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23.05.2018

15:02

Temperatur 17,6 °C
Luftfeuchte 72 %
Taupunkt 12,5 °C
Luftdruck 1015,5 hPa
Windrichtung 20 °
N-NO
Windstärke 2,7 km/h
Windböen 4,8 km/h
Wind 10m Ø 10,1 km/h
Windchill 17,6 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Mittwoch, 23. Mai 2018 15:02
Temperatur
17,6 °C
Luftdruck
1015,5 hPa
Wind
20 °
Luftfeuchtigkeit
72 %
Tendenz
0,0 hPa/6hup down
Windstärke
2,7 km/h
Taupunkt
12,5 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
4,8 km/h
Windchill
17,6 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
10,1 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage
Neu Kamera und Schwenkneigekopf im Probebetrieb !

Wind u. Thermikprognose 23.5.18

Bodenwind:
Zunächst VRB mit 1-4 KT. Mittags und nachmittags aus NE mit 4-8 KT, nördlich des Mains mit 8-12 KT und Böen um 20 KT. Lokale Gewitterböen aus S-SE mit 25-35 KT. In der ersten Nachthälfte in der Nordhälfte weiterhin aus NE mit 4-8 KT, in der Südhälfte VRB mit 1-4 KT.

Höhenwind:
2000FT | 010/05KT 17C | 040/05KT 19C | 3000FT | 020/05KT 13C | 050/10KT 15C | 5000FT | 120/05KT 11C | 070/05KT 12C |

Thermik:
Mäßige, örtlich gute Thermik wird durch die stärkeren Wolkenfelder und ab Mittag durch die zunehmende Gewittertätigkeit erheblich gestört.

Das Wetter in Aalen 23.5.18
In Aalen bleibt es morgens unbeständig, so dass es immer mal wieder zu Regen kommen kann bei Werten von 13°C. Im weiteren Tagesverlauf kommt es zu Blitz und Donner und das Thermometer klettert auf 18°C. Abends ziehen in Aalen Wolkenfelder durch bei Temperaturen von 15 bis 19°C. In der Nacht bleibt es unbeständig, so dass es immer mal wieder zu Regen kommen kann bei einer Temperatur von 13°C.

Die Wahrscheinlichkeit für Niederschläge liegt bei 90% und es ist mit einer maximalen Niederschlagsmenge von 5.4 l/m² zu rechnen. Gefühlt liegen die Temperaturen bei 13 bis 19°C.


Wetterlage und -entwicklung:
Süddeutschland liegt im Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes mit Zentrum über dem Alpenvorland. Aus Südosten lenkt es feuchte und labile Warmluft herbei.

Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Luftelektrizität und Gewitter

Datum 23.05.2018

Während im Falle der sog. "Schönwetterelektrizität" Spannungsunterschiede zwischen der unteren Ionosphäre und der Erdoberfläche durch Ladungstransporte allmählich ausgeglichen würden, sorgt die weltweite Gewittertätigkeit dafür, dass diese elektrischen Potentialdifferenzen erhalten bleiben. Die Erde fungiert sozusagen als ein riesiger Kugelkondensator.

In der Atmosphäre entstehen durch radioaktive Strahlung der Erde, kosmische Strahlung aber auch durch Luftbewegungen positiv und negativ geladene Ionen, die sich nur teilweise durch "Rekombination" wieder zu elektrisch neutralen Atomen bzw. Molekülen vereinigen. Vielmehr bildet sich ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung, Rekombination und Abwanderung elektrischer Ladungen.

Bei ruhender, ungestörter Atmosphäre gelangen positiv geladene Ionen in eine elektrisch gut leitende Schicht in ca. 70 km Höhe, während sich die Erdoberfläche negativ auflädt. In Bodennähe kann die elektrische Feldstärke bis 100 Volt pro Meter (V/m) betragen. An höheren Objekten, etwa Gebäuden oder Bäumen, steigt sie stark an, da dort die "Äquipotentialflächen" des elektrischen Feldes erheblich deformiert werden.

Wird bei gewittrigen Wetterlagen, bei denen in der Atmosphäre elektrische Feldstärken von 100000 V/m herrschen, die Potentialänderung auf kleinem Raume zu stark, können an aufragenden Spitzen, z.B. an Schiffsmasten oder Kirchtürmen, Büschelentladungen auftreten. Diese seltenen Phänomene sind als "Elmsfeuer" bekannt, dann besteht unmittelbare Blitzgefahr und höchste Bedrohung für Leib und Leben.

Bei Gewittern werden in Cumulonimbuswolken durch starke vertikale Luftbewegungen große Mengen von Wassertröpfchen in beträchtliche Höhen (bis über 10 km) befördert. Dabei entstehen durch "Ladungstrennung" elektrische Spannungen von bis zu einer Milliarde Volt. Die Spannungen entladen sich zwischen verschiedenen Wolkenteilen als "Wolkenblitze", mit Gesamtlängen von bis zu 100 km, oder als "Erdblitze" zwischen Wolke und Erdoberfläche; in letzterem Fall bevorzugt zu exponierten und aufragenden Gegenständen.

Generell erfolgt die Blitzentladung in ruckartigen Schüben durch Stoßionisation längs eines sog. Blitzkanals, es sind mehrere (bis etwa 40) Entladungen im selben Blitzkanal möglich. Die elektrische Stromstärke eines Blitzes kann 200000 Ampere erreichen, jedoch ist die Andauer der Hauptentladung mit 1 Mikrosekunde bis 1 Millisekunde so gering, dass die mittlere elektrische Ladungsmenge nur etwa 20 Amperesekunden beträgt. Dementsprechend klein ist auch der Energieinhalt von Blitzen.

Die Anzahl der Gewitter auf der Erde schätzt man auf ca. 2000 pro Stunde (mit etwa 100 Blitzen pro Sekunde), die meisten davon in den Tropen, wobei das Kongobecken die gewitterreichste Region der Erde ist. In Deutschland ist im langjährigen Mittel der Juli der gewitterreichste Monat mit einer relativen Häufigkeit von über 40 %.

Der erste Weltbienentag

Datum 20.05.2018

Das Verständnis für die ökologische Bedeutung von Bienen und Insekten ist in den letzten Jahren durch die Arbeit vieler motivierter Einzelpersonen, Gruppierungen und Wissenschaftler deutlich gestiegen. Auf die Initiative einiger Imker geht auch der heute begangene erste Weltbienentag zurück.

Am heutigen Pfingstsonntag, den 20.05.2018, wird zum ersten Mal der neu eingeführte Weltbienentag begangen. Dieser besondere Thementag soll die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern für ein nachhaltiges Ökosystem lenken sowie deren Bedrohungen vor Augen führen. Aus diesen Gründen beschloss der zuständige Ausschuss der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit dem Antrag Sloweniens auf Einführung eines Weltbienentages zuzustimmen. Die UN-Generalversammlung in New York trat diesem Beschluss schließlich am 20.12.2017 bei.

Sowohl der antragstellende Staat, als auch das gewählte Datum sind keinesfalls Zufälle. Slowenien ist den Bienen traditionell sehr verbunden, die dort heimische Bienenart ist sogar Teil der slowenischen Identität. In kaum einem anderen Land gibt es, relativ gesehen, so viele Bewohner, die sich um das Wohlergehen von Bienenvölkern kümmern. Nach Auskunft staatlicher Stellen hält etwa jeder zweihundertste Einwohner Bienen. Daher ist es nicht überraschend, dass Slowenien bereits 2011 als eines der ersten EU-Länder den Einsatz bestimmter bienenschädlicher Pestizide unter Strafe stellte.

Der gewählte Tag, der 20. Mai, ist der Geburtstag von Anton Jansa (geboren 1734 in Bresniza, gestorben 1773 in Wien). Dieser slowenische Imker war einer der Pioniere der modernen Bienenwirtschaft und eine anerkannte Koryphäe auf diesem Gebiet. Die damals dort herrschende Kaiserin Maria Theresia berief ihn sogar als Lehrer an die neu gegründete Theresianische Imkerschule nach Wien.

Daher bietet sich heute an, die Witterung der vergangenen Monate im Hinblick auf das Wohlergehen der Bienen zu betrachten. Das Kalenderjahr begann fast überall sehr mild, es kam besonders im Süden und Westen kaum ein richtiges "Wintergefühl" auf (sechstwärmster Januar seit Aufzeichnungsbeginn). In großen Gebieten Nordrhein-Westfalens blieb es sogar frostfrei. Ausgeprägte milde Perioden im Hochwinter wirken sich meist ungünstig auf die Bienenvolksentwicklung aus. In Erwartung des Frühlings beginnen diese nämlich bei hohen Temperaturen bereits mit dem Brutgeschäft und zehren somit die eigenen körperlichen, als auch die Futterreserven auf.

Folgt darauf dann der "richtige" Winter, wie im vergangenen Februar und März geschehen, kann die junge Bienenbrut aufgrund der tiefen Außentemperaturen nicht mehr ausreichend gewärmt werden. Als Resultat wird diese von den Bienen oft aufgegeben. Damit ist die dafür verwendete Energie aber verschwendet worden. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Winter nach einer vorübergehenden Erwärmung in vielen Regionen bis Ende März halten konnte. Dies verzögerte die Frühjahrsentwicklung der Völker. Insgesamt kann daher nicht gerade von einem optimalen "Bienenwinter" gesprochen werden.

Ab April zog aber schließlich der Frühling mit voller Wucht ins Land, flächendeckende Spätfröste blieben der Vegetation dieses Jahr zum Glück erspart. Im wärmsten April seit Beginn von kontinuierlichen Wetteraufzeichnungen entwickelte sich die Natur in rasendem Tempo. Ebenso rasch ging es mit der Entwicklung der Bienenvölker nach oben: Die Bienenzahl explodierte förmlich in jenen Völkern, die nach dem Winter nicht allzu geschwächt waren. Durch das gute Nahrungsangebot in der Natur sammelten die Bienen auch reichlich Nektar. Jedoch wirkte sich in manchen Regionen die Trockenheit negativ auf die Nektarproduktion mancher Pflanzen aus.

Wie geht es nun kurzfristig mit dem Wetter weiter? Es bleibt in den nächsten Tagen auf jeden Fall warm, ab Montag gebietsweise mit sommerlichen Temperaturen. Der leicht wechselhafte Charakter mit Schauern und Gewittern, die durchaus auch stark ausfallen können, steht allerdings vor allem im Süden und Südwesten weiterhin auf der Tagesordnung. Alles in allem aber eine durchaus bienenfreundliche Witterung zum Weltbienentag.

Wetten, dass ...?

Datum 18.05.2018

Während das Wetter bei Menschen hauptsächlich den Gemütszustand beeinflusst, entscheidet es in einigen Wirtschaftsbereichen über Erfolg und Misserfolg. Kein Wunder also, dass mit Wetten auf das Wetter versucht wird, Geschäfte zu machen. Ein kurzer Einblick in sog. "Wetterderivate".

Häufig ist zu hören, dass sich das Wetter sowieso nicht an irgendwelche Regeln hält. Macht es also Sinn, Geld auf Wetterereignisse zu setzten? Viele Wirtschaftsbereiche hängen jedoch maßgeblich vom Wetter ab: Abgesehen von der Energiebranche und der Landwirtschaft sind bspw. auch der Tourismus, die Gastronomie oder die Baubranche direkt vom Wetter abhängig. Studien zufolge haben auch die Fernsehanstalten bei länger andauerndem Sonnenschein deutlich weniger Kunden.

Für all diese Sektoren wäre es natürlich erstrebenswert, wenn sie das Wetterrisiko, dem sie ausgesetzt sind, an jemand anderen übertragen könnten. Klingt utopisch? Wird aber tatsächlich mittels sog. "Wetterderivate" betrieben. Das Konstrukt des Wetterderivates kann für manche Branchen also ein hilfreiches Instrument im Risikomanagement sein um wetterbedingte Einbußen abzusichern. Wetterderivate werden meist zwischen einer Bank oder einer Versicherung und einem Unternehmen abgeschlossen, wobei das Unternehmen sein Wetterrisiko auf die Bank transferiert.

So kann sich ein Energieversorger beispielsweise gegen einen zu warmen Winter absichern, in dem weniger geheizt wird als üblich. In den USA ist auch das Beispiel eines weniger warmen Sommers vorstellbar, in dem die dort weit verbreiteten Klimaanlagen nur mit halber Power laufen würden.

Doch wie läuft so ein Geschäft nun konkret ab? Ein fiktives Beispiel: Man stelle sich die Veranstalter eines mehrtägigen Volksfestes, beispielsweise des Oktoberfestes in München vor. Da die Besucherzahlen und damit die Umsätze auf der Wiesn bei gutem Wetter nach oben schnellen, wollen sich die Veranstalter gegen eine niederschlagsreiche Witterung absichern. Im Derivat wird also ein Grenzwert für die Niederschlagssumme festgelegt (z.B. 100 l/qm), ab dem der Verkäufer des Derivats (die Bank) die Pflicht hat, dem Käufer (Veranstalter) einen finanziellen Ausgleich zu leisten. Fallen nur 30 l/qm, wird der festgelegte Grenzwert also nicht überschritten, streicht die Bank die vom Veranstalter gezahlte Prämie ein, was der Veranstalter aufgrund des guten Umsatzes verkraften kann. Alternativ zur Niederschlagssumme könnte auch die Anzahl an Tagen mit einer bestimmten Niederschlagsdauer Bestandteil des Derivats sein.

Fallen während des Oktoberfestes 150 l/qm in München, sind zwar die Veranstalter abgesichert, die Bank macht durch die zu leistenden Zahlungen jedoch ein Minusgeschäft. Für diesen Fall muss sich die Bank also selbst absichern. Dies geht am einfachsten mit einem weiteren Wetterderivat. Der Kunde dieses Derivats besetzt dabei die Gegenposition. Im Falle des Beispiels könnte dies ein Wasserkraftwerk sein, das auf ausreichend Niederschlag angewiesen ist, da bei zu langer Trockenheit der Wasservorrat im Stausee schwindet.

