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22.10.2018

21:38

Temperatur 7,3 C
Luftfeuchte 89 %
Taupunkt 5,6 C
Luftdruck 1027,8 hPa
Windrichtung 344
N-NW
Windstärke 11,9 km/h
Windböen 24,1 km/h
Wind 10m 10,5 km/h
Windchill 3,5 C
Regen/Tag 0,0 l/m

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Montag, 22. Oktober 2018 21:38
Temperatur
7,3 C
Luftdruck
1027,8 hPa
Wind
344
Luftfeuchtigkeit
89 %
Tendenz
+2,7 hPa/6hup down
Windstärke
11,9 km/h
Taupunkt
5,6 C
Regen / 1/h
0,0 l/m
Windböe
24,1 km/h
Windchill
3,5 C
Regen / Tag
0,0 l/m
Wind 10 Min
10,5 km/h
Vorhersage - sonnig -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage


Wind u. Thermikprognose 22.10.18

Bodenwind:
Im Bereich Bodensee, Oberschwaben und Allgäu bis zum Abend Bisentendenz mit NE-Wind zwischen 5 und 10 KT. Böen um 20 KT. Nach dem Tagesende abschwächend auf 2-4 KT. Sonst zunächst VRB mit 0-4 KT. Im Alpenvorland ab 9 UTC bis zum Nachmittag NE-Wind mit 4-7 KT, danach abschwächend und beginnend in Niederbayern auf NW drehend. Bis Mitternacht auch im übrigen Alpenvorland Drehung auf NW mit 1-5 KT. In den übrigen Bereichen ab dem Mittag N-Wind mit 4-8 KT, in der ersten Nachthälfte abnehmend auf 1-4 KT.

Höhenwind:
2000FT | 050/05KT 07C | 360/05KT 11C | 3000FT | 080/10KT 05C | 360/05KT 07C | 5000FT | 070/10KT 03C | 030/10KT 03C |

Thermik:
In der Mitte und im Süden tritt mittags und nachmittags gebietsweise geringe Blauthermik auf. Maximale Arbeitshöhen bei 4000-5000 FT AMSL.

Das Wetter in Aalen 22.10.18
In Aalen gibt es bis zum Nachmittag einen wolkenlosen Himmel bei Werten von 2 bis zu 13°C. Abends überwiegt in Aalen dichte Bewölkung aber es bleibt trocken und die Temperatur liegt bei 2°C. Nachts ist es bedeckt bei Tiefstwerten von 7°C.

Wetterlage:
Ausgehend von einem kräftigen Hoch vor der Küste Irlands erstreckt sich eine Hochdruckzone über Süddeutschland hinweg bis nach Russland. Über unserem Raum wird diese Hochdruckzone abgebaut. Dadurch wird der Weg frei für eine Kaltfront von Nordwesten her. Sie erreicht am Nachmittag den Main und spätabends in abgeschwächter Form den Alpenrand. Rückseitig fließt ein Schwall kalter Meeresluft ein.

Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Verlängerung der Badesaison?

Datum 21.10.2018

Zugegeben, in diesem Jahr können wir in Mitteleuropa nicht über mangelndes Badewetter klagen. Doch wo kann man jetzt noch in der freien Natur schwimmen?

Bis weit in den Oktober hinein gab es Sommertage und mancherorts verlängerten die Freibäder die Saison. Nun macht sich aber der Herbst auf, den nicht enden wollenden Sommer zu vertreiben. Gab es am vergangenen Wochenende noch verbreitet Sommertage und Temperaturhöchstwerte bis 29 Grad, so ist es an diesem Wochenende mit nur noch 13 bis 19 Grad schon deutlich kühler, zudem halten sich gebietsweise auch dichtere Wolken und die Sonne hat immer weniger Kraft. Für die kommende Woche finden sich gar Signale für den ersten Herbststurm der Saison in den Wetterkarten.

Mit dem Ende des Sommers endet für gewöhnlich die Freiluftschwimmersaison, zumindest in den Bädern, die ihre Außenbecken nicht beheizen können. Auch der in diesem Jahr prächtige goldene Oktober geht nun zu Ende. Die aktuelle Wassertemperatur an Nord- und Ostsee von 12 bis 15 Grad lädt nur noch Hartgesottene zum Baden ein und die einheimischen Seen und Flüsse sind meist nicht viel wärmer.

Wie sieht es derzeit an den anderen europäischen Küsten aus? Im Ärmelkanal herrschen aktuell 16 bis 18 Grad, die Atlantikküste Portugals und Spaniens kann noch mit 18 bis 21 Grad aufwarten. Das ist zwar deutlich mehr als an Nord- und Ostsee, aber von "angenehm" für viele Badende doch noch ein bisschen entfernt. Etwas wärmer, und damit badetauglich, ist es da schon im Mittelmeer mit etwa 23 Grad rund um die Balearen, vor Zypern liefern Messgeräte zurzeit gar bis zu 25 Grad Wassertemperatur.

Alle "Warm-Bader" müssen etwas weiter reisen. Hier empfehlen sich die Karibik oder Hawaii oder auch die Malediven mit einer Wassertemperatur aktuell zwischen 26 und 30 Grad. Auch an der südamerikanischen Ostküste und im Westpazifik kommen wärmeliebende Schwimmer bei 25 bis 30 Grad Wassertemperatur auf ihre Kosten. Fast schon badewannenwarm kann einem die Temperatur im Persischen Golf und im Roten Meer vorkommen. Hier melden Bojen und Schiffe 28 bis 32 Grad Wassertemperatur. Über das jeweils herrschende Wetter vor Ort können Sie sich auf den Seiten des DWD "Wetter Europa und weltweit" informieren (https://www.dwd.de/DE/wetter/wetter_weltweit/wetter_weltweit_node.html).

Zwar sind die in der Abbildung gezeigten Werte für die Wassertemperatur nur eine Momentaufnahme, aufgrund der "thermischen Trägheit" von Wasser sind sie aber noch ein paar Tage gültig.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Der Sommer im Herbst!

Datum 20.10.2018

Es ist Herbst, es merkt bloß niemand. Die Temperaturen und auch der verbreitet strahlende Sonnenschein erinnern eher an den vergangenen Sommer. Doch warum ist der Herbst bisher wie er ist?

