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27.04.2017

08:59

Temperatur 0,3 °C
Luftfeuchte 96 %
Taupunkt -0,3 °C
Luftdruck 1012,1 hPa
Windrichtung 304 °
NW
Windstärke 6,0 km/h
Windböen 6,4 km/h
Wind 10m Ø 4,0 km/h
Windchill 0,3 °C
Regen/Tag 2,9 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Donnerstag, 27. April 2017 08:59
Temperatur
0,3 °C
Luftdruck
1012,1 hPa
Wind
304 °
Luftfeuchtigkeit
96 %
Tendenz
+2,1 hPa/6hup down
Windstärke
6,0 km/h
Taupunkt
-0,3 °C
Regen / 1/h
0,1 l/m²
Windböe
6,4 km/h
Windchill
0,3 °C
Regen / Tag
2,9 l/m²
Wind 10 Min Ø
4,0 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 26.4.17

Bodenwind:
Um Nord bis Nordost, im Chiemgau Nordwest mit 5 bis 9 KT, Böen 10 bis 15 KT. Abends teils variabel um 3 KT, im Westen auch um SW bis 5 KT.

Höhenwind:
2000FT | 340/10KT 01C | 340/10KT 03C | 3000FT | 350/10KT M01C | 340/10KT 01C | 5000FT | 240/10KT M01C | 350/10KT M01C |

Thermik:
Fronteinfluss und keine nutzbare Thermik.

Wettervorhersage Aalen 26.4.17

In Aalen gibt es ein dichtes Nebeneinander von Schnee und Regen. Die Höchsttemperaturen betragen 7 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht -1 Grad. Der Wind weht nur schwach aus Nordost.

Wetterbericht der nächsten Tage

Donnerstag
Am Vormittag bestimmt eine größtenteils geschlossene Wolkendecke das Wetter. Am Nachmittag teilen sich Sonne und Quellwolken den Himmel, ab und zu gibt es Regenschauer, und die Temperaturen klettern am Tage auf 9 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 3 Grad zurück. Der Wind säuselt leicht aus nordöstlichen Richtungen.

Freitag
Kühl mit örtlichen Schauern. In Aalen entstehen Quellwolken mit Regenschauern, und die Temperaturen steigen am Tage auf 10 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf 0 Grad. Der Wind bläst schwach, in Böen mäßig aus nördlichen Richtungen.

Samstag
Kühl mit Regenfällen. Am Vormittag hängt der Himmel voller Wolken, die Sonne scheint nur selten. Am Nachmittag gibt es viele Wolken, zeitweise Regenfälle, und die Temperaturen steigen am Tage auf 11 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 1 Grad zurück. Der Wind säuselt leicht aus nordwestlichen Richtungen.



Wetterlage:
Die Kaltfront eines Tiefs über Finnland erstreckt sich vom Burgund über Süddeutschland bis nach Polen. Die Frontalzone kommt tagsüber nur äußerst langsam ostwärts voran. Am Alpenrand und im äußersten Südosten fließt mit leicht föhniger Komponente in mittleren Niveaus noch mildere und etwas trockenere Luft ein, bodennah hat sich darunter kalte und feuchtere Luft geschoben. Am Nachmittag erfasst die Kaltfront dann aktiv auch den Südosten. In Franken setzt sich rückseitig der Front etwas trockenere Luft polaren Ursprungs durch.

Hochwasser
:
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

 

Wenn Schnee zur Last wird...

Datum 25.04.2017

Starke Nassschneefälle verursachen mitunter heftige Schäden an Bäumen, Gebäuden und Stromleitungen. Hintergründe dazu beleuchtet das heutige Thema des Tages näher.

Auch wenn es der ein oder andere von Ihnen vermutlich satt hat, Ende April immer noch reihenweise winterliche Schwerpunkte in den Themen des Tages zu finden, so lohnt es sich aufgrund der bevorstehenden brisanten Wetterlage am Alpenrand doch erneut, den Fokus auf ein Phänomen aus dem Winterhalbjahr zu legen. In diesem Falle soll es um den Schneebruch gehen.

