucht-warmer labiler Luft in der Südosthälfte. Diese verlagert sich im gesamten Zeitraum nur ganz langsam südostwärts. Von Westen her wird zunehmend ein Höhenrücken wetterbestimmend. Dieser hemmt die Konvektion ein wenig und schwächt die Luftmassengrenze ab.
Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Tödliche Hitze

Datum 17.08.2018

Extreme Temperaturen sind eine enorme Belastung für den menschlichen Körper, vor allem für ältere und kranke Menschen. Forscher haben nun herausgefunden, dass Hitze aber auch den Gebrauch von depressiver Sprache in sozialen Medien erhöht und sogar Einfluss auf die Suizidrate hat.

"Diese Hitze macht mich fertig" hörte man in den letzten Wochen bei Temperaturen jenseits der 30 Grad aus vielen Mündern. Während die ersten Sonnenstrahlen im Frühling oft mit steigender guter Laune und Glücksgefühlen einhergehen, kann brütende Sonne im Zusammenspiel mit anhaltender Hitze ins Gegenteil umschlagen: Viele Menschen fühlen sich erschöpft vom "Nichtstun", andere werden aggressiv (oft auch bei Autofahrern erlebbar) und neigen mehr zu Gewalt.

Nun haben Wissenschaftler der Stanford University in Kalifornien herausgefunden, dass einige Menschen die Gewalt auch gegen sich selbst richten: Bei Menschen, die unter Depressionen leiden, erhöht Hitze die Suizidrate. Für viele klingt das vielleicht etwas abwegig, hat man doch erhöhte Selbstmordraten bisher eher mit kalten und dunklen (Wetter-)bedingungen in Verbindung gebracht.

Klar ist: Depressionen und Suizidgedanken haben meist einen komplexen Hintergrund. Unterschiedlichste Faktoren sind involviert, wobei sich die Forscher von der Stanford University nun der Frage gewidmet haben, welchen Einfluss der Klimawandel bei diesem Thema haben könnte. Um die Rolle der Temperatur von anderen Faktoren zu trennen, verglichen die Wissenschaftler Temperatur- und Suiziddaten von Tausenden von US-Bezirken und mexikanischen Gemeinden aus mehreren Jahrzehnten. Sie errechneten, dass die Temperaturerhöhung bis 2050 die Suizidrate in den USA um 1,4 Prozent und in Mexiko um 2,3 Prozent erhöhen könnte. Konkret würde dies bis 2050 zusätzlichen 21.000 Suiziden in beiden Ländern entsprechen. Die Effekte des Klimawandels sind damit ungefähr so groß wie der Einfluss von wirtschaftlicher Rezession, erklärten die Forscher.

Um zusätzlich konkrete Hinweise zu bekommen, inwieweit Hitze das mentale Wohlbefinden von Menschen beeinflusst, analysierte das Team außerdem die Sprache in Millionen von Äußerungen auf der Internetplattform Twitter. Im Zusammenhang mit Hitzewellen tauchen dabei auffallend häufig Begriffe wie "einsam", "gefangen" oder "Selbstmord" auf.

Abschließend betonen die Autoren, dass hohe Temperaturen jedoch nicht der einzige und auch nicht der wichtigste Risikofaktor für Suizid ist. Allerdings deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Erwärmung einen überraschend großen Einfluss auf das Suizidrisiko haben kann.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Die Bedeutung von "sehr heiß" und "orkanartigem Sturm"

Datum 16.08.2018

Immer wieder erreichen uns Fragen zu Begrifflichkeiten wie "sehr heiß" oder "orkanartiger Sturm". Wir geben Einblick in die beim Deutschen Wetterdienst verwendeten Begriffe.

In diesem rekordverdächtigen Sommer wurde von uns Meteorologen mehrfach der Begriff "sehr heiß" verwendet. Die Temperatur in Zahlen ausgedrückt bedeutet für jeden Menschen dasselbe. Aber das Empfinden der Temperatur, sprich ob es heiß oder sehr heiß oder kühl oder kalt ist, dass liegt ganz beim persönlichen Empfinden jedes Einzelnen, auch unter uns Meteorologen. Um den persönlichen Eindruck soweit wie möglich aus den Wetterberichten zu entfernen, gibt es beim Deutschen Wetterdienst klare Regeln ab wann eine Temperatur als "kalt" oder "heiß" zu bezeichnen ist. Diese Regeln sind in einer Tabelle zusammengefasst (siehe Grafik).