Der diesjährige meteorologische Herbst knüpft nahtlos an den Sommer an und begeistert mit teils sommerlichen Temperaturen. Über das Land hinweg wurden fast überall Sommertage gezählt. Ausnahmen bilden lediglich die höheren Bergspitzen sowie die Nordseeinseln. Aber selbst im 920 Meter hoch gelegenen Meßstetten oder in Glückburg im Norden Schleswig-Holsteins stieg die Temperatur zumindest an einem Tag über die Sommerschwelle von 25 Grad. Im Norden von Baden-Württemberg und Bayern wurde dieser Wert vielerorts an 15 bis 19 Tagen überschritten. Die Spitzenreiter diesbezüglich sind im Messnetz des DWD die Stationen Ohlsbach (BW), Bad Mergentheim-Neunkirchen (BW) und Kitzingen (BY) mit jeweils 19 Sommertagen. Davon entfielen in Bad Mergentheim und Kitzingen sogar 5 Sommertage auf den Oktober. Im Westen des Landes stellt der Oktober an den Stationen in Düsseldorf, Tönisvorst und Waltrop-Abdinghof (alle NRW) mit 7 Sommertagen mit Abstand neue Oktoberrekorde auf. In Düsseldorf gab es beispielsweise seit 1961 insgesamt nur 19 Sommertage, von denen wie beschrieben 7 im Oktober 2018 registriert wurden. Selbst heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad waren im Herbst 2018 bisher keine Seltenheit. In Ohlsbach und Emmendingen (beide BW) sind 6 Tage mit Werten über 30 Grad gezählt, die allerdings alle auf den September entfallen. Dagegen spielte der Frost bisher nur eine geringe Rolle. Meist sind nur an einigen Tagen, bevorzugt in den für Frost anfälligen Regionen von Deutschland die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt gesunken. In Berlin-Kaniswall war dies bisher an 9 Tagen der Fall, in Baruth (BB) zumindest noch an 7 Tagen. Ein weiteres Indiz für einen "tollen" Altweibersommer sowie einen sehr goldenen Oktober liefert auch die bisher in diesem Herbst erreichte Sonnenscheindauer. Nach nunmehr etwa der Hälfte aller Herbsttage liegt die Sonnenausbeute verbreitet schon über dem vieljährigen Mittel. In Zahlen werden zum 19. Oktober fast im ganzen Land zwischen 90 und 158% der Gesamtsonnenausbeute des Klimawertes erreicht. Lediglich typische Nebelorte oder auch einige Ecken am Alpenrand haben mit relativen Werten zwischen 75 und 90% noch etwas Aufholbedarf. "Des einen Freud ist des anderen Leid" - so könnte man auch das Wetter im Herbst beschreiben, der sich somit nahtlos an den Frühling und Sommer anschließt. Denn aufgrund der vielen trockenen Sonnentage fehlt überall das Wasser. Die Flüsse sind leer und die Böden teilweise staubtrocken. Weiterführende Informationen über den Niederschlag der vergangenen Monate und des Jahres sowie die Folgen für Natur und Mensch können sie auch den Themen des Tages vom 19. Oktober, dem 9. Oktober und dem 5. Oktober entnehmen.

Nach den ganzen Zahlen stellt sich natürlich die Frage, warum ist der Herbst nun so wie er ist? Dazu muss man die Zirkulationsmuster, also die Luftdruckverteilung, genauer unter die Lupe nehmen und gleichzeitig aber auch die vergangenen Witterungsverhältnisse über den Sommer hinweg berücksichtigen. Wie schon so häufig in der nahen Vergangenheit dominierten wieder die meridionalen Wetterlagen. Dabei stehen 9 Tage mit einer zonalen Wetterlage (18%) insgesamt 16 Tagen mit einer reinen meridionalen Wetterlage (33%) gegenüber. An den restlichen Tagen des Herbstes 2018 konnten die Luftdruckmuster nicht eindeutig zugeordnet werden (Gemischte Zirkulation, 49%).

Um die größeren Abweichungen bei den Temperaturen sowie der Sonnenscheindauer zu erklären, bedarf es einer Analyse der Strömungsverhältnisse. Dabei ist sowohl die Richtung als auch die Krümmung der Grundströmung von wesentlicher Bedeutung. Typische Wetterlagen, in denen die Luft aus nördlichen Gefilden, also aus polaren oder subpolaren Regionen, nach Mitteleuropa geführt wurde, konnten sich im Herbst an 10 Tagen (~20%) durchsetzen. Allerdings wehte der Wind die von Haus aus kühleren Luftmassen meist über die Nordsee ins Land. Die Nordsee war und ist jedoch aufgrund des sehr warmen bis heißen Sommers ungewöhnlich warm und konnte somit die kühlen Luftmassen spürbar erwärmen, bevor diese das Land fluteten. Meistens kam es nur zu einer Abkühlung "light".

An 14 Tagen wehte der Wind aus südlichen Richtungen nach Mitteleuropa und führte warme Mittelmeerluft ins Land, überdurchschnittliche Temperaturen entsprechend vorprogrammiert. Doch alleine reichen die meridionalen Südlagen nicht aus, um den bisherigen eher sommerlichen Herbst zu erklären. Eine wesentliche Rolle spielte die wärmende Sonne, die analog der anfangs präsentierten Daten verbreitet überdurchschnittlich lange am Himmel stand. Der Grund lag an großräumigen Hochdruckgebieten über Europa, deren Einfluss sich meist über das gesamte Bundesgebiet ausdehnte. Die entsprechend dominierenden antizyklonalen Strömungsverhältnisse machten durch die absinkenden Luftbewegungen und somit einhergehenden Wolkenauflösung den Weg für die wärmende Sonne frei.

Doch zur kommenden Woche scheint dem Herbstsommer nun die Puste auszugehen. Die Strömung dreht wieder auf nordwestliche Richtungen und zapft kühlere Luftmassen aus dem Raum Island an. Aufgrund des Fortschreitens des Jahres wird die angezapfte Luft kälter. Gleichzeitig kühlt sich auch die Nordsee immer weiter ab. Ab Montag werden zwar noch keine winterlichen Verhältnisse erwartet, aber zumindest sind typisch herbstliche Witterungs- und Temperaturbedingungen in Sicht.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

VIKTOR und das Warten auf Godot

Datum 15.10.2018

Hoch VIKTOR dominiert unser Wetter schon seit einigen Tagen. Ob es das auch in der kommenden Woche schafft und welche Auswirkungen dies auf das Wetter in Deutschland hat, lesen Sie heute im Thema des Tages.

Die Großwetterlage zeigt sich aktuell recht persistent, sprich sie lässt keine große Neigung erkennen, sich umzustellen. Das osteuropäische Hoch VIKTOR, dessen Name aus dem Lateinischen kommt und "Sieger" bedeutet, macht dabei ebendiesem Namen alle Ehre. Immerhin hat es schon einige Schlachten gegen anrennende Tiefdruckgebiete schlagen müssen und ist am Ende bisher immer als Gewinner aus dem Kräftemessen hervorgegangen.

Bis zur Wochenmitte bleibt es auch bei dieser Konstellation, und selbst in der zweiten Wochenhälfte ist VIKTOR auf unseren Wetterkarten noch zu erkennen, allerdings zieht er sich dann nach Osten zurück und verliert an Einfluss auf das Wetter in Deutschland.

Am heutigen Montag läuft das von VIKTOR angeworfene Heißluftgebläse aber noch auf stärkster Stufe, immerhin steigen die Temperaturen lokal nochmal auf bis zu 27 Grad. Danach schaltet VIKTOR zurück, am Dienstag soll es in der Spitze nochmal um 25 Grad, am Mittwoch um 23 Grad werden. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass wir aktuell in die zweite Oktoberhälfte rutschen, in der solche Temperaturen alles andere als die Norm sind.

