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22.05.2017

09:14

Temperatur 13,4 °C
Luftfeuchte 73 %
Taupunkt 8,7 °C
Luftdruck 1018,2 hPa
Windrichtung 124 °
SO
Windstärke 9,3 km/h
Windböen 17,7 km/h
Wind 10m Ø 17,5 km/h
Windchill 11,7 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Montag, 22. Mai 2017 09:14
Temperatur
13,4 °C
Luftdruck
1018,2 hPa
Wind
124 °
Luftfeuchtigkeit
73 %
Tendenz
-0,8 hPa/6hup down
Windstärke
9,3 km/h
Taupunkt
8,7 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
17,7 km/h
Windchill
11,7 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
17,5 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 27.5.17

Bodenwind:
Morgens meist 3 bis 5 KT aus E, in Oberschwaben und am Bodensee 4 bis 7 KT um NE. Davon abweichend in den höchsten Lagen der westlichen Schwäbischen Alb um 20 KT aus E. Im Lauf des Morgens Zunahme auf 6 bis 9 KT mit Böen um 15 KT, auf der Schwäbischen Alb um 20 KT. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang Rückgang auf 3 bis 6 KT um E bis NE.

Höhenwind:
2000FT | 100/10KT 19C | 090/10KT 22C | 3000FT | 100/15KT 16C | 090/10KT 19C | 5000FT | 100/10KT 11C | 090/10KT 13C |

Thermik:
Im Norden und Osten Bayerns gute Wolkenthermik. Im Bayerischen Wald zeitweise sehr gute Wolkenthermik. Im Südwesten Bayerns und im Osten Baden-Württembergs mäßige bis gute Blauthermik.

Überwiegend mäßige, örtlich auch gute Wolkenthermik mit ausgeprägter Ausbreitungstendenz. Thermikbeginn uneinheitlich, meist gegen 11 Uhr MESZ.

Wettervorhersage Aalen 27.5.17

Wettervorhersage für heute
In Aalen sind Wolken die Ausnahme, verbreitet scheint die Sonne. Dabei werden im Tagesverlauf 24 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 10 Grad ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost.

Wetterbericht der nächsten Tage

Sonntag
In Aalen gibt es vielfach Sonnenschein und fast keine Wolken, und die Temperaturen klettern am Tage auf 26 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 13 Grad zurück. Der Wind weht leicht aus südöstlichen Richtungen.

Montag
Frühsommerlich warm und Sonne satt. In Aalen gibt es vielfach Sonnenschein, aber auch einige Wolken, und die Temperaturen klettern am Tage auf 28 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 15 Grad zurück. Der Wind weht leicht aus nordwestlichen Richtungen.

Dienstag
Am Vormittag gibt es ein Nebeneinander von Sonnenschein und Wolken. Am Nachmittag fällt stellenweise Platzregen, es gibt gewittrige Schauer, und die Temperaturen klettern am Tage auf 26 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf 14 Grad. Der Wind säuselt nur leicht aus westlichen Richtungen.

Wetterlage:
Wetterbestimmend ist ein Hoch über Polen. Es führt mit östlicher Strömung trockene, mäßig warme Festlandsluft nach Süddeutschland.

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

 

 

Die erste Hitzeperiode des Jahres kommt und der Körper leidet!

Datum 26.05.2017

Hoch "Walrita" bringt die Hitze nach Deutschland und lässt bei Werten zwischen 25 und 35 Grad die Sonnenanbeter jubeln. Doch ab Sonntag wird die zunehmend feuchter werdende Luft zur ersten Belastungsprobe für den Körper.

Das Wetter in Deutschland wird derzeit von Hoch "Walrita" bestimmt. Dieses liegt am heutigen Freitag mit Zentrum über der Nordsee und gibt atlantischen Tiefausläufern keine Chance nach Deutschland vorzudringen. Allerdings sickert in den Norden und Osten mit einer noch nördlichen Strömung feuchtere Meeresluft ein, die teilweise für eine hochnebelartige Bewölkung sorgt. Ansonsten sind die Absinkbewegungen der Luft in der Atmosphäre durch "Walrita" zu stark, sodass sich kaum Wolken am Himmel zeigen. Stattdessen kann die Sonne nahezu ungehindert scheinen.

Im weiteren Verlauf verlagert Hoch "Walrita" jedoch seinen Schwerpunkt nach Osten. Am Samstag liegt das Zentrum schon über Nordpolen und am Sonntag dann über der Westukraine. Einhergehend stellen sich über Mitteleuropa und somit auch über Deutschland die Strömungen um. Zunächst dreht die bodennahe Windkomponente auf Süd und zapft sehr warme bis heiße subtropische Luft aus Südeuropa an. Mit Sonnenunterstützung können die Temperaturen am Samstag im Westen und am Sonntag verbreitet an bzw. über die 30-Grad-Marke steigen. In der Spitze sind am Sonntag Höchstwerte von 34 Grad zu erwarten.

Der Montag wird dann wohl der heißeste Tag der Woche. Abgesehen von den Küstenregionen erreichen die Temperaturen deutschlandweit ein hochsommerliches Niveau zwischen 25 und 35 Grad.

Mit der Verlagerung gen Osten macht "Walrita" jedoch auch wieder Platz für tieferen Luftdruck. Schon am Sonntag rücken erste Tiefausläufer dem westdeutschen Raum auf die Pelle. Dann nämlich soll sich eine Kaltfront in den Westen und Norden schieben. Im Gepäck hat die Luftmassengrenze auch deutlich mehr Feuchte, sodass sich die sommerlichen Temperaturen zunehmend schwül anfühlen. Dies lässt sich schließlich auch an den sogenannten gefühlten Temperaturen ablesen, die ab Samstag von Westen und Südwesten her über 30 Grad ansteigen. Am Sonntag und Montag sind am Rhein sogar als belastend gefühlte Werte bis 37 Grad möglich. Entsprechend ist zumindest tagsüber mit einem warmen bis heißen thermischen Empfinden mit einer teils hohen Wärmebelastung zu rechnen (vgl. Graphik oder unter: http://www.dwd.de/biowetter).

Entspannung bieten noch die Nächte. Diese sind bei Tiefstwerten meist zwischen 19 und 10 Grad zwar mild, bieten aber noch die Möglichkeit durchzulüften und sich vom Wärmestress am Tage zu erholen. Zudem sind auch die Gebäude bei der ersten Hitzeperiode des Jahres noch nicht aufgeheizt, sodass sich die Innenraumtemperaturen überwiegend im angenehmen Bereich befinden. Dennoch sollte man den Körper tagsüber im Freien schützen und auf kräfteraubende Tätigkeiten möglichst verzichten. Vor allem bei älteren und kranken Menschen sind die Reserven der Thermoregulation schneller erschöpft.

Insgesamt stellt die Schnittstelle zwischen Wetter bzw. Klima und der Medizin ein spannenden Forschungs- und Arbeitsbereich mit vielen Herausforderungen dar. Mit den Wechselwirkungen zwischen den atmosphärischen Prozessen und den lebenden Organismen (Pflanzen, Tiere und Menschen) befasst sich die Biometeorologie als interdisziplinäre Wissenschaft. Die zentrale Frage dieses Wissensbereiches ist also: Wie beeinflussen Wetter und Klima lebende Organismen?

Dabei werden mit dem "aktinischen Wirkungskomplex", dem "thermischen Wirkungskomplex" und dem "lufthygienischen Wirkungskomplex" allgemein drei verschiedene Wirkungsbereiche unterschieden.

Der aktinische Wirkungskomplex behandelt die Komponenten der biologisch wirksamen Sonnenstrahlung; sie reichen vom infraroten über den sichtbaren bis zum UV-Bereich. Sowohl gesundheitsfördernde als auch -schädigende Einflüsse sind bekannt: Beim Menschen fördert beispielsweise Infrarotstrahlung die Durchblutung. Sichtbares Licht beeinflusst Hormonhaushalt und Psyche. Das größte Wirkungsspektrum besitzt jedoch die UV-Strahlung: Hautbräunung, Vitamin-D3-Synthese, aber auch Schädigung von Hautzellen und Sonnenbrand sind nur einige, vielleicht die bekanntesten positiven wie negativen Auswirkungen der UV-Strahlung.

Im lufthygienischen Wirkungskomplex werden die natürlichen und die durch den Menschen verursachten Luftbeimengungen zusammengefasst. Zu diesen zählen Grob- und Feinstaub, Pollen sowie auch gasförmige und flüssige Stoffe.

Von besonderem Interesse ist - wie z.B. bei der bevorstehenden Hitzewelle - der thermische Wirkungskomplex. Zu diesem Wirkungsbereich gehören alle Größen, die für den Austausch von Wärme zwischen dem lebenden Organismus und der ihn umgebenden Atmosphäre von Bedeutung sind. Die wichtigsten meteorologischen Größen sind dabei Lufttemperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Strahlung. Für eine zahlenmäßige Erfassung und Einordnung des Wohlbefindens, der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit des Menschen ist es notwendig, die thermischen Umweltbedingungen des Menschen in einer physiologisch korrekten sowie wirkungsvollen und praktischen Weise aufzubereiten, darzustellen und weiterzugeben.

Damit die inneren Organe und das Gehirn eines Menschen optimal funktionieren können, muss die Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau (~37°C) gehalten werden. Dafür sollten die Wärmeproduktion im Organismus und die Wärmeabgabe an die Umgebung über einen längeren Zeitraum im Gleichgewicht stehen. Vom Wärmegleichgewicht abweichende Bedingungen werden dem Menschen - über das Gehirn gesteuert - durch Frieren oder Schwitzen bewusst und führen so zu einer Anpassung des Verhaltens, z.B. durch Ablegen von Kleidung, Verminderung der Aktivität oder Aufsuchen von geschützten bzw. klimatisierten Räumen.

Die Temperatur der Haut und der Extremitäten können dabei jedoch abhängig von den Umgebungsbedingungen stark schwanken. Überschüssige Wärme gibt der Körper über die Haut an die Umgebung ab. Mögliche Prozesse sind beispielsweise die Konvektion (sensibler Wärmefluss), Strahlung (langwellige Strahlung) sowie die Verdunstung z.B. von Schweiß und Diffusion von Wasserdampf (latenter Wärmefluss). Gleichermaßen kann der Wärmehaushalt in einem bestimmten Maße auch über die Atmung (latenter und sensibler Wärmefluss) reguliert werden. Aufgrund des unterschiedlichen Stoffwechsels bei Menschen kann das thermische Empfinden in Abhängigkeit beispielsweise von Alter und Geschlecht variieren und ist somit lediglich eine subjektive Bewertung der Auswirkung der Umgebungsbedingungen auf den Zustand des Körpers.

Um das thermische Empfinden auf Basis der vorgefundenen Umgebungsbedingungen zu analysieren und vorherzusagen, wird auf verschiedene Konzepte zurückgegriffen. Ein weitverbreitetes Konzept basiert dabei auf der Betrachtung einer "äquivalenten Temperatur". Sie beschreibt in diesem Fall die Lufttemperatur, die in einer Referenzumgebung herrschen müsste, um das gleiche thermische Befinden wie in der aktuellen Umgebung (optimalen Zustand des Wärmehaushaltes des Körpers) hervorzurufen. Der Vergleich der äquivalenten Temperatur zur Lufttemperatur erschließt sich häufig selbständig, besonders in Hinsicht auf extreme Bedingungen (Hitze, Kälte).

Der Deutsche Wetterdienst betreibt darauf aufbauend als thermisches Bewertungsverfahren das sogenannte "Klima-Michel-Modell". Dabei greift er auf die "gefühlte Temperatur" als eine Variante der äquivalenten Temperatur zurück, die die Anpassung der Bekleidung an die aktuellen thermischen Bedingungen berücksichtigt. Allerdings gelten die Bewertungen jeweils nur für einen aufrecht stehenden Menschen. Der Klima-Michel beschreibt bei der Bewertung einen Norm-Menschen. Dieser erbringt eine Arbeitsleistung von 172,5 Watt bzw. 135 Watt pro Quadratmeter Hautoberfläche. Dies entspricht dem Zustand "Gehen" mit etwa 4 km/h in der Ebene. Gleichermaßen ist die Bewertung an den Außenbedingungen ausgerichtet, sodass der "Michel", um sein thermisches Gleichgewicht herzustellen, seine Kleidung zwischen einer sommerlichen und winterlichen Variante variieren kann. Die sommerliche Kleidung entspricht beispielsweise einer leichten langen Hose, einem kurzärmeligen Hemd und Sandalen.

Wer hat auf's richtige Pferd gesetzt?

Datum 25.05.2017

Ein schönes langes Wochenende steht uns in Deutschland bevor. Wie aber ist das Wetter für unsere Urlauber? Hat sich der Reiseaufwand gelohnt?

Zum langen Wochenende gehört für viele auch ein Kurzurlaub, die Staus auf den Autobahnen sprechen da Bände. Einige brechen auch in entferntere Regionen auf und heute schauen wir mal, wer wettermäßig auf das richtige Pferd gesetzt hat.

Für Deutschland haben die Medien für das lange Wochenende eine Hitzewelle vorhergesagt. Na ja, ob deutschlandweit betrachtet null bis drei heiße Tage eine Hitzewelle darstellen, soll an dieser Stelle nicht betrachtet werden.

Aber sommerliche Temperaturen gibt es allemal, wenn man von den Inseln in der 13 Grad kühlen Nord- und Ostsee absieht. Gewitter soll es erst Sonntagnachmittag im Norden und Westen geben.

