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29.08.2016

09:04

Temperatur 17,3 C
Luftfeuchte 82 %
Taupunkt 14,2 C
Luftdruck 1017,8 hPa
Windrichtung 271
W
Windstärke 20,4 km/h
Windböen 27,4 km/h
Wind 10m 17,8 km/h
Windchill 12,6 C
Regen/Tag 0,2 l/m

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Montag, 29. August 2016 09:04
Temperatur
17,3 C
Luftdruck
1017,8 hPa
Wind
271
Luftfeuchtigkeit
82 %
Tendenz
+0,7 hPa/6hup down
Windstärke
20,4 km/h
Taupunkt
14,2 C
Regen / 1/h
0,0 l/m
Windböe
27,4 km/h
Windchill
12,6 C
Regen / Tag
0,2 l/m
Wind 10 Min
17,8 km/h
Vorhersage - sonnig -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349
Wetterstation Aalbaemle auf wetter.com

Aktuelle Wettervorhersage


Wind u. Thermikprognose 27.8.16

Thermik:
Über dem Flachland meist mäßige, im Bodenseegebiet geringe Blauthermik. Arbeitshöhen 1500 bis 1800 m. Über dem Schwarzwald und der Alb gute Blauthermik, nachmittags zunehmend gezeichnet. Über dem Südschwarzwald am späten Nachmittag isolierte Überentwicklungen nicht ausgeschlossen.
Thermikbeginn: gegen 12 Uhr bei 29 Grad C Thermikbeginn im Bergland in 800m: gegen 11 Uhr bei 26 Grad C Tageshöchsttemperatur: 30 bis 36 Grad C Thermikende: voraussichtlich gegen 18 Uhr
Wetterwirksame Sperrschichten: zwischen Boden und 1000 m
Bodensicht: Zur Thermikzeit 20 bis 50 km

Bodenwind:
Um Ost mit 5 bis 10 km/h. Nachmittags im Südwesten aus West.

Höhenwind:
1000 m 120 Grad 5 km/h 23 Grad C
1500 m 160 Grad 5 km/h 20 Grad C
2000 m 180 Grad 5 km/h 18 Grad C
3000 m 220 Grad 10 km/h 10 Grad C

Wettervorhersage Aalen 27.8.16

Wettervorhersage für heute
Sonnen- und Hitzeschutz unverzichtbar! In Aalen wird es größtenteils sonnig. Dabei werden im Tagesverlauf 30 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 18 Grad ab. Der Wind weht leicht aus Südost.

Wetterbericht der nächsten Tage

Sonntag
In Aalen strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, und die Temperaturen klettern am Tage auf 30 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 17 Grad zurück. Der Wind weht schwach aus südwestlichen Richtungen.

Montag
In Aalen verdecken nur gelegentlich einige Wolken die Sonne. Dabei werden während des Tages 23 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 11 Grad ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest.

Dienstag
In Aalen scheint fast überall längere Zeit die Sonne. Die Höchsttemperaturen betragen zumeist 24 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht 13 Grad. Der Wind weht nur schwach aus Nordost.


Wetterlage:
Ein Hochdruckgebiet erstreckt sich von den Alpen über Süddeutschland bis nach Osteuropa. Es wird im Tagesverlauf etwas abgebaut. Die Luft ist sehr warm und anfangs trocken. Mit der Annäherung eines Höhentroges über Westeuropa, fließt am Nachmittag allmählich etwas feuchtere Luft in den Südwesten von Baden-Württemberg ein.

Hochwasser
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Unter Hochdruck

Datum 26.08.2016

Hoch "Gerd" arbeitet unter Hochdruck an unserem furiosen Spätsommerfinale, das uns in weiten Landesteilen Sonne satt beschert und uns ins Schwitzen bringt. Wie lange hält Gerd noch durch und wer übernimmt dann das Zepter im Wettergeschehen?

Das wetterbestimmende Hoch "Gerd" hat uns in den letzten Tagen mit reichlich Sonnenschein verwöhnt und hochsommerliche Temperaturen beschert. Bis zum Wochenende hält Gerd in weiten Teilen des Landes noch durch und arbeitet unter Hochdruck an diesem furiosen Spätsommerfinale. Aktuell befindet sich Gerd mit seinem Schwerpunkt über Osteuropa und an seiner Südwestflanke gelangt Subtropikluft nach Deutschland, die uns heute verbreitet Höchstwerte über 30 Grad beschert, lokal im Westen und Südwesten auch bis 37 Grad. Lediglich im Nordseeumfeld und im höheren Bergland ist es kühler. Nicht mehr ganz unter Kontrolle hat Gerd die Region etwa von der Eifel bis nach Schleswig-Holstein, dort ist die Nähe zu Tiefausläufern nicht mehr zu leugnen. Ab dem Nachmittag sind einzelne Schauer und Gewitter möglich, die aber, wenn sie sich bilden, durchaus kräftig ausfallen können. Während es im Norden und Nordwesten auch in der Nacht zum Samstag einzelne Gewitter geben kann, ist es in den übrigen Landesteilen meist sternenklar. Vor allem in größeren Städten kann es wieder eine tropische Nacht geben mit Tiefstwerten um 20 Grad, sonst kühlt die Luft auf 18 bis 11 Grad ab.

Der Samstag bringt oftmals wieder Sonne satt, im Norden ziehen auch zeitweilig Wolkenfelder durch. Ab den Mittagsstunden bilden sich dann einige Quellwolken aus, die bevorzugt über den Mittelgebirgen einzelne, aber teils heftige Gewitter bringen können. Das Quecksilber erreicht erneut 30 bis 37 Grad, im Norden noch 22 bis 29 Grad. Auch in der Nacht zum Sonntag sind im Norden gebietsweise kräftige und gewittrige Regenfälle unterwegs.

Nach sonnigem, im Norden teils wechselnd wolkigem Start bilden sich am Sonntag im Tagesverlauf Quellwolken, die zunächst vornehmlich über dem Bergland erste, teils heftige Gewitter bringen. Im weiteren Verlauf breiten sich diese auch zum Teil in den Niederungen aus und setzen sich in der Nacht zum Montag fort. Es ist heiß und zunehmend schwül mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad. Lediglich im Norden ist es mit 25 bis 29 Grad nicht mehr ganz so heiß, an der Küste ist es auch etwas kühler.

Die Kaltfront eines Tiefs, das vom Ärmelkanal nach Jütland zieht, überquert uns in der Nacht zum Montag und am Montag mit teils kräftigen Schauern und Gewittern südostwärts. Damit wird die Subtropikluft abgedrängt und die Hitzeperiode beendet, rückseitig strömt nicht mehr ganz so warme Luft zu uns. Im weiteren Verlauf beruhigt sich das Wetter wieder und ein neuer Ableger des Azorenhochs wird die Regie im Film "Spätsommer Teil 2" übernehmen. Dann ist uns das Wetter wieder freundlicher gesinnt und abgesehen von einzelnen Wärmegewittern geht es oftmals heiter weiter. Den einen freut`s, den anderen weniger: Die Temperaturen bleiben sommerlich warm, werden sich aber auf niedrigerem Niveau einpendeln.

Späte Augusthitze

Datum 25.08.2016

Die letzte Augustdekade wartet mit der stabilsten Sommerwetterlage des Jahres auf. Eine für die Jahreszeit außergewöhnliche Hitzewelle lässt viele in Deutschland schwitzen.

Besser spät als nie - das werden sich die hiesigen Sonnen- und Wärmeliebhaber sicherlich denken. Zum Ende des meteorologischen Sommers, also gerade noch rechtzeitig, bevor sich bei den Freunden des sonnigen und warmen Sommerwetters womöglich eine Art "Torschlusspanik" entwickeln konnte, stellt sich doch noch mal astreines Badewetter ein.

Es ist höchstwahrscheinlich nicht nur die letzte Hitzewelle des Jahres, vielerorts ist es wohl auch die längste. Verantwortlich dafür zeigt sich eine stabile Großwetterlage, die durch ein kräftiges Hochdruckgebiet mit dem Namen GERD gekennzeichnet ist (siehe Grafik auf http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/25.html). GERD liegt mit seinem Schwerpunkt am heutigen Donnerstagmorgen zwar bereits über Nordpolen, beeinflusst aber weiterhin den überwiegenden Teil des Landes - und das voraussichtlich bis Sonntagmittag. Die herangeführte südeuropäische Subtropikluft ist zu Beginn noch trocken, wird zum Wochenende aber feuchter und damit schwüler. Mit langsamer Verlagerung des Hochs nach Osten nähern sich im Laufe des Wochenendes zwar Ausläufer atlantischer Tiefdruckgebiete, sie greifen zunächst aber nur auf den Norden und Nordwesten sowie äußersten Westen des Landes über, wodurch dort die Schauer- und Gewitterneigung ab Freitagabend langsam zunimmt.

Bis Sonntag werden verbreitet Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad erreicht, örtlich sogar noch etwas mehr. Damit könnte mancherorts eine bemerkenswerte Folge von fünf heißen Tagen (Tagesmaxima der Temperatur über 30 Grad) auftreten. Teilweise liegen sogar die Dekadenrekorde in Reichweite. Etwas ins Hintertreffen gelangen nur die Regionen an der Küste bei auflandigem Wind und ab Samstag allgemein der Norden Deutschlands, wo sich die Wolken gebietsweise verdichten oder gar einzelne Schauer oder Gewitter für Abkühlung sorgen können.

"Endlich mal Sommerwetter, das wurde auch höchste Zeit" - Nun ja, die Zeit für wirklich ausgeprägte Hitzewellen ist mit dem Ende der Hundstage, die von Mitte Juli bis Mitte August reichen, eigentlich abgelaufen. Mit dieser Aussage bewegen wir uns zwar nur auf rein statistischem Terrain, ein genauer Blick in die Vergangenheit zeigt allerdings, dass Hitzewellen derartiger Ausprägung ab der letzten Augustdekade tatsächlich eine absolute Ausnahme darstellen.

Auf der Suche nach einer Wetterlage, die in der letzten Augustdekade vergleichsweise verbreitet über mindestens fünf Tage am Stück Temperaturen über 30 Grad für Deutschland bereit hielt, muss man schon ziemlich lang in verstaubten Geschichtsbüchern blättern. Die heißeste dritte Augustdekade seit Beginn der Wetteraufzeichnung ist zweifelsohne die des Jahres 1944. Über eine Woche lang herrschte Hochsommerwetter mit Temperaturen teils über 35 Grad. Auch in den Vorjahren 1942 und 1943 legte der Sommer mit einigen sehr heißen Tagen (Hannover: 38,0 °C am 21.08.1943) ein furioses Finale hin. Im Jahre 1964 lockte ein dreitägiges Hitzeintermezzo viele Bürger in die Freibäder. Ansonsten fielen die letzten Augustdekaden der 50er, 60er, 70er, und 80er Jahre selten durch stabiles Hochsommerwetter auf. Erst ab den 1990er Jahren häuften sich mehrtägige warme bis heiße Phasen Ende August wieder. So z. B in den Jahren 1992, 1997, 2001, 2011 und 2015. Folgen von fünf heißen Tage traten allerdings meist nur regional begrenzt auf.

Verbreitete Tagesmaxima von mehr als 30 Grad mit der Möglichkeit neuer Dekadenrekorde, Spitzenwerte über 35 Grad, teils fünf Tage Dauerhitze - man kann es drehen und wenden, wie man will. Heiße Tage Ende August sind nicht untypisch, doch was Intensität und Andauer angeht, ist die nun stattfindende Hitzewelle definitiv außergewöhnlich.

Spannungsgeladene Spiele im Sportsommer 2016

Datum 23.08.2016

Bei sportlichen Großveranstaltungen in diesem Sommer zeigte sich das Wetter hin und wieder von seiner launischen Seite. Nach einem Rückblick auf einen - aus sportlicher Sicht - durchaus erfolgreichen Sommer, wagen wir zum Start der 1. Fußballbundesliga am kommenden Wochenende einen Wetterausblick.

Im Sommer zieht es die Schönwettersportler raus in die Natur und selbst die härtesten Muckibuden-Besucher kann man auch mal im Freien beim Sport beobachten. Zudem feiern wir vor dem heimischen Flimmerkasten oder beim Public Viewing oftmals auch Leistungssportler, die bei großen Sportevents über ihre Grenzen hinausgehen. So standen in diesem Jahr neben der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich auch die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) auf dem Sportprogramm.

Wie bereits im Thema des Tages vom 14.08.2016 beschrieben, erleben wir dieses Jahr einen durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer. Teils kräftige Regenschauer und Gewitter mit Hagel dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Nach den bereits durch Unwetter heimgesuchten French Open im Tennis konnte man auch bei Spielen der Fußball-EM in Frankreich den Einfluss des Wetters live mitverfolgen. Die Partie der Nordiren gegen die Ukraine am 16.06. in Lyon musste sogar aufgrund heftigen Hagels kurz unterbrochen werden. Dabei wurden sofort Erinnerungen an das EM-Vorbereitungsspiel der deutschen Nationalmannschaft am 29.05. gegen die Slowakei in Augsburg wach, als ein Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel den Platz unter Wasser setzte.