Wenngleich das dargestellte Beispiel nicht alle Details berücksichtigt, so verdeutlicht es doch das Prinzip eines Wetterderivats und zeigt auf, dass die konträren Positionen des Derivats voneinander profitieren indem sie sich gegenseitig absichern.

Das Finanzgeschäft der Wetterderivate ist ein vergleichsweise junges. Seine Anfänge hatte es Ende der 90er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika. Erste Beispiele in Deutschland gab es zu Beginn dieses Jahrtausends - das Wetten auf das Wetter steckt in Europa also noch am Beginn seiner Entwicklung. Da Studien zufolge jedoch bis zu 80% aller Wirtschaftsbereiche direkt oder indirekt vom Wetter abhängen, erscheinen Wetterderivate als zukunftsfähiges Geschäft.

Die Pazifische Hurrikansaison 2018 hat begonnen

Datum 15.05.2018

Die Hurrikansaison in Teilen des Pazifiks (nördlich des Äquators, östlich von 180° W) hat heute begonnen und hält bis zum 30. November an. Doch lässt sich auch schon der erste Hurrikan feststellen?

Die Hurrikansaison im östlichen Nordpazifik findet vom 15. Mai bis zum 30. November jeden Jahres statt. Dann liegen im Nordostpazifik besonders gute Bedingungen für die Bildung tropischer Stürme vor (warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung). In seltenen Fällen können auch außerhalb der Saison solche Stürme auftreten.

Im Pazifik werden alle tropischen Stürme mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von mehr als 118 km/h (Bft 12) als Hurrikans bezeichnet, wenn sie sich nördlich des Äquators und östlich von 180° W bilden. Dabei wird die Vorhersage der Stürme zwischen dem Regional Specialized Meteorological Centre (RSMC) Honolulu und dem RSMC Miami aufgeteilt (s. heutige Grafik unter www.dwd.de/tagesthema vom 15.05.2018). Allerdings dauert die Hurrikansaison im nördlichen Zentralpazifik zwischen 180° W und 140° W vom 1. Juni bis zum 30. November an. Die westlich von 180° W entstehenden Stürme werden als Taifune bezeichnet und vom RSMC Tokyo vorhergesagt.

Der Nordostpazifik ist nach dem Westpazifik das zweitaktivste Entstehungsgebiet tropischer Wirbelstürme weltweit. Allerdings ziehen diese meist auf den offenen Ozean hinaus und nur wenige treffen auf Mexiko, Kalifornien oder auf den Nordwesten Zentralamerikas. Im letzten Jahr entstanden beispielsweise 18 tropische Wirbelstürme: Der erste tropische Sturm des Jahres namens "Adrian" entstand südöstlich des Golfs von Tehuantepec bereits vor dem Saisonstart am 09.05.2017 und war somit der am frühesten entstandene tropische Sturm im Nordostpazifik seit Beginn der Aufzeichnungen. Der letzte tropische Sturm ("Selma") bildete sich 2017 am 27. Oktober südlich von El Salvador. Von den 18 tropischen Stürmen im Jahr 2017 entwickelten sich die Hälfte zu Hurrikanen und insgesamt trafen fünf Wirbelstürme auf Land.

Auch wenn die Saison am heutigen Dienstag bereits begonnen hat, wird laut der zuständigen Behörde in Miami die Entwicklung eines tropischen Sturmes in den nächsten Tagen noch nicht erwartet.

Wenn der Himmel seine Schleusen öffnet

Datum 13.05.2018

Nicht nur am diesjährigen Vatertag, auch am heutigen Muttertag treten kräftige Gewitter auf, die besonders von heftigem Starkregen begleitet werden können. Aber was genau meinen wir Meteorologen mit Starkregen und wie schätzen wir ihn ab?

Wer kennt es nicht? An einem warmen Sommertag zeigt sich die Sonne an einem blauen Himmel. Plötzlich türmen sich innerhalb weniger Minuten mächtige Wolken am Himmel auf und es fängt an wie aus Eimern zu gießen, als ob der Himmel seine Schleusen geöffnet hätte.

Umgangssprachlich werden solche sintflutartigen Regenfälle häufig als "Platzregen" bezeichnet, wir Meteorologen benutzen dagegen den Begriff "Starkregen". Dabei handelt es sich um ein Niederschlagsereignis, häufig auch in Verbindung mit Gewittern, bei dem große Niederschlagsmengen innerhalb einer kurzen Zeiteinheit von wenigen Minuten bis Stunden fallen. Dies grenzt den Starkregen vom Dauerregen ab, der ein länger andauerndes Niederschlagsereignis mit geringeren Niederschlagsintensitäten beschreibt.

Im vierstufigen Warnmanagement des Deutschen Wetterdienstes bedient man sich beim Starkregen dreier Stufen: Treten Regenmengen zwischen 15 und 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in 6 Stunden auf, wird eine markante Warnung der Farbe Ocker (Stufe 2) ausgegeben. Bei Mengen bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder bis 60 Liter pro Quadratmeter in 6 Stunden wird dagegen vor Unwettern (Farbe Rot, Stufe 3) gewarnt. Mengen, die darüber hinausgehen, erfordern eine extreme Unwetterwarnung (Farbe Violett, Stufe 4).

Starkregen vorherzusagen ist allerdings alles andere als einfach. Denn, genauso wie die Gewittervorhersage, ist die exakte räumliche und zeitliche Eingrenzung nicht oder nur begrenzt möglich. Stattdessen schätzt man ein bestimmtes Gebiet ab, in dem ein gewisses Potenzial für Starkregen besteht, wenngleich das Phänomen dort dann nur lokal auftritt, jedoch eng begrenzt sehr heftig ausfallen kann. Als Indikator für die Abschätzung des Starkregenpotenzials dient dem Vorhersagemeteorologen das sogenannte "niederschlagbare Wasser" der Atmosphäre (engl. "precipitable water", kurz ppw). Darunter versteht man die Menge an Wasserdampf, die in einer vertikalen Luftsäule vom Boden bis zum oberen Rand der Troposphäre enthalten ist. Das niederschlagbare Wasser wird dabei meist in Millimetern angegeben.

Niedrig sind die ppw-Werte beispielsweise bei trockenen arktischen Luftmassen im Winter. Oft liegen sie dann nur bei 5 mm oder darunter. Im Sommer, wenn feuchte Subtropenluft zu uns geführt wird, können die Werte durchaus auch 40 mm überschreiten. Am heutigen Sonntagabend beträgt das niederschlagbare Wasser in einem breiten Streifen von Oberbayern bis zum Emsland und dem Niederrhein etwa 30 mm, lokal auch darüber (siehe Grafik unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/5/13.html). Somit befinden sich in der Luftsäule vor Ort circa 30 Liter Wasser, die dann, wenn sie vollständig ausregnen und nicht abfließen würden, am Boden auf einer Grundfläche von einem Quadratmeter 30 mm bzw. 3 cm hoch stehen.

Allerdings sind noch weitere Faktoren bei der Starkregenvorhersage zu beachten. Denn bei Gewittern können die Niederschlagsmengen auch deutlich größer als die Werte des niederschlagbaren Wassers ausfallen. Im Fall einer bodennahen Konvergenz strömt feuchte Luft aus der Umgebung am Erdboden zusammen, wird zum Aufsteigen gezwungen und führt dem Gewitter so zusätzliche Feuchte zu. Auch die Zuggeschwindigkeit von Schauer- und Gewitterzellen muss berücksichtigt werden. Am heutigen Sonntag geht die Gefahr besonders von stehenden oder sich langsam verlagernden Zellen aus, die in einem kleinen Gebiet über längere Zeit für Starkregen sorgen können. Dann können bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen, bei wiederholten Gewittern sogar um 60 Liter pro Quadratmeter.

Allgemein können die Auswirkungen und Folgen sowie die damit verbundenen Kosten enorm sein. Starkregen führt unter Umständen zu schnell ansteigenden Wasserständen in Bächen und Kleinflüssen und zu verstopften Kanälen sowie überschwemmten Straßen und Kellern. Auch Bodenerosionen wie Schlammlawinen sind dann möglich, wie am vergangenen Donnerstag (10.05.2018) in Pirna-Neundorf oder im nahegelegenen Struppen (beide in Sachsen), wo es in der Folge zu Straßensperrungen kam. In Hamburg wurde dagegen ein Mehrfamilienhaus unterspült, was daraufhin evakuiert werden musste.

Am heutigen Muttertag können sich besonders Mütter im Nordosten Deutschlands über freundliches Wetter freuen. Die Mütter, die den Tag in der Südwesthälfte verbringen, sollten bei Outdooraktivitäten Vorsicht walten lassen. Zwar trifft es dort längst nicht jeden, aber wenn sich ein Gewitter formiert, kann es zu heftigem Starkregen bis in den Unwetterbereich kommen. Auch Hagel und Sturmböen sind dann nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag und am Montag ziehen sich die Gewitter und Starkregenfälle in den Südwesten und Süden zurück. Jedoch besteht dort auch weiterhin lokal Unwettergefahr. Es lohnt sich also die aktuelle Warnlage zu verfolgen. Diese sowie weitere nützliche Informationen lassen sich wie immer in der WarnWetter-App oder unter www.dwd.de finden. Wer aufgrund der Wettervorhersage beschließt, den Muttertag in den eigenen vier Wänden zu feiern, dem sei gesagt, dass auch der Internationale Tag des Cocktails auf den heutigen Sonntag fällt.

Wenn der Himmel seine Schleusen öffnet

Datum 13.05.2018

Nicht nur am diesjährigen Vatertag, auch am heutigen Muttertag treten kräftige Gewitter auf, die besonders von heftigem Starkregen begleitet werden können. Aber was genau meinen wir Meteorologen mit Starkregen und wie schätzen wir ihn ab?

Wer kennt es nicht? An einem warmen Sommertag zeigt sich die Sonne an einem blauen Himmel. Plötzlich türmen sich innerhalb weniger Minuten mächtige Wolken am Himmel auf und es fängt an wie aus Eimern zu gießen, als ob der Himmel seine Schleusen geöffnet hätte.

Umgangssprachlich werden solche sintflutartigen Regenfälle häufig als "Platzregen" bezeichnet, wir Meteorologen benutzen dagegen den Begriff "Starkregen". Dabei handelt es sich um ein Niederschlagsereignis, häufig auch in Verbindung mit Gewittern, bei dem große Niederschlagsmengen innerhalb einer kurzen Zeiteinheit von wenigen Minuten bis Stunden fallen. Dies grenzt den Starkregen vom Dauerregen ab, der ein länger andauerndes Niederschlagsereignis mit geringeren Niederschlagsintensitäten beschreibt.

Im vierstufigen Warnmanagement des Deutschen Wetterdienstes bedient man sich beim Starkregen dreier Stufen: Treten Regenmengen zwischen 15 und 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in 6 Stunden auf, wird eine markante Warnung der Farbe Ocker (Stufe 2) ausgegeben. Bei Mengen bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder bis 60 Liter pro Quadratmeter in 6 Stunden wird dagegen vor Unwettern (Farbe Rot, Stufe 3) gewarnt. Mengen, die darüber hinausgehen, erfordern eine extreme Unwetterwarnung (Farbe Violett, Stufe 4).

Starkregen vorherzusagen ist allerdings alles andere als einfach. Denn, genauso wie die Gewittervorhersage, ist die exakte räumliche und zeitliche Eingrenzung nicht oder nur begrenzt möglich. Stattdessen schätzt man ein bestimmtes Gebiet ab, in dem ein gewisses Potenzial für Starkregen besteht, wenngleich das Phänomen dort dann nur lokal auftritt, jedoch eng begrenzt sehr heftig ausfallen kann. Als Indikator für die Abschätzung des Starkregenpotenzials dient dem Vorhersagemeteorologen das sogenannte "niederschlagbare Wasser" der Atmosphäre (engl. "precipitable water", kurz ppw). Darunter versteht man die Menge an Wasserdampf, die in einer vertikalen Luftsäule vom Boden bis zum oberen Rand der Troposphäre enthalten ist. Das niederschlagbare Wasser wird dabei meist in Millimetern angegeben.

Niedrig sind die ppw-Werte beispielsweise bei trockenen arktischen Luftmassen im Winter. Oft liegen sie dann nur bei 5 mm oder darunter. Im Sommer, wenn feuchte Subtropenluft zu uns geführt wird, können die Werte durchaus auch 40 mm überschreiten. Am heutigen Sonntagabend beträgt das niederschlagbare Wasser in einem breiten Streifen von Oberbayern bis zum Emsland und dem Niederrhein etwa 30 mm, lokal auch darüber (siehe Grafik unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/5/13.html). Somit befinden sich in der Luftsäule vor Ort circa 30 Liter Wasser, die dann, wenn sie vollständig ausregnen und nicht abfließen würden, am Boden auf einer Grundfläche von einem Quadratmeter 30 mm bzw. 3 cm hoch stehen.

Allerdings sind noch weitere Faktoren bei der Starkregenvorhersage zu beachten. Denn bei Gewittern können die Niederschlagsmengen auch deutlich größer als die Werte des niederschlagbaren Wassers ausfallen. Im Fall einer bodennahen Konvergenz strömt feuchte Luft aus der Umgebung am Erdboden zusammen, wird zum Aufsteigen gezwungen und führt dem Gewitter so zusätzliche Feuchte zu. Auch die Zuggeschwindigkeit von Schauer- und Gewitterzellen muss berücksichtigt werden. Am heutigen Sonntag geht die Gefahr besonders von stehenden oder sich langsam verlagernden Zellen aus, die in einem kleinen Gebiet über längere Zeit für Starkregen sorgen können. Dann können bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen, bei wiederholten Gewittern sogar um 60 Liter pro Quadratmeter.