Aufgetragen sind über 12 Monate die mittlere Höchsttemperatur sowie die gebräuchlichsten Temperatureinstufungen von "sehr kalt" bis "sehr heiß". Unter Berücksichtigung der "Normaltemperatur" der einzelnen Monate und Jahreszeiten gibt es zu bestimmten Zeiten bestimmte Begrifflichkeiten nicht. So finden die Begriffe "warm" bis "sehr heiß" im Winter keine Anwendung. Im Herbst und Frühling spricht man von "ungewöhnlich warm", wenn die Temperatur oberhalb von 22 Grad (März) oder 27 Grad (April) liegt. "Sehr heiß" wird in den Monaten Juni bis August für Temperaturwerte über 35 Grad verwendet. Dafür verwendet man im Sommer "kalt" nicht als Temperatureinstufung. Als "sehr kalt" gilt im Allgemeinen eine Temperatur von unter -10 Grad, dies tritt für gewöhnlich nur in den Monaten November bis März auf und findet im übrigen Jahr keine Verwendung.

Beim Wind gibt es eine international gültige Tabelle. Diese fasst die verschiedenen Windeinheiten zu einer Skala (Beaufortskala) zusammen und gibt die Begrifflichkeiten vor. In unseren Breiten umfasst die Skala 0 bis 12 Beaufort (siehe Lexikon: Beaufort-Skala), wobei 0 für Windstille und 12 für Orkan steht. Der Deutsche Wetterdienst warnt ab Beaufort 7, was einer Windgeschwindigkeit ab 50 km/h entspricht. Beaufort 9 wird allgemein als Sturm bezeichnet und umfasst Windgeschwindigkeiten von 75 bis 88 km/h. Bei Beaufort 11 (103 bis 117 km/h) spricht man von orkanartigem Sturm, weht der Wind schneller als mit 118 km/h so handelt es sich um einen Orkan. Bei Tornados wird die Beaufort-Skala um die Fujita-Skala erweitert (siehe Lexikon: Fujita-Skala). Diese wurde 1971 von Dr. Tetsuya Theodore Fujita zur Schadenklassifikation durch Tornados entwickelt.

Sturm oder Orkan ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht, allerdings wird es gebietsweise wieder heiß mit Höchstwerten um 31 Grad am Donnerstag und bis 34 Grad am Freitag. Am Wochenende geht es im Norden mäßig warm bis warm, im übrigen Bundesgebiet sehr warm weiter, heiß wird es allenfalls lokal im Südosten.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Regenzeit

Datum 15.08.2018

Während bei uns Regen in ausreichender Menge weiterhin ausbleibt, zeigt sich die Regenzeit in der Sahelzone, zumindest gebietsweise, recht niederschlagsreich.

Von kräftigem Regen können weite Teile Deutschlands aktuell nur träumen. Vielerorts fehlt es schon seit Wochen an ausreichendem Regen. Und auch wenn sich die Wettersituation aktuell in vielen Regionen etwas wechselhafter gestaltet als dies in den zurückliegenden Wochen oft der Fall war, so sind die Regenmengen, die in den kommenden Tagen erwartet werden, doch bei weitem nicht ausreichend, um das momentane Niederschlagsdefizit auszugleichen.

Während in Mitteleuropa allerdings auch ein verregneter Herbst oder ein nasser Winter zum Auffüllen der Wasserspeicher beitragen können, gibt es Regionen auf der Erde, in der eine einzige Niederschlagsperiode, die Regenzeit, den Wasserbedarf auch für den Rest des Jahres decken muss.

