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03.12.2016

22:43

Temperatur -3,2 °C
Luftfeuchte 87 %
Taupunkt -5,0 °C
Luftdruck 1021,8 hPa
Windrichtung 143 °
SO
Windstärke 28,7 km/h
Windböen 35,4 km/h
Wind 10m Ø 24,1 km/h
Windchill -17,5 °C
Regen/Tag 0,1 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Samstag, 3. Dezember 2016 22:43
Temperatur
-3,2 °C
Luftdruck
1021,8 hPa
Wind
143 °
Luftfeuchtigkeit
87 %
Tendenz
+1,4 hPa/6hup down
Windstärke
28,7 km/h
Taupunkt
-5,0 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
35,4 km/h
Windchill
-17,5 °C
Regen / Tag
0,1 l/m²
Wind 10 Min Ø
24,1 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349
Wetterstation Aalbaemle auf wetter.com

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 3.12.16

Thermik:

entällt

Bodenwind:
Morgens aus E mit 3 bis 5 KT, in Schwaben und am Bodensee mit 7 bis 10 KT. Ab dem späten Vormittag Zunahme auf 5 bis 8 KT, westlich des Lechs verbreitet 10 KT. Nur im Bayerischen Wald, in der Oberpfalz und in Mainfranken weiterhin Wind aus E bis NE bis 5 KT. Bis zum Sonnenuntergang keine Änderung.

Höhenwind:
2000 FT AMSL 080/ 15 KT, M01 Grad C
3000 FT AMSL 100/ 25 KT, M02 Grad C
5000 FT AMSL 100/ 20 KT, M02 Grad C

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Wettervorhersage Aalen 3.12.16

Wettervorhersage für heute
Am Vormittag versteckt sich die Sonne nur gelegentlich hinter Wolken. Am Nachmittag gibt es Wolken, dazwischen scheint zeitweise die Sonne. Die Höchstwerte betragen 3 Grad, die Tiefsttemperaturen der kommenden Nacht -3 Grad. Der Wind weht schwach aus Ost.

Wetterbericht der nächsten Tage

Sonntag
Am Vormittag gibt es kaum Wolken, vielfach scheint die Sonne. Am Nachmittag überwiegen mal sonnige Abschnitte, mal dichte Wolken. Dabei werden im Tagesverlauf 3 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf -3 Grad ab. Der Wind bläst schwach aus Südost.

Montag
Sonnenschein regiert. Am Vormittag herrscht größtenteils ungetrübter Sonnenschein. Am Nachmittag gibt es kaum Wolken, vielfach scheint die Sonne, und die Temperaturen steigen am Tage auf 4 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf -2 Grad zurück. Der Wind weht leicht aus südlichen Richtungen.

Dienstag
Sonnig und relativ mild. In Aalen strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, und die Temperaturen klettern am Tage auf 5 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf -1 Grad zurück. Der Wind weht leicht aus westlichen Richtungen.



Wetterlage:
Eine umfangreiche Hochdruckzone erstreckt sich von Großbritannien über Deutschland bis in den Balkan. In der Höhe fließt aus Norden Kaltluft ein. Bodennah hat sich eine Ostströmung eingestellt. Unter einer Bodeninversion hält sich eine feuchte und kalte Grundschicht, die im Tagesverlauf in der Nordosthälfte abtrocknet.

Hochwasser
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

Deutschlandwetter im November 2016

Datum 02.12.2016

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland.

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im November 2016*

1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,5 °C Abweich. - 0,1 Grad

2. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 6,5 °C Abweich. - 0,2 Grad

3. Platz Trier-Zewen (Rheinland-Pfalz) 6,3 °C Abweich. +0,9 Grad

Besonders kalte Orte im November 2016*

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) - 0,1 °C Abweich. - 0,1 Grad

2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 0,6 °C Abweich. 0,2 Grad

3. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 0,7 °C Abweich. 0,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im November 2016**

1. Platz Baiersbronn-Ruhestein (Baden-Württemberg) 225,3 l/m² 125 Prozent

2. Platz Freudenstadt-Kniebis (Baden-Württemberg) 195,1 l/m² 107 Prozent

3. Platz Todtmoos (Baden-Württemberg) 185,6 l/m² 97 Prozent

Besonders trockene Orte im November 2016**

1. Platz Berchtesgaden (Bayern) 18,1 l/m² 20 Prozent

2. Platz Elbe-Parey-Güsen (Sachsen-Anhalt) 19,8 l/m² 49 Prozent

3. Platz Bösdorf (Sachsen-Anhalt) 20,1 l/m² 48 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im November 2016**

1. Platz Saldenburg-Entschenreuth (Bayern) 91 Stunden 149 Prozent

2. Platz Chieming (Bayern) 83 Stunden 108 Prozent

3. Platz Sankt Peter-Ording (Schleswig-Holstein) 81 Stunden 209 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im November 2016**

1. Platz Ulm-Mähringen (Baden-Württemberg) 39 Stunden 71 Prozent

2. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 40 Stunden 82 Prozent

3. Platz Bad Hersfeld (Hessen) 42 Stunden 85 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.*

Der Taupunkt - ein Multitalent in der Wettervorhersage

Datum 01.12.2016

Oft unterschätzt, aber vielseitig anwendbar: der Taupunkt. Erfahren Sie im Folgenden für welche Vorhersageparameter sich ein spezieller Blick auf das Feuchtemaß immer lohnt.

Wasserdampf spielt in der Meteorologie eine entscheidende Rolle. Der gasförmige Aggregatzustand des Wassers ist trotz seiner getarnten Erscheinungsform als unsichtbares und geruchsloses Gas ein omnipräsenter Bestandteil der Troposphäre. So lautet der Fachbegriff für die unterste Schicht der Erdatmosphäre, die in Abhängigkeit von der Temperatur eine Mächtigkeit von etwa acht Kilometern an den Polen und bis rund 17 Kilometern am Äquator erreicht. Dort spielen sich nahezu alle wetterrelevanten Vorgänge wie beispielsweise Wolkenbildung und Niederschlagsprozesse ab.

Im heutigen Thema des Tages soll es aber insbesondere um den Wasserdampfgehalt in bodennahen Luftschichten gehen. In der Wettervorhersage hat sich diesbezüglich der sogenannte Taupunkt am meisten bewährt. Er definiert die Temperatur, auf die ein ungesättigtes Luftquantum über einer ebenen, chemisch reinen Wasserfläche abgekühlt werden muss, um zur Sättigung zu gelangen. Im Sättigungszustand beträgt die relative Luftfeuchte 100 Prozent, folglich sind Taupunkt und Temperatur dann gleich. Im Falle einer Übersättigung ist die Luft nicht mehr in der Lage zusätzliche Feuchte aufzunehmen, womit sich der überschüssige Wasserdampf in Form von Dunst und Nebel bemerkbar machen würde. Da konform der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die Temperatur standardmäßig in zwei Metern Höhe gemessen wird, liefert die Feuchtemessung im gleichen Niveau den dazugehörigen Taupunkt. Die Differenz wird als sogenannter "Spread" (engl.: Spanne) bezeichnet. Unter Meteorologen hört man dann zum Beispiel auch gerne kurz und knapp: "Oh, Berlin hat schon zehn über minus zehn." Das bedeutet, dass in Berlin aktuell die Lufttemperatur in zwei Metern zehn Grad beträgt bei einem gleichzeitigen Taupunkt von minus zehn Grad (Spread = 20). Die relative Luftfeuchte würde in diesem Fall nur rund 23% betragen, die Luft ist also sehr trocken.

Der Taupunkt kommt nun in der täglichen Praxis bei verschiedensten Vorhersageparametern zum Einsatz.

1.) Nebel

Da - wie bereits im oberen Abschnitt erwähnt - Nebel eine Übersättigung der Luft darstellt, ist die Zuhilfenahme des Taupunkts für die Nebelvorhersage essentiell. Ist beispielsweise in den Nachtstunden mit Auflockerungen und schwachem Wind zu rechnen und war der Spread in den Abendstunden ohnehin schon gering, so ist die Nebelwahrscheinlichkeit erhöht. Oder streicht in einem anderen Fall eine feucht-warme Luftmasse mit hohen Taupunkten über kalte Gewässer, bei denen die Wassertemperatur unterhalb des Taupunkts liegt , wird die Luft in den oberflächennahen Schichten rasch abgekühlt, so dass Übersättigung und damit Nebelbildung einsetzt. Bei Süd- oder Südwestlagen ist dieses Naturschauspiel des Seenebels hierzulande oft im Frühjahr über der Nord- und Ostsee zu bestaunen.