Schneebruch tritt klassischerweise an Bäumen auf, bei denen Äste, Stämme oder ganze Kronen aufgrund einer zu hohen Schneelast abbrechen. Schwache Bäume mit Vorschädigungen, Insekten- oder Pilzbefall können auch vollständig umknicken. Entscheidend ist dabei, dass es sich um nassen Schnee handelt. Dieser enthält weniger Lufteinschlüsse, ist damit dichter und schwerer und lastet entsprechend stärker auf den Pflanzen. Zum Vergleich: Während trockener, lockerer Neuschnee eine Dichte von rund 50 Kilogramm pro Kubikmeter aufweist, sind es bei Nassschnee - aus dem man das Wasser schon herauspressen kann - mit rund 200 Kilogramm pro Kubikmeter das Vierfache. Das heißt, bei gleichem Volumen ist nasser Schnee viermal so schwer wie lockerer Neuschnee. Oder noch plakativer: Ist ein Ast mit einer Fläche von einem Quadratmeter mit zehn Zentimeter trockenem Pulverschnee beladen, dann wirkt eine Gesamtmasse von fünf Kilogramm auf ihn, bei Nassschnee sind es schon 20 Kilogramm. Eine gesetzte Altschneedecke liegt im Bereich zwischen 300 und 600 kg/m³, Eis bei 800 bis 900 kg/m³ und Wasser bei 1000 kg/m³. Daher schwimmt Eis wegen seiner geringeren Dichte übrigens auch immer auf der Wasseroberfläche.

Mitunter treten Schäden aber auch an Bauwerken oder Oberlandleitungen auf. Im Gedächtnis ist dabei sicherlich vielen noch das furchtbare Unglück von Bad Reichenhall (Bayern) vom 02. Januar 2006, bei dem 15 Menschen (die meisten davon Kinder) unter dem einstürzenden Dach der örtlichen Eishalle zu Tode kamen, 34 weitere wurden teils schwer verletzt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass neben dem meteorologischen Aspekt in solchen Fällen allerdings immer auch zusätzliche Faktoren wie Planung, Umsetzung, Statik und Instandhaltung von Gebäuden eine wesentliche Rolle spielen.

Analog zum Schneebruch bezeichnet man vergleichbare Auswirkungen infolge gefrierenden Regens als "Eisbruch". Im Einzelfall kann - insbesondere bei länger andauernder Wetterlage - auch Raureif schwer genug sein, um Schäden an Bäumen und Sträuchern zu verursachen. Dann spricht man vom sogenannten "Duftbruch". Ein Begriff, der in der Meteorologie kaum geläufig ist und spontan eher in der Gastronomie oder Parfümindustrie vermutet werden würde. Im Bereich der Forstwirtschaft ist er aber Gang und Gebe und basiert auf der ursprünglichen, althochdeutschen Bedeutung des Wortes Duft als Nebel oder gefrorener Dunst, woraus sich Duft als Bezeichnung für Raureif entwickelte. Bäume, die regelmäßig Schäden durch Raureif erleiden, werden "Duftbrecher" genannt. Zum Schutz von jüngeren Beständen werden sie wie die Rotbuche an Waldrändern gerne auch stehengelassen.

Doch nach diesem kleinen Exkurs zurück zum aktuellen Wettergeschehen. Bereits am heutigen Dienstagmorgen kam es zu dichtem Flockenwirbel in Teilen Schleswigs, der mengenmäßig allerdings noch keine Schneebruchgefahr auslöst. Etwas anders wird es sich aber ab den Frühstunden des morgigen Mittwochs im Süden Deutschlands verhalten, wenn eine Kaltfront neben kräftigen Niederschlägen auch kältere Luftmassen im Gepäck hat. Die Folge sind starke Nassschneefälle bei einer absinkenden Schneefallgrenze auf rund 600 Meter. Zum Donnerstag und Freitag konzentrieren sich die Schneefälle dann zunehmend auf die Gebiete vom Allgäu bis zum Berchtesgadener Land. Akkumuliert muss bis zum kommenden Samstag oberhalb 800 Meter mit Neuschneemengen zwischen 20 und 30 Zentimeter, in Staulagen bis 50 Zentimeter gerechnet werden. Da es sich dabei vorrangig um Nassschneefall handeln wird und die Bäume aufgrund der jahreszeitbedingten, fortgeschrittenen Belaubung bereits eine große Auffangfläche bieten, besteht eine erhöhte Schneebruchgefahr! Bleibt zu hoffen, dass derartige Schreckensmeldungen wie die aus Bad Reichenhall dieses Mal ausbleiben.