Werfen wir also einen Blick auf die Wettervorhersage der beliebten Urlaubsgebiete. Österreich und die Schweiz erleben bei steigenden Temperaturen ein sonniges Wochenende. In Portugal ist es meist stark bewölkt und es gibt immer mal wieder teils schauerartigen Regen. Höchstwerte anfangs 30, am Sonntag 25 Grad. Auch am westlichen Mittelmeer gehen die Temperaturen von 30 auf 25 Grad zurück und nach sonnigem Wochenendbeginn dominieren am Samstag die Wolken, am Sonntag kommt es zu gewittrigen Regenfällen. Im zentralen Mittelmeer verschwinden heute noch die Wolken und die Sonne strahlt bei Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad mit den beglückten Kurzreisenden um die Wette. Nur in Griechenland und der westlichen Türkei halten sich gewittrige Regenfälle am gesamten Wochenende. Am östlichen Mittelmeer ist es bei 25 bis 30 Grad zunächst noch wolkig, doch dann scheint auch hier ganztägig die Sonne. An der Mittelmeerküste Afrikas ist es, abgesehen von zunehmender Bewölkung in Marokko, durchweg sonnig bei Höchstwerten um 28 Grad, wer weiter ins Landesinnere vordringt, kann auch bei 40 Grad schwitzen. Im Westen und Süden des Schwarzmeeres gibt es - wie in Griechenland - eher durchwachsenes Wetter, nach Norden hin werden die Wolken weniger. Für eher Kulturreisende ist auch Westeuropa beliebt, allerdings lieben auch Wolken an diesem Wochenende diese Gegend. Vor allem in Irland und Schottland regnet es wiederholt, sonst überwiegt aber zunächst ein freundlicher Wettercharakter. Erst am Sonntag treffen die Niederschläge auch Frankreich und die Beneluxländer. Nach Norden hin ist es in Dänemark und Südskandinavien im Wesentlichen sonnig und im Landesinneren mit 25 Grad sommerlich warm. Weiter im Norden ist es bei regnerischem Wetter deutlich kühler. Im östlichen Mitteleuropa hält sich am gesamten Wochenende sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen bis zum Sonntag auf Werte um 25 Grad.

Wer hat also für das lange Wochenende auf's richtige Pferd gesetzt? Wohl die meisten von uns, denn in Mitteleuropa wird es bis auf ein paar Sonntagsgewitter schön und warm. Pech haben vor allem die, die sich rund um die Ägäis auf ein langes Wochenende mit schönem Wetter gefreut haben.*

Wie Wind und Wasser Wunder der Natur schaffen

Datum 24.05.2017

Von "den USA" mag jeder halten, was er will. Für etliche Naturliebhaber ist jedoch eines sicher: Die dortige Landschaft ist vielseitig und gebietsweise atemberaubend. Viele der geologischen Wunder in den Nationalparks sind durch den Einfluss des Wetters entstanden. Das heutige Thema des Tages beleuchtet die Entstehung der zahlreichen Steinbögen im Arches-Nationalpark.

Der 300 Quadratkilometer große Arches-Nationalpark liegt im Osten des Bundesstaates Utah, im Norden des Colorado-Plateaus. Der Fluss Colorado verläuft am Südrand des Parks. Den Namen trägt der Nationalpark nicht ohne Grund. Dort gibt es die größte Konzentration an natürlich geformten Gesteinsbögen (engl. arches), die durch die Einwirkung von Wind und Niederschlag entstehen und wieder vergehen. Nicht jeder gewölbte Stein mit Loch ist auch ein "arch", denn ein Bogen zählt erst als ein solcher, wenn er eine Öffnung von mindestens 90 Zentimetern aufweist. Im gesamten Arches-Nationalpark gibt es über 2000 dieser Steinbögen. Manche sind ganz dünn und flach (siehe Foto unten links), andere haben eine Spanne von über 90 Metern.

Den Grundstein für die Genese der Gesteinsbögen legten unterirdische Salzschichten. Bereits im Jura Zeitalter vor etwa 150 Millionen Jahren bildete sich aufgrund des hohen Drucks der Gesteinsschichten auf darunterliegende Salzschichten ein sogenannter "Salzstock" aus. Örtlich wies dieser eine Dicke von 3000 Metern auf. Durch Faltung wölbte sich der Salzstock in unendlich langsamer Zeit zu sogenannten "Sätteln" auf. Aber selbst vor 65 Millionen Jahren war im heutigen Arches-Nationalpark nichts zu sehen als trockener Meeresboden. Die unzähligen roten Felsbögen, die sich heute dort zeigen, lagen noch unter etlichen Metern unspektakulärem Sand und Gestein begraben. Durch die Aufwölbung des Salzstocks und des darüberliegenden Sandsteins, zogen sich nach und nach Risse und Spalten durch das Gestein. Der Weg zur Bogenform sowie den Skulpturen der Zukunft war geebnet.

Vor etwa 5 bis 10 Millionen Jahren begann sich dann das gesamte Colorado-Plateau tektonisch zu heben. Vom Meeresspiegel ging es hinauf bis auf durchschnittlich 1500 Meter. Nun zeigten die Kräfte der Erosion - Wind, Wasser und Eis - ihre Wirkung. Der Wind sorgte dafür, dass Schicht für Schicht des Gesteins abgetragen wurde. Von dieser Last befreit, konnte der Sandstein nun expandieren, was zur Folge hatte, dass er weitere Risse bekam. Durch Regen und Tau wurden die zarten Spalten mit Wasser gefüllt, welches tief in den Stein einsickerte und ihn somit poröser machte. In sehr kalten Nächten dehnte sich das zu Eis gewordene Wasser aus und ließ den Stein immer weiter aufbrechen. Eis hat eine geringere Dichte als Wasser und nimmt somit ein größeres Volumen ein.

Doch wie entstanden nun all diese Bögen? Das einsickernde Wasser erreichte ebenso den Salzstock und spülte das Salz aus. Das darüberliegende Gestein verlor seinen Sockel und rutschte tief in die Risse hinab. Zahlreiche breite Spalten bildeten sich im sonst zusammenhängenden Gestein. Sogenannte "Finnen" entstanden. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung des Sandsteins, wies auch er unterschiedlich harte Schichten auf. Begann nun mit der Zeit eine weiche Sandsteinschicht von beiden Seiten zu bröckeln und blieb die darüberliegende härtere Schicht bestehen, bildete sich langsam ein Bogen aus.

Geformt wird der Sandstein vom Wasser, mehr als jede andere Kraft ihn formen könnte. Auch wenn der Arches-Nationalpark heute vom Wüstenklima beeinflusst wird und jährlich nur etwa 180 bis 230 mm Niederschlag fallen (Vergleich Berlin: ca. 600 mm), zerren Wind und Wasser weiterhin an den Steinbögen. Kein einziger "arch" wird für immer bestehen. Hin und wieder wird der Sandstein durch die anhaltende Erosion zu schwach und ein Bogen stürzt ein. So wird sich die faszinierende Landschaft mit der Zeit weiter verändern.

Die "Vermüllung" der Meere schreitet voran

Datum 23.05.2017

Jeden Tag landen etliche tausend Tonnen Plastik in unseren Ozeanen. Dieser Abfall schwimmt in riesigen Strudeln in den Weltmeeren. Dass jeder Mensch unwissend zur "Vermüllung" der Ozeane beiträgt und ob die großen Plastikstrudel auf unseren hochaufgelösten Satellitenbildern sichtbar sind, ist heute Thema des Tages.

Haben Sie gewusst, dass mit der Verwendung zahlreicher Kosmetikprodukte wie Zahncreme, Duschgel oder Peeling täglich kleinste Plastikkügelchen und bei jedem Waschgang Kunstfasern aus unseren Textilien ungeklärt in unsere Abwässer und somit ungehindert über die Flüsse in die Meere gelangen? Auch Kläranlagen schaffen es nicht, die winzigen Textilfasern und Plastikteilchen aufzufangen.

Laut einer Schätzung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden pro Jahr 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, wovon mehr als 10 Millionen Tonnen als Müll in den Ozeanen, Nahrungsketten und Ökosystemen landen. Das ist vergleichbar mit sechzig vollen Müllwagen, die pro Stunde in alle Weltmeere entleert werden. In verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln ist von 15.000 bis 45.000 Plastikteilen die Rede, die inzwischen auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche der Ozeane treiben.

Der wohl bekannteste Müllstrudel ist der sogenannte "Great Pacific Garbage Patch" im Pazifik, der sich aufgrund von Ozeanströmungen gebildet hat. Dieser Plastikstrudel ist in der Fläche mit Mitteleuropa vergleichbar. Somit müssten wir Meteorologen eigentlich in der Lage sein, diese riesigen Ansammlungen von Abfall auf den hochaufgelösten Satellitenbildern ausfindig zu machen, um so die "Vermüllung" der Meere zu verdeutlichen. Warum aber der Müll nicht vom Weltall aus sichtbar ist, ist einfach zu erklären. Der Müllstrudel ist nicht mit einer Insel von Plastikmüll und anderen Abfällen vergleichbar. Die Teilchen werden kontinuierlich durch Wind- und Wellenbewegungen im Wasser durchmischt. Zwar gibt es in der Umgebung des Strudels höhere Konzentrationen von Plastik oder es schwimmen Relikte herrenloser Fischernetze an der Wasseroberfläche, jedoch besteht der "Garbage Patch" aus so winzigen Teilchen, dass sie auf den ersten Blick nicht wahrgenommen werden können. Zudem sinken etwa 70% der Abfälle mit der Zeit auf den Meeresgrund.

Wenn aber der Kunststoff teilweise so klein ist, dass er kaum sichtbar ist, warum ist er dann in den Ozeanen und für die Umwelt so gefährlich? Durch die Wechselwirkung von Salzwasser und UV-Strahlung sowie durch Reibung zerfällt das Plastik sehr langsam in kleine Bruchstücke und gibt dabei Giftstoffe an die Umgebung ab. Bis zur völligen Zersetzung von Plastik vergehen 350 bis 400 Jahre. Viele Tiere sterben durch verlorengegangene Fischereiausrüstung, in der sie sich verfangen, oder verschluckten Müll, den sie nicht verdauen können. Darüber hinaus können Mikropartikel und die freigewordenen Giftstoffe über die Meeresbewohner auch in unsere Nahrungskette und in den menschlichen Organismus gelangen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass solche Gifte in den atmosphärischen Wasserkreislauf geraten und sich mit dem ausfallenden Niederschlag weiter in der Umwelt verbreiten.

Zur Rettung der Meere kann jeder Mensch entscheidend etwas beitragen, indem Müll recycelt oder ordnungsgemäß entsorgt wird, Plastikverpackungen so gut es geht vermieden und bspw. Plastiktüten durch Stoffbeutel ersetzt oder zumindest mehrfach genutzt werden.

Wie wird das Wetter zu Christi Himmelfahrt?

Datum 22.05.2017

In dieser Woche erwartet uns mit Christi Himmelfahrt ein bundesweiter Feiertag und somit freuen sich sicher viele über eine verkürzte Arbeitswoche. Grund genug, sich mit dem Wetter der nächsten Tage etwas genauer zu beschäftigen.

Nach einem turbulenten Freitag mit teils kräftigem Regen und unwetterartigen Gewittern liegt nun ein deutlich ruhigeres und vielfach sogar sonniges Wochenende hinter uns. Dabei war es aber spürbar kühler, was sich nicht nur tagsüber, sondern insbesondere auch in den vergangenen Nächten äußerte. Teilweise sank die Temperatur bis auf 1 Grad Celsius ab und so verwundert es nicht, dass in der Nacht zum Sonntag bei klarem Himmel sogar lokal nochmal Bodenfrost bis minus 2 Grad Celsius auftrat. Dies betraf vor allem einige Regionen in Baden-Württemberg sowie Orte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Zu Beginn dieser Woche hält das freundliche Wetter weiter an. Dafür sorgt derzeit Hoch VESNA, das am heutigen Montag mit seinem Schwerpunkt über dem Norden Deutschlands liegt. Dabei steigen die Temperaturen weiter an, und im Westen und Südwesten Deutschlands sind am heutigen Montag bei reichlich Sonnenschein wieder sommerliche Höchstwerte über 25 Grad Celsius zu erwarten.

So wächst sicherlich die Hoffnung, dass sich dieses Wetter im weiteren Verlauf der Woche hält. Schließlich nutzen viele den bevorstehenden Feiertag Christi Himmelfahrt - auch bekannt als Vatertag oder Männertag - für ausgedehnte Rad- und Wandertouren und ein anschließendes verlängertes Wochenende.

Doch die Hoffnung auf sonniges und warmes Wetter in den kommenden Tagen kann zumindest aus heutiger Sicht nicht überall erfüllt werden.

Ein Blick auf die Wetterkarten zeigt, dass sich Hoch VESNA abschwächt und schließlich am Mittwoch nicht mehr zu finden ist. Es folgt von Großbritannien und Frankreich rasch das nächste Hochdruckgebiet mit dem Namen WALRITA nach, bevor es sich aber bei uns durchsetzen kann, greift schon am Dienstag von der Nordsee ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet namens EKKEHARD auf den Norden Deutschlands über und verlagert sich bis Mittwoch über den Osten und Südosten des Landes hinweg. Am Donnerstag ist das Tief bereits Richtung Südosteuropa abgezogen, sein Ausläufer beeinflusst aber weiterhin den Norden und Osten Deutschlands. Vor allem der Mittwoch, aber auch der Feiertag gestalten sich dort eher trüb und mitunter gibt es Regen. Zudem werden die Temperaturen in der einfließenden kühleren Nordseeluft kaum die 20 Grad-Marke erreichen.

Im Gegensatz dazu bietet das Wetter im Westen und Südwesten deutlich bessere Bedingungen für Aktivitäten im Freien. So zeigt sich unter dem Einfluss von WALRITA häufig die Sonne und bei Höchstwerten bis zu 27 Grad Celsius gibt es erneut einen Vorgeschmack auf sommerliche Temperaturen.

Aber im Norden und Osten lässt die Wetterbesserung nicht lange auf sich warten. Schon ab Freitag kann sich das Hochdruckgebiet voraussichtlich im ganzen Land mit viel Sonnenschein durchsetzen. Bis zum nächsten Wochenende ist es zwar noch lange hin, aus jetziger Sicht bleibt uns das Hochdruckwetter aber weiter erhalten. Dann sind Spitzenwerte bis 28, entlang des Rheins bis 30 Grad Celsius durchaus möglich.