2.) Minimumtemperatur

Bei Lagen ohne Luftmassenwechsel liefert der Taupunkt in den Abendstunden allgemeinhin einen guten Richtwert für die zu erwartende Tiefsttemperatur. Bewegt er sich sehr nahe an der gemessenen Temperatur (Spread nahe null), ist kaum mit einer signifikanten Abkühlung in den Nachtstunden zu rechnen. Ist die Differenz im umgekehrten Fall sehr groß, setzt meist schon mit dem Sonnenuntergang eine rasche Temperaturabnahme ein.

3.) Schneefall

Auch Aussagen bezüglich Fragestellungen wie: "Fällt Schnee und wenn ja, bleibt er auch liegen?" können mit Hilfe des Taupunkts abgeschätzt werden. Beträgt der Mittelwert von Temperatur und Taupunkt (entspricht näherungsweise der sogenannten "Feuchttemperatur") kleiner zwei Grad, so ist das Auftreten von Schneefall in der Regel wahrscheinlich, bei null Grad oder weniger bleibt der Schnee bei geeigneten Bodentemperaturen auch liegen. Sehr eindrucksvoll konnte diese Faustformel auch beim Nassschneefall am gestrigen Mittwoch in der Lausitz und dem Erzgebirgsvorland beobachtet werden. Aufgrund der kalten Vorgeschichte der vergangenen Tage war die Luft dort bei einsetzendem Niederschlag noch sehr trocken (tiefe Taupunkte), wodurch anfangs Schnee fiel. Auf den gefrorenen Böden blieb dieser zunächst auch liegen, ehe die Feuchttemperatur (respektive der Taupunkt) in den Abendstunden auf über null Grad anstieg. Dadurch gingen die Niederschläge in Regen über und der gefallene Schnee schmolz wieder weg.

4.) Wolkenuntergrenze

Gerade in der Flugmeteorologie ist die Kenntnis der Faustformel nach Henning elementar. Sie besagt, dass der Spread multipliziert mit 125 näherungsweise die Untergrenze von Quellwolken in Metern ergibt. Wie Sie sehen, kann der oft unscheinbare Taupunkt bei der eigenen Vorhersage und Durchsicht der Wetterkarten auf vielfältigste Art und Weise nützliche Dienste leisten. Vielleicht in Zukunft ja vermehrt auch bei Ihnen?

Hoch "UWE" bringt frostige Temperaturen

Datum 28.11.2016

Frostige Frühwerte nahezu deutschlandweit: Welche Temperaturen sind aufgetreten, was sind die Gründe und wie geht es in den kommenden Tagen weiter?

Beim Gang vor die Haustür am heutigen Montagmorgen wird sich der eine oder andere gewundert haben, dass es doch recht frisch geworden ist. Nach der verhältnismäßig milden Witterung der letzten Tage ist das ja auch kein Wunder, schließlich ist der Mensch ein "Gewohnheitstier".

Jedenfalls können sich die heutigen Tiefstwerte für Ende November durchaus sehen lassen. So sank das Quecksilber in "Kältelöchern" wie Quickborn bei Hamburg (-5,8 Grad), Faßberg in der Lüneburger Heide (-6,5 Grad), Eslohe im Sauerland (-7,1 Grad), Arnstein-Müdesheim im Landkreis Main-Spessart (-7,3 Grad) und Schwäbisch Gmünd-Weiler auf der Ostalb (-5,9 Grad) in den mäßigen Frostbereich. Lediglich die im teils frischen Nordwind auflandigen Küstenabschnitte sowie Gebiete entlang des Oberrheins blieben frostfrei. Unterm Strich handelt es sich also um Temperaturen, wie sie deutschlandweit seit dem 14.11. - also vor ziemlich genau 2 Wochen - nicht mehr registriert wurden.

Bei der Ursachenforschung stößt man mit Blick auf die Bodenwetterkarte relativ schnell auf das kräftige Hoch "UWE" mit Zentrum über der Nordsee. Mit einer nördlichen Bodenströmung konnte dabei das vorhandene Kaltluftreservoir über Skandinavien angezapft werden. Dabei handelt es sich um eine frühwinterliche, trockene Luftmasse, die allerdings von der "Qualität" einer sibirischen Kaltluft aus dem Hochwinter noch ein gutes Stück entfernt ist. Nichtsdestotrotz sorgen auch in der kommenden Nacht ideale Ausstrahlungsbedingungen (wolkenlos, windschwach) für verbreiteten, meist sogar mäßigen Frost zwischen -5 und -10 Grad. Selbst auf den Inseln kann es eingangs der kommenden Nacht zu Dienstag leichten Frost geben, bevor der Westwind etwas auffrischt und die vergleichsweise milde Nord- und Ostsee mit Wassertemperaturen von 6 bis 10 Grad wieder "wärmen".

Im Laufe des morgigen Dienstags verlagert "UWE" seinen Schwerpunkt zunehmend in die Mitte Deutschlands. Während damit im Norden der Weg für mildere Nordseeluft frei gemacht wird, kann das "Kaltluftpolster" über der Mitte und dem Süden des Landes bei windschwachen Verhältnissen konserviert werden. Positive Höchstwerte bis maximal 5 Grad beschränken sich dabei trotz Sonnenscheins auf nur noch wenige Stunden am Tag, da im Laufe des Nachmittags die Temperatur doch relativ rasch wieder in den Frostbereich zurück geht. So muss insbesondere im Mittelgebirgsraum und in den Gebieten weiter südlich in der Nacht zum Mittwoch erneut verbreitet mit mäßigem Frost gerechnet werden. In exponierten Tal- und Muldenlagen kann örtlich auch die -10 Grad Marke (strenger Frost) unterschritten werden.

Für die zweite Wochenhälfte kündigen kräftige Tiefs über dem Baltikum eine Rückkehr zu windigem, teils stürmischem und nasskaltem Wetter an. Der Einfluss des Hochs "UWE" beschränkt sich dann nur noch auf Südwestdeutschland mit meist freundlichem und trockenem Wetter. Das Temperaturniveau steigt aber auch dort gegenüber den Vortagen wieder etwas an. Winterfans werden sich also weiter gedulden und sich vorerst mit den kalten Nächten begnügen müssen.

Zukunftsmusik

Datum 27.11.2016

Vorhersagen für mehr als 10 Tage im Voraus sind ein schwieriges Geschäft, trotzdem gibt es immer wieder Versuche, diese "1o-Tages-Grenze" zu knacken.