Auf der Südhalbkugel, knapp 9000 km von Frankreich entfernt, zeigte sich das Wetter bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ebenfalls wechselhaft und nicht immer nur von seiner sonnigen Seite. Unüblich ist dies für die Jahreszeit in Rio jedoch keineswegs, immerhin fanden die Spiele im dortigen Winter statt. So mussten einige Wettkämpfe durch kräftige Regenfälle zeitweise länger unterbrochen oder, wie beispielsweise bei den Hürdenvorläufen geschehen, wiederholt werden. Windböen sorgten bei den Wasserspringern für eine Diskussion über die Einführung von Windmessgeräten und auch das Finale im Stabhochsprung der Männer oder das überragende Spiel um Gold unserer Beachvolleyballheldinnen Lisa Ludwig und Kira Walkenhorst blieb nicht von Böen verschont. Bei der Abschlusszeremonie der Spiele am vergangenen Sonntagabend, den 21.08., sorgte eine Kaltfront für stürmische Böen bis 70 km/h und strömenden Regen.

Doch zurück nach Deutschland, wo in den vergangenen vier Tagen ebenfalls kräftig geschwitzt. Allerdings waren dafür weniger die "nur" mäßig warmen Temperaturen und der teils böige Wind für Schweißausbrüche verantwortlich als vielmehr die erste Runde des DFB-Pokals. Bereits am Freitagabend siegten die Bayern bei trockenen Bedingungen im zunächst noch sommerlich warmen Jena bei Temperaturen um 22 Grad. Im Laufe des Samstags griff dann die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über den Britischen Inseln auf Deutschland über. Meist blieben die ausgetragenen Spiele jedoch von Regen verschont. Rückseitig dieser Kaltfront konnte der FSV Frankfurt am Samstagabend dann bei kühlen 14 Grad die Wölfe aus Wolfsburg ärgern, verlor am Ende jedoch mit 1:2. Auch am Sonntag zog die Ausrede "schlechtes Wetter" nicht, als Werder Bremen gegen die Sportfreunde aus Lotte 2:1 unterlag. Am Montag wurden dann aber alle Favoriten ihren Rollen bei trockenen Verhältnissen gerecht.

Aktuell macht sich Hoch GERD über Deutschland breit und sorgt durch seinen Einfluss für ruhiges und hochsommerliches Wetter. GERDs Schwerpunkt verlagert sich in den kommenden Tagen langsam weiter in Richtung Osteuropa, wodurch sich bodennah eine südöstliche Strömung einstellt. Damit ist der Weg frei für sehr warme bis heiße Subtropikluft, die für Tageshöchstwerte von teils deutlich über 30 Grad sorgt. Bereits am heutigen Dienstag, den 23.08., kann zumindest in den Flusstälern im Südwesten die 30-Grad-Marke geknackt werden.

Die hochsommerliche Phase hält aus heutiger Sicht auch noch bis zum kommenden Wochenende an. Entsprechend kann am Freitagabend mit trockenen Spielbedingungen gerechnet werden, wenn der amtierende Deutsche Fußballmeister zuhause die Bundesliga-Saison 2016/17 gegen die Grün-Weißen aus Bremen eröffnet. Dabei sollten die Fußballer auf dem Feld bei lauen Temperaturen am Abend um 25 Grad auch ordentlich ins Schwitzen kommen.

Am Samstag folgt dann unter anderem die Partie des Schwarz-Gelben Vizemeisters gegen den Karnevalsverein aus Mainz, die beiden Aufsteiger aus der zweiten Liga müssen erstmals am Sonntag ihr Können unter Beweis stellen. Dabei werden an beiden Tagen schweißtreibende Höchsttemperaturen zwischen 27 und 35 Grad erwartet. Zudem bleibt es überwiegend trocken, wenngleich das Schauer- und Gewitterrisiko am Wochenende in weiten Teilen Deutschlands allmählich wieder ansteigt.

Regenbögen

Datum 22.08.2016

Am vergangenen Wochenende gab es über Deutschland zahlreiche Regenbögen. Wie diese entstehen, warum sie rund sind und sogar doppelt sein können, lesen Sie hier.

Am vergangenen Wochenende bot sich vielen Menschen in Deutschland Gelegenheit, Regenbögen zu beobachten und zu fotografieren. Möglich wurde dies durch eine Wetterlage, bei der Schauer rasch über uns hinwegzogen und anschließend noch während des Regens oder kurz danach die Sonne schon wieder herauskam. Insbesondere am Samstagabend konnte dieses optische Phänomen hinter einer quer über Deutschland liegenden Schauerlinie häufig bewundert werden.

Wie entstehen überhaupt Regenbögen? Sie werden möglich, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen fällt, dort gebrochen und reflektiert wird. Um einen Regenbogen beobachten zu können, muss man die Sonne in seinem Rücken haben und zum Regen hin gucken. Der Regenbogen ist dann in einer Verlängerung einer Geraden zu sehen, die Sonne und Beobachter verbindet. Je tiefer die Sonne steht, desto größer und umfangreicher sieht der Regenbogen aus. Weil am Samstagabend bei oder nach den Schauern die Sonne schon tief am Horizont stand, war die Gelegenheit für Regenbögen so günstig.

Warum aber ist der Regenbogen rund? Im Prinzip sehen wir bei einem Regenbogen eigentlich keinen Bogen, sondern einen kreisförmigen Lichtkegel (man könnte auch "Regenkreis" sagen). Beim Eintritt in den Regentropfen wird das komplette Sonnenlicht gebrochen, dabei in seine Spektralfarben zerlegt und an der "Rückwand" zurückgestrahlt. Allerdings werden die Farben des ursprünglich weißen Lichtstrahls in leicht unterschiedlichen Winkeln gebrochen. Blau beispielsweise wird mit etwa 40 Grad gebrochen, Rot mit 42 Grad. Nach dem Verlassen des Lichtstrahls aus dem Regentropfen sind für uns jedoch nur die Spektralfarben, die zwischen diesen Winkeln liegen, sichtbar. Farben außerhalb dieses Bereichs kann das menschliche Auge nicht wahrnehmen. Also sehen wir nur ein farbiges schmales Band am äußeren Rand des runden Lichtkegels. Der innere Bereich bleibt farblos, oft kann man ihn aber an einer Aufhellung dennoch erkennen. Auch die Reihenfolge der Farbe wird dadurch erklärt: Von innen nach außen erst blau, dann grün, gelb, orange und schließlich rot. Die am stärksten gebrochene Farbe Violett ist bei günstigen Lichtverhältnissen oft auch zu sehen, sie liegt dann innen vor dem Blau (siehe dazu auch das Foto zum Regenbogen vom 02.07.2016 über Offenbach unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/22.html).

Warum sieht man in einigen Fällen sogar einen doppelten Regenbogen? Dabei wird das Sonnenlicht im Regentropfen nicht nur einmal, sondern zweimal reflektiert. Durch die doppelte Reflexion ist der auch als Nebenregenbogen bezeichnete zweite Regenbogen lichtschwächer. Zudem kehren sich dabei durch die unterschiedlichen Brechungswinkel auch die Farben wieder um, sodass Blau bzw. Violett nun außen liegt, Rot dagegen innen. Während der Hauptregenbogen noch einen Winkel von etwa 42 Grad hat, beträgt dieser beim Nebenregenbogen ungefähr 53 Grad. Sogar tertiäre (dritte) und quartäre (vierte) Regenbögen sind theoretisch möglich, deren Beobachtung aufgrund noch lichtschwächerer Verhältnisse allerdings sehr schwierig ist. Viele weitere Informationen zum Thema Regenbogen finden Sie bei uns im Lexikon unter: www.dwd.de/lexikon, Stichwort "Regenbogen".

In den nächsten Tagen wird das Auftreten von Regenbögen erst einmal deutlich seltener werden. Schauer und Gewitter verziehen sich immer mehr aus Deutschland, dafür wird dem ungestörten Sonnenschein bei sehr hohen Temperaturen viel Zeit eingeräumt. Erst zum Wochenende hin nehmen die Niederschlagssignale zu, vielleicht lassen sich dann ja auch wieder Regenbögen beobachten.

Windsysteme im Mittelmeerraum

Datum 20.08.2016

Wer im Mittelmeerraum urlauben möchte, kann neben Hitze und Trockenheit auch Bekanntschaft mit verschiedenen Windsystemen machen. Welche Winde das sind und in welchem Gebiet und Zeitraum sie vorkommen, soll in den nachfolgenden Zeilen erörtert werden.

Vor mehreren Wochen haben nun in ganz Deutschland die Sommerferien begonnen, wobei das eine oder andere Bundesland bereits wieder langsam den (Schul-)Alltag probt. Als eine der beliebtesten ganzjährigen Ferienregionen gilt schon seit langem der Mittelmeerraum. Beständiges Wetter, sommerliche Wärme, viele Sonnenstunden und angenehme Wassertemperaturen zeichnen die verschiedenen Mittelmeerländer aus und sorgen somit für die passende Urlaubsatmosphäre. Der Faktor Wind wird jedoch, bis auf den Gedanken an eine erfrischende Brise, häufig bei der Ferienplanung außer Acht gelassen. Dabei existieren auch im Mittelmeergebiet eine Reihe unterschiedlicher Windsysteme, die zum Teil das ganze Jahr - und damit auch während der Haupturlaubssaison - auftreten können. Besonders bekannte Winde des Mittelmeerraumes sind unter anderem der "Schirokko" oder aber auch die "Bora" und der "Mistral". Der "Schirokko" (siehe auch Thema des Tages vom 18.04.2016) bezeichnet einen heißen und zunächst trockenen Wüstenwind aus der Sahara, der das ganze Jahr über auftreten kann, aber während der Übergangsjahreszeiten am stärksten ausgeprägt ist. In diesem Zeitraum kommt es auf Grund hoher Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd zu einem verstärkten Luftmassenaustausch, wodurch heiße Wüstenluft weit nach Norden transportiert werden kann. Ausgangslage für einen solchen Luftmassenaustausch kann beispielsweise der Vorstoß kalter Luftmassen über dem Westatlantik sein, die die Entstehung eines eigenständigen Tiefdruckgebiets über der westlichen Sahara zur Folge haben. Dabei führt der "Schirokko" neben warmen bis heißen Luftmassen zudem oftmals eine hohe Menge an feinem Sand und Staub mit sich, der auch in Deutschland dafür sorgen kann, dass Autos mit einer leichten Schicht aus Saharastaub bedeckt werden. Andererseits kann er auf seinem Weg über das Mittelmeer auch sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, in Folge dessen es zu Starkniederschlägen entlang von Gebirgsketten, wie beispielsweise den Cevennen in Frankreich oder der Serra de Tramuntana auf Mallorca kommen kann.

Ein ähnliches Windsystem stellt der sogenannte "Leveche" dar. Durch die Zufuhr heißer Luftmassen aus der westlichen Sahara, die sich nach Überströmen des Atlasgebirges noch weiter erhitzen, entsteht ein heißer Wüstenwind, der insbesondere dem Süden Spaniens hohe Temperaturen beschert und ebenfalls viel Saharastaub mit im Gepäck haben kann. Die "Bora" und der "Mistral" sind im Gegensatz zum "Schirokko" und "Leveche" kalte Winde, die vor allem während der Wintermonate auftreten und zu markanten Kaltlufteinbrüchen führen können. Während die Bora entlang der kroatischen Küste auftritt, ist der "Mistral" ein charakteristischer Wind Südfrankreichs. Kommt es während der Wintermonate zu einer Verschiebung eines über Frankreich liegenden Hochs in östlicher Richtung bei gleichzeitigen Auftreten eines Tiefs über dem Golf von Genua, hat dies den Effekt, dass sich Winde entwickeln, die durch das von Nord nach Süd verlaufende Rhônetal, in Richtung französischer Mittelmeerküste wehen. Durch den "Düseneffekt" des Rhônetals kann dieser Wind oftmals Sturm- bis Orkanstärke mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 135 km/h erreichen. Nicht zuletzt zeigt sich diese Naturgewalt sehr deutlich an Hand der oft in Windrichtung gewachsenen Bäume. Die "Bora" entsteht dagegen, wenn hoher Luftdruck über dem Balkan zeitgleich tiefem Luftdruck südlich der Alpen gegenübersteht. Dabei können die kalten Winde bis an die Meeresküste vorstoßen, wo sie sich auf Grund des geringen Höhenunterschieds zur Küste hin kaum erwärmen.

Ein Wind, der vielen Urlaubern aus ihren Ferien am Gardasee bekannt sein dürfte, ist die "Ora". Dieser ist ein von Süden kommender Talwind (siehe Thema des Tages vom 19.07.2015), und zeigt sich im Bereich des Gardasees für die besonders guten Segel- und Windsurfbedingungen verantwortlich. Ursächlich für die Entstehung der "Ora" ist die bei Sonneneinstrahlung stärkere Erwärmung der Luft im umliegenden Gebirge. Diese warmen Luftmassen beginnen aufzusteigen, was dazu führt, dass aus der Ebene neue Luft durch das Tal in das Gebirge nachströmt. Dieser Prozess setzt dabei meist kurze Zeit nach Sonnenaufgang ein und ebbt erst kurz nach Sonnenuntergang wieder ab, sodass die "Ora" zuweilen den ganzen Tag über zu verzeichnen ist. Ein weiterer Wind, der für die Surfer und Segler unter den Urlaubern von Bedeutung sein dürfte, ist der "Levante". Er ist ein von Ost nach West wehender Wind an der Straße von Gibraltar. Da er mitunter besonders stark sein kann, macht er die Meerenge zwischen Spanien und Marokko zu einem der besten Windsurfreviere der Welt. Sein Gegenstück, der "Poniente", ist dagegen ein von West nach Ost wehender Wind, der zunächst über dem Atlantik noch als mäßig warmer, später jedoch nach Überqueren des spanischen Festlandes, als heißer Wind an den Mittelmeerküsten zu spüren ist. Im östlichen Mittelmeerraum findet man dann noch die sogenannten "Etesien" (türkischen Ursprungs) oder auch "Meltemi" (griechischen Ursprungs). Dabei handelt es sich um nördliche Winde, die überwiegend in den Sommermonaten in der Ägäis wehen und als relativ kühl empfunden werden. Mitursächlich für das jährliche wiederkehrende Strömungsverhalten sind die quasistationären Luftdruckgebilde des Azorenhochs und dem Tiefdruckgebiet des Sommermonsuns über Südwestasien. Man sieht also, dass das Mittelmeer mehr als (warme) Temperaturen und viel Sonnenschein zu bieten hat und sich je nach Reisezeit auch ein Blick auf die Windkarte lohnen kann

Der Wind aus meteorologischer Sicht - ein Konstrukt verschiedener physikalischer Kräfte -Erster Teil: Die Zutaten-

Datum 18.08.2016

Wind ist nicht gleich Wind! Aus Sicht der Meteorologen kann der Wind sogar sehr unterschiedlich definiert sein. Innerhalb von zwei Teilen soll Ihnen eine andere Sicht auf dieses atmosphärische Phänomen gegeben werden.