Die potentielle Temperatur und die Föhnbeobachtung

Datum 21.05.2017

Zur Erstellung der täglichen Wettervorhersage werden viele gemessene, aber auch berechnete Werte verwendet. Ein solcher ist die potentielle Temperatur. Doch wozu ist diese Temperatur besonders bei der Föhnbeobachtung gut?

"Deutschlandweit liegen die Höchstwerte heute zwischen 17 und 23 Grad". Diese oder ähnliche Aussagen sind in den täglichen Wetterberichten zu finden. Kein Wunder, denn das Interesse an der Temperaturentwicklung ist in der Öffentlichkeit sehr groß. Muss mit einer länger andauernden Hitzewelle gerechnet werden, sorgt Väterchen Frost für klirrende Kälte oder lädt ein lauer Spätsommerabend zum Grillen an der frischen Luft ein?

In der Meteorologie ist besonders die Lufttemperatur von Interesse. Diese wird in 2 m Höhe über dem Erdboden geschützt in einer weißen Wetterhütte gemessen, abseits von externen Einflüssen wie dem Bodenwärmestrom oder der Sonnenstrahlung. Verfolgt man die Temperatur über mehrere Tage, so erhält man den entsprechenden Tagesgang der Temperatur zwischen Tag und Nacht. Erweitert man die Beobachtungsreihe und trägt die Monatsmitteltemperaturen auf, dann kann man den Jahresgang der Temperatur ermitteln.

In der Meteorologie gibt es aber auch noch viele weitere Temperaturen, wie z.B. die gefühlte Temperatur oder die Feuchttemperatur, wobei im Folgenden nun aber näher auf die sogenannte "potentielle Temperatur" eingegangen werden soll. Dabei handelt es sich um einen fiktiven, also berechneten Wert. Ziel dieser Berechnung ist, Temperaturmessungen aus unterschiedlichen Höhenbereichen untereinander vergleichen zu können oder anders ausgedrückt: Die potentielle Temperatur gibt an, welche Temperatur ein Luftpaket annimmt, wenn es auf Meeresniveau gebracht wird.

Nicht selten stellt man sich bei der Vorbereitung des Wetterberichts die Frage, aus welchem Höhenniveau eine Luftmasse stammt. Eine wichtige Eigenschaft der potentiellen Temperatur ist ihre Unabhängigkeit von Hebungs- oder Absinkvorgängen. Wie kann man sich das vorstellen? Betrachtet man ein Luftteilchen und verfolgt, wie es zum Beispiel über einen Berg strömt, dann ist folgendes zu beobachten: Sobald das Teilchen aufzusteigen beginnt, kühlt es sich ab und wenn es auf der anderen Seite des Berges wieder nach unten sinkt, dann erwärmt es sich wieder. Demgegenüber aber ändert sich die potentielle Temperatur dieses Teilchens nicht. Man kann also sagen, dass die Luft, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, auf die hier nicht näher eingegangen wird, entlang Linien gleicher potentieller Temperatur (den sogenannten "Isentropen") strömt. Klingt alles sehr komplex, doch lässt sich dieser Sachverhalt an Hand eines Beispiels aus der Realität gut darstellen.

Das Bild zeigt die Auswirkungen einer markanten Föhnlage, die Anfang März 2017 u.a. den östlichen Bodensee erfasste. Im linken Bild ist die gemessene Lufttemperatur in 2 Meter über Grund dargestellt. Dort, wo der Föhn durchgebrochen ist, kletterte die Temperatur auf 14 Grad oder mehr. Der Föhndurchbruch ist auch im rechten Bild zu sehen, wo der Wind mit Sturmstärke, teils auch mit orkanartigen Böen bis in tiefe Lagen durchgebrochen ist. Nun kann man sich fragen, aus welcher Höhe die Föhnluft stammt. Diese Frage kann mit Hilfe der potentiellen Temperatur wenigstens ansatzweise beantwortet werden (siehe mittleres Bild). Man sieht, dass dort, wo der Föhn durchgebrochen ist, Werte der potentiellen Temperatur von 18 bis 21 Grad berechnet wurden, während sie abseits des Föhns rund 10 Kelvin tiefer lagen. Die Föhndefinition des Forschers H. v. Ficker aus dem Jahre 1920 besagt, dass "...die potentielle Temperatur in einem Talorte gleich jeder in höheren, föhnbestrichenen Orten [...] ist". Da die Luft entlang von Isentropen strömt, muss man nun ähnliche oder gleiche Werte in unterschiedlichen Höhenbereichen finden. In unserem Beispiel ähnelt die potentielle Temperatur auf dem 2500 m hohen Säntis (Lufttemperatur bei -3 Grad) der potentiellen Temperatur am südöstlichen Bodensee (Altenrhein auf 400 m mit einer Lufttemperatur von +16 Grad). Eine Luftmasse, die nach dem Überströmen eines Gebirges absinkt, trocknet ab und erwärmt sich dabei trockenadiabatisch (siehe: http://bit.ly/2r4ZNS9), also um 1 Grad pro 100 m. Das würde bei einer Höhendifferenz von 2100 m eine Temperaturdifferenz von 21 Kelvin ergeben. Altenrhein müsste also +18 Grad melden. Doch da die potentielle Temperatur in Altenrhein noch geringfügig niedriger ist als die vom Säntis, sank die Luftmasse vorerst auch noch nicht von 2500 m ab und konnte sich nicht so stark erwärmen. Bereits 1 Stunde später wurden jedoch die 18 Grad vielerorts in dieser Region erreicht und man konnte sagen, dass die Föhnluft vom Höhenniveau des Säntis bis zum Boden durchgebrochen war.

Dieses Beispiel der Föhnbeobachtung mithilfe der potentiellen Temperatur zeigt nur eine Verwendungsmöglichkeit von vielen und daher verwundert es nicht, dass die potentielle Temperatur in der Wettervorhersage ein bedeutender und häufig verwendeter Parameter ist.

Der gewittrige Freitag

Datum 20.05.2017

Gestern tobten in weiten Bereichen Deutschlands heftige Gewitter, die mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergingen. Was ermöglichte diese markante Gewitterlage und was waren die Folgen?

Ein Blick auf das Satellitenbild von gestern verrät, dass die Ausgangslage für eine ausgeprägte Gewitterlage in weiten Bereichen Deutschlands gegeben war. Bereits am Donnerstag und im Verlauf der Nacht zum Freitag bildete sich über Benelux ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet, das sich am Freitag unter vorübergehender Verstärkung nordwärts verlagerte und mit seinem Zentrum über der südlichen Nordsee analysiert wurde. Dieses Tiefdruckgebiet mit dem althochdeutschen Namen DANKMAR war zwar nicht sehr kräftig, sorgte aber über Deutschland für die Entstehung markanter Wettergegensätze.

Rückseitig von DANKMAR strömte vom Atlantik kühle und feuchte Luft über Frankreich nach Deutschland. Diese kühle Meeresluft drängte eine über Westdeutschland liegende Kaltfront allmählich weiter nach Osten, sodass die Front zum Nachmittag Deutschland in einen kühlen und nassen Westen und einen zunächst noch sonnigen und warmen Osten teilte. Dies zeigte sich besonders bei den Höchsttemperaturen des gestrigen Tages. Diese lagen im äußersten Westen zwischen 9 und 15 Grad (der geringste Höchstwert war mit 9.0 Grad an der Station Schneifelforsthaus in Rheinland-Pfalz). Derweilen sorgten DANKMAR und ein über Polen liegendes Hochdruckgebiet mit dem Namen URSEL für einen andauernden Zustrom feuchter und sehr warmer Luftmassen. Diese sommerliche Wärme erfasste besonders den Osten, wo bei strahlendem Sonnenschein von teils mehr als 14 Sonnenstunden Höchstwerte bis zu 30 Grad erreicht wurden (Spitzenreiter war mit 31.0 Grad Holzdorf auf der sachsen-anhaltisch-brandenburgischen Landesgrenze). Somit ergab sich auf einer horizontalen Distanz von rund 420 km ein Temperaturgefälle von mehr als 20 Grad.

Im Westen Deutschlands dominierte bereits ab den Morgenstunden die Himmelsfarbe "grau" und im Tagesverlauf regnete es vielerorts länger anhaltend und recht kräftig, wobei 24-std. Niederschlagsmengen um 20 l/qm gemessen wurden. Diese Niederschläge wurden durch das beständige Aufsteigen der feuchten und warmen Luftmasse entlang der ostwärts ziehenden und wellenden Kaltfront erzeugt. Dank der nur sehr zögernden Ostverlagerung der Front konnte es vielerorts über Stunden hinweg kräftig regnen.

Östlich der Front (von Mecklenburg-Vorpommern über die östlichen Mittelgebirge bis zum Bayerischen Alpenrand) konnte sich die Sonne mal mehr mal weniger gut gegen die Wolken durchsetzen. Doch die Einstrahlung reichte aus, dass die warme und feuchte Luftmasse im Tagesverlauf immer schwüler und labiler wurde und ab dem frühen Nachmittag konnten sich teils kräftige Schauer und Gewitter bilden. Dabei fiel bezüglich der Frage, wo die Auslösung von Gewittern stattfinden würde, eine ausgeprägte Windkonvergenz ins Auge (braunes Oval). Eine Konvergenz weist bodennahe Winde auf, die zum Zentrum zusammenströmen (oder eben konvergieren). Da die Luft in so einem Fall nur aufsteigen kann und sich dadurch Schauer und Gewitter bilden können, stellen diese Konvergenzen sehr häufig (aber bei Weitem nicht immer!) den "Geburtsort" für Gewitter dar. Entsprechend wurde gestern gegen 10 Uhr eine Vorabinformation vor heftigen Gewittern mit Hagel, Starkregen und Sturmböen für diese Gebiete herausgegeben.

In der Meteorologie spricht man von verschiedenen "Zutaten", die für die Entstehung von Gewittern maßgeblich sind. Doch wie sahen die Zutaten am Freitag aus? Im Umfeld der Konvergenz war die Luftmasse, wie bereits erwähnt, sehr labil geschichtet. Das bedeutet, dass die Luft hier rasch aufsteigen und sich hochreichende Gewitterwolken bilden konnten. Je labiler die Luftmasse, umso stärker können die Aufwinde in solchen Gewittern ausfallen und umso größere Hagel"körner" können zunächst noch in der Luft gehalten werden, bis sie schlussendlich zu Boden fallen. Zudem verstärkte sich gestern der Wind mit der Höhe deutlich von rund 10 km/h in 1.5 km Höhe auf über 90 km/h in 6.5 km Höhe. Solch eine Windzunahme wird benötigt, wenn man langlebige und kräftige Gewitter erwartet. Die mit der Höhe zunehmenden Winde verfrachten den gebildeten Niederschlag, der dann abseits des Gewitteraufwindes zu Boden fällt. Unter anderem ermöglicht diese Trennung von Auf- und Abwinden eine lange Lebensdauer von Gewittern, so dass die Gewitter gestern über Stunden hinweg toben konnten.

Besonders betroffen von den Unwettern gestern waren die Regionen von Thüringen über Sachsen-Anhalt, das östliche Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein. Dabei fielen in Uhlstädt-Kirchhasel-Niederkrossen, Jena (beide Thüringen) und in der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land (Sachsen-Anhalt) jeweils 32 l/qm in einer Stunde, in Bad Bibra-Altenroda (Sachsen-Anhalt) gar 36 l/qm in 1 Stunde. Allerdings suggerieren die Radarbilder, dass gebietsweise noch mehr Nass in kurzer Zeit abseits der Messstationen vom Himmel gefallen sein dürfte. Über einen 6-std. Zeitraum (20 Uhr bis heute 02 Uhr) wurden in Grambek (Schleswig-Holstein) 46 l/qm und in Rehlingen-Ehlbeck 47 l/qm Niederschlag gemessen. Entsprechend der Natur von Gewittern waren die Niederschlagsgradienten enorm und teilweise nur wenige Kilometer entfernt blieb es trocken. Auch München wurde von einem kräftigen Gewitter erfasst. Dort fiel lokal Hagel mit einem Durchmesser von 3 cm. So großer Hagel wurde auch in Punschrau in Sachsen-Anhalt beobachtet. Windspitzen wurden nur wenige gemeldet (schließlich muss die Station auch direkt getroffen werden), doch in Hohn (Schleswig-Holstein) wurde eine schwere Sturmböe von knapp 95 km/h (Bft 10) gemeldet.

Das Wochenende verläuft nun aber deutlich ruhiger, wobei Unwetter vorerst keine mehr zu erwarten sind.

Tornado Alley - Warum gibt es Tornados bevorzugt im Mittleren Westen?

Datum 19.05.2017

Während am gestrigen Donnerstag die Gewitter in Deutschland nur lokale Unwetter brachten und ansonsten relativ moderat vonstattengingen, gab es im Mittleren Westen der USA wieder heftige Gewitter. Dabei wurden 20 Tornados beobachtet. Doch warum gibt es gerade dort häufig kräftige Tornados?

Am gestrigen Donnerstag hat das National Storm Prediction Center (NSPC) bereits zum 3. Mal in diesem Jahr ein sogenanntes "High Risk" herausgegeben. Dies ist die höchste Vorwarnstufe für Gewitter in den USA. Betroffen waren Teile des Mittleren Westens, in denen 20 Tornados beobachtet wurden. Immer wieder hört man in den Nachrichten von Tornadoausbrüchen im Mittleren Westen. Nicht selten gehen die größten Ausbrüche mit weit über 100 Tornados einher. Doch was macht das Gebiet um die Great Plains so prädestiniert für sie?

Tornados benötigen für ihre Entstehung Gewitter, bevorzugt die sogenannten Superzellen. Dies sind Gewitter, die für längere Zeit rotieren. Die Bedingungen sind in den Great Plains aus vielerlei Gründen dafür besonders begünstigt:

Eine Zutat für schwere Gewitter ist Feuchtigkeit. Diese wird dort in der Zeit von Anfang April bis Anfang Juni häufig auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten herangeführt. Mit einer südöstlichen Strömung kann dann warme Golfluft in unteren Luftschichten weit nach Norden bis in den Mittleren Westen vordringen.