Neben den hohen Temperaturen hält Viktor auch viel Sonnenschein für uns bereit. Damit macht er auch eher den sommerlichen als den winterlichen Hochs alle Ehre, da letztere ja durchaus nicht selten Nebel oder hochnebelartige Bewölkung mit sich bringen. Davon kann bei VIKTOR keine Rede sein. Mit bis zu 11 Stunden Sonnenschein beglückte er uns am gestrigen Sonntag (vgl. Grafik), und das ist aktuell das astronomisch maximal Erreichbare. Alles eitel Sonnenschein also? Nicht ganz. Insbesondere im Nordwesten und Norden lässt die Kraft von Viktor langsam nach. Das bedeutet, dass sich in den kommenden Tagen dort ein paar Wolken hereinschieben, die hier und da auch etwas Regen bringen können. Viel wird es nicht sein, daran gibt es nichts zu deuteln. Manche Modelle, auch das ICON des Deutschen Wetterdienstes, sehen morgen und am Mittwoch von Hessen über Ostwestfalen bis nach Niedersachsen bzw. in Mitteldeutschland die Chance auf Schauer und auch mal ein kurzes Gewitter (vgl. Grafik). Manche Modelle sehen das aber auch anders! An den Alpen gibt es dann in der zweiten Wochenhälfte gewisse Chancen auf Regen. Letztendlich kann man es aber drehen und wenden wie man will - die erwarteten Regenmengen werden auch in der kommenden Woche wieder überschaubar sein, verbreitet bleibt es trocken, und so hält auch die Dürre vielerorts weiter an. Das Warten auf den Regen gestaltet sich also ein wenig so wie das berühmte Warten auf Godot.

Und dies bleibt auch so, wenn VIKTOR in der zweiten Wochenhälfte abdankt! Dann soll sich zwar tatsächlich von Norden eine schwache, kaum wetterwirksame Kaltfront nach Deutschland vorarbeiten - und mit dazu beitragen, dass Viktor endgültig seinen Weg ins Exil nach Sibirien antritt. Das Problem ist nur: Ein Nachfolger steht schon bereit! Hinter besagter Kaltfront schiebt sich von Westen ein Hoch zur Nordsee, welches dann am kommenden Wochenende unser Wetter dominiert.

Das neue Hoch könnte dabei den Namen WOLFGANG tragen. Der Namensteil WOLF erklärt sich von selbst. Der Namensteil GANG stammt aus dem Althochdeutschen und kann mit "Streit", "Ansturm" oder "Waffengang" übersetzt werden. Da bleibt nur zu hoffen, dass der streitbare WOLFGANG, so das Hoch diesen Namen denn bekommt, bei seinen Auseinandersetzungen mit Tiefausläufern nicht so erfolgreich ist wie VIKTOR.

Wohin der Wind mich trägt

Datum 13.10.2018

Wie ein Vogel dahinschweben, immer im Einklang mit dem Wind. Ruhe erleben, wie sie am Boden kaum noch wahrzunehmen ist, und dabei den Alltag für eine Weile vergessen. Eine Ballonfahrt ist ein Erlebnis für alle Sinne. Doch bei welchem Wetter kann mit dem Ballon in die Höhe gestiegen werden?

Am frühen Abend kurz vor Sonnenuntergang steigt der riesige Ballon mit seinem vergleichsweise kleinen "Körbchen" samt sechs Mitfahrern in die Lüfte. Mit jedem Brennerstoß gewinnt der Ballon an Höhe bis er über der Grenzschicht in klarer Luft dahinschwebt und die dreckigen Abgase der großen Städte unter sich lässt. Von der Fahrt ist nichts zu spüren. Kein Laut ist dort oben zu hören. Die Menschen sind so klein wie Spielzeugfiguren. In der Ferne ist der Stau auf einer nahen Autobahn zu sehen. Wir schweben dem Alltag davon, frei wie ein Vogel. Allein der Wind legt fest, wohin wir treiben. Es war unser vierter Anlauf, diese Ballonfahrt überhaupt durchzuführen, denn kaum ein anderes Luftfahrterlebnis ist so wetterabhängig wie das mit einem Heißluftballon.

Ballonfahren ist grundsätzlich das gesamte Jahr über möglich, im Winter sogar den ganzen Tag über. Im Sommer werden Ballonfahrten jedoch nur morgens und abends angeboten. Warum? Weil die Sonneneinstrahlung im Sommer so stark ist, dass tagsüber Thermik einsetzt (siehe Thema des Tages vom 09.09.2018). Die dabei entstehenden Turbulenzen kann der Pilot nicht ausgleichen und so wäre eine Ballonfahrt zu gefährlich. Auch bei zu starkem Bodenwind kann ein Ballon weder starten, noch landen.

Um den Heißluftballon in die Luft zu bekommen, wird mit einem Ventilator zunächst Luft in den am Boden liegenden Ballon geblasen. Hat sich die gesamte Hülle entfaltet, wird die Luft im Inneren mit dem Brenner erhitzt und wenige Minuten später richtet sich der Ballon allmählich auf. Während dieses Prozesses darf der Wind nicht mehr als etwa 10 Knoten (18 km/h, Bft 3) betragen, auch böig darf es nicht sein. Ebenso wäre es von Vorteil, wenn der Wind nicht ständig dreht und somit seine Richtung ändert. Der Ballon bietet eine riesige Angriffsfläche für den Wind. Wenn er sich aufgrund böigen und dabei drehenden Windes ständig in eine andere Richtung bewegt, ist es unglaublich schwer, die Luft im Inneren der Hülle zu erhitzen, damit sich der Ballon aufrichtet. Bei der Landung müssen ähnliche Voraussetzungen gelten, denn nun muss der Ballon aus der Senkrechten wieder in die Waagerechte gebracht und eingepackt werden. Dazu muss die Luft aus der Ballonhülle zunächst durch ein Ventil am oberen Ende des Ballons entweichen. Dieser sinkt dann zu Boden und dort wird der Rest der Luft letztlich mit vereinter Mannes- und Frauenkraft herausgedrückt. Die Landung selbst kann bei zu viel oder zu böigem Wind auch mal holprig mit mehreren Aufsetzern oder mit einem umkippenden Korb verlaufen. Denn, der Ballon ist träge, wird also mit dem Wind weitergetrieben und stoppt nicht einfach am Ort der Landung. Um das zu vermeiden, sollte am Boden ein nur schwacher Wind wehen, sonst bewegt sich der Ballon mit der Windgeschwindigkeit, mit der sich eben noch fortbewegt wurde, weiter, während der Korb bereits den Boden berührt.