Im Mai wird alles besser - oder nicht?!

Datum 24.04.2017

Der April macht lieber einen auf Spätwinter, als auf Frühling. Bleibt die Hoffnung, dass im Mai alles "besser" wird. Doch hält der "Wonnemonat" Mai wirklich, was er verspricht?

Nein, die Wärmeliebhaber haben zurzeit nicht viel zu lachen. Seit Ostern herrscht in Deutschland meist kühles, feuchtes, ja phasenweise sogar spätwinterliches Wetter mit Schnee teils bis in tiefe Lagen vor. Dass das Frühlingswetter mit Sonnenschein und höheren Temperaturen am heutigen Montag in einigen Regionen ein kurzes Gastspiel gibt, mag da nur ein schwacher Trost sein. Denn - das konnten Sie im gestrigen Thema des Tages lesen - der April verfällt rasch wieder in den alten Trott, das wechselhafte und kühle Wetter kehrt zurück. Glück haben diejenigen, die vor einer Reise in wärmere Gefilde stehen und den hiesigen Wetteraussichten mit einer gewissen Gelassenheit begegnen können. Für alle anderen bleibt nur eins: Nehmen, wie es kommt, und darauf hoffen, dass im Mai alles "besser" wird.

Die "Wärmefraktion" setzt nämlich schon fast traditionell große Hoffnungen in den Mai. Immerhin trägt er mit einer unerschütterlichen Selbstverständlichkeit die Auszeichnung "Wonnemonat". Zu Recht?

Nun, betrachtet man das Monatsmittel der Temperatur im Mai für Deutschland, kommt man tatsächlich zu der ganz nüchternen Erkenntnis, dass der "Wonnemonat" mit deutlich höheren Werten aufwartet als der April, nämlich 12,0 Grad Celsius im Vergleich zu 7,3 Grad Celsius auf Basis des Referenzzeitraumes 1961-90. Der Mai profitiert dabei natürlich von der fortschreitenden Jahreszeit und dem höheren Sonnenstand.

Bildet man das Temperaturmittel über den gesamten Monat, "bügelt" man allerdings geflissentlich die immer noch starken Temperaturgegensätze im Mai weg. Denn während vor allem in der ersten Monatshälfte "Väterchen Frost" noch gehöriges Mitspracherecht hat, übernimmt meist erst zum Ende des Monats hin der Sommer zunehmend das Regime. Zwischen mäßigem Frost (z. B. -7,5 Grad in Eslohe am 09.05.1941) und heißen Tagen mit Höchsttemperaturen über 30 Grad (z. B. 36,1 Grad in Jena am 28.05.1892) ist im Mai alles möglich. Fast alle DWD-Stationen meldeten im Mai seit Aufzeichnungsbeginn schon mal Nachtfrost und immerhin etwa ein Drittel eine geschlossene Schneedecke! Gleichzeitig konnten im Schnitt an 9 von 10 DWD-Stationen schon Temperaturen über 30 Grad beobachtet werden und sogar Tropennächte mit Tiefsttemperaturen über 20 Grad sind an einzelnen Orten aufgetreten. Insbesondere während der warmen Phasen steigt das Starkregenpotenzial aufgrund des höheren Wasserdampfgehaltes der Luft deutlich an. Gerade diese Starkregenereignisse sind es, die den Mai im Flächenmittel zu einem der regenreichsten Monate in Deutschland machen.

