www.webcam-aalen.de
  Startseite | Kontakt | Impressum  
  Kamerabild Aalbäumle  
  Aktuelles Webcambild  

Wetter
     Aktuelle Wetterdaten
     10-Minuten-Übersicht
     Wetterübersicht
     Min - Max Werte
     Schneehöhen
     Wetterlinks
Prognose
     Wind - Regen
     Frontenkarte
     Satellitenbilder
     Unwetterwarnung
Webcam
     Webcamsteuerung
     Webcaminfo
     Webcamlinks
     Fotogalerie
Freizeit
     Sport
     Kultur
     Erholung
     Gastronomie
     Übernachtung
Diverses
     Aktuelles
     Sponsoren
     Werbung

19.01.2017

09:36

Temperatur -9,1 °C
Luftfeuchte 91 %
Taupunkt -10,3 °C
Luftdruck 1030,0 hPa
Windrichtung 131 °
SO
Windstärke 29,8 km/h
Windböen 40,2 km/h
Wind 10m Ø 29,1 km/h
Windchill -26,1 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Donnerstag, 19. Januar 2017 09:36
Temperatur
-9,1 °C
Luftdruck
1030,0 hPa
Wind
131 °
Luftfeuchtigkeit
91 %
Tendenz
+0,3 hPa/6hup down
Windstärke
29,8 km/h
Taupunkt
-10,3 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
40,2 km/h
Windchill
-26,1 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
29,1 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349
Wetterstation Aalbaemle auf wetter.com

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 19.1.17

Thermik:

entällt

Bodenwind:
Aus NE mit 4-9 KT, im Südwesten 8-15 KT und Böen bis 25 KT. In Niederbayern und in der Mainregion oft VRB/03 KT. Nachts Wind aus NE bis W mit 2-5 KT.
Höhenwind:
2000 FT AMSL 090/ 15 KT, M06 Grad C
3000 FT AMSL 100/ 30 KT, M06 Grad C
5000 FT AMSL 090/ 25 KT, M03 Grad C

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Wettervorhersage Aalen 19.1.17

Wettervorhersage für heute
In Aalen ziehen nur ab und an harmlose dünne Wolken vorüber, und die Temperaturen steigen am Tage auf -4 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf -9 Grad zurück. Der Wind weht nur schwach aus östlichen Richtungen.

Wetterbericht der nächsten Tage

Freitag
Sonne-Wolken-Mix bei Dauerfrost. Am Vormittag sind kaum Wolken am Himmel unterwegs. Am Nachmittag gibt es Wolken, dazwischen scheint zeitweise die Sonne. Die Höchstwerte betragen zumeist -3 Grad, die Tiefsttemperaturen der kommenden Nacht -8 Grad. Der Wind säuselt leicht aus Südost.

Samstag
Sonne-Wolken-Mix bei Dauerfrost. In Aalen gibt es Wolken, dazwischen scheint zeitweise die Sonne. Die Höchstwerte betragen -3 Grad, die Tiefsttemperaturen der kommenden Nacht -8 Grad. Der Wind weht nur leicht aus Südost.

Sonntag
Frostig mit viel Sonnenschein. Am Vormittag strahlt die Sonne aus einem fast wolkenlosen Himmel. Am Nachmittag wird der strahlende Sonnenschein kaum von Wolken gestört. Dabei werden im Tagesverlauf -2 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf -8 Grad ab. Der Wind weht nur leicht aus Südost.


Wetterlage:
Eine Hochdruckzone erstreckt sich von England über die Mitte Deutschlands bis zur Ukraine. Dabei fließt aus Osten weiterhin Kaltluft ein. Reste einer Warmfront streifen das Vogtland.

Hochwasser
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

Winter - Quo vadis?

Datum 18.01.2017

Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Verbreitet gibt es Dauerfrost, in den Mittelgebirgen liegt mit einem halben bis 1 Meter so viel Schnee, wie seit Jahren nicht mehr und selbst in tiefen Lagen ist es vielerorts weiß. Doch wie geht es mit dem Winterwetter weiter? Bleibt es weiterhin kalt mit Schnee oder geht dem Winter etwa schon die Puste aus?

Seit Beginn des Jahres herrscht in Mittel- und Südeuropa eine ausgeprägte winterliche Wetterlage. Zunächst führten atlantische Tiefdruckgebiete mit einer nordwestlichen Strömung feuchte und kühle Polarluft heran, die in den Mittelgebirgen den Winter brachte. Danach drehte die Strömung zeitweise auf Nordost, wobei zeitweilig sibirische Kaltluft nach Mitteleuropa geführt wurde. Dabei gab es strenge Nachtfröste mit Werten teils unter -15 Grad. Die erste Januarhälfte verlief in Deutschland etwa 2 Grad zu kalt.

Auch aktuell hat kontinentale Kaltluft Mittel- und Südeuropa fest im Griff. Die Kaltluft dringt weit ins Mittelmeer vor und beeinflusst derzeit sogar weite Teile Spaniens. So lassen sich auf Mallorca Palmen im Schnee bewundern. Viele werden sich jetzt fragen, ob wir in diesem Jahr mal wieder einen richtig strengen Winter bekommen?

Derzeit ist die Wetterlage wieder in einer Umstellungsphase. Über Grönland hat sich ein größeres Kaltluftreservoir angesammelt. Diese Kaltluft fließt über den relativ milden Nordatlantik (5 bis 10 Grad Wassertemperatur) und facht dort die Tiefdruckbildung an. Vorderseitig dieser Tiefdruckgebiete wird mit einer südwestlichen Strömung Warmluft ins Nordmeer und nach Skandinavien transportiert. Diese Warmluftzufuhr sorgt unter anderem dafür, dass sich das Hochdruckgebiet über dem nördlichen Mitteleuropa stabilisiert. Dieses Hoch schneidet die Kaltluftzufuhr ab, sodass in höheren Luftschichten eine deutliche Erwärmung einsetzt.

Während in weiten Teilen Deutschlands leichter bis mäßiger Dauerfrost vorherrscht, sorgt im Norden bei westlicher Strömung feuchte Nordseeluft in einer Höhe von etwa 500 - 1000 m für Temperaturen von 0 bis +3 Grad. Im gesamten nördlichen Binnenland herrscht aber in den untersten Luftschichten noch Frost. Nach anfänglicher Phase mit Schneegriesel wird ab den Abendstunden dann daraus immer mehr Sprühregen, der dort am Boden und zu gefährlichen Glatteis gefriert.

Das Hochdruckwetter erinnert etwas an die vorherrschende Wetterlage im Dezember 2016, nur mit dem Unterschied, dass es diesmal trotz Erwärmung in der Höhe in Bodennähe insgesamt kälter bleib, denn die Strahlungsbilanz ist immer noch negativ. Das heißt, dass die Auskühlung nachts stärker ist als die Erwärmung tagsüber durch die Sonne. Des Weiteren liegt vielerorts Schnee, der tagsüber die Erwärmung bremst, da die Sonnenstrahlen zu einem Großteil reflektiert werden. Nachts sorgt die Schneedecke zusätzlich noch für eine stärkere Auskühlung. Die Kaltluft wird also in den bodennahen Luftschichten vor Ort produziert.