Das Studium der Luftströmungen in der Atmosphäre ist eine der wesentlichen Aufgaben der Meteorologie. Durch den Begriff "Wind" (griechisch anemos = Wind) wird ganz allgemein die Verlagerung von Luftteilchen in Bezug auf deren Richtung und Geschwindigkeit beschrieben. Meist wird unter dem Begriff "Wind" die horizontale Luftströmung verstanden, doch gibt es auch Luftbewegungen in vertikaler Richtung der Atmosphäre, die für gewisse atmosphärische Prozesse wie z.B. der Wolkenbildung, der Wolkenauflösung oder dem Niederschlag von grundlegender Bedeutung sind. In den weiteren Abschnitten sollen aber überwiegend die horizontalen Strömungen der Luft genauer betrachtet werden.

Ein bewegtes Luftelement wird grundsätzlich von seinen benachbarten beeinflusst, sodass dessen Bewegung nicht unabhängig erfolgt. Auf der Erde bzw. in der Erdatmosphäre wirken je nach Höhe und geographischer Breite verschiedene physikalische Kräfte unterschiedlich stark auf Flüssigkeiten und Gasen und somit auch auf die Luft ein. Die wesentlichen Kräfte sind dabei die Druckgradientkraft, die Corioliskraft und die Zentrifugalkraft. Bevor detailliert auf die verschiedenen meteorlogischen Winde eingegangen wird, sollen zunächst die wirkenden physikalischen Kräfte näher erläutert werden.

Die sogenannte Druckgradientkraft basiert dabei auf den Luftdruckunterschieden in der Umgebung des Luftteilchens. Sie wirkt auf die Luft entlang des Druckgefälles zwischen einem Hochdruckgebiet und einem Tiefdruckgebiet und ist proportional zum Druckunterschied und nicht zum absoluten Wert des Luftdruckes selbst. Nachfolgend bilden sich Ausgleichströmungen, die immer vom hohen zum tiefen Luftdruck gerichtet sind. Schematisch kann man sich die Druckgradientkraft als eine schräge Fläche zwischen dem hohen und dem tiefen Luftdruck vorstellen, auf der sich die Luft wie auf einer Rutsche hinunter bewegt (vgl. auch http://bit.ly/2bmVWrm sowie Abbildung 1.

Die sogenannte Corioliskraft ist dagegen eng mit der Erdrotation verknüpft. Luftpartikel, die eine Bewegung relativ zur Erde durchführen, nehmen gleichzeitig auch an der Erdrotation teil. Betrachtet man die Partikelbewegung in einem mitrotierenden, also erdfesten Koordinatensystem, resultiert daraus eine seitliche Ablenkung der Teilchen und zwar auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links aus der ursprünglichen Bewegungsrichtung heraus. Diese Ablenkung kann dabei auf das Wirken einer Kraft zurückgeführt werden, die nach ihrem Entdecker (Gaspard Gustave de Coriolis, 1835) benannt wurde. Die Corioliskraft ist jedoch eine Schein- bzw. Trägheitskraft, da sie nur relativ zu einem rotierenden Bezugssystems in Erscheinung tritt. Schematisch kann man sich dies anhand einer Kugel auf einer Drehscheibe veranschaulichen. Sitzt der Beobachter mit der Kugel auf der Drehscheibe, analog zum Menschen auf der Erde, so beschreibt die Kugel auf ihrem Weg von innen nach außen einen Bogen. Steht der Beobachter jedoch neben der drehenden Scheibe, gleichzusetzen mit einem Astronaut im Weltall, so nimmt die Kugel für diesen einen gradlinigen Weg von der Mitte zum Rand der Drehscheibe (vgl. auch http://bit.ly/2bimeHW sowie Abbildung 2).

Die sogenannte Zentrifugalkraft wird aus dem Lateinischen abgeleitet (centrum, Mitte und fugere, fliehen) und ist entsprechend auch als Fliehkraft bekannt. Bei ihr handelt es sich ebenfalls um eine Trägheitskraft, die bei Dreh- oder Kreisbewegungen auftritt und radial von der Rotationsachse nach außen gerichtet ist. Die Auswirkungen der Zentrifugalkraft lassen sich ebenfalls im täglichen Leben beobachten. Als Beispiel kann hierbei ein Kettenkarussell dienen, bei dem die Passagiere an den Ketten während der Drehbewegung je nach Geschwindigkeit nahezu waagerecht zum Boden in der Luft schweben können (vgl. auch http://bit.ly/2bxUb97 sowie Abbildung 3).

Eine weitere besondere Rolle bezüglich der horizontalen Luftströmungen übernimmt die sogenannte Reibungskraft. In den unteren 1,5 bis 2 km der Erdatmosphäre wird der Wind durch die Bodenreibung nachhaltig beeinflusst. Je nach Bewuchs oder Bebauung werden die Luftteilchen mehr oder weniger stark abgebremst. Grundsätzlich ist jedoch die Reibung zum Boden hin größer. Resultierend nimmt der Wind mit der Höhe, also abnehmender Reibung zu. Etwa oberhalb von 2 km kann der Wind schließlich ohne Einfluss der Reibung wehen.

Wie die Definitionen der Kräfte zeigen, können alle einen kleineren oder größeren Einfluss auf sich bewegende Luftpartikel haben. Wie sich nun die verschiedenen meteorologischen Winde zusammensetzen, können sie in den weiteren Abschnitten im morgigen Thema des Tages nachlesen.

Warum es auf dem Weg zum Gipfel immer kälter wird

Datum 17.08.2016

Im Bergland ist es immer kälter als im Flachland. Dass dem so ist, weiß jeder. Aber warum eigentlich? Mehr dazu im heutigen Tagesthema.

Wer kennt das nicht? Ein heißer Sommertag in den Alpentälern. Was würde da besser passen als eine kleine Wanderung zu einen der Gipfel. Wie wäre es beispielsweise mit der Zugspitze. Froh und lustig zieht man los, nimmt aber weder dicke Jacke, noch Schal und Mütze mit . . . es ist ja schließlich angenehm warm draußen.

Doch was für die Politik gilt, lässt sich auch beim Wetter wiederfinden: Je höher man hinauf steigt, desto dünner wird die Luft und desto eisiger bläst einem der Wind entgegen. Auf der Zugspitze sind es aktuell (09 Uhr) 2 Grad bei einem böigen Nordwind. Hat man nun aus lauter Übermut die Utensilien zur Kältebekämpfung vergessen, dann sollte es einen nicht wundern, wenn man schnell wieder den Rückweg ins "Flachland" antreten muss.

Doch warum ist es in größeren Höhen überhaupt kälter, als in tieferen Lagen? Ganz naiv käme man auf die Idee zu vermuten, es würde mit der Höhe wärmer werden, da man sich ja der Sonne annähert. Natürlich wird es prinzipiell wärmer, je mehr man dem Himmelsgestirn näher kommt. Die Sonne ist aber 150 000 000 km weit entfernt, während die höchsten Berge eine Höhe von gerade einmal knapp 9 km haben. Man merkt also schnell, dass diese Argumentation sehr an den Haaren herbeigezogen ist.

Es gibt noch eine andere Überlegung, bei der erneut die Sonne ins Spiel kommt. Ein Teil der von ihr ausgesendeten kurzwelligen Strahlung erreicht den Erdboden und wird von ihm aufgenommen (absorbiert). Gleichzeitig sendet (emittiert) der Erdboden langwellige Wärmestrahlung aus. Diese Strahlung sorgt für eine Erwärmung der unteren Luftschichten. Vor allem an heißen Sommertagen kann man diese Strahlung sogar als eine Art Flimmern über asphaltierten Straßen erkennen.

Aber ist das der eigentliche Grund dafür, dass die Luft mit der Höhe kälter wird? Würde man dieser Argumentation folgen, dann müsste es auf den Bergen ebenfalls warm werden. Schließlich wird auch dort kurzwellige in langwellige Strahlung umgewandelt. Natürlich hat der beschriebene Prozess einen gewissen Einfluss auf die Temperatur am Erdboden. Wäre dem nicht so, würde es zwischen Tag und Nacht keine Temperaturunterschiede geben. Als Antwort auf die Ausgangsfrage, ist diese Begründung allerdings nicht verwendbar.

Was ist denn nun aber die eigentliche Ursache? Es hat gar nichts mit der Sonne zu tun, sondern vielmehr mit der physikalischen Definition von Temperatur. Die Luft besteht aus kleinen Teilchen, die sich bewegen. Durch die Bewegung kommt es zu Reibung und Zusammenstößen zwischen den Teilchen. Das führt zur Erzeugung von Wärme. Je schneller sich die Teilchen bewegen, desto höher ist demnach die Temperatur.

Nun muss man noch bedenken, dass die Masse an Luft einen gewissen Druck auf uns alle ausübt. Und da liegt die Lösung des Rätsels. Der Druck nimmt nämlich mit der Höhe ab. Dies ist recht verständlich, schließlich lässt man so einige Luftmoleküle unter sich, wenn man auf einen Berg steigt.

Soweit so gut, aber was hat das nun mit der Temperatur zu tun? Ganz einfach: Je mehr Druck ausgeübt wird, desto schneller bewegen sich die Teilchen. Eine schnellere Bewegung führt aber wiederum zu einer höheren Temperatur und damit schließt sich der Kreis. Man kennt dies, wenn man bei einer Luftpumpe drückt. Dann wird diese bekanntlich wärmer.

Also: Da der Luftdruck mit der Höhe abnimmt, verlangsamt sich die Teilchenbewegung und damit nimmt die Temperatur ab

Dies ist die einfache Begründung und zumindest für die untere Schicht der Atmosphäre (Troposphäre) ist dies auch tatsächlich so. Meist nimmt dort die Temperatur mit 6 bis 10 Grad pro Kilometer ab. Geht man allerdings in noch höhere Luftschichten, kommen andere Prozesse zum Tragen, die wiederum zu einer Erwärmung mit der Höhe führen. Darauf soll aber an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Auch nicht auf die im Winter bei Hochdruck vorliegende Sonderform: Die Inversion. Diese führt nämlich dazu, dass es auf den Bergen wärmer als im Flachland ist.

Dünne schmale Wolken

Datum 16.08.2016

"Dünne Wolken" ist in Wetterberichten eine gängige Beschreibung für Cirruswolken. In ihrer "schmalen" Form, sprich als Kondensstreifen, waren sie heute (16.8.) früh über weiten Teilen Deutschlands zu beobachten.

Der Sommer präsentiert sich aktuell ja in ganz ordentlicher Form, zumindest im Süden und Westen. Mehr Wolken waren am gestrigen Montag dagegen vor allem im Norden unterwegs, teilweise in Form klassischer Quellwolken, teils zogen dort aber auch hohe Wolken (Cirren), die aus Eiskristallen bestehen, durch.

Letztere werden in den Wetterberichten gerne als "dünne" Wolken bezeichnet. Die Idee dahinter ist klar: Es soll ausgedrückt werden, dass es einerseits nicht wolkenlos ist, die Wolken auf der anderen Seite aber den schönen Wettercharakter nicht oder nur wenig trüben. Etwas fachmännischer kommt diese Aussage natürlich daher, wenn man von der geringen optischen Dicke der Cirruswolken spricht. Die optische Dicke ist, ganz allgemein gesagt, ein Maß dafür, wie gut oder schlecht elektromagnetische Strahlung (also auch das Sonnenlicht) durch ein optisches Medium hindurch geht. Letztendlich drückt man für die Cirren mit der Formulierung "dünn" also aus, dass die Sonnenstrahlung durch sie kaum abgeschwächt wird.

Klar, werden jetzt viele denken, ist doch logisch! Durch dünne Wolken sieht man die Sonne. Dass diese Assoziation so naheliegend ist, finden wir Meteorologen natürlich super, denn dann ist die Vorhersage klar verständlich, was leider nicht immer der Fall ist und nicht für jede Formulierung in unseren Texten gilt. Andererseits ist die Assoziation grundfalsch, denn im Winter kann schon eine dünne Nebel- oder Hochnebeldecke von weniger als 100 Meter vertikaler Ausdehnung den Tag zu einem deprimierenden Einheitsgrau machen.