Allgemein können die Auswirkungen und Folgen sowie die damit verbundenen Kosten enorm sein. Starkregen führt unter Umständen zu schnell ansteigenden Wasserständen in Bächen und Kleinflüssen und zu verstopften Kanälen sowie überschwemmten Straßen und Kellern. Auch Bodenerosionen wie Schlammlawinen sind dann möglich, wie am vergangenen Donnerstag (10.05.2018) in Pirna-Neundorf oder im nahegelegenen Struppen (beide in Sachsen), wo es in der Folge zu Straßensperrungen kam. In Hamburg wurde dagegen ein Mehrfamilienhaus unterspült, was daraufhin evakuiert werden musste.

Am heutigen Muttertag können sich besonders Mütter im Nordosten Deutschlands über freundliches Wetter freuen. Die Mütter, die den Tag in der Südwesthälfte verbringen, sollten bei Outdooraktivitäten Vorsicht walten lassen. Zwar trifft es dort längst nicht jeden, aber wenn sich ein Gewitter formiert, kann es zu heftigem Starkregen bis in den Unwetterbereich kommen. Auch Hagel und Sturmböen sind dann nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag und am Montag ziehen sich die Gewitter und Starkregenfälle in den Südwesten und Süden zurück. Jedoch besteht dort auch weiterhin lokal Unwettergefahr. Es lohnt sich also die aktuelle Warnlage zu verfolgen. Diese sowie weitere nützliche Informationen lassen sich wie immer in der WarnWetter-App oder unter www.dwd.de finden. Wer aufgrund der Wettervorhersage beschließt, den Muttertag in den eigenen vier Wänden zu feiern, dem sei gesagt, dass auch der Internationale Tag des Cocktails auf den heutigen Sonntag fällt.

Gewitternachlese und Wetterausblick am Brückentag

Datum 11.05.2018

Vielerorts krachte es gestern ordentlich und für einige gab es kräftige Duschen von oben. Allerdings waren die heftigsten Gewitterentwicklungen mit Starkregen und Hagel örtlich stark begrenzt, daher kam ein nennenswerter Teil der Bevölkerung trocken durch den Tag.

Der für die Jahreszeit relativ lange anhaltende Hochdruckeinfluss fand am gestrigen Feiertag (Christi Himmelfahrt) eine bemerkenswerte Unterbrechung. Bereits am Vormittag zogen über die Westhälfte Schauer und teils starke Gewitter hinweg. Diese waren örtlich immerhin mit Starkregen, Windböen und kleinem Hagel verbunden.

Verantwortlich dafür war eine atlantische Kaltfront, die nach Mitteleuropa schwenkte und den Zustrom kühlerer Meeresluft aus Nordwesten einleitete. Im Vorfeld dieser Kaltfront entwickelte sich zudem eine sogenannte "Konvergenz" (Bereich zusammenströmender Luft), die im Laufe des Tages auf ihrem Weg nach Osten sehr kräftige Schauer und Gewitter auslöste. Die ersten kräftigen Einzelzellen entstanden kurz vor Mittag im Bereich der Schwäbischen Alb, etwas später auch in Osthessen sowie im Bereich des Harzes. Danach ging es Schlag auf Schlag: Nachdem zunächst der Mittelgebirgsraum betroffen war, konnten sich die Schauer und Gewitter rasch auch in die Flachlandregionen der Nordosthälfte ausbreiten. Örtlich kam es zu schweren Gewittern (Unwetter), die vor allem mit heftigem Starkregen verbunden waren.

Die höchsten gemessenen stündlichen Niederschlagswerte traten im DWD-Messnetz an der Station Quickborn (SH) mit 42 Liter pro Quadratmeter (l/qm/h) auf. Allerdings fiel diese Menge in nur 30 Minuten, zudem gab es in der Stunde davor bereits 17 l/qm. Die Plätze zwei und drei gehen an die Wetterstationen Veilsdorf (TH) mit 32 l/qm/h und Itzgrund-Herreth (BY) mit 31 l/qm/h. Zudem gab es noch einige Stationen, die die Marke von 20 l/qm/h deutlich übertrafen. Bei den mehrstündigen Niederschlagsmengen liegt allerdings Langelsheim-Innerstetalsperre (NI) mit 74 l/qm vor Quickborn mit 59 l/qm, gefolgt von Oerlenbach (BY) mit 57 l/qm. (Datenstand: 09:00 Uhr)

Die Daten des Bodenmessnetzes sind aber nur die halbe Wahrheit! Da Schauer und Gewitter oft zwischen den Wetterstationen "durchrutschen", sollte man bei solchen Wetterlagen auch die aus den Radarbildern abgeleiteten Niederschlagswerte beachten. Dort zeigen sich nämlich für den gestrigen Tag noch ganz andere Werte: Im Bereich Goslar sowie in der Rhön wurden stellenweise mehr als 100 l/qm in wenigen Stunden erreicht. Allerdings können diese abgeleiteten Werte durch die hohen Mengen an kleinkörnigem Hagel beeinflusst sein. Nichtsdestotrotz waren dort unweigerlich kleinräumige Überschwemmungen die Folge.

Wie geht es nun weiter? Am heutigen Freitag wirkt Zwischenhocheinfluss. Dieser sorgt dafür, dass es fast überall trocken bleibt. Am ehesten können sich am Nachmittag Schauer und Gewitter noch in den Alpen bilden. Die Temperaturen sind im Vergleich zur ersten Wochenhälfte auf einem anderen Niveau: Mit maximal 20 bis 24 Grad im Südwesten und 15 Grad in Küstennähe "fehlen" im Durchschnitt 5 Grad auf die Werte von Dienstag und Mittwoch. Am Samstag geht es mit den Temperaturen aber schon wieder deutlich nach oben. Auf der Vorderseite einer Tiefdruckzone über Westeuropa werden nämlich warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland geführt. In Kombination mit längerem Sonnenschein können im Westen und Süden verbreitet Höchstwerte über 25 Grad erreicht werden.

Doch im Unterschied zu dieser Woche bleiben die Sommergefühle im Südwesten eine Eintagsfliege. In der Nacht zum Sonntag sowie am Sonntag muss dort mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Unwetterartige Entwicklungen bezüglich Starkregen sind örtlich wahrscheinlich. In der Nordosthälfte bleibt es dagegen auch am Sonntag sonnig und sommerlich warm.

Gewitter, Blitze und persönliche Verhaltensregeln

Datum 09.05.2018

Egal ob Kirchprozession, Vatertagstour oder Familienpicknick im Grünen, Christi Himmelfahrt wird gerne im Freien zelebriert. Da bereits heute, vor allem aber am morgigen Donnerstag, örtlich teils kräftige Gewitter auf der Tagesordnung stehen, seien an dieser Stelle neben einigen physikalischen Grundlagen auch persönliche Verhaltensregeln zum Schutz vor Blitzen vorgestellt.

Bei Gewittern werden in Cumulonimbus-Wolken durch starke vertikale Luftbewegungen große Mengen von Wassertröpfchen und Eiskristallen in beträchtliche Höhen (z.T. bis über 10 km) befördert. Dabei entstehen durch Ladungstrennung elektrische Spannungen von bis zu 1.000.000.000 Volt. Diese Spannungen entladen sich innerhalb der Wolken zwischen unterschiedlich geladenen Wolkenbereichen als "Wolkenblitze" mit Gesamtlängen von bis zu 100 km, oder als "Erdblitze" zwischen Wolke und Erdoberfläche, dabei bevorzugt in Richtung exponierter und aufragender Gegenstände, die entsprechend gegenteilig zur Wolke geladen sind.

Die Blitzentladung erfolgt in ruckartigen Schüben durch "Stoßionisation" längs eines sog. Blitzkanals, es sind mehrere (bis etwa 40) Entladungen im selben Blitzkanal möglich. Die elektrische Stromstärke eines Blitzes kann 200.000 Ampere erreichen, jedoch sind die Zeitspannen der Hauptentladung mit 1 Mikrosekunde bis 1 Millisekunde so gering, dass die mittlere elektrische Ladungsmenge nur etwa 20 Amperesekunden beträgt. Dementsprechend klein ist auch der Energieinhalt von Blitzen.

Die Anzahl der Gewitter auf der Erde schätzt man auf ca. 2000 pro Stunde (mit etwa 100 Blitzen pro Sekunde), die meisten davon in den Tropen. In Deutschland ist im langjährigen Mittel der Juli der gewitterreichste Monat mit einer relativen Häufigkeit von über 40 %. In absoluten Zahlen ausgedrückt gab es beispielsweise nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes der Firma Siemens im Jahre 2009 insgesamt 2.354.567 Entladungen, im Jahre 2010 allerdings "nur" 1.349.049 Blitze in Deutschland.

Wie kann man sich nun vor Blitzen schützen? Generell sollte man sich dem elektromagnetischen Feld eines Gewitters entziehen. Dies ist jedoch nicht immer möglich. In Kraftfahrzeugen und Gebäuden mit ordnungsgemäßen Blitzschutzanlagen besteht normalerweise keine Gefahr ("Faradayscher Käfig"), dennoch sollte man im Zweifelsfalle auf Festnetztelefonate, Wannenbäder und Duschen verzichten. Beim Baden im Freien oder anderen wassersportlichen Aktivitäten ist es unabdinglich, das Gewässer sofort zu verlassen.

Wird man etwa beim Wandern auf freiem Felde überrascht, sollte man hoch aufragende Gegenstände meiden und sich, am besten in der nächstgelegenen Senke, mit eng aneinander gesetzten Füßen hinhocken ("Häschen in der Grube"). Befindet man sich mitten im Walde unter hohen Bäumen, sucht man einen dichten und flachen Baumbestand auf und geht ebenfalls in die Hocke. (Diese Aufzählung von Schutzmaßnahmen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!)

Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, als Fußgänger im Freien vom Blitz getroffen zu werden, sehr gering. Sie entspricht etwa derjenigen, im Lotto einen Sechser mit Superzahl zu gewinnen. Darüber hinaus ist es tröstlich, dass zwei Drittel aller vom Blitz Getroffenen überleben (u.a. aufgrund des "Skin-Effektes"). In Deutschland sind im langjährigen Mittel jeweils 3 bis 4 Blitztote pro Jahr zu beklagen, die ausschließlich durch Blitze verursachten materiellen Schäden betragen rund zwei Millionen Euro pro Jahr.

Mit "Pauken und Trompeten" wird an Christi Himmelfahrt der Tag der Väter gefeiert!

Datum 08.05.2018

Christi Himmelfahrt - Kirchprozession versus Väterwanderung! Dem Wetter ist es egal. Es spielt seinen eigenen Blues.

An Christi Himmelfahrt wird im christlichen Glauben 39 Tage nach Ostersonntag die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Besonders in der katholischen, orthodoxen sowie anglikanischen Kirche wird dieser Tag als Hochfest begangen. In Deutschland ist Christi Himmelfahrt seit 1934 ein gesetzlicher Feiertag.

Den freien Tag machten sich schließlich auch "die Väter" zu Nutze, indem sich Christi Himmelfahrt im volkstümlichen Sinne zum Vater- bzw. Herrentag entwickelte und Bräuche wie eine Kutschfahrt oder eine Wanderung in der Natur in Verbindung mit dem Konsum von alkoholischen Getränken Einzug hielten. Die heutige Form des sog. "Vatertages" stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und nahm in und um Berlin seinen Anfang. Seitdem erfreut sich der "Vatertag" bei den Männern großer Beliebtheit.

Doch ob "Bittprozession", Feldumgang oder Wanderung, die Abhängigkeit vom Wetter haben alle öffentlichen Veranstaltungen am kommenden Feiertag gemeinsam. Und genau da zeigt sich Petrus in diesem Jahr gerade nicht sehr kooperativ!

Derzeit wird das Wetter in Deutschland noch von dem kräftigen und großräumigen Hoch "Quinlan" mit Zentrum über Skandinavien und Finnland bestimmt. Dabei scheint die Sonne von einem noch meist wolkenlosen Himmel nahezu ungehindert und heizt die Luft auf Temperaturen bis nahe 30 Grad auf. Somit wird der heutige Dienstag wohl zum wärmsten Tag der Woche. Das sehr warme Wetter wird auch noch bis Mittwoch anhalten, wenn es auch von Osten her zunehmend wolkiger wird.

Zum Donnerstag macht sich dann auch von Westen her Ungemach auf den Weg nach Deutschland, das schließlich nicht nur den Himmel, sondern auch die Väter an ihrem Feiertag "weinen" lassen könnte. Ausgehend von einem Tiefdruckkomplex zwischen Neufundland und Island bildet sich eine Tiefdruckrinne aus, die von den Britischen Inseln über Frankreich hinweg bis in den westlichen Mittelmeerraum reicht und bei ihrer langsamen Ostverlagerung den Himmelfahrtstag in Deutschland deutlich unbeständiger gestaltet. Bereits ab Mittwochnachmittag zieht von der Nordsee bis zum Hochrhein dichtere Bewölkung auf und in der Nacht zum Donnerstag setzt dort schauerartiger, teils gewittriger Regen ein.

Während man am Vatertag im Osten und Nordosten zum Feiern oder Kirchgang zumindest am Vormittag bei Sonnenschein noch ohne Regenschutz über die Runden kommt, dominieren ansonsten schon die dichten Wolken mit Regenschauern und Gewittern. Im Tagesverlauf erreicht die Bewölkung samt Schauern und Gewittern auch die östlichen Regionen. Vor allem dort besteht dann nach derzeitigem Stand auch ein erhöhtes Unwetterrisiko. Die aufkommenden teils kräftigen Gewitter können nämlich örtlich mit heftigem Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen einhergehen.

Da die Schauer und Gewitter in der Nacht zum Freitag unter Abschwächung nach Osten abziehen, können die Männer am Freitag unter Zwischenhocheinfluss einen eventuellen "Kater" zumindest im Garten bei Sonnenschein "pflegen".