Des Weiteren benötigt man eine starke Temperaturabnahme mit der Höhe, sodass aus hydrostatischen Gründen die leichtere warme Luft in der kälteren Luft aufsteigen kann. Diese kommt häufiger in der Nähe von Luftmassengrenzen vor. Luftmassengrenzen sind in den USA besonders stark ausgeprägt. Denn in den USA fehlen, anders als in Mitteleuropa, blockierende Gebirge, die die Luft auf Ihrer Nord-Südbewegung aufhalten. Somit kann polare Kaltluft weit nach Süden und auch feuchtwarme Golfluft weit nach Norden vordringen. Dadurch können sich stärkere Temperaturgegnsätze aufbauen.

Eine 3. begünstigende Luftschicht entsteht in den hoch gelegenen Regionen der Rocky Mountains, die als Heizflächen fungieren und eine warme und trockene Luftschicht erzeugen, die nicht selten ostwärts transportiert wird. Die Grenze zu dieser trockenen Luftschicht wird auch als Dry-Line bezeichnet.

Wird nun die kühlere Luftschicht in der Höhe mit einem Westwind in der Nähe von Luftmassengrenzen über die feuchtwarme Golfluft geschoben und schiebt sich dann noch die trockene Luftschicht aus den Rockys dazwischen, ergibt das eine explosive Mischung, in der sich besonders heftige Gewitter bilden.

Eine Eigenschaft von Luftmassengrenzen ist, dass in ihrer Nähe der Wind mit der Höhe zunimmt und seine Richtung ändert. Bei bodennahen Südostwinden, die mit der Höhe immer stärker werden und auf West drehen, kann man sich gut vorstellen, dass die kräftigen Aufwinde der Gewitter in Rotation versetzt werden und sich die oben genannten Superzellen bilden. Diese sind wiederum Voraussetzung für die meisten Tornados.

Das Gebiet der Great Plains, vom nördlichen Texas, Oklahoma, Kansas bis Nebraska, wo diese Bedingungen häufig zusammenkommen, wird auch als Tornado Alley bezeichnet.

Wonneproppen

Datum 18.05.2017

Warum war es am gestrigen Mittwoch im Westen und Nordwesten wärmer als in Teilen des Südens - obwohl dort praktisch ununterbrochen die Sonne schien? Erklärungen dafür liefert heute das Thema des Tages.

Der gestrige Mittwoch war in weiten Teilen Deutschlands ein echter Wonneproppen. Viel Sonne und dazu sehr verbreitet sommerliche Temperaturen - das macht für viele Lust auf mehr. Dass die 30-Grad-Marke "fallen" sollte, wurde ja schon gestern, auch hier im Thema des Tages, vorhergesagt. Dabei lag bezüglich der Temperaturen die Station Geilenkirchen am Tagesende auf dem ersten Platz. Dort wurde eine Höchsttemperatur von 31,1 Grad gemessen. Da musste sich die Station Trier-Petrisberg mit 30,5 Grad knapp geschlagen geben. Die 30-Grad-Marke gerissen haben auch ein paar Stationen entlang des Rheins zwischen Mannheim und Offenburg - ebenfalls wie vorhergesagt.

Dabei könnte ein detailverliebter Betrachter bzw. eine detailverliebte Betrachterin angesichts der beigefügten Grafik stutzig werden. Denn die relative Sonnenscheindauer von gestern, die in dieser Grafik für Deutschland gezeigt ist, erreicht ihre höchsten Werte nicht im äußersten Westen, also dort, wo die höchsten Temperaturen gemessen wurden. Stattdessen lag diesbezüglich der Südosten vorn, beispielsweise die Station München-Flughafen. Und als wäre das noch nicht genug, erreichten die Temperaturen in München mit 23 Grad trotz praktisch ununterbrochenen Sonnenscheins nicht die Werte von beispielsweise Bremerhaven mit 27 Grad, wo die relative Sonnenscheindauer bei gerade mal knapp 60% lag.

Und warum war das so? Letztendlich ist es eine Frage der Verlagerung der Luftmasse gewesen. Die sehr warme Subtropikluft, die uns die hohen Temperaturen bescherte, wurde mit einer süd-südwestlichen Strömung von Frankreich heran transportiert. Das sorgte dafür, dass diese Luft Ostfriesland vor Oberbayern erreichte - etwas ungewöhnlich, aber damit stellte sich auch die etwas ungewöhnliche Temperaturverteilung ein. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen natürlich regionale Faktoren wie z. B. die Höhenlage, denn immerhin liegt der Münchner Flughafen über 400 Meter höher als Bremerhaven.

Recht gut zu erkennen ist in der kleinen Grafik auch, zu welcher Tageszeit es in Bremerhaven um die Sonne nicht so gut bestellt war. In den ersten Tagesstunden zeigten sich dort noch dichte Wolken am Himmel und die Temperatur stieg kaum an. Erst ab dem späten Vormittag ging es dann mit den Werten aufwärts. Ganz anders präsentierte sich die bayrische Metropole. Schon kurz nach Sonnenaufgang legten die Temperaturen den Turbo ein und kletterten nach oben. Dumm nur, und auch das muss erwähnt werden, dass die Frühtemperaturen in Bayern viel niedriger lagen als im Norden. Die Minima in der Nacht wurden am Münchner Flughafen mit 7 Grad fixiert, während es mit 16 Grad in Bremerhaven deutlich milder blieb. Der Rückstand war dann nicht mehr aufzuholen.

Bisher wärmster Tag des Jahres

Datum 17.05.2017

Nach der ungewöhnlich langen Kälteperiode, die nun von Mitte April bis Mitte Mai mit nur kurzen Unterbrechungen andauerte, gibt es derzeit einen ersten richtigen Warmluftvorstoß. Wie lange sich das sommerliche Wetter noch hält und wie es dann weiter geht, soll heute Thema sein.

Nicht nur die letzte Aprilhälfte gestaltete sich ungewöhnlich kalt. Auch im Mai setzte sich die kalte Witterungsphase fort. Häufige Polarlufteinbrüche, die Nachtfrost und sogar kurzzeitig Schnee auf einigen Berggipfeln brachte, sorgten dafür, dass die erste Maihälfte im Mittel fast 1 Grad zu kalt war. Doch pünktlich mit dem Ende der Eisheiligen stellte sich zu Beginn dieser Woche die Wetterlage komplett um.

Zwischen einem kräftigen Atlantiktief und einem Hoch über dem östlichen Mitteleuropa führt eine südliche Strömung sehr warme und zunehmend schwüle Subtropikluft von Spanien nach Mitteleuropa. Diese machte sich bereits gestern in der Westhälfte bemerkbar, wobei es mit Werten über 25 Grad verbreitet einen Sommertag gab. Heute werden sich die sommerlichen Temperaturen auch im Osten durchsetzen. Im Westen wird vorwiegend in den Flussniederungen zum ersten Mal in diesem Jahr die 30-Grad-Marke geknackt. Ab einer Höchsttemperatur von 30 Grad spricht man in der Meteorologie von einem heißen Tag.

Doch wie stabil ist diese sommerliche Hochdruckwetterlage? Die Hochdruckzone ist nur relativ schwach ausgeprägt und wird schon bald nach Osteuropa verdrängt. Gleichzeitig setzt sich das Atlantiktief Richtung Westeuropa in Bewegung, sodass ab morgen dessen Fronten auf uns übergreifen, die wieder eine deutlich kühlere Wetterlage einleiten. Dieser Übergang geht mit teils kräftigen Gewittern vonstatten, die sich ab morgen Nachmittag hauptsächlich in einem breiten Streifen von Schleswig-Holstein, über die Mitte, die Alb, bis ins Allgäu und am Alpenrand entladen. Besonders in Niedersachsen und im Allgäu können diese Gewitter lokal auch unwetterartig mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen ausfallen. Weiter im Osten bleibt es bei sommerlichen Temperaturen noch mal sonnig.

Während am Freitag im Westen immer wieder teils kräftiger Regen fällt, konzentrieren sich dann die Gewitter auf den Osten. Dort fallen diese jedoch kräftiger aus, als noch am Vortag. So muss mit Unwettern durch Starkregen, größeren Hagel und Sturmböen gerechnet werden.

Am Wochenende setzt sich dann kühlere Meeresluft mit Höchstwerten von nur noch 17 bis 22 Grad durch. Am Samstag kann es noch einzelne Schauer und kurze Gewitter geben, während der Sonntag schon wieder freundlicher wird. Zwar steigen die Temperaturen zu Beginn der neuen Woche wieder etwas an, aber stabiles Hochdruckwetter ist auch dann nicht in Sicht. Die Woche beginnt zunächst freundlich, im Laufe der nächsten Woche geht es dann aber zunehmend wechselhaft mit Schauern und Gewittern weiter.

Surferwissen - Teil 2: Die Gezeiten

Datum 16.05.2017

Wer im Urlaub schon einmal gesurft ist, weiß, dass die "perfekte Welle" enorm vom Wetter abhängig ist. Dabei ist die Theorie, die hinter der Vorhersage solcher Wellen steckt, alles andere als einfach. Grund genug, die Wellenvorhersage für Surfer genauer anzuschauen.

Nachdem im Thema des Tages vom 03.05.2017 bereits auf die Entstehung von Wellen näher eingegangen wurde, soll heute der Blick auf einen küstennahen Effekt gerichtet werden, der zum Surfen von grundlegender Bedeutung ist. Denn wer lag im Urlaub nicht schon einmal am Meer auf einem Liegestuhl und wunderte sich, dass der Weg ins "kühlende Nass" über einen immer größer werdenden Strandabschnitt führt. Der Grund liegt in den sogenannten "Gezeiten" (engl. tides), die periodische Wasserbewegungen des Ozeans darstellen und besser als Ebbe und Flut bekannt sind. Dabei bezeichnet man den vom Niedrig- bis zum Höchststand ansteigenden Meeresspiegel als Flut, sinkt der Spiegel hingegen ab, spricht man von Ebbe.

Aber warum ändert sich die Höhe des Meeresspiegels? Der Grund findet sich in der Wechselwirkung von Erde und Mond wieder. Grundsätzlich geht von jedem Körper mit einer Masse eine Anziehungskraft auf andere Körper aus, die sogenannte "Gravitationskraft". Die wesentlich schwerere Erde erzeugt dabei im Vergleich zum Mond eine deutlich größere Schwer- und somit auch Anziehungskraft. Entsprechend dreht sich der Mond auch um die Erde und nicht nur um sich selbst. Allerdings reicht die auf die Erde wirkende Anziehungskraft des Mondes aus, um an der Materie der Erde zu "zerren" und sie in Bewegung zu setzen. Natürlich gibt die Erdkruste diesen Kräften nur in geringem Maße nach, spürbarer ist jedoch die Bewegung des Wassers der Ozeane. Denn auf der dem Mond zugewandten Erdseite bildet sich ein Flutberg aus. Auf der gegenüberliegenden Seite der Erde hingegen wirkt durch die Rotation des Erde-Mond-Systems um den gemeinsamen Schwerpunkt die Zentrifugalkraft (Fliehkraft), was auch dort zur Ausprägung eines Flutbergs führt. Zwischen diesen beiden Flutbergen senkt sich der Meeresspiegel ab, womit dort Ebbe vorherrscht. Aufgrund der Erdrotation sowie der Drehung des Mondes um die Erde dauert es genau 24 Stunden und 50 Minuten, bis der gleiche Punkt auf der Erde erneut dem Mond zugewandt ist. Innerhalb dieser Zeit kommt es an nahezu allen Küstenabschnitten zu je zweimal Hoch- (Flut, engl. "high tide") und zweimal Niedrigwasser (Ebbe, engl. "low tide"). Auch die Sonne hat einen Einfluss auf die Gezeiten, wobei dieser aufgrund ihrer Entfernung von der Erde deutlich kleiner ausfällt, als der des Mondes.

Für das Surfen sind die Gezeiten von fundamentaler Bedeutung, denn je nach Wasserstand ändern sich auch die Höhe der Wellen sowie ihr Brechungsverhalten. Herrscht Ebbe, brechen die Wellen im Vergleich zur Flut seichter und deutlich weiter draußen. Bei Flut hingegen laufen die Wellen meist aufgrund des höheren Wasserspiegels etwas länger. Herrscht Wasserhöchststand bzw. einsetzende Ebbe vor, kann es sein, dass die Welle sehr plötzlich direkt am Strand bricht. Dies bezeichnet man auch als sogenannten "Shorebreak". Diese Shorebreaks fallen in der Regel recht heftig aus, da die brechenden Wellen vom zurück ins Meer abfließenden Wasser zusätzlich hochgedrückt werden und damit eine Gefahr für Mensch und Material darstellen. Nicht nur als unerfahrener Surfer, sondern auch als Badegast sollte man diese Wellen meiden, da sie einem im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen wegziehen können. Falls man also den Gang aus dem Wasser noch einigermaßen "elegant" und ohne "Bauchklatscher" auf den Strand gestalten möchte, sollte man am besten die Pause zwischen zwei "sets" abpassen.

Von wegen "Wonnemonat Mai"

Datum 15.05.2017

In den vergangenen Tagen hat es die eine oder andere Region in Deutschland wieder heftig erwischt. Zahlreiche Schauer und Gewitter zogen übers Land und sorgten gebietsweise für kräftige Regenfälle. Lokal gab es unwetterartige Entwicklungen mit Hagel, Hagelansammlungen und vereinzelt auch Sturmböen. Örtlich mussten Straßen wegen Schlammlawinen und Überschwemmungen gesperrt werden.

Mit einer südwestlichen Strömung gelangte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland. Diese Luftmasse war energiegeladen und mit ausreichend Feuchte angereichert, so dass sich verbreitet Schauer und im Tagesverlauf mit steigender Temperatur auch etliche Gewitter entwickeln konnten. Aufgrund des eher langsamen Vorankommens der Gewitter und des in der Atmosphäre enthaltenen Wassers wurden die Gewitter zumeist von Starkregen begleitet.