Aber das kann uns heute natürlich egal sein, wir bleiben doch lieber bei unseren sonnigen Sommercirren. Das Sonnenlicht wird durch sie zwar nur wenig abgeschwächt, aber es wird abgeschwächt, das werden Betreiber einer Photovoltaikanlage sicher bestätigen können. Die "Sonnenausbeute" am Boden - und das ist jetzt wirklich logisch und offensichtlich - wird natürlich umso größer, je kleiner die Fläche ist, die sie überdecken. Also wenn schon dünne Wolken, dann doch bitte nicht nur dünn, sondern auch schmal.

Dünne schmale Wolken, genau solche waren heute Morgen über großen Teilen der Mitte Deutschlands zu sehen, wie die beigefügte Grafik zeigt. Dargestellt ist ein hochaufgelöstes Satellitenbild des europäischen Wettersatelliten METEOSAT von 7:15 MESZ. Von Benelux über den Westen und Teile der Mitte Deutschlands bis nach Sachsen und Nordbayern (innerhalb des roten Kastens) sind die besagten schmalen dünnen Wolkenstreifen zu erkennen. Diese beeinflussen den Wettercharakter tatsächlich nur wenig, nachdenklich machen sie aber auf Grund ihrer großen Zahl trotzdem, handelt es sich dabei doch um Kondensstreifen, die sich am morgendlichen Himmel präsentieren. Diese werden zwar wolkenklassifikatorisch zu den Cirren gerechnet und passen somit in unsere Überlegungen, aber sie sind, als gefrorener Wasserdampf von Flugzeugtriebwerken, natürlich "unnatürlich".

Hoch Britische Inseln

Datum 15.08.2016

Ein Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln ist derzeit verantwortlich für das Wetter in Mitteleuropa. An seiner Ostflanke strömt eher kühle Meeresluft nach Mitteleuropa.

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch weiträumige Luftdruckverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster, in Bodennähe sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Die Ende vergangener Woche über dem Nordatlantischen Ozean noch quasi zonal, also in West-Ost-Richtung, verlaufende Höhenströmung in der mittleren und höheren Troposphäre wurde am Wochenende südlich von Grönland ausgebuchtet, als eine Polarluftmasse äquatorwärts ausbrach und einen Trog mit hoch reichender Kaltluft formte.

Über dem Nordostatlantik drang aus Gründen der hydrodynamischen Kontinuität eine ursprünglich tropische Luftmasse mit hoch reichender Warmluft polwärts vor und es entstand ein Geopotential- bzw. Hochdruckrücken. Die dort herrschende Absinkbewegung bewirkte im Bodenniveau einen Anstieg des Luftdruckes, der zur Verlagerung bzw. Entstehung eines abgeschlossenen Hochdruckgebietes bei den Britischen Inseln führte.

Wenn eine derartige Luftdruckverteilung andauert, kann man sie als "Hoch Britische Inseln" (wissenschaftliche Abkürzung HB) klassifizieren. Die Frontalzone, also der Übergangsbereich zwischen subpolaren und subtropischen Luftmassen, verläuft nun in einem weiten, nordwärts gerichteten (im Meteorologenjargon "antizyklonal" genannten) Bogen zwischen Island, Ostgrönland und Skandinavien.

Atlantische Tiefausläufer werden ggf. gezwungen, diesen Weg zu nehmen und halten sich von Mitteleuropa fern. An der Ostflanke des Hochdruckgebietes strömt eher kühle Meeresluft nach Mitteleuropa, so dass sich bei insgesamt ruhigem Wetter die Tageshöchsttemperaturen im größten Teil Deutschlands in Grenzen halten und die Nächte vielerorts recht frisch sind.

Und immer wieder der Sommer 2016 ...

Datum 14.08.2016

Auch wenn es von überallher anders unkt, der Sommer 2016 ist ein normaler mitteleuropäischer Sommer.

Wiederholte Presseanfragen und gefüllte Leserbriefspalten bringen uns dazu, erneut zum Thema Sommer 2016 Stellung zu nehmen. Auch wenn man es immer noch nicht glaubt. Er ist von den Mittelwerten bis heute ziemlich normal. Die Betonung liegt auf "Mittelwerte", denn in einigen Orten sieht es in diesem Sommer natürlich anders aus.

Der Sommer ist nun zu etwa 80 % vorüber und war bislang, relativ zur Klimanormperiode 1961-1990 um 1 Grad zu warm, im Vergleich mit den Jahren nach 1990 etwas zu kühl. Zu warm war es vor allem in Thüringen. Die in diesem Sommer vergleichsweise kühlen Orte sind fast alle in den westlichen Bundesländern zu finden.

Die Niederschlagsmenge liegt nach 80 % des Sommers nach der Auswertung von über 1700 Messstationen bei 80 % des Normalwertes. Also bis dato eine Punktlandung. Die Orte mit den Starkgewitterregen und entsprechenden positiven Abweichungen sind über das gesamte Land verteilt, die trockenen Gebiete liegen vor allem in den östlichen Bundesländern.

Die Sonne hat sich allerdings etwas rar gemacht. 72,7% der langjährigen Norm haben wir nach 80 % des Sommers erreicht. Auch das sollte noch im Bereich der Normalwerte liegen. 10 % der Stationen, vor allem in Bayern liegen über dem Soll, Orte in Nordrhein-Westfalen und das Saarland liegen beim Sonnenscheindefizit ganz vorne.

Der August allerdings ist seinem Ruf als Sommermonat in der Tat nicht gerecht geworden. Dank des Herbstintermezzos von Mitte der letzten Woche kommen wir aus den bisherigen Hundstagen mit einer der inzwischen seltenen negativen Temperaturabweichungen gegenüber 1961-1990 heraus. Im deutschlandweiten Mittel steht ein Minus von 0,2 Grad zu Buche. Gegenüber der Zeit nach 1990 liegen die Werte ca. 1,5 Grad zurück.

In Bezug auf den Niederschlag haben wir nach knapp der Hälfte der Augusttage deutschlandweit 41% der mittleren Niederschlagsmenge erhalten. Die Gleichung weniger Regen = weniger Wolken = mehr Sonnenschein hat sich aber leider nicht erfüllt. Die Sonne machte sich rar, gerade mal gut ein drittel des Solls hat sie in den ersten beiden Augustwochen erreicht.

Und was bringen uns die nächsten Tage für die Auguststatistik? In Bezug auf die Temperaturen wird sich deutschlandweit nicht allzu viel tun, wird erwarten im Norden etwas unterdurchschnittliche, im Süden etwas überdurchschnittliche Werte. Das Niederschlagsdefizit wird sich weiter erhöhen, verbreitet Niederschläge erwarten wir erst zum Wochenende. Die Sonnenscheindauer wird insgesamt nur etwas aufholen. Auch wenn der Sonnenschein überwiegt, ganztägig blauen Himmel und damit einen Endspurt zur Augustnorm dürfen wir nächste Woche noch nicht erwarten.

Es bestehen also kaum noch Aussichten, dass wir in Deutschland einen in meteorologischen Hinsicht ungewöhnlichen Sommer erleben. Der persönliche Eindruck mag ein anderer sein; insbesondere für diejenigen, die sich an die Sommer des letzten Jahrhunderts nicht mehr erinnern (können).

Sommermonsun 2016

Datum 10.08.2016

Wetter und Klima in großen Teilen Süd- und Südostasiens werden durch die Monsunzirkulation bestimmt. Derzeit bringt der Sommermonsun in der Region vielerorts sintflutartige Niederschlagsmengen.

Monsune sind großräumige, mit beständigen Winden einher gehende Luftströmungen in den Tropen und Subtropen mit halbjährlichem Richtungswechsel. Ihre Ursachen sind die unterschiedliche Erwärmung von Meer und Land - man kann sie auch als gigantische Land- und Seewindzirkulation auffassen - sowie die damit zusammenhängende jahreszeitliche Verlagerung der innertropischen Konvergenzzone (ITC). In Süd- und Südostasien, aber auch im ostafrikanischen Küstenbereich, ist die Monsunzirkulation besonders ausgeprägt.

Im Nordwinter befindet sich die innertropische Konvergenzzone und die damit verbundene Tiefdruckrinne weit im Süden, die asiatischen Landmassen sind gegenüber den südlichen Meeren vergleichsweise kalt, dort herrscht am Boden hoher Luftdruck. Es entsteht ein Zirkulationsregime, in welchem relativ kalte und trockene Luft vom asiatischen Kontinent südwärts strömt, der Wintermonsun.

Im Frühjahr liegen die Verhältnisse anders. Mit zunehmendem Sonnenstand erwärmt sich das Festland Süd- und Südostasiens stark und die innertropische Tiefdruckzone wandert nach Norden. Die umgebenden Meere sind demgegenüber etwas kühler, dort herrscht im Bodenniveau höherer Luftdruck. Es entsteht eine entgegengesetzt rotierende Zirkulation, der Sommermonsun (etwa von Mai/Juni bis September/Oktober).

Infolge der Coriolis-Kraft werden großräumige Horizontalbewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt. Entsprechend wird der Wintermonsun zum Nordost-, der Sommermonsun zum Südwestmonsun. Da letzterer über weite und relativ warme Meeresflächen weht, kann sich die Luft mit Wasser anreichern. Der Sommermonsun ist also feuchtwarm und bringt dem asiatischen Kontinent ergiebige Regenfälle (sog. Monsunregen), die durch Staueffekte an den Gebirgen (z.B. Westghats, Himalaja) noch verstärkt werden.

Um sich ein Bild von intensivem Monsunregen zu machen, seien folgende, vierundzwanzigstündige Niederschlagsmengen genannt: Bis heute 00:00 Uhr UTC wurden in Faridpur (Bangladesch, 23,50°N; 89,83°E; 8 m Höhe) sintflutartige 361,6 L/m² (= mm) gemessen, im indischen Jamshedpur (Bundesstaat Jharkhand, 22,48°N; 86,11°E; 140 m Höhe), in Teknaf (Bangladesch, 20,52°N; 92,18°E; 5 m Höhe) sowie auf der philippinischen Insel Coron (11,93°N; 120,23°E; 12 m Höhe) waren es jeweils 219 mm! Weitere Extremwerte wurden mit 149,1 mm in Chenzhou (Volksrepublik China, Provinz Hunan, 25,80°N; 113,03°E; 185 m Höhe) und 109,8 mm in Chek Lap Kok (Hong Kong International Airport, 22,30°N; 113,90°E; 15 m Höhe) gemessen; in Iba auf den Philippinen (Insel Luzon, 15°19'N, 119°59'E, 4 m NN) fielen 104 mm Regen in den Messbecher.

Eine Karte Süd- und Südostasiens mit den vierundzwanzigstündigen Niederschlägen vom 10.08.2016, 00:00 Uhr UTC, finden Sie unten.

Dämmerung! Ob nautisch, bürgerlich oder astronomisch - atemberaubende Himmelsbilder sind vorprogrammiert.

Datum 09.08.2016

Vor dem Sonnenaufgang und nach deren Untergang wird der Himmel schon bzw. noch eine Zeit lang mit gestreutem Sonnenlicht geflutet. Die sogenannte Dämmerung sorgt dabei oftmals für faszinierende Himmelsphänomene.

Mit dem Moment des Sonnenuntergangs ist es noch keineswegs vorbei mit dem Sonnenlicht. Gleichermaßen kann man schon vor dem Sonnenaufgang erste Vorboten der Sonne am Himmel sehen. Allgemein können der Übergang vom sonnenhellen Tag zur finsteren Nacht sowie der umgekehrte Fall mehrere Stunden andauern. Die Übergangszeit zwischen Tag und Nacht wird im Sprachgebrauch als Dämmerung (Morgendämmerung, Abenddämmerung) bezeichnet. Physikalisch beschreibt die Dämmerung den Zeitraum, in dem die Sonne unter dem Horizont steht, ihr gestreutes Restlicht jedoch am Himmel noch sichtbar ist. Vermehrte Staub-, Gas- und Eisaerosole in der Atmosphäre (bspw. Vulkanasche) können die Dämmerung dabei enorm verstärken.

In der Astronomie werden bei der Dämmerung je nach Dunkelheit drei unterschiedliche Arten definiert. Man unterscheidet dabei zwischen bürgerlicher Dämmerung, nautischer Dämmerung und astronomischer Dämmerung.

Ausgangspunkt für die Dämmerung ist der Sonnenuntergang, der in Mitteleuropa etwa 3 bis 4 Minuten vom ersten Kontakt der Sonnenscheibe mit dem Horizont bis zu ihrem vollständigen Verschwinden dauert. Der erste Zeitraum nach diesem wird schließlich als bürgerliche Dämmerung bezeichnet, bei der bequem noch ohne künstliches Licht gelesen werden. Die Sonne steht bei der bürgerlichen Dämmerung entsprechend nicht tiefer als 6° unter dem Horizont, sodass noch ausreichend gestreutes Sonnenlicht den Beobachter erreicht. Dennoch sind am Himmel schon helle Planeten wie bspw. die Venus oder der Jupiter sowie die hellsten Sterne des Sirius zu erkennen. Zeitlich umfasst diese erste Phase je nach Breitengrad und Jahreszeit eine Länge zwischen 37 und 51 Minuten und bringt atemberaubende Erscheinungen wie den Erdschattenbogen (siehe http://bit.ly/2anS5tn), das Purpurlicht (siehe http://bit.ly/2abstfY) sowie das Alpenglühen (siehe http://bit.ly/2abrUT4) am Horizont hervor.