Genau in vier Wochen ist Weihnachten und schon seit Oktober befragt man uns nach dem Wetter an den Feiertagen. Wie erklären immer wieder, dass es sich beim Wetter um ein chaotisches System handelt, bei dem vernünftige Vorhersagen nur bis zu maximal 10 Tagen möglich sind. Die Grenze der Vorhersagbarkeit lag vor einigen Jahren noch deutlich niedriger. Die heutige fünf- bis sechstägige Vorhersage so gut ist wie die eintägige vor rund 45 Jahren. An Langfristvorhersagen wird schon seit Jahrzehnten gearbeitet. Dabei werden mit verschiedenen wissenschaftlichen Ansätzen, beispielsweise mit Betrachtung von analogen Wetterlagen im bisherigen Witterungsverlauf, im Regelfall nur Trends wie: Im Januar zu kalt, zu warm oder zu nass bzw. zu trocken vorhergesagt. Auch wenn dies alles andere als taggenau ist, der Winterbekleidungs- bzw. Sportindustrie wäre bei korrekter Prognose schon sehr geholfen. Im Netz finden wir derzeit für jede Jahreszeit eine Wetterprognose, die sich aus Konjunktiven und Klimaregelfällen speist. Macht man aus den Konjunktiven ein Indikativ, schreibt also statt "könnte" "wird", kann man die Vorhersage prüfen. Nach den vorliegenden Ergebnissen sind diese Vorhersagen sehr wertvoll. Im Regelfall muss man einfach das Gegenteil behaupten, um zu einer richtigen Prognose zu kommen. Wissenschaftliche Experimente mit längerfristigen tagesgenauen Vorhersagen gibt es in Anbetracht der inzwischen erreichten Rechnergeschwindigkeiten auch. Die Kollegen aus Amerika stellen diese Sechswochenprognose jedermann zur Verfügung und auch Sie können diese im Netz z.B. unter http://www.meteociel.fr/modeles/cfse_cartes.php abrufen. Da dieser Sechswochenzeitraum auch Weihnachten erfasst, können wir hier auch eine Weihnachtsprognose abgeben. Das Resultat kann natürlich nicht als echte Weihnachtsprognose betrachtet werden, sondern man sollte da eher an eine wissenschaftliche "Spielerei" denken. Sie können ja ab und an mal reinschauen, wie sich die Prognosen im Laufe der Zeit ändern. Nun also die Prognose für das Weihnachtswetter 2016 nach dem amerikanischen tagesgenauen Wetter/Klimamodell: Wetterlage: Ein Sturmtief zieht über die südliche Ostsee hinweg nach Osteuropa und zwischen ihm und einem sich kräftigenden Hoch über Großbritannien wird zunehmend Kaltluft polaren Ursprungs nach Deutschland geführt. Vorhersage, ausgegeben am 26.11.2016 19 Uhr MEZ: Am ersten Weihnachtstag im Süden nach örtlichem Nebel zunächst noch aufgelockert bewölkt. Im Tagesverlauf auch hier, wie schon in den anderen Gebieten, bedeckt und aufkommende Niederschläge, anfangs nur auf den Bergen, später teils bis in die Niederungen als Schnee. Im Norden und der Mitte Frühtemperaturen zwischen 6 und 10 Grad, im Tagesverlauf auf 0 bis 4 Grad zurückgehend. Im Süden Höchstwerte um 2 Grad. Mäßiger bis frischer, im Norden zeitweise steifer Wind, zunächst aus Südwest, später Nordwest. Vor allem im Norden und auf den Bergen schwere Sturm- vereinzelt auch orkanartige Böen. In der Nacht im Norden nachlassender Niederschlag, teils Regen, teils Schnee und nachfolgend Auflockerungen. In den anderen Gebieten bis in die Niederungen Schnee. Tiefstwerte um Norden um null, sonst 0 bis - 5 Grad. Allmählich nachlassender Wind.

Am zweiten Weihnachtstag gebietsweise wiederholt Schnee, im Norden und der Mitte tagsüber bei aufgelockerter Bewölkung vorübergehend niederschlagsfrei. Höchstwerte zwischen 4 Grad an der Küste und -1 Grad im Süden. Abflauender und auf nördliche Richtungen drehender Wind. In der Nacht zu Dienstag verbreitet Schneefall. Tiefstwerte an der Küste bei null, sonst leichter bis mäßiger, an den Alpen strenger Frost.

Wir sehen also, das experimentelle Vorhersagemodell der amerikanischen Kollegen beschert uns im Gegensatz zum üblichen Weihnachtstauwetter einen Wintereinbruch. Vom DWD gibt es eine Weihnachtswettervorhersage logischerweise erst am letzten Adventswochenende, alles andere ist Zukunftsmusik.

Glühweintaugliche Temperaturen

Datum 25.11.2016

Das milde und meist trübe Wetter der vergangenen Tage wird nun von niedrigen einstellige Temperaturen und Nachtfrösten abgelöst. Zwar fällt vorerst kein Schnee, glühweintauglich werden die Temperaturen aber trotzdem.

Nach den zuletzt überwiegend milden Tagen mit häufig zweistelligen Temperaturen und zum Teil frühlingshaften Höchstwerten von örtlich bis zu 22 Grad (gemessen bei Föhn im bayerischen Rosenheim am Montag, 21. November 2016), zeigt die Temperaturkurve in den nächsten Tagen nun deutlich in die andere Richtung. Niedrige einstellige Werte und in den Nächten verbreitet leichter bis mäßiger Frost erwarten uns zum Anfang kommender Woche. Wer auf Schnee hofft, wird allerdings enttäuscht werden. Mit Niederschlägen ist zunächst kaum zu rechnen, stattdessen spielt sich wohl vor allem der Sonnenschein in den Vordergrund.

In den nördlichen Landesteilen ist die kältere Luft sogar schon teilweise angekommen. So gab es in der Nacht zum heutigen Freitag dort bereits gebietsweise leichten Frost, tagsüber steigt die Temperatur (außer an den Küsten) bis zum Sonntag kaum noch über 6 oder 7 Grad.

Ab Sonntag breitet sich die kalte Luft dann allmählich auch auf die übrigen Landesteile aus (siehe dazu die Grafik mit den Aussichten für Montag bis Mittwoch unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/11/25.html). Grund für den Temperaturrückgang ist eine Kaltfront, die Deutschland von Norden her überquert. Dahinter stellt sich die Strömung auf Nord um, sodass kalte Polarluft aus nördlichen Breiten den Weg zu uns findet. Nach Abzug der Kaltfront übernimmt allerdings erneut ein Hochdruckgebiet die Wetterregie, sodass Niederschläge eben weitgehend ausbleiben dürften.

Die Polarluft ist darüber hinaus ziemlich trocken. Verglichen mit der aktuellen Wetterlage nimmt daher die Tendenz für Nebel und Hochnebel trotz ruhigen Hochdruckwetters ab und die Sonne kann sich vermehrt durchsetzen. Nach den vielen trüben Tagen in diesem November ist das sicherlich für viele eine Wohltat. Wer sich dann im Freien aufhält, sollte aber - ganz im Gegensatz zu den vergangenen Tagen - wieder Mütze, Schal und Handschuhe parat haben.

Die niedrigen Tageshöchsttemperaturen und vor allem der Frost in den Nächten geben dem Wetter dann zumindest auch einen kleinen winterlichen Anstrich. So dürfte Scheibenkratzen wieder zum morgendlichen Pflichtprogramm gehören, sodass dies bei der Fahrt zur Arbeit als zeitlicher Faktor mit einkalkuliert werden sollte. Während der Autofahrt lässt sich als Ausgleich noch mehr Reif entdecken, der die Landschaft in ein zartes Weiß hüllt und so zumindest ein bisschen Winterwetter vorgaukelt. Beim Fahren ist jedoch Vorsicht geboten, kann der Reif doch Glätte verursachen.

Spätestens in der zweiten Wochenhälfte, pünktlich zum meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember am kommenden Donnerstag, kündigen sich auch wieder Niederschläge an. Abermals werden die Hoffnungen der meisten Schneefans jedoch enttäuscht. Mit den Niederschlägen steigen die Temperaturen leicht an, weil die Luft dann nicht mehr aus nördlichen, sondern eher aus nordwestlichen Richtungen zu uns strömt. Anstatt Polarluft kommt somit nicht mehr ganz so kalte Meeresluft zu uns. In tiefen Lagen fällt dadurch Regen. In höheren Lagen reicht es von den Temperaturen her aber noch aus, sodass die derzeit grünen Berge dann wieder vermehrt in Weiß erscheinen sollten.

Ob es nach dieser leichten Erwärmung bald sogar für einen "Flachlandwinter" reicht, ist derzeit noch nicht abzusehen. So muss auch die jetzt schon häufig gestellte Frage nach "Weißen Weihnachten" weiter auf die lange Bank geschoben werden. Immerhin kann man in der am kommenden Sonntag beginnenden Adventszeit einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, bei dem auch die Temperaturen dafür tauglich erscheinen.

Dipl.-Met. Simon Trippler

Fahrenheit, Reaumur und Celsius

Datum 23.11.2016

Tagtäglich fällt in den Wetterberichten im Zusammenhang mit den zu erwartenden Temperaturen der Begriff "Grad", genauer gesagt "Grad Celsius". Dies war allerdings nicht immer so, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Eine wichtige Information, die in jedem Wetterbericht nicht fehlen sollte, ist die Angabe der zu erwartenden Höchst- und Tiefsttemperatur. Die Angabe der Temperatur erfolgt üblicherweise in "Grad". Um jegliche Verwechslung mit anderen Größen, die ebenso in "Grad" angegeben werden, auszuschließen, müsste der Zusatz "Celsius" angefügt werden. Darauf wird allerdings häufig verzichtet, da die Temperatur im Alltagsgebrauch üblicherweise in "Grad Celsius" angegeben wird. Dies war in der Vergangenheit aber nicht immer so. Seit wann gibt es diese Einheit und wer hat sie erfunden?