Trockene Wärme

Datum 07.05.2018

Über die vielleicht nicht ganz so offensichtlichen Vorteile des aktuellen Wetters berichtet das heutige Thema des Tages.

Die "Schattenseite" des bundesweiten Traumwetters mit blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen hat das gestrige Thema des Tages beleuchtet. Aktuell sind die Böden gebietsweise bereits so stark ausgetrocknet, dass zur Wochenmitte in Teilen Deutschlands die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen werden könnte. Im heutigen Thema des Tages soll es hingegen um positive Nebeneffekte des aktuellen Wetters gehen.

Die Sonne lacht, die Vöglein zwitschern - am vergangenen Wochenende hielt es kaum mehr einen in den eigenen vier Wänden. Vielleicht haben Sie eine Radtour unternommen, am See Beachvolleyball gespielt oder dem Hund eine Frisbee zugeworfen? Egal wie, sind sie bei körperlich anstrengenden Außenaktivitäten ins Schwitzen geraten? Für Ihre Verhältnisse sicherlich langsamer oder vielleicht auch gar nicht, denn die Luftmasse ist kontinental geprägt und damit angenehm trocken.

In der unten aufgeführten Karte sehen sie die Verteilung der relativen Luftfeuchte am gestrigen Sonntag um 16 Uhr Ortszeit. Diese lag verbreitet bei nur 20 bis 40%. Bildlich gesprochen enthielt die Luft zu dem Zeitpunkt nur rund ein Drittel der Wasserdampfmenge, die sie bei den entsprechenden Temperaturen (gemessen um 16 Uhr meist zwischen 20 und 25 Grad) theoretisch maximal aufnehmen könnte. Lediglich an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind oder im höheren Bergland wurden auch mal 50% überschritten. In absoluten Zahlen (siehe absolute Feuchte im DWD-Wetterlexikon) bedeutet das umgerechnet gerade einmal 5 bis 10 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft.

Insofern hatte die Atmosphäre also viel "Puffer", um überschüssige Feuchte aufzunehmen. Ideale Bedingungen also, um die Wäsche im Freien zu trocknen. Dazu ein leichtes Lüftchen und im Handumdrehen können Sie die mühsam aufgereihten Textilien wieder ihrem angestammten Platz im Kleiderschrank zuweisen. Ein weiterer positiver Nebenaspekt der geringen Luftfeuchte ist die beträchtliche nächtliche Abkühlung, die in trockener Luft und bei klaren windstillen Bedingungen am effektivsten von statten geht (ungehinderte langwellige Ausstrahlung). So lassen sich die Schlafräume am Abend (zumindest jetzt noch) rasch auf traum-taugliche Temperaturen trimmen.

Um das Temperaturempfinden des Menschen zu beschreiben, bedient man sich der sogenannten "Gefühlten Temperatur". Neben der Lufttemperatur und -feuchte spielen hierbei auch noch weitere meteorologische Größen wie Wind und Strahlung eine entscheidende Rolle. Vereinfacht gesprochen gibt die gefühlte Temperatur wieder, in welchem Maße der Organismus damit beschäftigt/beansprucht ist Kälte-/Wärmereize, die auf uns wirken, auszugleichen. Hat unser Körper aufgrund hoher Temperatur und Feuchtegehalts zunehmend Probleme über Verdunstung (Schwitzen) Wärme an die Umgebung abzugeben, spricht man von Schwüle. Aktuelle Prognosen der gefühlten Temperatur sowie des Schwüleempfindens können sie täglich aktualisiert und europaweit dargestellt auf unserer Homepage unter

https://www.dwd.de/DE/leistungen/geftempschwuele/geftempschwuele.html?nn=16102

nachschauen. Dort ist neben der täglich-periodischen Variation zwischen Tag- und Nachtbelastung auch sehr schön zu erkennen, dass ab Mittwoch die gefühlte Temperatur (infolge Feuchtezunahme) allmählich zunimmt. Dies äußert sich in einer zunehmenden Schauer- und Gewitterneigung, die spätestens zum Donnerstag das bundesweite "Hochglanzwetter" fürs Erste beenden wird.

Brennende Wälder

Datum 06.05.2018

Seit Wochen wird Deutschlands Natur bei ausbleibenden Niederschlägen immer trockener. Damit steigt aber auch die Waldbrandgefahr, für die kommende Woche wird lokal sogar die höchste Gefahrenstufe vorhergesagt.

Der April 2018 fiel mit nur 35 Litern Regen pro Quadratmeter im Vergleich zum Soll von 58 Litern pro Quadratmeter (Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990) viel zu trocken aus. Der nun ein paar Tage alte Mai steht dem in Nichts nach und vielerorts gab es bisher überhaupt keinen Regen. Bis mindestens Mitte der kommenden Woche ist weiterhin sonnig-trockenes Wetter zu erwarten. Kein Wunder ist es daher, dass nach dieser Vorgeschichte die Trockenheit in der Natur immer weiter zunimmt und die Waldbrandgefahr stetig steigt. In einigen Landesteilen könnte sie ab Dienstag sogar die höchste Gefahrenstufe erreichen.

Die Waldbrandgefahr wird vom Deutschen Wetterdienst durch einen Index erfasst. Der sogenannte Waldbrandgefahrenindex (WBI) wird in der Regel von März bis Oktober täglich bereitgestellt und ist unter dem Link https://www.dwd.de/waldbrand für den aktuellen Tag und bis zu vier Vorhersagetage abrufbar. Nach international üblichem Standard wird der Index in fünf Stufen eingeteilt, wobei ein Wert von 1 die niedrigste Stufe und ein Wert von 5 die höchste Stufe der Waldbrandgefahr bedeutet.

Der Index lehnt sich an den kanadischen Fire Weather Index (FWI) an, zudem fließen Ideen des deutschen Baumgartner- und M68-Index ein. Berücksichtigt werden in den Modellprognosen Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate (bzw. Schneemenge) und kurz- bzw. langwellige Strahlung der Atmosphäre.

Am heutigen Sonntag ist die Waldbrandgefahr in vielen Landesteilen mittel bis hoch (Index bei 3 bis 4, orange bis rote Flächen in den Grafiken unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/5/6.html). Hohe Waldbrandgefahr besteht insbesondere etwa von der Lüneburger Heide bis zum Fläming, im östlichen Berliner Raum, von Südhessen und dem nördlichen Baden-Württemberg bis in die Mitte Bayerns und am Bodensee. Vor allem dort sollte man also aufpassen, dass man auch nicht versehentlich Waldbrände auslöst.

Um die Gefahr zu vermindern, können einige Sicherheitstipps des Deutschen Feuerwehrverbandes beherzigt werden:

1. Keine offenen Feuer (auch Grillfeuer) im Wald entzünden. 2. Rauchen verboten! 3. Keine brennenden Zigaretten aus dem Autofenster werfen. 4. Nicht auf leicht entzündlichen Grasflächen parken, nur ausgewiesene Parkplätze benutzen. 5. Zufahrten und Rettungswege freihalten. 6. Zugangsverbote in Waldgebiete beachten. 7. Brände und Rauchentwicklungen melden (Notruf 112) und Löschversuche unternehmen. (8. Keine Glasflaschen oder Glasscherben im Wald liegen lassen. (Brennglaseffekt; mittlerweile wird diese Brandentzündungsmöglichkeit nach Feldstudien jedoch als unwahrscheinlich erachtet))

Vom morgigen Montag bis zum Mittwoch tauchen in den Vorhersagegrafiken der Waldbrandgefahr dann sogar ein paar lilafarbene Flächen in den Grafiken auf, sodass dort bei einem Indexwert von 5 eine sehr hohe Waldbrandgefahr besteht. Die grünen und gelben Flächen dagegen schrumpfen immer mehr. Ab Donnerstag mindern aufkommende Niederschläge die Waldbrandgefahr wieder deutlich, vor allem im Westen.

Kármánsche Wirbelstraßen

Datum 04.05.2018

Kármánsche Wirbelstraßen sind ein fluidmechanisches Phänomen, bei dem hinter einem umströmten Körper gegenläufige Wirbel entstehen, die sich aneinander reihen und stromabwärts driften. Man findet sie häufig in Natur und Technik, beispielsweise an Brückenpfeilern in Flüssen oder aber in der Atmosphäre, wenn aus dem Meer aufragende Inseln umströmt und die entstehenden Wirbeln dank der Bewölkung sichtbar werden.

Am Sonntag, den 6. Mai 2018, jährt sich zum fünfundfünfzigsten Mal der Todestag des ungarischen Physikers und Luftfahrtingenieurs Theodore von Kármán. Von Kármán studierte in Budapest, wurde in Göttingen bei Ludwig Prandtl promoviert und wirkte später in Aachen (an der heutigen RWTH), bevor er ab 1926 seine Forschungstätigkeit schrittweise in die Vereinigten Staaten verlegte. Wie schon sein Lehrer Ludwig Prandtl arbeitete auch von Kármán auf vielen Gebieten der Kontinuumsmechanik und gilt wie dieser als Pionier der modernen Aerodynamik. Seine wohl bekannteste Arbeit über die nach ihm benannten "Kármánschen Wirbelstraßen" veröffentlichte er im Jahre 1911.

Unter Kármánschen Wirbelstraßen versteht man ein strömungsmechanisches Phänomen, bei dem sich im Lee eines umströmten Körpers gegenläufige Wirbel bilden. Das Verhalten der ein Hindernis umfließenden Strömung wird durch die hydrodynamischen Eigenschaften des Fluids, z.B. seiner Strömungsgeschwindigkeit, sowie durch die Dimensionen des Hindernisses bestimmt. Grob vereinfacht gesagt, wird das Hindernis bei entsprechend geringen Geschwindigkeiten "laminar", also ohne sichtbare Verwirbelungen umströmt. Steigt die Strömungsgeschwindigkeit, bilden sich im Lee zunächst stationäre Wirbel, bei weiterer Geschwindigkeitserhöhung lösen sich die Wirbel vom Hindernis und driften in Strömungsrichtung davon. Es bildet sich eine mehr oder weniger periodische Schleppe, in der jeweils gegenläufig rotierende Wirbel, mit einer wiederum von Form und Dimension des umströmten Körpers bestimmten, sog. Ablösefrequenz, aufeinander folgen.

Kármánsche Wirbelstraßen finden sich vielerorts in Natur und Technik, beispielsweise bei der Umströmung von Brückenpfeilern in einem Fluss. Des Weiteren müssen Luftfahrzeuge so konstruiert sein, dass sie laminar umströmt und damit Wirbelbildungen möglichst vermieden werden. Ebenso sind bei der Flugsicherung bzw. dem Management von Verkehrsflughäfen Wirbelschleppen startender und landender Maschinen eine wichtige Einflussgröße. Selbstverständlich kann auch die atmosphärische Zirkulation Wirbelstraßen verursachen. Relativ häufig kann man sie bei großräumigen und beständigen Strömungen im Lee von Inseln oder Vorgebirgen beobachten.

Die Abbildung einer Kármánsche Wirbelstraße, die sich am 31. Mai 2006 im Lee der Insel Guadeloupe gebildet hatte, finden Sie unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/05/04.html. Zeitpunkt der mit dem Fernerkundungssystem Aqua/Modis (Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer) gemachten Aufnahme ist 21:25 Uhr UTC. Isla de Guadalupe (28°53'N, 118°18'W) ist eine Insel vulkanischen Ursprungs, die etwa 240 Kilometer westlich der Halbinsel Niederkalifornien liegt. Die Insel gehört zum mexikanischen Bundesstaat Baja California und hat eine Länge von ca. 40 km sowie eine Breite von bis zu 9.5 km. Die höchste Erhebung ist der 1298 m hohe Monte Augusta. Rund um die Insel ragen noch einige kleinere Felsen aus dem Meer. Im Süden der Insel gibt es eine Wetterstation namens Campamento Sur.

An diesem Tage befand sich die Insel Guadeloupe an der Ostflanke eines Hochdruckgebietes, dessen Kern sich etwa 600 km westnordwestlich (ca. 30°N, 130°W) befand. Es wehte Nordwestwind mit einer Geschwindigkeit von etwa 3 m/sec, die Luftmasse war stabil geschichtet. Interessant ist, dass sich im Luv der Insel eine laminare Bugwelle bildet, welche die nähere Umgebung der Insel wolkenfrei hält. Die ersten Wirbel bildeten sich unmittelbar an der Südspitze der Insel. Ihr Durchmesser wuchs auf etwa 80 km. Der Dissipationsbereich der Wirbelstraße, also dort, wo sich die Wirbel allmählich auflösen, lag ungefähr 500 km stromabwärts.

Deutschlandwetter im April 2018

Datum 02.05.2018

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im April 2018* 1. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 15,1 °C Abweich. +5,2 Grad 2. Platz Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) 14,8 °C Abweich. +5,4 Grad 3. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 14,7 °C Abweich. +4,6 Grad

Besonders kalte Orte im April 2018* 1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 7,3 °C Abweich. +1,3 Grad 2. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 8,2 °C Abweich. +3,2 Grad 3. Platz Schönhagen/Ostseebad (Schleswig-Holstein) 8,3 °C Abweich. +1,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2018** 1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 104,8 l/m² 274 Prozent 2. Platz Wangerooge (Niedersachsen) 104,3 l/m² - Prozent 3. Platz Ovelgönne (Niedersachsen) 102,4 l/m² 209 Prozent

Besonders trockene Orte im April 2018** 1. Platz Singen (Baden-Württemberg) 3,9 l/m² 6 Prozent 2. Platz Radolfzell-Markelfingen (Baden-Württemberg) 4,4 l/m² 7 Prozent 3. Platz Pfullendorf (Baden-Württemberg) 4,5 l/m² 7 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2018** 1. Platz Attenkam (Bayern) 279 Stunden 188 Prozent 2. Platz Weihenstephan (Bayern) 274 Stunden 172 Prozent 3. Platz München-Flughafen (Bayern) 272 Stunden 169 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2018** 1. Platz Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) 155 Stunden 101 Prozent 2. Platz Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) 162 Stunden 120 Prozent 3. Platz Lingen (Niedersachsen) 164 Stunden 107 Prozent

Oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter http://www.dwd.de/presse.