So erwartet uns bis über das Wochenende hinaus in tiefen Lagen teils sonniges, teils neblig-trübes Wetter mit tagsüber immer noch meist frostigen Temperaturen, vor allem in der Südosthälfte. In den übrigen Gebieten steigen sie tagsüber durchaus schon mal wieder in den leichten Plusbereich Im Norden bleibt es trotz Hochdruckeinfluss meist trüb mit zeitweiligem Sprühregen, da dort ständig feuchte Nordseeluft einfließt. Im höheren Bergland und in den Alpen gibt es häufig Sonne bei leicht ansteigendenTemperaturen (Inversion). Tauwetter ist aber auch dort zunächst nicht zu erwarten.

Diese niederschlagsarme Hochdruckwetterlage erweist sich, wie auch schon im Dezember, als ziemlich stabil. Ob sich dann zum Ende des Vorhersagezeitraums im Laufe der nächsten Woche eine Westwetterlage durchsetzt, die milde und feuchte Atlantikluft heranführt und für Tauwetter bis in die Gipfellagen sorgt, oder ob sich die Hochdrucklage weiter fortsetzt, ist derzeit noch nicht sicher. Ein erneuter Wintereinbruch mit viel Schnee bis in tiefe Lagen ist aber erst einmal unwahrscheinlich.

Das sitzt tief...

Datum 17.01.2017

Bei verbreitet dauerfrostigen Verhältnissen kann der Frost auch tief in den Boden eindringen. Einige Überlegungen zur sogenannten Frosteindringtiefe finden Sie heute im Thema des Tages.

Zugegeben, wenn man sagt, dass etwas "tief sitzt", dann sind häufig Kränkungen oder Verletzungen im persönlichen oder beruflichen Umfeld gemeint. Wir bewegen uns heute im "Thema des Tages" aber auf der Straße des meteorologischen Mainstreams, auf der der Frost aktuell die Pole-Position einnimmt. Und der sitzt teilweise auch schon ganz schön tief - nämlich im Boden.

Die Meteorologen und andere Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der Frosteindringtiefe. Um in den Boden einzudringen, muss sich der an der Erdoberfläche auftretende Frost gegen einen positiven Wärmestrom aus dem Erdinneren durchsetzen. Die angesprochene Frosteindringtiefe ist letztendlich die aktuelle Tiefe des Null-Grad-Niveaus unterhalb der Erdoberfläche.

Selbst bei ähnlichen oder gleichen Rahmenbedingungen kann die Frosteindringtiefe sehr unterschiedlich sein. So hängt sie beispielsweise von der Art des Bodens und vom Bewuchs ab. Eine mögliche Schneedecke reduziert den Energieaustausch und hemmt entsprechend das Eindringen des Frostes in den Boden. Das gleiche gilt für eine Eisdecke. Letzteres hat auch zur Folge, dass der Frost in feuchtere Böden nicht so schnell bzw. tief eindringt wie in trockene Böden, da beim Gefrieren Wärme frei wird und zusätzlich das gefrierende Wasser dann ähnlich einer Isolierschicht das weitere Eindringen des Frostes in den Boden erschwert.

Im Anhang zu diesem Thema des Tages finden Sie auch eine Grafik der aktuellen Frosteindringtiefen. Der entsprechende Link auf die DWD-Homepage lautet http://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfrost/bodenfrost.html?nn=510076. In der Karte ist schön zu erkennen, dass im milderen und schneeärmeren Norden der Frost nicht so tief im Boden sitzt wie im Süden, und dass nördlich des Erzgebirges durch die dort schon länger vorhandene Schneedecke ein tiefes Eindringen des Frostes in den Boden unterbunden wurde.

Doch wofür ist das Wissen um die Eindringtiefe des Frostes nützlich?

Für Meteorologen ist die Frosteindringtiefe ein wichtiger Faktor, um die Gefahr von gefrierendem Regen abzuschätzen. Je tiefer der Boden gefroren ist, desto mehr Regen kann - auch über einen längeren Zeitraum - auf der Oberfläche gefrieren. Es braucht keine großen prophetischen Fähigkeiten, um schon jetzt zu sagen, dass auch nach der aktuellen Frostperiode eine einsetzende Milderung die Gefahr von gefrierendem Regen und Glatteis mit sich bringen wird (nicht zwingend, aber doch sehr wahrscheinlich, und im Norden Deutschlands zeichnet sich eine entsprechende Entwicklung für den morgigen Mittwoch ja auch schon ab).

In der Landwirtschaft ist die Frosteindringtiefe ebenfalls von Bedeutung. Ein tiefes Eindringen des Frostes in den Boden kann beispielsweise zu Frosttrocknis bei Pflanzen führen, da diese kein Wasser mehr aufnehmen können. Auch Winterkulturen können geschädigt werden, etwa durch das Absterben kleiner Wurzeln. Und selbst im Zusammenhang mit der Einhaltung der Düngeverordnung ist die Frosteindringtiefe relevant.

Da ist ihre Bedeutung für die Bauwirtschaft schon offensichtlicher. Schließlich sollen Straßen und Gebäude selbst bei langen Frostperioden keinen Schaden nehmen. Zahlreiche Schlaglöcher in unseren Straßen deuten aber darauf hin, dass dies nicht immer der Fall ist. Und manche dieser Schlaglöcher "sitzen" auch ganz schön tief...

EGON der Schnellläufer

Datum 14.01.2017

Tief Egon war deutschlandweit bislang das herausragende Wetterereignis dieses Jahres. Hoffen wir mal, dass dies auch bis Ende 2017 das Extremereignis bleibt.

Erstmals auf unseren Wetterkarten erschien Egon als gänzlich unscheinbares Randtief an der Kaltfront von Dieter am Donnerstag 01 Uhr südwestlich von Irland. Zu dem Zeitpunkt wussten die Wettervorhersagemodelle schon länger, was sich da zusammenbraut. Mittags erreichte Egon die Westspitze Frankreichs. Donnerstagnachmittag trat Egon über dem Südausgang des Kanals erstmals mit eigener geschlossener Kernisobare auf unseren Wetterkarten auf. Deutschland erreichte das Tief am Donnerstag 00 Uhr in der Höhe von Mönchengladbach, um lag es bei Braunschweig, zog dann nördlich an Berlin vorbei und verließ Deutschland um 12 Uhr bei Schwedt über die Oder Richtung Polen. Die Reisegeschwindigkeit von EGON betrug also ca. 1000 km pro Tag, über Deutschland in der Nacht etwa 70 km/h. Daher der Name Schnellläufer, denn normalerweise sind Tiefs bei uns mit ca. 30 bis 35 km/h deutlich langsamer. Diese Schnellläufer sind sowohl bezüglich ihrer Entwicklung als auch ihrer Zugbahn nur schwer vorherzusagen. Die Zugbahn ist deshalb so wichtig, weil die Auswirkungen in Bezug auf Wind und Niederschlagsart sich an der Nord- und Südseite des Schnelläufers deutlich unterscheiden.