Der Erfinder und Namensgeber ist der Schwede Anders Celsius, der 1701 in Uppsala (Schweden) geboren wurde. Nach seinem Studium an der Universität in Uppsala wurde er 1730 Professor für Astronomie. Neben astronomischen Forschungen widmete er sich auch der Meteorologie. Etwa ab 1740 beschäftigte er sich intensiv mit der Temperaturmesstechnik, bevor er im Jahre 1744 bereits im Alter von 42 Jahren verstarb.

Kurz vor seinem Tod anno 1742 schlug er die "hundertteilige Temperaturskala" vor. Als Fixpunkte nutzte er die Temperaturen von Gefrier- und Siedepunkt des Wassers bei einem mittleren Luftdruck von 1013,25 Hektopascal. Den Bereich zwischen diesen beiden Fixpunkten unterteilte er mittels eines Quecksilberthermometers in 100 gleich lange Abschnitte, die er als Grad bezeichnete. Anders als bei der heutigen Celsius-Skala, teilte er dem Siedepunkt von Wasser den Wert null und dem Gefrierpunkt den Wert 100 zu. Die uns geläufige Einteilung mit dem Gefrierpunkt bei null Grad und dem Siedepunkt von 100 Grad, führte Carl von Linne (ebenfalls ein Naturwissenschaftler und Professor an der Universität in Uppsala) kurz nach Celsius Tod ein.

Erst 1948 wurde die Temperatureinheit zu Ehren Anders Celsius durch die 9. internationale Generalkonferenz für Maß und Gewicht offiziell in "Grad Celsius" umbenannt. Amtlich eingeführt wurde die Celsius-Temperaturskala allerdings schon im Jahr 1901. Zuvor verwendete man in Westeuropa die Reaumur-Skala.

Diese Skala wurde 1730 vom gleichnamigen Erfinder Rene-Antoine Ferchault de Reaumur (1683 - 1757) eingeführt. Als Bezugspunkt nahm er ebenfalls den Gefrier- und Siedepunkt von Wasser an. Er unterteilte jedoch seine Skala in 80 gleich große Teile. Sein Thermometer war allerdings nicht sehr genau, da er seine Messergebnisse auf Basis der Ausdehnung von Ethanol ermittelte. Anders als bei Quecksilber ist die Ausdehnung von Ethanol nicht linear, sodass die Temperaturdifferenz von einem Grad Reaumur je nach Außentemperatur unterschiedlich groß ist. Nach Einführung der Celsius-Skala verlor die Reaumur-Skala schnell an Bedeutung.

Eine weitere Temperaturunterteilung, die aktuell unter anderem in den USA verwendet wird, ist die Fahrenheit-Skala. Entwickelt wurde die Skala von Daniel Gabriel Fahrenheit (1686 - 1736) anno 1714. Er benutzte zur Kalibrierung erstmals drei Fixpunkte. Als Nullpunkt nahm er die tiefste Temperatur an, die er mittels einer Mischung aus Eis, Wasser und Salmiak herstellen konnte. Dies war eine Temperatur von -17,8 Grad Celsius. Somit versuchte er, negative Werte auf seiner Skala zu vermeiden. Den Gefrierpunkt von reinem Wasser zog er als zweiten Fixpunkt heran. Als dritter Bezugswert diente ihm die Körpertemperatur eines gesunden Menschen. Die drei Fixpunkte beschrieb er auf seiner Skala mit null, 32 und 96 Grad Fahrenheit. Da aber der untere und obere Bezugspunkt nicht stets genau reproduzierbar war, wurde eine neue Definition der Fixpunkte angestrebt. Dafür stützte man sich auf die Definition der Celsius-Skala, wodurch der Gefrierpunkt auf 32 Grad Fahrenheit und der Siedepunkt des Wassers auf 212 Grad Fahrenheit festgelegt wurde.

Beim Blick auf die heutigen Höchstwerte, werden an den Alpen mit Föhnunterstützung lokal Maxima von 18 Grad Celsius (°C) erreicht. Dies entspricht auf Basis der anderen Skalen 64,4 Grad Fahrenheit (°F) und 14,4 Grad Reaumur (°Re). In den restlichen Regionen steigt die Temperatur auf Werte zwischen 6°C (42,8°F/ 4,8°Re) bei Nebel und 15°C (59°F/ 12°Re) bei längerem Sonnenschein. In der Nacht sinkt die Temperatur auf 8°C (46,4°F/ 6,4°Re) im Westen und bis auf 2°C (35,6°F/ 1,6°Re) bei größeren Wolkenlücken, in ungünstigen Lagen bis 0°C (32°F/ 0°Re).

"Trog Westeuropa"

Datum 21.11.2016

Derzeit bestimmt ein Trog über Westeuropa unser Wetter. Dabei gelangt mit südlicher Strömung Luft subtropischen Ursprungs nach Mitteleuropa, die für "frühlingshafte" Temperaturen in Deutschland und in den Alpen für Süd-Föhn sorgt.

Der Jahresverlauf der Witterung an einem Ort oder in einem Gebiet besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den sog. Großwetterlagen. Diese ergeben sich durch bestimmte großräumige Luftdruck bzw. Geopotentialverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster. Welche Großwetterlage sich einstellt, wird letztendlich durch die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre bestimmt und manifestiert sich im raum-zeitlichen Verhalten der atmosphärischen Höhenströmung in der mittleren Troposphäre. Diese fließt auf der Nordhalbkugel stets so, dass, in Stromrichtung betrachtet, auf der rechten Seite hoher Luftdruck bzw. hohes Geopotential und auf der linken Seite tiefer Luftdruck bzw. niedriges Geopotential herrschen. Das Wetter selbst wird außerdem noch durch die Eigenschaften der in das jeweilige Zirkulationsregime einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Die seit ein paar Tagen vorherrschende Wetterlage nennt sich "Trog Westeuropa" (wiss. Abk. TrW). Sie gehört zu den meridionalen Zirkulationsformen, d.h. sie ist durch eine stark mäandrierende Höhenströmung gekennzeichnet. Die verläuft derzeit über dem Ostatlantik in Nord-Süd-Richtung, kehrt südwestlich der Iberischen Halbinsel um und wendet sich schließlich über Mitteleuropa nordostwärts. Somit befindet sich über Westeuropa ein ausgedehntes Gebiet niedrigen Luftdruckes bzw. Geopotentials, welches im Meteorologenjargon gern als "langwelliger Trog" bezeichnet wird. An der Vorderseite dieses Tiefdrucksystems gelangt Meeresluft subtropischen Ursprungs nach Mitteleuropa. Dabei sorgen ein markanter Luftdruckgradient - oder einfacher formuliert markante Luftdruckgegensätze in West-Ost-Richtung - für eine lebhafte Strömung aus südlichen Richtungen. Der Wind weht daher vor allem in der Westhälfte Deutschlands mäßig bis frisch mit starken Böen aus Richtungen um Süd. Im Bergland gibt es am heutigen Montag sowie am Dienstag zum Teil stürmische Böen oder gar Sturmböen. In den Alpen hält der Föhnsturm mit Orkanböen auf den Gipfeln und Sturmböen in einzelnen Föhntälern an. Die Temperatur erreicht verbreitet "frühlingshafte" 9 bis 15 °C, in einigen Alpentälern werden dank des Föhn-Effektes sogar Maxima um 17 °C erreicht.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/11/21.html finden Sie oben eine vom heutigen 00:00-UTC-Lauf des amerikanischen Vorhersagemodells GFS berechnete Prognose der geopotentiellen Höhe der die untere Troposphäre repräsentierenden 850-hPa-Hauptdruckfläche sowie die dort herrschende Temperatur, für Montag, den 21.11.2016, 06:00 Uhr UTC. Anhand der Farbkonturen erkennt man die Advektion warmer Luft aus südlichen Richtungen an der Vorderseite der Zyklone mit Kern südwestlich der Britischen Inseln. Nördlich der Alpen sowie der Pyrenäen macht sich deutlich der Föhn-Effekt bemerkbar, einerseits in der zyklonalen Ausformung der 850-hPa-Isopotentialen, andererseits in der adiabatischen Erwärmung der Luft durch Absinkbewegungen im Lee der Gebirge (man beachte die dunkelorange gefärbten Gebiete innerhalb der 10-°C-Isothermen). Unten finden Sie ein sog. thermodynamisches Diagramm ("Temp") der Flugwetterwarte München für Montag, den 21.11.2016, 06:00 Uhr UTC, welches die vertikale Änderung der Lufttemperatur darstellt. Normalerweise nimmt die Temperatur mit der Höhe ab. Hier jedoch bewirkt, neben der nächtlichen Abkühlung bei z.T. klarem Himmel, die Advektion relativ warmer Luft über einer im Winterhalbjahr stets kalten Grundschicht eine "Inversion", also eine Umkehr des vertikalen Temperaturverlaufs. Beginnend mit -1,2 °C am Boden steigt die Temperatur bis etwa 330 m über Grund auf 16,1 °C um dann rasch mit der Höhe abzunehmen.