Sie sehen, die meteorologische Bandbreite, mit der der Monat Mai aufwartet, ist enorm. Dass ein Mai durchweg "wonnig" verläuft, ist also ein eher unrealistisches Szenario, statistisch gesehen. Apropos Statistik: Die "Neigung" des Mais, nochmal mit spätwinterlichem Wetter zu überraschen, manifestiert sich schlussendlich sogar in einem Witterungsregelfall: Während der "Eisheiligen" vom 11. bis zum 15. Mai kommt es nämlich ganz besonders gerne zu ganz und gar nicht wonnigen Kaltlufteinbrüchen.

Wie der diesjährige Mai wettertechnisch genau abläuft, steht selbstverständlich noch in den Sternen. Ohne zu sehr "Kaffeesatzleserei" zu betreiben, werden wir nach aktuellem Trend zum Ende dieser Woche die Talsohle durchschritten haben. Pünktlich zum Monatswechsel deutet sich schließlich ein langsamer "Temperaturaufschwung" an. Also wird vielleicht doch alles besser im Mai?

Märzfrühling kontra Aprilwinter - aber ein Hauch von Frühling am Montag!

Datum 23.04.2017

Im März kam der Frühling in Schwung und legte dann im April eine Notbremse ein. Besonders die Vegetation bekam dies zu spüren. Während der März die Vegetation sprießen ließ, lässt der April diese wieder erfrieren. Wie kam es dazu und wie geht's mit dem Wetter weiter?

Verantwortlich für die überwiegend spätwinterliche Witterungsperiode Mitte und Ende April ist die derzeitige Luftdruckverteilung am Boden und in der Höhe. Am heutigen Sonntag herrscht in Bodennähe um das Hoch "Querida" herum von Grönland bis nach Westeuropa hoher Luftdruck vor. Weiter östlich konnte sich dagegen tiefer Luftdruck einnisten. Vor allem der Tiefdruckkomplex um das Tief "Quentin", das sich derzeit über Nordwestrussland und Finnland tummelt, lässt vom Nordmeer bis zum Schwarzen Meer kaum Raum für Hochdruckgebiete. Zwischen diesen beiden Luftdruckgegensätzen konnte sich eine Nordwestliche bis nördliche Grundströmung einstellen, die polare Luftmassen anzapft und über die Nordsee nach Mitteleuropa transportiert. Die noch recht kalte Nordsee kann dabei die Luftmassen kaum erwärmen, sodass Deutschland im April weiter unterkühlt daherkommt.

Auch die Luftdruckverteilung in der Höhe (500 hPa, ~5500 m), die meistens als Wiege des Wettergeschehens angesehen werden kann, spiegelt derzeit die Bodenverhältnisse wider. Das Hoch "Querida" ist sehr hochreichend und ist auch im besagten Höhenniveau über dem Ostatlantik bestimmend. Auch über Skandinavien und Nordrussland herrscht entsprechend der Bodenverhältnisse tiefer Luftdruck vor. Daher ist auch in der Höhe eine nordwestliche Windströmung aktiv. Dieser sogenannte Polarjet (in etwa 300 hPa, vgl. http://bit.ly/2n8zq7x) zieht sich von Island über Deutschland hinweg bis nach Griechenland und erreicht Windgeschwindigkeiten von über 100 kt (> 185 km/h). In dem 850 hPa Niveau, also auf etwa 1500 Metern, weht der Wind immer noch mit Geschwindigkeiten über 30 kt (> 58km/h) sodass bei Schauern und Wintergewittern auch in Bodennähe mit starken bis stürmischen Böen zu rechnen ist. Durch den Wind-Chill-Effekt (vgl. http://bit.ly/2oVaioL) fühlen sich dementsprechend die Temperaturen noch kühler an.