Eine solche Region ist die Sahelzone, die sich südlich an die nordafrikanische Sahara anschließt (siehe Grafik). Dort fungiert der August als Hauptwasserlieferant, Juli und September bringen dagegen schon deutlich geringere Regenfälle, und der Rest des Jahres ist oftmals "knochentrocken". Der Grund dafür liegt in der Verlagerung der tropischen, äquatornahen Niederschläge im Laufe des Jahres. Sie folgen nämlich mit einiger Verzögerung dem Sonnenstand, wandern also im Sommer der Nordhalbkugel nach Norden, um sich im Nordherbst und Nordwinter wieder nach Süden bis auf die Südhalbkugel zu verlagern (in der Grafik sind auch beispielhaft vier Orte in der Sahelzone mit ihren mittleren jährlichen und den Augustniederschlägen gezeigt).

Die Verlagerung der Niederschläge im Jahresverlauf bedeutet aber auch, dass das Niederschlagsdefizit einer schwach ausgeprägten oder "ausgefallenen" Regenzeit im restlichen Verlauf des Jahres nicht mehr ausgeglichen werden kann - mit teils fatalen Folgen für die Landwirtschaft und in der Folge für die Ernährungssituation der Bevölkerung. Seit Jahrzehnten kämpft die Sahelzone daher immer wieder mit Hungersnöten.

Immerhin: Die aktuelle Regenzeit zeigt sich von einer eher spendablen Seite. Schon in den vergangenen Tagen wurden teilweise Regensummen gemessen, die dem mittleren Augustniederschlag schon sehr nahe kommen. Exemplarisch sind in der Grafik die 24-stündigen Regensummen (jeweils bis morgens 08 MESZ) für die Stationen Nioro du Sahel, Quahigouya und Biltine angegeben.

Und in den kommenden Tagen soll es feucht weitergehen. Die grün-bläulichen Flächen in der Abbildung zeigen die von unserem global rechnenden Wettervorhersagemodell ICON simulierten 48-stündigen Niederschlagsmengen bis Freitagmorgen. Verbreitet soll es zu weiteren Regenfällen kommen, lokal und in der Spitze können bis zu 60 mm zusammenkommen.

Ein Paradies für Wespen

Datum 14.08.2018

Ganz klar - dieses Jahr ist ein Wespenjahr! Stimmt das wirklich?

Was für ein Sommer! An dieser Stelle haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen bereits mehrfach auf die außergewöhnlich heiße und trockene Witterung in weiten Teilen Deutschlands hingewiesen (siehe zum Beispiel Thema des Tages vom 06.08.2018). Gerade im Zuge verstärkter Freizeitaktivitäten hat man mittlerweile aber mehr "Begleiter" um sich herum als einem lieb ist. Die Rede ist vom derzeitigen "Ansturm" der Wespen.

Egal ob beim gemütlichen Grillfest mit der Familie, im Freibad mit Freunden oder beim Gassi gehen mit dem Hund, die Plagegeister sind überall - und damit sind nicht die eigenen Kinder gemeint ;)! Da spielen gefühlt weder die Tageszeit noch die Frage ob pralle Sonne oder komfortabler Schatten eine Rolle - sie kreisen einfach überall hartnäckig um ihr Objekt der Begierde. Da die Wespe tagaktiv ist, gibt es in den frühen Morgen- und späten Abendstunden allerdings schon ein Minimum des surrenden Flugverkehrs. Dabei sind nur wenige Unterarten (Deutsche und Gemeine Wespe) Menschen gegenüber aufdringlich und aggressiv - die meisten leben "friedlich" in Wäldern und auf Wiesen und ernähren sich von Nektar und zuckerhaltigen Pflanzensäften. So verwundert es nicht, dass auch die penetranten Vertreter vor allem Jagd auf zuckerhaltige Lebensmittel machen - die Klassiker schlechthin sind süße Limonaden und Obstkuchen (Apfel, Birne, Zwetschgen). Aber auch Deftiges wie Bratwürste und Pommes stehen auf der Speisekarte ganz oben. Sie folgen also lediglich ihrem Instinkt.