An die bürgerliche Dämmerung schließt sich die nautische Dämmerung an. Sie endet sobald die Sonne 12° unter dem Horizont steht. Bei den meisten Aktivitäten wird nun zusätzliches künstliches Licht benötigt, da die restlichen gestreuten Sonnenstrahlen die Umgebung alleine nicht mehr ausreichend aufhellen. Am Himmel sind am Ende der nautischen Dämmerung schon kleinere Sterne und somit Umrisse der ersten Sternbilder zu erkennen. Gleichermaßen treten häufiger Himmelsspektakel wie die farbigen Horizontalstreifen oder die sogenannte "Blaue Stunde" auf.

Der nautischen Dämmerung folgt schließlich die astronomische Dämmerung, bei der sich die Sonne 12 bis 18° unter dem Horizont befindet. Nachfolgend erreicht das Sonnenlicht auch die höheren Luftschichten nicht mehr, sodass der Himmel richtig dunkel erscheint. Die beste Zeit der Sternengucker beginnt. Am Morgen verlaufen die drei Phasen der Dämmerung in der umgekehrten Reihenfolge, bis die Sonne schließlich am Horizont aufgeht.

Wie oben schon beschrieben ist die Dauer der Dämmerung stark von der geographischen Breite abhängig. Je größer der Abstand zum Äquator, desto länger dauert die Dämmerung. Da die Sonnenbahn am Äquator am Morgen sehr steil aufsteigt und entsprechend stark am Abend auch wieder absinkt, verschwindet die Sonne rasch unter den Horizont. Je näher man sich jedoch den Erdpolen kommt, umso ausgeprägter wird der Dämmerungsverlauf zu bestimmten Jahreszeiten.

Wie überall gibt es aber auch bei der Dämmerung gewisse Ausnahmen. Am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne in den Polarregionen etwa ab einer geographischen Breite von 65,7° aufgrund der atmosphärischen Refraktion überhaupt nicht unter, sodass die Dämmerung komplett entfällt. Zudem gibt es im Sommer auf allen Breitengraden größer als 48,56° Nächte, in denen die Sonne zwar unter den Horizont sinkt, nie tiefer als 18°. In diesen Regionen wird es also nie richtig Nacht mit völliger Dunkelheit. Stattdessen herrscht eine Art Dauerdämmerung, die auch unter dem Begriff "Mitternachtsdämmerung" bekannt ist. Auf den Breitengraden größer 54,56° gibt es im Sommer Nächte, in denen die nautische Abenddämmerung direkt in die nautische Morgendämmerung übergeht. Dies bedeutet gleichermaßen, dass die Sonne während der ganzen Nacht nicht weniger als 12° unter dem Horizont steht. Auf den Breitenbereichen größer 60,56°, wo die Sonne dann nicht unter 6° unter den Horizont sinkt, gilt ähnliches für die bürgerliche Dämmerung.

Augusthimmel 2016

Datum 05.08.2016

Namenspatron unseres achten Monats im Kalender war der römische Kaiser Augustus. In diesem Jahr gibt es am nächtlichen Augusthimmel einige interessante astronomische Erscheinungen zu beobachten, zum Teil mit bloßem Auge. Dafür braucht man jedoch einen klaren Himmel...

Der achte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender war im alten Rom ursprünglich der sechste und hieß dementsprechend, nämlich Sextilis (latein. sex = sechs). Namenspatron ist der römische Kaiser Augustus (23.IX. 63 v. Chr. bis 19.VIII. 14 n. Chr.), der in diesem Monat sein erstes Konsulat antrat. Ursprünglich hatte Sextilis 29 Tage, bekam durch Caesars Kalenderreform 30 und, um ihm die gleiche Länge des nach Gaius Julius Caesar benannten Monats Juli zu geben, nach seiner Umbenennung schließlich 31 Tage. Dabei wurde der 31. Tag kurzerhand dem Februar abgeknöpft. Altgermanische Namen für den August lauten Arnodmanod oder Ernting = Erntemonat, aber auch Sichel- oder Weidemond waren bei unseren Vorfahren gebräuchlich.

Am nächtlichen Sternenhimmel tummeln sich im diesjährigen August in erster Linie Planeten. Der in den vergangenen Monaten stets präsente Jupiter nimmt jetzt Abschied, kurz nach Sonnenuntergang ist er gerade noch über dem westlichen Horizont zu sehen. Dafür kommt die Venus als Abendstern zu uns zurück, hält sich allerdings recht flach am frühen Nachthimmel. Mit einem lichtstarken Amateurteleskop auf einer geeigneten Montierung kann man am 27. August am tiefen Westhimmel sogar ein Rendezvous beider Planeten im Dämmerlicht kurz nach Sonnenuntergang beobachten. Zwei weitere Planetenpaare geben sich ein im August Stelldichein bzw. sind immer noch da: Mars und Saturn im Süden beim Sternbild Skorpion, und für den geübten "Sternengucker" mit entsprechender Ausrüstung sollten auch Neptun und Uranus im Bereich des Sternbildes Wassermann ein lohnendes Beobachtungsziel sein.

Nicht zuletzt sei auf den scheinbar dem Sternbild Perseus entspringenden Meteorstrom der Perseiden hingewiesen. Er erreicht sein Maximum in der Nacht vom 11. zum 12. August, wobei in diesem Jahr mit bloßem Auge abseits der lichtverschmutzenden Großstädte besonders viele helle Sternschnuppen zu sehen sein sollten. Den Südhimmel ziert in diesen Augustnächten außerdem das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Die Frühlingssternbilder sind nun endgültig vom westlichen Firmament verschwunden und am östlichen Himmel findet man mit Pegasus und Perseus bereits die Gestirne des Herbstes. Die Tage werden bereits spürbar kürzer, die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa Frankfurt am Main, sinkt im Verlaufe des Monats um gut anderthalb Stunden von 15 h 13 min auf 13 h 33 min. Stand die Sonne Anfang des Monats in der Mainmetropole noch knapp 58° hoch am Himmel, so erreicht sie in Frankfurt Ende August nur noch eine Mittagshöhe von etwa 48° über dem Horizont (vgl. Mittagshöhe zur Sommersonnenwende knapp 63,5°).

Sternbeobachtungen bedingen klare Nächte und sind damit natürlich wetterabhängig. Im August sind die Temperaturunterschiede zwischen den Randmeeren Europas und dem Festland relativ gering, somit gilt er im klimatologischen Mittel als recht beständiger Monat. Länger andauernde Hochdrucklagen sind eigentlich normal und nicht selten bringt der August die heißesten Tage des Jahres. Aber "eigentlich normal" heißt eben nicht "immer", und in diesem Jahr 2016 liegen die Verhältnisse anders. So gestalten sich die kurzfristigen Wetteraussichten für das kommende Wochenende insgesamt leicht unbeständig bei als mäßig warm bis warm empfundenen Temperaturverhältnissen. Der Sonntag wird dabei größtenteils sonnig und trocken, bevor sich ab Beginn der 32. Kalenderwoche ein deutlich kühlerer Witterungsabschnitt mit zeitweiligen Niederschlägen einstellt. Übrigens gab es vor zehn Jahren nach einem trocken-heißen Juli einen kühlen und regnerischen August, dem dann ein spätsommerlich warmer September folgte.

Urlaubswetter in Europa

Datum 04.08.2016

Derzeit sind in vielen Bundesländern Schulferien. Doch das launische Sommerwetter wird einigen Urlaubern hierzulande wenig Freude bereiten. Daher schauen wir über die Landesgrenzen hinaus nach Alternativen zum Wetter in Deutschland.

Derzeit sind in vielen Bundesländern Deutschlands Schulferien und somit ist Hauptreisezeit. Bekanntlich gehört Deutschland zu den beliebtesten Reisezielen der hiesigen Bevölkerung. Doch das diesjährige durchwachsene Sommerwetter mit einem ständigen Auf und Ab der Temperaturen dürfte vielen Urlaubern nicht nur hierzulande, sondern in ganz Mitteleuropa wenig Freude bereiten. Aktuell ist es Tief "Christiane" mit Kern über der Nordsee, das im Norden, in der Mitte und demnächst auch im Süden Deutschlands für wolkenreiches und gebietsweise regnerisches Wetter sorgt. Wer sich dennoch in die Nord- und Ostsee wagt, den erwarten immerhin Wassertemperaturen um 20 Grad.

Werfen wir also einen Blick über die Landesgrenzen hinaus und schauen, ob ein Urlaubsziel im europäischen Ausland aktuell und in den nächsten Tagen die bessere Wahl war, beziehungsweise ist.

Fangen wir mit kleinen Schritten an und betrachten zunächst den Alpenraum, schließlich gehört das Wandern oder Bergsteigen ebenso wie der Strandaufenthalt an den Küsten zu beliebten Urlaubsaktivitäten. In den Alpen sorgte Hoch "Carl" am gestrigen Mittwoch für einen sonnigen Tag mit sommerlichen Temperaturen. Der Einfluss von Tief "Christiane" wird sich aber auch dort zunehmend zeigen, so dass sich das Wetter im Tagesverlauf von Westen allmählich verschlechtert. Nachfolgend kommt es in der Nacht zum Freitag und am Freitag in den gesamten Alpen zu teils kräftigem und länger anhaltendem Regen. Zudem ist mit einem Temperatursturz von mindestens 10 Grad zu rechnen, teilweise werden sogar kaum noch Höchsttemperaturen von 15 Grad erreicht. Die Schneefallgrenze hält sich aber deutlich oberhalb von 2000 Metern. Bereits am Samstag zieht das Regenwetter ostwärts ab und dann kann sich aus jetziger Sicht bis Anfang nächster Woche mit einem Keil des Azorenhochs wieder ideales Wanderwetter durchsetzen.

Reisen wir weiter Richtung Nord- und Westeuropa, so dominiert auch dort derzeit der Einfluss von Tief "Christiane" mit wechselhaftem Wetter. Die Höchsttemperaturen bewegen sich allerdings in einem für Nordeuropa sicherlich normalen Bereich zwischen 15 und 23 Grad. Während Deutschland ab Sonntag ebenfalls vorübergehend in den Einflussbereich des o.e. Azorenhochs gelangt, bleibt der Tiefdruckeinfluss über dem Norden Europas erhalten. Ähnlich sieht es auch für die Britischen Inseln aus, vor allem über Schottland und Irland ziehen in den nächsten Tagen wiederholt Tiefdruckgebiete hinweg. Deutlich besser sieht es in Frankreich aus, wo sich nach Abzug der Kaltfront von Tief "Christiane" bereits heute Hochdruckeinfluss durchsetzen kann.

Wer Hitze und beständiges Hochdruckwetter sucht, der muss wie so oft zu dieser Jahreszeit in den Süden beziehungsweise Südosten Europas ausweichen. Bis Mitte nächster Woche lacht dort aus heutiger Sicht die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel bei Höchsttemperaturen zwischen 25 und örtlich 40 Grad, wie beispielsweise in Zentralspanien.. Einzig entlang der Adria sind am Wochenende einzelne Gewitter möglich. Da bietet auch das Mittelmeer mit Wassertemperaturen entlang der Küsten zwischen 25 und 30 Grad nur wenig Abkühlung.

Europaweit ist also derzeit für jeden Wettergeschmack etwas dabei. Die Daheimgebliebenen können sich ab dem Wochenende auf ein paar sonnige und warme Tage freuen. Aber es soll ja auch Leute geben, die gegen einen durchwachsenen Sommer nichts einzuwenden haben.

(K)ein Lichtblick

Datum 03.08.2016

Kommt endlich mal ein stabiles Hochruckgebiet, dass uns tagelang Sonnenschein bei badetauglichen Temperaturen beschert oder macht der Sommer einfach so weiter wie bisher?

Häufig erreichen uns Meteorologen in diesem Sommer Anfragen, wann denn nun endlich ein stabiles Hoch mehrere Tage hintereinander sommerliches Wetter mit viel Sonnenschein und badetauglichen Temperaturen bringt. Zudem soll es nicht schwül sein und irgendwelche Gewitter oder sogar Unwetter dürfen auch nicht stören. Ein bisschen Hoffnung dafür besteht tatsächlich, allerdings scheint die kommende Hochdruckphase wieder einmal nicht allzu lange durchzuhalten.

So hat sich in diesem Sommer bisher ein steter Wechsel von wenigen Tagen mit Hochdruckeinfluss mit mehreren Tagen mit kräftigen Schauern und Gewittern oder schauerartigem Regen eingestellt. War es dabei zunächst zumindest ein oder zwei Tage lang noch recht sonnig und zum Teil sehr warm bis heiß, folgte prompt mit den aufkommenden Wolken, Schauern und Gewittern die Abkühlung. Willkommen im durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer!

Nicht zuletzt scheint sich dadurch die Siebenschläferregel zu bewahrheiten, die ja Anfang Juli wechselhaftes Wetter für sieben Wochen "ankündigte" (siehe dazu auch das Thema des Tages vom 30. Juli 2016 unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/7/30.html). Demnach würde sich dieses Wetter auch im August fortsetzen.

Das aktuelle Wetter lässt sich bis zum Freitag in die oben beschriebene wechselhafte Phase mit Niederschlägen einordnen, mit Ausnahme der Gebiete etwa südlich einer Linie Karlsruhe - Regensburg. Dort ist es am heutigen Mittwoch und teils auch noch am Donnerstag vielfach heiter und mit Höchsttemperaturen bis fast 30 Grad sehr warm bzw. heiß, bevor teils kräftige Schauer und Gewitter samt anschließender Abkühlung in diesen Gebieten "zuschlagen". Wahrscheinlich münden Schauer und Gewitter sogar in einer Dauerregenlage im Süden und Südosten.