NANNETTE fegt über Teile Deutschlands hinweg

Datum 20.11.2016

NANNETTE - ein französischer Vorname mit der Bedeutung "Gnade". Ob das derzeitige Orkantief mit demselben Namen wirklich gnädig ist, sei dahingestellt. In jedem Fall hat es NANNETTE als Herbststurm ganz schön in sich. Wieso treten solch heftige Stürme eigentlich eher in der kalten Jahreszeit und seltener im Sommer auf?

Im Herbst beginnt sich die Luft in polaren Breiten durch die nachlassende Sonneneinstrahlung abzukühlen, während das Mittelmeer noch eine Temperatur von knapp 20 °C hat. Dieser große Temperaturunterschied zwischen den kalten polaren und den gemäßigt warmen subtropischen Luftmassen verursacht Druckdifferenzen: Die warme Luft steigt auf, sodass am Boden der Luftdruck sinkt und in den höheren Luftschichten steigt. In den Polarregionen verhält es sich andersherum, dort sinkt die kalte, schwere Luft ab und erzeugt am Boden ein Hochdruckgebiet und in der Höhe ein Tiefdruckgebiet.

Da die Natur stets versucht, Unterschiede auszugleichen und ein Gleichgewicht herzustellen, findet eine Ausgleichsbewegung statt: Wind weht vom hohen zum tiefen Luftdruck, und zwar umso stärker, je größer die Druckunterschiede zwischen den Luftmassen sind.

Die beschriebenen Temperatur- und Druckunterschiede sind im Sommer nicht so groß wie im Herbst, Winter oder Frühjahr, sodass Sommerstürme im Allgemeinen nicht so heftig ausfallen wie Stürme in den anderen Jahreszeiten.

NANNETTE zog in den vergangenen Tagen über den Atlantik (siehe auch gestriges Thema des Tages vom 19.11.2016) und erreichte ihren "Höhepunkt" mit einem Kerndruck von 965 hPa heute Nacht über dem Ärmelkanal, seitdem schwächt sie sich langsam ab. Deshalb trifft NANNETTE auch nicht mehr mit voller Wucht auf Deutschland, ihr Sturmfeld streift aber noch weite Teile des Landes. Während an den Küsten von Südengland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden verbreitet schwere Sturmböen auftraten (in der Bretagne und der Normandie sogar Orkanböen um 140 km/h, in Boulogne wurde um 9 Uhr eine Spitzenböe von 155 km/h gemessen), muss bei uns in tiefen Lagen der westlichen Landesteilen "nur" mit Sturmböen bis 85 km/h gerechnet werden. Bis zum heutigen Sonntagabend verlagert sich der Schwerpunkt des Sturms über die südwestliche Nordsee zum Skagerrak. Auf den Nordseeinseln sind dann orkanartige Böen um 110 km/h möglich. Besitzer von Strandkörben und Weihnachtsmarktbuden sollten diese also gut sichern, denn die erwarteten Windgeschwindigkeiten sind etwas mehr als die dort übliche "steife Brise" oder das gewohnte "büschen Wind".

Zum Montag zieht das Tief über Skandinavien nordostwärts ab und der Wind lässt allgemein nach. Bleibt bis dahin zu hoffen, dass NANNETTE uns wirklich gnädig gesinnt ist und keine allzu großen Schäden anrichtet.

Der Nordamerikanische Monsun

Datum 18.11.2016

In den trockenen Gebieten im Südwesten der USA sowie in weiten Bereichen Mexikos sorgt der Nordamerikanische Monsun alljährlich für die dort sehnlichst erwarteten Niederschläge, teils aber auch für Überschwemmungen. Was versteht man unter diesem Monsun und wie verlief er in diesem Jahr?

Der Südwesten der USA weist ein trockenes (arides) Klima auf, wo also mit Blick auf ein vieljähriges Klimamittel weniger Niederschlag fällt, als verdunstet. Teils sind dort ausgedehnte Wüstenflächen zu finden, wie zum Beispiel die Mojave-Wüste - allseits bekannt für ihr "Death Valley", einem der heißesten und trockensten Orte der Welt. Doch zeitweise erreichen uns über die Weltpresse Nachrichten und Bilder von Überschwemmungen in diesen Regionen, die zur Sommer- und Spätsommerzeit auftreten. Diese Niederschläge sind auf ein Phänomen zurückzuführen, was unter dem Namen "Nordamerikanischer Monsun" bekannt ist, jedoch auch weitere Namen aufweist wie: "Arizona Monsun" oder "Südwestmonsun".

Der bekannteste Monsun ist sicherlich der Indische Monsun, doch es gibt noch weitere, wie zum Beispiel den Nordaustralischen Monsun. Das Wort "Monsun" kommt aus dem Arabischen und kann im Deutschen als "Jahreszeit" übersetzt werden. Dieser sorgt somit zum Beispiel in tropischen Klimabereichen, die eher für eintöniges Wetter ohne Jahreszeiten bekannt sind, für trockenere und regenreichere Zeiten. Sehr stark vereinfacht beschrieben entstehen die Monsunwinde durch Temperaturunterschiede zwischen dem Land und dem Meer. Ersteres heizt sich rascher auf als die umgebenden Wasserflächen. Durch die starke Erwärmung über Land bildet sich dort ein flaches "Hitzetief", das unter anderem die mit viel Feuchtigkeit geladene Luftmasse vom Meer in Richtung Land lenkt. Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren, doch wollen wir den Blick nun auf den Nordamerikanischen Monsun im Südwesten der USA lenken, der dort zwischen Juli und September auftritt.

Zunächst einmal herrscht bis in den Frühsommer meist noch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Westwindströmung vor, wobei von West nach Ost Tiefausläufer das Gebiet überqueren. Diese erreichen jedoch dank der zahlreichen Gebirge nur noch in stark abgeschwächter Form und somit kaum wetteraktiv den Südwesten der USA. Im Verlauf des Juli verschiebt sich in der mittleren und oberen Troposphäre ein kräftiges Subtropenhoch von Mexiko nordwärts über den Südwesten der USA und unterstützt zunächst einmal die notwendige Einstrahlung und die daraus resultierende Aufheizung der Landmasse. Je wärmer die Luft, desto leichter ist sie, sie steigt auf und der Luftdruck sinkt bodennah. Es entwickelt sich ein flaches Hitzetief am Boden. Gleichzeitig sorgt der Drehsinn des Hochdruckgebietes in der Höhe, der auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn verläuft, für einen Wechsel der hochreichenden Luftströmung von "West" auf "Südost". Die Folgen sind im Bild in Form von grünen Pfeilen zu erkennen. Anstatt kühler und durch die Überquerung zahlreicher Gebirge bereits stark abgetrockneter Luftmassen vom Nordostpazifik, gelangt nun auf direktem Wege sehr feuchte Luft vom Golf von Mexiko oder vom Golf von Kalifornien in den Südwesten der USA. Die feuchte Luft sorgt in Verbindung mit der kräftigen Sonneneinstrahlung und der komplexen und teils sehr hochreichenden Orografie für tageszeitenabhängige kräftige Schauer und Gewitter, die in kurzer Zeit sehr viel Regen bringen können. So viel Nass in einer trockenen (ariden) Wüstenregion sorgt entsprechend für Probleme in Form von Überschwemmungen und Erosion. Wer in den dortigen Nationalparks unterwegs ist, wird immer wieder auf eine plötzliche Überschwemmungsgefahr hingewiesen, sollte solch ein Schauer oder Gewitter vor Ort oder in der Nähe auftreten. Typisch für diesen Monsun ist, dass sich der Niederschlag in "Wellen" ereignet, es also eine Woche relativ trocken sein kann, während kurz darauf wiederholt heftige Schauer und Gewitter über die Lande ziehen, wobei sie sich meistens über den Bergen bilden und dann in die Täler wandern. Dieser Niederschlag macht einen Großteil des Jahresniederschlages aus und ist daher u.a. für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, aber auch Themen wie "Brandgefahr" oder die Gesundheit des Menschen (z.B. Auftreten des sog. "Hantavirus") spielen eine große Rolle.