Aber auch Hagel konnte sich in kräftigen Auf- und Abwinden innerhalb der Gewitterzellen bilden. Hagel entsteht, wenn sehr kalte Wassertropfen und Eiskristalle in einer Gewitterwolke - einem Cumulonimbus - zusammenstoßen, sich zu sogenannten "Hagelembryos" vergraupeln und durch starke Auf- und Abwinde solange in der Wolke zirkulieren, bis die Hagelkugel zu schwer wird, die Kraft des Aufwindes überwindet und durch die Erdanziehung zu Boden fällt. Daraus können sehr unterschiedliche Hagelgrößen hervorgehen. Je mehr Energie in der Atmosphäre vorhanden ist, desto länger hält sich das Unwetter mit seinen intensiven Auf- und Abwärtsbewegungen innerhalb der Wolke und umso mehr Zeit hat das anfängliche Hagelkorn, um zu wachsen. Kaum vorstellbar, dass im Juni 2010 in den USA (im Bundesstaat South Dakota) ein Hagelkorn zu Boden fiel, das im Durchmesser etwas über 20 Zentimeter(!) maß (Quelle: National Severe Storms Laboratory, USA).

Nun aber zurück nach Deutschland. Am vergangenen Wochenende waren die Anzeichen für unwetterartige Entwicklungen hierzulande noch nicht verbreitet ausgeprägt und dennoch mussten lokal Unwetterwarnungen ausgegeben werden. Am Samstag fielen beispielsweise in Soltau (Niedersachsen) innerhalb weniger Stunden 40 Liter pro Quadratmeter Regen und auch anderswo regnete es längere Zeit, teils auch kräftig. In Teilen Thüringens, Sachsen-Anhalts und Niedersachsens wurden Straßen von Schlammmassen bedeckt, nachdem es dort intensive Gewitter gab. Am Sonntag wurden rund um Alzey in Rheinland-Pfalz zahlreiche Straßen überflutet und zum Teil sammelte sich Hagel bis auf eine Höhe von 20 Zentimetern an.

Nach einer kurzen Wetterberuhigung, beginnend am heutigen Montag (15.05.2017) im Nordwesten des Landes, fortsetzend im gesamten Land bis einschließlich Mittwoch, wird zum Ende der Woche aber erneut eine gewitterträchtige Wetterlage erwartet. Ähnlich wie in den vergangenen Tagen wird dann mit einer südwestlichen Strömung sehr warme und zunehmend feuchte Luft nach Deutschland geführt werden. Zuvor wird sich die Luft - abgesehen von den Küsten - verbreitet auf sommerliche Werte über 25 Grad erwärmen. Im Osten wird es auch am Donnerstag noch meist freundlich und sommerlich warm bleiben, während auf den Westen bereits eine Kaltfront übergreifen wird, die erneut zahlreiche Schauer und kräftige Gewitter mit sich bringt.

Aufgrund der deutlich wärmeren und auch feuchteren Luftmasse, die sich bis Donnerstag auf den Weg nach Mitteleuropa macht, wird die Atmosphäre im Vergleich zum vergangenen Wochenende deutlich energiegeladener sein. Kräftige Gewitter mit unwetterartigem Charakter (heftiger Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen) werden die Folge sein. Ein Rat bleibt: Verfolgen Sie die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in unserer WarnWetter-App, im Internet, auf Facebook und auf unserem Twitterkanal!

Der 13. Mai - nur in der Geschichte ein "Schwarzer Tag" und nicht beim aktuellen Wetter?!

Datum 13.05.2017

Vor 90. Jahren brachte der "Schwarze Freitag" das Finanzwesen durcheinander! Doch heute ist von schwarzen Wolken weder an der Börse noch beim Wetter etwas zu sehen. Nur einige Gewitterwolken verdunkeln zunächst noch den Sommerkurs.

Heute vor 90 Jahren, am 13. Mai 1927 verfinsterten sich die Wolken über dem Berliner Finanzmarkt. Der Aktienindex des Statistischen Reichsamtes brach um 31,9 Prozent ein und brachte zunächst das Finanzwesen und schließlich auch das politische Gleichgewicht durcheinander. Dieser schwarze Freitag sollte nachhaltig die Geschichte der Welt beeinflussen.

"Schwarzer Freitag" ist dabei eine Bezeichnung für ein vorgefallenes Unglück an diesem Wochentag, das für besonders denkwürdig erachtet wird. Diese Bezeichnungsweise, die durchaus auch für andere Wochentage existiert, lässt sich aus einer römisch-antiken Tradition ableiten, die einen Unglückstag als "dies ater" ("Schwarzer Tag") bezeichnet. Dass geschichtlich bedeutsame Unglückstage als "Schwarze Tage" bezeichnet wurden, lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. In London führte damals die Angst vor einer französischen Invasion und somit die Rückkehr der Stuarts zu einem vorübergehenden Kollaps des Bank- und Wirtschaftswesens.

Derzeit sind weder im Finanzwesen noch beim Wetter schwarze Wolken am Himmel zu sehen. Der Dax schwingt sich zu immer neuen Rekorden auf und auch der Dow Jones kommt stabil daher. Das Wetter scheint ebenfalls den Spätwinter hinter sich gelassen zu haben und mit voller Kraft dem Sommer entgegen zu steuern. Statt Wintermantel heißt es nun kurze Hose und T-Shirt. Anfangs ziehen zwar keine schwarze Wolken auf, aber vielerorts sorgen zumindest dunkle Quellwolken wiederholt für kräftige Regengüsse, sodass der Regenschirm nicht vergessen werden sollte. Anhand der Lebensdauer der Gewitter und auch deren Intensität lässt sich schon sehr gut ablesen, dass wir uns nun auf den Sommer zu bewegen. Über hunderte Kilometer zogen die Zellen am gestrigen Freitag über das Land und luden ordentlich Regen ab. Dabei wurden beispielsweise Stundensummen von 16 mm auf dem Brocken (SA) und 15 mm in Baruth (BB) gemessen. Wiederholt auftretende Schauer und Gewitter führten in 24 Stunden regional zu Regenmengen von über 30 mm (Unterreit-Wagenstatt, BY). Auf Basis von Radarinformationen sind in diesem Zeitraum lokal abseits meteorologischer Messstationen sogar Mengen bis 50 mm gefallen.

Verantwortlich für die deutlich wärmere aber auch unbeständige Witterung ist derzeit ein ausgeprägter Tiefdruckkomplex über dem Nordatlantik. Zwischen Grönland und den Britischen Inseln tummeln sich zahlreiche kleinere Tiefdruckgebiete um das Zentraltief "Alexander" herum. Diesem entgegengesetzt breitet sich von den Kanaren und der Iberischen Halbinsel hoher Luftdruck bis nach Finnland und Nordwestrussland aus. Mit einer südwestlichen Strömung gelangt somit zunehmend warme Luft aus südlicheren Gefilden zu uns nach Deutschland. Jedoch ist die Luft zunächst noch mit viel Feuchte angereichert, sodass sich mithilfe dynamischer Hebungsprozesse verbreitet teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln können. Neben Starkregen und Hagel ist mancherorts auch schon ein schönes Blitzspektakel zu beobachten.

Schon im Thema des Tages vom 11. Mai wurden Blitze vor allem aus der elektromagnetischen Sicht genauer betrachtet. Im Folgenden soll die Entstehung von Blitzen nochmals kurz im Focus stehen.

Blitze sind luftelektrische Entladungen, die zusammen mit dem Donner das sogenannte Gewitter bilden. Gewitter entstehen bei uns vor allem im Sommer. Aber wie das derzeitige Wettergeschehen zeigt, sind auch im Frühling unter bestimmten Voraussetzungen schon teils unwetterartige Gewitterentwicklungen möglich. Durch die im Mai schon sehr starke Sonneneinstrahlung können sich zum Beispiel die bodennahen Luftschichten kräftig erwärmen. Aber auch die Zufuhr von bodennaher warmer Luft aus dem Mittelmeerraum oder das Einsickern kalter polarer Luft in höheren Schichten (~5000 m) führt zu großen vertikalen Temperaturgegensätzen. Die kältere schwere Luft sinkt ab, während die wärmere und daher auch leichtere Luft in der Folge aufsteigen will. Dabei kühlt sich die Luft ab und kann ab einer bestimmten Lufttemperatur die in ihr enthaltene Feuchte nicht mehr halten (Feuchtesättigung), sodass der Wasserdampf in der Luft kondensiert. Es bilden sich Quellwolken, die schließlich unter bestimmten meteorologischen Voraussetzungen zu einem Cumulonimbus (Cb, Gewitterwolke) anwachsen können. In der Gewitterwolke herrschen starke Aufwinde, die verhindern, dass kleinere Regentropfen aus der Wolke nach unten fallen. Erst wenn die Tropfen groß und somit schwer genug sind, können sie den Weg in Richtung Boden antreten.

Durch die Aufwinde und die ungleiche Verteilung von Eis und Wasser in der Wolke sowie weiteren Prozessen entstehen Räume mit unterschiedlichen Ladungen. Der obere Teil des Cumulusnimbus ist vorzugsweise positiv geladen und der untere negativ.

Neben zahlreichen Blitzen, die innerhalb von Wolken einen Ladungsausgleich herstellen (Wolken-Wolken-Blitz), ist der Blitz auch das Werkzeug, um die entstehenden Spannungen von einigen zehn Millionen Volt zwischen Wolke und Erde abzubauen. In 90% der Fälle beginnen sich negative Ladungen aus dem unteren Teil der Wolke, in Form des sogenannten Leitblitzes, auf die Erdoberfläche zu zubewegen. Dieser Leitblitz bewegt sich dabei etwa mit einer Geschwindigkeit von 1/20 der Lichtgeschwindigkeit und hinterlässt einen dünnen, kaum sichtbaren Kanal, der typische Verästelungen aufweist.

Bei Annäherung der negativen Teilchen des Leitblitzes an die Erde erhöht sich die Konzentration positiver Ladungsträger an der Erdoberfläche. Wenn schließlich die lokale Feldstärke (Stärke und Richtung eines elektrischen Feldes) einen kritischen Wert überschreitet, kommen dem Leitblitz vom Erdboden aus positive Ladungen (Fangentladung) entgegen. Diese gehen dabei meist von erhöhten Punkten wie Hausdächern oder Bäumen aus. Treffen nun die unterschiedlichen Ladungen aufeinander, kommt es zum elektrischen Überschlag, bei dem der Blitzkanal geschlossen wird. Nachfolgend bewegen sich die Ladungsträger (positiv und negativ) entlang des Blitzkanals zur Wolke. Der Blitzkanal weist dabei maximal einen Durchmesser von 12 mm auf.

Welche Spannung und welche Stromstärke dann herrschen und wie man sich vor den Blitzen schützen kann, können sie dem Thema des Tages vom 11. Mai entnehmen. Wie lange die erste Gewitterperiode andauert und wie es mit dem Frühlingswetter weitergeht erfahren Sie dann im morgigen Thema des Tages.

Zu Ehren der Mütter

Datum 12.05.2017

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit, die Mütter feiern Ihren Ehrentag. Etwas zur Historie des Muttertags und ob sich ein Ausflug ins Freie lohnt, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

Der Muttertag ist ein fester Bestandteil in den Terminkalendern aller Kinder und hat seinen Ursprung bereits in der Antike, als um 250 vor Christus für römische und griechische Göttinnen bereits regelmäßige Verehrungsrituale und Feste abgehalten wurden. Trotz mehrmaliger Versuche einen Feiertag zu Ehren der Mütter fest im Kalender zu etablieren, brauchte es über die Jahre hinweg mehrere Anläufe (im Jahre 1644 "Mothering Day" in England, 1865 "Mothers Friendships Day" in USA), um den ersten offiziellen Muttertag am 12. Mai 1907 (zweiter Mai-Sonntag) in den USA zu begründen. Er ist eng mit der Amerikanerin Anna Jarvis verbunden, die sich über Jahre hinweg vehement für ein "unvergängliches Denkmal" zu Ehren aller Mütter einsetzte - es war der Todestag ihrer eigenen Mutter.

Nach dem ersten Weltkrieg setzte sich der Muttertag dann rasch auch auf dem europäischen Festland durch. So feiern wir in Deutschland seit 1922 und damit seit einem knappen Jahrhundert den zweiten Sonntag im Mai offiziell als Muttertag, wenngleich erwähnt werden soll, dass in der damaligen DDR stattdessen der internationale Frauentag am 8. März gefeiert wurde. Global betrachtet ist das exakte Datum allerdings breit gestreut. Während Norwegen den Feiertag an jedem zweiten Sonntag im Februar begeht (also nicht selten bei Schnee und Kälte), werden die Mütter in Thailand traditionell am 12. August und in Argentinien am dritten Oktober-Sonntag geehrt.

Und was wird hierzulande geschenkt? Obwohl der Trend allgemeinhin zu mehr Sachgeschenken und Gutscheinen geht, bleibt der "Klassiker" unangefochten an der Spitze. So schenken laut Umfragestatistikportal statista.com mehr als zwei Drittel der Deutschen ihren Müttern Blumen. In der Floristikbranche liegt dabei der Muttertag umsatztechnisch noch vor dem Valentinstag!

Und was hält Petrus nun für den kommenden Sonntag bereit? Nun, die gute Nachricht vorweg: Es bleibt angenehm warm. Höchstwerte zwischen 18 und 23 Grad laden verbreitet zu einem längeren Aufenthalt im Freien ein. Lediglich direkt an der See ist es mit 14 bis 17 Grad etwas kühler. Und auch die Sonne ist neben dichteren Wolkenfeldern zeitweise mit von der Partie. Landesweit kann man von 3 bis 7 Sonnenstunden über den Tag verteilt ausgehen. Wenn da nicht diese leichte Schwüle wäre, in der sich im Tagesverlauf gebietsweise Schauer und Gewitter entwickeln. Schwerpunktmäßig wird das den Osten und Süden Deutschlands betreffen, später auch die Gebiete vom Niederrhein bis zum Emsland. Lokal kann es dabei zu Starkregen, kleinkörnigem Hagel und starken Böen kommen. Haben Sie also den Himmel oder besser den Radarfilm samt Warnungen (beispielsweise über unsere Warnwetter-App oder Homepage) stets im Blick!