Bei Gewittern, nahenden Fronten oder Niederschlag wird auch kein Ballon aufsteigen. Gewitter stellen ohnehin eine Gefahr dar. Der Wolkenaufzug im Zuge einer Front ist mit zunehmend schlechten Lichtverhältnissen verbunden. Zudem droht Niederschlag einzusetzen. Den Ballon nach einem Regenguss einfach zum Trocknen auf die Leine zu hängen, ist auch noch niemandem geglückt. Zudem geht Niederschlag meist mit schlechten Sichten einher und diese sind tatsächlich ausschlaggebend bei der Entscheidung, ob ein Ballon fahren kann oder besser am Boden bleiben sollte. Jedes Luftfahrzeug muss nämlich eine Sicherheitsmindesthöhe einhalten, so auch ein Heißluftballon. Hängen die Wolken tiefer als jene Höhe (1500 Fuß), darf nicht gefahren werden. Dass bei Nebel nicht gestartet wird, ist selbsterklärend, schließlich muss der Pilot den Boden immer sehen können. Die Landung könnte sonst sehr hart werden. Außerdem wollen die zahlenden Passagiere ja auch etwas von diesem schönen Erlebnis haben und nicht durch trübe Nebelsuppe dahingleiten.

Jetzt möchte einer meinen, im vergangenen Sommer ist jeden Tag ein Heißluftballon gestartet. Durchaus war der Sommer 2018 ein guter Ballonsommer für manches Unternehmen. Jedoch war der vergangene Sommer auch häufig sehr heiß. Bei zu hohen Temperaturen macht eine Ballonfahrt auch keinen Spaß mehr. Selbst wenn die Temperatur mit zunehmender Höhe abnimmt, ist ab 30 Grad kaum mehr an eine Ballonfahrt zu denken. Erstens sinkt die Tragkraft stark. Also jene Fähigkeit des Ballons, den Korb samt Passagieren zu halten bzw. mit Korb und Passagieren aufzusteigen. Das heißt, je heißer es ist, desto geringer ist die Tragfähigkeit, sodass unter Umständen ab einer bestimmten Höhe kein Steigen mehr möglich ist. Zweitens wird es unter dem Brenner so heiß, dass unangenehme gefühlte Temperaturen im Korb in Kopfhöhe der Passagiere entstehen.

Viele Wetterelemente beeinflussen die Entscheidung der Ballonfahrer, ob ihr Heißluftballon in die Höhe steigen kann oder nicht. Die Sicherheit aller sollte dabei aber immer im Vordergrund stehen. Auch wenn es manchmal schwer ist, einen Termin zu finden, ist es ein fantastisches Erlebnis und nur zu empfehlen. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, mal solch eine Fahrt zu machen, nur zu! Lassen Sie sich von den Wetterbedingungen, die für eine sichere Ballonfahrt herrschen müssen, nicht abschrecken! Denken Sie vielmehr an die alte Ballonfahrerweisheit: Lieber am Boden stehen und wünschen man wäre oben als in der Luft zu sein und man wünschte, man stünde am Boden!

Anhaltende Dürre in Deutschland

Datum 05.10.2018

Auch wenn es mittlerweile in den Frühstunden deutlich kühler ist, Nebel über die Wiesen wabert und sich Tau oder gar Reif bildet und somit die Böden feucht erscheinen lässt, darf man sich keinesfalls täuschen lassen. Die Dürre in Deutschland hält immer noch an. In weiten Teilen des Landes herrscht fortwährend ein hohes Niederschlagsdefizit.

Wer dieser Tage begonnen hat, seinen Garten winterfest zu machen, hat sicherlich festgestellt, wie trocken immer noch die Böden sind. Die Gartenhacke durchdringt die obersten Schichten und darunter folgt meterweise staubtrockene Erde. Man darf sich von den niedrigen Frühtemperaturen sowie Tau auf den Blättern und Gräsern nicht täuschen lassen: Auch wenn es sich anfühlt, als wäre es deutlich feuchter als in den vergangenen Sommermonaten, sind die Böden in Deutschland weiterhin viel zu trocken. Die Lufttemperatur hat nämlich keinen direkten Einfluss auf die anhaltende Trockenheit. Auch wenn die Hitzewellen in diesem Sommer von dem einen oder anderen als Ursache für die Dürre im Land in Verbindung gebracht wurden, sind Lufttemperatur und Dürre zwei verschiedene Paar Schuhe. Obwohl die Dürre im Sommer vielerorts mit heißen Tagen einherging, haben Trockenheit und Hitze wenig miteinander zu tun. Denn auch bei einer Höchsttemperatur von 20 bis 25 Grad und keinem einzigen Tropfen Regen über Monate hinweg wäre das Land von einer Dürre betroffen, wenngleich sich diese Temperaturen für viele Menschen deutlich angenehmer anfühlen als 35 bis 40 Grad. Hohe Temperaturen können eine Dürre mitunter jedoch noch verschärfen, denn je höher die Temperatur bei gleichbleibender absoluter Feuchte (Infos im DWD-Lexikon) ist, desto geringer ist die relative Feuchte und desto höher ist die Verdunstung. So hat in erster Linie der fehlende Niederschlag zur Dürre in Deutschland geführt. Laut Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) litten Ende September etwa 70 Prozent der Fläche Deutschlands über die gesamte Bodentiefe unter einer extremen bis außergewöhnlichen Dürre.

Der Höhepunkt der Dürre ist laut UFZ zwar überschritten, dennoch ist das Niederschlagsdefizit vielerorts geblieben. Im vergangenen Sommer fielen über Deutschland gemittelt mit rund 130 Liter pro Quadratmeter nur 54 Prozent des üblichen Niederschlags. Auch im September kamen in nur wenigen Regionen des Landes - v.a. im Zuge des Sturmtiefs FABIENNE am 23.09.2018 - überdurchschnittliche Regenmengen zusammen. Im Alpenvorland gab es bspw. örtlich mehr als 100 l/qm im gesamten Monat. Dies wird aus der Niederschlagsmenge des Monats September deutlich. Die beigefügte Grafik (Abb. oben) zeigt u.a. auch die Abweichung zum langjährigen Mittel (1961 bis 1990). In weiten Teilen des Nordens und Nordostens (v.a. zwischen Elbmündung und Usedom) fiel im September weniger als die Hälfte des langjährigen Mittels an Niederschlag (unter 20 l/qm). Dies spiegelt sich auch im standardisierten Niederschlagsindex (SPI) wider, der u.a. zur Identifikation von Niederschlagsdefiziten genutzt wird. Im Monat September liegt der Index im östlichen Schleswig-Holstein und weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns unter -1. In Bezug auf die Monate April bis September wird die Dürre in Deutschland sichtbar: Die Karte erscheint tiefrot. Der SPI liegt für das gesamte Land unter -1, was definitionsgemäß einen Hinweis auf eine landwirtschaftliche Dürre liefert.