Zum Zeitpunkt seiner Entstehung hatte Egons "Muttertief" Dieter an der Nordsee noch für orkanartige Böen gesorgt. Nach einer relativen Ruhe mit schweren Sturmböen nur noch an der Nordseeküste gab es an der Küste der Bretagne die ersten Orkanböen um 15 Uhr, um 18 Uhr 300 km nordostwärts bei Le Havre. Am Abend arbeiteten sich die Unwetterböen im Flachland bis Reims vor und auch auf dem Feldberg im Schwarzwald gab es gegen 20 Uhr mit 126 km/h die erste Orkanbö in Deutschland. Im Saarland wurden gegen 2 Uhr an den beiden 400m hoch gelegenen Stationen Berus und Tholey mit 126 bzw. 120 km/h Orkanböen gemessen. Beide Stationen lagen da schon knapp 300 km südöstlich von Egon bereits auf der Rückseite des Tiefs. Gegen 4 Uhr gab es auch in Baden Württemberg Orkanböen, die stärkste mit 127 km/h in Stötten auf der Alb. Am Vormittag war Chemnitz mit 112 km/h der Spitzenreiter unter den "Nichtbergstationen". Auf der Suche nach Rekorden landen wir natürlich auf den windexponierten Bergstationen. 149 km/h auf dem Fichtelberg wurde als höchste Bö in Deutschland gemessen. (Zur Erinnerung: Orkan Lothar erreichte bis zu 272 km/h.) Wie wichtig die Vorhersage der Zugbahn ist, können Sie der Abbildung entnehmen. Der starke Wind tritt im Wesentlichen südlich der Zugbahn auf, denn der Isobarenabstand ist südlich der Schnelläufer üblicherweise deutlich enger als nördlich davon und damit der Wind stärker. (Die maximalen Windgeschwindigkeiten der Abbildung wurden zwischen 01 und 07 Uhr gemessen.) Die Unwetterwarnungen wurden und werden derzeit vielfach wegen Schneeverwehungen herausgegeben. Wie sieht es denn mit den Schneehöhen aus? In einem Streifen vom südwestlichen Niedersachsen bis zur Odermündung, also nördlich des Tiefs, lagen Freitag früh in den Niederungen verbreitet 5 bis 15 cm. In der milderen Luft südlich von Egon gab es in den Niederungen nur örtlich eine geschlossene Schneedecke. Auf den Gipfellagen der windumtosten Mittelgebirge lagen Freitag früh 35 bis 85 cm, Samstag früh 50 bis 105 cm.

Es muss nicht immer ein Zyklon sein...

Datum 13.01.2017

Vor etwa einer Woche wurde der Süden Thailands von verheerenden Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen heimgesucht. Ursache war nicht etwa ein tropischer Wirbelsturm (dort als Zyklon bezeichnet), sondern ein "gewöhnliches" tropisches Tiefdruckgebiet.

Während unser Wetter vom Ringen unterschiedlich temperierter Luftmassen an der "Frontalzone" um die Vorherrschaft in Europa lebt ("feucht-warme" Subtropikluft versus "trocken-kalte" Subpolarluft), das sich insbesondere im Winterhalbjahr in starken Tiefdruckgebieten mit markanten Wetterfronten - wie aktuell Sturmtief EGON - ausprägt, zeigen sich in den Tropen generell geringe Temperatur- und damit Luftdruckgegensätze, wenn man von den regional allerdings häufigen, tropischen Wirbelstürmen einmal absieht.

Daher macht die Einteilung in thermisch bedingte Jahreszeiten, so wie wir sie kennen, keinen Sinn. Dagegen können die Niederschläge sehr wohl saisonal unterschiedlich sein, d.h. es gibt in den Tropen und Subtropen mehr oder weniger deutlich ausgeprägte "Regen- und Trockenzeiten" im Sommer- bzw. im Winterhalbjahr. Sind die äquatornahen "inneren Tropen" in den meisten Gegenden der Welt quasi "immer-feucht", so verkürzen sich auf der Nordhemisphäre die Regenperioden nach Norden hin und die Trockenzeiten werden länger.

Ursache für das tropische Niederschlagsregime mit Regen- und Trockenzeiten ist die Nord-Süd-Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone (Innertropical Convergence Zone - ITCZ) im Jahresverlauf. Die ITCZ bildet einen zonalen, wenige hundert Kilometer breiten, mit Verzögerung von etwa einem Monat den Sonnenhöchstständen folgenden, weltumspannenden Tiefdruckgürtel. In seinem Einflussbereich treten, mit Schwerpunkt in der zweiten Tageshälfte, teils gewittrige Starkregenfälle auf. Die mit der ITCZ-Verlagerung verbundene großräumige Zirkulation nennt man "Monsun". Im Norden Thailands herrscht wintertrockenes, im Süden meist wechsel-feuchtes Monsunklima.

Schaut man sich die auf langjährigen Messungen basierenden Klimadaten an, sollte auch im Süden Thailands derzeit die "niederschlagsarme" Saison im Gange sein. Ganz trocken ist es dort ja nie, was aber etwa seit Mitte vergangener Woche in der Region vom Himmel fiel, ist unvorstellbar. Verbreitet gab es Überschwemmungen, von denen nach Angaben der einheimischen Katastrophenschützer ca. 300 000 Haushalte mit 1 Million Menschen betroffen sind. Bisher sind 25 Todesopfer zu beklagen. Man spricht von den schlimmsten Regenfällen seit 30 Jahren. Beispielsweise fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis zum vergangenen Freitag, 06.01.2017, 00:00 Uhr UTC (07:00 Uhr MOZ) an der agrarmeteorologischen Station Nakhon Si Thammarat (08°27'N, 100°03'E, 2 m Höhe) unvorstellbare 616 mm Regen, an einer benachbarten Station in derselben Stadt 400 mm und in Phattalung (07°37'N, 100°10'E, 2 m Höhe) 228 mm. 616 mm sind etwa das Vierfache der im gesamten Januar üblichen Niederschlagsmenge! Auch an den Folgetagen gab es nochmals mehrere zehn Liter Regen pro Quadratmeter.

Derartige Niederschlagsmengen werden gewöhnlich nur von tropischen Wirbelstürmen hervorgebracht, die in dieser Gegend "Zyklone" heißen und gerne auf gealterte tropische Tiefdruckgebiete, die sich aus der ITCZ heraus gelöst haben, als Entstehungsursache zurückgreifen. Aber zur Entwicklung eines Zyklons reichte es in diesem Falle nicht. Das Tiefdrucksystem wurde vom Joint Typhoon Warning Center der US Navy zunächst als "Tropische Störung 90B" und damit als schwächste Form tropischer Tiefdrucksysteme klassifiziert. Obwohl es auf 7° nördlicher Breite dank ausreichend warmem Oberflächenwasser (bis zu 30 °C), leichter bis moderater Windscherung und guten Zirkulationsbedingungen durchaus Entwicklungsperspektiven hatte, wuchs es nicht zu einem Zyklon heran, sondern löste sich stattdessen am nächsten Tage auf.

Die unten angefügte Karte zeigt den südlichen Teil Hinterindiens und Teile des Malaiischen Archipels. Eingetragen sind die bis zum 06.01.2016, 00:00 Uhr UTC registrierten vierundzwanzigstündigen Niederschlagsmengen in ganzen Litern pro Quadratmeter (Maßeinheiten: [L/m²] = [mm]). Außerdem finden Sie in der Karte die vom freitäglichen 00:00-UTC-Lauf des amerikanischen Vorhersagemodells GFS analysierte geopotentiellen Höhe der 500-hPa-Hauptdruckfläche, welche die mittlere Troposphäre repräsentiert. Gemessen wird diese Größe in geopotentiellen Dekametern, einer Maßeinheit für die spezifische potentielle Energie der Luftmasse (Einheitenzeichen [gpdam]). Weiterhin sind die vom selben Modelllauf an den Gitterpunkten kalkulierten Windvektoren, mit dem Betrag der Windgeschwindigkeit in Knoten (engl. Einheitenzeichen [kt], lange Fieder = 10 kt, kurze Fieder = 5 kt, 1 kt = 1,852 km/h) sowie der Windrichtung, auf der bodennahen 1000-hPa-Hauptdruckfläche dargestellt. Das Zentrum des vom Boden (siehe zyklonal orientierte Windpfeile) bis hoch in die mittlere Troposphäre (siehe geschlossene Isohypse bei 584 gpdam) reichenden tropischen Tiefdruckgebietes liegt nordwestlich von Banda Aceh an der Nordwestspitze Sumatras.