In diesem Jahr verlief der Monsun im Vergleich zu den vergangenen Jahren relativ normal, wobei vor allem über Nordmexiko etwas mehr Niederschlag fiel, während es z.B. in Arizona (USA) insgesamt eher zu trocken blieb. Dass auch immer wieder Reste von Tropenstürmen für Feuchtenachschub sorgen können, zeigte Anfang September Hurrikan NEWTON, der in der Abbildung südlich des Golf von Kaliforniens zu sehen ist und in der Folge weiter nach Arizona zog. Von daher fiel in Arizona der Gesamtniederschlag der Monsunsaison sehr variabel aus. Orte mit überdurchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Regenmengen lagen entsprechend der Gewitterverteilung eng beisammen. Wie so oft war auch der Sand in Form von Sandstürmen (engl. "haboob") ein Thema. Der "haboob" wird oft von sterbenden Gewitterzellen ausgelöst, die den Sand durch herabfallende, starke und kalte Abwinde aufwirbeln.

Im Verlauf des Septembers verlagerte sich das Subtropenhoch allmählich wieder südwärts und die Westwinde setzten sich zunehmend durch, die somit das Ende des Nordamerikanischen Monsuns einläuteten - bis das Spiel im kommenden Jahr zur Sommerzeit wieder von vorne beginnt.

Leoniden

Datum 17.11.2016

Nach dem Supermond am Dienstag erwartet uns nun ein weiteres Himmelsereignis, der Sternschnuppenstrom der Leoniden. Doch schlechte Beobachtungsbedingungen, niedrige Aktivität und das Streulicht des Mondes sorgen dieses Jahr eher für einen Meteoritenstrom auf Sparflamme, der kaum spektakulär ausfallen wird.

Nach dem Supermond am Dienstag erwartet uns nun ein weiteres Himmelsereignis, der Meteoritenstrom der Leoniden. Die Leoniden treten jedes Jahr im Zeitraum um den 18. November auf. Dann kreuzt die Erde die Zugbahn des Kometen 55P/Tempel-Tuttele. Bei seinem Weg um die Sonne hinterlässt ein Komet entlang seiner Zugbahn eine Wolke aus kleinen Partikeln in der Größe von Staubkörnen. Kreuzt die Erde die Zugbahn eines dieser Kometen, dringen Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein. Beim Verglühen ionisieren sie die Luft und erzeugen dadurch Leuchterscheinungen, die uns als Meteor oder im Volksmund auch als Sternschnuppen bekannt sind. Weitere bekannte Sternschnuppenströme sind die Perseiden im August, die Geminiden Mitte Dezember und Quadrantiden Anfang Januar.

Früher waren die Leoniden sehr bekannt. Inzwischen hat sich die Partikelwolke des Mutterkometen aber stark zerstreut, sodass ihre Aktivität deutlich zurückgegangen ist. So werden dieses Jahr nur noch 10 - 20 Meteore pro Stunde erwartet. Zum Vergleich: Die Perseiden im August bringen es auf etwas über 100 Meteore pro Stunde. Zudem stört dieses Jahr noch das Streulicht des Mondes, fast noch vollen Mondes. Besonders spektakulär werden die Leoniden also nicht. Stärkere "Ausbrüche" gibt es nur alle 33,2 Jahre. Dann kreuzt die Erde die Bahn des Mutterkometen kurz nach dessen Sonnenumlauf. Dies ist erst wieder im Jahr 2022 der Fall. Dann könnten es 300 - 500 Meteore pro Stunde geben. Durchquert die Erde einen besonders dichten Teil der Staubwolke, sind regelrechte Meteorstürme mit über 1000 Meteoren möglich. Dies war beispielsweise 1966 der Fall.

Die Leoniden kommen scheinbar aus dem Sternbild des Löwen (lt. Leo) von dem sie auch ihren Namen erhalten haben (siehe Abbildung). Dieses geht in der 2. Nachthälfte auf, sodass die Sternschnuppen erst in der 2. Nachthälfte zu sehen sind. Das Maximum der Leoniden wird heute (17.11.) gegen Mittag erreicht. Die besten Beobachtungsbedingungen ergeben sich dann nochmals am Morgen des 18.11. in Blickrichtung Südosten. Allerdings spielt das Wetter nicht mit. In weiten Teilen Deutschlands ist der Himmel bedeckt. Nur im Südosten lassen größere Auflockerungen überhaupt eine Beobachtung zu. Bessere Chancen gibt es am Samstagmorgen in der Nordwesthälfte. Dort ist der Himmel zumindest zum Teil aufgelockert und es lassen sich noch einige Ausläufer des Sternschnuppenstroms erhaschen.

Auch wenn von den Leoniden in diesem Jahr kaum etwas zu sehen sein wird, ist eine der Besonderheiten ihre hohe Geschwindigkeit, wodurch es zu besonders hellen Feuerkugeln kommen kann. Für Sternschnuppenfreunde lohnt es sich aber eher auf die ebenfalls sehr hellen Geminiden zu warten, die in ihrem Maximum am 13.Dezember deutlich aktiver sein werden.

Eine warme Nase

Datum 15.11.2016

Bei einer "warmen Nase" handelt es sich tatsächlich um einen von Meteorologen gerne verwendeten Begriff. Was aber ist darunter zu verstehen und warum ist sie gefährlich?

Eine warme Nase konnte man in den letzten Tagen nicht unbedingt bekommen, wenn man sich im Freien aufgehalten hat. Bei niedrigen einstelligen Temperaturen am Tage und gebietsweise Frost in den Nächten wehte doch ein ziemlich kaltes Lüftchen um unsere Riechorgane. Eine sogenannte "warme Nase" spielt derzeit aber eine große Rolle für das Wetter in Deutschland. Wo es sie gibt, sorgt sie nämlich für gefrierenden Regen. Gefährliches Glatteis ist die Folge, dabei könnte man natürlich unerwünschterweise böse auf die eigene, noch kalte Nase fallen.

Warum aber kommt es bei einer "warmen Nase" zu gefrierendem Regen? Entscheidend dabei ist die Temperaturschichtung der unteren Atmosphäre mit der Höhe. Wenn am Boden Temperaturen unter 0 Grad herrschen, kann man in der Regel bei Niederschlägen Schneefall erwarten, da die Temperatur mit der Höhe normalerweise etwa um 0,6 bis 1 Grad pro 100 m abnimmt und es somit weiter oben auf jeden Fall kälter ist (siehe dazu Fall 1 in der Grafik zur Temperaturschichtung bei verschiedenen Niederschlagsphasen unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/11/15.html). In den Wolken bilden sich daher meist Schneeflocken, die dann zu Boden rieseln.

Anders sieht es jedoch aus, wenn eine sogenannte "Inversion" mit ins Spiel kommt (siehe Grafik, Fall 2). Bei einer Inversion kehrt sich der Temperaturverlauf in einer mehr oder weniger dicken Schicht mit der Höhe um, sodass es statt einer Temperaturabnahme mit der Höhe in diesem Bereich nun zu einer Zunahme kommt. Die Temperaturkurve nimmt im warmen Bereich somit das Aussehen einer Nase an, weshalb der Meteorologe gerne von einer "warmen Nase" spricht.

Daher ist es möglich, dass in dieser Schicht die Temperatur auf über 0 Grad steigt, während sie darunter immer noch unter 0 Grad liegt. Fallen die Schneeflocken durch eine ausreichend mächtige warme Schicht mit Temperaturen über 0 Grad, schmelzen sie und werden zu Regentropfen. Auf dem weiteren Weg Richtung Boden gelangen sie wiederum in die Schicht mit Temperaturen unter 0 Grad. Die Regentropfen können sich nun aber nicht wieder in Schneeflocken zurückverwandeln. Stattdessen kühlen sie sich auf unter 0 Grad ab, in der Meteorologie werden sie dann unterkühlte Regentropfen genannt. Wenn diese den gefrorenen Erdboden erreichen, gefrieren sie augenblicklich und ein Eispanzer bildet sich aus. Dieser Glatteisregen ist in den einschlägigen Medien als "Blitzeis" bekannt.