Liebe Mütter, lassen Sie sich die Laune auch im Falle eines kräftigen Gewitters nicht "verhageln" und genießen Sie den Tag mit Ihren Liebsten!

Wo kann man jetzt schon baden?

Datum 10.05.2017

Während bei uns in Deutschland die Freiluftsaison noch recht weit entfernt scheint, bieten sich in südlichen Gefilden Europas und in Übersee bereits Möglichkeiten für einen vorsaisonalen Badeurlaub.

Nach den Spätfrösten im April fühlte sich der diesjährige Mai bisher ziemlich "kühl und nass" an, was den sprichwörtlichen Bauern in der Hoffnung auf eine reiche Ernte freuen sollte, sofern er seine Brötchen nicht mit dem Obst- oder Weinbau verdienen muss. Gerade auch in Anbetracht derzeitiger Eisheiliger liegt der Sommer wettertechnisch und kalendarisch noch fern. An Badespaß im Freien ist in heimischen Gefilden also vorerst nicht zu denken, denn bei Wassertemperaturen von 8 °C bis 10 °C an Nord- sowie Ostsee und 6 °C bis 14 °C an den deutschen Binnenseen würden sich wohl nur Seehunde im nassen Element wirklich wohlfühlen.

Schauen wir uns doch ´mal in Europa nach Bademöglichkeiten um: Die rumänischen, bulgarischen und türkischen Schwarzmeerküsten mit Wassertemperaturen von 12 °C bis 14 °C dürften den meisten Zeitgenossen ebenso zu kalt sein wie die europäischen Atlantikküsten zwischen Brest und Porto mit 13 °C bis 16 °C. An den Küsten des Alantejo und der Algarve im Süden Portugals ist das Wasser mit 18 °C zwar wärmer, aber relativ kühles und unbeständiges Wetter vergällt dort vorerst noch den Badespaß. Es gibt jedoch Plätze, die sich bereits vor den mitteleuropäischen Sommerferien für einen Strandurlaub eignen. Da fällt einem sofort das Mittelmeer ein, weitere Assoziationen sind Italien, Spanien und damit natürlich Mallorca.

Aber der Reihe nach: An der Adria sowie an der französischen und italienischen Riviera ist es derzeit mit Meerestemperaturen von 15 °C bis 17 °C leider nicht viel wärmer als an den westeuropäischen Atlantikküsten. Die Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca) kann man in den kommenden Tagen bei freundlichem Wetter und Wassertemperaturen von immerhin 18 °C schon als urlaubstauglich klassifizieren, zumal sich auch die Lufttemperatur auf sommerliche Werte um 25 °C empor schraubt. Am südlichen und östlichen Mittelmeer ist die See noch etwas wärmer. Dort liegen die Temperaturen um 18 °C am südlichen Tyrrhenischen Meer, bei 17 °C bis 19 °C am Ionischen und Ägäischen Meer, von 18 °C bis 21 °C in tunesischen Gewässern sowie an den Stränden der Levante. Wassertemperaturen um 21 °C sind derzeit auch auf den Kanarischen Inseln anzutreffen, allerdings herrscht dort noch eher kühles und windiges Wetter.

Ägypten-Fans kommen am Roten Meer so richtig auf ihre Kosten. Dort kann man bei heißem Wetter und 25 °C im Wasser bestens schwimmen, schnorcheln und tauchen. Wen das Fernweh noch stärker packt, der ist in der Karibik und Zentralamerika gut aufgehoben, wo die Spanne der Wassertemperaturen zwischen 25 °C an Floridas Golfküste und 30 °C an der mittelamerikanischen Landbrücke liegt. Innerhalb der touristisch erschlossenen Welt bietet das Meer um Südindien, Ceylon und den Malediven mit Werten von bis zu 32 °C die höchsten Badetemperaturen. Man mag allerdings zweifeln, ob das Baden dort während der Monsunzeit überhaupt noch eine Erfrischung bietet, zumal Pauschalreiseangebote dorthin zu dieser Jahreszeit auch nicht üblich sind.

Generell sind derzeit die tropischen Meere in der Region zwischen dem nördlichen Indischen Ozean über den Malaiischen Archipel hinweg bis nach Mikronesien mit Wassertemperaturen von verbreitet über 30 °C am wärmsten. In der unten publizierten Weltkarte vom Dienstag, den 9. Mai 2017, 12:00 Uhr UTC finden Sie auf ganze [°C] gerundete Meeresoberflächentemperaturen sowie deren Isothermen. Übrigens nutzt man in der Meteorologie und Ozeanografie gern die englische Übersetzung des Begriffs, nämlich "Sea Surface Temperature", abgekürzt SST. Sie hat nicht nur touristische Bedeutung sondern ist vielmehr eine wichtige Größe im Klimasystem der Erde sowie als Randbedingung bei der numerischen Wettervorhersage. Darüber hinaus widerspiegelt die zonale Struktur der SST-Isothermen mit deutlichen Gradienten jeweils in den nördlichen und südlichen mittleren Breiten den Energiesaldo der Meeresoberfläche und ist mit den zumeist in West-Ost-Richtung orientierten Klimagürteln korreliert.

Regenrennen

Datum 09.05.2017

An den Alpen ist die dreitägige Dauerregensituation zu Ende gegangen. Das heutige Thema des Tages beschäftigt sich mit den Modellprognosen für dieses Ereignis.

Seit Tagen an den Alpen nur ein Bild: Es ist grau in grau und regnet, mal stärker, mal weniger stark. So auch in den Frühstunden des heutigen Dienstags (9.5.). Aktuell ist der Grund dafür eine Kaltfront, die in der vergangenen Nacht die Alpen erreicht hat und hinter der polare Kaltluft zu uns geströmt ist - die sich im Norden auch mit Frost und Bodenfrost bemerkbar gemacht hat. Aber Rettung, zumindest für die regengeplagten Oberbayern und Schwaben, naht. Denn die eingeflossene Polarluft kommt zunehmend unter Hochdruckeinfluss. Und da sich die Dauerregensituation jetzt dem Ende zuneigt, kann man diese durchaus mal Revue passieren lassen und die Frage stellen, ob denn die Wettermodelle gute Prognosen geliefert haben.

Dazu versetzen wir uns zurück in den vergangenen Samstag und betrachten von zwei Wettervorhersagemodellen die prognostizierten 72-stündigen Niederschläge. Die Prognosen basieren dabei jeweils auf dem Prognoselauf von 2 Uhr MESZ aus der Nacht von Freitag auf Samstag. Die entsprechenden Grafiken finden Sie in der zugehörigen Abbildung.

An den Start des "Regenrennens" geht dabei auf Bahn eins (oben) das Modell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMWF). Der Lokalmatador ICON des DWD startet auf Bahn 2 (unten). Dabei fällt optisch schon seine feingliedrige Athletik, sprich seine detailliertere Darstellung auf - das DWD-Modell geht hier mit einer feineren räumlichen Auflösung ins Rennen. Ist das ein Vor- oder Nachteil? Wir werden sehen... Das Regelwerk des Rennens, sprich die Farblegende der Niederschläge, ist links neben den Modellgrafiken dargestellt. Und der Schiedsrichter ist unten zu sehen - die 72-stündigen Messungen von heute Morgen 8 Uhr (im mm).

Bevor man sich auf die Auswertung der stärksten Niederschläge an den Alpen stürzt, lohnt ein Blick auf den Schwarzwald. Dort liegt ICON mit seiner Prognose (bis 80 mm) fast perfekt, EZMWF unterschätzt die Regenfälle dort dagegen etwas. Anders die Situation in Vorarlberg. Mit einem Höchstwert von 193 mm liegt die ICON-Prognose etwa doppelt so hoch wie die tatsächlich gefallenen Niederschläge. Warum? Hier ist die hohe Modellauflösung tatsächlich ein Nachteil, denn auch die "Modellalpen" sind bei unserem "Feingeist" näher an der Realität und damit letztendlich auch höher als die Berge des gröberen EZMWF-Modells. Das hat dann natürlich auch Auswirkungen auf die errechneten - und in diesem Fall zu hohen - Stauniederschläge. Der Punkt geht dann also an das EZMWF. Weiter im Osten, zwischen Werdenfelser Land und Chiemgauer Alpen, liegt dann ICON wieder vorn. Während dort verbreitet Mengen zwischen 60 und 100 mm gemessen wurden, in Aschau-Stein sogar 130 mm (und damit der Rekord der Dauerregenlage), hat ICON dort immerhin bis 90 mm Regen vorhergesagt, EZMWF jedoch nur bis 60 mm.

Eine solche Modell-Momentaufnahme wie hier dargestellt reicht zur Ab- und Einschätzung der Wettersituation aber nicht aus. So werden zusätzlich ältere Modellläufe mit den aktuellen verglichen, um Aussagen über die Modellstabilität machen zu können. Die Modellergebnisse werden auf ihre meteorologische Plausibilität abgeklopft und bewertet. Und dann lässt der Meteorologe noch seine Erfahrung einfließen, um aus allen Informationen eine gute Vorhersage zu formen.

So lauteten die DWD-Prognosen am Ende so, dass am Alpenrand 80 bis 100 mm Regen erwartet wurden, in Staulagen sogar bis 120 mm. Und das hat dann doch gut gepasst.

"Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist"

Datum 08.05.2017

Die Tage zwischen dem 11. und dem 15. Mai werden in Deutschland als "Eisheilige" bezeichnet. Ob uns nochmal Nachtfröste erwarten, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

Das Sprichwort ist nur eines von vielen, die sich rund um die Bauernregel der Eisheiligen ranken. Bei Landwirten und Gärtnern sind die Eisheiligen berüchtigt, denn die Botschaft lautet, dass frostempfindliche Pflanzen erst nach dem letzten Tag der Eisheiligen ("Sophie") gesät oder gepflanzt werden sollten, da dann die Gefahr für Frost und Bodenfrost deutlich abnimmt.

Aus meteorologischer Sicht handelt es sich bei den Eisheiligen um eine Singularität, also um einen Wetterregelfall. Meist herrscht die Auffassung vor, dass speziell an den Tagen vom 11. bis zum 15. Mai mit einer kalten Witterung zu rechnen ist. Das trifft allerdings nicht immer zu. Vielmehr bedeutet diese Singularität, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit bis weit in den Mai hinein nochmal zu einem Kaltlufteinbruch kommen kann, der vor allem in den Nächten für frostige Temperaturen sorgt.

Kaltlufteinbrüche sind also auch im späten Frühjahr nichts Ungewöhnliches. In diesem Jahr mag nun aber der ein oder andere Landwirt, Weinbauer oder Gärtner etwas sorgenvoller den kommenden Tagen entgegen sehen. Denn Ende März und Anfang April gab es bereits einige sehr warme Tage, teils mit Höchstwerten über 25 Grad. Dies hatte zur Folge, dass die Vegetation vielerorts schon weit voranschritt. Entsprechend groß waren die Frostschäden in der Landwirtschaft nach einem markanten Kaltlufteinbruch Mitte April, als die Temperatur in den Nächten teilweise bis auf minus 7 Grad zurückging.

Und wie ausgeprägt sind die Eisheiligen in diesem Jahr?

Nach einem ohnehin relativ kühlen Start in den Mai erwartet uns auch in dieser Woche tatsächlich ein Temperaturrückgang. Aber um es gleich vorweg zu nehmen, so markant wie im April wird die Abkühlung nicht ausfallen.

Eingeleitet wird dieser erneute Kaltluftvorstoß bereits am heutigen Montag, wenn die Kaltfront eines Tiefs über dem Osten Europas von Norden auf Deutschland übergreift und bis zum Abend die mittleren Landesteile erreicht. Rückseitig der Kaltfront gelangt mit einer nördlichen Strömung erneut ein Schwall Kaltluft polaren Ursprungs zu uns.

Empfindlich kalt wird es vor allem in den kommenden zwei Nächten. Bei teils klarem Himmel ist gebietsweise leichter Frost bis minus 2 Grad, lokal bis minus 4 Grad zu erwarten. In der kommenden Nacht zum Dienstag sind davon vor allem Teile von Nord- und Ostdeutschland betroffen, in der Nacht zum Mittwoch besteht dann vor allem im Süden und in den nördlichen Mittelgebirgen örtlich Frostgefahr. Mit Bodenfrost muss dagegen deutlich verbreiteter gerechnet werden, lokal können die Temperaturen in Bodennähe sogar bis auf minus 6 Grad absinken. Frostempfindliche Pflanzen sollten also nach Möglichkeit nochmal geschützt werden.

Mit dem morgigen Dienstag ist aber bereits der Tiefpunkt der Temperaturentwicklung erreicht. Im weiteren Verlauf der Woche geht es mit den Temperaturen langsam von Südwesten wieder aufwärts. Wir gelangen zunehmend auf die Ostflanke eines umfangreichen atlantischen Tiefs. Dadurch dreht die Strömung allmählich auf südliche Richtungen und es wird wärmere Luft zu uns geführt. In der Nacht zum Donnerstag besteht im Osten und Süden noch Bodenfrostgefahr, in der Nacht zum Freitag ist nur im äußersten Nordosten lokal Bodenfrost zu erwarten. In den nachfolgenden Nächten bleibt es überall frostfrei. Dann wird die wärmere Luft auch den Nordosten Deutschlands erreichen.

Weinbau und Klimawandel

Datum 07.05.2017

Von den realen Konsequenzen des Klimawandels hören wir oftmals nur im Zusammenhang von Zufallsereignissen wie Unwettern oder heißen Sommern. Die steigenden Temperaturen haben aber auch schon Konsequenzen, die uns regelmäßig und systematisch vor Augen geführt werden.

Der Klimawandel ist nicht zu leugnen und auch der Weinbau wird vom Klimawandel nicht verschont.