Diesem ersten kleinen "Lichtblick" für den Süden Deutschlands folgt ab dem Wochenende dann ein zweiter, etwas größerer für das ganze Land. Ein Ableger eines Azorenhochs macht sich auf den Weg zu uns und verspricht ein paar weitgehend trockene Tage mit zunehmendem Sonnenschein und Temperaturen, die ab Sonntag meist bei 25 bis 30 Grad liegen.

So kann man sich bereits am Samstag über 6 bis 10 Stunden Sonnenschein freuen (im Süden mehr als im Norden; siehe dazu die Grafik zur Sonnenscheindauer unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/3.html), allerdings sind auch noch letzte Schauer und Gewitter unterwegs. Am Sonntag gibt es dann sogar 8 bis 13 Stunden Sonnenschein. Maximal sind derzeit 14 bis 15 Stunden möglich, sodass die Obergrenze lokal fast erreicht wird. Ähnlich sonnig werden der Montag (8 bis beinahe 15 Stunden) und teilweise noch der Dienstag (8 bis 13 Stunden).

Am Dienstag gibt es bereits wieder eine Einschränkung: im Nordwesten tauchen Wolken mit Schauern und Gewittern auf und drücken die Sonnenscheinbilanz dort auf 6 bis 9 Stunden. Am Mittwoch ziehen Schauer und Gewitter über das ganze Land her, womit neben den vermehrten Wolken am Himmel auch die Temperaturen um etwa 5 Grad zurückgehen und sich auf 20 bis 25 Grad einpendeln.

Dem Lichtblick mit 3 oder 4 Tagen sommerlichen Hochdruckwetter ab Samstag wird also erneut ein jähes Ende gesetzt. Vielleicht besteht ja für die Phase nach den 7 Wochen der Siebenschläferzeit ab Ende August Hoffnung auf länger andauerndes Hochdruckwetter. Statistisch gesehen ist die Chance dafür im September sowieso höher als im August.

Deutschlandwetter im Juli 2016

Datum 02.08.2016

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland im Juli 2016.

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juli 2016* 1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 21,3 °C; Abweich. +1,8 Grad 2. Platz Mannheim (Baden-Württemberg) 21,1 °C; Abweich. +1,6 Grad 3. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 21,0 °C; Abweich. +1,6 Grad

Besonders kalte Orte im Juli 2016* 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 14,5 °C; Abweich. +1,8 Grad 2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 15,1 °C; Abweich. +2,3 Grad 3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 15,3 °C; Abweich. +2,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juli 2016** 1. Platz Marktschellenberg (Bayern) 323,9 l/m²; 138 Prozent 2. Platz Aschau-Stein (Bayern) 298,4 l/m²; 116 Prozent 3. Platz Bad Bayersoien (Bayern) 258,3 l/m²; 146 Prozent

Besonders trockene Orte im Juli 2016** 1. Platz Kamen (Nordrhein-Westfalen) 14,5 l/m²; 19 Prozent 2. Platz Tröbitz (Brandenburg) 15,1 l/m²; 27 Prozent 3. Platz Schallstadt-Mengen (Baden-Württemberg) 15,8 l/m²; 20 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juli 2016** 1. Platz Mühlacker (Baden-Württemberg) 266 Stunden; 113 Prozent 2. Platz Freiburg (Baden-Württemberg) 263 Stunden; 104 Prozent 3. Platz Karlsruhe-Rheinstetten (Baden-Württemberg) 263 Stunden;111 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juli 2016** 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 148 Stunden; 83 Prozent 2. Platz Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) 152 Stunden; 88 Prozent 3. Platz Braunlage (Niedersachsen) 154 Stunden; 79 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Das Olympische Turnier rückt näher und die Spannung steigt!

Datum 01.08.2016

Es ist mal wieder soweit! Nach vier Jahren Wartezeit starten am Freitag die Olympischen Spiele von Rio de Janeiro. Doch was kann man wo sehen und wie sieht das Wetter bzw. klimatischen Verhältnisse vor Ort aus?

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit. In Rio de Janeiro werden die XXXI. (31.) Olympischen Spiele offiziell eröffnet. Die brasilianische Küstenstadt (6,4 Millionen Einwohner, Metropolregion 11,87 Millionen) ist die erste in Südamerika und nach Mexiko-Stadt 1968 auch erst die zweite in Lateinamerika, in der die Spiele stattfinden. In einem Bewerberverfahren konnte sich Rio gegen andere namhafte Städte wie Chicago, Tokio und Madrid durchsetzen.

Die am Freitag, den 5. August mit der Eröffnungsfeier offiziell beginnenden Wettkämpfe werden bis zur Abschlussfeier am 21. August, abgesehen von den Fußball Turnieren, in vier Stadtgebieten von Rio de Janeiro ausgetragen. Dabei befinden sich die Sportstätten in den vier Zonen "Maracanã", "Barra", "Deodoro" und "Copacabana".

In der Region "Maracanã" finden neben der Eröffnungs- und Abschlussfeier (Maracanã-Stadion) die Leichtathletik- und Volleyballwettbewerbe sowie das Bogenschießen und der Marathon statt. Die "Copacabana" ist bei den Spielen der Anlaufpunkt für die Beachvolleyballer, Triathleten und Straßenradfahrer sowie aller Olympioniken rund um den "Outdoor-Wassersport" (Rudern, Segeln, Kanu, Kajak, Langstreckenschwimmer). Auch in dem am Stadtrand gelegenen Gebiet "Deodoro" sind überwiegend "Outdoor-Wettkämpfe" zu sehen. Vom Pferdesport über "Crossbike-Wettkämpfe" und dem Modernen Fünfkampf bis hin zum Hockey und Sportschießen sind dort zahlreiche Disziplinen angesiedelt. Die meisten "Indoor-Veranstaltungen" können die Fans im Gebiet "Barra" im Süden der Stadt bestaunen. Dort befinden sich das Wassersportzentrum, der Turn- und Gymnastikpark, das Tenniszentrum, das Velodrom sowie diverse Hallen für Basketball, Ringen, Fechten Handball, Tischtennis, Badminton, Boxen, Gewichtheben und weitere. Für die Fußballwettbewerbe werden zusätzlich die Stadien in Belo Horizonte, Manaus, Salvador da Bahia, São Paulo sowie der Hauptstadt Brasilia genutzt. Da die Fußball-Turniere einen längeren Zeitraum benötigen, starten diese sogar vor der Eröffnungsfeier. Schon am kommenden Mittwoch, den 3. August finden ab 18 Uhr MESZ die ersten Fußballspiele der Frauenmannschaften statt. Am Donnerstag folgen dann die ersten drei Partien des Männerturniers.

Insgesamt haben sich Sportler aus 201 Nationen der Welt für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert und kämpfen dort in 306 Entscheidungen um die Medaillen. Neu aufgenommen in das Olympische Programm wurden die Sportarten Rugby und Golf.

Doch wie sieht nun Wetter bzw. klimatischen Verhältnisse in Rio de Janeiro im August aus?

Durch die Nähe zum Äquator sind über das Jahr hinweg nur geringe Temperaturschwankungen in den Temperaturen zu verzeichnen. Dennoch lässt sich an den Klimatabellen gut erkennen, dass man sich in Rio auf der Südhalbkugel befindet, die derzeit im Wintermodus steckt. Im August stehen mittlere Höchsttemperaturen von 25,4 Grad mittleren Tiefstwerten von 19,4 Grad gegenüber. Im Südsommer (Dezember bis März) würde man mittlere Höchstwerte von über 30 Grad und Tiefstwerte um 24 Grad erwarten können.

Auch bei den gemittelten monatlichen Niederschlagssummen treten zwischen Südsommer und Südwinter signifikante Unterschiede auf. Während im Südsommer die näherkommende Innertropische Tiefdruckrinne (Inter Tropic Convergence - ITC, vgl. http://bit.ly/2abbzT8) für Regensummen deutlich über 100 l/qm im Monat sorgt, ist im August im vieljährigen Mittel beispielsweise nur mit Werten um 40 l/qm zu rechnen. Allgemein fallen die Niederschläge über das Jahr hinweg lediglich an wenigen Tagen. Meist sind es nur ein oder zwei Regentage im Monat. Problematisch für die Sportler könnte die recht hohe Luftfeuchtigkeit werden. Zwar wird aus klimatologischer Sicht im August die niedrigste Luftfeuchte des Jahres erreicht, mit um 80% im Mittel fühlt sich die Luft oftmals jedoch feuchtschwül an.

In den kommenden Tagen zeigt sich nicht nur das Wetter in Deutschland wechselhaft. Auch in Rio de Janeiro sollen am Dienstag die Wolken am Himmel zunehmen und in der Nacht zum Mittwoch sowie am Mittwoch selber etwas Regen abladen. Größere Mengen sind aber nicht zu erwarten. Zum Start des Olympischen Männerfußballturniers am Donnerstag soll sich dann wieder häufiger die Sonne zeigen. Gleichzeitig bleibt es wohl weitgehend trocken. Auch die Eröffnungsfeier kann aus derzeitiger Sicht bei sonnigem und trockenem Wetter stattfinden. Die Höchsttemperaturen schwanken dabei von Dienstag bis Donnerstag um Werte bei 24 Grad. Nachts sinken sie bis etwa 20 Grad ab. Am Freitag klettern die Temperaturen mit Sonnenunterstützung wieder auf maximale Werte um 27 Grad an. Dafür ist nachts bei 18 Grad zumindest etwas Abkühlung in Sicht. Ab dem Wochenende sollen die Temperaturen dann doch erheblich ansteigen und in der Spitze Höchstwerte bis 33 Grad erreichen. Dabei wird es aber wohl auch wieder schwül.

Heinrich Heine und die sieben Siebenschläfer hatten doch recht

Datum 30.07.2016

Viele jammern, wir hätten schon mal wieder keinen richtigen Sommer. Aber der Sommer 2016 ist bislang ein normaler mitteleuropäischer Sommer.

"Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter" so äußerste sich bereits 1830 Heinrich Heine in seinen Reisebildern. Und was erwartet sich der Deutsche von einem Sommer? Hauptsächlich Sonnenschein und natürlich sommerliche Temperaturen.

Wo stehen wir, nachdem knapp zwei Drittel des meteorologischen Sommers bzw. genau 64,1 % vorüber sind?

Wir haben im deutschlandweiten Mittel 63,4 % der mittleren onnenscheindauer der Jahre 1961-1990 erreicht. Wenn das mal keine Punktlandung ist!

Die Temperaturen liegen, wie seit einigen Jahren üblich, oberhalb der Mittelwerte. 17,3 Grad statt 16,2 Grad. Also auch kein Grund, über den Sommer zu lamentieren. Was wird sich erst ab 2021 für ein Gejammer erheben, wenn die sich die Temperaturen nicht mehr auf 1961-1990, also auf die Zeit vor der Erwärmung, sondern auf 1991-2020 beziehen. Dann ist es voraussichtlich vorbei mit den ständigen und tröstenden überdurchschnittlichen Temperaturen.

In Bezug auf den Niederschlag kommt der bisherige Sommer zugegebenermaßen nicht so gut weg. Es sind bereits 76 % der üblichen Regenmenge gefallen. Inwieweit sich da die Extremregenfälle auswirken, ist auf die Schnelle nicht zu analysieren. Örtlich, vor allem nach Nordosten hin, war es auch deutlich zu trocken, was sich dort im Ernteertrag deutlich widerspiegelt.

Es gibt also aus klimatologischer Sicht wenig Anlass, sich über den bisherigen Sommer zu beschweren.

Auch die "Lostage" Siebenschläfer haben in diesem Jahr gezeigt, dass sie was auf der Pfanne haben. Das unbeständige Wetter zur Zeit des Siebenschläfers hat sich bis heute gehalten. Bis auf das mehrtägige Intermezzo im Nordosten dank Hoch Burkhard blieb es seit Ende Juni beständig unbeständig. Wie wir bereits gestern im Thema des Tages lasen, wird sich an der unbeständigen Wetterlage wenig ändern. Ändern können wir allerdings unseren Aufenthaltsort. Aber bringt das allzu viel? Auch am Mittelmeer strahlt die Sonne, wie schon letzte Woche angekündigt, nicht den ganzen Tag vom blauen Himmel. Gestern gab es Gewitter in fast allen Staaten am nördlichen Mittelmeer, selbst in der Sahara hat es geblitzt und gedonnert. Wie bei uns wird auch am Mittelmeer in der nächsten Woche kein beständiges Wetter vorhergesagt. Dort allerdings gibt es auch bei unbeständigem Wetter mehr Sonne und höhere Temperaturen als bei uns.

Am deutschen meteorologischen Horizont taucht also auch nächste Woche kein sommerlichen Silberstreif auf. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt ... .

Hundstage weiterhin wechselhaft!

Datum 29.07.2016

Die Hundstage (23.07.-23.08.) waren bisher wechselhaft und vielerorts geprägt von kräftigen Gewittern und nur kurzen Phasen mit Hochdruckeinfluss. Geht es nun so weiter?