Dass sich am Montag dennoch ein Hauch von Frühling in Deutschland durchsetzen kann, haben wir Tief "Reiner" zu verdanken. Dieses liegt am heutigen Sonntag noch vor Schottland und wird sich mit der angesprochenen nordwestlichen Strömung im weiteren Verlauf unter Verstärkung Richtung Dänemark und Ostsee verlagern. Auf dessen Vorderseite dreht der Wind vorübergehend auf Südwest, sodass der Zustrom an polarer Luft gekappt und durch mildere Luft aus südlicheren Breiten ersetzt wird. Einhergehend können die Temperaturen im Süden am Montag bei Zwischenhocheinfluss und somit viel Sonnenschein bis nahe an die 20-Grad-Marke steigen. Doch schon am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag ist es von Norden her mit dem zarten Frühlingshauch schon wieder vorbei. Denn rückseitig von "Reiner", also auf dessen Westflanke, kann erneut polare Luft einströmen und allmählich die mildere Luft verdrängen (vgl. allgemein die Graphik).

Auf dem Weg über die Nordsee kann die Luft zudem genügend Wasser aufnehmen, welches nachfolgend schließlich wieder zum Boden zurück fällt. Da die Luft in höheren Schichten (5 km) bei Temperaturen unter -25 Grad sowohl in den vergangen Tagen als auch in der kommenden Woche sehr kalt ist, stellen sich kräftige vertikale Luftumwälzungen ein. Die noch vergleichsweise warme und somit leichte bodennahe Luft steigt auf, während die sehr kalte und schwere Höhenluft absinkt. Je nach vertikalem Temperaturverlauf, Stärke der Aufwinde und bodennahen Verhältnisse sind teils kräftige Regen-, Schnee- oder Graupelschauer die Folge. Im Stau der Berge kann es auch länger schauerartig verstärkt regnen oder schneien.

Weil die derzeitigen Wetterverhältnisse über einen längeren Zeitraum im April vorherrschten, weist dieser eine Woche vor dem Ende nahezu landesweit eine leicht negative Temperaturbilanz auf. Meist werden in Deutschland derzeit negative Temperaturabweichungen zwischen 0 und 1 Grad registriert. Lediglich im Küstenumfeld sowie in Teilen Süddeutschland sind auch leicht positive Anomalien zu verzeichnen. Allgemein fühlt sich der April für viele Bürger jedoch deutlich kälter an. Dieses Empfinden basiert auf dem frühlingshaften, teilweise sogar frühsommerlichen März, der deutschlandweit im Vergleich zum vieljährigen Mittel mit einer Temperaturabweichung von etwa +3,7 Grad einen neuen Rekord aufstellte (vgl. http://bit.ly/2oAUa8x).

Die unterschiedlichen Luftdruckverhältnisse der Monate März und April lassen sich auch sehr gut bei der Analyse der vorherrschen Großwetterlagen erkennen. Während im April bis auf wenige Ausnahmen bisher kühle, zyklonal geprägte und somit feuchte West-, Nordwest oder Nordwetterlagen überwogen, kam der März häufiger mit hohem Luftdruck oder Südwestwetterlagen daher. Vom Nordatlantik bis nach Nordrussland herrschte überwiegend tiefer Luftdruck vor. Gleichzeitig dominierte von den Azoren ausgehend, teilweise bis nach Mitteleuropa, Hochdruckeinfluss. Dadurch konnte mit einer südwestlichen, zeitweise auch südlichen Strömung, milde bis warme Atlantik- oder Mittelmeerluft nach Deutschland geführt werden. Insgesamt wurde an 10 Tagen ein Hoch über Mitteleuropa registriert, das die Sonne verbreitet vom Himmel strahlen ließ. An weiteren 7 Tagen war ein hochreichendes Tief über dem Ostatlantik und dem Westen Europas wetterbestimmend, welches Deutschland aus Südwesten zwar mit etwas feuchterer, aber auch mit der besagten sehr milden Luft versorgte. Richtig regnerisch und kühl wurde es nur in der ersten Märzdekade, als sich hochreichende Tiefs über der Mitte Europas tummelten und immer mal wieder auch kühlere Luft aus Norden anzapften.