Die Pegelstände der Flüsse zeigen ein ähnlich erschreckendes Bild. In Wittenberg an der Elbe (Sachsen-Anhalt) etwa wurde heute Morgen um 08 Uhr ein Pegelstand von 72 Zentimeter gemeldet. Der bisher niedrigste bekannte Wasserstand lag am 14. August 2015 bei 73 Zentimeter. Auch der Rhein führt seit Monaten Niedrigwasser. Der Pegel in Kaub (RLP) fiel in der Nacht zum Mittwoch (03.10.2018) auf 54 Zentimeter. Mittlerweile ist das Wasser dort zwar wieder etwas gestiegen, aber bis zum bisherigen Niedrigwasserrekord von 35 Zentimeter (28.09.2003) ist es nicht mehr weit. Bedenken geben dahingehend auch die aktuellen Wetterprognosen: Am heutigen Freitag sowie am morgigen Samstag zeigt der Altweibersommer was er drauf hat. Nach Nebelauflösung scheint verbreitet die Sonne. Lediglich vom Alpenrand bis zur Donau sind am Samstagnachmittag einzelne Schauer möglich. Sonst wird kein Niederschlag erwartet. In der Nacht zum Sonntag nähert sich dann von Westen eine Tiefdruckrinne mit einem Frontensystem, das zumindest regional für etwas Regen sorgen wird. Den langersehnten Landregen wird es allerdings nicht geben. Am Montag ist der Niederschlag bereits abgezogen und abgesehen von dichten Nebelfeldern im Süden scheint schon wieder häufig die Sonne. Aus heutiger Sicht setzt sich in der neuen Woche schon wieder Hochdruckeinfluss durch. Wollen Sie Ihrem Garten etwas Gutes tun, vergessen Sie nicht, Ihre Pflanzen und Bäume zu gießen!

"Altweibersommer light" kontra "Goldener Oktober" light

Datum 04.10.2018

Zwei Begriffe mit ähnlichen Phänomenen und mit gleicher Wirkung! Egal ob "Altweibersommer" oder "Goldener Oktober", die anstehende Schönwetterperiode lädt zum Spaziergang ein.

Das Wetter in Deutschland wird nun zunehmend von Hoch "Ulf" dominiert, das sich am heutigen Donnerstag über dem Süden des Landes eingerichtet hat. Durch die absinkende Luft im Hoch lösen sich die Wolken mehr und mehr auf und die Sonne kann teils ungestört scheinen. Im Südwesten können die Temperaturen dabei am Nachmittag örtlich wieder über die 20-Grad-Marke springen. Nur der Norden profitiert zunächst kaum von "Ulf", da dieser im Übergangsbereich zwischen Ulf und tiefem Luftdruck von Island bis nach Nordrussland in einer westlichen Grundströmung liegt, sodass noch Wolken mit etwas Regen die Küstenregionen überqueren.

Allerdings beharrt Hoch "Ulf" nicht an Ort und Stelle, sondern wandert in den nächsten Tagen langsam nach Osten. Die positive Seite daran ist, dass Deutschland nachfolgend auf dessen Westseite gelangt, sodass milde bis sehr milde Luft von Süden nach Deutschland strömt. Da diese auch die Frontalzone nordwärts drückt, kann sich ab dem Freitagnachmittag auch der Norden über den "Goldenen Oktober" freuen. Temperaturen zwischen 17 Grad an der Küste und 26 Grad im Südwesten laden am Freitag und Samstag landesweit zu einem Herbstausflug ein.

Die negative Seite an der Verlagerung von "Ulf" ist, dass der Hochdruckeinfluss allmählich schwindet und somit neuen Tiefausläufern Raum zur Entfaltung gibt. Genau dies geschieht schließlich schon zum Samstagnachmittag. Ein vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägtes Tief über der Schweiz schaufelt feuchte Luft über die Alpen bis in die Mitte Deutschlands und sorgt bevorzugt im Südosten bis Sonntag für Schauer und auch einzelne Gewitter. Zudem rückt von Nordwesten und Westen eine Tiefdruckrinne heran, in die ein Tiefausläufer eingebettet ist. Die dichten Wolken erreichen das Land am Samstagabend und bringen in der Nacht zum Sonntag und Sonntag neben starker Bewölkung gebietsweise auch etwas Regen.

Im Oktober wird freundliches und vielfach sonniges Wetter bei angenehmen Temperaturen oftmals als "Goldener Oktober" bezeichnet. Nach Definition beschreibt der "Goldene Oktober" eine Schönwetterperiode, die häufig Mitte Oktober auftritt und auf einem stabilen Hoch über Mittel- bzw. Osteuropa beruht. Typische Merkmale für eine derartige Wetterlage sind meist große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Während nachts teils dichter Nebel und lokal Frost und Bodenfrost auftreten, können die Temperaturen tagsüber durchaus Höchstwerte um bzw. über 20 Grad erreichen. Den Namen erhielt die Schönwetterperiode durch die Laubfärbung der Bäume. Durch den Sonnenschein auf die bunte Blätterpracht entfaltet sich schließlich das "goldene Naturschauspiel". Das Wort "golden" drückt dabei die vom Menschen empfundene Schönheit aus. Der Ausdruck "Goldener Oktober" wurde in Deutschland bereits seit hunderten von Jahren verwendet und blickt somit auf eine lange Tradition zurück.

Die anstehende kurze freundliche Wetterperiode kann allerdings auch noch als "Altweibersommer" bezeichnet werden. Der Begriff "Altweibersommer" geht auf das altdeutsche Wort "weiben" zurück, was weben bedeutet und beschreibt beständige frühherbstliche Hochdrucklagen über Mitteleuropa, die besonders häufig Mitte September bis Anfang Oktober auftreten und mit sommerlichen Temperaturwerten am Tag und kühlen Nächten (starke Taubildung, oft Strahlungsnebel) einhergehen. Der Altweibersommer ist, wie die Schafskälte, eine im mittleren Jahresgang der Lufttemperatur ausgeprägte Singularität.

Da wir uns noch Anfang Oktober befinden und die Höchsttemperaturen am Samstag regional wirklich noch sommerliche Werte erreichen spricht viel für den Ausdruck "Altweibersommer". Der Bodenfrost und lokal Luftfrost sowie die Tatsache, dass die 25 Grad nur ganz vereinzelt überschritten und ansonsten meist um die 20 Grad erreicht werden, bringt jedoch den "Goldenen Oktober" wieder zurück ins Spiel. Grundsätzlich ist es aber egal, wie die anstehende Schönwetterperiode bezeichnet wird. Bei viel Sonnenschein und angenehmen milden bis sehr milden Temperaturen können die Akkus vor der meist dunklen Winterzeit nochmals richtig aufgeladen werden. Da es sich aber zunächst nur um ein paar Tage handelt, erscheint der "Altweibersommer" oder "Goldener Oktober" zunächst nur als "Light-Version". Es fehlt das "beständige" Hoch.