Die Hundstage wurden in diesem Monat (Juli) schon häufiger im Thema des Tages erwähnt (s. www.dwd.de/tagesthema). Damit bezeichnet man hierzulande zumindest aus statistischer Sicht die wärmsten Tage des Jahres im Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August. Bisher war das warme bis heiße Wetter, aber größtenteils unbeständig und vielerorts von kräftigen Gewittern mit Starkregen geprägt, Hochdruckgebiete gaben eher nur ein kurzes Gastspiel. Da in Baden-Württemberg und Bayern die Ferien nun endlich beginnen, stellt sich vor allem dort manch einer bestimmt die Frage, ob es mit den wechselhaften Hundstagen nun so weiter geht, oder ob sich doch endlich mal für längere Zeit stabiler Hochdruckeinfluss durchsetzt.

Kurz gesagt: die kommenden Tage gestalten sich weiterhin überwiegend wechselhaft, denn eine Reihe von Tiefdruckgebieten sorgt mit ihren Ausläufern, angefangen am heutigen Freitag mit BRIGITTE, weiterhin für Schauer und Gewitter. Sonnigen Phasen sind nur von kurzer Dauer. Doch alles der Reihe nach.

Tief BRIGITTE zieht bis zum morgigen Samstag von der westlichen Nordsee über Dänemark nach Skandinavien. Ihr Ausläufer kommt dabei unter allmählicher Abschwächung bis zur Mitte Deutschlands voran und bringt fast überall viele Wolken, kaum Sonne, Schauer und einzelne Gewitter. Allein der Südwesten und die Region südlich der Donau profitieren von einem schwachen Keil des Azorenhochs. Dort ist es am heutigen Freitag etwas freundlicher und weitgehend trocken. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 Grad in Nordseenähe und 29 Grad am Oberrhein.

Am Samstag bleibt die Wetteraufteilung in Deutschland bestehen. In der Nordhälfte gibt es bei Tageshöchstwerten zwischen 20 und 25 Grad meist nur Wolken zu sehen und anfangs auch noch kurze Schauer. In den Süden hingehen gelangt mit einer auf Südwest drehenden Strömung wieder wärmere Luft und so ist es bei weiter vorherrschendem Hochdruckeinfluss überwiegend sonnig bei Tageshöchstwerten bis 31 Grad. Zum Abend und in der Nacht zum Sonntag greifen von der Schweiz und von Österreich her allerdings wieder kräftige Gewitter auf Süddeutschland über. Diese können teils unwetterartig ausfallen und mit Starkregen um 30 mm und Hagel einhergehen.

Am Sonntag bleibt es im Süden feuchtwarm mit teils kräftigen Schauern und einzelnen Schwergewittern, denn die kühlere Luft aus dem Norden kommt nur langsam nach Süden voran erhalten. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad auf Sylt sowie im höheren Bergland und 26 Grad im Breisgau.

Auch für die nächste Woche weisen die Wettermodelle einen Trend zu weiterhin unbeständigem Wetter in ganz Deutschland auf, dabei kann es aber durchaus auch freundliche Abschnitte geben. Ab Mittwoch scheint zumindest vorübergehend nach Südosten hin wieder freundliches Wetter einzukehren, wobei sich dann erneut ein Temperaturgefälle zwischen der Nordwest- (20 bis 25 Grad) und der Südosthälfte (25 bis 29 Grad) einstellt.

Somit reiht sich auch diese Phase im Kernzeitraum der Hundstage (28.07. bis 07.08.) in die vieljährigen Wetterstatistiken ein, die durch eine warme bis heiße, aber wechselhafte, häufig zu Gewittern neigende Witterung gekennzeichnet ist.

Ein Hoch auf die Azoren

Datum 27.07.2016

Aktuell erscheint es auf den Wetterkarten sämtlicher digitaler und Printmedien wieder in voller Pracht - ein kräftiges Hochdruckgebiet im Bereich der Azoren, kurz: das Azorenhoch. Doch wie entsteht es überhaupt und warum gerade dort?

Der Begriff "Azorenhoch" ist inzwischen in der Allgemeinheit fast schon zu einem geflügelten Wort geworden. Egal ob beim Radiowetterbericht, in Fernsehsendungen oder den sozialen Netzwerken, der Name des berühmten Hochs macht häufig die Runde und jeder halbwegs Wetterinteressierte weiß damit etwas anzufangen.

Entstanden ist der Begriff aufgrund eines im klimatologischen Mittel stark ausgeprägten Luftdruckmaximums im Bereich der Inselgruppe der Azoren über dem Nordatlantik. Der Kerndruck variiert dabei in der Regel zwischen 1015 und 1035 Hektopascal.

Doch wodurch genau wird dieses Druckmaximum erzeugt? Und warum gerade dort? Um diese Fragen zu klären, müssen wir uns die großräumige Luftzirkulation in Äquatornähe anschauen. Dort, im Bereich der stärksten Sonneneinstrahlung (Sonnenstand zum meteorologischen Frühlings- und Herbstbeginn im Zenit - also senkrecht zur Erdoberfläche), erwärmen sich die Luftmassen sehr stark und werden so zum Aufstieg gezwungen, da warme Luft eine geringere Dichte als kalte Luft besitzt und damit leichter ist. Diesen Bereich bezeichnet man als "Innertropische Konvergenzzone" (ITCZ). Der Aufstieg endet häufig unter stetiger Temperaturabnahme erst an der Grenze von der Troposphäre zur Stratosphäre (Tropopause) in 15 bis 18 Kilometern Höhe, wo die Temperatur der Umgebungsluft wieder ansteigt und somit die Schichtung stabilisiert. Die Luft strömt nun an dieser Sperrschicht in der Höhe auseinander und sinkt in den Subtropen wieder ab. Der resultierende Massenzufluss bewirkt einen Druckanstieg am Boden und es entsteht der "Subtropische Hochdruckgürtel".

Bedingt durch die Verschiebung des Sonnenhöchststandes zwischen den beiden Wendekreisen variiert auch die Lage des Azorenhochs zwischen 33 Grad Nord in den Wintermonaten (Sonne am südlichen Wendekreis) und 34,5 Grad Nord in den Sommermonaten (Sonne am nördlichen Wendekreis). Nun liegt die Inselgruppe der Azoren bei rund 38 Grad Nord und damit noch etwas nördlicher, durch die häufig jedoch großräumige horizontale Ausdehnung des Hochs von mehr als 1000 Kilometern ist die unmittelbare Nähe zum Zentrum und damit die Namensgebung trotzdem mehr als gerechtfertigt.

Wenn es sich aber um einen Gürtel handelt, der an eine geographische Breite gekoppelt ist, wieso setzt sich die Hochdruckzone aktuell zum Beispiel nicht über dem Mittelmeerraum fort (siehe Bodendruckanalyse von heute 0 UTC im Anhang)? Das liegt an der Verteilung von Landmassen und Seegebieten im stark gegliederten Mittelmeerraum. Dabei spielt erneut die starke Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten eine Rolle, bei der sich die Land- stärker als die Wasseroberflächen erwärmen. Hierdurch steigen wiederum die Luftmassen über dem Festland auf, der Druck am Boden fällt und es bilden sich sogenannte "Hitzetiefs", klassischerweise über dem spanischen Hochland oder auch über Anatolien, wodurch die Hochdruckbrücke zum Azorenhoch unterbrochen wird. In den Wintermonaten schließt sie sich bei abnehmender Einstrahlung aber häufig wieder, da der Temperaturkontrast zwischen Land und See in mediterranen Regionen deutlich abnimmt. Dann sind Druckmaxima auch häufig über dem Mittelmeerraum zu finden. Die Stärke dieser thermisch induzierten Hochdruckgebiete wie zum Beispiel das winterliche "Sibirienhoch" mit einem Rekordwert von 1083,8 hPa (für Stationen unter 750 Metern gemessen am 31.12.1968 in Agata, Russische Föderation) werden im subtropischen Hochdruckgürtel allerdings bei weitem nicht erreicht.

Bleibt abschließend noch zu hoffen, dass wir in der nächsten Zeit das Azorenhoch nicht nur aus der Ferne betrachten müssen, sondern dass ein Ableger (Hochkeil) auch Mitteleuropa bald mal wieder beehrt. Über zarte Vorstöße nach Süddeutschland kommt es zumindest in naher Zukunft nicht hinaus.

Großes Alpaka-Sterben in peruanischer Kälte

Datum 26.07.2016

In den vergangenen Wochen starben in den Hochlagen der Anden in Peru zehntausende Alpakas infolge extremer Kälte. Einbrüche in der Produktion der Alpakawolle bringen Bauern an das Existenzminimum.

Die "Sierra", eine der drei Landschaftszonen Perus, ist die Heimat des Alpakas (siehe Grafik auf www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/7/26.html). Das Kameltier fühlt sich im von den Anden geprägten, kahlen Hochland im Süden Perus "pudelwohl" - und wird von ansässigen Landwirten gezielt gezüchtet. Denn die Wolle des Alpakas ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, gehört sie doch mittlerweile zu einem exklusiven und immer häufiger gefragten Artikel auf dem Weltmarkt.

Es wundert daher nicht, dass das Alpaka-Sterben durch die jüngste, teils extreme Kälte im Süden der Sierra die Bauern hart trifft. Dabei kennt man in der Sierra eigentlich keinen Winter im klimatologischen Sinne. Aufgrund der relativen Nähe zum Äquator und der dadurch geringen Schwankungen im Sonnenstand stellt sich dort nämlich ein sog. "Tageszeitenklima" ein. Dabei fallen die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht größer aus als die während eines Jahres. Die Verteilung der durchschnittlichen Temperaturen wird am stärksten durch die Höhenlage beeinflusst. Im Vergleich zu den anderen beiden peruanischen Landschaftszonen Costa (Wüstenküste) und Selva (Regenwaldregion) ist es in der Sierra mit einer Jahresmitteltemperatur von 11 Grad Celsius auf 3300 Meter am kältesten.

Die Temperaturen im diesjährigen Juli, die vor allem in höheren Muldenlagen und Senken zeitweise bis in den strengen Frostbereich (unter -23 Grad Celsius) sanken, sind aber selbst für die Menschen in der Sierra und die mit üppigem Fellkleid ausgestatteten Alpakas ungewohnt und mitunter äußerst gefährlich. Insbesondere ab einer Höhenlage von 4000 bis 5000 m setzten Schneefälle und extreme Kälte gerade den schwachen Tieren zu, da sie nicht mehr an Flechten und Gras herankommen können. Die Behörden gehen mittlerweile von mindestens 50.000 verendeten Alpakas aus.

Die Landwirte Perus sind der weltweit größte Produzent der Alpakawolle. Doch zwischen den exorbitant hohen Preisen, die verschiedene Modelabel für ihre aus Alpakawolle bestehenden Produkte verlangen, und dem, was die Landwirte für ihre Wolle bekommen, besteht eine gewaltige Diskrepanz. Einbrüche in der Produktion bringen die Menschen daher schnell an das Existenzminimum. Die Kälte und der Mangel an finanziellen Mitteln nagen darüber hinaus am Gesundheitszustand. Gerade Kinder leiden immer häufiger unter Atemwegserkrankungen. Die Regierung sicherte der Bevölkerung der Sierra-Hochlagen daher bereits eine Unterstützung von insgesamt 3 Millionen US-Dollar zu.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Region von einer verheerenden Kältewelle gebeutelt wird. Vor nicht einmal drei Jahren sorgten rekordniedrige Temperaturen und heftige Schneefälle schon einmal für ein großes Alpakasterben. In einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) wurde bereits ein Zusammenhang zwischen den großen Temperaturfluktuationen in Peru und dem globalen Klimawandel hergestellt. Freilich muss man solche Thesen aber immer mit Vorsicht genießen, denn von diesen Wetter-Einzelereignissen kann nicht per se auf den Klimawandel geschlossen werden.

54,0 °C in Kuwait - ein neuer globaler Hitzerekord?

Datum 25.07.2016

Am 21. Juli 2016 wurde in Mitribah in Kuwait eine Temperatur von 54 °C gemessen, was der höchsten verifizierten Temperatur in der Osthemisphäre entspricht. In diversen Internetblogs verbreitete sich die Nachricht, dass dies die höchste je realistisch gemessene Lufttemperatur auf der Erde sein könnte. Doch ist dies wirklich ein neuer Hitzerekord?

Am 21. Juli 2016 wurde in Mitribah in Kuwait eine Temperatur von 54 °C gemessen, was der höchsten verifizierten Temperatur in der Osthemisphäre entspricht. In diversen Internetblogs verbreitete sich die Nachricht, dass dies die höchste je realistisch gemessene Lufttemperatur auf der Erde sein könnte. Doch ist dies wirklich ein neuer Hitzerekord?

Eins vorweg: Es wurden auf der Erde bereits häufiger höhere Temperaturen als 54 °C gemessen. Die Frage ist nur, wie realistisch diese Messungen sind. Denn um die Lufttemperatur genau zu messen und diese Messungen auch vergleichen zu können, bedarf es einiger Standardbedingungen.

Die Lufttemperatur ist als die "Temperatur der bodennahen Atmosphäre" definiert, die nicht von der Sonnenstrahlung und von der Bodenwärme beeinflusst wird. Man kann sich vorstellen, dass es einiges an Aufwand mit sich bringt, den Temperatursensor vor diesen Einflüssen zu schützen. Die Sonnenstrahlung muss entsprechend abgeschirmt werden, gleichzeitig muss der Sensor gut belüftet werden um einen Wärmestau zu verhindern. Darüber hinaus muss der Sensor entsprechend weit von Gebäuden und dem Boden entfernt sein, um den Einfluss von deren Wärmströmen auszuschließen. Daher gilt, dass die Lufttemperatur standardmäßig geschützt in 2 Meter über Grund gemessen wird.

