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21.02.2017

13:06

Temperatur 6,2 °C
Luftfeuchte 94 %
Taupunkt 5,3 °C
Luftdruck 1014,5 hPa
Windrichtung 256 °
W-SW
Windstärke 49,9 km/h
Windböen 49,9 km/h
Wind 10m Ø 49,9 km/h
Windchill -8,1 °C
Regen/Tag 0,5 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Dienstag, 21. Februar 2017 13:06
Temperatur
6,2 °C
Luftdruck
1014,5 hPa
Wind
256 °
Luftfeuchtigkeit
94 %
Tendenz
+0,6 hPa/6hup down
Windstärke
49,9 km/h
Taupunkt
5,3 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
49,9 km/h
Windchill
-8,1 °C
Regen / Tag
0,5 l/m²
Wind 10 Min Ø
49,9 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 20.2.17

Thermik:

entällt

Bodenwind:
Am Morgen aus SW bis W mit 4 bis 8 KT, Böen 10 bis 15 KT. Im Vormittagsverlauf Zunahme auf 8 bis 12 KT, Böen 15 bis 25 KT. Im Nachmittagsverlauf weiter auf Werte 15 bis 20 Knoten im Mittel und um 30 Knoten in Böen zunehmend.

Höhenwind:
2000FT | 260/20KT 03C | 260/20KT 06C | 3000FT | 280/25KT 02C | 260/30KT 04C | 5000FT | 280/15KT M02C | 260/30KT M01C |

 

 

 

 

 

 

 

 



Wettervorhersage Aalen 20.2.17

Wettervorhersage für heute
In mäßig temperierter Luft viele Wolken. Am Vormittag machen zahllose Wolken der Sonne einen Strich durch die Rechnung. Am Nachmittag gibt es bei starker Bewölkung nur ab und zu etwas Sonne, und die Temperaturen steigen am Tage auf 7 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf 6 Grad. Der Wind weht mäßig aus südwestlichen Richtungen.

Wetterbericht der nächsten Tage

Dienstag
In Aalen gibt es bei vielfach bedecktem Himmel zeitweilige Regenfälle, und die Temperaturen steigen am Tage auf 8 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 7 Grad zurück. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen.

Mittwoch
Zahllose Wolkenfelder. In Aalen ist der Himmel wolkenverhangen, es gibt praktisch keinen Sonnenschein, und die Temperaturen steigen am Tage auf 7 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 7 Grad zurück. Der Wind pfeift stark aus südwestlichen Richtungen.

Donnerstag
Am Vormittag ist der Himmel vielerorts mit dichten Wolken bedeckt. Am Nachmittag herrscht bei größtenteils bedecktem Himmel Regenwetter. Dabei werden während des Tages 9 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 4 Grad ab. Der Wind bläst mäßig bis frisch aus Südwest.





Wetterlage
Die Kaltfront eines Tiefs über Finnland hat die Alpen erreicht. Sie zieht weiter südwärts und löst sich auf. Rückseitig fließt feuchte Meeresluft nach Süddeutschland und es setzt kurzzeitig eine Wetterbesserung ein, bevor sich am Nachmittag eine Warmfront aus Nordwesten nähert. Präfrontal frischt der Gradient dabei böig auf.

Hochwasser
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

Winter ade - aber Frühlingshoch wo bist du?

Datum 19.02.2017

Schon lange ist es her - eine Westwetterlage bringt regnerisches und stürmisches Wetter! Milde Atlantikluft lässt zudem dem Schnee bis in höhere Mittelgebirgslagen keine Chance.

Nachdem der Januar und Februar überwiegend von ruhigem Winterwetter geprägt waren, kommt nun richtig Schwung in die Wetterküche.

Bis auf wenige Ausnahmen waren im bisherigen Jahresverlauf immer wieder kräftige Hochdruckgebiete für das Wettergeschehen in Mitteleuropa und somit auch Deutschland mitverantwortlich. Während sich in der ersten Januarhälfte die Hochs meist über dem Atlantik von Island bis zur Iberischen Halbinsel breit machten und somit eine westliche Strömung weitestgehend unterbanden, dominierten in der zweiten Januarhälfte sowie im bisherigen Februarverlauf wiederholt kräftige blockierende Hochdruckgebiete über Nord- bzw. Osteuropa. Tiefdruckeinfluss mit nennenswerten Niederschlägen trat lediglich Mitte Januar auf. Insgesamt gab es im gesamten Jänner keine reinen zonalen Wetterlagen (vgl. Wetterlexikon unter http://bit.ly/2lvE16s). Stattdessen dominierten an 16 Tagen (52%) die gemischten Lagen um ein Hoch Mitteleuropa (HM). Auch 9 Tage mit einer reinen meridionalen Strömung (30%) verhinderten eine typische Westlage, brachten aber zumindest etwas Niederschlag. Auch im Februar sah es bisher nicht viel anders aus. Gerade in der ersten Monatsdekade kühlte ein Hoch über dem Nordmeer bzw. Fernnoskandien mit kalten östlichen Winden den mitteleuropäischen Raum herunter und blockierte gleichzeitig Tiefausläufer von Westen. Diese mussten entweder über das Mittelmeer oder aber das Nordpolarmeer ausweichen. Auch in der zweiten Dekade fehlte von einer reinen Westwetterlage jede Spur. Doch dies soll sich jetzt ändern!

Während sich von den Azoren bis zum Schwarzen Meer hoher Luftdruck breit macht, dominiert von Neufundland bis nach Nordrussland Tiefdruckeinfluss. Dabei reihen sich nun schon zahlreiche Tiefs wie an der einer Perlenschnur aneinander. Mit von der Partie sind dort auch die Tiefdruckgebiete "Rolf" bei Island und "Querkin" über Finnland. Zwischen dem hohen und tiefen Luftdruck kann sich dabei eine kräftige westliche Strömung entwickeln, mit der wiederholt Tiefausläufer vom Atlantik über West- und Mitteleuropa hinweg geführt werden. Auch bei den prognostizierten Luftdruckverteilungen (Großwetterlagen) herrscht nun entsprechend der Begriff "West" vor. Ob nun als reine Westlage oder als gemischte Nordwest- bzw. Südwestlage, der Weg für eine windige bis stürmische und regenreiche Periode ist frei.

Den Auftakt macht am heutigen Sonntag, den 19. Februar, eine sogenannte Kaltfront (vgl. DWD-Wetterlexikon unter http://bit.ly/2lxQpDC), die das Land von Nordwesten her südostwärts überquert. Diese schiebt dichte Wolkenfelder mit Regen ins Land. Vorderseitig herrscht in der Mitte und im Süden des Landes aber nochmals überwiegend geringe Bewölkung vor, sodass dort die Sonne gebietsweise noch länger scheinen kann. Doch gerade dieses wärmende und helle Zentralgestirn werden wir in der kommenden Woche nur selten und örtlich begrenzt zu Gesicht kommen.

Stattdessen wird ab Montag mäßiger bis frischer und stark böiger West- bis Südwestwind den Regen über das Land peitschen. Bis Freitag werden vor allem von der dänischen Grenze bis zur Donau sowie von der Eifel bis zur Oder kräftige und länger anhaltende Regenfälle erwartet, die in Staulagen auch ergiebig ausfallen können. Regional können von Montag bis Freitag über 50 Liter pro Quadratmeter fallen, örtlich sind bis 100 l/qm möglich. Da die Luft vom Atlantik zu uns weht, ist diese nicht nur mit viel Wasser angereichert, sondern auch teils sehr mild. Entsprechend heißt es wohl bis in die höchsten Mittelgebirgslagen "Winter ade". Stattdessen setzt im Erzgebirge und Bayerischen Wald Tauwetter ein, sodass es auch dort dem restlichen Schnee an den Kragen geht.

Der Höhepunkt bei der Windentwicklung könnte dann am kommenden Donnerstag erfolgen. Somit scheint auch der Start in den Straßenkarneval (Altweiberfastnacht) wettertechnisch sehr spannend zu werden. Ein kleinräumiges Randtief soll nach derzeitigem Stand die Jecken im Westen und der Mitte ziemlich durcheinanderwirbeln. Die Trendprognosen sind zwar noch unsicher, deuten jedoch stürmische Böen oder Sturmböen vereinzelt auch schwere Sturmböen bis in tiefere Lagen an. Im Bergland würden dann möglicherweise sogar orkanartige Böen oder Orkanböen wehen.

Zum nächsten Wochenende sollen dann wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Von Westen soll sich hoher Luftdruck nach Mitteleuropa ausbreiten. Mit einer nordwestlichen bis nördlichen Strömung könnte dann aber zumindest vorübergehend auch wieder deutlich kühlere Luft das Land erreichen.

Sommer im arktischen Winter

Datum 18.02.2017

Recht ruhiges, nicht sonderlich bemerkenswertes Wetter herrscht zurzeit in Deutschland. Da bietet es sich an, mal wieder den sprichwörtlichen "Blick über den Tellerrand" zu wagen. Die Reise soll heute in eine Region gehen, die seit Monaten wahrlich außergewöhnliches Wetter erlebt - nämlich in die Arktis, in unmittelbare Nordpolnähe.

Winter und Polarregionen? Da denkt man zwangsläufig an die Polarnacht, an wochenlange Dunkelheit und an eisige Kälte. Dunkel ist es, ohne Frage. Das lässt sich schon alleine aus astronomischen Gründen nicht ändern. Das Wetter jedoch möchte heuer nicht so recht mitspielen und macht mehr auf Sommer als auf Winter. In den Regionen unmittelbar um den Nordpol herum ereignet sich nämlich seit Herbst 2016 eine außerordentliche Wärmeperiode. Von September 2016 an bis heute lag die tägliche mittlere Temperatur nördlich des 80. Breitengrades ununterbrochen über den klimatischen Mittelwerten. Somit werden seit mehr als 150 Tagen überdurchschnittliche Werte ermittelt. Dabei erreichten die positiven Abweichungen teilweise eine Größenordnung, wie sie bei uns in Mitteleuropa unvorstellbar sind. Vielfach bewegten sich die Anomalien in einem Bereich zwischen 10 und 15 Grad über den "Normalwerten". Im November gipfelte die Wärmeperiode in einer sagenhaften positiven Anomalie von mehr als 20 Grad. Es wurden Temperaturen beobachtet, wie sie teils im Sommerhalbjahr nicht verzeichnet werden.

Größere Temperaturschwankungen treten in den Polarregionen häufiger auf. Es ereignen sich immer wieder mal kräftige Warmluftvorstöße bis zum Nordpol. Dabei wird die während der Polarnacht stattfindende, fortwährende Auskühlung der Luft durch das Heranführen warmer Luftmassen auf der Vorderseite kräftiger Sturm- und Orkantiefs unterbrochen. Doch normalerweise wechseln sich diese Phasen der Erwärmung mit wieder deutlich kälteren Phasen ab. Insofern ist die Ausdauer, mit der die derzeitige Wärmeperiode aufwartet, wirklich außergewöhnlich. Darüber hinaus soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Arktis nicht nur partiell, sondern nahezu flächendeckend von diesem Phänomen betroffen ist - und die Meteorologen und Klimatologen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der "Sommer im arktischen Winter" bleibt natürlich nicht ohne Folgen für das Meereis. Nachdem am 10. September 2016 das saisonale Minimum der Eisbedeckung registriert wurde, konnte das Eis aufgrund der warmen Temperaturen in der Folge nur zögerlich anwachsen. Es kam, wie es kommen musste: Im November 2016, just, als sich die Wärmeperiode zum Höhepunkt aufschwang, verzeichnete man neue Tiefststände in der Eisbedeckung. Dabei sollte sie gerade dann, nämlich während des Herbstes, im Arktischen Ozean zügig anwachsen. Die positive Temperaturanomalie wirkt sich nicht nur auf die Eisbedeckung, sondern auch auf das Eisdickenwachstum aus. Friedemann Schenk, ein Kollege vom "Verein der Berliner Wetterkarte", rechnete jüngst aus, dass die Meereisdicke Ende Januar bereits 83 cm dünner sein dürfte als bei einer durchschnittlichen Wachstumsperiode.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das Meereis bis zum Start in das Sommerhalbjahr nicht mehr erholen wird. Damit droht in diesem Jahr ein neues Meereis-Minimum. Da das arktische Meereis großen Einfluss auf die ozeanische und atmosphärische Zirkulation hat, zudem Lebensraum für eine speziell angepasste Flora und Fauna bietet, ist die Tragweite dieser Entwicklung gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Die teure Kälte

Datum 17.02.2017

Das Wetter im Mittelmeerraum war in den vergangenen Wochen kalt und nass. Das macht sich nicht nur in der dortigen Sonnenscheinstatistik bemerkbar, sondern auch in unserem Portemonnaie...

Wer derzeit im Supermarkt am Gemüseregal steht, traut vermutlich seinen Augen kaum: Die Preise von Salat und einigen Gemüsesorten sind momentan teilweise um 300% teurer als üblich.

Der Grund dafür liegt nicht in der steigenden Zahl von Vegetariern - nein, schuld daran ist (mal wieder) das Wetter. Das meiste Gemüse, das derzeit in Deutschland verkauft wird, stammt aus Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. Dort haben in den vergangenen Wochen starke Überschwemmungen und Hagel große Teile der Ernte zerstört. Der außergewöhnlich strenge Winter in Südeuropa tat darüber hinaus sein Übriges: Unter der Last von Schnee und Eis brachen die Plastiktunnel zusammen, die das Gemüse vor Kälte schützen sollten.

Verursacher für diese Wetterkapriolen waren zahlreiche Tiefdruckgebiete, die den Mittelmeerraum auf ihrem Weg um mehrere blockierende Hochdruckgebiete über Nord- und Mitteleuropa seit Ende letzten Jahres heimsuchten. Während im Norden Spaniens z.B. am 10. Januar verbreitet über 50 Liter Regen pro Quadratmeter, in einigen "Messtöpfen" sogar über 100 Liter aufgefangen wurden, kamen in Mittelitalien Anfang Januar mancherorts innerhalb weniger Stunden zwei bis drei Meter Schnee zusammen.

Dass der Januar nicht nur bei uns in Deutschland, sondern eben auch bei unseren südlichen Nachbarn deutlich kälter als durchschnittlich (verglichen zum langjährigen Mittel 1961-1990) war, ist auch in der beigefügten Grafik (linkes Bild) zu sehen. Einzelne extreme Niederschlagsereignisse kommen in solchen Anomaliedarstellungen zwar nicht zum Ausdruck, dennoch ist im rechten Bild zu erkennen, dass in einigen Regionen Mittel- und Süditaliens, Ostspaniens und auf den Mittelmeerinseln im ersten Monat diesen Jahres deutlich mehr Niederschlag fiel als üblich.

Durch den großen Verlust der Ernte sind seit einigen Wochen die Preise für viele Gemüsesorten also explosionsartig in die Höhe gestiegen. Betroffen sind vor allem Eisbergsalat, Gurken, Zucchini und Paprika, sie sind teils doppelt bis drei Mal so teuer wie im Vorjahr - wenn man sie überhaupt noch zu kaufen bekommt. In England rationieren Supermarktketten den Salat sogar schon, nur drei Köpfe darf ein Kunde noch mitnehmen. Wer in Deutschland vor einem Jahr noch 70 Cent für einen Kopf Salat bezahlte, muss momentan in vielen Supermärkten zwei Euro dafür auf den Tisch legen. Auf dem Frankfurter Großmarkt wird nun bereits Eisbergsalat aus den USA und Kanada angeboten. Weil das Angebot so knapp ist, lohnt sich sogar der Import per Flugzeug.

Manche Experten befürchten, dass die hohen Preise noch Monate anhalten werden, weil die Unwetter in Südeuropa auch junge Triebe zerstört und neue Aussaat verhindert haben. Aber bald beginnt auch wieder die eigene heimische Ernte. Und bis dahin könnte ja auch mal wieder die gute deutsche Hausmannskost statt mediterranen Gemüsegerichten auf den Tisch kommen...

Ebbe und Flut - die Macht des Mondes auf das irdische Leben!

Datum 13.02.2017

Der Mond und seine Facetten der Umlaufbahn im Zusammenspiel mit der Sonne und der Erde sind nicht nur am Himmel zu beobachten. Auch auf der Erde ist seine Anwesenheit spürbar. Gleich mehrere Phänomene beruhen auf dem Einfluss des Erdtrabanten!

Nachdem im Thema des Tages vom Freitag (10. Februar) schon zahlreiche Informationen und Fakten über den "Mond" weitergegeben und erklärt wurden, soll in den folgenden Abschnitten der Einfluss des Mondes auf das Leben auf der Erde im Focus stehen. Das wohl bekannteste Phänomen, bei dem der Erdtrabant seine Muskeln spielen lässt, sind wohl die Gezeiten. Neben Ebbe und Flut in den Meeren ist dabei jedoch auch die Hebung und Senkung des Erdmantels aufgrund der Gravitation (Schwerkraft) des Mondes zu berücksichtigen.

Unter Gravitation oder auch Schwerkraft wird dabei die gegenseitige Anziehung von Massen verstanden, die mit zunehmender Entfernung dieser abnimmt. Auf der Erde bewirkt die Gravitation, dass alle Körper nach unten fallen, sofern sie nicht durch andere Kräfte daran gehindert werden. Um eine Aussage über die Stärke der Gravitation des Mondes zu erlangen, muss zunächst die Mondmasse bekannt sein. Eine gute Näherung der Mondmasse erhält man bei Betrachtung des Erde-Mond-Systems als reines Zweikörpersystem, welches um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreist. Nach Definition des Schwerpunktes entspricht das Massenverhältnis von Mond zu Erde genau dem Verhältnis der Entfernung (Radien) zum Schwerpunkt. Die Masse des Mondes beträgt schließlich mit 7,34 x 1022 kg etwa 1/81 der Masse der Erde.

Die deutlich größere Erdmasse erzeugt im Vergleich zum Mond daher eine deutlich größere Schwerkraft und somit Anziehung. Dies führte schließlich dazu, dass sich der Mond nicht mehr um sich dreht, sondern der Erde nur noch eine Seite zuwendet.

Die erheblich kleinere Mondschwerkraft verlangsamt zwar auch die Erdrotation, ein Stillstand der Erde im System Erde-Mond ist jedoch noch in weiter Ferne. Um jedoch an der Materie der Erde zu zerren und sie somit in Bewegung zu setzen reicht die Anziehungskraft des Mondes allemal. Allerdings besitzt die Mondgravitation nicht über die gesamte Erdausdehnung der Erde dieselbe Stärke. In Bezug zum Erdmittelpunkt ist die Anziehungskraft des Mondes auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde stärker und auf der dem Mond abgewandten Seite schwächer. Während die Erdkruste diesem Kräfteunterschied kaum nachgibt, bewegt sich das Wasser der Ozeane zum Mond hin und bildet einen Flutberg.