"Gelber Staub"

Datum 01.05.2018

Der wärmste April seit den Aufzeichnungen hat die Vegetation regelrecht zum Explodieren gebracht. Die etwa 2 Wochen Vegetationsrückstand von Ende März wurden nicht nur aufgeholt, sondern die Vegetation ist dem normalen Stand nun deutlich voraus. Kein Wunder, dass dieses Jahr besonders viele Pollen unterwegs sind.

Gelbliche Wolken werden dieser Tage immer wieder von Windböen wie Nebelschwaden aus den Wäldern geweht. Überall legt sich gelber Staub nieder, der Autos und Terrassen beschmutzt. Doch diesmal ist es kein Saharastaub, sondern es ist Pollenzeit.

Dieses Jahr ist die Pollenbelastung besonders hoch. Dies hat mehrere Gründe: Durch das Sommerwetter im April gab es eine regelrechte Explosion der Vegetation. Hatte der Vegetationsstand Ende März noch etwa 2 Wochen Rückstand, ist er nun dank des rekordwarmen Aprils dem normalen Stand etwa 2 Wochen voraus. Somit blühen nun viele Pflanzen gleichzeitig, die normalerweise sonst nacheinander blühen. Doch der Hauptanteil der Pollen stammt von Fichten, dem häufigsten Baum in Deutschland. Denn in diesem Jahr ist die Fichtenblüte besonders intensiv. Normalerweise blüht die Fichte alle 4 bis 7 Jahre. Doch die Abstände sind in den letzten Jahrzenten immer kürzer geworden, sodass das Autowaschen also auch in den nächsten Tagen zwecklos bleibt, zumal die Fichtenblüte voraussichtlich noch ein paar Wochen andauern wird.

Über 15 % der Deutschen reagieren allergisch auf Pollen und die Zahl steigt stetig an, was sich dadurch erklären lässt, dass bei Pollenallergikern der Körper die eigentlich harmlosen Pollen als "Angreifer" interpretiert, wodurch das Immunsystem ihnen gegenüber sensibilisiert wird. Bei Kontakt mit den Pollen trifft das Immunsystem dann Abwehrmechanismen und es werden Botenstoffe ausgeschüttet, die für die schnupfen- und erkältungsähnlichen Symptome sorgen. Es handelt sich dabei um eine Überreaktion des Immunsystems. Die Pollenkonzentration in der Luft hängt nicht nur vom Blütestand der entsprechenden Pflanzen ab, sondern auch von den Wetterbedingungen. Zum Beispiel ist bei längerer Trockenheit die Pollenkonzentration höher, während die Pollen bei Regen aus der Luft "ausgewaschen" werden. Der Deutsche Wetterdienst erstellt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PDI) Vorhersagen zum Pollenflug-Gefahrenindex für viele Blütenpollen. Der Pollenflug-Gefahrenindex beschreibt die Stärke der Symptomatik bei Pollenallergikern, die von dem bestimmten Pollentyp und dessen Konzentration abhängt. Dazu werden nicht nur die Wettervorhersagen betrachtet, sondern auch die vom PID gemessenen Pollenkonzentrationen. Die phänologischen Daten zum Blütestand, die von der Abteilung Agrarmeteorologie vom DWD ermittelt werden, spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Pollen-Gefahrenindex lässt sich unter www.dwd.de/pollenflug abrufen.

Aktuell sind es nicht die zahlreichen Fichtenpollen, die den Allergikern am meisten zu schaffen machen. Denn Fichtenpollen wirken wenig aggressiv auf das Immensestem, sodass Allergiker kaum darauf reagieren. Anders sieht das bei den wesentlich kleineren Birkenpollen aus, die derzeit die Hauptbelastung für Allergiker darstellen. Auch wenn die Birkenblüte langsam wieder am Abklingen ist. Daher findet man mittlere bis hohe Belastungen nur noch im Nordosten und im Mittelgebirgsraum findet. Als Nächstes müssen sich Allergiker auf die Blüte der Gräser einstellen. Weitere Informationen zu Pollenallergien und Blütezeiten finden sie auf der Seite des PDI unter http://www.pollenstiftung.de

Gewitternachlese

Datum 30.04.2018

Am Sonntag haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes die bereits Tage zuvor angekündigte unwetterträchtige Gewitterlage für den äußersten Westen Deutschlands mit einer Vorabinformation konkretisiert. Was wurde daraus?

Die Wetterlage und ihre möglichen Auswirkungen wurden bereits im Thema des Tages am Sonntag beschrieben: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/4/29.html Aufgrund der bis zum Schluss herrschenden größeren Unsicherheiten in den Modellen, wurde die Vorabinformation am Nachmittag für den Westen aktualisiert und etwas weiter in den Osten ausgedehnt. Dies erwies sich im Nachhinein als unnötig, da sich die Unwetter auf den äußersten Westen beschränkten.

Zum Ablauf: Am Sonntagabend zogen erste Gewitter von Frankreich her ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz, diese brachten aber nur örtlich etwas Regen. Später folgten von Luxemburg und Belgien kräftige Gewitterzellen und zwischen Saarschleife und Niederrhein kam es in kurzer Zeit zu heftigem Starkregen und vorübergehend zu kräftigen Windböen. Beobachter meldeten Hagel bis zu 4 cm. Im weiteren Verlauf zogen die Gewitter unter Abschwächung nordwärts, so dass die Unwetterwarnungen aufgehoben werden konnten. Besonders betroffen war der Westen Nordrhein-Westfalens, wo an einigen Stationen heftiger Starkregen gemeldet wurde. So wurden an der Wetterstation Aachen-Orsbach 40,4 l/qm in einer Stunde registriert, an der Station Nettetal-Hülst waren es noch 25,3 l/qm. Auch im 6-stündigen Zeitraum wurden zum Teil unwetterartige Regenmengen gemessen. Dabei meldete die Station Aachen-Orsbach 58,3 l/qm in 6 Stunden, in Alsdorf-Bettendorf wurden 44,3 l/qm und in Hückelhoven-Ratheim 39,4 l/qm registriert.

Da der Südwestwind in der Nacht generell auffrischte, waren die Böen in der Umgebung von Gewittern nicht sehr abgehoben von den übrigen Meldungen. In der Umgebung von Gewittern meldete die Wetterstation Nörvenich (Flugplatz) in NRW Böen von 72 km/h und Trier-Petrisberg in Rheinland-Pfalz 71 km/h.

Am Montagvormittag gab es im Nordwesten noch teils kräftige Gewitter, auch hier wurde punktuell die Unwetterstufe erreicht. Später am Tage gibt es im Nordosten noch Gewitter, teils mit stärkerem Regen und kräftigen Böen, Unwettergefahr besteht aber nicht mehr. Abseits davon gibt es gelegentlich Schauer und im Südwesten am Nachmittag und Abend vielleicht auch einzelne gewittrige Schauer.

Der Tanz in den Mai, der bereits im Thema des Tages vom Samstag, den 28.04.2018 ausführlich behandelt wurde (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/4/28.html), kann vielerorts trockenen Fußes erfolgen. Lediglich ganz im Süden sowie im äußersten Westen ist etwas Regen wahrscheinlich. Allerdings wird die Nacht mit Tiefstwerten zwischen 3 und 8 Grad recht frisch. Örtlich besteht vor allem in den Hochlagen der westlichen Mittelgebirge die Gefahr von leichtem Frost. Dazu weht im Westen und Nordwesten weiterhin ein kräftiger südlicher Wind.

Der Tanz in den Mai - Mit Jacke und teils mit Regenschirm!

Datum 28.04.2018

Der Wonnemonat nähert sich und somit auch die Feierlichkeiten zu dessen Beginn. Was hat es mit dem "Tanz in den Mai" auf sich und wie wird das Wetter?

Als "Tanz in den Mai" hat die sogenannte "Walpurgisnacht" am Vorabend des Maifeiertags als traditionelles und modernes Festereignis Eingang in die Gesellschaft gefunden. Vielerorts finden private und kommerzielle Veranstaltungen statt, die zu Tanz und Geselligkeit einladen. Je nach Region werden diese mit unterschiedlichen Bräuchen und Traditionen gefeiert. In weiten Teilen Deutschlands will man beispielsweise durch das Entzünden der sogenannten "Maifeuer" (Hexenfeuer) die bösen Geister vertreiben. Ist das Feuer weitgehend heruntergebrannt, findet in einigen Gegenden der Maisprung statt, bei dem junge verliebte Paare gemeinsam über die Feuerreste springen. In anderen Regionen des Landes gehen Gruppen durch die Orte und treiben Schabernack oder begrüßen den Mai mit Gesang und einem Glas Maibowle. Doch wo nahm die "Walpurgisnacht" ihren Anfang und bei welchem Wetter wird dieses Jahr in den Mai getanzt?

Der Name leitet sich von der heiligen Walburga ab, deren Gedenktag ursprünglich am Tag ihrer Heiligsprechung am 1. Mai gefeiert wurde. Die Walpurgisnacht war schließlich das Nachtoffizium der Feierlichkeiten. Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai auch als Hexennacht! In jener Nacht sollen die Hexen ein großes Fest auf dem Blocksberg (auch Brocken) oder anderen erhöhten Orten abgehalten haben. Die Vorstellung beruht auf den Ausführungen des Hexensabbats des 15. und 16. Jahrhunderts, der entsprechend Hexentheoretikern der frühen Neuzeit "regelmäßige, geheime, nächtliche Hexentreffen mit dem Teufel" bezeichnet.

Doch egal ob sich nun Hexen treffen, Paare über Feuerreste springen, Gruppen im Ort Schabernack treiben oder einfach nur singend und tanzend den Mai begrüßen wollen, vom Wetter sind sie alle abhängig. Und dieses zeigt sich in der Nacht von Montag auf Dienstag nach derzeitigem Stand sehr differenziert. Während es nahezu in der gesamten Osthälfte trocken bleibt und die Sterne teilweise vom wolkenlosen Himmel strahlen, ziehen im Westen und Südwesten immer wieder dichtere Wolkenfelder durch, die bevorzugt im Südwesten örtlich etwas Regen abladen können. Im Verlauf der Nacht kommt dann auch im Nordwesten allmählich wieder Ungemach in Form von dicken Wolken und etwas Regen auf. Ob nun mit oder ohne Regenschirm um das Feuer getanzt wird, eine dickere Jacke ist in allen Regionen des Landes auf jeden Fall angebracht. Bei Tiefsttemperaturen von 10 bis 2 Grad wird es nämlich kühl. In Bodennähe ist im Westen und an den Alpen nach längerem Aufklaren sogar wieder Frost in Bodennähe in Reichweite.

Dieses Jahr werden durch die "Maifeuer" wohl nur die Hexen ausgetrieben, denn der Winter hat sich ja schon vor geraumer Zeit weit in den Norden und Osten Europas verabschiedet. Entsprechend ist auch zu Beginn des Wonnemonats tagsüber weiter ein Temperaturniveau zwischen 15 und 25 Grad angesagt.

Ein Tiefdrucksystem größer als die Erde

Datum 27.04.2018

Was im ersten Moment utopisch klingen mag, ist tatsächlich Realität: Auf dem Jupiter existiert ein Tiefdrucksystem, das größer ist als unsere Erdkugel!

Wetter ist nicht nur ein irdisches Phänomen, wie früher angenommen wurde. Auch auf den anderen Planeten in unserem und in anderen Sonnensystemen sind meteorologische Vorgänge gegeben, vorausgesetzt, sie sind von einer Gashülle umgeben. Der Gasplanet Jupiter besitzt solch eine Atmosphäre - und sie ist enorm. Der Jupiter ist der Gigant unter den Planeten unseres Sonnensystems. Die Erde würde mehr als tausendmal in ihn hinein passen und er wiegt mehr als doppelt so viel wie alle anderen Planeten zusammen. Kein anderer Planet dreht sich so schnell um sich selbst, sodass ein Jupitertag nur knapp 10 Stunden dauert.

Aufgrund seiner Größe ist der Jupiter eines der hellsten Objekte am Nachthimmel und mit einem einfachen Teleskop zu beobachten. Die Erscheinung des Planeten weist eine farbige, bandförmige Struktur auf. Diese Bänder, genannt Zonen (heller) und Gürtel (dunkler), sind Strahlströme, welche Wolken mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h um die Kugel transportieren. Strahlströme, oder auch Jets, sind Starkwindbänder mit hohen Geschwindigkeiten. Anders als die Strahlströme auf der Erde, welche durch Tröge und Rücken in der mittleren Atmosphäre nach Nord und Süd abgelenkt werden, verlaufen die Jets auf dem Jupiter zonal, sprich in Ost-West-Richtung.

Innerhalb oder zwischen diesen starken Windbändern liegen kontinentgroße Wirbelstürme. Der bekannteste hiervon ist der "Große Rote Fleck" auf der südlichen Halbkugel. Er stellt ein Tiefdrucksystem dar, das größer als die Erde ist und Windgeschwindigkeiten aufweist, wie sie sonst in unserem Sonnensystem nicht zu finden sind. Man nimmt an, dass die Spitzenwerte bei bis zu 700 km/h liegen können, also mehr als doppelt so hoch wie bei einem ausgeprägten Hurrikan über Nordamerika. Die Farbe des Großen Roten Flecks ist, ebenso wie die der Strahlströme, nicht immer die gleiche. Die Veränderungen führt man auf das Auftreten verschiedener Gase in den höchsten Regionen des 350 km hohen Wirbelsturms zurück. Durch die dynamische Atmosphäre vom Jupiter ändert sich die Zusammensetzung der Gase und damit die farbliche Erscheinung. Angetrieben wird der Große Rote Fleck wohl durch den Temperaturunterschied zwischen den warmen aufsteigenden Gasen im Zentrum und den absinkenden kalten Gas am Rand.