Doch lässt sich statistisch überhaupt belegen, dass es in diesem Jahr eine besonders hohe Wespenpopulation gibt? Nein. Eine Wespenzählung oder zumindest grobe Schätzung wäre aufgrund der Vielzahl und weitläufigen Verbreitung der Nervensägen viel zu aufwändig und ungenau. Daher muss die subjektive Wahrnehmung herhalten, die naturgemäß sehr unterschiedlich sein kann. Schädlingsbekämpfer vermelden allerdings volle Auftragsbücher und kommen teilweise kaum hinterher - zumindest ein Indiz. Widmen wir uns im Folgenden einmal unserer Hauptexpertise. Waren denn die meteorologischen Bedingungen in den vergangenen Monaten förderlich für die Wespenvölker? Die Insekten lieben Wärme und Trockenheit, am besten schon während des Larvenstadiums im Frühjahr.

Zur Erinnerung: Der April 2018 war der wärmste seit Beginn der Temperaturmessungen. Ende Mai folgte die erste Hitzewelle des Jahres. Im gesamten Frühjahr fielen landesweit nur rund 75% der im klimatologischen Mittel üblichen Regenmengen. Gleichzeitig schien in den Monaten März, April und Mai im Schnitt mehr als 600 Stunden die Sonne. Damit gehörte der Frühling 2018 zu den vier sonnigsten seit Messbeginn 1951. Die Sommermonate führten diesem Trend bisher nahtlos fort - noch Fragen?

Fällt zu viel Regen, schimmeln die Nester und die Völker sterben. Den eigenen Flüssigkeitsbedarf ziehen sie aus ihrer Nahrung. Wasser benötigen sie eigentlich nur für ihre Nester: Zum Bau (Papiernester aus Zellulosefasern) sowie zur Kühlung (siehe DWD Wetterlexikon "Verdunstung"). Mit den tieferen Temperaturen im Herbst - spätestens mit den ersten Nachtfrösten - sterben die Völker. Nur die Königin überlebt, überwintert und gründet im Frühjahr ein neues Wespenvolk. Etwa ab Mai bauen sie ihre Nester und schwärmen wieder aus. Dann beginnt die Jagd auf ein leckeres Stück Kuchen und einen Schluck Limo aufs Neue.

Bei allem Groll soll aber dringend darauf hingewiesen werden, dass Wespen unter Artenschutz stehen (nicht jedoch die Deutsche und Gemeine Wespe!) und in der Natur wichtige Aufgaben übernehmen - wie die Beseitigung von faulem Obst, morschem Holz und toten Insekten. Ziehen Sie demzufolge im Falle eines ortsnahen Wespennestes immer einen Experten zu Rate, damit Sie den Rest des Sommers entspannt genießen können.

Dipl.-Met. Robert Hausen

Eine heiße Mission

Datum 13.08.2018

Die Sonne rückt zunehmend wieder in den wissenschaftlichen Fokus. Sowohl die US-amerikanische Weltraumagentur als auch ihr europäisches Pendant haben unterschiedlich fortgeschrittene Programme zur näheren Erkundung unseres Zentralgestirns mittels Weltraumsonden auf der Agenda.

Mit zwei Tagen Verspätung hat es im zweiten Anlauf schließlich geklappt: Am gestrigen Sonntag, dem 12.08.2018, startete von Cape Canaveral in Florida die "Parker Solar Probe", die neueste Weltraumsonde der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde (NASA). Diese hat die Aufgabe, die Atmosphäre der Sonne (die sogenannte "Korona") näher zu untersuchen. Dafür muss die Sonde bei der Mission extremer Hitze und enormer solarer Strahlung standhalten. Die auf das wissenschaftliche Gerät einwirkende Temperatur wird immerhin mit mehr als 1300 Grad Celsius abgeschätzt.