Wie kleine Erdbeben: Wetterbomben

Datum 10.01.2017

Wetterbomben können seismische Wellen erzeugen, mit deren Hilfe bessere Kenntnisse über das Innere unseres Planeten gewonnen werden können.

Am 9. Dezember 2014 rüttelte es heftig auf dem Nordatlantik zwischen Grönland und Island. Grund dafür war aber nicht etwa ein Erdbeben, sondern eine sogenannte "Wetterbombe" mit einem Kerndruck von unter 945 Hektopascal. Als solche bezeichnet man in Wissenschaftlerkreisen Tiefdruckgebiete, bei denen es zu einer rapiden Tiefdruckentwicklung (Zyklogenese) mit einem Druckfall von mehr als 24 Hektopascal in 24 Stunden kommt. Doch trotz der Schäden, die diese Wetterbombe beispielsweise in Westnorwegen anrichtete, hatte sie einen großen Nutzen.

Vieles, was wir Menschen über den Aufbau der Erde wissen, haben wir durch die Beobachtung und Auswertung seismischer Wellen, die im Erdinneren propagieren, gelernt.

Diese werden unterschieden nach Raum- und nach Oberflächenwellen. An dieser Stelle sollen uns nur erstere interessieren. Die Raumwellen lassen sich wiederum einteilen, nämlich nach den sogenannten P- und S-Wellen. Primärwellen (P-Wellen) sind Longitudinalwellen, das heißt, sie schwingen in Ausbreitungsrichtung. Ein alltägliches Beispiel dafür ist die Schallausbreitung in der Luft. Bei Sekundärwellen (S-Wellen) handelt es sich hingegen um Transversalwellen, sie schwingen also quer zur Ausbreitungsrichtung. Da sich P- und S-Wellen unterschiedlich schnell ausbreiten (P-Wellen mit ca. 5 bis über 8 km/s, S-Wellen ca. 3 bis 4,5 km/s), treffen sie an einem vom Bebenherd entfernten Ort unterschiedlich schnell ein. Aus der Zeitdifferenz zwischen dem Einsetzen der P- und der S-Wellen kann die Entfernung zum Herd bestimmt werden. Kann an mindestens drei verschiedenen Orten auf diese Weise die Entfernung zum Bebenherd bestimmt werden, lässt sich der Bebenherd im Rahmen der Messgenauigkeit festlegen.

Treffen die Raumwellen auf signifikante Grenzflächen im Erdinneren, wie beispielsweise diejenige zwischen Erdkruste und -mantel (die sogenannte Mohorovičić-Diskontinuität), so können sie reflektiert, gebrochen, gebeugt, gestreut, absorbiert oder umgewandelt werden. Weiß man um die Gesetzmäßigkeiten bei der Wellenausbreitung, kann man nach einem Erdbeben basierend auf der Verteilung der P- und S-Wellen Aussagen über die innere Struktur unseres Planeten machen.

Jedoch liegt genau darin ein Problem: In vielen Regionen der Welt bebt die Erde gar nicht oder nur sehr selten. Und demzufolge erhält man keine guten Messungen und abgeleiteten Visualisierungen des Erdinneren in diesen Gebieten, zumal man ja mittels aufwendiger Bohrungen nicht weiter als wenige Kilometer in die Erdkruste kommt und auch nicht einfach mal so ein Thermometer ins Erdinnere stecken kann.

An dieser Stelle können heftige Stürme über dem Ozean helfen. Diese erzeugen auf dem Meer Wellen, die so kräftig sein können, dass ein kleiner Teil der damit verbundenen Energie als akustische Wellen den Meeresboden erreicht. Dort angekommen, generiert die Energie schwache P- und S-Wellen, die sich durch das Gestein ausbreiten. So, als ob an dieser Stelle ein kleines Erdbeben stattgefunden hätte. Die unten stehende Abbildung soll dies schematisch darstellen.

Bisher konnten mit dieser Methode nur P-Wellen detektiert werden. Nun ist es zwei Forschern der Universität Tokio (Nishida und Takagi, 2016) zum ersten Mal gelungen, ein - wenn auch im Vergleich zum P-Wellen deutlich schwächeres - Signal von S-Wellen aufzuzeichnen. Als Datenbasis dafür diente eben diese Wetterbombe vom Dezember 2014. Die Forscher konnten dieses Signal detektieren, weil sie ein dichtes Seismometernetzwerk (200 Seismometer in der japanischen Region Chugoku) nutzten.

Dass sowohl P- als auch S-Wellen aufgezeichnet wurden, ermöglicht es, sich ein hochaufgelöstes Bild der Struktur der Erde direkt unter dem atlantischen Sturmsystem zu machen und die exakte Lage der Grenzschicht zwischen oberem und unterem Mantel in dieser Region zu bestimmen. Außerdem könnte diese Arbeit die Möglichkeit eröffnen, Schwankungen in solch wichtigen Grenzschichten zu entdecken und so das Wissen über die Konvektion im Mantel und die Bewegung der tektonischen Platten zu verbessern.

Wetterbomben gibt es nicht unbedingt häufiger als Erdbeben, jedoch können sie im Gegensatz zu den Erdbeben vielerorts über dem Meer auftreten und so das Bild des Erdinneren komplettieren. Mit ihnen ergibt sich die Möglichkeit einer weiteren Verzahnung der Geowissenschaften Meteorologie und Geophysik.

Die Kleidung macht's!

Datum 09.01.2017

Mit diesen Tipps kann die nächste Kältewelle kommen!

Eisig kalt war es in den vergangenen Tagen in Deutschland. Die Thermometer zeigten verbreitet zweistellige Minuswerte an, "negativer Spitzenreiter" waren nachts das oberbayerische Reit im Winkl und das oberpfälzische Schorndorf mit jeweils minus 26 Grad Celsius. Bibbernde Menschen, rote Wangen und lethargisches Händereiben wo man nur hinsah. Dabei sind Temperaturen, wie sie in den vergangenen Tagen in Deutschland herrschten, in einigen Teilen der Welt normal bzw. werden noch um ein weites übertroffen (besser gesagt unterboten). In der Arktis beispielsweise sind Temperaturen von - 40°C im Winter keine Seltenheit. Da fragt man sich doch (durchaus zu recht): Wie können die dort lebenden Menschen eine solche Eiseskälte aushalten? Die Antwort ist simpel: Mit der richtigen Kleidung. Besonders effektiv ist das sogenannte "Zwiebelprinzip", das den meisten wohl bekannt ist. Anstatt einer einzigen sehr dicken Schicht, trägt man viele dünne Lagen.