Auf der entgegengesetzten Erdseite verhält es sich genau umgekehrt. Da dort die Anziehungskraft des Mondes schwächer als im Erdmittelpunkt ist, sorgen dort die durch die Erdrotation hervorgerufenen Fliehkräfte dafür, dass sich das Wasser zu einem zweiten Flutberg von der Erde weg bewegt. Zwischen den beiden Flutbergen tritt aufgrund des weggezogenen Wassers "Ebbe" auf (vgl. allgemein Graphik 1).

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass der Mond den Ozean verformt. Ohne die Erddrehung als zusätzlichen Faktor würden jedoch die Flutberge sowie auch die Regionen mit Niedrigwasser stationär immer am gleichen Ort der Erde verharren. Ebbe und Flut würde es also nicht geben. Erst dadurch, dass sich der Mond in 27,3 Tagen um die Erde dreht und somit um 27,3 Mal langsamer als die Erde um sich selbst, kommt Bewegung in das starre Konstrukt. Entgegen der menschlichen Wahrnehmung bewegen sich jedoch nicht die Flutberge, sondern lediglich die Erde, die unter den Flutbergen hinweg in östliche Richtung kreist. Durch die Kombination von Erdrotation und der Rotation um den gemeinsamen Schwerpunkt von Erde und Mond braucht ein Flutberg etwas länger als einen Tag, um wieder die Ausgangsposition einzunehmen. Dies führt schließlich dazu, dass die Tiden Tag um Tag zu einer anderen Uhrzeit auftreten.

Neben dem Mond hat auch die Sonne noch einen kleinen Anteil an den Gezeiten. Je nachdem, wie Sonne, Mond und Erde zueinander positioniert sind, verstärkt die Sonne die Gezeiten oder schwächt sie ab. Bei den sogenannten "Springtiden", bei denen Flut und Ebbe besonders stark ausgeprägt sind, stehen alle drei Himmelskörper auf einer Linie (Neumond, Vollmond), sodass sich die Anziehungskräfte von Mond und Sonne überlagern. Bei Halbmond hingegen, wo Mond und Sonne im rechten Winkel zur Erde stehen, gleichen sich beide Einflüsse zum Teil aus und es kommt zu den sogenannten "Nipptiden".

Neben den Gezeiten hat der Mond aber noch weitere wichtige Einflüsse auf das Leben. So nutzen beispielsweise Zugvögel oder auch einige Arten von Insekten die tägliche Bewegung des Mondes und die darin enthaltene Information zu den Himmelrichtungen zur Navigation. Signifikante positive Zusammenhänge zwischen den Mondphasen und dem Auftreten von Schlafstörungen oder Verkehrsunfällen konnten jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Frühling ist angesagt

Datum 12.02.2017

Sowohl meteorologisch als auch kalendarisch dauert es noch etwas bis zum Frühlingsbeginn. Im Pflanzenreich allerdings beginnt derzeit der Vorfrühling und auch uns Menschen kann das Wetter der nächsten Woche erste Frühlingsgefühle bescheren.

Zugegebenermaßen stellt sich allmählich nur der Vorfrühling in der Phänologie, also der Wissenschaft von der Pflanzen- und Tierentwicklung in Abhängigkeit von der Jahreszeit, ein.

Der Vorfrühling ist dort definiert als die Zeit zwischen dem Beginn der Schneeglöckchenblüte bzw. der Haselnussblüte und der Aussaat des Sommergetreides sowie der Blüte des Buschwindröschens.

Dass der Vorfrühling begonnen hat, kann man auch in den Fernsehnachrichten sehen, die im auflockernden Teil die blühenden Schneeglöckchen zeigen. Kalendarisch betrachtet findet der Vorfrühling normalerweise zwischen Mitte Februar und Mitte März statt.

Wie weit fortgeschritten sind nun Haselnuss und Schneeglöckchen? Wir erinnern uns an den Januar. Damals war es wegen der Hochdrucklagen über dem Süden Mitteleuropas im Norden etwas zu mild, im Süden mit Abweichungen des Monatsmittels um -3 Grad deutlich zu kalt.

Die Hasel, die bisweilen schon im Dezember zu blühen anfängt, ist derzeit leicht verspätet. Die Meldungen kamen in Anbetracht der oben geschilderten Januartemperaturen dieses Jahr insbesondere aus dem norddeutschen Raum. Am Oberrhein war erst diese Woche Blühbeginn. Die Allergiker hatten dort also eine vergleichsweise lange Verschnaufpause.

Zum Leidwesen der Allergiker beginnt auch die Erle schon mit dem Blühen, genau wie auch die Haselnuss vor allem nach Norden hin.

Die ersten Schneeglöckchen blühen verbreitet erst seit Beginn dieses Monats mit einer Verspätung von etwa 10 Tagen. Da das Schneeglöckchen aber relativ wenig von den Temperaturen beeinflusst wird, beginnt die Blüte in ganz Deutschland zur gleichen Zeit.

Die Natur ist also dieses Jahr eher verspätet und der Vorfrühling kommt gerade erst in die Gänge. Wir Menschen allerdings dürfen kommende Woche schon auf erste Frühlingsgefühle hoffen.

Die geografische Lage von Tief "Pierre" und Hoch "Erika" wehen uns milde Südwestluft um die Ohren. Am Donnerstag kann es im Westen und Südwesten bis zu 14 Grad und damit ungewöhnlich mild werden. Das sind Temperaturen, die man dort etwa Mitte April erwartet. Aber auch im Nordosten wird es deutlich milder. Der unangenehme Ostwind, der den leichten Dauerfrost heute und morgen noch zu einem gefühlten mäßigen Dauerfrost verstärkt, lässt langsam nach. Auch die gemessenen Temperaturen steigen dort auf Werte um 6 Grad, also auf ein Niveau etwa von Mitte März. Außerhalb von voraussichtlich nur wenigen Nebel- und Hochnebelfeldern scheint zudem Mitte der Woche den ganzen Tag die Sonne vom blauen Himmel. In geschützten Lagen sind also erste Sonnenbäder angesagt.*

Meteorologische Einflüsse auf das fliegende Luftfahrzeug.

Datum 11.02.2017

In Fortsetzung des Thema des Tages vom 26.12.2016 besprechen wir heute weitere meteorologische Einflüsse auf ein fliegendes Flugzeug.

Wie Sie sich vielleicht erinnern, haben wir am 27.12.2016 begonnen, uns um die meteorologischen Einflüsse während der Flugphase zu kümmern. Damals besprachen wir den Wind in der horizontalen Richtung als Haupteinflussfaktor für die Reisezeit bzw. Geschwindigkeit und den Wind in vertikaler Richtung, der für Turbulenzen sorgt. (http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/12/27.html) Heute setzen wir das Thema mit einem weiteren Aspekt, der "Vereisung", fort. Sie werden sich nun vielleicht fragen, wieso in der Luft die Vereisung relevant ist. Ein Flugzeug fliegt in einer Atmosphäre wegen des bereits als "Wer wird Millionär" Millionenfrage zur Ehre gekommenen "Bernoulli-Effekts". Er sorgt oberhalb der Tragfläche für einen Unterdruck, der das Flugzeug je nach Flugzeuggewicht und Umgebungsbedingungen ab einer bestimmten Geschwindigkeit in die Lüfte hebt und es dort auch hält. Um den Unterdruck herzustellen, müssen Tragflächen eine genau definierte Form besitzen. Bei der Vereisung handelt es sich meist um unterkühlte Tropfen, die beim Auftreffen auf jedweden Gegenstand sofort gefrieren (auf den Straßen ist Ihnen das als Blitzeis bekannt). Treffen diese Tropfen nun auf die Oberfläche des Flügels und frieren dort an, wird dieser so verformt, dass der Auftrieb zum Fliegen zu schwach ist. Das Flugzeug würde also abstürzen oder erst gar nicht starten und über die Startbahn hinausfahren. Auch die Vereisung der Geschwindigkeitsmessgeräte, die mittels des Staudrucks arbeiten, gehört zu diesem Problembereich. Eine wegen Vereisung verstopfte Eintrittsöffnung des Staudruckmessers und die daher falsch angezeigte Geschwindigkeit hat schon manchen Absturz herbeigeführt. Die atmosphärischen Bereiche, in denen Vereisung auftritt, sind zum einen begrenzt, zum anderen kann man sie relativ gut vorhersagen. Daher ist es möglich, die Vereisungsgefahr rechtzeitig zu erkennen und durch Aufbringen von Enteisungsmitteln zu bannen. Das meteorologische Problem der Vereisung führt also im Regelfall nur zu höheren Kosten durch Enteisung und Zeitverlust.

Die "Sichtweite" war früher nicht nur für den Landeanflug, sondern auch für die Navigation relevant. In heutigen Zeiten ist sie nur für Sichtflieger von größerer Bedeutung und es existieren auch entsprechende Wettervorhersagen für diese Kunden, damit die Piloten von Kleinflugzeugen und Hubschraubern sich rechtzeitig auf ihren Flug vorbereiten bzw. die Durchführbarkeit ihres Fluges beurteilen zu können.

In einer weiteren Folge werden wir über den flugmeteorologischen Einfluss von Vulkanen, Gewittern und Wirbelschleppen berichten.

Macht CARLOS den Anfang?

Datum 09.02.2017

Bisher war es ruhig in den Tropen. Nun schickt sich der tropische Sturm CARLOS bei Madagaskar aber an, zum ersten Wirbelsturm des Jahres 2017 heranzureifen.

Im noch jungen Jahr 2017 gab es bisher nicht allzu viel Grund, über das Wetter in den Tropen zu schreiben - zumindest wenn man auf die Entwicklung tropischer Wirbelstürme abzielen wollte. Denn das Jahr verlief dahingehend noch sehr ruhig: Mit Ausnahme eines eher schwachen Sturms vor der Küste Nordwestaustraliens gab es über tropischen Gewässern nichts dergleichen zu verzeichnen. Seit Anfang Februar kann man nun allerdings eine interessante, durchaus erwähnenswerte Entwicklung über dem Seegebiet zwischen Mauritius, La Reunion und Madagaskar verfolgen. Aus einem Gewitterherd heraus konnte sich dort ein tropischer Sturm ausbilden, der bereits auf den Namen CARLOS getauft wurde. CARLOS hat durchaus Potenzial, noch zum ersten tropischen Wirbelsturm des Jahres heranzureifen - also zu einem Zyklon, wie man tropische Wirbelstürme über dem Indischen Ozean nennt.

Schon Anfang Februar tauchten auf den Wetterkarten verschiedener Computermodelle immer wieder, teils auch sehr intensive Sturmentwicklungen in diesem Bereich auf. Letztendlich scheinen sich die "schlimmsten" Berechnungen aber nicht zu bewahrheiten, denn die Entwicklungsbedingungen waren letztendlich doch nicht so günstig, wie von einigen Wettermodellen angenommen. Immerhin ließen die atmosphärischen Bedingungen die Entstehung des tropischen Sturms CARLOS zu, der zurzeit (Donnerstagmorgen) gut 300 Kilometer südwestlich von La Reunion vor allem an seiner Ostflanke für Sturmböen sorgt (siehe obere Grafik auf www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/2/9.html).

CARLOS verlagert sich in den kommenden Tagen langsam südostwärts, wobei er voraussichtlich schon in der Nacht zum Freitag zur Höchstform aufläuft. Denn zum einen überstreicht er in diesen Stunden sehr warmes Meereswasser mit Oberflächentemperaturen um 30 Grad Celsius, zum anderen ist die Windscherung, also die Änderung des Windes mit der Höhe, eher gering. Diese beiden günstigen Entwicklungsfaktoren könnten dazu beitragen, dass CARLOS tatsächlich Hurrikanstärke erreicht und sich somit "erster tropischer Wirbelsturm des Jahres 2017" nennen darf. Im Bereich des sehr kleinen Windfelds von CARLOS sind dann vorübergehend Böen bis Orkanstärke zu erwarten (siehe untere Grafik auf www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/2/9.html). Nachfolgend läuft CARLOS allerdings in eine Region mit wieder kälteren Meeresoberflächentemperaturen und stärkerer Windscherung, womit eine Abschwächung vorprogrammiert ist.

Eine Bedrohung für bewohntes Land stellt CARLOS indes nicht dar. Er bleibt aller Voraussicht nach über Wasser und wird sich daher als sog. "Fischsturm" seinem unausweichlichen Schicksal ergeben.

Deutschland, ein geteiltes Land

Datum 08.02.2017

Vor genau einer Woche wurde im Thema des Tages über den Kampf zwischen winterlicher Kaltluft aus Osten und milder Frühlingsluft vom Atlantik geschrieben. Der Sieger der beiden Schwergewichte scheint zumindest vorerst die hartnäckige Kaltluft zu sein. Allerdings ist dies nicht überall der Fall.

Schauen wir zunächst auf die aktuelle Großwetterlage. Wie bereits einige Modellläufe in der vergangenen Woche angedeutet haben, hat sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Skandinavien gebildet. Namentlich ist dies Hoch "Erika" mit einem Kerndruck von stolzen 1050 Hektopascal (hPa). Demgegenüber steht westlich von Island ein kräftiges Tief mit dem Namen "Niklas" und einem Kerndruck von derzeit 965 hPa. "Niklas" hatte zu Beginn der Woche sogar weniger als 940 hPa. Ein mächtiger Druckgegensatz also, der vor allem im Seegebiet südlich von Island und westlich von Irland hohe Wellen geschlagen hat.

Auf der Südflanke von "Erika" hat sich die eisige Frostluft aus Westrussland in den letzten Tagen auf den Weg gemacht und ist weiter nach Mitteleuropa und Deutschland vorangekommen. Grund dafür ist vor allem, dass Tief "Niklas" etwas die Kraft ausgegangen ist und dementsprechend nicht mehr richtig entgegen halten kann.

Dennoch gelingt es der Kaltluft nicht vollends Deutschland in seinen Bann zu nehmen. Dies liegt vor allem an der geringen Mächtigkeit der kontinentalen Kaltluft. Die kälteste Luft konzentriert sich auf die untersten 1 bis 1.5 km und wird gedeckelt von einer Inversion (Temperaturzunahme mit der Höhe). Dadurch stellen die Mittelgebirge gewissermaßen eine natürliche Barriere dar, die die Kaltluft ausbremst. Es ist also wenig überraschend, dass es in der Nordosthälfte dauerfrostig ist, während weiter nach Südwesten die Höchstwerte deutlich in den positiven Bereich steigen können.

Wie geht es nun bis zum Wochenende weiter? Hoch "Erika" weitet seinen Einfluss westwärts aus, sodass Tief "Niklas" nahezu vollständig verdrängt wird. Infolgedessen kann mit der östlichen Strömung die Kaltluft zunächst noch etwas weiter Boden in Richtung Westen gutmachen. Insbesondere nachts ist es dann überall frostig und tagsüber geht das Temperaturniveau abgesehen vom Oberrhein noch ein Stück weiter zurück.

Wirklich freundlich wird es allerdings nur in wenigen Regionen. Ursächlich dafür ist, dass die bodennahe Kaltluft mit Feuchtigkeit angereichert ist, die gebietsweise zu einer dichten hochnebelartigen Wolkendecke führt. Zudem macht sich zum Wochenende ein sogenannter "Kaltlufttropfen" bemerkbar. Dabei handelt es sich um ein Tief, das man nur in Wetterkarten von höheren Luftschichten findet und das aufgrund seiner etwas schwierigen Vorhersagbarkeit für einige Überraschungen gut sein kann. Der Kaltlufttropfen könnte am kommenden Wochenende in der Nordosthälfte durchaus für etwas Schneefall sorgen und damit den winterlichen Eindruck noch verstärken. Allerdings gibt es diesbezüglich noch größere Modellunsicherheiten.

Interessant ist auch noch eine andere Entwicklung über Südwesteuropa. Dort etabliert sich ein umfangreiches Tiefdruckgebiet, das in der kommenden Woche auch Deutschland beeinflusst. Es sorgt für die Zufuhr milder Luftmassen nach Zentraleuropa ... allerdings nur in den höheren Luftschichten. Da gleichzeitig der hohe Luftdruck über Deutschland vorherrschend bleibt, verstärkt sich damit die Inversionswetterlage. Bodennah kann sich nämlich vor allem in der Nordosthälfte die Kaltluft halten. Als Ergebnis setzt sich das bereits im Dezember und Januar mit nur kurzen Unterbrechungen vorherrschende winterliche Hochdruckwetter und die in Teilen des Landes enorme Trockenheit wohl auch im Februar fort und frühlingshafte Temperaturen sind derzeit noch weit von uns entfernt.

Winterferienwetter 2017

Datum 06.02.2017

In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen diese Woche die Winterferien auf dem Programm. Somit stellt sich die Frage, ob man diese zuhause verbringt oder doch einen Kurztrip in Europa wagt? Unentschlossenen hilft vielleicht der Blick aufs Europawetter weiter.

Für Kinder und Jugendliche in Brandenburg und Berlin gingen am vergangenen Wochenende die Winterferien bereits zu Ende und am heutigen Montag (06.02.2017) beginnt wieder die Schule. Dagegen können sich die Schüler in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche über ein wohlverdientes "Aus" freuen. Dort stehen nämlich jetzt die Winterferien an. Für alle, die noch unentschlossen sind, ob sie einen Kurztrip wagen sollen, lohnt sich zur Entscheidungsfindung vielleicht ein Blick aufs Europawetter. Schüler aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg müssen auf Winterferien verzichten, sind aber trotzdem herzlich eingeladen, etwas von Urlaub zu träumen.