Obwohl die Sonne unser wichtigster Himmelskörper ist, ist diese noch relativ wenig mit Weltraumsonden erforscht. Durch die enorme Hitze in der Nähe der Sonne war es bisher technisch nicht möglich, Sonden nahe genug an die Sonne heranzuführen. Allerdings ist die aktuelle Mission nicht die erste, die sich mit der Sonne beschäftigt. Bereits im Jahre 1974 startete die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit den Vereinigten Staaten die Sonde Helios 1. Zwei Jahre später folgte schließlich wie geplant deren Zwilling Helios 2. Beide Sonden untersuchten den Raum zwischen der Erde und unserem Zentralgestirn. Helios 1 näherte sich dabei der Sonne auf etwas über 46 Millionen Kilometern an, Helios 2 kam etwas näher an die Sonne heran. Die technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte machen es nun aber möglich, dass sich die Parker Solar Probe der Sonne auf voraussichtlich 6 Millionen Kilometer nähern wird.

Wie fast jede Weltraummission hat auch die aktuell gestartete Untersuchung zum Ziel, mehr über die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erfahren. Immerhin ist die Sonne der Lieferant von Licht und Wärme für unseren Planeten. Außerordentlich wichtig ist aber auch, dass die sogenannten "Sonnenwinde" besser verstanden werden. Solche "Winde", die den Ausgang auf der Sonne haben, bestehen aus ionisierten Gasen (hauptsächlich Wasserstoff) als Teilchenstrom. Der "langsame" Sonnenwind erreicht dabei in Erdnähe eine Geschwindigkeit von 300 bis 500 km/s, der "schnelle" Sonnenwind kann sogar bis zu 750 km/s schnell sein und braucht daher von der Sonne bis zur Erde nur 2 bis 4 Tage. Starke Sonnenwinde können vor allem die Kommunikation mit Satelliten stören. Selbst auf der Erde sind bei vergangenen starken Ereignissen elektronische Geräte in Mitleidenschaft gezogen worden. Damit besteht ein erhöhtes Gefahrenpotential für unsere Stromversorgung und die elektronische Kommunikation.

In Kenntnis der Gefährlichkeit von solchen solaren Winden gibt es mit dem "Weltraumwetter" sogar eine eigene wissenschaftliche Teildisziplin. Diese hat unter anderem zur Aufgabe, Sonnenwinde und deren Stärke möglichst exakt zu prognostizieren. Mit solchen Vorhersagen können zum einen die für unsere Gesellschaft mittlerweile so wichtig gewordenen Satelliten, zum anderen die terrestrische elektronische Infrastruktur besser geschützt werden. Immerhin hängen auch die Wetterprognosen zu einem großen Teil von Messungen entsprechender Satelliten ab. Würden einige davon zur gleichen Zeit ausfallen, hätte das massive Folgen für die Wettervorhersagen. Diese Gefahren wurden auch in Europa erkannt, daher wird die ESA (Europäische Weltraumorganisation) im Jahre 2020 ebenfalls eine Sonde zur Sonne schicken.

Doch kommen wir vom Weltraumwetter zurück zum aktuellen Wetter in Deutschland. Am heutigen Montag wird es vor allem im Osten und Südosten des Landes erneut heiß mit Temperaturen über 30 Grad. Allerdings erreicht den Westen bereits die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über der Nordsee, am Abend wird diese auch in den östlichen Landesteilen ankommen. Im Vorfeld dieser Front kommt es vor allem im Südosten zu kräftigen Gewitterentwicklungen, die örtlich auch unwetterartig mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen ausfallen können. Allerdings werden auch in den übrigen Regionen, das heißt vor allem im Westen und Nordwesten, Schauer und Gewitter entstehen, die mit Sturmböen einhergehen können.

Die Nacht der Sternschnuppen: Wo Sie die Perseiden am besten sehen können

Datum 12.08.2018

In der kommenden Nacht zum Montag wird das Maximum des Perseiden-Meteorregens erreicht. Bis zu 100 Sternschnuppen sind dabei pro Stunde zu sehen. Doch wo kann man am besten das Naturschauspiel beobachten?

Jedes Jahr um den 12. August ist mit hunderten von Sternschnuppen ein beeindruckendes Schauspiel am Nachthimmel zu sehen - vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit. Grund dafür sind die sogenannten "Perseiden", der stärkste Sternschnuppenstrom, den es gibt.

Wie entsteht der Perseidenstrom?