Es kann auch vorkommen, dass die unterste Schicht so dick und kalt ist, dass die Regentropfen schon vor dem Ankommen am Boden wieder gefrieren. Sie werden dann zu Eiskörnern, was allein schon durch die Geräusche beim Aufprallen auf den Boden oder an Gegenständen gut zu hören ist. In beiden Fällen handelt es sich im meteorologischen Fachjargon jedoch um Eisregen (oder um gefrierenden Regen bzw. Glatteisregen).

Sogar bei einem Temperaturverlauf, der komplett im frostigen Bereich ist, kann es gefrierenden Regen geben. Dieser Spezialfall kommt vor, wenn sich Niederschlagsteilchen zwischen -10 und 0 Grad bilden und nicht die Eisphase annehmen oder zu Schneeflocken werden. Die Niederschlagsteilchen erreichen auch als unterkühlte Regentropfen in Form von Sprühregen die Erde und wieder bildet sich bei gefrorenem Boden Glatteis.

Betragen hingegen die Temperaturen des Erdbodens wie auch der untersten, ausreichend dicken Schicht der Atmosphäre Werte von etwas über 0 Grad (siehe Grafik, Fall 3), dann schmelzen die Schneeflocken aus der Höhe und kommen am Boden als reiner Regen an. Auf den Bergen fällt in diesem Fall aber noch Schnee.

Eine warme Nase kann entstehen, wenn z.B. warme Luft auf schwere kalte Luft am Boden aufgleitet. In vielen Fällen ist dabei eine Warmfront involviert, so auch im aktuellen Fall am heutigen Dienstag. Heute Morgen lag sie über dem Nordwesten Deutschlands. Die Bereiche vor der Front, wo eben die warme Luft auf die kalte aufgleitet, sind besonders kritisch für Glatteisregen. So gab es in den Morgenstunden in der Mitte Deutschlands tatsächlich gebietsweise gefrierenden Regen und Glatteis. Mit dem Weiterziehen der Warmfront nach Südosten hin verlagert sich der gefährliche Bereich im Tagesverlauf in den Südosten Deutschlands, wobei mit ansteigender Tagestemperatur vor allem höhere Lagen noch betroffen sind. Im Nordwesten und in der Mitte dagegen fasst die warme Luft auch am Boden Fuß und die Glättesituation entspannt sich. Am morgigen Mittwoch gilt das dann auch für den Südosten Deutschlands, wenn sich die warme Luft überall durchgesetzt haben wird.

Ohne Moos nix los...

Datum 14.11.2016

Ideen zur Reduzierung der Feinstaubkonzentration in Städten gibt es viele. Eine der neuesten: Bemooste Bänke, die die unliebsamen Partikel aus der Luft filtern sollen. Doch wie effektiv ist diese neue Form der Sitzgelegenheit?

Winterliche Hochdruckwetterlagen, wie sie auch derzeit über Mitteleuropa mit Hoch SIEGFRIED vorherrscht, führen nicht nur oft zu zähem und manchmal tagelangem Nebel, sondern auch zu erhöhten Feinstaubkonzentrationen in der Luft (der interessierte Leser sei an dieser Stelle auf den DWD-Lexikonbeitrag "Inversion" verwiesen).

Insbesondere in Städten, dessen topografische Lage einem Kessel gleicht (wie z.B. Stuttgart), zählt das Ausrufen des Feinstaub-Alarms im Winterhalbjahr beinahe zur Tagesordnung. Der Begriff "Feinstaub" bezeichnet dabei nicht solch wollknäuelähnlichen Staub, der beim jährlichen Frühjahrsputz hinterm Küchenschrank zum Vorschein kommt, sondern vielmehr feste und flüssige winzige Partikel (Aerosole), die nicht einmal ein Zehntel des Durchmessers eines Haares erreichen. Je nachdem, wie winzig sie sind, unterscheidet man sie in grobe Partikel (wobei das Wörtchen "grob" für Durchmesser von größer als 2,5 µm steht), feine Partikel (Durchmesser kleiner als 2,5 µm) und ultrafeine Partikel (kleiner als 0,1 µm). Meist werden unter "Feinstaub" alle Teilchen mit einem Durchmesser bis 10 µm verstanden.

Es gibt natürliche Quellen von Feinstaub, z.B. Meeresgischt, Waldbrände oder Vulkanausbrüche. Vor allem wird Feinstaub allerdings durch menschliches Handeln erzeugt: Beispielsweise durch Emissionen von Autos, Kraftwerken, Öfen und Heizungen. In Großstädten ist der Straßenverkehr eine wichtige Feinstaubquelle (Anteil in Stuttgart bspw. 45%). Der Feinstaub aus dem Verkehr entsteht überwiegend durch Brems- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes von der Straßenoberfläche und nachrangig durch den Auspuff aus konventionell betriebenen Verbrennungsmotoren.

So winzig klein diese Partikel sind, so groß und weitreichend ist doch ihre Wirkung: Über die Lunge dringen sie in den menschlichen Organismus ein und können neben Atemwegsproblemen auch Schädigungen des Herz-Kreislaufsystems verursachen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die ultrafeinen Staubpartikel in die Blutzirkulation, das Herz, die Leber und andere Organe transportiert werden und sogar bis ins Gehirn vordringen können.

Im Wissen um diese schwerwiegenden Folgen des "feinen Staubs" sind Politiker, Stadtplaner und Co. bereits seit Jahren auf der Suche nach Lösungen zur Reduzierung der Feinstaubkonzentration. Die Ideen reichten dabei von der Umweltplakette über Carsharing und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (an Feinstaubalarm-Tagen kann man in Stuttgart z.B. zum halben Preis Bus und Bahn fahren) bis hin zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern.

"Dagegen muss doch ein Kraut gewachsen sein" dachten sich bestimmt auch die vier Köpfe eines jungen Start-up-Unternehmens aus Dresden, die mit ihrer Idee einer Mooswand kürzlich sogar einen europäischen Gründerpreis gewannen. Nicht nur in einigen deutschen Städten, auch in Oslo, Paris und Hong Kong steht bereits ein sogenannter "City Tree", der eigentlich kein Baum ist, sondern eine Sitzbank mit einer grünen Wand, die drei mal vier Meter groß und mit Moos bepflanzt ist. Die feinen Verästelungen der Moose absorbieren Feinstaub wesentlich effektiver als Blattpflanzen. Ein City Tree absorbiert jährlich rund 100 Kilogramm CO2 und leistet dabei so viel wie 275 Bäume - mit messbarem Effekt: In einem Umkreis von bis zu 50 Metern kann die lokale Luftverschmutzung um bis zu 30 % reduziert werden!

Auch wenn die Idee dieser Mooswand zweifelsohne innovativ und wirkungsvoll ist - Moos nun als ultimatives Kraut gegen verschmutzte Luft anzusehen ist vielleicht etwas voreilig. Da bedarf es neben der grünen Pflanze wohl noch zusätzlicher Mittel, beispielsweise die andere, monetäre Form des "Mooses"...

Südsommer

Datum 12.11.2016

Während in unseren Breiten der Winter naht, steht auf der Südhalbkugel der Sommer vor der Tür. Kurz vor Beginn des australischen Monsuns ist das Landesinnere des Kontinents derzeit die heißeste Region auf der Erde.

Während sich Meeresluftmassen, die auf beiden Hemisphären der Erde mit der Westwinddrift ostwärts verlagert werden, stets mäßigend auf das Temperaturregime einer Landschaft auswirken, treten die höchsten Temperaturen auf unserem Planeten stets in wetterberuhigten Arealen auf. Dazu zählen insbesondere die Wüsten, die man vor allem im Bereich der subtropischen Hochdruckgürtel in geografischen Breiten um 25 Grad Nord und Süd findet ("Wendekreiswüsten"), so auch die Halbwüsten und Wüsten im Landesinneren Australiens.

Diese sind z.T. unbewohnbar und werden gemeinhin "Outback" genannt. Dort herrscht am Tage bei hoch stehender Sonne vorwiegend wolkenarmes Wetter, daher ist bei geringem Pflanzenbewuchs die am Boden empfangene (kurzwellige) Strahlung gewaltig. Auch die nächtliche (langwellige) Ausstrahlung ist bei meist klarem Himmel beträchtlich. Dennoch verbleibt insgesamt ein positiver Strahlungssaldo, dessen Betrag etwa doppelt so hoch wie in Mitteleuropa ist.