Bis zum Ende des Monats müssen wir uns wohl noch gedulden und mit eher spätwinterlichen Witterungsverhältnissen begnügen. Ob der Mai dann seinem Namen als Wonnemonat alle Ehre macht, wird sich zeigen. Diverse Modellprognosen geben zumindest Hoffnung auf die Rückkehr des Hochfrühlings. Nächste Woche wissen wir mehr.

Pakistan, Land der Wetterextreme

Datum 22.04.2017

Der Naturraum Pakistan ist in jeder Hinsicht extrem - geologisch, geographisch und erst recht in meteorologisch-klimatologischer Hinsicht. Im nordhemisphärischen Frühjahr/Frühsommer sind das Indus-Tiefland und die östlich angrenzende Wüste Thar die heißesten Gegenden der Erde. Verbreitet wurden in den vergangenen Tagen Höchsttemperaturen um 45 °C gemessen, örtlich wurden sogar knapp 50 °C erreicht.

Pakistan liegt im Nordwesten Vorderindiens und erstreckt sich zwischen 61° und 77° östlicher Länge sowie zwischen 24° und 37° nördlicher Breite, damit liegt sein Territorium in der subtropischen Zone. Die Distanz zwischen den Küsten des Arabischen Meeres im Südwesten bis zu den Gipfeln des Karakorum-Gebirges im Nordosten beträgt etwa 1500 km. Geologisch ist das Land zweigeteilt, während der Osten und Südosten tektonisch zur "Indischen Platte" gehören, verläuft im Westen, Nordwesten und Norden die tektonische Plattengrenze zwischen der Indischen und der Eurasischen Lithosphärenplatte. Geomorphologisch manifestiert sich diese Plattengrenze mit einem Gebirgssaum, der im Südwesten (Belutschistan) am Khirdargebirge (bis 2000 m Höhe) beginnt, im Westen und Nordwesten mit dem Suleiman- und dem Brahuigebirge (jeweils bis zu 3500 m Höhe) bis zum Hindukusch (bis 7700 m Höhe) führt und im Norden und Nordosten mit dem Himalaya (Nanga Parbat, 8125 m Höhe) und dem Karakorum (Gipfel K2, 8611 m Höhe) endet. Das Indus-Tiefland in der Südosthälfte des Landes endet im Osten (Punjab) mit der Wüste Thar und im Süden mit dem "Rann von Kachchh", einem riesigen Salzsumpf.

Diese geografische Lage und seine starke Gliederung in verschiedene Landschaftsformen, von tief liegenden Küstenstreifen und Flussebenen über ausgedehnte Hochflächen bis zu den höchsten Bergen der Erde, lassen auf den ersten Blick eine außerordentliche klimatische Vielfalt vermuten. Dennoch wird das Klima des gesamten indischen Subkontinents in erster Linie durch den Himalaya und das Hochland von Tibet, als Wetterscheide bzw. sommerliche "Heizfläche" für das Monsunsystem, sowie das Indus-Ganges-Tiefland mit seinem sommerlichen Hitzetief dominiert. Das sommerliche Hitzetief über dem Punjab saugt allerdings neben feuchter Meeresluft auch trockene Luftmassen aus Vorderasien an. Dadurch verliert die sommerliche feuchte Monsunströmung im Allgemeinen an Wetterwirksamkeit und die Region bleibt insgesamt ein trockenes Land. Trotzdem können die Monsunregenfälle zwischen Juni und September extreme Ausmaße erreichen, insbesondere dann, wenn eine Wechselwirkung mit kräftigen Trogentwicklungen der außertropischen Westwindzone auftritt, die den Norden Pakistans beeinflussen können. Das war beispielsweise bei den verheerenden Überschwemmungen in den Jahren 2010 und 2014 der Fall. Im Winter verhindern die weitgehend zonal verlaufenden Gebirgsketten den Zustrom von Kaltluft aus dem Hochland von Tibet und den Ebenen Zentralasiens. Durchziehende Kaltlufttröge, sog. Westerly Waves oder Western Disturbances, können aber im Bergland Schneefälle von mehreren Dezimetern verursachen, wie man sie sonst nur von den nordamerikanischen Blizzards kennt.