Statistisch gesehen verbringen die meisten Deutschen ihren Urlaub im eigenen Land. Betrachtet man allerdings das Wettergeschehen der vergangenen Woche, so konnte Deutschland nicht unbedingt für einen heimischen Urlaub werben. Zu Wochenbeginn sorgte Tief "HUBERT" in Teilen der Mitte und im Süden für gefährliches Glatteis, stürmisch war es dagegen im höheren Bergland und zu allem Überfluss ging es auch dem Schnee an den Kragen. Im Schwarzwald und im Allgäu sorgte die Kombination aus milden Temperaturen und örtlich über 50 Liter Regen in wenigen Tagen für starkes Tauwetter, das einen kräftigen Rückgang der Schneehöhe zur Folge hatte. Und auch im weiteren Verlauf der Woche sorgten atlantische Tiefausläufer für sehr wechselhaftes Wetter. Statt schneereichen Winterwetters gab es also eher ein nass-kaltes und teils auch rutschiges "Vergnügen", bei dem sich die Sonne nur selten zeigte. Da stellt sich dann natürlich die Frage, ob ein Urlaub in der Heimat auch aktuell erstrebenswert ist oder ob man doch die Koffer packt und nach einem alternativen Plätzchen außerhalb Deutschlands Ausschau hält.

Aktuell nistet sich Hoch "ERIKA" über Skandinavien ein, über dem zentralen Mittelmeer dagegen positionierte sich am gestrigen Sonntag Tief "MARCEL". Somit liegt Deutschland dazwischen in einer östlichen Strömung, mit der kontinentale Kaltluft zu uns gelangt. Entsprechend wird es allmählich wieder kälter und besonders im Nordosten und Osten wird der positive Temperaturbereich nicht mehr allzu häufig erreicht. Alle Wintersportfans wird das sicherlich freuen, denn besonders in den höheren Mittelgebirgslagen bleiben uns die "Schneereste" erhalten und damit auch so einige Skigebiete weiterhin geöffnet. Immerhin beträgt die Schneedecke im Harz und Erzgebirge teils noch über 50 cm. Ansonsten lohnt sich bei den niedrigen Temperaturen auch der Einsatz einer Schneekanone. Wen es etwas weiter wegzieht, der findet sicherlich in den Alpen ausreichende Schneemengen, um sich auf den Pisten auszutoben.

Wem es in Deutschland nicht kalt genug ist, sollte den Blick in Richtung "hohen Norden" richten. In Skandinavien sinken die nächtlichen Temperaturen in der kommenden Woche teils sogar unter -20 Grad, dabei bleibt es überwiegend trocken. Auch an Schnee fehlt es dort nicht, weshalb sich sicherlich eine Huskyschlittenfahrt anbieten würde. Beim nächtlichen Polarlichterschauen sollte man sich jedoch dick einpacken. Wem das nicht immer noch nicht ausreicht, kann sich zusätzlich noch in einem Igluhotel einquartieren, das komplett aus Schnee und Eis gebaut ist. Dann behält man in der Nacht bei -4 bis -7 Grad im Schlafzimmer einen "kühlen" Kopf.

Als beliebtestes Reiseziel außerhalb Deutschlands hat Spanien die Nase vorn. Das liegt sicherlich auch am meist zuverlässig sonnigen Wetter. Besonders im Süden startet die Woche meist trocken und zeitweise sonnig bei angenehmen Temperaturen um 20 Grad. Zum Wochenende nähert sich allerdings ein Tief vom Atlantik, und so wird es selbst auf den zu Spanien gehörenden Kanaren wieder wechselhafter. Aber wie heißt es so schön: "Des einen Leid ist des anderen Freud", denn damit stellen sich gute Surfbedingungen an der Atlantikküste ein. Im zentralen und östlichen Mittelmeer hält diese Woche dagegen tiefer Luftdruck an, sodass dort zeitweise mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden muss.

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer laden allerdings nicht wirklich zum Baden ein, denn bei frischen 13 bis 15 Grad sollte man aufpassen, dass man sich nicht unterkühlt. Bei einer Reise auf die Kanaren kann man schon eher die Badehose einpacken. Zumindest für Hartgesottene ist der Sprung ins "kalte Wasser" bei 19 Grad möglich.

Falls Sie nun neugierig geworden sind, wie sich das Wettergeschehen an Ihrem Reiseziel gestaltet: Die Wetteraussichten für weitere ausgewählte Orte auf dem ganzen Globus finden Sie auf www.dwd.de/wetter in der Rubrik "Wetter Europa und weltweit".

Winterferienwetter 2017

Datum 06.02.2017

In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen diese Woche die Winterferien auf dem Programm. Somit stellt sich die Frage, ob man diese zuhause verbringt oder doch einen Kurztrip in Europa wagt? Unentschlossenen hilft vielleicht der Blick aufs Europawetter weiter.

Für Kinder und Jugendliche in Brandenburg und Berlin gingen am vergangenen Wochenende die Winterferien bereits zu Ende und am heutigen Montag (06.02.2017) beginnt wieder die Schule. Dagegen können sich die Schüler in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche über ein wohlverdientes "Aus" freuen. Dort stehen nämlich jetzt die Winterferien an. Für alle, die noch unentschlossen sind, ob sie einen Kurztrip wagen sollen, lohnt sich zur Entscheidungsfindung vielleicht ein Blick aufs Europawetter. Schüler aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg müssen auf Winterferien verzichten, sind aber trotzdem herzlich eingeladen, etwas von Urlaub zu träumen.

Statistisch gesehen verbringen die meisten Deutschen ihren Urlaub im eigenen Land. Betrachtet man allerdings das Wettergeschehen der vergangenen Woche, so konnte Deutschland nicht unbedingt für einen heimischen Urlaub werben. Zu Wochenbeginn sorgte Tief "HUBERT" in Teilen der Mitte und im Süden für gefährliches Glatteis, stürmisch war es dagegen im höheren Bergland und zu allem Überfluss ging es auch dem Schnee an den Kragen. Im Schwarzwald und im Allgäu sorgte die Kombination aus milden Temperaturen und örtlich über 50 Liter Regen in wenigen Tagen für starkes Tauwetter, das einen kräftigen Rückgang der Schneehöhe zur Folge hatte. Und auch im weiteren Verlauf der Woche sorgten atlantische Tiefausläufer für sehr wechselhaftes Wetter. Statt schneereichen Winterwetters gab es also eher ein nass-kaltes und teils auch rutschiges "Vergnügen", bei dem sich die Sonne nur selten zeigte. Da stellt sich dann natürlich die Frage, ob ein Urlaub in der Heimat auch aktuell erstrebenswert ist oder ob man doch die Koffer packt und nach einem alternativen Plätzchen außerhalb Deutschlands Ausschau hält.

Aktuell nistet sich Hoch "ERIKA" über Skandinavien ein, über dem zentralen Mittelmeer dagegen positionierte sich am gestrigen Sonntag Tief "MARCEL". Somit liegt Deutschland dazwischen in einer östlichen Strömung, mit der kontinentale Kaltluft zu uns gelangt. Entsprechend wird es allmählich wieder kälter und besonders im Nordosten und Osten wird der positive Temperaturbereich nicht mehr allzu häufig erreicht. Alle Wintersportfans wird das sicherlich freuen, denn besonders in den höheren Mittelgebirgslagen bleiben uns die "Schneereste" erhalten und damit auch so einige Skigebiete weiterhin geöffnet. Immerhin beträgt die Schneedecke im Harz und Erzgebirge teils noch über 50 cm. Ansonsten lohnt sich bei den niedrigen Temperaturen auch der Einsatz einer Schneekanone. Wen es etwas weiter wegzieht, der findet sicherlich in den Alpen ausreichende Schneemengen, um sich auf den Pisten auszutoben.

Wem es in Deutschland nicht kalt genug ist, sollte den Blick in Richtung "hohen Norden" richten. In Skandinavien sinken die nächtlichen Temperaturen in der kommenden Woche teils sogar unter -20 Grad, dabei bleibt es überwiegend trocken. Auch an Schnee fehlt es dort nicht, weshalb sich sicherlich eine Huskyschlittenfahrt anbieten würde. Beim nächtlichen Polarlichterschauen sollte man sich jedoch dick einpacken. Wem das nicht immer noch nicht ausreicht, kann sich zusätzlich noch in einem Igluhotel einquartieren, das komplett aus Schnee und Eis gebaut ist. Dann behält man in der Nacht bei -4 bis -7 Grad im Schlafzimmer einen "kühlen" Kopf.

Als beliebtestes Reiseziel außerhalb Deutschlands hat Spanien die Nase vorn. Das liegt sicherlich auch am meist zuverlässig sonnigen Wetter. Besonders im Süden startet die Woche meist trocken und zeitweise sonnig bei angenehmen Temperaturen um 20 Grad. Zum Wochenende nähert sich allerdings ein Tief vom Atlantik, und so wird es selbst auf den zu Spanien gehörenden Kanaren wieder wechselhafter. Aber wie heißt es so schön: "Des einen Leid ist des anderen Freud", denn damit stellen sich gute Surfbedingungen an der Atlantikküste ein. Im zentralen und östlichen Mittelmeer hält diese Woche dagegen tiefer Luftdruck an, sodass dort zeitweise mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden muss.

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer laden allerdings nicht wirklich zum Baden ein, denn bei frischen 13 bis 15 Grad sollte man aufpassen, dass man sich nicht unterkühlt. Bei einer Reise auf die Kanaren kann man schon eher die Badehose einpacken. Zumindest für Hartgesottene ist der Sprung ins "kalte Wasser" bei 19 Grad möglich.

Falls Sie nun neugierig geworden sind, wie sich das Wettergeschehen an Ihrem Reiseziel gestaltet: Die Wetteraussichten für weitere ausgewählte Orte auf dem ganzen Globus finden Sie auf www.dwd.de/wetter in der Rubrik "Wetter Europa und weltweit".

Deutschlandwetter im Januar 2017

Datum 02.02.2017

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Januar 2017*

1. Platz: Helgoland (Schleswig-Holstein) 3,7 °C (Abweichung +1,2 Grad)

2. Platz: List/Sylt (Schleswig-Holstein) 2,7 °C (Abweichung +1,7 Grad)

3. Platz: Norderney (Niedersachsen) 2,3 °C (Abweichung +0,7 Grad)

Besonders kalte Orte im Januar 2017*

1. Platz: Reit im Winkl (Bayern) -7,1 °C (Abweichung -3,5 Grad) 2. Platz: Oberstdorf (Bayern) -7,1 °C (Abweichung -4,3 Grad) 3. Platz: Schorndorf-Knöbling (Bayern) -6,4 °C (Abweichung -4,3 Grad)

Besonders niederschlagsreiche Orte im Januar 2017**

1. Platz: Balderschwang (Bayern) 201,2 l/m² (104 Prozent)

2. Platz: Baiersbronn-Ruhestein (Baden-Württemberg) 149,5 l/m² (82 Prozent)

3. Platz: Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 142,4 l/m² (75 Prozent)

Besonders trockene Orte im Januar 2017**

1. Platz: Simmershofen-Adelhofen (Bayern) 9,1 l/m² (20 Prozent)

2. Platz: Gollhofen (Bayern) 11,2 l/m² (24 Prozent)

3. Platz: Neu-Ulrichstein (Hessen) 11,6 l/m² (21 Prozent)

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Januar 2017**

1. Platz: Saldenburg-Entschenreuth (Bayern) 110 Stunden (213 Prozent)

2. Platz: Nürnberg (Bayern) 106 Stunden (225 Prozent)

3. Platz: Oberstdorf (Bayern) 105 Stunden (140 Prozent)

Besonders sonnenscheinarme Orte im Januar 2017**

1. Platz: Konstanz (Baden-Württemberg) 42 Stunden (98 Prozent)

2. Platz: Wittingen-Vorhop (Niedersachsen) 43 Stunden (113 Prozent)

3. Platz: Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 45 Stunden (115 Prozent)

Oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent

Der Schneeflockenmann

Datum 31.01.2017

Der Südosten kämpft noch mit unwetterartigem Glatteis, im Nordosten hat es aber noch einmal kräftig geschneit. Im 19. Jahrhundert gab es jemanden, der bei Schnee besonders genau hingesehen hat: Wilson Alwyn Bentley.

Während sich in großen Teilen des Landes inzwischen die Milderung durchgesetzt hat bzw. der Südosten immer noch mit unwetterartigem Glatteis durch gefrierenden Regen kämpft, gab es ihn im Nordosten Deutschlands vergangene Nacht noch einmal: vom Himmel fallenden Schnee!

Was machen wir mit Schnee? Viele nutzen ihn für sportliche Aktivitäten auf Ski- und Langlaufpisten, andere formen ihn zu Figuren oder Wurfgeschoßen. Für andere bedeutet er viel Arbeit - Stichwort Schneeräumung. Manche erfreuen sich wiederum einfach nur an seinem Anblick. Doch kaum jemand sieht mal genauer hin ...

Denjenigen, die es dann doch tun, ist vielleicht aufgefallen, dass eine größere Schneeflocke aus mehreren zusammengewachsenen Schneekristallen bzw. die Schneemasse am Boden wiederum aus unzähligen kleinen Schneekristallen besteht. Im 19. Jahrhundert gab es jemanden, der dahingehend besonders genau hingesehen hat: Wilson Alwyn Bentley.

Bentley (geboren am 9. Februar 1865 als Sohn eines Farmers in den USA) war schon als Kind fasziniert von Schneeflocken. Bei jedem Schneeschauer sammelte er die Flocken ein und betrachtete diese unter dem Mikroskop in seiner kalten Scheune. Im Laufe der Jahre stellte er fest: "Keine Schneeflocke gleicht der anderen!" Denn je nach atmosphärischem Zustand wie zum Beispiel Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und beteiligter Aerosole (kleinste Partikel in der Luft) wachsen die Schneekristalle in den unterschiedlichsten Formen. Sterne, Plättchen, Säulen oder Nadeln sind dabei nur grobe Einteilungen, denn die Struktur von Schneekristallen ist extrem vielfältig.

Leider ist der Anblick der Schneekristalle unter dem Mikroskop sehr vergänglich, denn selbst bei frostigen Temperaturen verändert sich ihre Form durch Verdunstung sehr rasch und sie lösen sich nur kurze Zeit später vollständig "in Luft" auf. Auf der Suche nach der Lösung des Problems experimentierte der mittlerweile 17-jährige Wilson Alwyn Bentley mit einem Fotoapparat mit Mikroobjektiv. Nach vielen erfolglosen Versuchen gelang es ihm ab dem 15. Januar 1885 (mit knapp 20 Jahren) beeindruckende Fotoaufnahmen von Schneekristallen für die Nachwelt festzuhalten.

Auch wenn er mit seiner Arbeit zu dieser Zeit unter Wissenschaftlern nicht allzu große Anerkennung erlangte, hielt er an seiner Profession fest. Bis zu seinem Lebensende fotografierte er mit akribischer Genauigkeit mehr als 5.000 (!) Schneekristalle und veröffentlichte im November 1931 mit 66 Jahren sein Lebenswerk in dem Buch "Snow Crystals" (Bentley, Wilson A. und Humphreys, William J.). Nur kurze Zeit später, am 23. Dezember 1931, verstarb Bentley an einer Lungenentzündung, die er sich tragischerweise ausgerechnet während eines Schneesturms zugezogen hatte.

Wenngleich er zu seinen Lebzeiten nicht den Ruhm erlangte, den er vielleicht verdient hätte, so haben seine Bilder dafür bis heute einen hohen wissenschaftlichen Stellenwert und Wilson Alwyn Bentley ging als "The Snowflake Man" ("Der Schneeflockenmann") in die Geschichte ein

Tief "HUBERT" sorgt für eine bunte Warnkarte

Datum 30.01.2017

Am heutigen Montag zieht Tief "HUBERT" von der Nordsee in den Norden Deutschlands und sorgt dabei für eine Vielzahl an Warnparametern. Besonders bei Glatteis und Tauwetter steht auch die "Rote Karte" (Unwetterwarnung) auf dem Programm.

Seit gut zwei Wochen hält in Deutschland eine längere Hochdruckphase an. Dabei wurden wir von den Damen "BRIGITTA", "CHRISTA" und "DORIS" mit einem teils recht sonnigen, aber knackig-kalten Winterwetter verwöhnt, strenge Fröste und nächtliche Minima von örtlich teils unter -20 Grad inklusive. Nun stellt sich eine westliche Strömung ein, mit der wieder häufiger Tiefausläufer auf Deutschland übergreifen und für wechselhaftes Wettergeschehen sorgen.

Interessant ist dabei besonders die aktuelle Entwicklung. Denn bereits in der Nacht zum heutigen Montag (30.01.) bildete sich über Südirland am Rande eines umfangreichen atlantischen Tiefs ein sogenanntes kleinräumiges Randtief, das auf den Namen "HUBERT" hört. Vorderseitig von "HUBERT" kommt es aufgrund von Hebungsprozessen zu Niederschlägen, die seit der zweiten Nachthälfte auf die Westhälfte Deutschlands übergreifen. Da sich besonders im äußersten Westen und Nordwesten die mildere Luft bereits schon durchgesetzt hat und sich die Böden in einem frostfreien Zustand befinden, fallen die Niederschläge dort überwiegend als Regen.

Im weiteren Verlauf wird "HUBERT" in den Nordwesten Deutschlands einziehen und erreicht am heutigen Montagabend die Lüneburger Heide, bevor es in der Nacht zum Dienstag weiter in Richtung Altmark zieht. Dabei bringt "HUBERT" auf seiner Südflanke mildere Luftmassen vom Atlantik mit sich. Zunächst fallen die Niederschläge besonders in der Mitte und im Süden auf teils gefrorene Böden und es kommt zu Glatteis, in höheren Lagen fällt hingegen etwas Schnee. Allerdings steigt die Schneefallgrenze heute tagsüber rasch von Westen her auf über 1000 m an, sodass der Schnee relativ zügig in Regen übergeht.

Dies stellt die heutigen Warnmeteorologen vor ihre erste, knifflige Aufgabe. Denn je weiter die flüssigen Niederschläge nach Osten und Südosten vorankommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Regen auf gefrorene Böden fällt und beim Kontakt gefriert. Somit muss zunächst vorübergehend in den geschützten Mittelgebirgslagen, wo sich die milderen Luftmassen nur zögerlich durchsetzen, ab den Mittagsstunden dann auch im Osten und Südosten bei gefrierendem Regen mit Glatteisbildung gerechnet werden. Vor allem in Teilen der Mitte, im Süden und Osten zwischen dem Kasseler Bergland und dem Werratal bis zum Bodensee und vom Erzgebirge bis zur Donauregion kann dabei durchaus auch häufiger die "Rote Karte" (Unwetterwarnung) gezückt werden.