In Nordamerika werden die Naturphänomene des "Altweibersommers" bzw. des "Goldenen Oktober" übrigens als "Indian Summer" bezeichnet. Er beginnt meist an den Berghängen im Süden Kanadas, von dort verbreitet er sich über die US-Staaten Neuenglands und hält sich bis in den späten Oktober, manchmal auch in den November hinein. Der "Indian Summer" definiert dabei nicht nur das Farbenspiel der Blätter, wie es bei uns der Begriff "Goldener Oktober" beschreibt, sondern umfasst zudem analog zum Ausdruck "Altweibersommer" eine warme herbstliche Witterung. Dabei stellt sich eine typische Herbstwetterlage mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet entlang der amerikanischen Ostküste ein. Auf der Westflanke des Hochs strömt dabei Warmluft aus dem Süden und Südwesten der Vereinigten Staaten nach Norden und sorgt für deutlich ansteigende Temperaturen. Oftmals ist das Phänomen somit von einem strahlend blauen Himmel begleitet. Die Wortherkunft von Indian Summer ist ungeklärt.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutschlandwetter im September 2018:

Datum 02.10.2018

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2018* 1. Platz Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) 17,5 °C Abweich. +2,6 Grad 2. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 17,3 °C Abweich. +2,1 Grad 3. Platz Ohlsbach (Baden-Württemberg) 17,3 °C Abweich. +2,5 Grad

Besonders kalte Orte im September 2018* 1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 11,8 °C Abweich. +2,0 Grad 2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 11,9 °C Abweich. +2,0 Grad 3. Platz Deutschneudorf-Brüderwiese (Sachsen) 12,0 °C Abweich. +0,7 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2018** 1. Platz Bad Hindelang-Gailenberg (Bayern) 180,8 l/m² 126 Prozent 2. Platz Lenggries (Bayern) 159,2 l/m² 118 Prozent 3. Platz Hoherodskopf/Vogelsberg (Bayern) 156,8 l/m² 174 Prozent

Besonders trockene Orte im September 2018** 1. Platz Rothemühl (Mecklenburg-Vorpommern) 7,2 l/m² 16 Prozent 2. Platz Schönermark (Brandenburg) 7,6 l/m² 19 Prozent 3. Platz Feldberg (Mecklenburg-Vorpommern) 8,1 l/m² 19 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2018** 1. Platz Rheinau-Memprechtshofen (Baden-Württemberg) 256 Stunden 161 Prozent 2. Platz Lahr (Baden-Württemberg) 254 Stunden 149 Prozent 3. Platz Rheinfelden (Baden-Württemberg) 253 Stunden 148 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im September 2018** 1. Platz Leck (Schleswig-Holstein) 134 Stunden 96 Prozent 2. Platz List/Sylt (Schleswig-Holstein) 135 Stunden 91 Prozent 3. Platz Hattstedt (Schleswig-Holstein) 146 Stunden 101 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Hermann Kehrer

Gefährlicher Herbstnebel?!

Datum 01.10.2018

Nach einem sehr heißen und langen Sommer hat sich nun endgültig das Herbstwetter durchgesetzt. In den Wetterberichten liest und hört man deshalb wieder häufiger von Nebel oder Hochnebel. Zwar ist der Gedanke an Nebel nicht gerade Furcht einflößend, hauptsächlich für den Straßenverkehr kann dieser jedoch eine erhebliche Gefahr darstellen.

Schaut man im Oktober aus dem Fenster oder beobachtet bei einem gemütlichen Spaziergang die Natur, sieht man den Herbst in seiner vollen Pracht. Auch die Blätter der Laubbäume, die bisher noch nicht von der Trockenheit betroffen waren, färben sich allmählich von Grün und Goldgelb über Rot zu Braun. Hobbygärtner bringen ihre Garten- und Balkonpflanzen vor nächtlichem Frost in Sicherheit und die Vögel scharen sich am Himmel und bereiten sich auf ihre lange Reise Richtung Süden vor.

Die Tage werden nun kürzer, die Nächte länger und somit dauert auch die nächtliche Auskühlung länger an. Gerade bei schwachen Windverhältnissen während herbstlicher Hochdrucklagen und einem meist nur gering bewölkten oder klaren Himmel kann sich die Luft in der Nacht bis zur sogenannten Taupunkttemperatur abkühlen. Bei dieser Temperatur handelt es sich jedoch keineswegs um die Temperatur, ab der Eis taut, sondern vielmehr um jene Temperatur, ab der sich Tau beispielsweise auf Wiesen niederschlägt (siehe www.dwd.de/lexikon). Bei Erreichen der Taupunkttemperatur ist die Luft mit Wasserdampf gesättigt und er beginnt zu kondensieren. Es bilden sich winzige Nebeltröpfchen. Wird dabei die horizontale Sichtweite in Augenhöhe nicht allzu sehr beeinträchtigt, spricht man von Dunst. Beträgt die Sicht jedoch weniger als einen Kilometer, herrscht definitionsgemäß Nebel. Unterschreitet die Sichtweite überregional die Schwelle von 150 Metern, wird laut den Warnkriterien des DWD eine Nebelwarnung fällig. Dabei variiert aber die Andauer der Warnung im Herbst. Während sich der Nebel im September im Laufe des Tages aufgrund des noch höheren Sonnenstandes meist vollständig auflöst, kann er ab Oktober in windgeschützten Niederungen bereits den ganzen Tag anhalten und die Sonne - wenn überhaupt - lediglich als blasse, trübe Scheibe am Himmel erscheinen lassen. Besonders nebelanfällig ist beispielsweise das Donautal. Dort sorgt die Donau für zusätzliche Feuchtigkeit in der Umgebungsluft.

Zugegeben ist der Gedanke an Nebel nicht gerade Furcht einflößend. Eigentlich hat er fast schon etwas Besinnliches oder Romantisches an sich. Was ist also so bedrohlich an diesem mehr oder weniger dichten Schleier, der sich geräuschlos über Wald und Wiesen legt?

Dass beispielsweise Gewitter gefährlich für uns Menschen sein können, ist vielen von uns auch diesen Sommer wieder bewusst geworden. Statistisch gesehen sterben etwa drei bis sieben Menschen jährlich allein an Blitzschlag. Wer allerdings davon ausgeht, dass die nun angebrochene Jahreszeit wettertechnisch ungefährlicher abläuft, täuscht sich. Die Statistik spricht hier eine eindeutige Sprache: In den Jahren 2011 bis 2017 registrierte die Polizei laut dem Statistischen Bundesamt insgesamt 4155 Verkehrsunfälle, bei denen Nebel eine Rolle spielte. Insgesamt nahmen dabei 4476 Personen Schaden, 146 Menschen verloren dabei ihr Leben. Im Durchschnitt sind das also über 20 Tote pro Jahr, die der Nebel durch die erheblichen Sichtbehinderungen im Straßenverkehr fordert. Dabei ereigneten sich rund 60 Prozent aller Nebelunfälle in den Monaten Oktober bis Dezember!

Nebel stellt somit eine deutlich unterschätzte Gefahr dar. Neben dem Flug- und Schiffsverkehr wird hauptsächlich der Straßenverkehr durch Nebel stark beeinträchtigt und erheblich gefährdet. Innerhalb kürzester Zeit kann die Sichtweite für Autofahrer in plötzlich auftauchenden, dichten Nebelbänken nahezu auf null sinken. Wer dann mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h unterwegs ist, kommt einem Piloten, der sein Flugzeug im Blindflug fliegt, nahe. Der wesentliche Unterschied besteht nur darin, dass die Flugzeuge technisch für solche Gegebenheiten ausgerüstet sind, PKWs hingegen kaum. Der Anhalteweg, der neben dem eigentlichen Bremsweg auch die Reaktionszeit des Autofahrers beinhaltet beträgt bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h bereits über 100 Meter!