Wo bleibt nun die zugeführte Strahlungsenergie? Verdunstung findet in der Wüste und Halbwüste mangels Wasser nicht statt und die wenigen Flüsse in den Savannen führen gegen Ende der Trockenzeit wenig oder gar kein Wasser. Der Boden besteht aus Sand, Kies, trockenem Lehm oder Ton - allesamt Materialien mit schlechter Wärmeleitung - kann also die Energie kaum aufnehmen. Nur durch die Erhöhung der Lufttemperatur kann der Energieüberschuss abgeführt werden.

Folglich sind in diesen Frühsommertagen im australischen Outback Lufttemperaturen von über 40 °C keine Seltenheit. Damit ist die Region derzeit die heißeste Gegend der Erde. Beispielsweise registrierte man innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis zum heutigen Sonnabend, den 12.11.2016, 06:00 Uhr UTC (16:00 Uhr Ortszeit) an der Station Julia Creek (Queensland; 20°39'S, 141°44'E, 123 m Höhe) ein Temperaturmaximum von 43,2 °C. Dieser Wert dürfte, ebenso wie die im "benachbarten" Cloncurry (Queensland; 20°42'S, 140°30'E, 186 m Höhe) gemessenen 43,1 °C, um gut 5 K über dem mittleren Temperaturmaximum für den November liegen. Temperaturrekorde wurden aber bislang noch nicht gebrochen.

Eine Karte der auf ganze Grade gerundeten aktuellen Temperaturen [°C] vom 12.11.2016, 06:00 UTC, unterlegt mit einem im sichtbaren Spektralbereich bei 0,6 µm aufgenommenen Satellitenbild, finden Sie unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/11/12.html. Während es in Westaustralien größtenteils sonnig ist, zeigen sich in der Osthälfte des Kontinents meist lockere Wolkenfelder. Besonders markant sind die jeweils fett dargestellte gelbe 20-°C- bzw. rote 30-°C-Isotherme. Gebiete mit mehr als 40 °C existieren im nördlichen Nordterritorium sowie im Bereich zwischen dem Großen Artesischen Becken in Queensland und den Salzseen im Bundesstaat South Australia.

Lichtverschmutzung

Datum 09.11.2016

Nicht nur die Erdatmosphäre sorgt dafür, dass das Licht der Sterne eingeschränkt auf der Erde ankommt. Ein viel gewichtigeres Thema ist die Lichtverschmutzung, die uns daran hindert, den Nachthimmel in all seiner Pracht zu bewundern.

Waren Sie kürzlich im Urlaub, sind eventuell durch einsame Bergwelten gewandert und haben unter freiem Himmel übernachtet? In der Dämmerung konnten Sie zunächst nur einige helle Sterne am Nachthimmel sehen. Nach und nach gesellten sich aber immer mehr Himmelskörper dazu und bald erblickten Sie die Milchstraße über Ihrem Kopf? Zurück in der Heimat - nahe einer Großstadt - wollten Sie den Zuhausegebliebenen Ihre neue Eroberung am Nachthimmel zeigen, doch dann war es deutlich schwerer, die Milchstraße in der lichtdurchfluteten Nacht auszumachen. Dabei schien kein Vollmond, der üblicherweise die meisten ihn umgebenen Sterne überstrahlt. Allein die Lichtverschmutzung ist dafür verantwortlich, dass der Sternenhimmel in einer klaren Nacht nicht mehr ohne Einschränkungen betrachtet werden kann.

Dass unser Licht verdreckt, ist mit Lichtverschmutzung nicht gemeint. Vielmehr wird darunter die Aufhellung der Nacht durch künstliche Lichtquellen verstanden und ebenso, dass Licht im Übermaß verbraucht wird sowie störend auf die Natur wirkt. Lichtverschmutzung kann somit als eine Form der Umweltverschmutzung betrachtet werden.

Als Thomas Edison die Glühbirne erfand, rechnete er sicher nicht damit, dass elektrisches Licht wie in der heutigen Dimension eingesetzt wird. Selbst nachts brennt vielerorts Licht, wo es doch gar keine Verwendung hat. Natürlich stellt niemand die Notwendigkeit einer Straßenlaterne, durch die ein Gefühl von Sicherheit vermittelt wird, in Frage. Aber wie Straßenbeleuchtung eingesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Licht breitet sich in der Luft aus und wird an vielen kleinen Teilchen gestreut. Das können Wolkentröpfchen, Aerosole (bspw. Staub- oder Rußpartikel) oder Luftmoleküle sein. Eine Straßenlaterne, die ihr Licht auch nach oben absendet, sorgt dafür, dass ein Teil des Lichts ungenutzt bleibt und die Nacht ausleuchtet. So entstehen sogenannte "Lichtglocken" über Städten und auch die Umgebung wird in einem Umkreis mehrerer Kilometer erhellt.

Mit Satellitendaten aus den USA lassen sich Weltkarten erstellen, welche die permanente Beleuchtung auf der Erde zeigen (siehe Bild unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/11/9.html). Die hellsten Flecken sind die städtischen Gebiete, wobei diese nicht unbedingt auch die Gebiete mit der meisten Bevölkerung sein müssen. Ein Vergleich zwischen China und Mitteleuropa zeigt dies gut. Gleichfalls sind Städte mit ihrer nächtlichen Beleuchtung entlang von Flüssen wie dem Nil, Küstenlinien oder Transportwegen auf der Karte auszumachen. Es bilden sich Ländergrenzen ab, teilweise auch die schachbrettmusterartige Anordnung der Straßen in einigen Regionen der USA oder ebenso die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Trotz alledem können noch Flecken mit nächtlicher Finsternis auf der Erde ausfindig gemacht werden: Die Antarktis, Grönland, Nordkanada, Sibirien, weite Teile Asiens, die Wüsten in Afrika, Australien, Arabien, der Mongolei und den USA, auch die Dschungel in Afrika und Südamerika. Selbst in Deutschland gibt es noch dunkle Gegenden. So ist zum Beispiel der Naturpark Westhavelland in Brandenburg nachts eine der finstersten Ecken in Deutschlands. So wurde dieser Landstrich von der "Internationalen Gesellschaft zum Schutz des dunklen Nachthimmels" (engl.: "International Dark Sky Association") als Sternenpark anerkannt. Als Besucher kann man hier noch einen natürlich dunklen Nachthimmel erleben. "Mit der Anerkennung als Sternenpark wird das Engagement des Naturparks und der Kommunen gewürdigt, dafür zu sorgen, dass künftig verantwortungsvoll und bewusst mit künstlichem Licht zum Schutz der Nacht, der Gesundheit des Menschen und des Lebensraumes nachtaktiver Tiere umgegangen wird." (Quelle: http://sternenpark-westhavelland.eu/sternenpark)

So wie das natürliche Licht unsere innere Uhr stellt, hat Lichtverschmutzung für einige Lebewesen fatale Folgen. Nachtaktive Tiere sind mitunter erheblich von dem künstlich geschaffenen Licht beeinträchtigt. Brauchen sie doch die Dunkelheit für die Nahrungssuche oder unter Umständen für die Fortpflanzung (z.B. Glühwürmchen). Aufgrund der Beleuchtung weisen sie jedoch häufig ein Fehlverhalten wie Desorientiertheit auf. Straßenbeleuchtung ist nachts regelrecht eine Todesfalle für Insekten. Tagaktive Tiere hingegen, genau wie wir Menschen auch, benötigen die dunkle Nacht zur Entspannung, Regeneration und für einen gesunden Schlaf. Ferner ist der Hell-Dunkel-Rhythmus bei den Pflanzen für die Photosynthese notwendig.

Nicht nur wir Lebewesen können durch die permanente Helligkeit beeinträchtigt sein und Schäden davontragen. Die gesamte Umwelt ist davon betroffen. Bedenkt man, wie viel Energie beispielsweise in einer Nacht durch die Außenbeleuchtung vieler Gebäudekomplexe verbraucht wird, ist auch verständlich, dass Lichtverschmutzung eine Art der Umweltverschmutzung ist. Der effiziente Einsatz von Licht kann dazu beitragen, dass Strom gespart wird und CO2-Emissionen reduziert werden.

Wenn wir Ihr Interesse am Thema geweckt haben, erhalten Sie unter www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/Skript_336.pdf weitere Informationen.

Dipl.-Met. Julia Fruntke

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 09.11.2016

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