Im Südwesten setzt sich die mildere Luft dagegen etwas zügiger durch, sodass dort die Gefahr von Glatteis im Tagesverlauf deutlich nachlässt. Allerdings tritt stellenweise ein weiterer Warnparameter auf der Warnkarte auf. Mit Einsetzen der flüssigen Niederschläge muss besonders im Schwarzwald mit Tauwetter gerechnet werden. Die milderen Temperaturen und der aufkommende Regen sorgen dort für ein rasches Abtauen der teils noch veritablen Schneedecke. Aber auch im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen sowie später im Allgäu und im Bereich der bayerischen Alpen sorgt die Kombination aus Niederschlag und Schmelzwasser für "abflussrelevante Wassermengen". Aufgrund des bisher sehr trockenen Winters sollte sich besonders die Schifffahrt angesichts der aktuellen Pegelstände über das zusätzliche "Fahrwasser" freuen. Etwas winterlicher geht es dagegen an der Nordflanke von "HUBERT" zu. Dort wird mit einer südöstlichen bis östlichen Strömung kontinentale Kaltluft angezapft, sodass die Niederschläge im Osten und Nordosten nach einer anfänglichen Mischphase aus Schnee und Regen in der Nacht zum Dienstag überwiegend als Schnee niedergehen. Da es sich dabei allerdings um sehr nassen Schnee handelt, sollte die Neuschneedecke, wenn überhaupt nur wenige Zentimeter betragen.

Und wie geht es weiter mit dem "bunten HUBERT"? Ihm scheint es in Deutschland zu gefallen. Denn er verlangsamt seine Zuggeschwindigkeit deutlich und zieht allmählich in Richtung Erzgebirge. Allerdings schwächt sich unser "HUBERT" deutlich ab. So muss am Dienstag im äußersten Südosten noch mit Glatteis, im Stau des Erzgebirges auch mit etwas Schnee gerechnet werden. Im Tagesverlauf schwächen sich die Niederschläge jedoch von Norden her allmählich ab.

Ende der winterlichen Hochdrucklage

Datum 29.01.2017

Bei winterlichen Hochdrucklagen denkt man zunächst an Sibirienhochs. Aber auch mitteleuropäische Hochs können es ganz schön in sich haben.

Nun ist es also vorbei mit den Winterhochs. Was vor zwei Wochen mit "Brigitta" begann, setzte sich mit "Christa" und schließlich "Doris" fort. Diese Hochs waren keine klassischen winterlichen Sibirienhochs, sondern eher Eigengewächse, die über dem nördlichen Mitteleuropa entstanden und langsam südostwärts wanderten. Brigitta entwickelte sich ab dem am 15. Januar und zog bis zum 20. langsam ab, Christa schloss sich von Westen her an. Mit deren Abzug ging ab dem 24. für die meisten eine Pause des sonnenscheinreichen Wetters einher. Dann entwickelte sich Doris, die langsam die Wolken wieder auflöste und erneut weiten Teilen Deutschlands sonnige Tage bescherte. Während Sibirienhochs dem gesamten Deutschland eisiges Wetter bringen, liegen bei Hochs über Mitteleuropa die nördlichen Teile Deutschlands häufig in einer etwas milderen westlichen Strömung, der Süden dagegen bekommt Luft aus dem Osten bzw. produziert seine Kaltluft selbst (s. Thema des Tages vom 23.01 http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/1/23.html).

Wie sich das während der vergangenen Hochdruckperiode (15.- 28.01.) auswirkte, können Sie der nachfolgenden Tabelle der Flughafenstationen von Hamburg und München in Bezug auf die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen (Tn), Höchstwerte (Tx) und Mittelwerte (Tt) und der Anzahl der Eistage(E) und Frosttage(F) entnehmen; dazu in Klammern die Mittelwerte seit 1960.

Tn F Tx E Tt

Hamburg -3,1(-1,3) 12 1,9 (3,3) 1 -0,6 ( 1,2)

München -13,0(-4,8) 14 -3,7 (1,5) 14 -8,0 (-1,6)

In Hamburg war es also etwas zu kalt, in München erheblich kälter als zu dieser Zeit üblich. (Nicht ganz überraschend ist es in Bayern der kälteste Januar seit 30 Jahren.) An beiden Orten fielen nur etwa 2 mm Niederschlag.

Wie geht es nun bis zum Monatswechsel weiter? Im Norden bleibt es etwas kälter als üblich und es gibt vor allem am Montag Regen, der gegen Abend in Schnee übergeht. Im Süden ist das Ende der Eistage erreicht und die Niederschläge fallen teilweise bis in höhere Lagen als Regen. Das bedeutet natürlich Unwettergefahr, da die Böden insbesondere nach Südosten hin ziemlich tief (Nürnberg ca. 50 cm) durchgefroren sind und sich daher schnell und in Anbetracht der vorhergesagten Regenmengen auch eine dicke Eisschicht bilden kann. Dieses eher unangenehme (Tau)Wetter hat aber auch für Einige recht angenehme Seiten. Die Flussschiffer bekommen endlich wieder etwas mehr Wasser unter den Kiel

Wetter-Apps

Datum 28.01.2017

"Wetter-Apps" erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Deren Erstellung und die Ursachen für die nur selten übereinstimmenden Vorhersagen beschreiben wir heute im Thema des Tages.

Der eine oder andere Leser wird sich fragen, was eine "App" überhaupt ist. Allgemein gesprochen handelt es sich um ein Anwendungsprogramm (englisch: "App"lication software). Somit wird deutlich, woher der Begriff "App" kommt. Apps wurden vor allem mit mobilen Empfangsgeräten populär. Mit einer Wetter-App kann man sich beispielsweise, so man eine Internetverbindung und ein Empfangsgerät hat, jederzeit und überall eine Wettervorhersage und je nach App auch weitere meteorologische Informationen anschauen.

"Jeder" kann so eine Anwendung programmieren und sie den Nutzern zur Verfügung stellen. Daher gibt es auch eine große Anzahl von Wetter-Apps. Dumm nur, dass verschiedene Wetter-Apps für die gleiche Region oft unterschiedliche Wettervorhersagen liefern. So ist für den gleichen Ort und Termin je nach App manchmal vom Sonnenschein bis zum Dauerregen alles möglich. Wie kommen solche Unterschiede zustande?

Zunächst einmal behaupten alle Apps, dass diese individuell für den jeweiligen Standort erstellt würden. Da sitzen aber keine 500 Mitarbeiter und warten auf Anfragen, sondern es werden Ergebnisse von Wettervorhersagemodellen als Vorhersage ausgegeben. Wie funktioniert das?

Wettervorhersagemodelle legen ein Netz über die gesamte Erdkugel und berechnen an den Netzknoten das Wetter. Diese liegen etwa 10 km auseinander. Nun sucht ein Rechner zu jedem individuellen Ort den nächstgelegenen Netzknoten und behauptet, dass dies das Wetter für den eingegebenen Ort sei. Das funktioniert in der Ebene ganz gut und bei schauerfreiem Wetter sind die Wetterdaten des Netzknotens für einen genügend großen Bereich repräsentativ. Betrachten wir aber z.B. Garmisch Partenkirchen, so gibt es, ausgehend vom 700 m hoch gelegenen Bahnhof, im Bereich der maximalen möglichen Netzknotenentfernung von ca. 7 km, Höhenlagen zwischen 660 und ca. 2100 m. Eine unbearbeitete Übertragung der Werte des nächstgelegenen Netzknotens könnte hier unter anderem zu Temperaturfehlern von bis zu 14 Grad und den entsprechenden Fehlern bei der Entscheidung, ob Schnee oder Regen fällt, führen. Daher ist, insbesondere in Regionen mit gegliedertem Gelände, zwingend Zusatzarbeit notwendig. Der Umfang dieser Zusatzarbeiten wird aber bei allen Apps, nicht zuletzt auch abhängig vom wirtschaftlichen Ertrag, unterschiedlich sein. Das hat dann logischerweise Auswirkungen auf die Wettervorhersage(qualität) der Apps.

Zudem gibt es verschiedene Vorhersagemodelle, deren Ergebnisse sich immer unterscheiden; je weiter in der Zukunft, meist umso deutlicher. Je nachdem, welches Wettervorhersagemodell benutzt wird, erhält man verschiedene Ergebnisse von den unterschiedlichen Wetter-Apps.

Wir sehen also, je nach benutztem Wettermodell und zusätzlicher Arbeit durch die Fachleute der jeweiligen Firma werden sich die Resultate der Wetter-Apps unterscheiden.

Ob die verschiedenen Rankings der Wetter-Apps, über die man immer wieder mal in der Presse liest, immer repräsentativ sind, wagen wir von hier aus zu bezweifeln. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Lesen Sie sich immer den zur App gehörenden Wetterbericht durch. Dieser ist oft um Längen besser als die (kostenlose) App.

Wie die Windstärke zu ihrem Namen kam

Datum 26.01.2017

Die heutige Windskala "Beaufort" beruht auf einer langjährigen Geschichte und wurde erst im letzten Jahrhundert als allgemeingültig erklärt. Dabei erhielt die Skala erst lange nach dem Tod Sir Francis Beaufort seinen Namen.

In den täglichen Wetterberichten werden neben der Wetterentwicklung sowie der Temperatur stets die Windstärke und deren Richtung angegeben. Die Stärke des Windes wird dabei oftmals mittels Begriffe wie "schwach", "mäßig" oder "frisch" beschrieben. Diese Angaben beruhen letztendlich auf der vor vielen Jahren veröffentlichen Beaufort-Skala, die den Wind in Windstärken einteilt und dessen Auswirkungen auf die Umgebung charakterisiert.

Sir Francis Beaufort wurde am 7. Mai 1774 in Irland geboren und war das Dritte von sieben Kindern eines Pfarrers. Nach einer astronomischen Ausbildung fuhr er bereits mit 14 Jahren erstmals als Kadett zur See. Nachdem er kurz darauf in die Kriegsmarine eintrat, machte er dort Karriere und stieg 1829 zum Hydrografen der Admiralität auf. Nachdem er 1855 als Konteradmiral aus dem Dienst ausschied, verstarb er am 17. Dezember 1857 in England.

Die nach ihm benannte Beaufort-Skala stammt allerdings nicht direkt von ihm. Als Erster versuchte der englische Ingenieur John Smeaton (1724-1792) die Windgeschwindigkeit in eine passende Skala zu unterteilen, die sich nach den Auswirkungen des Windes auf die Umgebung richtete. Dazu veröffentlichte er 1759 eine Tabelle mit zwölf Windstärken (0 bis 11), wobei er darin deren Auswirkung auf Windmühlenflügel beschrieb.

Zu dieser Zeit stellte sich jedoch die Bestimmung des Windes auf der See als ein großes Problem dar, da sich das Schiff mit dem Wind fortbewegt. Um Handelswege mit günstigen Windverhältnissen zu finden, wurden die Logbücher systematisch ausgewertet. Da die Windangaben jedoch nicht standardisiert waren, konnten diese nicht miteinander verglichen werden. Somit versuchten damalige Forscher auch den Wind durch seine Auswirkungen auf der See zu charakterisieren.

Der erste Hydrograf der Admiralität, der Schotte Alexander Dalrymple (1737-1808), führte Smeatons Skala in der Seefahrt ein. Allerdings wandelte er diese etwas ab und führte eine zusätzliche Windstärke ein. Seine Skala publizierte er bereits 1779 und sollte insbesondere in Logbüchern Verwendung finden.

Beaufort vermerkte 1806 in seinem Tagebuch, in dem er unter anderem auch das Wetter beschrieb, dass er ab sofort die darin notierte (womöglich auf Smeatons Skala basierende) eigene Skala verwende. Diese kategorisierte den Wind in 14 Stufen von Stufe 0 "Windstille" bis Stufe 13 "Sturm". In dem Jahr darauf beschrieb er zudem, wie sich die Windstärke an den Segeln eines Dreimastschiffes bestimmen lässt. Nach seiner Benennung als Hydrograf der Admiralität im Jahre 1829 gab er seine Skala weiter, worauf sie im Jahr 1838 von der Admiralität verbindlich eingeführt wurde. Seinen Namen trug diese noch namenslose Skala zu dieser Zeit allerdings noch nicht.

Der Name "Beaufort-Skala" mit der heutigen bekannten Einteilung schuf der britische Wetterdienst im Jahr 1906. Diese Windskala hat seitdem allerdings nur noch 13 Stufen von Windstärke 0 (Windstille) bis Windstärke 12 (Orkan). Diese Skala finden Sie in unserem Wetterlexikon unter dem Begriff "Beaufort-Skala".

Der deutsche Kapitän Peter Petersen wandelte 1927 die ursprüngliche Beaufort-Skala speziell für die Seefahrt um, da Segelschiffe kaum noch Verwendung fanden. In seiner Skala beschrieb er folglich die Wirkung des Windes direkt auf die See. Diese ist ebenso im Wetterlexikon unter "Beaufort-Skala See" zu finden.

Die Beaufort-Skala wurde 1935 schlussendlich auf der "Ersten Internationalen Meteorologischen Konferenz" in Brüssel als allgemeingültige Windskala angenommen und hat bis heute Bestand.

Wenn ein Tropfen kalter Luft auf Reisen geht...

Datum 24.01.2017

Ein Kaltlufttropfen hat dem Westen Deutschlands in der vergangenen Nacht ein paar Schneeflocken beschert. Wo kam er her und wo geht seine Reise in den nächsten Tagen hin?

Beim Blick auf das heimische Barometer springt einem seit längerem hoher Luftdruck ins Auge, Hoch CHRISTA sei Dank, sie folgte auf Hoch BRIGITTA. Dass Hochdruckeinfluss im Winter nicht zwangsläufig mit eitel Sonnenschein einhergehen muss, wurde an dieser Stelle schon häufig thematisiert. Die tiefen, dichten Wolken, aus denen in der vergangenen Nacht und am heutigen Dienstagmorgen im Westen auch ein paar Schneeflocken gerieselt sind, haben jedoch noch einen anderen Grund: Ein kleines Tiefdruckgebiet, das sich nicht am Boden, sondern nur in höheren Luftschichten abbildet, ist mit kalter Luft gefüllt und wird deshalb auch als "Kaltlufttropfen" bezeichnet.

Ein solches kreisförmiges Gebilde wird durch die bodennahe Strömung gesteuert und befindet sich meist im Randbereich eines Bodenhochs. Der mit kalter Luft angefüllte Tropfen "schwimmt" in der ihn umgebenden wärmeren Luft, ähnlich wie ein Fetttropfen in einer heißen Suppe. Dieses Herumwabern macht die Wettervorhersage sehr schwierig. Verlagert sich das Höhentief nur wenige Kilometer anders als erwartet, kann das wesentliche Änderungen für die Wettervorhersage an einem Ort bedeuten.

"Unser" Kaltlufttropfen, der in ca. 5,5 km Höhe Temperaturen von -33 °C und einen Durchmesser von ca. 400 km aufweist, zog am gestrigen Montag und in der vergangenen Nacht von der Nordsee in Richtung Benelux-Staaten und streifte auch den Westen Deutschlands mit ein paar Schneeflocken. In den kommenden Stunden verlagert er sich über Frankreich mit einer nördlichen Strömung weiter südwärts und erreicht Mittwochmittag die Mittelmeerküste bei Perpignan. Vielleicht ist er etwas wasserscheu (was man bei derzeitigen Wassertemperaturen von ca. 12 °C durchaus nachvollziehen könnte) oder er besinnt sich seinen Wurzeln, jedenfalls entscheidet er sich für eine Kehrtwende und wandert am Donnerstag über Frankreich wieder gen Norden. Abends sagt er dann auch dort "Au revoir" und nimmt Kurs auf die Britischen Inseln. Am Freitag verlässt der Kaltlufttropfen aber schon wieder den englischen Boden, schwächelt zunehmend und gliedert sich dann zum Wochenende in die Höhenströmung ein, um danach Richtung Skandinavien abzuziehen. Die spannende Reise des Höhentiefs ist auch in der beigefügten Grafik zu sehen.

Während am heutigen Dienstag in Deutschland mit Ausnahme des Alpenrandes eine dichte Wolkendecke dominiert, setzt sich nach Abzug des Kaltlufttropfens wieder Hochdruckeinfluss durch und die Sonne kommt zunehmend zum Vorschein.

Wir machen uns den Winter selbst

Datum 23.01.2017

Weder die Zufuhr kalter Luftmassen aus Osteuropa/Russland, noch herangeführte Kaltluft aus nordischen Breiten sorgen für das aktuelle Winterwetter. Vielmehr ist ein Hochdruckgebiet über Deutschland der Grund dafür.

Der Januar zeigte sich bisher vielerorts von seiner kalten Seite, sodass die derzeitigen Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten im negativen Bereich liegen und es ist zu erwarten, dass dies auch bis zum Monatsende so bleibt. Dabei ist es spannend zu sehen, wo die Ursache für diese Kälteperiode herkommt.

Es gibt letztlich drei mögliche Konstellationen, die zu Winterwetter in Deutschland führen können. Option 1 ergibt sich, wenn sich über Nordeuropa hoher und über Südeuropa niedriger Luftdruck eingestellt hat. Dann kann mit der daraus resultierenden östlichen Strömung vor allem im Hochwinter Kaltluft kontinentalen Ursprungs nach Deutschland geführt werden. Eine andere Möglichkeit wäre ein Hochdruckgebiet über Westeuropa bis zu den Britischen Inseln und tiefer Luftdruck über Nord- und Osteuropa. Bei dieser Konstellation werden mit einer nördlichen Strömung Luftmassen polaren Breiten, im Idealfall auch direkt von der Arktis, in das Bundesgebiet geführt.

Derzeit trifft keine dieser beiden Möglichkeiten zu, sondern eben die Dritte. Verantwortlich für die Kälte ist hoher Luftdruck direkt über unseren Köpfen, mit dem wir uns die Kälte selbst produzieren. Die meteorologische Vorgeschichte und damit die Voraussetzung für die eigene Kältemaschine waren ideal. So sorgten häufige Schneefälle in der zweiten Januardekade vielerorts für die Ausbildung einer Neuschneedecke. Vornehmlich im Mittelgebirgsraum fiel diese auch sehr üppig aus. Zudem war und ist die nachfolgend eingeflossene Luft verhältnismäßig trocken. Bei gleichzeitig schwachen Luftbewegungen kann die Temperatur in den noch ziemlich langen Nächten vor allem über Schnee stark absinken. So lagen die Tiefstwerte im süddeutschen Raum in den vergangen Nächten häufig unter -15 Grad.