Eine weitere Besonderheit, die immer noch Rätsel aufgibt, ist die Langlebigkeit dieses Wirbelsturms. Während sich auf der Erde eine ausgeprägte Zyklone innerhalb einiger Tage bis Wochen auflöst, besteht der Große Rote Fleck möglicherweise bereits seit über 300 Jahren. Er entstand also schon vor der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese lange Dauer wird darauf zurückgeführt, dass der Wirbelsturm sich nicht über einer festen Oberfläche befindet, welche ihn durch Reibung abbremsen könnte, wie einen Hurrikan, wenn er vom Ozean auf Land trifft.

Allerdings besteht auch dieses Tiefdrucksystem nicht ewig. In den letzten Jahren wurde bereits ein deutlicher Rückgang bei der Ausdehnung beobachtet und es ist durchaus möglich, dass es bis zum Ende dieses Jahrhunderts bereits verschwunden ist. Ganz verzichten auf riesige Tiefdrucksysteme müsste man dann jedoch nicht. Mit dem "Kleinen Roten Fleck", welcher zu Beginn des Jahrtausends durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Wirbelstürme entstand, ist ein Nachfolger bereits in den Startlöchern.

Endlich "richtiges" Aprilwetter

Datum 26.04.2018

Der bisherige April passte bislang so gar nicht ins typische Bild eines launischen, weil von raschen Wetterwechseln geprägten, Monats. Der heutige Tag (26.04.2018) erfüllt dann aber doch noch im Norden und der Mitte des Landes die typischen Klischees.

Über weite Strecken machte der April eher auf Mai und sorgte häufig für frühsommerliches Wetter - die Schneemassen vom 1. April in Mecklenburg-Vorpommern wirken rückblickend tatsächlich wie ein Aprilscherz. Aus südlichen Gefilden strömten wiederholt subtropische Luftmassen zu uns und ließen die Temperatur immer wieder über die Sommertagsschwelle von 25 Grad steigen. Von dieser sind wir am heutigen Donnerstag weit entfernt, auch die 20-Grad-Marke bildet vorübergehend eine nicht zu überwindende Hürde.

Verantwortlich für diese kühle Phase am Ende des Monats ist ein Schwall kühler Meeresluft, die von Nordwesten gestern (25.04.2018) mit stürmischem Wind das Land flutete. Diese Meeresluft ist nicht nur in der unteren Troposphäre kühl, sondern auch in mehreren Kilometern Höhe kalt (unter -30 Grad im Niveau von 500 hPa, knapp 5,5 km Höhe). Diese starke Abnahme der Temperatur mit der Höhe sorgt in Verbindung mit dem hohen Sonnenstand heute in der Nordhälfte Deutschlands für zahlreiche Schauer und auch kurze Gewitter. Mit den Gewittern kann es zudem zu Graupel kommen, ein typisches Merkmal solcher "Kaltluftgewitter", im Gegensatz zum großkörnigen Hagel bei Gewittern in sommerlicher Luftmasse.

Zwischen den Schauern und Gewittern kommt es häufig zu kurzen Auflockerungen. Dieser rasche Wechsel aus freundlichen und nassen Phasen ist es, der eigentlich so typisch für den April steht. Am späten Nachmittag und Abend lohnt sich besonders ein Blick gen Osten zum Himmel. Der dann tiefe Sonnenstand und die noch vorhandene Schaueraktivität ergeben ein günstiges Zeitfenster für Regenbögen. Apropos günstiges Zeitfenster, dieses gibt es in der kommenden Nacht auch in Sachen Bodenfrost in prädestinierten Lagen.

Die aktuelle Wetterlage hat allerdings nur eine kurze Lebensdauer. Schon am morgigen Freitag dreht die Strömung schon wieder auf südliche Richtungen und die kühle Meeresluft wird nach und nach durch deutlich wärmere Luft ersetzt. Im Süden werden morgen wieder über 20 Grad erreicht, am Wochenende geht es im Südosten dann auch wieder über die 25-Grad-Marke. Spürbar kühler, wenn auch milder als heute, ist es dann im Nordwesten. Auch die Sonnenanteile sind dort deutlich geringer. Im Westen und Südwesten des Landes werden im Laufe des Sonntags dann wahrscheinlich Gewitter oder zumindest gewittrige Regenfälle wieder ein Thema, diese sind dann wieder dem sommerlichen Wetterregime zuzuordnen.

Das Ende des sommerlichen Vorgeschmacks - oder?

Datum 23.04.2018

Sehr hohe Temperaturen sorgten in den vergangenen Tagen bei allen "Sommerkindern" für große Freude. Außerdem brachten kräftige Gewitter einen sommerlichen Vorgeschmack. Nun führt eine Kaltfront kühlere Luft aus nördlichen Breiten zu uns. Ist das das Ende der sommerlichen Witterung?

In der vergangenen Woche brachten uns die Hochdruckgebiete "NORBERT" und "ONNI" einen Vorgeschmack auf den Sommer. Bei einem häufig strahlend blauen Himmel sorgten die beiden Herren für freibadtaugliches Wetter und lange Schlangen vor den Eisdielen. Denn in der sehr warmen Subtropikluft stiegen die Tageshöchstwerte vielerorts auf Werte von über 25 Grad Celsius. Am gestrigen Sonntag (22.04.18) konnte die Station im baden-württembergischen Ohlsbach sogar die 30-Grad-Marke knacken. Die im Wein- und Ferienort angesiedelte Messstation registrierte gegen 17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit 30,4 Grad Celsius.

Der Stationsrekord der letzten Aprildekade (Zeitraum vom 21. bis 30.04.) in Ohlsbach wurde dabei allerdings knapp verfehlt. Denn am 28.04.2012 stieg das Thermometer in der Gemeinde mit knapp 3000 Einwohnern bereits auf 30,5 Grad an. Ansonsten wurden die 30 Grad jedoch lediglich durch das Aufrunden der ersten Nachkommastelle erreicht. An der Station im 15 Kilometer entfernten Lahr sowie in Waghäusel-Kirrlach (beide ebenfalls in Baden-Württemberg) wurden "nur" Höchstwerte von 29,8 Grad registriert.

Seit dem gestrigen Sonntag stellt sich die Wetterlage jedoch um. Schönwetterhoch "ONNI", das in der Nacht zum Sonntag noch direkt über Deutschland zu finden war, verlagerte seinen Schwerpunkt nach Polen und machte den Weg frei für den Einfluss von Tief "MADELEINE". Mit ihrem Kern zog "MADELEINE" vom Nordatlantik über die Färöerinseln hinweg und führte mit einer südwestlichen Strömung feuchtere und energiereichere Luftmassen in den Norden und Westen. Dort kam es dann am Nachmittag und Abend zu kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und einzelnen schweren Sturmböen, die für zahlreiche Schäden sorgten. Im hessischen Gottbüren kämpften Feuerwehren und Anwohner mit einer Schlammlawine, die Deutsche Bahn meldete aufgrund von Unwetterschäden im Raum Leverkusen Verspätungen und Teilausfälle von Zugverbindungen. Und auch der eine oder andere Fußballfan blieb nicht verschont. Beim Heimspiel der Fortuna in Düsseldorf durften die Zuschauer nach dem Abpfiff im Stadion das heranziehende Gewitter aussitzen, 30 Minuten vor Beginn der Partie des 1. FC Köln gegen die blau-weißen Schalker wurde in unmittelbarer Stadionumgebung Blitzeinschläge detektiert. Glücklicherweise gab es offenbar keine Verletzten.

Heute zieht "MADELEINE" mit ihrem Kern weiter in Richtung Europäisches Nordmeer. Ihre Kaltfront liegt bereits über dem Nordwesten und trennt die nach wie vor feuchte und energiereiche Luft in der Südosthälfte von rückseitig einfließender erwärmter subpolarer Meeresluft. So kommt es heute tagsüber besonders in einem breiten Streifen vom Saarland und dem Oberrhein bis zur Oder zu schauerartigem und teils gewittrigem Regen. Auch weiter südöstlich davon können sich im Tagesverlauf Schauer und Gewitter bilden. Dabei muss dann erneut mit Starkregen, Sturmböen und meist kleinkörnigem Hagel gerechnet werden. Im äußersten Südosten können in der Subtropikluft nochmals Tageshöchstwerte von bis zu 27 Grad erreicht werden, im wetterberuhigten Nordwesten klettert das Thermometer allerdings nur noch auf Werte zwischen 15 und 19 Grad, unmittelbar an der Küste kann es auch noch etwas kühler bleiben.

In der Nacht zum Dienstag verlagern sich die Schauer und Gewitter dann in den Süden. Nur südlich der Donau muss noch mit Schauern und sich abschwächenden Gewittern gerechnet werden. Sonst lockern die Wolken gebietsweise auf und es ist trocken. Allerdings macht sich in der zweiten Nachthälfte bereits der Ausläufer von Tief "NOLLAIG", dessen Kern sich aktuell noch über dem Nordatlantik befindet, im Norden bemerkbar. Dort kommt es zu ersten Schauern.

Und genau dieser Tiefausläufer sorgt am Dienstag und Mittwoch für eine Wetterzweiteilung in Deutschland. Im Norden sowie im nördlichen Mittelgebirgsraum regnet es unter dichten Wolken für längere Zeit. In der Südhälfte scheint hingegen neben Quellwolken noch häufig die Sonne und es bleibt trocken. Auch temperaturtechnisch machen sich diese Unterschiede bemerkbar. Während die Tageshöchstwerte im Norden mit Werten zwischen 13 und 17 Grad typisch für den Monat April sind (an der Küste bleibt es noch etwas kühler), können sich die Bewohner in den südlichen Landesteilen je nach Sonneneinstrahlung nochmals auf sommerlich anmutende 20 bis 25 Grad freuen.

Aber spätestens am Donnerstag muss dann wieder verbreitet mit klassischem Aprilwetter gerechnet werden. Schauer, einzelne Gewitter, hin und wieder etwas Sonne und ein zeitweise böig auffrischender Wind lassen den Sommer bei Temperaturen zwischen 13 und 19 Grad gefühlt wieder etwas weiter in die Ferne rücken.

Die Erfassung des Sonnenscheins

Datum 22.04.2018

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen spielt der Sonnenschein eine wichtige Rolle. Dieser Zusammenhang stand bereits bei der Entwicklung der ersten meteorologischen Messgeräte im wissenschaftlichen Fokus. Das Instrument zur Erfassung der Sonnenscheindauer, entwickelt zum Ende des 19. Jahrhunderts, hielt sich immerhin rund 150 Jahre im Routinebetrieb.

Die beiden Hochdruckgebiete NORBERT und ONNI sorgten in den letzten Tagen bundesweit für ausgiebigen Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. An den Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes wurde häufig die maximal erreichbare tägliche Sonnenscheindauer aufgezeichnet. Die Sonnenscheindauer gehört zwar nicht zu den wichtigsten meteorologischen Basisgrößen, sie wird aber zumindest in Deutschland flächendeckend erhoben.

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa zur Jahrtausendwende verwendeten die meteorologischen Institute zur Messung der Sonnenscheindauer häufig den sogenannten Sonnenscheinautographen nach Campbell-Stokes (auch als Thermograph bekannt). Dessen Konstrukteur, John Francis Campbell (1821-1885, geboren in Edinburgh, gestorben in Cannes), war ein schottischer Forscher, der sich mit Fragestellungen aus vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen auseinandersetzte. Sein Herzblut investierte er aber besonders in die Untersuchung keltischer Bräuche und Lebensweisen.

Davon abgesehen konstruierte er im Jahre 1853, getrieben durch bereits in seinen Jugendjahren entwickelten Forscherdrang, das erste Messgerät zur Aufzeichnung des Sonnenscheins. Kurz darauf stieg das wissenschaftliche Interesse an Campbells Erfindung deutlich an, da unter anderem er selbst vermutete, dass der Choleraausbruch in London um 1854 mit den damals herrschenden meteorologischen Bedingungen zusammenhängen hätte können. Um eine solche Abhängigkeit untersuchen zu können, wurden die meteorologischen Observationen ausgebaut und erstmals auch systematisch die Sonnenscheindauer aufgezeichnet.

Der zweite Namensgeber der Erfindung, der herausragende Mathematiker und Physiker Sir George Gabriel Stokes (1819-1903), führte bis zum Jahre 1880 Modifizierungen an der ursprünglichen Apparatur durch. Neben dieser Ingenieurarbeit erwarb sich der Ire große Verdienste unter anderem in der Fluiddynamik, deren mathematischen und physikalischen Zusammenhänge stark in die theoretische Meteorologie hineinwirkt. Jedem Studierenden der Meteorologie dürften die Gleichungen nach Navier-Stokes ein Begriff sein. Der seit dieser Zeit nur leicht veränderte Sonnenscheinautograph besteht aus einer Glaskugel, die mit einer variabel einstellbaren Neigung in Richtung Sonnenbahn ausgerichtet ist (auf der Nordhalbkugel in Richtung Süden). Die Kugel ist umgeben von einer konzentrischen Kugelschale, in der ein Registrierstreifen aus Spezialpapier eingeschoben wird. Dieser Streifen, der zur besseren Auswertung mit einer Zeitskala bedruckt ist, befindet sich dabei genau im Brennpunkt der Glaskugel. Folgerichtig hinterlassen die gebündelten Sonnenstrahlen eine Brennspur auf dem Papier (Brennglaseffekt).