Das häufigste Wetterextrem Pakistans sind jedoch die "Hitzewellen", die im nordhemisphärischen Frühjahr/Frühsommer gewöhnlich kurz vor dem Beginn des Sommermonsuns einsetzen und die Region zur heißesten auf der Erde machen. In diesem Jahr jedoch werden Teile Südasiens bereits seit einigen Tagen von außergewöhnlicher Hitze heimgesucht. Verbreitet treten derzeit vor allem im pakistanischen Indus-Tal und im indischen Rajasthan Temperaturmaxima um 45 °C auf, örtlich stieg das Quecksilber sogar auf knapp 50 °C. Beispielsweise registrierte man am vorgestrigen Donnerstag in Jacobabad (Provinz Punjab, 28°38'N, 68°31'E, 55 m Höhe) 48,1 °C; bis heute früh 06:00 UTC waren es in Nawabschah (Provinz Sindh, 26°15'N, 68°25'E, 37 m Höhe) sogar 49,3 °C. Beispielgebend finden Sie unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/04/22.html eine Karte der aktuellen Temperaturen [°C] der Region vom Donnerstag, den 20.04.2017, 12:00 UTC.

Was hat ein kaltes Klima mit schmalen Nasen zu tun?

Datum 20.04.2017

Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und Varianten: groß, klein, schmal, breit, hakenförmig, stupsig oder mit Höcker. Forscher haben herausgefunden, dass das Aussehen unserer Nase Rückschlüsse auf das Klima vergangener Zeiten erlaubt.

Die menschliche Nase haben viele Wissenschaftler bereits zum Gegenstand ihrer Forschung gemacht und verschiedenste Zusammenhänge gefunden. Sie sehen eine Stupsnase, wenn Sie in den Spiegel sehen? Herzlichen Glückwunsch, dann sind Sie vermutlich sehr zielstrebig und willensstark. Sie haben gehört, dass man von der Nase auf die Größe anderer Körperteile schließen kann? Richtig, denn die Nase ist meist genauso lang wie der Daumen!

Eine wissenschaftliche Studie hat kürzlich aber noch einen anderen Zusammenhang offenbart: Die Form der Nase hängt davon ab, in welchen Gebieten unsere Vorfahren lebten. Für die Studie wurden 450 Probanden mit Vorfahren aus Nordeuropa, Westafrika, Südasien und Ostasien ausgewählt. Deren Nasen wurden mit 3D-Bildern genauestens untersucht: Die Länge und Höhe der Nase, die Breite der Nasenlöcher und wie weit diese voneinander entfernt sind. Dabei sahen die Forscher einen Zusammenhang zwischen Nasenform und Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit. In feucht-warmem Klima kommen oftmals breite Nasen vor, während in trocken-kaltem Klima die Nasen eher schmal sind.

Aber warum ist das so? Grundsätzlich ist die Nase dafür da, die eingeatmete Luft zu erwärmen. Das beugt Infektionen vor. Enge Nasenlöcher leiten die Luft so in die Nasen, dass sie besonders effizient befeuchtet und erwärmt wird. In kalten Gebieten hatten deshalb Menschen mit schmalen Nasenlöchern bessere Überlebenschancen als Menschen mit breiten Nasenlöchern. Das könnte dazu geführt haben, dass immer weniger Bewohner in kalten Gebieten eine breite Nase hatten.

Wie so oft gibt es aber auch bei dieser Theorie ein ABER. Denn das Klima ist nicht der einzige Faktor, der das Aussehen der Nase beeinflusst: Auch der Zufall und die Attraktivität (also welche Nasenform im Allgemeinen als besonders attraktiv empfunden wurde) spielten laut den Wissenschaftlern bei der evolutionären Entwicklung eine Rolle.

Wie sich das Klima unserer Vorfahren darüber hinaus unterbewusst bei uns eingeprägt hat und wie es unser alltägliches Leben beeinflusst, erfahren Sie im morgigen Thema des Tages.

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