Der ganze Prozess der Kälteproduktion ist dabei selbstverstärkend, weswegen man bei winterlichen Hochdruckgebieten eben von sogenannten Kältemaschinen spricht. Kalte Luft hat eine höhere Dichte als warme, sie bleibt am Boden liegen und wirkt der Absinkbewegung im Hochdruckgebiet nicht entgegen. Das Hoch wird durch die vorhandene Kaltluft quasi gefestigt. In den langen Nächten wird es schließlich Tag für Tag etwas kälter. Sehr gut kann man das beispielsweise im Rhein-Main Gebiet beobachten. Die Station im Wetterpark in Offenbach meldete am Samstag einen Tiefstwert von -9 Grad, am Sonntagmorgen waren es -11 Grad und am heutigen Montag wurden in den Frühstunden -12 Grad gemessen. Zudem wirkt die schwere Kaltluft wie ein Bollwerk, gegen das Vordringen wärmerer Luftmassen.

In höheren Luftschichten und damit auch im Bergland ist die Luft hingegen deutlich wärmer. Durch fehlende Austauschprozesse (Durchmischung) hat sich entsprechend über Deutschland eine kräftige Temperaturumkehr (Inversion) ausgebildet. Das in höheren Luftschichten wärmere Hoch liegt also quasi wie ein Deckel auf der Kaltluft darunter. Eindrucksvoll ist dies unter anderem in Baden-Württemberg zu sehen. In Messtetten (920 m) (Schwäbische Alb) wurde ein sonntägliches Maximum von +6.5 Grad, direkt benachbart bei Dauernebel im Donautal nur wenig über -10 Grad gemessen.

Auch in den nächsten Tagen setzt sich nach kurzer Unterbrechung am morgigen Dienstag die Inversionswetterlage fort. Nach Dauerhoch "Peter" im Dezember ist also auch die zweite Monatshälfte des Januars stark hochdrucklastig. Und damit lebt der bisherige Winter 2016/17 vornehmlich von eigenproduzierter Kälte (wenn man von der ersten Januarhälfte absieht).

Die Großwetterlage unterscheidet sich dabei gar nicht so sehr von denen der vergangenen beiden Winter. Einzig der Hochschwerpunkt war damals weiter nach Osten verschoben, sodass über Deutschland eine Südwestströmung dominierte, mit der mildere Luftmassen atlantischen Ursprungs herangeführt wurden. In diesem Jahr liegt das Hoch nun direkt über uns. In der Höhe - also auf den Bergen - ist die Luft dabei immer noch recht mild, wie man an den Höchstwerten im Bergland sieht, sowohl im Dezember, als auch in der jetzigen zweiten Januarhälfte. Demnach fällt der Winter dort bisher gar nicht so kalt aus. In den Niederungen wird die Kaltluft aber weiter fleißig produziert und konserviert, sodass man sich dort weiter auf negativem Abweichungskurs bewegt.

Im Übrigen führen die Höchstwerte im Plusbereich im Bergland nicht zum Abschmelzen des Schnees, da die Luft dort sehr trocken ist. Insofern herrscht ideales und angenehm temperiertes Wetter für Winteraktivitäten jeglicher Art. Die Trockenheit, die nun schon seit Dezember andauert, macht hingegen den Flüssen zu schaffen, deren Pegel zum Teil auf einem für diese Jahreszeit sehr niedrigem Niveau liegen.

Faszination Winterwetter - eine gefährliche Schönheit

Datum 22.01.2017

Der Winter hat auch weiterhin große Teile Europas fest im Griff. Aber nicht nur hierzulande gestaltet sich das Wetter winterlich. In den USA "jagt" gerade ein Wintersturm den nächsten. Bei all der herrlichen "weißen Pracht" zeigt sich "Mutter Natur" einmal mehr von ihrer gefährlichen Seite.

In den vergangenen Wochen kam es durch rekordverdächtige Eiseskälte europaweit zu über 60 Kältetoten. Am 7. Januar, an dem das orthodoxe Weihnachtsfest gefeiert wird, zeigte das Thermometer in Moskau eine Temperatur von -29,9 Grad Celsius an, wie sie an diesem Tag seit knapp 30 Jahren nicht mehr gemessen worden waren. Im nordnorwegischen Kautokeino wurden am 04.01. sogar Temperaturen von -42,4 Grad beobachtet.

Nach Tief EGON, dass in der vergangenen Woche ausgerechnet am Freitag, dem 13.01. für Böen bis in den Orkanbereich und besonders für die Berglagen auch so einiges an Schnee sorgte, steht seit dem vergangenen Wochenende in Deutschland wieder zunehmender Hochdruckeinfluss durch Hoch "BRIGITTA" auf dem Programm. Entsprechend blieb die Wetterküche "kalt" und beim servierten Wetter wurde deutlich an Gewürzen gespart. Nur im Norden und Osten Deutschlands floss etwas feuchtere und mildere Meeresluft ein, die dort zeitweise bei örtlichem Sprühregen und Belagstemperaturen unter dem Gefrierpunkt zu Glatteis führte. Sonst blieb es in der gealterten, eisigen Kaltluft bei Temperaturminima teils unter -20 Grad ruhig.

Im Süden Europas geht es in diesem Winter ebenfalls ungewöhnlich winterlich zu. Besonders die Abruzzen, die als nördlichste Region Süditaliens gelten, wurden zu Beginn dieser Woche von massiven Schneefällen heimgesucht (wir berichteten bereits im gestrigen Thema des Tages). In Valle Castellana, etwa 40 km nordwestlich von Farindola, konnten auf einer Höhe von nur 625 Metern um 2,50 m Neuschnee in etwa 48 Stunden verzeichnet werden. Selbst für die Gipfellagen der Alpen sind diese Neuschneemengen in solch kurzer Zeit nur schwer zu erreichen. Am Mittwochabend kam es dann zu einem Lawinenabgang, bei dem ein Hotel nahe Farindola verschüttet und etwa 35 Personen eingeschlossen wurden. Es wird vermutet, dass die Lawine durch mehrere Erdbeben, die diese Region vergleichsweise besonders häufig heimsuchen, ausgelöst wurde. Aufgrund der für die Region außergewöhnlichen Schneemassen wurden Rettungsaktionen deutlich erschwert. Trotzdem gab es am vergangenen Freitag die freudige Nachricht von 9 Überlebenden, die zwischenzeitlich aus den weißen Massen befreit werden konnten, nachdem sie über 40 Stunden lang bei eisiger Kälte eingeschlossen waren. In weiteren Regionen Mittelitaliens sind ebenfalls viele Haushalte bereits seit mehreren Tagen ohne Strom und Heizung oder teilweise sogar komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Aber nicht nur Europa bekommt zurzeit die Launen des Winters zu spüren. Auch in Teilen der USA zeigt sich der Winter von seiner beeindruckenden Seite. Dort sorgte zunächst der Wintersturm JUPITER zu Beginn der letzten Woche an der Westküste für über 30 cm Schnee, was in der Metropolregion um Portland (Oregon) laut dem amerikanischen Wetterdienst seit etwa 22 Jahren nicht mehr beobachtet werden konnte. Auch das Hochgebirge der Sierra Nevada hatte mit heftigem Schneefall von bis zu 2 m in 48 Stunden zu kämpfen. Über eine Woche akkumuliert konnten dort sogar Schneemengen von teils über 3,50 m registriert werden. Im weiteren Verlauf der Woche griff JUPITER auf den zentralen Süden und den Mittleren Westen über. Von Texas über Oklahoma und Kansas bis nach Kentucky und Indiana ging der Schnee auch teilweise in Regen über, der bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes zu extremem Glatteis führte. Im Gegensatz zu dem zwar nicht zu verharmlosenden Glatteis im Norden und Osten Deutschlands, bei dem örtlich "nur" etwa 0,1 bis 0,2 mm Regen gefror, führten die in den USA beobachteten Niederschlagssummen zu einem teils 3 cm dicken Eispanzer. In der Folge kam es nicht nur zu massiven Verkehrsbehinderungen, in einigen Regionen kam es zu Ausfällen im Stromnetz, Äste stürzten auf die Straßen und ganze Bäume brachen unter der Last des Eises zusammen.

Im Verlauf der vergangenen Woche griff dann der nächste Wintersturm namens KORI auf den Westen der USA über und sorgte dort besonders in höheren Lagen für weitere massive Schneefälle. In tieferen Lagen fiel dagegen überwiegend Regen, teils konnte jedoch erneut heftiger gefrierender Regen beobachtet werden. So gab es unter anderem im Bundesstaat Washington Meldungen über einen bis zu 5 cm dicken Eisansatz. Im weiteren Verlauf überquerte KORI die Plains und sorgt aktuell überwiegend in den Südstaaten für teils heftige Gewitter, ab Montag im Nordosten für einen Mix aus Schnee und Regen. Als wäre das Ausmaß dieser beiden Stürme nicht beeindruckend genug, so kam es in den vergangenen beiden Wochen besonders in den Südstaaten zu kräftigen Gewitterzellen. Dabei konnten teilweise sogar einige Tornados beobachtet werden, die mit erheblichen Schäden verbunden waren. Am heutigen Sonntag warnt der amerikanische Wetterdienst erneut in dieser Region vor unwetterartigen Gewittern und einzelnen Tornados.

Die Westküste der USA findet auch weiterhin keine Ruhe. So greift aktuell bereits der nächste pazifische Wintersturm auf die westlichen Bundesstaaten über. Dabei muss erneut in Berglagen mit starkem Schneefall, in tieferen Lagen mit Regen gerechnet werden. Durch die hohen Niederschlagssummen besteht besonders im von Waldbränden vergangenen Sommer heimgesuchten südlichen Kalifornien die Gefahr von Überschwemmungen und Schlammlawinen. Im weiteren Verlauf wird auch dieser Sturm, dessen Niederschlag teils als Schnee, teils als Regen niedergehen wird, die USA von den Plains über den Mittleren Westen und die Great Lakes hinweg überqueren.

Aufgeklärtes Aufklaren

Datum 20.01.2017

"In der Nacht wird es verbreitet frostig-kalt. Bei längerem Aufklaren sind über Schnee lokal bis minus 20 Grad möglich." Derartige Formulierungen findet man in den aktuellen Wetterberichten zuhauf. Immer wieder erscheinen die Hinweise, dass es nachts bei wolkenlosem Himmel über Schnee am kältesten wird. Doch stimmt das überhaupt und - wenn ja - warum ist das so?

Zur Veranschaulichung finden Sie im Anhang eine Grafik der morgendlichen Minima des heutigen Freitags kombiniert mit den aktuellen Schneehöhen. Daran erkennt man sehr schön, dass in der Tat ein Zusammenhang zwischen besonders kalten und dazu schneereichen Regionen besteht. Während entlang des Rheins (schneefrei) beispielsweise die Frühwerte meist zwischen minus 3 und minus 9 Grad im einstelligen Frostbereich lagen, gab es im tiefverschneiten Bayern verbreitet strengen Frost zwischen minus 10 und minus 17 Grad.

Wie kommen nun besonders tiefe Temperaturen zustande? In den Nachtstunden gibt die Erdoberfläche die tagsüber aufgenommene Energie (kurzwellige Einstrahlung der Sonne) als langwellige Ausstrahlung an die Atmosphäre ab (Wärmestrahlung). Bei vorhandener Wolkendecke wird ein Teil dieser Energie reflektiert und wieder zum Boden zurückgeworfen, die Abkühlung ist dadurch deutlich vermindert. Daher ist ein klarer Himmel Grundvoraussetzung für einen kontinuierlichen, bodennahen Abkühlungsprozess. Über der "weißen Pracht" kommt nun das hohe Reflexionsvermögen (Albedo) des Schnees zur Geltung. Insbesondere über frischen (noch nicht verunreinigten) Schneeflächen wird die solare Strahlung tagsüber nahezu vollständig reflektiert, eine starke Erwärmung der Oberfläche findet also erst gar nicht statt. Umso effektiver erfolgt somit die nächtliche Abkühlung.

Darüber hinaus wirkt eine frische Schneedecke mit ihren zahlreichen Lufteinschlüssen auch isolierend, die nächtliche Abgabe der darunter befindlichen Bodenwärme wird unterbunden. Erdbeerbauern können diesbezüglich "ein Lied davon singen". Zur Vermeidung von Fäulnis werden die Früchte im Frühjahr gerne von Stroh oder Holzwolle unterlegt, was eine starke Abkühlung der bodennahen Luftschichten zur Folge hat. In der Konsequenz liegen die Erdbeeren zwar trocken, drohen aber zu erfrieren.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch der Wind eine wesentliche Rolle bei den angestellten Betrachtungen spielt. Bleibt dieser während der Nachtstunden lebhaft, so wird die Bildung von flachen "Kaltluftseen" infolge der permanenten Durchmischung erheblich erschwert, wodurch es milder bleibt.

Und wie geht es nun hierzulande mit dem Wetter weiter? Kurz gesagt: ohne wesentliche Änderungen. Das wetterbestimmende Hochdruckgebiet "Brigitta" bleibt stabil. Dort, wo also bereits Schnee liegt, wird dieser größtenteils erhalten bleiben (ein bisschen "Schwund" durch Sublimation gibt es immer). Da der vorhandene Schnee aber weiter "zusammensacken" - sprich - sich verdichten wird, minimieren sich auch die Lufteinschlüsse, weshalb seine isolierende Wirkung sowie die Ausstrahlungseigenschaften nicht mehr ideal sind. Auch wenn die Nächte also insbesondere über dem Südosten Deutschlands im strengen Frostbereich unter minus 10 Grad weiterhin knackig kalt bleiben, so liegen die Tiefstwerte in den kommenden Tagen doch etwas über denen der Vortage. Daher kann konstatiert werden, dass der Höhepunkt der Kältewelle trotz ausbleibender, durchgreifender Milderung vorerst überschritten ist. Alles in allem bleibt es mit Ausnahme des Nordens hochwinterlich.

Schiffsemissionen - Luftverschmutzung auf hoher See

Datum 19.01.2017

Der Kreuzfahrttourismus boomt! Hochseekreuzfahrten sind bei deutschen Urlaubern beliebter denn je. Was früher reichen Bürgern oder Berufsschiffern vorbehalten war, kann heute jedermann erleben. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) bläst jedoch ein einziges Kreuzfahrtschiff auf einer Reise in etwa so viele Abgase in die Luft wie fünf Millionen Pkw bei gleicher Strecke.

Die Nordsee ist weltweit das Gebiet mit der größten Dichte an Schiffen. Fortwährend können in ihren Gewässern etwa 3000 Schiffe gezählt werden. Mit der steigenden Anzahl an Schiffen, die zudem immer größer werden, nimmt jedoch auch die Luftverschmutzung nicht nur auf hoher See, sondern auch in den Küstengebieten der Nordsee zu. Denn Schiffe tragen erheblich zur atmosphärischen Konzentration von Stickoxiden, Schwefeldioxid, Aerosolen (kleinste Partikel in der Atmosphäre) und Ozon bei. Erstaunlicherweise können diese von Schiffen produzierten Aerosole sowie Ozon fernab der Schiffsrouten bis weit ins Landesinnere nachgewiesen werden.

Im Vergleich zu Lastkraftwagen oder Zügen sind Schiffe in Bezug auf den Treibstoffverbrauch recht effizient. Der Ausstoß von Luftschadstoffen hingegen ist hoch, da die Regularien für die Emissionen weniger strikt sind. Zusammen mit Nordamerika hat die Europäische Union jedoch bereits Kontrollzonen für Schwefelemissionen (SECA: englisch für Sulphur Emission Control Area) eingerichtet. So sollen die negativen Folgen der Luftverschmutzung in Bezug auf Gesundheit und Umwelt eingegrenzt werden. Seit dem 1. Januar 2015 dürfen Schiffe in den sogenannten SECA Zonen nur noch Treibstoff mit einem Schwefelanteil von 0,1% verwenden. Zuvor war 1% Schwefel im Schiffstreibstoff erlaubt.

Messungen aus dem Jahr 2015 haben sofort eine Verbesserung der Luftqualität in Hafengebieten und entlang der Küstenlinien gezeigt. Ein Rückgang der Schwefelkonzentration von teils mehr als 50% wurde gemeldet. Doch was bringt das, wenn außerhalb dieser Kontrollzonen weiterhin der billigste und giftigste Treibstoff in die Luft geblasen wird? Eingesetzt wird Schweröl mit einem hohen Schwefelgehalt, so dickflüssig, dass es kaum irgendwo sonst Verwendung findet und eigentlich als Sondermüll behandelt werden müsste. Der Schwefel und andere Partikel sowie Metalle gelangen bei der Verbrennung in die Atmosphäre, verbreiten sich dort und sind messbar. Diese Schiffsabgase ziehen sogar weit landeinwärts. Dort reagieren die Stickoxide aus dem Schiffsdiesel mit den Luftschadstoffen aus den landwirtschaftlichen Emissionen (Ammoniak), wodurch wiederum die Feinstaubbildung befördert wird. Feinstaub, der sich zusätzlich zum Ruß aus den Schiffsschloten bildet. Die Auswirkungen sind nicht nur in Küstennähe zu spüren. Die Luft in Norddeutschland wird von den Emissionen im Bereich des Ärmelkanals beeinflusst, genau wie die Stickoxid-Emissionen entlang der Nordseeküste die Luftqualität in Mitteldeutschland verändern.

Doch was kann gegen die Umweltverschmutzung getan werden? Katalysatoren oder eine andere Antriebstechnologie könnten zur Verringerung des Ausstoßes schädlicher Stoffe beitragen. Im Einsatz ist bei wenigen Schiffen bereits der Flüssiggasantrieb (LNG-Antrieb, LNG: englisch für Liquefied Natural Gas). Doch solch ein Umbau einer bestehenden Flotte ist teuer. Denn für die neue LNG-Technik gibt es noch keine Industriestandards. Zudem fehlt in den meisten Häfen die nötige Infrastruktur. Und dennoch, durch den Einsatz von Flüssiggas reduziert sich der Ausstoß von Stickoxiden um etwa 80% und die Feinstaubemissionen sind so gut wie nicht vorhanden.