Allerdings gibt es besonders in den mittleren und höheren Breiten das Problem, dass sich der Sonnenstand sowie die Zugbahn der Sonne im Jahresverlauf stark ändert. Daher werden zur Aufzeichnung der Brennspur verschieden gekrümmte Papierstreifen verwendet, die zudem in unterschiedlichen Positionen auf der Kugelschale angebracht sind. Insgesamt ergeben sich drei unterschiedliche Papierformate: eines für niedere Sonnenbahnen (Winter), ein zweites für den Sommer sowie ein drittes für die Übergangsjahreszeiten. Genau um diese Anpassungen hat sich George Gabriel Stokes verdient gemacht. [Literatur: Sanchez-Lorenzo, A. et. al. (2013): New insights into the history of the Campbell-Stokes sunshine recorder; in: Weather-December 2013, RMetS]

Diese im Grunde sehr robuste Messtechnik weist allerdings auch ein paar Schwächen auf. Tau- oder Reifablagerungen auf der Glaskugel können zu Ungenauigkeiten führen, auch durch nasses Papier oder Schnee werden Fehlaufzeichnungen verursacht. Zudem ist das personalintensive tägliche Austauschen des Registrierstreifens sowie die händische Auswertung ein größerer Nachteil. Zudem förderten in den letzten Jahrzehnten die neuen technischen Möglichkeiten die Einführung automatischer Messsysteme mittels lichtempfindlicher Photoelementen. Außerdem gerät die Sonnenscheindauer zunehmend in den wissenschaftlichen Hintergrund, da die einzelnen Komponenten der Strahlungsbilanz mittlerweile exakt gemessen werden können.

Doch zurück zur meteorologischen Gegenwart. Wie geht es nun mit dem Sonnenschein weiter? Der Hochdruckeinfluss schwächt sich zunehmend ab, damit können Ausläufer des Tiefs MADELEINE auf Mitteleuropa übergreifen. In Deutschland machen sich diese zunächst im Nordwesten mit ein paar Wolkenfeldern bemerkbar. Zudem entstehen Haufenwolken, mit denen am Nachmittag und Abend von Westen her sowie im Bergland Schauer und Gewitter einhergehen können. Im Süden und Osten darf der Sonnenschein hingegen bis zum Abend genossen werden. Zu Wochenbeginn zeigt sich die Sonne überall seltener und vor allem in der Mitte und im Süden stehen Schauer und Gewitter auf der Tagesordnung. Sowohl heute, als auch am Montag, kann die Schwelle zum Unwetter durch Starkregen und Hagel örtlich überschritten werden.

"Planetenwetter" - Die Atmosphäre der Venus

Datum 20.04.2018

Unser Nachbarplanet Venus erscheint derzeit als strahlender "Abendstern" am Himmel im Westen. Heute sollen an dieser Stelle kurz die himmelsmechanischen Eigenschaften des Planeten sowie die Beschaffenheit der Venusatmosphäre skizziert werden.

Sternfreunde wissen es: die Venus ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag (Magnitude - Maßeinheit für die Helligkeit von Himmelskörpern) so hell, dass sie derzeit in der frühen Abenddämmerung bereits lange vor allen anderen Sternen und Planeten sichtbar wird. Sie hält sich allerdings recht flach in westlicher Richtung am frühen Nachthimmel.

Venus wurde im Römischen Reich als Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit verehrt. Vielleicht ein Grund mehr, sich an dieser Stelle kurz mit den himmelsmechanischen Eigenschaften sowie der Gashülle unseres Abendsterns zu beschäftigen.

Nach Merkur ist Venus der innerste Planet (mittlerer Abstand von der Sonne etwa 108 Mio. km, vgl. Erde etwa 149 Mio. km) sowie der sechstgrößte unseres Planetensystems. Ihre Masse beträgt etwa 5 Quadrillionen kg (24 Nullen vor dem Komma!), das sind ungefähr 80 % der Masse der Erde. Sie hat also die gleiche Größenordnung wie die Erde (Durchmesser ca. 12104 km, vgl. Erde ungefähr 12742 km) und kommt auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne der Erdbahn am nächsten (minimal 38,3 Mio. km).

Neben Merkur ist Venus von der Erde aus gesehen einer der beiden unteren Planeten, sie revolutioniert innerhalb der Erdbahn in knapp 225 Erdentagen um die Sonne. Die Rotation um ihre eigene Achse dauert dagegen 243 Erdentage, so dass ein Venus-Tag länger ist als das Venus-Jahr. Da Venus als unterer Planet ggf. nur morgens und abends, niemals aber gegen Mitternacht sichtbar ist, nennt man sie auch Morgen- bzw. Abendstern. Venus ist nach dem Mond der zweithellste natürliche Körper am Nachthimmel.

Die Atmosphäre der Venus besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid sowie 3,5 % Stickstoff. Weitere Bestandteile sind Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Wasserdampf. Die Edelgase Argon, Helium und Neon sind in Spuren enthalten. Die Masse der Venus-Atmosphäre entspricht etwa dem 90-fachen der Masse der Erdatmosphäre. Daher beträgt bei einer ähnlichen Schwerebeschleunigung wie auf der Erde der Gasdruck im Bodenniveau mehr als 90 000 hPa. Dieser Druck herrscht auf der Erde in etwa 900 m Meerestiefe. Die vertikale Höhe der Venus-Atmosphäre beträgt ca. 250 km, 90 % ihrer Masse konzentrieren sich auf die rund 28 km mächtige, stark dunstige Schicht unmittelbar über der Venus-Oberfläche ("Troposphäre").

In einer Höhe von etwa 50 km befindet sich eine ca. 20 km dicke, stets geschlossene Wolkendecke. Sie besteht zu 75 % aus Schwefelsäuretröpfchen, außerdem aus chlor- und phosphorhaltigen Aerosolen sowie möglicherweise auch aus Schwefelbeimengungen. Die undurchsichtige Venus-Atmosphäre reflektiert ca. 76 % der einfallenden Sonnenstrahlung, nur 2 % erreichen die Oberfläche, der Rest wird absorbiert. Die Nähe zur Sonne und der starke Treibhauseffekt bewirken Temperaturen um 465 °C.

Im Aufriss betrachtet bildet die Atmosphäre der Venus eine einzige Konvektionszelle (die Erde hat drei), d.h. in der am stärksten bestrahlten Äquatorzone steigen erhitzte Gasmassen auf, fließen in höheren Schichten unter Abkühlung polwärts, sinken zu Boden und strömen äquatorwärts zurück. Die höchsten Wolkenschichten in der Äquatorregion bewegen sich mit Geschwindigkeiten von ca. 360 km/h in Rotationsrichtung und umrunden die Venus in ca. vier Erdentagen. Die Ursache dieses "Superrotation" genannten Effekts ist bisher noch unbekannt.

Die Abbildung unten zeigt die Raumsonde "Venus Express" der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) beim Flug durch die Venus-Atmosphäre sowie ein vertikales Temperaturprofil mit den Schichten der Venus-Atmosphäre. Während unsere Erde als "blauer Planet" bekannt ist, erscheint die Venus braun-orange. Der vertikale Temperaturverlauf in der Atmosphäre der Venus zeichnet sich durch eine markante Temperaturinversion bei etwa 90 km Höhe aus.

"Hoch Mitteleuropa"

Datum 18.04.2018

Derzeit dominiert das Hochdruckgebiet NORBERT unser Wetter. Neben viel Sonnenschein und verbreitet sommerlichen Tageshöchsttemperaturen im Binnenland sei als kleiner Schönheitsfehler auf die Sonnenbrandgefahr hingewiesen. Auch sind die Nächte noch kalt und in ungünstigen Lagen können Spätfröste auftreten.

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich aus weiträumigen Luftdruckverteilungen und den daraus resultierenden Strömungsmustern in Bodennähe, sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Die meteorologische Teildisziplin, die sich u. a. mit den Großwetterlagen befasst, nennt sich "synoptische Klimatologie". Nach deren Regeln muss eine Wettersituation in Mitteleuropa mindestens drei Tage andauern, um als eigenständige Großwetterlage betrachtet werden zu können. Die Klassifizierung von Großwetterlagen ermöglicht eine systematische qualitative Beschreibung des Ablaufes von Wetter, Witterung und Klima.

Etwa seit Montagabend und voraussichtlich bis Freitag bestimmt in den unteren Atmosphärenschichten ein beständiges Hochdruckgebiet namens NORBERT unser Wetter, so dass sich die Charakterisierung der Großwetterlage als "Hoch Mitteleuropa" (wissenschaftliche Abkürzung "HM") anbietet. In der mittleren und höheren Troposphäre wird diese "Antizyklone" durch einen vom Maghreb bis nach Skandinavien aufragenden "Geopotentialrücken" gestützt, der absinkende Luftbewegung und damit Luftruckanstieg bzw. Luftdruckpersistenz im bodennahen Niveau bewirkt.

"Hoch Mitteleuropa" zählt zu den gemischten Zirkulationsformen, d.h. die zonale, also in West-Ost-Richtung verlaufende Strömungskomponente und der in Nord-Süd-Richtung orientierte, meridionale Anteil, liegen etwa in derselben Größenordnung. Dabei sind in Mitteleuropa die Luftdruckgegensätze bzw. Geopotentialgradienten üblicherweise eher schwach.

Bei Hochdruckeinfluss sorgen absinkende Luftbewegung und damit "adiabatische" Erwärmung der Luftmassen tendenziell für eine Auflösung der Bewölkung. So kann die Mitte April bereits hoch am Himmel stehende Sonne intensiv scheinen und die bodennahen Luftschichten z.T. kräftig erwärmen, wobei die von der atmosphärischen Grundschicht ausgehende Konvektion infolge thermischen Aufsteigens der Luft durch die Absinkbewegung weitgehend eliminiert wird. Hoch Mitteleuropa sorgt also im Frühjahr und im Sommer stets für intensiven Sonnenschein.

Daher ist es kein Wunder, dass in der zweiten Hälfte dieser Woche im Binnenland vielerorts sommerliche Tageshöchsttemperaturen von mehr als 25 °C und am Freitag im Südwesten vielleicht sogar 30 °C erreicht werden können. Aber Obacht! In der vergleichsweise trockenen Luftmasse wird die intensive Sonnenstrahlung nur wenig gedämpft und führt bei intensiver Exposition der nach dem Winter sonnenentwöhnten Haut rasch zum Sonnenbrand. Auch macht eine Schwalbe noch keinen Sommer - die Nächte sind nach wie vor kalt und in ungünstigen Lagen sind Nachtfröste immer noch ein Thema. Aber was soll´s - genießen wir einfach die Sonne...

In der Abbildung hinter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/04/18.html finden Sie oben vom amerikanischen Vorhersagemodell GFS für Freitag, den 20.04.2018, 00:00 Uhr UTC, berechnete Prognosen der geopotentiellen Höhe der die mittlere Troposphäre repräsentierenden 500-hPa-Hauptdruckfläche (schwarze Isopotentialen, Maßeinheit geopotentielle Dekameter, [gpdam]), des Bodendruckfeldes (weiße Isobaren in Hektopascal [hPa]) sowie der die Schichtdicke der unteren Troposphäre kennzeichnenden "relativen Topographie" H500-H1000 gpdam. Darunter wird für denselben Termin eine vom DWD für die Luftfahrt herausgegebene, selbsterklärende Prognosekarte des nordatlantisch-europäischen Raumes gezeigt.

Der Sommer im April - Hoch Norbert heizt ein!

Datum 17.04.2018

Hoch Norbert bringt Deutschland den Sommer! Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad und viel Sonnenschein laden zu einem Biergartenbesuch ein. Der Temperaturüberschuss des Aprils steigt damit weiter.

Hoch "Norbert" nistet sich allmählich über Nordostdeutschland ein und heizt das Land ordentlich auf. Hilfe bekommt "Norbert" dabei von einem großräumigen und kräftigen Tiefdruckwirbel auf dem Nordostatlantik, auf dessen Vorderseite warme Luft aus südlichen Gefilden nach Norden transportiert wird. Da weite Teile von Deutschland auf der Westseite von Hoch "Norbert" liegen, wird das Land von Südwesten und Westen her fast komplett von der subtropischen Luft geflutet. Durch absinkende und sich dabei erwärmende Luft im Hoch lösen sich zudem verbreitet die Wolken auf, sodass die Sonne nahezu ungehindert scheinen kann. Bis Freitag dominiert Hoch "Norbert" so das Wetter in Deutschland. Sonnenschein und subtropische Luft zusammen sorgen dabei für einen Anstieg der Temperatur bis zur 30-Grad-Marke. Im Lee der Berge, vor allem im Westen und Südwesten, kann die Grenze zum heißen Tag (30°C) regional sogar etwas übertroffen werden. Insbesondere am Freitag sind verbreitet sommerliche Höchstwerte von über 25 Grad zu erwarten. Nachts sinken die Temperaturen zwar kräftig ab, bleiben aber mit Werten zwischen 13 und 3 Grad deutlich im frostfreien Bereich.

Ein Vergleich mit dem vieljährigen Mittel zeigt, wie ungewöhnlich die anstehenden Temperaturen sind. In Deutschland liegt das Apriltagesmittel bei etwa 7,3 Grad, für NRW sind beispielsweise 7,8 Grad und für Baden-Württemberg 7,6 Grad notiert. Allein die Tiefstwerte übersteigen somit in den genannten Regionen teilweise den Mittelwert. Die höchste bisher gemessene Maximaltemperatur eines Apriltages im Netz des DWD von 32,9 Grad in Kitzingen und Bad Mergentheim aus dem Jahre 2012 wird aber wahrscheinlich nicht erreicht. Allerdings wird der Monatsüberschuss der Temperatur weiter ausgebaut. Bis zum 16. April lag die Mitteltemperatur über alle Stationen in Deutschland bei 10,5 Grad, sodass sich der April etwa zur Halbzeit schon über 3 Grad wärmer als im Durchschnitt zeigt. In Erfurt liegen die positiven Abweichungen bei etwa 4,1 Grad. Auf dem Brocken ist der April sogar schon 4,9 Grad zu warm. Lediglich die Küstengebiete wehren sich noch gegen die Aprilwärme. Auflandiger Wind von der kühlen See lässt die Temperaturen nur allmählich auf Touren kommen. Auf der Insel Helgoland liegt der April zur Halbzeit somit voll im Aprilmittel. Bei den derzeitigen Temperaturprognosen sollten jedoch auch auf Helgoland nun positive Temperaturabweichungen Einzug halten. Im Rest des Landes nimmt der Wärmeüberschuss des Aprils weiter zu, sodass dieser wohl deutlich zu warm ausfällt.