Wenn ein Komet seine Bahn um die Sonne dreht, hinterlässt er Gase, Moleküle und Staubteilchen, die ihn als eindrucksvollen Schweif begleiten. Wenn die Erde nun diese "Staubspur" kreuzt, fliegen die Staubteilchen, die der Komet hinterlassen hat, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre und verglühen dort. Genau dieses Verglühen sehen wir auf der Erde als Lichtstreif, die Sternschnuppe. Die Erde kreuzt den Staubstrom des Kometen jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August, wobei das Aktivitätsmaximum des Sternschnuppenschwarms um den 12. August erreicht wird.

Woher kommt der Name "Perseiden"?

Ihren Namen haben die Perseiden vom Sternbild Perseus. Denn es wirkt im Auge des Betrachters, als liege dort der Ausgangspunkt der Meteore. Zuweilen hört man auch die Bezeichnung "Tränen des Laurentius". Der Heilige Laurentius starb den Märtyrertod laut Überlieferung am 10. August - und der Legende nach vergoss der Himmel Tränen über seinen Tod.

Wie und wo lassen sich die Sternschnuppen am besten beobachten?

Die beste Zeit, um viele Sternschnuppen zu sehen, ist ab heute Abend 23 Uhr bis morgen früh ca. 05 Uhr. Idealerweise schaut man in östliche Richtung, zum Sternenbild Perseus. Experten rechnen damit, dass durchschnittlich 60 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sind, lokal sogar bis zu 100. Am besten lassen sich die Sternschnuppen von einem möglichst dunklen Ort beobachten. Wenn man in der Stadt wohnt, sollte man möglichst rausfahren oder auf einen nahegelegenen Berg oder Hügel gehen, weit weg von künstlichen Lichtquellen, die die Sicht stören. Diese Lichtverschmutzung der großen Städte und Ballungszentren ist auch gut im beigefügten Satellitenbild zu erkennen. Diese Momentaufnahme machte ein hochaufgelöster NASA-Satellit vor drei Nächten. Es sind aber auch durchaus Regionen auf dem Bild zu sehen, die deutlich ungestörter von künstlichen Lichtquellen sind; der Nordosten Deutschlands zum Beispiel. Gülpe im Havelland gilt dabei übrigens als der dunkelste Ort Deutschlands.

Spielt das Wetter mit?

Die Bedingungen für die Sichtung vieler Sternschnuppen sind insgesamt gut. Im Norden Deutschlands können dichtere Wolkenfelder die Sicht trüben, in der Mitte und im Süden ist es jedoch oft wolkenlos. In der zweiten Nachthälfte ziehen von Westen allerdings dichtere Wolken auf, von NRW über Rheinland-Pfalz bis in den Südwesten Baden-Württembergs sollten Campingstuhl oder Decke also am besten schon für die ersten Nachtstunden bereitgehalten werden. Übrigens ist außerdem Neumond, d.h. der Mond wird die Sternschnuppen nicht überstrahlen.

Insgesamt also gute Voraussetzungen für alle, die noch viele Wünsche offen haben...

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Leuchtende Nachtwolken - ein ehemals sehr seltenes Phänomen

Datum 11.08.2018

Leuchtende Nachtwolken, vor 150 Jahren nur sehr selten am sommerlichen Nachthimmel zu entdecken, sind heutzutage deutlich häufiger zu sehen. Eine Studie zeigt, wie der Mensch die Wolken in der mittleren Atmosphäre beeinflusst.

Silbrig weiß schimmernd sind sie in wenigen Sommernächten am nördlichen Horizont in Deutschland zu entdecken: so genannte "Leuchtende Nachtwolken". Anders als "gewöhnliche" Wolken, die in unseren mittleren Breiten bis zu 13 km hoch sein können, befinden sich Leuchtende Nachtwolken in deutlich größerer Höhe. Sie sind in der mittleren Atmosphäre (Mesosphäre) in einer Höhe von etwa 83 km zu finden. Ihren Namen verdanken die Wolken dem Effekt, dass sie noch von der Sonne beschienen werden, wenn diese bereits 6 bis 16 Grad unter dem Horizont steht und der Himmel ansonsten schon dunkel ist. Dann leuchten diese Wolken silbrig weiß, teils auch etwas bläulich. Zahlreiche Bilder dieser Wolken finden Sie auf der Webseite des Noctilucent Cloud Observing Network, kurz NLCNET (http://ed-co.net/nlcnet/).