Auch der Deutsche Wetterdienst trägt zur Reduktion von Emissionen bei - nicht direkt, aber indirekt. Durch die meteorologische Schiffsroutenberatung für lange Strecken auf dem Atlantik, dem Pazifik oder Indik, wird der Treibstoffausstoß zu einem gewissen Maß eingegrenzt. Bei der Beratung des DWD (http://www.dwd.de/DE/fachnutzer/schifffahrt/maritimberatung/_node.html) werden naturbedingte Größen wie Wind, Seegang, Sicht, Meeresströmungen und Eisverhältnisse sowie besondere meteorologische Gefahren (trop. Wirbelstürme) in die Vorhersagen einbezogen. Zudem werden die oben genannten SECA-Zonen sowie Zwangswege und Piratengebiete berücksichtigt, um die optimale Route zu finden. Durch das Umfahren von Schlechtwettergebieten und die dann aus der Routenberatung resultierende noch immer zeitschnellste Strecke können Schäden an der Ladung vermieden und präzisere Ankunftszeiten prognostiziert werden. Die Wahl des bestmöglichen Kurses legt auch den Grundstein für die Verringerung des Treibstoffverbrauchs und liefert somit einen Beitrag zum Umweltschutz.

Winter - Quo vadis?

Datum 18.01.2017

Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Verbreitet gibt es Dauerfrost, in den Mittelgebirgen liegt mit einem halben bis 1 Meter so viel Schnee, wie seit Jahren nicht mehr und selbst in tiefen Lagen ist es vielerorts weiß. Doch wie geht es mit dem Winterwetter weiter? Bleibt es weiterhin kalt mit Schnee oder geht dem Winter etwa schon die Puste aus?

Seit Beginn des Jahres herrscht in Mittel- und Südeuropa eine ausgeprägte winterliche Wetterlage. Zunächst führten atlantische Tiefdruckgebiete mit einer nordwestlichen Strömung feuchte und kühle Polarluft heran, die in den Mittelgebirgen den Winter brachte. Danach drehte die Strömung zeitweise auf Nordost, wobei zeitweilig sibirische Kaltluft nach Mitteleuropa geführt wurde. Dabei gab es strenge Nachtfröste mit Werten teils unter -15 Grad. Die erste Januarhälfte verlief in Deutschland etwa 2 Grad zu kalt.

Auch aktuell hat kontinentale Kaltluft Mittel- und Südeuropa fest im Griff. Die Kaltluft dringt weit ins Mittelmeer vor und beeinflusst derzeit sogar weite Teile Spaniens. So lassen sich auf Mallorca Palmen im Schnee bewundern. Viele werden sich jetzt fragen, ob wir in diesem Jahr mal wieder einen richtig strengen Winter bekommen?

Derzeit ist die Wetterlage wieder in einer Umstellungsphase. Über Grönland hat sich ein größeres Kaltluftreservoir angesammelt. Diese Kaltluft fließt über den relativ milden Nordatlantik (5 bis 10 Grad Wassertemperatur) und facht dort die Tiefdruckbildung an. Vorderseitig dieser Tiefdruckgebiete wird mit einer südwestlichen Strömung Warmluft ins Nordmeer und nach Skandinavien transportiert. Diese Warmluftzufuhr sorgt unter anderem dafür, dass sich das Hochdruckgebiet über dem nördlichen Mitteleuropa stabilisiert. Dieses Hoch schneidet die Kaltluftzufuhr ab, sodass in höheren Luftschichten eine deutliche Erwärmung einsetzt.

Während in weiten Teilen Deutschlands leichter bis mäßiger Dauerfrost vorherrscht, sorgt im Norden bei westlicher Strömung feuchte Nordseeluft in einer Höhe von etwa 500 - 1000 m für Temperaturen von 0 bis +3 Grad. Im gesamten nördlichen Binnenland herrscht aber in den untersten Luftschichten noch Frost. Nach anfänglicher Phase mit Schneegriesel wird ab den Abendstunden dann daraus immer mehr Sprühregen, der dort am Boden und zu gefährlichen Glatteis gefriert.

Das Hochdruckwetter erinnert etwas an die vorherrschende Wetterlage im Dezember 2016, nur mit dem Unterschied, dass es diesmal trotz Erwärmung in der Höhe in Bodennähe insgesamt kälter bleib, denn die Strahlungsbilanz ist immer noch negativ. Das heißt, dass die Auskühlung nachts stärker ist als die Erwärmung tagsüber durch die Sonne. Des Weiteren liegt vielerorts Schnee, der tagsüber die Erwärmung bremst, da die Sonnenstrahlen zu einem Großteil reflektiert werden. Nachts sorgt die Schneedecke zusätzlich noch für eine stärkere Auskühlung. Die Kaltluft wird also in den bodennahen Luftschichten vor Ort produziert.

So erwartet uns bis über das Wochenende hinaus in tiefen Lagen teils sonniges, teils neblig-trübes Wetter mit tagsüber immer noch meist frostigen Temperaturen, vor allem in der Südosthälfte. In den übrigen Gebieten steigen sie tagsüber durchaus schon mal wieder in den leichten Plusbereich Im Norden bleibt es trotz Hochdruckeinfluss meist trüb mit zeitweiligem Sprühregen, da dort ständig feuchte Nordseeluft einfließt. Im höheren Bergland und in den Alpen gibt es häufig Sonne bei leicht ansteigendenTemperaturen (Inversion). Tauwetter ist aber auch dort zunächst nicht zu erwarten.

Diese niederschlagsarme Hochdruckwetterlage erweist sich, wie auch schon im Dezember, als ziemlich stabil. Ob sich dann zum Ende des Vorhersagezeitraums im Laufe der nächsten Woche eine Westwetterlage durchsetzt, die milde und feuchte Atlantikluft heranführt und für Tauwetter bis in die Gipfellagen sorgt, oder ob sich die Hochdrucklage weiter fortsetzt, ist derzeit noch nicht sicher. Ein erneuter Wintereinbruch mit viel Schnee bis in tiefe Lagen ist aber erst einmal unwahrscheinlich.

Das sitzt tief...

Datum 17.01.2017

Bei verbreitet dauerfrostigen Verhältnissen kann der Frost auch tief in den Boden eindringen. Einige Überlegungen zur sogenannten Frosteindringtiefe finden Sie heute im Thema des Tages.

Zugegeben, wenn man sagt, dass etwas "tief sitzt", dann sind häufig Kränkungen oder Verletzungen im persönlichen oder beruflichen Umfeld gemeint. Wir bewegen uns heute im "Thema des Tages" aber auf der Straße des meteorologischen Mainstreams, auf der der Frost aktuell die Pole-Position einnimmt. Und der sitzt teilweise auch schon ganz schön tief - nämlich im Boden.

Die Meteorologen und andere Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der Frosteindringtiefe. Um in den Boden einzudringen, muss sich der an der Erdoberfläche auftretende Frost gegen einen positiven Wärmestrom aus dem Erdinneren durchsetzen. Die angesprochene Frosteindringtiefe ist letztendlich die aktuelle Tiefe des Null-Grad-Niveaus unterhalb der Erdoberfläche.

Selbst bei ähnlichen oder gleichen Rahmenbedingungen kann die Frosteindringtiefe sehr unterschiedlich sein. So hängt sie beispielsweise von der Art des Bodens und vom Bewuchs ab. Eine mögliche Schneedecke reduziert den Energieaustausch und hemmt entsprechend das Eindringen des Frostes in den Boden. Das gleiche gilt für eine Eisdecke. Letzteres hat auch zur Folge, dass der Frost in feuchtere Böden nicht so schnell bzw. tief eindringt wie in trockene Böden, da beim Gefrieren Wärme frei wird und zusätzlich das gefrierende Wasser dann ähnlich einer Isolierschicht das weitere Eindringen des Frostes in den Boden erschwert.

Im Anhang zu diesem Thema des Tages finden Sie auch eine Grafik der aktuellen Frosteindringtiefen. Der entsprechende Link auf die DWD-Homepage lautet http://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfrost/bodenfrost.html?nn=510076. In der Karte ist schön zu erkennen, dass im milderen und schneeärmeren Norden der Frost nicht so tief im Boden sitzt wie im Süden, und dass nördlich des Erzgebirges durch die dort schon länger vorhandene Schneedecke ein tiefes Eindringen des Frostes in den Boden unterbunden wurde.

Doch wofür ist das Wissen um die Eindringtiefe des Frostes nützlich?

Für Meteorologen ist die Frosteindringtiefe ein wichtiger Faktor, um die Gefahr von gefrierendem Regen abzuschätzen. Je tiefer der Boden gefroren ist, desto mehr Regen kann - auch über einen längeren Zeitraum - auf der Oberfläche gefrieren. Es braucht keine großen prophetischen Fähigkeiten, um schon jetzt zu sagen, dass auch nach der aktuellen Frostperiode eine einsetzende Milderung die Gefahr von gefrierendem Regen und Glatteis mit sich bringen wird (nicht zwingend, aber doch sehr wahrscheinlich, und im Norden Deutschlands zeichnet sich eine entsprechende Entwicklung für den morgigen Mittwoch ja auch schon ab).

In der Landwirtschaft ist die Frosteindringtiefe ebenfalls von Bedeutung. Ein tiefes Eindringen des Frostes in den Boden kann beispielsweise zu Frosttrocknis bei Pflanzen führen, da diese kein Wasser mehr aufnehmen können. Auch Winterkulturen können geschädigt werden, etwa durch das Absterben kleiner Wurzeln. Und selbst im Zusammenhang mit der Einhaltung der Düngeverordnung ist die Frosteindringtiefe relevant.

Da ist ihre Bedeutung für die Bauwirtschaft schon offensichtlicher. Schließlich sollen Straßen und Gebäude selbst bei langen Frostperioden keinen Schaden nehmen. Zahlreiche Schlaglöcher in unseren Straßen deuten aber darauf hin, dass dies nicht immer der Fall ist. Und manche dieser Schlaglöcher "sitzen" auch ganz schön tief...

EGON der Schnellläufer

Datum 14.01.2017

Tief Egon war deutschlandweit bislang das herausragende Wetterereignis dieses Jahres. Hoffen wir mal, dass dies auch bis Ende 2017 das Extremereignis bleibt.

Erstmals auf unseren Wetterkarten erschien Egon als gänzlich unscheinbares Randtief an der Kaltfront von Dieter am Donnerstag 01 Uhr südwestlich von Irland. Zu dem Zeitpunkt wussten die Wettervorhersagemodelle schon länger, was sich da zusammenbraut. Mittags erreichte Egon die Westspitze Frankreichs. Donnerstagnachmittag trat Egon über dem Südausgang des Kanals erstmals mit eigener geschlossener Kernisobare auf unseren Wetterkarten auf. Deutschland erreichte das Tief am Donnerstag 00 Uhr in der Höhe von Mönchengladbach, um lag es bei Braunschweig, zog dann nördlich an Berlin vorbei und verließ Deutschland um 12 Uhr bei Schwedt über die Oder Richtung Polen. Die Reisegeschwindigkeit von EGON betrug also ca. 1000 km pro Tag, über Deutschland in der Nacht etwa 70 km/h. Daher der Name Schnellläufer, denn normalerweise sind Tiefs bei uns mit ca. 30 bis 35 km/h deutlich langsamer. Diese Schnellläufer sind sowohl bezüglich ihrer Entwicklung als auch ihrer Zugbahn nur schwer vorherzusagen. Die Zugbahn ist deshalb so wichtig, weil die Auswirkungen in Bezug auf Wind und Niederschlagsart sich an der Nord- und Südseite des Schnelläufers deutlich unterscheiden.

Zum Zeitpunkt seiner Entstehung hatte Egons "Muttertief" Dieter an der Nordsee noch für orkanartige Böen gesorgt. Nach einer relativen Ruhe mit schweren Sturmböen nur noch an der Nordseeküste gab es an der Küste der Bretagne die ersten Orkanböen um 15 Uhr, um 18 Uhr 300 km nordostwärts bei Le Havre. Am Abend arbeiteten sich die Unwetterböen im Flachland bis Reims vor und auch auf dem Feldberg im Schwarzwald gab es gegen 20 Uhr mit 126 km/h die erste Orkanbö in Deutschland. Im Saarland wurden gegen 2 Uhr an den beiden 400m hoch gelegenen Stationen Berus und Tholey mit 126 bzw. 120 km/h Orkanböen gemessen. Beide Stationen lagen da schon knapp 300 km südöstlich von Egon bereits auf der Rückseite des Tiefs. Gegen 4 Uhr gab es auch in Baden Württemberg Orkanböen, die stärkste mit 127 km/h in Stötten auf der Alb. Am Vormittag war Chemnitz mit 112 km/h der Spitzenreiter unter den "Nichtbergstationen". Auf der Suche nach Rekorden landen wir natürlich auf den windexponierten Bergstationen. 149 km/h auf dem Fichtelberg wurde als höchste Bö in Deutschland gemessen. (Zur Erinnerung: Orkan Lothar erreichte bis zu 272 km/h.) Wie wichtig die Vorhersage der Zugbahn ist, können Sie der Abbildung entnehmen. Der starke Wind tritt im Wesentlichen südlich der Zugbahn auf, denn der Isobarenabstand ist südlich der Schnelläufer üblicherweise deutlich enger als nördlich davon und damit der Wind stärker. (Die maximalen Windgeschwindigkeiten der Abbildung wurden zwischen 01 und 07 Uhr gemessen.) Die Unwetterwarnungen wurden und werden derzeit vielfach wegen Schneeverwehungen herausgegeben. Wie sieht es denn mit den Schneehöhen aus? In einem Streifen vom südwestlichen Niedersachsen bis zur Odermündung, also nördlich des Tiefs, lagen Freitag früh in den Niederungen verbreitet 5 bis 15 cm. In der milderen Luft südlich von Egon gab es in den Niederungen nur örtlich eine geschlossene Schneedecke. Auf den Gipfellagen der windumtosten Mittelgebirge lagen Freitag früh 35 bis 85 cm, Samstag früh 50 bis 105 cm.

Es muss nicht immer ein Zyklon sein...

Datum 13.01.2017

Vor etwa einer Woche wurde der Süden Thailands von verheerenden Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen heimgesucht. Ursache war nicht etwa ein tropischer Wirbelsturm (dort als Zyklon bezeichnet), sondern ein "gewöhnliches" tropisches Tiefdruckgebiet.

Während unser Wetter vom Ringen unterschiedlich temperierter Luftmassen an der "Frontalzone" um die Vorherrschaft in Europa lebt ("feucht-warme" Subtropikluft versus "trocken-kalte" Subpolarluft), das sich insbesondere im Winterhalbjahr in starken Tiefdruckgebieten mit markanten Wetterfronten - wie aktuell Sturmtief EGON - ausprägt, zeigen sich in den Tropen generell geringe Temperatur- und damit Luftdruckgegensätze, wenn man von den regional allerdings häufigen, tropischen Wirbelstürmen einmal absieht.

Daher macht die Einteilung in thermisch bedingte Jahreszeiten, so wie wir sie kennen, keinen Sinn. Dagegen können die Niederschläge sehr wohl saisonal unterschiedlich sein, d.h. es gibt in den Tropen und Subtropen mehr oder weniger deutlich ausgeprägte "Regen- und Trockenzeiten" im Sommer- bzw. im Winterhalbjahr. Sind die äquatornahen "inneren Tropen" in den meisten Gegenden der Welt quasi "immer-feucht", so verkürzen sich auf der Nordhemisphäre die Regenperioden nach Norden hin und die Trockenzeiten werden länger.

Ursache für das tropische Niederschlagsregime mit Regen- und Trockenzeiten ist die Nord-Süd-Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone (Innertropical Convergence Zone - ITCZ) im Jahresverlauf. Die ITCZ bildet einen zonalen, wenige hundert Kilometer breiten, mit Verzögerung von etwa einem Monat den Sonnenhöchstständen folgenden, weltumspannenden Tiefdruckgürtel. In seinem Einflussbereich treten, mit Schwerpunkt in der zweiten Tageshälfte, teils gewittrige Starkregenfälle auf. Die mit der ITCZ-Verlagerung verbundene großräumige Zirkulation nennt man "Monsun". Im Norden Thailands herrscht wintertrockenes, im Süden meist wechsel-feuchtes Monsunklima.

Schaut man sich die auf langjährigen Messungen basierenden Klimadaten an, sollte auch im Süden Thailands derzeit die "niederschlagsarme" Saison im Gange sein. Ganz trocken ist es dort ja nie, was aber etwa seit Mitte vergangener Woche in der Region vom Himmel fiel, ist unvorstellbar. Verbreitet gab es Überschwemmungen, von denen nach Angaben der einheimischen Katastrophenschützer ca. 300 000 Haushalte mit 1 Million Menschen betroffen sind. Bisher sind 25 Todesopfer zu beklagen. Man spricht von den schlimmsten Regenfällen seit 30 Jahren. Beispielsweise fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis zum vergangenen Freitag, 06.01.2017, 00:00 Uhr UTC (07:00 Uhr MOZ) an der agrarmeteorologischen Station Nakhon Si Thammarat (08°27'N, 100°03'E, 2 m Höhe) unvorstellbare 616 mm Regen, an einer benachbarten Station in derselben Stadt 400 mm und in Phattalung (07°37'N, 100°10'E, 2 m Höhe) 228 mm. 616 mm sind etwa das Vierfache der im gesamten Januar üblichen Niederschlagsmenge! Auch an den Folgetagen gab es nochmals mehrere zehn Liter Regen pro Quadratmeter.

Derartige Niederschlagsmengen werden gewöhnlich nur von tropischen Wirbelstürmen hervorgebracht, die in dieser Gegend "Zyklone" heißen und gerne auf gealterte tropische Tiefdruckgebiete, die sich aus der ITCZ heraus gelöst haben, als Entstehungsursache zurückgreifen. Aber zur Entwicklung eines Zyklons reichte es in diesem Falle nicht. Das Tiefdrucksystem wurde vom Joint Typhoon Warning Center der US Navy zunächst als "Tropische Störung 90B" und damit als schwächste Form tropischer Tiefdrucksysteme klassifiziert. Obwohl es auf 7° nördlicher Breite dank ausreichend warmem Oberflächenwasser (bis zu 30 °C), leichter bis moderater Windscherung und guten Zirkulationsbedingungen durchaus Entwicklungsperspektiven hatte, wuchs es nicht zu einem Zyklon heran, sondern löste sich stattdessen am nächsten Tage auf.