Weltweit findet sich der Großteil der Weinbauflächen zwischen dem 30. und 50. Breitengrad auf der Nordhemisphäre und dem 30. und 40. Breitengrad auf der Südhemisphäre.

Die tatsächliche derzeitige Verbreitung kann genauer durch den Bereich eingegrenzt werden, in dem es auf der Nordhemisphäre zwischen April und Oktober im Mittel zwischen 12 Grad C und 22 Grad C warm ist. Auf der Südhemisphäre entspricht das den Monaten Oktober bis April.

In vielen Weinbauregionen wurde für den Zeitraum von 1950 bis 2000 ein Temperaturanstieg beobachtet, der je nach Region zwischen 1 Grad C und 1,4 Grad C lag.

Nach Klimamodellrechnungen könnte sich der Verbreitungsbereich des Weinbaus in Zukunft auf der Nordhalbkugel nach Norden bzw. auf der Südhalbkugel nach Süden verschieben.

Gegen Ende des Jahrhunderts könnte es demnach in Teilen Nordamerikas, Nordafrikas und Vorderasiens für den Anbau zu warm sein (Mittelwerte größer 22 Grad C April bis Oktober), während eine deutliche Ausdehnung nach Norden in Europa, Teilen von Asien und des nordamerikanischen Kontinents möglich wäre. Die Klimamodelle zeigen auch, dass sich die für Weinbau geeignete Fläche auf der Südhalbkugel verringern könnte, da eine Ausdehnung nach Süden wegen fehlender Landmasse nur in Südamerika möglich ist.

Auf beiden Erdhalbkugeln ist bereits heutzutage in Richtung der Pole eine Zunahme der weinbaulichen Aktivitäten feststellbar, wobei es sich allerdings häufig um einzelne, mit Pioniergeist bewirtschaftete Standorte handelt. Neben der Temperatur während der Vegetationsperiode sind allerdings strenge Winterfröste (kälter als minus 20 Grad C) und Spätfröste nach dem Austrieb der Reben (Mitte bis Ende April) für die Einschränkung des kommerziellen Weinbaus in kühlen Weinbauregionen maßgeblich. Dabei ist es derzeit noch schwierig, diese Faktoren in eine flächendeckende Hochrechnung der klimatischen Anbaueignung für Reben miteinzubeziehen.

In den bestehenden Weinbauregionen war das Klima mitentscheidend dafür, welche Rebsorten sich in den Regionen etablierten. Bei durchschnittlichen Standzeiten der Weinberge von 45 Jahren (Rheingau) stellt sich die Frage, ob die derzeit angebauten Rebsorten mit fortschreitender Erwärmung auch in Zukunft noch geeignet sind. In Deutschland nehmen frühreifende Rebsorten im Anbau ab und es werden vermehrt Rebsorten angebaut, die eher aus südlichen Weinbauländern bekannt sind. Glücklicherweise gehört der in Deutschland beliebte Riesling ohnehin schon zu den spätreifenden Weißweinsorten und hat von der Erwärmung profitiert, zählten doch die warmen, trockenen und sonnenreichen Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit zu den herausragenden Weinjahrgängen. Das wird deutlich, wenn man das April bis Oktober Temperaturmittel der Station Geisenheim (Rheingau) aufzeichnet, wo seit 1885 Wetterdaten erfasst werden. Die als große Weinjahrgänge klassifizierten Jahre des letzten Jahrhunderts lagen alle in einem Bereich von 14,9 Grad C bis 17 Grad C, ein Temperaturbereich indem sich seit der Jahrtausendwende alle Jahrgänge wiederfinden.

Dieses Thema des Tages basiert auf einem Vortrag von Herrn Hofmann vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau von der Hochschule GEISENHEIM University, den er im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen der Deutschen meteorologischen Gesellschaft in Offenbach hielt.

"Hoch Nordmeer-Fennoskandien, überwiegend zyklonal"

Datum 05.05.2017

Im Zeitraum zwischen dem vergangenen Wochenende und dem gestrigen Donnerstag wurde unser Wetter von einem markanten, wenn auch zeitweilig gestörten Hochdruckgebiet über dem Europäischen Nordmeer sowie der Halbinsel Fennoskandien und meist tiefem Luftdruck in Mitteleuropa bestimmt. Der wissenschaftliche Ausdruck für eine derartige Großwetterlage lautet "Hoch Nordmeer-Fennoskandien, überwiegend zyklonal".

Während seit dem vorigen Wochenende über Zentraleuropa meist relativ niedriger Luftdruck herrschte, lag über der Halbinsel Fennoskandien sowie dem Europäischen Nordmeer ein markantes, wenn auch zeitweilig gestörtes Hochdruckgebiet namens SONJA. In der mittleren und höheren Troposphäre über West- und Mitteleuropa dominierte meist niedriges Geopotential, wogegen der überwiegend hohe Luftdruck in Nordeuropa durch Warmluft mit entsprechend hohem Geopotential gestützt wurde.

Vom Standpunkt der synoptischen Klimatologie ausgehend, bietet sich für die vergangenen Tage die Klassifizierung der Großwetterlage als zyklonal geprägtes "Hoch Nordmeer-Fennoskandien" (wiss. Abkürzung HNFz) an, wobei "zyklonal" für den Tiefdruckeinfluss in Mitteleuropa steht. "HNFz" zählt zu den meridionalen Zirkulationsformen, d.h. der in Nord-Süd-Richtung orientierte Anteil der atmosphärischen Strömung über dem Kontinent überwiegt insgesamt gegenüber der zonalen, also in West-Ost-Richtung verlaufenden Strömungskomponente.

Die "Frontalzone", also der Übergangsbereich zwischen Polarluft und ursprünglich subtropischen Luftmassen erstreckte sich meist nördlich des Hochs und damit deutlich in Richtung Arktis verschoben. In der über Mitteleuropa meist östlichen Bodenströmung führte diese "Konstellation" mehrfach zu Konvergenzen sowie zum Aufgleiten von warmer auf kalte Luft, so dass Frontensysteme mit Wolken- und Niederschlagsfeldern durchzogen.

Am gestrigen Donnerstag, den 04.05.2017, kam es nach einer zwischenzeitlichen Intensivierung des Höhentiefs über Frankreich zur konvektiven Verstärkung der Aufgleitvorgänge, so dass die Niederschläge vielerorts von Blitz und Donner begleitet wurden. Schwerpunkt der Gewittertätigkeit war die Südhälfte Deutschlands, etwa der Alpenrand sowie das Rhein-Main-Gebiet und Unterfranken. Beispielsweise wurden an der Meßstation Marktoberdorf-Sulzschneid im Ostallgäu (790 m Höhe) innerhalb einer Stunde zwischen 13:00 und 14:00 Uhr MESZ 32 L/m² (= mm) Regen gemessen, im Frankfurter Westend waren es von 15:00 bis 16:00 Uhr immerhin 23 mm.

Weniger intensive, aber ebenfalls ergiebige Niederschläge gab es darüber hinaus u.a. auch in Vorpommern. Spitzenreiter innerhalb des DWD-Meßnetzes bei den 24-stündigen Regenmengen bis heute früh 06:00 Uhr UTC war mit 57,1 mm abermals Marktoberdorf-Sulzschneid. Auf den nächsten fünf Plätzen folgen Alzenau (Unterfranken) mit 48,6 mm, Altertheim (Unterfranken) mit 46,5 mm, Bütthard (Unterfranken) mit 41,6 mm, Flörsbachtal (Spessart) mit 41,1 mm sowie Ueckermünde (Vorpommern) mit 37,9 mm.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/05/05.html finden Sie Wetterkarten des nordatlantisch-europäischen Raumes vom Donnerstag, den 04.05.2017, 12:00 Uhr UTC. Die obere Abbildung zeigt die vom amerikanischen Vorhersagemodell GFS berechneten Luftdruck- und Geopotentialverhältnisse, die untere ist eine vom Deutschen Wetterdienst analysierte Bodenwetterkarte.

Surferwissen - Teil 1: "Die perfekte Welle"

Datum 04.05.2017

Wer im Urlaub schon einmal gesurft ist, weiß, dass die "perfekte Welle" enorm vom Wetter abhängig ist. Dabei ist die Theorie, die hinter der Vorhersage solcher Wellen steckt, alles andere als einfach. Grund genug, die von Surfern geliebten Wellen genauer unter die Lupe zu nehmen.

An der Küste lassen sie sich immer wieder mal bewundern: große Wellen, die in regelmäßigen Abständen kurz vor dem Strand mit lautem Getöse brechen und dann alle Spuren im Sand verwischen. Für Wellenreiter sind gute Wellen für eine aufregende Surfsession von grundlegender Bedeutung. Dabei spielt natürlich auch die Wettervorhersage eine wichtige Rolle, um abschätzen zu können, an welchen "Surfspots" die besten Wellen auftreten werden. Aber bevor wir zum Wetter kommen, müssen wir zunächst den Entstehungsmechanismus von Wellen näher betrachten.

Wirft man z. B. einen kleinen Stein in einen Teich mit einer flachen, ruhigen Oberfläche, so kann man sehen, wie sich kleine Wellen vom Auftreffort des Steins aus in alle Richtungen ausbreiten. Dabei haben die Wellen eine messbare Höhe (Amplitude) und Wellenlänge (horizontaler Abstand zweier Wellenberge) und legen eine bestimmte Strecke bis zum Ufer des Teichs zurück, wo sie letztlich brechen. Wirft man anschließend einen größeren Stein in den wieder beruhigten Teich, kann man feststellen, dass sich nun größere Wellen bilden, die sich wesentlich schneller in alle Richtungen ausbreiten.

Ähnlich verhält es sich nun mit den Wellen auf dem Ozean. Allerdings wird dort kein Stein ins Wasser geworfen. Der Wind hat hier den entscheidenden Einfluss auf das Wasser und sorgt für die Verdrängung von Wassermassen und somit für die Entstehung von Wellen. Im Detail kann man sich das so vorstellen: der Wind treibt durch Reibung einige Wassermoleküle auf der Wasseroberfläche an. Wenn sich diese Moleküle dann in Windrichtung bewegen, stoßen sie ihrerseits mit weiteren Wassermolekülen zusammen und setzen diese ebenfalls in Bewegung. So entstehen Wellen, die sich in die Richtung ausbreiten, in die der Wind weht. Allerdings sind diese im Bereich der sogenannten "Windsee" (Wellen, die direkt vom Wind beeinflusst werden; je nach Windstärke auch "Sturmsee" genannt) sehr chaotisch und rau und stellen damit alles andere als gute Surfbedingungen dar.

Stattdessen suchen die Wellenreiter sogenannte "swells" (im Deutschen auch als Dünung bekannt). Deren Größe hängt unter anderem von der Windgeschwindigkeit im Bereich der Windsee, von der Größe der vom Wind in einer bestimmten Richtung beeinflussten Wasseroberfläche (auch "fetch" genannt) sowie von der zeitlichen Dauer ab, die der Wind auf eine bestimmte Region im Ozean einwirkt. Die so entstehenden Wellen, die ausreichend Energie besitzen, um aus dem Einflussbereich des Windes (ihrem Entstehungsort, der Windsee) herauszulaufen, werden als "swell" bezeichnet.

Außerhalb des "fetches" kann sich der "swell" aufgrund des fehlenden Energieeintrags (Wind) allmählich ordnen, sodass es zu einer Homogenisierung der Wellenstruktur (z. B. Wellenhöhe, Wellenlänge, etc.) kommt und sich ganze "swell"-Ketten formieren. Diese können auch als Wellenpakete bezeichnet werden und bestehen aus individuellen Wellen, die sich mit gleicher Wellenlänge in einer Gruppe fortbewegen. Je weiter sich die Wellenpakete nun vom "fetch" entfernen, desto geordneter und definierter (also auch surfbarer) werden sie. Besitzen die Wellen in den Wellenpaketen zudem genügend Energie, können diese unterhalb der Wasseroberfläche in tiefen Gewässern aufgrund fehlender Hindernisse Tausende von Kilometern ohne signifikanten Größenverlust zurücklegen. Eine Welle mit einer Periode von beispielsweise 20 Sekunden reicht immerhin etwa 320 m unter die Wasseroberfläche des Ozeans.

Treffen die Wellenpakete nun auf Flachwasser bzw. auf Land, wo sie dann als "set" bezeichnet werden, bekommt die Welle Kontakt zum Meeresboden, sodass der untere Teil der Welle stärker abgebremst wird, als der zugehörige Wellenkamm. Daraufhin überholt der Wellenkamm den Wellenboden und die Welle bricht (auch engl. "surf" oder Brandung genannt). Natürlich können sich Wellen sowohl auf dem offenen Meer als auch im Flachwasser gemäß der Wellentheorie überlagern und somit gegenseitig vergrößern oder verkleinern.

Während die Surfanfänger am besten in den gebrochenen Wellen, im sogenannten "Weißwasser" üben, warten die Fortgeschrittenen und Profis im sogenannten "Line up", dem Bereich hinter den großen brechenden Wellen, auf die "perfekte", noch nicht gebrochene "grüne Welle" (siehe Grafik unter www.dwd.de/tagesthema).*

Ist der Mai kühl und nass...

Datum 03.05.2017

Nach dem gebietsweise viel zu trockenen April hat es in den ersten Maitagen gebietsweise anhaltend und viel geregnet. In den kommenden Tagen bleibt es zudem unbeständig, so dass das Niederschlagsdefizit zumindest regional ausgeglichen werden kann.

... füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.

Gerade in der Vegetationsperiode im Frühjahr ist ausreichend Regen notwendig, darauf bezieht sich das genannte Sprichwort. Wie allerdings viele Landwirte insbesondere im Obst- und Weinbau aufgrund der späten, gebietsweise sogar teils starken Nachtfröste in diesem Frühjahr erfahren mussten, ist es nicht der einzige Wetterfaktor, der die Ernte bzw. die späteren Erträge nachhaltig beeinflussen kann. Nichtsdestotrotz soll sich das heutige Thema schwerpunktmäßig mit dem Regen beschäftigen.