Schalten Sie also selbst bei leichtem Nebel schon das Abblendlicht ein und passen Sie die Geschwindigkeit Ihres Fahrzeugs den Sichtverhältnissen an! Die Nebelschlussleuchten dürfen nach Straßenverkehrsordnung allerdings erst bei einer Sichtweite unter 50 Metern benutzt werden, da das rote Schlusslicht bis zu 30 Mal heller erstrahlt als gewöhnliche Rückleuchten und somit nachfolgende Fahrer blenden könnte. Als Orientierungshilfe können Sie die Leitpfosten am Straßenrand zu Hilfe nehmen, die in der Regel in einem Abstand von 50 Metern angeordnet sind. Auf Fernlicht sollte allerdings besser verzichtet werden, da Sie sich damit durch das von den Wassertröpfchen im Nebel reflektierte Licht eher selbst blenden.

In den kommenden Tagen ist die Nebelgefahr zunächst nur gering. Ausläufer von Tief "JESSIKA" sorgen bereits am morgigen Dienstag für auffrischenden Wind und somit eine gute Durchmischung der Luft, sodass sich höchstens in einzelnen windgeschützten Tallagen örtliche Nebelfelder ausbilden können. In der Nacht zum Donnerstag kommt es jedoch durch Hoch "ULF" zu einer Wetterberuhigung, sodass der Wind wieder deutlich nachlässt und sich vor allem in der Südwesthälfte teils dichter Nebel bilden kann.

Dämmerung! Ob nautisch, bürgerlich oder astronomisch - atemberaubende Himmelsbilder sind vorprogrammiert.

Datum 30.09.2018

Bezaubernde Himmelsbilder bei Sonnenaufgang und -untergang. Die sogenannte Dämmerung verzaubert den Beobachter mit einer Vielzahl an atemberaubenden Erscheinungen.

Derzeit können aufgrund der Wetterverhältnisse sowohl am Morgen als auch am Abend vielerorts wieder faszinierende Himmelbilder beobachtet werden. Die untergehende Sonne strahlt mit voller Kraft vorüberziehende Wolkenfelder an und lässt diese orange oder rot erscheinen. Mit einer Skyline oder Bergen im Vordergrund werden dabei einige tolle Postkartenbilder erzeugt. Die Übergangsphase vom Tag zur Nacht wird somit zu einem eindrucksvollen Himmelsschauspiel.

Allgemein dauern der Übergang vom sonnenhellen Tag zur finsteren Nacht sowie der umgekehrte Fall mehrere Stunden an. Die Übergangszeit zwischen Tag und Nacht wird im Sprachgebrauch als "Dämmerung" (Morgen- bzw. Abenddämmerung) bezeichnet. Physikalisch beschreibt die Dämmerung den Zeitraum, in dem die Sonne unter dem Horizont steht, ihr gestreutes Restlicht jedoch am Himmel noch sichtbar ist. Vermehrte Staub-, Gas- und Eisaerosole in der Atmosphäre (bspw. Vulkanasche) können die "Dämmerung" dabei enorm verstärken.

In der Astronomie werden bei der "Dämmerung" je nach Dunkelheit drei unterschiedliche Arten definiert. Man unterscheidet dabei zwischen "bürgerlicher Dämmerung", "nautischer Dämmerung" und "astronomischer Dämmerung".

Ausgangspunkt für die Dämmerung ist der Sonnenuntergang, der in Mitteleuropa etwa 3 bis 4 Minuten vom ersten Kontakt der Sonnenscheibe mit dem Horizont bis zu ihrem vollständigen Verschwinden dauert. Danach spricht man zunächst von "bürgerlicher Dämmerung" bezeichnet, bei der bequem noch ohne künstliches Licht gelesen werden kann. Die Sonne steht bei der bürgerlichen Dämmerung entsprechend nicht tiefer als 6° unter dem Horizont, sodass noch ausreichend gestreutes Sonnenlicht den Beobachter erreicht. Dennoch sind am Himmel schon helle Planeten wie bspw. die Venus oder der Jupiter sowie die hellsten Sterne des Sirius zu erkennen. Zeitlich umfasst diese erste Phase je nach Breitengrad und Jahreszeit eine Länge zwischen 37 und 51 Minuten und bringt atemberaubende Erscheinungen wie den Erdschattenbogen (siehe Link 1), das Purpurlicht (siehe Link 2) sowie das Alpenglühen (siehe Link 3) am Horizont hervor.

An die "bürgerliche Dämmerung" schließt sich die "nautische Dämmerung" an. Sie endet sobald die Sonne 12° unter dem Horizont steht. Bei den meisten Aktivitäten wird nun zusätzliches künstliches Licht benötigt, da die restlichen gestreuten Sonnenstrahlen die Umgebung alleine nicht mehr ausreichend aufhellen. Am Himmel sind am Ende der nautischen Dämmerung schon kleinere Sterne und somit Umrisse der ersten Sternbilder zu erkennen. Gleichermaßen treten häufiger Himmelsspektakel wie die "farbigen Horizontalstreifen" - ein farbiger meist glutroter Streifen oberhalb weiter Bereiche des Horizonts, der bis zu 180 Grad betragen kann- oder die sogenannte "Blaue Stunde" -besondere Färbung des Himmels, während die Sonne etwa 4 bis 8 Grad unter dem Horizont steht- auf.

Der nautischen Dämmerung folgt die astronomische Dämmerung, bei der sich die Sonne 12 bis 18° unter dem Horizont befindet. Nachfolgend erreicht das Sonnenlicht auch die höheren Luftschichten nicht mehr, sodass der Himmel richtig dunkel erscheint. Die beste Zeit für Sternengucker beginnt. Am Morgen verlaufen die drei Phasen der Dämmerung in der umgekehrten Reihenfolge, bis die Sonne schließlich am Horizont aufgeht.

Wie oben schon beschrieben ist die Dauer der Dämmerung stark von der geographischen Breite abhängig. Je größer der Abstand zum Äquator, desto länger dauert die Dämmerung. Da die Sonnenbahn am Äquator am Morgen sehr steil aufsteigt und entsprechend stark am Abend auch wieder absinkt, verschwindet die Sonne rasch unter den Horizont. Je näher man jedoch den Erdpolen kommt, umso ausgeprägter wird der Dämmerungsverlauf zu bestimmten Jahreszeiten.

Wie überall gibt es aber auch bei der Dämmerung gewisse Ausnahmen. Am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne in den Polarregionen etwa ab einer geographischen Breite von 65,7° aufgrund der atmosphärischen Refraktion überhaupt nicht unter, sodass die Dämmerung komplett entfällt. Zudem gibt es im Sommer auf allen Breitengraden größer als 48,56° Nächte, in denen die Sonne zwar unter den Horizont sinkt, aber nie tiefer als 18°. In diesen Regionen wird es also nie richtig Nacht mit völliger Dunkelheit. Stattdessen herrscht eine Art Dauerdämmerung, die auch unter dem Begriff "Mitternachtsdämmerung" bekannt ist. Visuell ist diese Dämmerung für das menschliche Auge teilweise aber nicht zu erkennen. Auf den Breitengraden größer 54,56° gibt es im Sommer Nächte, in denen die nautische Abenddämmerung direkt in die nautische Morgendämmerung übergeht. Dies bedeutet gleichermaßen, dass die Sonne während der ganzen Nacht nicht weniger als 12° unter dem Horizont steht. Auf den Breitenbereichen größer 60,56°, wo die Sonne dann nicht unter 6° unter den Horizont sinkt, gilt ähnliches für die "bürgerliche Dämmerung".