Nicht anders als tiefer gelegene Wolken bestehen auch die Leuchtenden Nachtwolken aus Wassereis, das aber in der großen Höhe nur noch in sehr geringer Konzentration vorkommt. Für die Bildung braucht es zudem sehr tiefe Temperaturen (unter -140 Grad Celsius) und Kondensationskerne, wie zum Beispiel Staub von Meteoriten.

Eine Studie des Leibnitz-Instituts für Atmosphärenphysik (Paper: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1029/2018GL077719) hat nun untersucht, inwieweit die Emission von Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserdampf in den letzten 150 Jahren die Sichtbarkeit der Leuchtenden Nachtwolken erhöht hat. Mit Computermodellen wurden dabei die nördliche Hemisphäre und die Leuchtenden Nachtwolken von 1871 bis 2008 simuliert. Ergebnisse der Studie lassen darauf schließen, dass sich durch die Methanemissionen der Wasserdampfgehalt in der Mesosphäre seit Ende des 19. Jahrhunderts um 40 Prozent erhöht hat und damit die Sichtbarkeit der Wolken, nicht unbedingt das Vorhandensein der Wolken, deutlich verbessert hat.

Durch die Erhöhung des Wasserdampfes soll sich die Eismenge in der mittleren Atmosphäre von 1871 bis 2008 mehr als verdoppelt haben. Die Auswirkungen auf die Sichtbarkeit der Wolken sind enorm. Waren die Wolken im 19. Jahrhundert für Menschen in den mittleren und hohen Breiten nur alle paar Jahrzehnte zu sehen, kann man sie heute mehrmals im Sommer zu Gesicht bekommen.

Anders wirken die Emissionen von Kohlenstoffdioxid: Obwohl der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid die untere Atmosphäre erwärmt und die mittlere Atmosphäre kühlt, führen die tieferen Temperaturen zu kleineren Eispartikeln, die schwieriger zu sehen sind. Zu niedrige Temperaturen verschlechtern also die Sichtbarkeit der Leuchtenden Nachtwolken.

MSc.-Met. Thore Hansen

So ein Krach!

Datum 09.08.2018

Zum Ende der Hitze kommen nun die Blitze. So wird das heiße Wetter am heutigen Donnerstag vielerorts mit einem Knalleffekt und viel Lärm beendet. Warum aber kracht es überhaupt und manchmal auch so laut?

Die seit vielen Tagen andauernde Hitze mit Temperaturen bis nahe 40 Grad findet am heutigen Donnerstag nun ein (vorläufiges?) Ende. Wie so oft räumt eine von Westen kommende Kaltfront die heiße Luft ab und schiebt sie nach Osten weg. Und wie so häufig geschieht dies natürlich mit Blitz und Donner. Starke Blitze verursachen dabei Donner, die so laut werden können wie ein startendes Flugzeug!

Ein Donner entsteht infolge eines Blitzes. Der Blitz erhitzt die Luft im Entstehungskanal so stark und schnell, dass diese sich explosionsartig ausdehnt. Im Blitzkanal werden Temperaturen bis 50.000 Grad erreicht. Dabei wird eine Schockwelle erzeugt, die sich mit Schallgeschwindigkeit in alle Richtungen ausbreitet.

Die Schallgeschwindigkeit beträgt in trockener Luft bei 20 Grad 343 Meter pro Sekunde (bzw. 1235 km/h). Damit lässt sich gut die Entfernung zu einem Blitz berechnen: Alle 3 Sekunden legt die Schockwelle eine Strecke von 3 mal 343 Metern, also rund einen Kilometer, zurück. Nun zähle man bei einem Blitz einfach die Sekunden bis zum Donner und teile das Ganze durch 3, um die Entfernung in Kilometern zu bekommen.