Die unten angefügte Karte zeigt den südlichen Teil Hinterindiens und Teile des Malaiischen Archipels. Eingetragen sind die bis zum 06.01.2016, 00:00 Uhr UTC registrierten vierundzwanzigstündigen Niederschlagsmengen in ganzen Litern pro Quadratmeter (Maßeinheiten: [L/m²] = [mm]). Außerdem finden Sie in der Karte die vom freitäglichen 00:00-UTC-Lauf des amerikanischen Vorhersagemodells GFS analysierte geopotentiellen Höhe der 500-hPa-Hauptdruckfläche, welche die mittlere Troposphäre repräsentiert. Gemessen wird diese Größe in geopotentiellen Dekametern, einer Maßeinheit für die spezifische potentielle Energie der Luftmasse (Einheitenzeichen [gpdam]). Weiterhin sind die vom selben Modelllauf an den Gitterpunkten kalkulierten Windvektoren, mit dem Betrag der Windgeschwindigkeit in Knoten (engl. Einheitenzeichen [kt], lange Fieder = 10 kt, kurze Fieder = 5 kt, 1 kt = 1,852 km/h) sowie der Windrichtung, auf der bodennahen 1000-hPa-Hauptdruckfläche dargestellt. Das Zentrum des vom Boden (siehe zyklonal orientierte Windpfeile) bis hoch in die mittlere Troposphäre (siehe geschlossene Isohypse bei 584 gpdam) reichenden tropischen Tiefdruckgebietes liegt nordwestlich von Banda Aceh an der Nordwestspitze Sumatras.

Wie kleine Erdbeben: Wetterbomben

Datum 10.01.2017

Wetterbomben können seismische Wellen erzeugen, mit deren Hilfe bessere Kenntnisse über das Innere unseres Planeten gewonnen werden können.

Am 9. Dezember 2014 rüttelte es heftig auf dem Nordatlantik zwischen Grönland und Island. Grund dafür war aber nicht etwa ein Erdbeben, sondern eine sogenannte "Wetterbombe" mit einem Kerndruck von unter 945 Hektopascal. Als solche bezeichnet man in Wissenschaftlerkreisen Tiefdruckgebiete, bei denen es zu einer rapiden Tiefdruckentwicklung (Zyklogenese) mit einem Druckfall von mehr als 24 Hektopascal in 24 Stunden kommt. Doch trotz der Schäden, die diese Wetterbombe beispielsweise in Westnorwegen anrichtete, hatte sie einen großen Nutzen.

Vieles, was wir Menschen über den Aufbau der Erde wissen, haben wir durch die Beobachtung und Auswertung seismischer Wellen, die im Erdinneren propagieren, gelernt.

Diese werden unterschieden nach Raum- und nach Oberflächenwellen. An dieser Stelle sollen uns nur erstere interessieren. Die Raumwellen lassen sich wiederum einteilen, nämlich nach den sogenannten P- und S-Wellen. Primärwellen (P-Wellen) sind Longitudinalwellen, das heißt, sie schwingen in Ausbreitungsrichtung. Ein alltägliches Beispiel dafür ist die Schallausbreitung in der Luft. Bei Sekundärwellen (S-Wellen) handelt es sich hingegen um Transversalwellen, sie schwingen also quer zur Ausbreitungsrichtung. Da sich P- und S-Wellen unterschiedlich schnell ausbreiten (P-Wellen mit ca. 5 bis über 8 km/s, S-Wellen ca. 3 bis 4,5 km/s), treffen sie an einem vom Bebenherd entfernten Ort unterschiedlich schnell ein. Aus der Zeitdifferenz zwischen dem Einsetzen der P- und der S-Wellen kann die Entfernung zum Herd bestimmt werden. Kann an mindestens drei verschiedenen Orten auf diese Weise die Entfernung zum Bebenherd bestimmt werden, lässt sich der Bebenherd im Rahmen der Messgenauigkeit festlegen.

Treffen die Raumwellen auf signifikante Grenzflächen im Erdinneren, wie beispielsweise diejenige zwischen Erdkruste und -mantel (die sogenannte Mohorovičić-Diskontinuität), so können sie reflektiert, gebrochen, gebeugt, gestreut, absorbiert oder umgewandelt werden. Weiß man um die Gesetzmäßigkeiten bei der Wellenausbreitung, kann man nach einem Erdbeben basierend auf der Verteilung der P- und S-Wellen Aussagen über die innere Struktur unseres Planeten machen.

Jedoch liegt genau darin ein Problem: In vielen Regionen der Welt bebt die Erde gar nicht oder nur sehr selten. Und demzufolge erhält man keine guten Messungen und abgeleiteten Visualisierungen des Erdinneren in diesen Gebieten, zumal man ja mittels aufwendiger Bohrungen nicht weiter als wenige Kilometer in die Erdkruste kommt und auch nicht einfach mal so ein Thermometer ins Erdinnere stecken kann.

An dieser Stelle können heftige Stürme über dem Ozean helfen. Diese erzeugen auf dem Meer Wellen, die so kräftig sein können, dass ein kleiner Teil der damit verbundenen Energie als akustische Wellen den Meeresboden erreicht. Dort angekommen, generiert die Energie schwache P- und S-Wellen, die sich durch das Gestein ausbreiten. So, als ob an dieser Stelle ein kleines Erdbeben stattgefunden hätte. Die unten stehende Abbildung soll dies schematisch darstellen.

Bisher konnten mit dieser Methode nur P-Wellen detektiert werden. Nun ist es zwei Forschern der Universität Tokio (Nishida und Takagi, 2016) zum ersten Mal gelungen, ein - wenn auch im Vergleich zum P-Wellen deutlich schwächeres - Signal von S-Wellen aufzuzeichnen. Als Datenbasis dafür diente eben diese Wetterbombe vom Dezember 2014. Die Forscher konnten dieses Signal detektieren, weil sie ein dichtes Seismometernetzwerk (200 Seismometer in der japanischen Region Chugoku) nutzten.

Dass sowohl P- als auch S-Wellen aufgezeichnet wurden, ermöglicht es, sich ein hochaufgelöstes Bild der Struktur der Erde direkt unter dem atlantischen Sturmsystem zu machen und die exakte Lage der Grenzschicht zwischen oberem und unterem Mantel in dieser Region zu bestimmen. Außerdem könnte diese Arbeit die Möglichkeit eröffnen, Schwankungen in solch wichtigen Grenzschichten zu entdecken und so das Wissen über die Konvektion im Mantel und die Bewegung der tektonischen Platten zu verbessern.

Wetterbomben gibt es nicht unbedingt häufiger als Erdbeben, jedoch können sie im Gegensatz zu den Erdbeben vielerorts über dem Meer auftreten und so das Bild des Erdinneren komplettieren. Mit ihnen ergibt sich die Möglichkeit einer weiteren Verzahnung der Geowissenschaften Meteorologie und Geophysik.

Die Kleidung macht's!

Datum 09.01.2017

Mit diesen Tipps kann die nächste Kältewelle kommen!

Eisig kalt war es in den vergangenen Tagen in Deutschland. Die Thermometer zeigten verbreitet zweistellige Minuswerte an, "negativer Spitzenreiter" waren nachts das oberbayerische Reit im Winkl und das oberpfälzische Schorndorf mit jeweils minus 26 Grad Celsius. Bibbernde Menschen, rote Wangen und lethargisches Händereiben wo man nur hinsah. Dabei sind Temperaturen, wie sie in den vergangenen Tagen in Deutschland herrschten, in einigen Teilen der Welt normal bzw. werden noch um ein weites übertroffen (besser gesagt unterboten). In der Arktis beispielsweise sind Temperaturen von - 40°C im Winter keine Seltenheit. Da fragt man sich doch (durchaus zu recht): Wie können die dort lebenden Menschen eine solche Eiseskälte aushalten? Die Antwort ist simpel: Mit der richtigen Kleidung. Besonders effektiv ist das sogenannte "Zwiebelprinzip", das den meisten wohl bekannt ist. Anstatt einer einzigen sehr dicken Schicht, trägt man viele dünne Lagen.

Als Unterwäsche und damit unterste Bekleidungsschicht (auch "Baselayer" genannt) wird oftmals Merinowolle verwendet. Das Besondere an dieser hochwertigen Form von Wolle: Merinofasern sind stark gekräuselt (bis zu vierzig Kräuselungen pro Zentimeter) und haben eine wellenartige Struktur. Dadurch liegen die Fasern sehr locker aufeinander und es entstehen Luftkammern, die die Körperwärme einschließen und zurückhalten und den Körper somit vor dem Auskühlen bewahren. Die eingesperrte Luft zwischen den Fasern wirkt also isolierend nach außen - übrigens nicht nur wärmend im Winter sondern auch kühlend im Sommer. Dabei hat die Wolle des ursprünglich aus Nordafrika stammenden Merinoschafes noch weitere Vorteile: Sie kratzt nicht auf der Haut, transportiert Feuchtigkeit und riecht nicht. Zwar auch eine Wolle, aber dennoch nicht als Baselayer geeignet ist Baumwolle. Denn Baumwolle nimmt die Feuchtigkeit auf ohne sie abzutransportieren und trocknet schlecht. Die unterste Kleidungsschicht sollte um ihre Funktion optimal zu erfüllen eng anliegen ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Als sogenannter "Midlayer" folgt dann eine weitere Schicht mit guter Wärmeisolation. Die gängigste Isolationsschicht ist Fleece durch ein hervorragendes Wärme-Gewicht-Verhältnis. Bei extremen Bedingungen kann man über den Fleecepulli noch eine Isolationsjacke (z.B. Primaloft oder eine ultradünne Daunenjacke) ziehen. Das Material Primaloft besteht aus synthetischen Mikrofasern und wurde Anfang der 80-er Jahre ursprünglich für die US-Army entwickelt. Seitdem bekannt ist, wie leicht, robust, atmungsaktiv, stark komprimierbar und feuchtigkeitsunempfindlich dieses Material ist, und welche hervorragenden Isolationseigenschaften es bietet, ist es aus den Regalen der Outdoorläden nicht mehr wegzudenken.

Und last but not least, die äußere (Wetterschutz-)Schicht. Ganz wichtig ist, dass diese Schicht wind- und wasserdicht ist. Schlupf-Anoraks sind bei extremer Kälte übrigens Jacken vorzuziehen, da bei Stürmen der Wind sogar durch doppelt abgedeckte Reißverschlüsse dringt. Fellstreifen im Kapuzenrand wärmen enorm und halten den Großteil des Windes vom empfindlichen Gesicht ab.

Nicht zu vergessen sind die "Accessoires": Handschuhe (am besten dicke Fäustlinge über dünnen Fingerhandschuhen), dicke Wollsocken und eine Mütze. Die Gelehrten streiten sich zwar, wie viel Prozent Körperwärme über den Kopf verloren gehen kann; die meisten Schätzungen liegen um die 40 Prozent. Klar ist aber auf jeden Fall, dass es ohne Mütze sehr schnell sehr kalt wird.

Und nun noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Die einzelnen Bekleidungsschichten dürfen nicht zu eng aneinander liegen! Denn Luft isoliert und somit dienen die kleinen Luftpolster in den Zwischenräumen als Wärmespeicher. Da liegt übrigens auch der Grund verborgen, warum man(n oder frau) so oft kalte Füße hat: Es werden enge (manchmal sogar mehrere) übereinander getragene Socken in zu kleine Schuhe gesteckt!

Eiswein

Datum 08.01.2017

Das eiskalte Winterintermezzo der letzten Tage hat uns in der Folge nicht nur Glatteis, sondern auch einen edlen Tropfen beschert.

Hoch Angelika und Tief Benjamin haben uns ein glattes Wochenende beschert. Angelika brachte die Kälte, Benjamin den Niederschlag, der je nach Region zu verschiedenen Glättetypen führte. Über die Glättearten können Sie sich im Thema des Tages vom 8.12.2016 informieren. (http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/12/8.html). Einer solchen Glättelage geht im Regelfall sehr kaltes Wetter voraus. Heute aber sprechen wir nicht von der eher negativen Folge Eisregen, sondern vom eher positiven Folgeprodukt Eiswein, der bei kalten meteorologischen Voraussetzungen gelesen werden kann.

In den Weinbaugebieten von Hessen und Rheinland Pfalz war Dank Hoch Angelika endlich mal wieder Eisweinwetter, denn wegen der geografischen Lage des Hochs kam die Polarluft zu uns, ohne vom warmen Nordatlantik aufgewärmt zu werden. Das Eisweinwetter leitet sich aus der Definition des Eisweins ab, einem recht teuren Getränk zu ca. 50-250 EUR je Liter. Im Regelfall wird er bei aus Weißweinen wie Riesling oder Silvaner hergestellt, aber auch Rotweine werden dazu verarbeitet. Der Eiswein muss, wie der Name schon sagt, bei eiskaltem Wetter geerntet werden. Notwenig dazu sind Temperaturen von minus 7 Grad oder darunter über einen gewissen Zeitraum, der nicht exakt festgelegt ist. Auf besondere Qualität erpichte Winzer nehmen drei Stunden als minimale Zeit, wenn möglich an zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Bei dieser Temperatur kristallisiert das reine Wasser, nicht aber das Wasser um die Zuckermoleküle. Damit bleibt nach dem sofortigen Pressen der Trauben nur konzentrierter Saft übrig sodass diese Weine sehr süß sind. Da sie aber gleichzeitig hocharomatische Säure besitzen, sind es nicht einfach nur süße Weine, sondern Prädikatsweine.

Warum sind sie so teuer? Unter anderem spielen folgende Gründe eine Rolle: 1. Die Weintrauben müssen viel länger am Stock hängen als normale Trauben. Dabei verlieren sie an Wasser und damit an Flüssigmasse. Der Ertrag pro Hektar ist also deutlich geringer. 2. In den deutschen Weinbaugebieten wird es immer häufiger Jahre geben, in denen die für Eiswein geforderte Temperatur erst mit dem Spätwinter im Februar oder den gesamten Winter nicht auftritt. Dann gleichen die Trauben eher Eisrosinen oder eine Eisweinlese ist überhaupt nicht möglich und die Mühe gänzlich vergebens. 3. Die Erntekosten liegen natürlich über denen einer normalen Lese, allein der "Nacht- bzw. Temperaturwächter" verbringt oft sinnlose Zeit im Wingert.

Man kann natürlich die Ernte des Eisweins auch schon bei geringeren Minusgraden durchführen; dann aber steigt den Winzern zumindest die eigene Genossenschaft auf die Füße. In diesem Jahr aber müssen wir uns Dank Hoch Angelika darum nicht sorgen. Freitag und Samstag früh lag die gesamte rheinhessische Weinbauregion mit Tiefstwerten am Freitag um -8, am Samstag um -10 Grad im "Grünen Bereich" für Eiswein. Geisenheims Reben beispielsweise erlebten am Freitag 8 und gestern 15 Stunden im Frostbereich unter -7 Grad. Na dann mal Prost ... .

Minima der Nacht. Immer der wirkliche Tiefstwert?

Datum 07.01.2017

Tiefstwerte der Nacht werden im Regelfall von 7 Uhr gemessen und verbreitet. In der Realität misst man um 10 Uhr erneut. Warum das gemacht wird, darum geht es heute im Thema des Tages.

Die Tiefstwerte sind zur Zeit wieder ein Thema in den Medien, da sie teilweise unter -20 Grad lagen. Diese Werte entstehen typischerweise bei Strahlungswetter, also klarem bzw. wolkenlosem Himmel, und werden nach internationalen Normen bei uns um 06 GMT, also 7 Uhr MEZ gemessen.

Warum ist der Zeitpunkt für die Angabe der Tiefsttemperaturen so wichtig? Im Winter ist der Zeitpunkt der theoretisch tiefsten Temperatur bei Strahlungswetter deutlich nach dem Meldetermin 7 Uhr, denn die Sonne geht zum Jahreswechsel etwa um 08:15, derzeit etwa um 08:10 auf. Die Tiefstwerte werden bei wolkenlosem Himmel aber erst zwischen 08 Uhr und 09 Uhr erreicht, also deutlich nach dem Zeitpunkt der Wettermeldung um 7 Uhr.

Warum werden die Tiefstwerte bei klarem Himmel erst etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang erreicht? Stellen Sie sich vor, sie befinden sich im Raum mit einem Kamin. Wenn Sie in Nähe des Kamins zu ihm hin schauen, dann stellen Sie fest, dass es in der Richtung am wärmsten ist. Wenn Sie umgekehrt vor einer kalten Wand liegen, dann kühlt der der Wand zugewandte Körperteil aus und Sie fangen an zu frieren. In beiden Fällen passiert das, ohne dass Sie den Kamin oder die Wand berühren. Ursache ist die Strahlung, die vom wärmeren zum kälteren Körper geht, also vom warmen Kamin zum 37 Grad warmen Körper bzw. vom 37 Grad warmen Körper zur kalten Wand. Extrem gut merkt man das bei einem Lagerfeuer (ca. 400 Grad) bei klarem Himmel. Vorne Bullenhitze, hinten "eiskalt". Die Strahlung geht auch hier vom heißen Feuer zum Körper. Wohin aber geht die Strahlung vom Körper, sodass man am Rücken friert? Sie geht in den Weltraum, der mit - 273° Grad deutlich kälter als der Körper ist. Und genau das macht die Erde den lieben langen Tag. Sie heizt den Weltraum und müsste eigentlich immer mehr abkühlen. Aber zum Glück haben wir ja die Sonne, die uns immer wieder aufheizt. Nehmen wir nun mal an, die Erde heizt den Weltraum mit etwa 50 Watt/m² und die Sonne liefert uns mittags 200 W/m². Wenn die Sonne aufgeht, liefert sie beim Aufgang natürlich nicht sofort die 200 Watt, sondern ihre Strahlung beginnt bei 0 Watt, während die Erde weiterhin 50 Watt abgibt. Erst wenn die Sonne so hoch steht, dass deren Einstrahlung mit 50 Watt der Ausstrahlung der Erde von 50 Watt entgegensteht, wird es nicht mehr kälter. Bis dahin vergeht ab Sonnenaufgang eine Weile. Bis das auch das vor der Sonnenstrahlung geschützte Thermometer merkt, dauert es halt etwa eine Stunde. Deshalb messen wir in Deutschland um 10 Uhr gesetzlicher Zeit die Tiefstwerte erneut. Dann haben wir sicherlich auch die wirklich kälteste Tiefsttemperatur erwischt. Als Grafik ist der Temperaturverlauf von gestern in Märklingen angefügt. Um 7 Uhr wurde als Minimum 20,8 Grad, um 10 Uhr -21,7 Grad gemeldet.

"Hochdruckbrücke Mitteleuropa"

Datum 06.01.2017

Die auf der Rückseite des Sturmtiefs AXEL nach Mitteleuropa eingeflossene Meeresluft gelangte unter Hochdruckeinfluss und "rechtzeitig" zum Dreikönigstag wurde es bitter kalt.