Als Unterwäsche und damit unterste Bekleidungsschicht (auch "Baselayer" genannt) wird oftmals Merinowolle verwendet. Das Besondere an dieser hochwertigen Form von Wolle: Merinofasern sind stark gekräuselt (bis zu vierzig Kräuselungen pro Zentimeter) und haben eine wellenartige Struktur. Dadurch liegen die Fasern sehr locker aufeinander und es entstehen Luftkammern, die die Körperwärme einschließen und zurückhalten und den Körper somit vor dem Auskühlen bewahren. Die eingesperrte Luft zwischen den Fasern wirkt also isolierend nach außen - übrigens nicht nur wärmend im Winter sondern auch kühlend im Sommer. Dabei hat die Wolle des ursprünglich aus Nordafrika stammenden Merinoschafes noch weitere Vorteile: Sie kratzt nicht auf der Haut, transportiert Feuchtigkeit und riecht nicht. Zwar auch eine Wolle, aber dennoch nicht als Baselayer geeignet ist Baumwolle. Denn Baumwolle nimmt die Feuchtigkeit auf ohne sie abzutransportieren und trocknet schlecht. Die unterste Kleidungsschicht sollte um ihre Funktion optimal zu erfüllen eng anliegen ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Als sogenannter "Midlayer" folgt dann eine weitere Schicht mit guter Wärmeisolation. Die gängigste Isolationsschicht ist Fleece durch ein hervorragendes Wärme-Gewicht-Verhältnis. Bei extremen Bedingungen kann man über den Fleecepulli noch eine Isolationsjacke (z.B. Primaloft oder eine ultradünne Daunenjacke) ziehen. Das Material Primaloft besteht aus synthetischen Mikrofasern und wurde Anfang der 80-er Jahre ursprünglich für die US-Army entwickelt. Seitdem bekannt ist, wie leicht, robust, atmungsaktiv, stark komprimierbar und feuchtigkeitsunempfindlich dieses Material ist, und welche hervorragenden Isolationseigenschaften es bietet, ist es aus den Regalen der Outdoorläden nicht mehr wegzudenken.

Und last but not least, die äußere (Wetterschutz-)Schicht. Ganz wichtig ist, dass diese Schicht wind- und wasserdicht ist. Schlupf-Anoraks sind bei extremer Kälte übrigens Jacken vorzuziehen, da bei Stürmen der Wind sogar durch doppelt abgedeckte Reißverschlüsse dringt. Fellstreifen im Kapuzenrand wärmen enorm und halten den Großteil des Windes vom empfindlichen Gesicht ab.

Nicht zu vergessen sind die "Accessoires": Handschuhe (am besten dicke Fäustlinge über dünnen Fingerhandschuhen), dicke Wollsocken und eine Mütze. Die Gelehrten streiten sich zwar, wie viel Prozent Körperwärme über den Kopf verloren gehen kann; die meisten Schätzungen liegen um die 40 Prozent. Klar ist aber auf jeden Fall, dass es ohne Mütze sehr schnell sehr kalt wird.

Und nun noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Die einzelnen Bekleidungsschichten dürfen nicht zu eng aneinander liegen! Denn Luft isoliert und somit dienen die kleinen Luftpolster in den Zwischenräumen als Wärmespeicher. Da liegt übrigens auch der Grund verborgen, warum man(n oder frau) so oft kalte Füße hat: Es werden enge (manchmal sogar mehrere) übereinander getragene Socken in zu kleine Schuhe gesteckt!

Eiswein

Datum 08.01.2017

Das eiskalte Winterintermezzo der letzten Tage hat uns in der Folge nicht nur Glatteis, sondern auch einen edlen Tropfen beschert.

Hoch Angelika und Tief Benjamin haben uns ein glattes Wochenende beschert. Angelika brachte die Kälte, Benjamin den Niederschlag, der je nach Region zu verschiedenen Glättetypen führte. Über die Glättearten können Sie sich im Thema des Tages vom 8.12.2016 informieren. (http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/12/8.html). Einer solchen Glättelage geht im Regelfall sehr kaltes Wetter voraus. Heute aber sprechen wir nicht von der eher negativen Folge Eisregen, sondern vom eher positiven Folgeprodukt Eiswein, der bei kalten meteorologischen Voraussetzungen gelesen werden kann.

In den Weinbaugebieten von Hessen und Rheinland Pfalz war Dank Hoch Angelika endlich mal wieder Eisweinwetter, denn wegen der geografischen Lage des Hochs kam die Polarluft zu uns, ohne vom warmen Nordatlantik aufgewärmt zu werden. Das Eisweinwetter leitet sich aus der Definition des Eisweins ab, einem recht teuren Getränk zu ca. 50-250 EUR je Liter. Im Regelfall wird er bei aus Weißweinen wie Riesling oder Silvaner hergestellt, aber auch Rotweine werden dazu verarbeitet. Der Eiswein muss, wie der Name schon sagt, bei eiskaltem Wetter geerntet werden. Notwenig dazu sind Temperaturen von minus 7 Grad oder darunter über einen gewissen Zeitraum, der nicht exakt festgelegt ist. Auf besondere Qualität erpichte Winzer nehmen drei Stunden als minimale Zeit, wenn möglich an zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Bei dieser Temperatur kristallisiert das reine Wasser, nicht aber das Wasser um die Zuckermoleküle. Damit bleibt nach dem sofortigen Pressen der Trauben nur konzentrierter Saft übrig sodass diese Weine sehr süß sind. Da sie aber gleichzeitig hocharomatische Säure besitzen, sind es nicht einfach nur süße Weine, sondern Prädikatsweine.

Warum sind sie so teuer? Unter anderem spielen folgende Gründe eine Rolle: 1. Die Weintrauben müssen viel länger am Stock hängen als normale Trauben. Dabei verlieren sie an Wasser und damit an Flüssigmasse. Der Ertrag pro Hektar ist also deutlich geringer. 2. In den deutschen Weinbaugebieten wird es immer häufiger Jahre geben, in denen die für Eiswein geforderte Temperatur erst mit dem Spätwinter im Februar oder den gesamten Winter nicht auftritt. Dann gleichen die Trauben eher Eisrosinen oder eine Eisweinlese ist überhaupt nicht möglich und die Mühe gänzlich vergebens. 3. Die Erntekosten liegen natürlich über denen einer normalen Lese, allein der "Nacht- bzw. Temperaturwächter" verbringt oft sinnlose Zeit im Wingert.

Man kann natürlich die Ernte des Eisweins auch schon bei geringeren Minusgraden durchführen; dann aber steigt den Winzern zumindest die eigene Genossenschaft auf die Füße. In diesem Jahr aber müssen wir uns Dank Hoch Angelika darum nicht sorgen. Freitag und Samstag früh lag die gesamte rheinhessische Weinbauregion mit Tiefstwerten am Freitag um -8, am Samstag um -10 Grad im "Grünen Bereich" für Eiswein. Geisenheims Reben beispielsweise erlebten am Freitag 8 und gestern 15 Stunden im Frostbereich unter -7 Grad. Na dann mal Prost ... .

Minima der Nacht. Immer der wirkliche Tiefstwert?

Datum 07.01.2017

Tiefstwerte der Nacht werden im Regelfall von 7 Uhr gemessen und verbreitet. In der Realität misst man um 10 Uhr erneut. Warum das gemacht wird, darum geht es heute im Thema des Tages.

Die Tiefstwerte sind zur Zeit wieder ein Thema in den Medien, da sie teilweise unter -20 Grad lagen. Diese Werte entstehen typischerweise bei Strahlungswetter, also klarem bzw. wolkenlosem Himmel, und werden nach internationalen Normen bei uns um 06 GMT, also 7 Uhr MEZ gemessen.