Und so muss bei jedem vermuteten neuen Rekord überprüft werden, ob diese Standards eingehalten wurden. Ein höherer Wert wurde zum Beispiel am 13.September 1922 in El Azizia, im heutigen Libyen, mit 58 °C gemessen. Dieser Wert galt lange Zeit als offizielles weltweites Temperaturmaximum, wird aber seit kurzem von der Welt Meteorologischen Organisation (WMO) nicht mehr anerkannt, da es einige Probleme mit der Messung gab, die diese als unrealistisch erscheinen lässt. Unter anderem ließen sich die verwendeten Instrumente nicht mit der Genauigkeit der heutigen vergleichen, die Messung wurde von einem neuen, unerfahrenen Kollegen vorgenommen und die Messung fand über dunklem, steinigem Boden statt, was kein repräsentatives Mikroklima darstellte.

Seitdem gilt eine Messung vom 10. Juli 1913 im Death Valley mit 56,7 °C als globaler Temperaturrekord. Aber auch dieser Wert ist unter Meteorologen stark umstritten, da die damaligen Messstandards mit den heutigen nicht mehr vergleichbar sind. Trotzdem gilt dieser Wert als offizielles Maximum und die aktuell gemessenen 54,0 °C in Kuweit wären zusammen mit einer gleichhohen Messung im Death Valley (Kalifornien) am 30. Juni 2013, nicht die offiziell gemessenen höchsten Lufttemperaturen auf der Erde.

Der Einfluss des Wetters auf den Flugbetrieb

Datum 24.07.2016

Die Meteorologie wird wieder zunehmend bedeutend für den Flugbetrieb. Den Einfluss des Wetters auf den "rollenden" Teil des Fluges beschreiben wir im heutigen Thema des Tages.

Wie vor einer Woche angekündigt, beschäftigen wir uns nun mit einigen Details der Flugmeteorologie. Heute werden wir uns mit den verschiedenen meteorologischen Einflüssen in der Rollphase auf der Start- bzw. Landebahn befassen.

Die Meteorologie gewinnt beim Flugverkehr zunehmend an Bedeutung. Früher war die Infrastruktur für den größten Teil der kostenträchtigen Verspätungen verantwortlich. Inzwischen hält in Europa der Ausbau der Infrastruktur wegen der zunehmenden Widerstände gegen die Externalisierung der Kosten mit dem zunehmenden Flugverkehr nicht mehr mit. Daher verursacht das Wetter, welches in Bezug auf den Flugbetrieb als unkooperativ und chaotisch erachtet wird, mehr als die Hälfte die Verspätungskosten. Weltweit betrachtet geht es jedes Jahr um Milliardenbeträge.

Betrachten wir nun den Rollvorgang auf den Start- und Landebahnen. Da gelten die uns aus dem Straßenverkehr bekannten Probleme wie Schnee, Eis, Aquaplaning und die Sichtweite. Im Gegensatz zum Straßenverkehr lassen sich die Probleme nicht durch Anpassung der Geschwindigkeit beheben. Entweder fallen die Flüge ganz aus oder die Abstände zwischen den Flugzeugen müssen erhöht werden. Das wiederum führt bei bereits im Normalfall ausgelasteten Flughäfen zu einer Kapazitätsminderung um bis zu 50 %.

Wie kann die Flugmeteorologie da weiterhelfen? Auch das verläuft ähnlich wie im Straßenverkehr. Haben die Winterdienste gute Wettervorhersagen, sind sie auch in der Lage, vorbeugend zu arbeiten. Insbesondere bei Niederschlagswetterlagen um die null Grad sind weitere Verbesserungen in Bezug auf die vorherzusagende Niederschlagsart, also Regen, Eisregen oder Schnee und auch auf das zeitliche Eintreffen notwendig. Da die Winterdienste auf Flughäfen naturgemäß gut organisiert sind, führen kleine Verbesserungen der Vorhersage sofort zu messbarer Kostenreduzierung. Auch die Vorhersage der Sichtweite auf der Landebahn ist von großer Bedeutung und war früher, insbesondere in den Zeiten, als man nur auf Sicht flog, das überwiegend entscheidende Element für Start und Landung. Inzwischen ist zwar die Technik fortgeschritten, aber nicht jeder Flugplatz und jedes Flugzeug ist auf dem aktuellen Stand der Technik, die eine Landung auch quasi ohne Sicht zulässt.

Nächste Woche werden wir uns mit den meteorologischen Einflüssen auf die Flugphase selbst beschäftigen, schließlich ist die Atmosphäre für das Flugzeug das, was für den Fisch das Wasser ist; ohne sie funktioniert es nicht

Täglich Unwetterwarnungen, mir reicht's !

Datum 23.07.2016

Jeden Tag dieselbe Leier. Unwetterpotenzial in der Wettervorhersage. Wohin könnte man da auf die Schnelle ausweichen?

In der Tat, fast gebetsmühlenartig wiederholen wir das tägliche Unwetterpotenzial in unseren Vorhersagen. Und ein Blick in die Wettermeldungen zeigt uns, dass das Potenzial sich tatsächlich austobt. Auch gestern kam, da die Gewitter nur langsam ziehen, verteilt über Deutschland und den Tag wieder örtlich ein halbes Monatssoll und mehr in einer Stunde vom Himmel(Scharnhorst (bei Eschede in Niedersachsen) 53mm zwischen 14 und 15 Uhr, Grünstadt (Rheinhessen) 47mm zwischen 20 und 21 Uhr und Balingen auf der schwäbischen Alp 42mm zwischen 18 und 19 Uhr). In den nächsten Tagen wird sich die Wetterlage nicht grundsätzlich ändern.

Was also tun? Vielleicht Balkonien mit dem Mittelmeer vertauschen? Für das Mittelmeer gibt es anscheinend noch genügend Last-Minute Angebote. Bevor man sich auf eines von ihnen stürzt, sollte man aber die Wetterlage im Auge behalten. Denn schon das aktuelle Satellitenbild zeigt uns, dass die Bewölkung nicht nur über Deutschland liegt, sondern sich ein Wolkenband von Island über Norwegen, Deutschland und Italien hinweg und dann abgeschwächt über die Sahara bis ins westliche Algerien zieht. Verantwortlich für die Bewölkung sind etliche Tiefs. Die Bewölkung südlich der Alpen wird von einem Höhentief über dem Golf von Genua, das nun langsam weiter ostwärts zieht und sich die gesamte nächste Woche im östlichen Mittelmeer bemerkbar machen wird, ausgelöst. Auch im zentralen und westlichen Mittelmeerraum gibt es nächste Woche nicht nur eitel Sonnenschein, denn nach Abzug des Höhentiefs stellt sich nur vorübergehend "richtiges" Sommerwetter ein. Zur Wochenmitte nähert sich das nächste Höhentief von Westen her und trübt auch dort wieder zeitweise den strahlend blauen Himmel. Eine Woche Traumwetter wird es also zumindest an der europäischen Mittelmeerküste nicht geben. An der afrikanischen Küste sind die Chancen dafür deutlich höher. Wer es nur auf warme Temperaturen anlegt, ist allerdings überall richtig. Verbreitet werden es 30 Grad und mehr. Nachdem also das nähere Mittelmeer für eine Woche Traumwetter ausfällt, schauen wir uns mal im Rest Europas um. Aber auch da wird nirgendwo eine meteorologische Traumwoche vorhergesagt. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer aus unsere Unwettergemengelage raus möchte und sich eine Woche (Strand)Traumwetter erhofft, hat sie besten Chancen von Tunesien über Ägypten bis Israel.*

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Datum 21.07.2016

Ein jährliches Phänomen, aber immer wieder schön anzuschauen! Der Sternschnuppenregen der Perseiden. Wann, wo und warum fallen dieser Tage so viele Sternschnuppen jedoch vom Himmel?

Es wird mal wieder Zeit: Die Perseiden - der bekannteste Meteorstrom, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle besteht, kreuzt wieder die Erde auf ihrem Weg um die Sonne. Der Name des Meteorstroms "Perseiden" ist dabei auf das Sternbild "Perseus" zurückzuführen. Wie jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August (17.07. - 24.08.) können dann zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel beobachtet werden. Die höchsten Fallraten sind in diesem Jahr am 12. August gegen 14.40 Uhr MESZ zu erwarten. Der nächtliche Höhepunkt des Sternschnuppenregens in Mitteleuropa wird entsprechend in den frühen Morgenstunden des 12. August erreicht. Da das Sternbild Perseus am Abend aufgeht, können erste Sternschnuppen bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden. Richtig hoch steigt der Radiant aber erst in der zweiten Nachthälfte.

Sicherlich werden dann viele Menschen ob Single oder Pärchen nachts am Fenster und auf dem Balkon sitzen oder liegen einfach auf einer Sommerwiese, um den zahlreichen Sternschnuppen nachzujagen. Dabei werden dann zahlreiche Wünsche und Träume in die Ewigkeit geschickt mit der Hoffnung auf Erfüllung.

Doch was sind Sternschnuppen und warum werden sie hauptsächlich im August beobachtet?

Neben der Erde und anderen Planeten des Sonnensystems kreisen auch viele andere kleinere und größere Partikel wie Sand, Staub und (Kiesel-) Steine um die Sonne. Auf ihrer Bahnen dringen auch große Mengen solcher Partikel, sogenannte Meteorite, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie kurz als Meteore auf und verdampfen schließlich. Das auf mehrere Tausend Grad aufgeheizte Gas um einen verglühenden Partikel herum kann der Beobachter als Sternschnuppen betrachten.

Wer geduldig den möglichst dunklen Nachthimmel beobachtet, kann in jeder Nacht des Jahres Sternschnuppen sehen, vorausgesetzt der Himmel ist nicht mit Wolken bedeckt. Die meisten dieser sporadischen Meteore stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo sich zahlreiche und unterschiedlich mächtige Gesteinsbrocken tummeln. Der größte Anteil besteht aus Partikeln in Staubkorngröße, die beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen. Größere Stücke überstehen jedoch teilweise die heiße Reise durch die Erdatmosphäre und fallen dann als Meteoriten zum Boden.

In bestimmten Zeiträumen des Jahres kommt es zu einer verstärkten Sternschnuppenaktivität am Himmel. In solchen Nächten huschen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel, die anscheinend alle einen einzigen Ausgangspunkt haben. Dieses Phänomen ist immer der Fall, wenn die Erde die Bahn eines Meteoritenstroms kreuzt. In diesem Fall stoßen wiederholt Partikel mit der Erdatmosphäre zusammen. Die Sternschnuppen eines Stroms stammen in der Regel von einem Kometen. Diese Schweifsterne sind kilometergroße Brocken aus Staub und leicht flüchtigen Materialien wie gefrorenes Methan, Trockeneis und Wassereis. Diese Partikel verteilen sich im Laufe der Zeit entlang der Kometenbahn und bilden den Meteorstrom.

Die Perseiden in diesem Jahr versprechen besonders spannend zu werden. Alle 12 Jahre beeinflusst der Planet Jupiter mit seiner Schwerkraft die Bahnen der Meteoriten und verschiebt diese in Richtung auf die Erdbahn. Dies geschah z.B. in den Jahren 1992 und 2004. Weitere 12 Jahre später, also in diesem Jahr wird eine ähnlich hohe Aktivität erwartet. In der Nacht auf den 12. August können dabei stündliche Fallraten zwischen 120 und 130 Sternschnuppen pro Stunde auftreten.

 

Bei der Wahl des Erntezeitpunkts muss der Landwirt also möglichst eine Wetterphase abwarten, die einige trockene Tage bereithält. Dabei darf die Ernte weder zu früh noch zu spät stattfinden. Eine frühzeitige Ernte kann aufgrund der nicht vollendeten Entwicklung der Grünpflanze zu hohen Verlusten führen, eine verspätete zwar zu hohem Ertrag, aber deutlichen Qualitätseinbußen. Der Landwirt steht daher vor der Herausforderung, sowohl das Entwicklungsstadium der Grünpflanze als auch die Wetterentwicklung hinsichtlich zu erwartender Niederschläge im Auge zu behalten, um den besten Erntezeitpunkt abzupassen. Gut, wenn der Landwirt dabei auf verlässliche Wetterprognosen zurückgreifen kann.

Gerade die im Frühsommer stattfindende Ernte des jungen und proteinreichen Grases, das gerne zu Silage (Gärfutter) verarbeitet wird, stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Wiederholte, teils starke Niederschläge weichten nicht nur die Böden auf, wodurch der Einsatz von Erntemaschinen deutlich erschwert wurde, es öffneten sich darüber hinaus auch kaum Zeitfenster für die Bodentrocknung. Das aufgrund der feuchten Witterung üppig wachsende Grün geht vielerorts schon ins "Lager", es kippt also um und liegt wie eine Matte auf dem Feld. Die Folge sind Schimmelbildung und Fäulnis.

Die vergangene, kurze Trocken- und Hitzephase nutzten einige Landwirte indes zu einer reichlich verspäteten Heuernte. Wem sich diese Chance nicht bot, wird wohl weiter bangen Blickes die Wetterprognosen verfolgen. Zwischen Tiefdruckgebieten über dem Nordatlantik und hohem Luftdruck weiter südlich etabliert sich nämlich eine südwestliche bis westliche Strömung, mit der fortwährend atlantische Tiefausläufer nach Mitteleuropa gesteuert werden. Trockene Phasen über mehrere Tage hinweg scheinen bis auf weiteres ziemlich rar gesät. Man könnte auch sagen: Kaum Heuwetter in Sicht.

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