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

"Medicane Zorbas" - Ein (sub)tropischer Sturm über dem Mittelmeer

Datum 29.09.2018

Während das Wetter in Deutschland ruhig ist, durchleben die Menschen in Griechenland gerade unruhige Stunden. Verantwortlich dafür: "Medicane Zorbas". Alle Infos dazu im heutigen Tagesthema.

Tropische Systeme wie Hurrikans und Taifune sind bei vielen bekannt. Besonders gut in Erinnerung ist sicherlich noch Hurrikan Florence (USA) und der Supertaifun Mangkhut (Philippinen und Hongkong), die erst in jüngster Vergangenheit Schlagzeilen gemacht haben. Aber auch über dem Mittelmeer können Stürme mit einem tropischen Charakter entstehen, man nennt sie dann Medicanes.

Der Begriff Medicane ist schon mehr als 30 Jahre alt und ist einfach eine Kombination aus zwei Wörtern -"mediterran" und "Hurricane". Etabliert hat sich dieser Begriff, als die ersten Satellitenbilder in den Achtzigerjahren tropisch anmutende Tiefdrucksysteme über dem Mittelmeer zeigten, die wie ein tropischer Wirbelsturm ein Auge im Zentrum ausbildeten.

Was unterscheidet einen Medicane eigentlich von einem "normalen" außertropischen Tiefdrucksystem mittlerer Breiten? Tiefdruckgebiete bilden sich normalerweise aufgrund von horizontalen Temperaturunterschieden zwischen den nördlichen und südlichen Breiten. Um die Unterschiede auszugleichen, bilden sich zwischen den beiden Systemen unsere bekannten Tiefdrucksysteme, die ein klassisches Frontensystem ausbilden. Warmfront und Kaltfront trennen dabei die verschiedenen Luftmassen. Tropische Systeme haben hingegen keinerlei Fronten. Stattdessen bildet sich ein warmer Kern, das heißt, im Zentrum des Tiefs ist die Temperatur in allen Höhenschichten wärmer, als in ihrer Umgebung. Damit ergibt sich auch die klassische zirkulare Erscheinungsform mit einem "Auge" - also einem wolkenfreien Zentrum.

Medicane stellen eine Art Mischform dar. Meist ist ihr Ursprung außertropisch, ehe sie später zunehmend tropische Eigenschaften erlangen. Wunderbar lässt sich dies am aktuellen Medicane "Zorbas" über dem Ionischen Meer erkennen, der am heutigen Samstag Griechenland bedroht.

Der Ausgangspunkt von "Zorbas" war ein Kaltluftvorstoß in das östliche Mittelmeer, der am Mittwoch stattgefunden hat. Ein damit in Verbindung stehendes Tief in höheren Luftschichten sorgte mit seiner Dynamik, aber auch in Verbindung mit der Höhenkaltluft, für die Ausbildung eines Bodentiefs vor der Libyschen Küste. Genau diese Kaltluft in der Höhe war es auch, die in Verbindung mit dem warmen Meerwasser zur Ausbildung von Schauern und Gewittern geführt hat. Die Wassertemperatur im Ionischen Meer liegt derzeit bei etwa 27 Grad. Diese Prozesse haben das Tief zusätzlich verstärkt. Der Ausgangspunkt für Medicane "Zorbas" war also außertropisch.

Mittlerweile hat "Zorbas" aber klar subtropische Züge angenommen. Erkennen lässt sich dies vor allem seiner Struktur. So liegt das Tief in der Höhe nun nahezu senkrecht oberhalb des Bodentiefs (senkrechte Achsenlage). Zudem ist die Höhenkaltluft verschwunden. Stattdessen lässt sich ein warmer Kern bis in die höheren Troposphärenschichten finden. Das Tief zeigt zudem eine zirkulare Struktur. Einzig ein Auge hat sich nicht ausbilden können.

Positiv für die Verstärkung in den letzten 24 Stunden war vor allem, dass die Unterschiede zwischen den Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Luftschichten (vertikale Windscherung) nur gering waren. Eine geringe vertikale Windscherung hilft, eine gebündelte zirkulare Struktur zu erhalten. Wäre die Windscherung zu stark, würde es den Sturm "zerreißen" und ihn angreifbar machen für trockenere Luftmassen aus der Umgebung. Eine zu starke vertikale Windscherung schwächt den (sub)tropischen Sturm also.

Hilfreich ist zudem, dass das Meerwasser in dem sich "Zorbas" bewegt, wärmer als im langjährigen Durchschnitt ist. Die Wassertemperatur liegt mit etwa 27 Grad etwas unter den Schwellwerten für tropische Systeme und das warme Wasser hat auch nur eine geringe Ausdehnung. Es ist also nur die Oberfläche sehr warm. Gleichzeitig liegt aber auch die Temperatur in höheren Luftschichten niedriger, als über den Tropen. Damit sind auch etwas niedrigere Werte der Meeresoberflächentemperatur durchaus ausreichend um einen Subtropensturm wie "Zorbas" zu verstärken. Und wie geht es weiter? Der Medicane hat um sein etwas asymmetrisch aussehendes Zentrum zahlreiche Gewitterherde ausgebildet und wird im Laufe des heutigen Tages in eine neue Tiefdruckentwicklung eingebunden, die von Westen her übergreift. Das hat zur Folge, dass das System nordostwärts geführt wird und dabei Griechenland überquert, ehe es am Sonntag die Türkei erreichen wird. Ein Problem ist natürlich der Wind. Die stärksten Böen werden bei Landgang auf das Griechische Festland im Sturm- bis Orkanbereich vorhergesagt. Die Prognosen bewegen sich zwischen 100 und 130 km/h. Die Böen von "Zorbas" werden sich durch die Reibungsverluste aufgrund der Wechselwirkung mit dem Land bis zum Sonntag deutlich abschwächen. Ein weiteres sehr großes Problem stellt der Niederschlag dar. So werden über Teilen von Griechenland innerhalb von 24 h Mengen zwischen 200 und 500 l/qm vorhergesagt. Im Vergleich dazu: In Frankfurt am Main liegt die mittlere Jahresniederschlagssumme bei 650 l/qm.

Es ist also zu erwarten, dass Zorbas für sehr große Probleme in den betroffenen Regionen sorgen wird. Neben Windschäden, muss vor allem mit Überflutungen und Erdrutschen gerechnet werden. Im Laufe der weiteren Entwicklung wird sich der Medicane wieder in ein außertropisches Tief umwandeln und weiter nordostwärts ziehen.

Dipl.-Met. Marcus Beyer

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