Warum ist der Zeitpunkt für die Angabe der Tiefsttemperaturen so wichtig? Im Winter ist der Zeitpunkt der theoretisch tiefsten Temperatur bei Strahlungswetter deutlich nach dem Meldetermin 7 Uhr, denn die Sonne geht zum Jahreswechsel etwa um 08:15, derzeit etwa um 08:10 auf. Die Tiefstwerte werden bei wolkenlosem Himmel aber erst zwischen 08 Uhr und 09 Uhr erreicht, also deutlich nach dem Zeitpunkt der Wettermeldung um 7 Uhr.

Warum werden die Tiefstwerte bei klarem Himmel erst etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang erreicht? Stellen Sie sich vor, sie befinden sich im Raum mit einem Kamin. Wenn Sie in Nähe des Kamins zu ihm hin schauen, dann stellen Sie fest, dass es in der Richtung am wärmsten ist. Wenn Sie umgekehrt vor einer kalten Wand liegen, dann kühlt der der Wand zugewandte Körperteil aus und Sie fangen an zu frieren. In beiden Fällen passiert das, ohne dass Sie den Kamin oder die Wand berühren. Ursache ist die Strahlung, die vom wärmeren zum kälteren Körper geht, also vom warmen Kamin zum 37 Grad warmen Körper bzw. vom 37 Grad warmen Körper zur kalten Wand. Extrem gut merkt man das bei einem Lagerfeuer (ca. 400 Grad) bei klarem Himmel. Vorne Bullenhitze, hinten "eiskalt". Die Strahlung geht auch hier vom heißen Feuer zum Körper. Wohin aber geht die Strahlung vom Körper, sodass man am Rücken friert? Sie geht in den Weltraum, der mit - 273° Grad deutlich kälter als der Körper ist. Und genau das macht die Erde den lieben langen Tag. Sie heizt den Weltraum und müsste eigentlich immer mehr abkühlen. Aber zum Glück haben wir ja die Sonne, die uns immer wieder aufheizt. Nehmen wir nun mal an, die Erde heizt den Weltraum mit etwa 50 Watt/m² und die Sonne liefert uns mittags 200 W/m². Wenn die Sonne aufgeht, liefert sie beim Aufgang natürlich nicht sofort die 200 Watt, sondern ihre Strahlung beginnt bei 0 Watt, während die Erde weiterhin 50 Watt abgibt. Erst wenn die Sonne so hoch steht, dass deren Einstrahlung mit 50 Watt der Ausstrahlung der Erde von 50 Watt entgegensteht, wird es nicht mehr kälter. Bis dahin vergeht ab Sonnenaufgang eine Weile. Bis das auch das vor der Sonnenstrahlung geschützte Thermometer merkt, dauert es halt etwa eine Stunde. Deshalb messen wir in Deutschland um 10 Uhr gesetzlicher Zeit die Tiefstwerte erneut. Dann haben wir sicherlich auch die wirklich kälteste Tiefsttemperatur erwischt. Als Grafik ist der Temperaturverlauf von gestern in Märklingen angefügt. Um 7 Uhr wurde als Minimum 20,8 Grad, um 10 Uhr -21,7 Grad gemeldet.

"Hochdruckbrücke Mitteleuropa"

Datum 06.01.2017

Die auf der Rückseite des Sturmtiefs AXEL nach Mitteleuropa eingeflossene Meeresluft gelangte unter Hochdruckeinfluss und "rechtzeitig" zum Dreikönigstag wurde es bitter kalt.

..."rechtzeitig", denn "War bis Dreikönig (6. Januar) kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter..." lautet eine bekannte Bauernregel. In diesem Sinne scheint unser diesjähriger Winter ja noch ´mal kurz vor dem Schlussverkauf "die Kurve gekriegt" zu haben. Als Kurve könnte man die Zugbahn des eindrucksvollen Sturmtiefs AXEL interpretieren, das inzwischen ostwärts in die russische Weite abgezogen ist. Auf seiner Rückseite gelangte wie üblich polare Meeresluft nach Mitteleuropa. Die steht unter Hochdruckeinfluss, denn zwischen der Iberischen Halbinsel und dem nördlichen Westsibirien erstreckt sich am heutigen Freitag eine mächtige Hochdruckbrücke, deren südwestlicher Pfeiler mit einem Luftdruck von 1040 hPa ziemlich genau über Deutschland und Südskandinavien liegt und den schönen Namen ANGELIKA trägt. Den nordöstlichen Pfeiler bildet eine Hochdruckzone jenseits des Urals über dem Delta des westsibirischen Flusses Ob mit 1035 hPa.

Vom synoptisch-klimatologischen Standpunkt bietet sich in diesen Tagen die Charakterisierung der Großwetterlage als "Hochdruckbrücke Mitteleuropa" an (oder einfach "Brücke Mitteleuropa" genannt, daher die wissenschaftliche Abkürzung "BM"). Sie zählt zu den zonalen Zirkulationsformen, d.h. die in West-Ost-Richtung verlaufende Strömungskomponente über dem Kontinent übertrifft den in Nord-Süd-Richtung orientierten, meridionalen Anteil deutlich. Die "Hochdruckbrücke" bringt im Allgemeinen Wetterberuhigung, ist typisch für unser mitteleuropäisches Klima und tritt im langjährigen Mittel mit knapp 8% aller Fälle sogar überdurchschnittlich häufig auf. Weil diabatische, vom Erdboden ausgehende atmosphärische Abkühlungs- und Erwärmungsprozesse bei ruhigen, beständigen Wetterlagen besonders intensiv sind, stehen winterliche Kälte- und sommerliche Hitzewellen oftmals mit dieser Großwetterlage in Verbindung.

Da wundert es keinen, dass die vergangene Nacht bislang die kälteste dieses Winters war. Bei vielerorts klarem Himmel sank die Temperatur kräftig, so dass verbreitet mäßiger Frost (Tiefsttemperatur unter -5 °C) und insbesondere über Schneeflächen sogar strenger Frost (Tiefsttemperatur unter -10 °C) auftrat. Allein im unmittelbaren Küstenbereich blieb es bei nur leichtem Frost zwischen -2 und -4 °C. Kälteste Region Deutschlands war der Streifen zwischen Fränkischer Schweiz und Oberpfalz, dort fiel das Quecksilber gebietsweise auf unter -20 °C, Spitzenreiter im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes war die Station Schorndorf-Knöbling (Oberpfalz, 419 m Höhe) mit -22,6 °C (um 08:00 Uhr UTC!). Noch kälter wurde es unmittelbar am Erdboden, beispielsweise in Veilsdorf (Thüringen, 397 m Höhe) mit -26,3 °C. Unsere derzeitige Hochdruckbrücke wird zwar im Verlaufe des Wochenendes durch Tiefausläufer angegriffen, die bereits ab Sonnabendfrüh auf den Nordwesten unseres Landes übergreifen und gebietsweise etwas Schnee und örtlich Glatteisregen bringen, kann sich aber voraussichtlich bis einschließlich Sonntag halten. Die kommende Nacht wird daher im Südosten Deutschlands noch einmal bitterkalt, in den übrigen Gebieten dürfte die Wolkendecke eine ähnlich starke Abkühlung wie in der letzten Nacht verhindern.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/01/06.html finden Sie oben die vom Deutschen Wetterdienst für heute, 06.01.2017, 00:00 Uhr UTC, analysierte Bodenwetterkarte mit den im Projekt "Wetterpate" der Freien Universität Berlin "getauften" Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die untere Karte zeigt schlichtweg eine Auswahl der bis heute früh 06:00 Uhr UTC beobachteten nächtlichen Tiefsttemperaturen.