..."rechtzeitig", denn "War bis Dreikönig (6. Januar) kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter..." lautet eine bekannte Bauernregel. In diesem Sinne scheint unser diesjähriger Winter ja noch ´mal kurz vor dem Schlussverkauf "die Kurve gekriegt" zu haben. Als Kurve könnte man die Zugbahn des eindrucksvollen Sturmtiefs AXEL interpretieren, das inzwischen ostwärts in die russische Weite abgezogen ist. Auf seiner Rückseite gelangte wie üblich polare Meeresluft nach Mitteleuropa. Die steht unter Hochdruckeinfluss, denn zwischen der Iberischen Halbinsel und dem nördlichen Westsibirien erstreckt sich am heutigen Freitag eine mächtige Hochdruckbrücke, deren südwestlicher Pfeiler mit einem Luftdruck von 1040 hPa ziemlich genau über Deutschland und Südskandinavien liegt und den schönen Namen ANGELIKA trägt. Den nordöstlichen Pfeiler bildet eine Hochdruckzone jenseits des Urals über dem Delta des westsibirischen Flusses Ob mit 1035 hPa.

Vom synoptisch-klimatologischen Standpunkt bietet sich in diesen Tagen die Charakterisierung der Großwetterlage als "Hochdruckbrücke Mitteleuropa" an (oder einfach "Brücke Mitteleuropa" genannt, daher die wissenschaftliche Abkürzung "BM"). Sie zählt zu den zonalen Zirkulationsformen, d.h. die in West-Ost-Richtung verlaufende Strömungskomponente über dem Kontinent übertrifft den in Nord-Süd-Richtung orientierten, meridionalen Anteil deutlich. Die "Hochdruckbrücke" bringt im Allgemeinen Wetterberuhigung, ist typisch für unser mitteleuropäisches Klima und tritt im langjährigen Mittel mit knapp 8% aller Fälle sogar überdurchschnittlich häufig auf. Weil diabatische, vom Erdboden ausgehende atmosphärische Abkühlungs- und Erwärmungsprozesse bei ruhigen, beständigen Wetterlagen besonders intensiv sind, stehen winterliche Kälte- und sommerliche Hitzewellen oftmals mit dieser Großwetterlage in Verbindung.

Da wundert es keinen, dass die vergangene Nacht bislang die kälteste dieses Winters war. Bei vielerorts klarem Himmel sank die Temperatur kräftig, so dass verbreitet mäßiger Frost (Tiefsttemperatur unter -5 °C) und insbesondere über Schneeflächen sogar strenger Frost (Tiefsttemperatur unter -10 °C) auftrat. Allein im unmittelbaren Küstenbereich blieb es bei nur leichtem Frost zwischen -2 und -4 °C. Kälteste Region Deutschlands war der Streifen zwischen Fränkischer Schweiz und Oberpfalz, dort fiel das Quecksilber gebietsweise auf unter -20 °C, Spitzenreiter im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes war die Station Schorndorf-Knöbling (Oberpfalz, 419 m Höhe) mit -22,6 °C (um 08:00 Uhr UTC!). Noch kälter wurde es unmittelbar am Erdboden, beispielsweise in Veilsdorf (Thüringen, 397 m Höhe) mit -26,3 °C. Unsere derzeitige Hochdruckbrücke wird zwar im Verlaufe des Wochenendes durch Tiefausläufer angegriffen, die bereits ab Sonnabendfrüh auf den Nordwesten unseres Landes übergreifen und gebietsweise etwas Schnee und örtlich Glatteisregen bringen, kann sich aber voraussichtlich bis einschließlich Sonntag halten. Die kommende Nacht wird daher im Südosten Deutschlands noch einmal bitterkalt, in den übrigen Gebieten dürfte die Wolkendecke eine ähnlich starke Abkühlung wie in der letzten Nacht verhindern.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/01/06.html finden Sie oben die vom Deutschen Wetterdienst für heute, 06.01.2017, 00:00 Uhr UTC, analysierte Bodenwetterkarte mit den im Projekt "Wetterpate" der Freien Universität Berlin "getauften" Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die untere Karte zeigt schlichtweg eine Auswahl der bis heute früh 06:00 Uhr UTC beobachteten nächtlichen Tiefsttemperaturen.

Sturmtief "Axel" peitschte Regen und Schnee über das Land und bringt klirrende Kälte!

Datum 05.01.2017

Sturmtief "Axel" sorgte verbreitet für den ersten richtigen Wintereinbruch. Vor allem im Norden und Westen reichte es in tiefen Lagen leider nicht für Schnee, die kommende sibirische Kälte erreicht jedoch jede Region des Landes!

Das Sturmtief "Axel" beschert uns gleich zum Jahresbeginn eine erste winterliche Episode. Vor allem im Süden und Südosten konnte es schon richtig einwintern, während im Westen und Norden bisher nur ansatzweise ein Winterfeeling aufkam. Doch ab dem heutigen Donnerstag sollte sich dies allgemein ändern. Zwar nicht mit Schnee, der beliebten weißen Pracht, sondern mit klirrender Kälte aus dem Norden Sibiriens!

Tief "Axel" trat am Montag um 7 Uhr das erste Mal auf der Wetterkarte mit einem Druck von knapp unter 1010 hPa in Erscheinung. In den darauffolgenden 24 Stunden bis Dienstagmorgen konnte sich "Axel" auf seinem Weg vor die Küste Norwegens gut entwickeln und erreichte einen Kerndruck von unter 985 hPa (Stichwort: Tiefentwicklung vgl. http://bit.ly/2iEspN0). Doch westlich von Norwegen war der Höhepunkt von Tief "Axel" zunächst überschritten, sodass er begann, sich aufzulösen. Allerdings prallte das zugehörige Frontensystem (vgl. http://bit.ly/2j7Lm7P), getrieben von einer westlichen Strömung, gegen das Norwegische Gebirge. Auf der Ostseite wurde nachfolgend eine sogenannte "Lee-Zyklogenese" innerhalb des Tiefkomplexes angestoßen, die als Geburt von "Axel-Junior" angesehen werden kann (vgl. Abb. 1). Auf der Südflanke des Gebirges schlängelte sich die Warmfront von "Axel-Senior" (vgl. http://bit.ly/2iEEFgy) gleichzeitig um die Berge herum nach Osten und bildete eine Warmfrontwelle aus. Diese wurde von "Axel-Junior" aufgenommen und als eigenständiges Frontensystem auf seinem Weg nach Osten mitgeführt.

Tief "Axel-Junior" besaß in seiner Geburtsstunde etwa einen Kerndruck von 992 hPa. Auf seinem Weg über Schweden hinweg zur Ostsee konnte es sich prächtig entwickeln und erstarkte zu einem Sturmtief. Der minimalste Luftdruck wurde schließlich mit etwa 975 hPa über Gotland registriert. Auf seiner weiteren Zugbahn über das Baltikum und Weißrussland hinweg büßte "Axel-Junior" dann langsam wieder an Intensität ein.

In Deutschland sorgte Sturmtief "Axel-Junior" mit seinen Ausläufern für mächtig Wirbel (vgl. Abb. 2). Zunächst führte es am Dienstag, den 3. Januar feuchte und milde Luft von Nordwesten her ins Land. Im Norden und Nordwesten fiel bei kräftig auffrischendem Wind Regen. Doch als die Niederschläge die Mittelgebirge erreichten, mischten sich doch zunehmend Schneeflocken darunter. Im östlichen Mittelgebirgsraum fiel die weiße Pracht etwa oberhalb von 200 bis 400 Metern, sodass sich dort nennenswerte Neuschneemengen aufsummieren konnten. In Bayern und großen Teilen Baden-Württembergs schneite es bis in die dortigen tiefen Lagen hinab. Lediglich im Westen stieg die Schneefallgrenze zum Mittwoch und am Mittwoch selber auf 400 bis 600 Meter an. Am Mittwochabend sank sie dann landesweit allmählich wieder bis in tiefe Lagen ab. Bis Mittwochmorgen kamen so in den westlichen Mittelgebirgen oberhalb von 400 Metern 0 bis 5 cm und oberhalb von 600 Metern 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen. In den östlichen Mittelgebirgen wurde im gleichen Höhenniveau ein deutlich größerer Schneezuwachs registriert. So fielen in der Rhön zwischen 7 und 13 cm, im Thüringer Wald 7 bis 20 cm, im Harz 7 bis 16 cm und im Erzgebirge 7 bis 25 cm Neuschnee. Im Süden waren zunächst nur das Fichtelgebirge und der Bayerische Wald von den Schneefällen betroffen. Dort kamen in Tallagen zwischen 2 und 8 cm und in höheren Lagen bis 20 cm Schnee zusammen. Die Alpen- und Schwarzwaldregionen sollten ihren Schnee erst später bekommen.

Durch den starken bis stürmischen Wind, der in Kammlagen des Erzgebirges in Böen auch orkanartig war, wurde der Schnee stark verweht, was wiederum eine genaue Messung erschwerte. Örtlich können somit deutlich höhere Schneemengen gefallen sein. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden bis Mittwochmorgen auf dem Brocken (Harz) mit 125 km/h gemessen. Auf dem Fichtelberg (Erzgebirge) wehte der Wind in Böen von 114 km/h zeitweise orkanartig. Aber auch entlang der Nordseeküste sind verbreitet orkanartige Böen oder Orkanböen aufgetreten. Beispielshaft seien dafür Sylt mit 123 km/h, Spiekeroog mit 116 km/h, Norderney mit 109 km/h, Hallig Hooge mit 107 km/h und Cuxhaven mit 105 km/h erwähnt.

Am Mittwoch verlagerten sich die länger anhaltenden Niederschläge nach Süden in Richtung Alpen. Dort brachte der Dauerschneefall in tiefen Lagen bis Donnerstagmorgen bis 10 cm, und in höheren Lagen bis 30 cm Neuschnee. Auch im Schwarzwald fielen in mittleren und höheren Lagen zwischen 5 und 25 cm. Im Rest des Landes sorgte die einströmende hochreichende Kaltluft für zahlreiche Schauer, die sich teilweise linienhaft organisierten und lokal sogar mit Blitz und Donner einhergingen. Vor allem im Stau von Thüringer Wald und Erzgebirge schneite es aber auch noch längere Zeit. Somit kamen dort oberhalb von 400 Metern vielerorts nochmals 2 bis 15 cm Neuschnee dazu. Im Erzgebirge fielen örtlich sogar weitere 30 cm. Ansonsten konnten am heutigen Donnerstag auch die westlichen Mittelgebirge um Eifel, Rhön und Rothaargebirge sowie Odenwald und Hunsrück in höheren Lagen mit Neuschneemengen über 5 cm aufwarten. Von Mecklenburg-Vorpommern bis zum Erzgebirge bildete sich sogar in tiefen Lagen eine Schneedecke von wenigen cm aus.

Bis zum Wochenende stellt sich nun von Westen her allmählich Wetterberuhigung ein. So nutzt das Hochdruckgebiet "Angelika", mit Zentrum über Südnorwegen, den frei werdenden Raum von "Axel" und verlagert sich seinerseits mit Schwerpunkt nach Mitteleuropa. Die Niederschläge ziehen sich nachfolgend in den Südosten Deutschlands zurück. Vor allem am östlichen Alpenrand, Bayerischen Wald sowie Erzgebirge ist bis Freitagmorgen jedoch erneut ein weiterer Schneezuwachs zu erwarten. Danach sollten die Niederschläge aber auch dort abklingen. Dafür macht sich dann sibirische Kälte zumindest vorübergehend in Deutschland breit. Gerade in den Nächten wird es bei vielerorts klarem Himmel klirrend kalt. Verbreitet sinken die Temperaturen in der Nacht zum Freitag auf Minima zwischen -5 und -15 Grad ab. An den Alpen, im Erzgebirge sowie Bayerischen Wald sind über Schnee auch Werte zwischen -15 bis -25 Grad möglich. In der Nacht auf Samstag wird es im Süden und der Mitte im Vergleich zur vorangegangenen Nacht gebietsweise noch etwas kälter (vgl. Abb. 3). Tagsüber sollte sich am Freitag nahezu landesweit bei Dauerfrost ein freundlicher Wintertag mit viel Sonnenschein einstellen. Lediglich im Erzgebirge und an den Alpen halten sich noch dichtere Wolkenfelder.

Am Samstag pirscht sich dann von Nordwesten langsam ein Tiefausläufer heran, der allerdings große Probleme hat gegen "Angelika" und deren kalte Schulter voranzukommen. Lediglich im Nordwesten kann er Boden gut machen und die Region dem Frost entreißen. Niederschläge schieben sich aber allmählich über das ganze Land hinweg, sodass in der Mitte und im Osten sowie später auch im Süden wieder Flocken rieseln. Nur im Nordwesten mischen sich zunehmend Regentropfen unter den anfänglichen Schnee. Auf dem gefrorenen Boden kann es dann dort örtlich sehr glatt werden.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.01.2017

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Der Schnee - Eine weiße Pracht

Datum 04.01.2017

Endlich Schnee! Die Wintersportorte können vielerorts aufatmen! Dank "Axel" fallen bzw. fielen in mittleren und höheren Lagen nennenswerte Neuschneemengen. Ab kommender Nacht purzeln dann auch die Temperaturen in den Keller. Doch was ist Schnee überhaupt?

Nachdem das vergangene Weihnachtsfest sowie auch die Jahreswende (abgesehen von Industrieschnee) mal wieder ohne die rieselnde weiße Pracht noch eine vorhandene Schneedecke gefeiert werden mussten, macht nun der Winter ernst und kommt zumindest vorübergehend mit Macht zu uns. Vor allem im Bergland konnten schon nennenswerte Neuschneemengen verzeichnet werden. Doch was fasziniert viele an der festen Phase des Niederschlags so sehr? Was ist Schnee?

Schnee ist fester Niederschlag und besteht meist aus verzweigten kleinen Eiskristallen. Diese haben gewöhnlich die Form von hexagonalen Plättchen und Säulen oder Sternchen von zarter Struktur in vielfältigen Variationen. Die Kristallform hängt hauptsächlich von der Temperatur sowie von dem Grad der Übersättigung des Wasserdampfes in der Luft. Bei tieferen Temperaturen bilden sich Plättchen oder Prismen aus, bei höheren Temperaturen eher sechsarmige Dendriten (Sterne).

Schnee entsteht, wenn sich in den Wolke n feinste Tröpfchen unterkühlten Wassers (Wasser kann ohne Verunreinigungen bis zu -48 °C flüssig bleiben) an Kristallisationskeimen (z. B. Staubteilchen) anlagern und dort gefrieren. Dieser Prozess kommt vor allem bei Temperaturen unter -12 °C in Gang. Dabei entstehen Eiskristalle, die meist weniger als 0,1 mm groß sind und durch verschiedene physikalische und chemische Prozesse weiter anwachsen. Bei gleicher Oberflächengestalt und Temperatur ist der Sättigungsdampfdruck (vgl. www.dwd.de -> Wetterlexikon, Stichwort Dampfdruck) über Wasser höher als über Eis. Der vorhandene Wasserdampf schlägt sich darum durch Resublimation (Übergang vom gasförmigen in den festen Aggregatzustand) direkt an den Eiskristallen nieder. Durch das zunehmende Gewicht fallen die Eiskristalle nach unten. Dabei wachsen sie durch das Zusammenstoßen mit unterkühlten Wolkentropfen weiter an. Die größte Komplexität der Schneekristalle zeigt sich besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, da diese die Bildung von noch filigraneren Strukturen begünstigt.

Bei Temperaturen um 0°C fällt Schnee meist in Form großer, lockerer Schneeflocken (mehrere cm Größe möglich) aus zusammengeketteten Kristallen, bei tieferen Temperaturen in Form von kleineren und meist einfach gebauten Schneesternchen, Eisplättchen oder Eisnadeln. Da Schneeflocken eine große Oberfläche und somit einen hohen Luftwiderstand haben, fallen sie mit Geschwindigkeiten von etwa 4 km/h verhältnismäßig langsam. Kommen sie in einen turbulenten Bereich, beginnen sich die Schneeflocken zu verwirbeln. Dabei tendieren sie dazu, sich hintereinander anzuordnen und dann einander einzuholen.

Zumindest bis Donnerstagabend kann vielerorts die "weiße" feste Phase des Niederschlags in Deutschland begutachtet werden. Von Norden her ziehen wiederholt Schauerstaffeln über Deutschland hinweg, die im Verlauf des heutigen Mittwochs zunehmend auch in tiefen Lagen wieder als Schnee oder Graupel fallen. Vor allem an den Nordrändern der Mittelgebirge und den Alpen kann es auch längere Zeit schneien. Durch den kräftigen Wind werden der frische sowie auch der schon gefallene Schnee zudem stark verweht und verwirbelt. Da ab Donnerstag Väterchen Frost dem Land einen Besuch abstattet und die Temperaturen landesweit unter den Gefrierpunkt absinken lässt, kann der gefallene Schnee zumindest bis zum Wochenende auch konserviert werden. In den Höhenlagen überdauert er sogar noch länger.

Deutschlandwetter im Dezember 2016

Datum 03.01.2017

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Dezember 2016*

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,1 °C Abweich. +2,7 Grad

2. Platz List/Sylt (Schleswig-Holstein) 6,1 °C Abweich. +3,3 Grad

3. Platz Norderney (Niedersachsen) 5,5 °C Abweich. +2,3 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2016*

1. Platz Reit im Winkl (Bayern) -1,8 °C Abweich. +1,2 Grad

2. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) -1,8 °C Abweich. +0,9 Grad

3. Platz Zwiesel (Bayern) -1,6 °C Abweich. +0,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 136,4 l/m² 147 Prozent

2. Platz Rechenberg-Bienenmühle-Holzhau (Sachsen) 110,6 l/m² 182 Prozent

3. Platz Pulsnitz (Sachsen) 107,3 l/m² 146 Prozent

Besonders trockene Orte im Dezember 2016**

1. Platz Wutöschingen-Ofterdingen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 1 Prozent

2. Platz Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 2 Prozent

3. Platz Pfullendorf (Baden-Württemberg) 1,2 l/m² 2 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Kempten (Bayern) 153 Stunden 210 Prozent

2. Platz Lenzkirch-Ruhbühl (Baden-Württemberg) 150 Stunden 252 Prozent

3. Platz Balingen-Bronnhaupten (Baden-Württemberg) 150 Stunden 292 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2016**

1. Platz Hattstedt (Schleswig-Holstein) 21 Stunden 60 Prozent

2. Platz Kiel-Holtenau (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

3. Platz Leck (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

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