Erst zum Wochenende schwächelt Hoch "Norbert" etwas und verlagert seinen Schwerpunkt nach Osten. Die Lücke soll dann vorübergehend ein schwacher Tiefausläufer finden, der ein paar dichtere Wolkenfelder im Gepäck hat, aber kaum oder keinen Regen bringt. Durch eine Winddrehung auf Nord kann es jedoch an den Alpen zu leichten Stauniederschlägen kommen. Zudem gehen die Höchsttemperaturen auf Werte meist zwischen 15 und 25 Grad zurück.

Sonnenwucht!

Datum 16.04.2018

Sehr sonnige und warme Tage stehen ins Haus. Das wird viele Menschen nach draußen in die Natur locken. Wer dort aber nicht Acht gibt, fängt sich rasch einen Sonnenbrand ein!

Nach dem "Raketenstart" in den Frühling Anfang April mit viel Wärme und Sonnenschein (siehe Thema des Tages vom 03.04.2018 unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/4/3.html) legt das Frühlingswetter nach einer kurzen Verschnaufpause nun noch eine Schippe drauf und "verwöhnt" uns in dieser Woche mit hohen Temperaturen bis lokal nahe 30 Grad und Sonnenschein ohne Ende. Wer dann nach draußen geht, muss aber aufpassen: Es droht ein schmerzhafter Sonnenbrand!

Die Sonnenbrandgefahr ist jetzt gerade deshalb erhöht, weil die meisten durch den sonnenscheinarmen Winter und den wenig frühlingshaften März noch eine ungebräunte Haut haben. Immerhin erreicht der Sonnenstand Mitte April schon eine Höhe wie etwa Ende August! Mit jedem Tag wird der Sonnenstand nun höher und die Einstrahlung damit intensiver.

Beim Deutschen Wetterdienst wird die Sonnenbrandgefahr mithilfe des UV Gefahrenindex vorhergesagt. Der UV-Index wurde von der WHO (Weltorganisation für Gesundheit) und der WMO (Weltorganisation für Meteorologie) eingeführt und soll die Bevölkerung vor Gefahren durch Sonnenstrahlung warnen. In Deutschland werden dabei Werte von 1 bis 10 erreicht, in den Tropen und Subtropen sind sogar Werte von 14 bis 16 möglich, in besonders hohen Lagen wie den Anden auch über 17.

Ein UV-Index-Wert von 0 bis 2 in Deutschland bedeutet, dass es keine oder nur eine geringe gesundheitliche Gefährdung gibt und Schutzmaßnahmen nicht erforderlich sind. Bei Werten von 3 bis 5 ist die Gefährdung mittel und Schutzmaßnahmen sind sehr empfehlenswert. Hemd, Sonnencreme und Sonnenbrille sind geeignete Mittel. Bei Werten von 6 bis 7 besteht eine hohe Gefahr und Schutzmaßnahmen sind erforderlich. Bei Werten von 8 bis 10 ist die Gefährdung sehr hoch und Schutzmaßnahmen sind unbedingt erforderlich. Ein UV-Index-Wert von 10 kommt bei uns jedoch nur in höheren Lagen der Alpen vor. Bei Werten über 11, die es bei uns nicht gibt, ist die Gefährdung extrem und Schutzmaßnahmen ein Muss.

Am heutigen Montag liegt der UV-Index in Deutschland bei zu erwartenden 3 bis 7 Stunden Sonnenschein bereits verbreitet bei Werten zwischen 3 und 5. Damit ist die Gefährdung mittel und Schutzmaßnahmen sehr empfehlenswert. Im Osten und Südosten werden bei meist vielen Wolken und nur 0 bis 3 Stunden Sonnenschein aber nur UV-Werte um 2 erreicht. Deshalb besteht dort nur eine geringe Gefahr, sodass keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Bis zur Wochenmitte steigt die Sonnenbrandgefahr bei dann 5 bis 11 Stunden Sonnenschein am Dienstag bzw. 9 bis 14 Stunden am Mittwoch immer mehr an. Verbreitet werden UV-Index-Werte von 4 bis 5 erreicht, gebietsweise auch schon 6 bis 7 (siehe dazu die Grafik zur Vorhersage des UV-Indexes in Deutschland für Montag bis Mittwoch, zu finden unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/4/16.html). Schutzmaßnahmen sind also sehr empfehlenswert, gebietsweise sogar erforderlich! Vor allem hinsichtlich einer nicht vorgebräunten Haut sollte angesichts der sich nun entfaltenden Wucht der Sonne verstärkt aufgepasst werden!

Das sehr sonnige und warme Wetter hält mindestens bis zum Freitag an, am Wochenende können ein paar mehr Wolken und vielleicht auch mal ein Schauer aufkommen. Aber auch dann heißt es immer noch aufpassen, sinken die UV-Index-Werte doch nur ein wenig ab.

Aktuelle Vorhersage des UV-Indexes und weitere Informationen dazu finden Sie unter https://www.dwd.de/uvindex. Unter https://www.dwd.de/DE/service/newsletter/newsletter_uv_node.html können Sie auch UV-Warnungen per E-Mail abonnieren.

Eröffnung der Gewittersaison

Datum 15.04.2018

Die Gewitter in der vergangenen Woche, die teils mit Sturmböen, heftigem Starkregen und Hagel auftraten, muteten schon fast sommerlich an. Aber wie entstehen sie denn eigentlich und müssen wir in den kommenden Tagen auch weiterhin mit ihnen rechnen?

Der meteorologische Frühling ist mittlerweile halb vorüber, denn am ersten Juni beginnt für uns Meteorologen der Sommer. Aber bereits in der vergangenen Woche konnte man anhand zahlreicher Gewitter mit Sturmböen, Starkregenfällen und Hagel sehen, welche Energie in unserer Atmosphäre steckt. Denn die Sonne kann schon richtig schön heizen. So gab es am vergangenen Wochenende mit Tageshöchstwerten von bis zu 27 Grad Celsius einen kleinen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Sommer.

Bei aller Vorfreude auf die warme Jahreszeit und die vielen möglichen Outdooraktivitäten steigt nun auch wieder die Gefahr kräftiger Gewitter. So sollte man bei längeren Aufenthalten im Freien vorab einen kurzen Blick auf die Wettervorhersage werfen. Werden Gewitter vorhergesagt, lohnt sich hin und wieder ein Blick in den Himmel sowie auf das Niederschlagsradar, um sich entwickelnde und ziehende Gewitterzellen erkennen zu können. Denn wird man in der Natur von einem kräftigen Gewitter überrascht, können Blitzschlag, Sturm- oder gar Orkanböen, heftiger Starkregen oder Hagel zur Gefahr für Leib und Leben werden.

Bei der Entstehung von Gewittern spielen mehrere Faktoren eine Rolle, was den zugrunde liegenden Mechanismus sehr kompliziert gestaltet. Grundsätzlich muss die Atmosphäre sehr feucht und energiegeladen sein. Des Weiteren wird ein Hebungsantrieb benötigt, der die energiereiche Luftmasse in die Höhe befördert. Die Hebung kann zum Beispiel dynamisch an einer Luftmassengrenze stattfinden oder aber die Luft wird an Gebirgen zum Aufsteigen gezwungen. Bei den sogenannten "Wärme- oder Hitzegewittern" heizt die Sonne die bodennahe, schwül-warme Luftmasse auf. Diese wird immer leichter, je wärmer sie wird, bis sie schließlich rasch in die Höhe aufsteigt.

Durch das rasante Aufsteigen im sogenannten Aufwindbereich wird die Luft schnell abgekühlt, sodass es zur Kondensation des Wasserdampfes und entsprechend zur Quellwolkenbildung kommt. Liegt ausreichend Energie vor, können sich die Quellwolken immer weiter auftürmen und zu einer hochreichenden Gewitterwolke, einem sogenannten Cumulonimbus, heranwachsen. Im Aufwindbereich werden dabei sehr viele Wassertröpfchen und Eispartikel mit Geschwindigkeiten von teils über 200 Stundenkilometern in eisige Höhen, zum Teil über 10 km, katapultiert, um anschließend wieder in Richtung Erde zu fallen. Auf ihrem Weg durch die Gewitterwolke stoßen sie dabei aneinander, wodurch es zu einer elektrischen Ladungstrennung innerhalb der Wolke kommt. So entstehen zum einen positive Ladungen, die sich im oberen Bereich der Wolke ansammeln, zum anderen konzentrieren sich negative Ladungen im unteren Teil. Die Spannungen sind dabei erheblich und können bis zu 1.000.000.000 Volt betragen. Erreicht der Ladungsunterschied einen kritischen Wert, entstehen Blitze, die die Spannungen wieder ausgleichen.

Und wie sieht es in den kommenden Tagen mit der Gewittergefahr aus? Am heutigen Sonntagnachmittag ist die Gewittergefahr sehr gering, nur im Westen und Norden, zum Abend hin auch im Schwarzwald können einzelne kurze Gewitter nicht ganz ausgeschlossen werden. In der Nacht zum Montag kommt dann im Südosten schauerartiger Regen auf, der auch mit einzelnen Gewittern durchsetzt sein kann.

Auch am Montag muss weiterhin mit Gewittern gerechnet werden. Während im Norden und der Mitte Deutschlands nur eine geringe Gefahr von Gewittern besteht (meist sollten sich die dort aufkommenden Schauer nicht elektrisch entladen), muss südöstlich einer Linie vom Bodensee über Franken bis zur Lausitz durchaus mit dem einen oder anderen Gewitter mit Starkregen gerechnet werden. In der Nacht zum Dienstag klingen die Schauer und Gewitter dann allmählich ab und nachfolgend stellt sich ruhiges und warmes Frühlingswetter ein.

"Zyklonale Südostlage"

Datum 14.04.2018

"Zyklonale", also tiefdruckdominierte Südostlagen sind typisch für das Klima in Mitteleuropa. Sie bringen allgemein unbeständiges Wetter mit Niederschlägen, die auch im Winter meist als Regen fallen und im Sommer von Gewittern begleitet werden.

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich aus weiträumigen Luftdruckverteilungen und den daraus resultierenden Strömungsmustern in Bodennähe sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Seit Mitte vergangener Woche dominiert eine "zyklonale Südostlage" (wiss. Abkürzung SEz) unser Wetter. In der mittleren und höheren Troposphäre hat sich zwischen einem Geopotentialrücken über Fennoskandien und Nordrussland, also einer nordwärts vorgedrungenen Warmluftmasse mit hoher potentieller Energie, und einem langwelligen, bis zum Maghreb reichenden Trog mit hoch reichender, energiearmer Kaltluft, eine südliche bis südöstliche Höhenströmung eingestellt.

Südostlagen gehören zur "meridionalen Zirkulationsform", d.h. der in Süd-Nord-Richtung orientierte Anteil der troposphärischen Höhenströmung überwiegt gegenüber der Geschwindigkeitskomponente in West-Ost-Richtung. Da Mitteleuropa bislang unter Tiefdruckeinfluss stand, weist die vorliegende Wettersituation einen "zyklonalen" Charakter auf und die Isolinien auf den Wetterkarten sind in Richtung des hohen Luftdruckes bzw. Geopotentials gekrümmt.

Im korrespondierenden Bodendruckfeld lag Mitteleuropa am gestrigen Freitag, den 13. April 2018, an der Südwestflanke der mächtigen Antizyklone MARTIN über Fennoskandien und Nordrussland innerhalb einer flachen Tiefdruckrinne, wobei eine Luftmassengrenze kalte Luft über der Südwesthälfte Europas von einer durch das Hoch nordwestwärts beförderten Warmluftzunge trennte.

Ein kurzwelliger Troganteil zog im Tagesverlauf an der Vorderseite des Langwellentroges über Deutschland hinweg nordwärts, der so verursachte Hebungsantrieb bewirkte bodennah eine Intensivierung der Tiefdruckrinne, die mit ergiebigen und teils unwetterartigen Regenfällen vor allem in den mittleren Teilen Deutschlands einherging.

Der Schwerpunkt des Starkregens lag in der Südhälfte Hessens sowie in Franken, wo verbreitet mehr als 30 und gebietsweise über 40 Liter Regen pro Quadratmeter (= mm) innerhalb von zwölf Stunden bis gestern Abend 18:00 Uhr UTC fielen. Spitzenreiter im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes war die Station Heinrichsthal (Unterfranken, 450 m NHN) mit 43 mm. Interessanterweise waren diese Starkregenfälle im Übergangsbereich zwischen unterschiedlichen Luftmassen nicht von elektrischen Entladungen begleitet, dagegen gab es in der wärmeren Luft nordöstlich der Elbe einzelne markante Gewitter.

In der Abbildung hinter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/04/14.html finden Sie oben vom amerikanischen Vorhersagemodell GFS für Freitag, den 13.04.2018, 12:00 Uhr UTC, berechnete Analysen der geopotentiellen Höhe der die mittlere Troposphäre repräsentierenden 500-hPa-Hauptdruckfläche (schwarze Isopotentialen, Maßeinheit geopotentielle Dekameter, [gpdam]), des Bodendruckfeldes (weiße Isobaren in Hektopascal [hPa]) sowie der die Schichtdicke der unteren Troposphäre kennzeichnenden "relativen Topographie" H500-H1000 gpdam. Darunter wird für denselben Termin die vom DWD manuell analysierte Bodenwetterkarte des nordatlantisch-europäischen Raumes gezeigt (sog. C-Format).

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In Aalen scheint die Sonne, begleitet von wenigen Wolken. Die Höchstwerte betragen zumeist 26 Grad, die Tiefsttemperaturen der kommenden Nacht 9 Grad. Der Wind weht schwach aus Ost.

 

 

 



 

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