Sturmtief "Axel" peitschte Regen und Schnee über das Land und bringt klirrende Kälte!

Datum 05.01.2017

Sturmtief "Axel" sorgte verbreitet für den ersten richtigen Wintereinbruch. Vor allem im Norden und Westen reichte es in tiefen Lagen leider nicht für Schnee, die kommende sibirische Kälte erreicht jedoch jede Region des Landes!

Das Sturmtief "Axel" beschert uns gleich zum Jahresbeginn eine erste winterliche Episode. Vor allem im Süden und Südosten konnte es schon richtig einwintern, während im Westen und Norden bisher nur ansatzweise ein Winterfeeling aufkam. Doch ab dem heutigen Donnerstag sollte sich dies allgemein ändern. Zwar nicht mit Schnee, der beliebten weißen Pracht, sondern mit klirrender Kälte aus dem Norden Sibiriens!

Tief "Axel" trat am Montag um 7 Uhr das erste Mal auf der Wetterkarte mit einem Druck von knapp unter 1010 hPa in Erscheinung. In den darauffolgenden 24 Stunden bis Dienstagmorgen konnte sich "Axel" auf seinem Weg vor die Küste Norwegens gut entwickeln und erreichte einen Kerndruck von unter 985 hPa (Stichwort: Tiefentwicklung vgl. http://bit.ly/2iEspN0). Doch westlich von Norwegen war der Höhepunkt von Tief "Axel" zunächst überschritten, sodass er begann, sich aufzulösen. Allerdings prallte das zugehörige Frontensystem (vgl. http://bit.ly/2j7Lm7P), getrieben von einer westlichen Strömung, gegen das Norwegische Gebirge. Auf der Ostseite wurde nachfolgend eine sogenannte "Lee-Zyklogenese" innerhalb des Tiefkomplexes angestoßen, die als Geburt von "Axel-Junior" angesehen werden kann (vgl. Abb. 1). Auf der Südflanke des Gebirges schlängelte sich die Warmfront von "Axel-Senior" (vgl. http://bit.ly/2iEEFgy) gleichzeitig um die Berge herum nach Osten und bildete eine Warmfrontwelle aus. Diese wurde von "Axel-Junior" aufgenommen und als eigenständiges Frontensystem auf seinem Weg nach Osten mitgeführt.

Tief "Axel-Junior" besaß in seiner Geburtsstunde etwa einen Kerndruck von 992 hPa. Auf seinem Weg über Schweden hinweg zur Ostsee konnte es sich prächtig entwickeln und erstarkte zu einem Sturmtief. Der minimalste Luftdruck wurde schließlich mit etwa 975 hPa über Gotland registriert. Auf seiner weiteren Zugbahn über das Baltikum und Weißrussland hinweg büßte "Axel-Junior" dann langsam wieder an Intensität ein.

In Deutschland sorgte Sturmtief "Axel-Junior" mit seinen Ausläufern für mächtig Wirbel (vgl. Abb. 2). Zunächst führte es am Dienstag, den 3. Januar feuchte und milde Luft von Nordwesten her ins Land. Im Norden und Nordwesten fiel bei kräftig auffrischendem Wind Regen. Doch als die Niederschläge die Mittelgebirge erreichten, mischten sich doch zunehmend Schneeflocken darunter. Im östlichen Mittelgebirgsraum fiel die weiße Pracht etwa oberhalb von 200 bis 400 Metern, sodass sich dort nennenswerte Neuschneemengen aufsummieren konnten. In Bayern und großen Teilen Baden-Württembergs schneite es bis in die dortigen tiefen Lagen hinab. Lediglich im Westen stieg die Schneefallgrenze zum Mittwoch und am Mittwoch selber auf 400 bis 600 Meter an. Am Mittwochabend sank sie dann landesweit allmählich wieder bis in tiefe Lagen ab. Bis Mittwochmorgen kamen so in den westlichen Mittelgebirgen oberhalb von 400 Metern 0 bis 5 cm und oberhalb von 600 Metern 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen. In den östlichen Mittelgebirgen wurde im gleichen Höhenniveau ein deutlich größerer Schneezuwachs registriert. So fielen in der Rhön zwischen 7 und 13 cm, im Thüringer Wald 7 bis 20 cm, im Harz 7 bis 16 cm und im Erzgebirge 7 bis 25 cm Neuschnee. Im Süden waren zunächst nur das Fichtelgebirge und der Bayerische Wald von den Schneefällen betroffen. Dort kamen in Tallagen zwischen 2 und 8 cm und in höheren Lagen bis 20 cm Schnee zusammen. Die Alpen- und Schwarzwaldregionen sollten ihren Schnee erst später bekommen.

Durch den starken bis stürmischen Wind, der in Kammlagen des Erzgebirges in Böen auch orkanartig war, wurde der Schnee stark verweht, was wiederum eine genaue Messung erschwerte. Örtlich können somit deutlich höhere Schneemengen gefallen sein. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden bis Mittwochmorgen auf dem Brocken (Harz) mit 125 km/h gemessen. Auf dem Fichtelberg (Erzgebirge) wehte der Wind in Böen von 114 km/h zeitweise orkanartig. Aber auch entlang der Nordseeküste sind verbreitet orkanartige Böen oder Orkanböen aufgetreten. Beispielshaft seien dafür Sylt mit 123 km/h, Spiekeroog mit 116 km/h, Norderney mit 109 km/h, Hallig Hooge mit 107 km/h und Cuxhaven mit 105 km/h erwähnt.

Am Mittwoch verlagerten sich die länger anhaltenden Niederschläge nach Süden in Richtung Alpen. Dort brachte der Dauerschneefall in tiefen Lagen bis Donnerstagmorgen bis 10 cm, und in höheren Lagen bis 30 cm Neuschnee. Auch im Schwarzwald fielen in mittleren und höheren Lagen zwischen 5 und 25 cm. Im Rest des Landes sorgte die einströmende hochreichende Kaltluft für zahlreiche Schauer, die sich teilweise linienhaft organisierten und lokal sogar mit Blitz und Donner einhergingen. Vor allem im Stau von Thüringer Wald und Erzgebirge schneite es aber auch noch längere Zeit. Somit kamen dort oberhalb von 400 Metern vielerorts nochmals 2 bis 15 cm Neuschnee dazu. Im Erzgebirge fielen örtlich sogar weitere 30 cm. Ansonsten konnten am heutigen Donnerstag auch die westlichen Mittelgebirge um Eifel, Rhön und Rothaargebirge sowie Odenwald und Hunsrück in höheren Lagen mit Neuschneemengen über 5 cm aufwarten. Von Mecklenburg-Vorpommern bis zum Erzgebirge bildete sich sogar in tiefen Lagen eine Schneedecke von wenigen cm aus.