In unmittelbarer Nähe zum Blitz nehmen wir einen scharfen und lauten Knall wahr, oft auch begleitet von einem Knistern. Je weiter wir uns jedoch von ihm weg befinden, desto mehr geht der Donner in einer Art Donnerrollen oder -grollen über. Dieser Effekt kommt zustande, da die Schallwellen der Schockwelle, die sich ja in alle Richtungen ausbreiten, nun immer öfter am Erdboden, an Objekten (beispielsweise an Gebäuden oder an Bergen) und an Wolken reflektiert werden. Dadurch überlagern sie sich immer häufiger, was das manchmal sogar mehrsekündige Donnerrollen verursacht.

In größerer Entfernung vom Blitz, in Mitteleuropa typischerweise zwischen 5 und 20 km, ist der Donner irgendwann nicht mehr zu hören. Zum einen spielt dabei die Absorption der Schallwellen durch die Atmosphäre eine Rolle, die nach Temperatur- und Feuchteverteilung unterschiedlich stark sein kann. Zum anderen werden die Schallwellen aber auch immer mehr in Richtung Weltall gestreut, weil die Erde eben eine Kugel ist. Bei einem Blitz, dessen Donner man nicht mehr hören kann, spricht der Meteorologe von "Wetterleuchten".

Ein Donner kann eine Lautstärke von bis zu 130 Dezibel haben, also so laut werden wie ein startendes Düsenflugzeug oder ein Presslufthammer. Bei 110 Dezibel liegt die Schmerzgrenze. Gehörschäden sind daher insbesondere nahe einem Blitz nicht ausgeschlossen. Sogar ein Riss des Trommelfells ist möglich, wenn der Schalldruck der Schockwelle zu groß ist.

Ein Donner ist umso lauter, je stärker der Blitz ist. Die meisten Blitze haben einen Impulsstrom zwischen 10 und 30 Kiloampere (kA), die Amplitude kann bei uns aber von 2 bis knapp über 400 kA reichen. Ab etwa 100 kA ist der Blitz stark und sein Donner auch noch in einiger Entfernung ziemlich laut wahrzunehmen.

In der Nacht hört sich ein Donner übrigens lauter an als tagsüber. Die Nebengeräusche sind dann im Vergleich zum Tage deutlich reduziert. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein starker Donner manchen aus dem Schlaf reißt und der ein oder andere sogar vielleicht vor Schreck aus dem Bett fällt.

Deutschlandwetter im Juli 2018:

Datum 02.08.2018

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juli 2018* 1. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 23,6 °C Abweich. +4,2 Grad 2. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 23,2 °C Abweich. +3,7 Grad 3. Platz Frankfurt am Main (Hessen) 23,2 °C Abweich. +4,3 Grad

Besonders kalte Orte im Juli 2018* 1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 16,3 °C Abweich. +3,5 Grad 2. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 16,9 °C Abweich. +3,7 Grad 3. Platz Messstetten (Baden-Württemberg) 17,0 °C Abweich. +2,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juli 2018** 1. Platz Aschau-Stein (Bayern) 165,9 l/m² 64 Prozent 2. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 156,6 l/m² 67 Prozent 3. Platz München-Kirchtrudering (Bayern) 153,6 l/m² 125 Prozent

Besonders trockene Orte im Juli 2018** 1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 2,2 l/m² 4 Prozent 2. Platz Selfkant-Havert (Nordrhein-Westfalen) 2,3 l/m² 3 Prozent 3. Platz Emden (Niedersachsen) 2,5 l/m² 3 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juli 2018** 1. Platz Ummendorf (Sachsen-Anhalt) 357 Stunden 181 Prozent 2. Platz Westermarkelsdorf/Fehmarn (Schleswig-Holstein) 356 Stunden 147 Prozent 3. Platz Schönhagen/Ostseebad (Schleswig-Holstein) 356 Stunden 167 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juli 2018** 1. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) 218 Stunden 109 Prozent 2. Platz Oberstdorf (Bayern) 227 Stunden 113 Prozent 3. Platz Messstetten (Baden-Württemberg) 251 Stunden 103 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Christian Throm


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