Bis zum Wochenende stellt sich nun von Westen her allmählich Wetterberuhigung ein. So nutzt das Hochdruckgebiet "Angelika", mit Zentrum über Südnorwegen, den frei werdenden Raum von "Axel" und verlagert sich seinerseits mit Schwerpunkt nach Mitteleuropa. Die Niederschläge ziehen sich nachfolgend in den Südosten Deutschlands zurück. Vor allem am östlichen Alpenrand, Bayerischen Wald sowie Erzgebirge ist bis Freitagmorgen jedoch erneut ein weiterer Schneezuwachs zu erwarten. Danach sollten die Niederschläge aber auch dort abklingen. Dafür macht sich dann sibirische Kälte zumindest vorübergehend in Deutschland breit. Gerade in den Nächten wird es bei vielerorts klarem Himmel klirrend kalt. Verbreitet sinken die Temperaturen in der Nacht zum Freitag auf Minima zwischen -5 und -15 Grad ab. An den Alpen, im Erzgebirge sowie Bayerischen Wald sind über Schnee auch Werte zwischen -15 bis -25 Grad möglich. In der Nacht auf Samstag wird es im Süden und der Mitte im Vergleich zur vorangegangenen Nacht gebietsweise noch etwas kälter (vgl. Abb. 3). Tagsüber sollte sich am Freitag nahezu landesweit bei Dauerfrost ein freundlicher Wintertag mit viel Sonnenschein einstellen. Lediglich im Erzgebirge und an den Alpen halten sich noch dichtere Wolkenfelder.

Am Samstag pirscht sich dann von Nordwesten langsam ein Tiefausläufer heran, der allerdings große Probleme hat gegen "Angelika" und deren kalte Schulter voranzukommen. Lediglich im Nordwesten kann er Boden gut machen und die Region dem Frost entreißen. Niederschläge schieben sich aber allmählich über das ganze Land hinweg, sodass in der Mitte und im Osten sowie später auch im Süden wieder Flocken rieseln. Nur im Nordwesten mischen sich zunehmend Regentropfen unter den anfänglichen Schnee. Auf dem gefrorenen Boden kann es dann dort örtlich sehr glatt werden.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.01.2017

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Der Schnee - Eine weiße Pracht

Datum 04.01.2017

Endlich Schnee! Die Wintersportorte können vielerorts aufatmen! Dank "Axel" fallen bzw. fielen in mittleren und höheren Lagen nennenswerte Neuschneemengen. Ab kommender Nacht purzeln dann auch die Temperaturen in den Keller. Doch was ist Schnee überhaupt?

Nachdem das vergangene Weihnachtsfest sowie auch die Jahreswende (abgesehen von Industrieschnee) mal wieder ohne die rieselnde weiße Pracht noch eine vorhandene Schneedecke gefeiert werden mussten, macht nun der Winter ernst und kommt zumindest vorübergehend mit Macht zu uns. Vor allem im Bergland konnten schon nennenswerte Neuschneemengen verzeichnet werden. Doch was fasziniert viele an der festen Phase des Niederschlags so sehr? Was ist Schnee?

Schnee ist fester Niederschlag und besteht meist aus verzweigten kleinen Eiskristallen. Diese haben gewöhnlich die Form von hexagonalen Plättchen und Säulen oder Sternchen von zarter Struktur in vielfältigen Variationen. Die Kristallform hängt hauptsächlich von der Temperatur sowie von dem Grad der Übersättigung des Wasserdampfes in der Luft. Bei tieferen Temperaturen bilden sich Plättchen oder Prismen aus, bei höheren Temperaturen eher sechsarmige Dendriten (Sterne).

Schnee entsteht, wenn sich in den Wolke n feinste Tröpfchen unterkühlten Wassers (Wasser kann ohne Verunreinigungen bis zu -48 °C flüssig bleiben) an Kristallisationskeimen (z. B. Staubteilchen) anlagern und dort gefrieren. Dieser Prozess kommt vor allem bei Temperaturen unter -12 °C in Gang. Dabei entstehen Eiskristalle, die meist weniger als 0,1 mm groß sind und durch verschiedene physikalische und chemische Prozesse weiter anwachsen. Bei gleicher Oberflächengestalt und Temperatur ist der Sättigungsdampfdruck (vgl. www.dwd.de -> Wetterlexikon, Stichwort Dampfdruck) über Wasser höher als über Eis. Der vorhandene Wasserdampf schlägt sich darum durch Resublimation (Übergang vom gasförmigen in den festen Aggregatzustand) direkt an den Eiskristallen nieder. Durch das zunehmende Gewicht fallen die Eiskristalle nach unten. Dabei wachsen sie durch das Zusammenstoßen mit unterkühlten Wolkentropfen weiter an. Die größte Komplexität der Schneekristalle zeigt sich besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, da diese die Bildung von noch filigraneren Strukturen begünstigt.

Bei Temperaturen um 0°C fällt Schnee meist in Form großer, lockerer Schneeflocken (mehrere cm Größe möglich) aus zusammengeketteten Kristallen, bei tieferen Temperaturen in Form von kleineren und meist einfach gebauten Schneesternchen, Eisplättchen oder Eisnadeln. Da Schneeflocken eine große Oberfläche und somit einen hohen Luftwiderstand haben, fallen sie mit Geschwindigkeiten von etwa 4 km/h verhältnismäßig langsam. Kommen sie in einen turbulenten Bereich, beginnen sich die Schneeflocken zu verwirbeln. Dabei tendieren sie dazu, sich hintereinander anzuordnen und dann einander einzuholen.

Zumindest bis Donnerstagabend kann vielerorts die "weiße" feste Phase des Niederschlags in Deutschland begutachtet werden. Von Norden her ziehen wiederholt Schauerstaffeln über Deutschland hinweg, die im Verlauf des heutigen Mittwochs zunehmend auch in tiefen Lagen wieder als Schnee oder Graupel fallen. Vor allem an den Nordrändern der Mittelgebirge und den Alpen kann es auch längere Zeit schneien. Durch den kräftigen Wind werden der frische sowie auch der schon gefallene Schnee zudem stark verweht und verwirbelt. Da ab Donnerstag Väterchen Frost dem Land einen Besuch abstattet und die Temperaturen landesweit unter den Gefrierpunkt absinken lässt, kann der gefallene Schnee zumindest bis zum Wochenende auch konserviert werden. In den Höhenlagen überdauert er sogar noch länger.

Deutschlandwetter im Dezember 2016

Datum 03.01.2017

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Dezember 2016*

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,1 °C Abweich. +2,7 Grad

2. Platz List/Sylt (Schleswig-Holstein) 6,1 °C Abweich. +3,3 Grad

3. Platz Norderney (Niedersachsen) 5,5 °C Abweich. +2,3 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2016*

1. Platz Reit im Winkl (Bayern) -1,8 °C Abweich. +1,2 Grad

2. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) -1,8 °C Abweich. +0,9 Grad

3. Platz Zwiesel (Bayern) -1,6 °C Abweich. +0,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 136,4 l/m² 147 Prozent

2. Platz Rechenberg-Bienenmühle-Holzhau (Sachsen) 110,6 l/m² 182 Prozent

3. Platz Pulsnitz (Sachsen) 107,3 l/m² 146 Prozent

Besonders trockene Orte im Dezember 2016**

1. Platz Wutöschingen-Ofterdingen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 1 Prozent

2. Platz Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) 1,1 l/m² 2 Prozent

3. Platz Pfullendorf (Baden-Württemberg) 1,2 l/m² 2 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2016**

1. Platz Kempten (Bayern) 153 Stunden 210 Prozent

2. Platz Lenzkirch-Ruhbühl (Baden-Württemberg) 150 Stunden 252 Prozent

3. Platz Balingen-Bronnhaupten (Baden-Württemberg) 150 Stunden 292 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2016**

1. Platz Hattstedt (Schleswig-Holstein) 21 Stunden 60 Prozent

2. Platz Kiel-Holtenau (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

3. Platz Leck (Schleswig-Holstein) 24 Stunden 69 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

 

 

 

 

 



 

copyright wetter-aalen.de     email: kontakt _at_ wetter-aalen.de     Impressum