Der April 2017 fiel vor allem in der Mitte und im Westen Deutschlands viel zu trocken aus (siehe Grafik der Niederschlagssummen unter www.dwd.de/tagesthema), so dass die Natur dort neben Frostschäden auch unter extremer Trockenheit litt. Im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz fiel während des gesamten Aprils kaum Regen. Dort wurden verbreitet nur Mengen unter 10 Litern pro Quadratmeter und damit nur 7 (Saarland) bzw. 17 % (Rheinland-Pfalz) des langjährigen Mittelwertes für April registriert.

Der Mai startete aber nun vor allem in den mittleren Landesteilen recht nass. Die angefügte Darstellung der Regensummen der vergangenen zwei Tage von Montag- bis Mittwochfrüh (unter www.dwd.de/tagesthema) zeigt im Süden und der Mitte Deutschlands verbreitet Regenmengen von 10 bis 20 Litern, gebietsweise sogar 30 bis 50, punktuell auch etwas über 50 Liter pro Quadratmeter. An einigen Stationen vor allem in Rheinland-Pfalz kam damit an den ersten Maitagen mehr Regen als im kompletten April zusammen und vor allem in Unter- und Mittelfranken fiel bereits mehr als die Hälfte des "Regensolls" für den gesamten Mai. Weiterhin benachteiligt in punkto Regen bleibt aber das Saarland und das angrenzende südliche Rheinland-Pfalz.

Die Prognosen für die kommenden Maitage setzen im Wesentlichen auf einen Fortbestand des unbeständigen und zunächst auch noch kühlen Wetters. Am heutigen Mittwoch regnet es erneut gebietsweise, aber nicht mehr so andauernd wie an den vergangenen Tagen. Im Tagesverlauf entwickeln sich vor allem in der Mitte und im Süden Schauer oder örtliche Gewitter, die aufgrund ihrer langsamen Verlagerung auch lokal zu Starkregen führen können. In der kommenden Nacht zum Donnerstag setzt im Nordosten des Landes Regen ein, der dann die Region etwa nordöstlich der Elbe erfasst. Bis Freitagfrüh können dort etwa 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter erwartet werden. Im Süden kommt es dagegen auch am Donnerstag zu einer auflebenden Schauer- und Gewittertätigkeit mit der Gefahr von lokalem Starkregen. Am Freitag lässt die Niederschlagsneigung im Tagesverlauf insgesamt nach und bis in den Samstagnachmittag hinein bleibt es meist trocken. Dann setzt von Südwesten her aber erneut Regen ein.

Für weiteren Regen ist also in den kommenden Tagen vielerorts gesorgt, so dass das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate zumindest regional ausgeglichen werden kann. Und so drücken wir alle die Daumen, dass insbesondere den Landwirten weitere Wetterkapriolen, die ein Füllen von Scheune und Fass verhindern könnten, erspart bleiben.

Deutschlandwetter im April 2017

Datum 02.05.2017

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im April 2017*
1. Platz Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) 10,3 °C Abweich. +0,9 Grad
2. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen 10,3 °C Abweich. +0,4 Grad
3. Platz Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 10,2 °C Abweich. +1,2 Grad

Besonders kalte Orte im April 2017*
1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 3,2 °C Abweich. - 0,1 Grad
2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 3,3 °C Abweich. - 0,2 Grad
3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 3,3 °C Abweich. +1,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2017**
1. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 213,0 l/m² 121 Prozent
2. Platz Anger-Stoißberg (Bayern) 204,9 l/m² 134 Prozent
3. Platz Aschau-Stein (Bayern) 203,7 l/m² 115 Prozent

Besonders trockene Orte im April 2017**
1. Platz Lauterecken (Rheinland-Pfalz) 1,7 l/m² 3 Prozent
2. Platz Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 2,3 l/m² 6 Prozent
3. Platz Haßloch (Rheinland-Pfalz) 2,4 l/m² 7 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2017**
1. Platz Saarbrücken-Ensheim (Saarland) 220 Stunden 159 Prozent
2. Platz Trier-Petrisberg (Rheinland-Pfalz) 219 Stunden 139 Prozent
3. Platz Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 213 Stunden 137 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2017**
1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 99 Stunden 74 Prozent
2. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 108 Stunden 80 Prozent
3. Platz Plauen (Sachsen) 108 Stunden 79 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Was uns im Mai so blühen kann

Datum 01.05.2017

Der Mai ist meteorologisch ein Monat der Extreme, anfangs teils noch winterlich, zum Ende hin manchmal schon hochsommerlich. Die normale Witterung Anfang Mai hat im Regelfall mit einem Wonnemonat noch nichts zu tun.

Im Mai herrscht natürlich in der Flora große Aktivität. Die meisten Pflanzen beginnen spätestens jetzt zu blühen, so der relativ starke Aprilfrost die Triebe nicht zerstört hat. Der Vollfrühling endet und der Frühsommer beginnt zum Monatsende hin mit der Holunderblüte. Nachdem Ende März die Natur ihrer normalen Zeit um ein bis zwei Wochen voraus war, hat sie nun die Handbremse angezogen, denn der April erreichte dieses Jahr "nur" die normalen Temperaturen. Das zeigt sich dann auch in der Phänologie, die Ende April nur noch einen zeitlichen Vorsprung von einzelnen Tagen meldet, das Bestellen der Felder hat sogar später angefangen als üblich.

Was kann uns nun im Mai meteorologisch alles "blühen"? Über die zu erwartenden Temperaturen wurde diesbezüglich im Thema des Tages vom 24.04.2017 (http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/4/24.html) ausgiebig berichtet. Zusammengefasst lässt sich schreiben, dass zum Wonnemonat Mai sowohl heiße Tage und auch Frost gehören, wobei die inzwischen recht unpünktlichen Eisheiligen für die Frostgefährdung stehen.

Der Mai ist einer der regenreichen Monate, denn zum einen sind die Temperaturen und damit auch der Wasserdampfgehalt der Luft schon fast auf (hohem) sommerlichem Niveau. Gleichzeitig beginnt nun normalerweise die Gewittersaison mit örtlichem Starkregen. Bisweilen kann daher an einem Tag das Monatsmittel (ca. 70 mm) oder mehr an Regen fallen. Einen niederschlagsfreien Mai hat es an unseren Stationen nur 1949 in Oberviechtach im Bayerischen Wald gegeben.

Was den Sonnenschein betrifft, so liegen weiterhin die nördlichen Gebiete Deutschlands vorne, von den 25 sonnenreichsten Stationen liegen zwei nicht in MV oder SH. Die Stationen mit den höchsten Erwartungswerten für den Sonnenschein liegen insbesondere an der Ostseeküste und auf den Inseln, denn dort wird über dem benachbarten kalten Wasser die Konvektion, also die Bildung von Haufenwolken, unterdrückt. Im Mittel werden dort 8 Sonnenstunden pro Tag erwartet bei einer möglichen Sonnenscheindauer von etwa 15 Stunden. Das hat allerdings seinen Preis, der sich fast täglich in der Vorhersage der Höchstwerte abbildet, wo es in etwa heißt: ... und an den Küsten 5 Grad kühler. Am Ende der Sonnenscheintabelle finden sich daher die Stationen, die durch Anstau und Ausbildung von Quellwolken bevorzugt sind. Aue im Erzgebirge und Elzach im Schwarzwald sind dabei mit weniger als 5 Stunden durchschnittlichem Sonnenschein die bedauernswerten Schlusslichter.

Schauen wir also mal, was uns der Mai dieses Jahr für Wetter bringt. Zunächst sieht es nicht nach Wonnemonat aus und für nächste Woche kündigt sich der nächste Kälterückfall mit leichten Nachtfrösten an.*

Landwirte und Flussschiffer im Südwesten klagen über die Trockenheit

Datum 29.04.2017

Schon seit langem liegen die Niederschlagsmengen im Südwesten unter dem Soll. Zahlen dazu und über einige Folgen der Trockenheit "sprechen" wir heute im Thema des Tages.

In einigen Gegenden Deutschlands ist es seit längerer Zeit zu trocken. Zumindest, wenn man die Maßstäbe der mittleren Niederschlagsmenge, auf die sich Pflanzen und Tiere eingestellt haben, zu Grunde legt. In einer hiesigen Tageszeitung lautete das Thema des Tages in Bezug auf die letzten neun Monate "Hessen so trocken wie seit 60 Jahren nicht mehr". Sogar vom trockensten Winter seit Messbeginn in Hessen ist zu lesen. Die knapp 100 hessischen Messstellen meldeten im Wintermittel 49% des Regensolls mit einer Spanne von 32% bis 70%. Auch andere Bundesländer hatten einen ähnlich trockenen Winter: Die Stationen Baden-Württembergs registrierten gerade mal 42%, das Saarland 46% und Rheinland Pfalz 51% des langjährigen Mittels. Schon aus diesen Daten wird klar, warum sich die Binnenschiffer auf dem Rhein über das Niedrigwasser beklagten, denn die trockensten Regionen Deutschlands liegen im Südwesten und sind alle Teil des Rheineinzugsgebietes. Auch an Stauseen ist der Wassermangel zu erkennen. Kaum eine Talsperre ist, wie eigentlich zu erwarten, derzeit zu annähernd 100% gefüllt. Die Füllungsgrade liegen zwischen 40% und 100%. Der März hat, als zweiter Monat mit Übererfüllung des Niederschlagssolls seit August 2016, die Lage am Rhein wieder "gerettet". Kurz vor Ende April verzeichneten deutschlandweit gerade mal rund 15% unserer Messstationen die bis dahin zu erwartende Niederschlagsmenge. Etliche Stationen im Südwesten, insbesondere im Saarland, hatten bis zum 14. April überhaupt keinen Regen (teilweise seit dem 23. März) und haben auch bis heute nur etwa 5% des Aprilniederschlagssolls erreicht. (Saarland ca. 5%, Rheinland Pfalz 0%-36%, Hessen 0%-65%) Die Starkniederschläge der letzten Tage in Baden Württemberg brachten dem Rhein auch keine allzu große Wassermenge, da der meiste Regen Richtung Donau abfloss. Eine Entspannung ist aber eingetreten, am Mittelrhein in Kaub stieg der Pegel seit letzten Mittwoch schon um 90 cm auf 192 cm (Mittelwert liegt bei 224 cm).

Auch deutschlandweit war es seit August letzten Jahres im Mittel meist zu trocken, denn der August brachten etwa 60% des Solls, der Herbst 84% und der Winter erreichte 65%. Im Nordosten wurden die zu erwartenden Mengen aber erreicht, irgendeine Region muss schließlich auch über den Mittelwerten liegen.

Nicht unerwartet zeigten sich die vielen Hochdruckgebiete für diese (relative) Trockenheit verantwortlich. Außer den wenigen Flussschiffern leidet natürlich auch die Land- und Forstwirtschaft unter dem Wassermangel. Die Wälder können keine Wasservorräte bilden, bei einem trockenem Sommer wird das Laub schon früh erbraunen. Die Waldbrandgefahr beginnt bereits im Frühjahr und Schädlinge wie der Borkenkäfer haben leichtes Spiel. Die Landwirte beklagen die trockenen Böden, dessen hochqualitative Krume vom Wind weggetragen wird. Spargel und Erdbeeren, soweit sie die Nachtfröste überlebt haben, müssen bereits jetzt gewässert werden, die Wintergerste wird schon gelb und der Ertrag daher gering. Und wie sieht die Lage im Südwesten in den kommenden Tagen aus? Heute und morgen sorgt die Hochdruckbrücke zwischen den Hochs Sonja über Skandinavien und Rosalie über dem westlichen Mittelmeer für weitgehend trockenes Wetter im Südwesten. Am Tag der Arbeit ist Petrus fleißig am Gießen. Der Mai beginnt also voraussichtlich im Südwesten mit Übererfüllung seines Regensolls, zumindest bezogen auf den ersten Monatstag.

Wolken und ihre Klassifikation

Datum 28.04.2017

Wolken erlauben Rückschlüsse auf den aktuellen Wetterzustand. Verschiedenartige Entstehungsprozesse bewirken eine Vielfalt von Erscheinungsformen am Himmel. Die internationale Wolkenklassifikation unterteilt die Wolken nach morphologischen Aspekten.

Wolken sind sichtbare Anhäufungen von Kondensations- und/oder Resublimationsprodukten des atmosphärischen Wasserdampfes, also von Wassertropfen und/oder Eiskristallen. Entsprechend unterscheidet man neben reinen Wasserwolken auch Misch- sowie pure Eiswolken. Wolken treten hauptsächlich in der Troposphäre auf, darunter versteht man die unterste Schicht der Atmosphäre, wo salopp gesagt "das Wetter stattfindet". Wolken entstehen durch Abkühlung feuchter Luft unter die Taupunkttemperatur bei Vorhandensein einer ausreichenden Zahl von Kondensationskernen. Meistens erfolgt die Abkühlung durch adiabatische Expansion der Luft bei Vertikalbewegungen wie z.B. beim Aufgleiten von Luftmassen an Fronten, orographischer Hebung an Bergen oder Konvektion (durch Dichteunterschiede infolge unterschiedlicher Erwärmung angetriebene vertikale Strömung in der Troposphäre). Aber auch andere Mechanismen wie Abkühlung infolge turbulenter Durchmischung oder langwellige Ausstrahlung sind als wolkenbildende Ursachen bekannt.

Verschiedenartige Entstehungsprozesse bewirken eine Vielfalt von Erscheinungsformen hinsichtlich Aussehen, Ausdehnung und Zusammensetzung der Wolken. Dem tragen Wolkenklassifikationen Rechnung, die nach genetischen oder morphologischen Aspekten aufgebaut sein können. Dabei richten sich genetische Klassifikationen nach der Entstehungsursache der Wolken, also den zugrunde liegenden thermo-hydrodynamischen Prozessen. So kann man bereits einfach "Stratus- bzw. Schichtwolken", die durch das Aufgleiten warmer Luft auf eine kalte Luftmasse (Advektion) an Warmfronten entstehen, von Cumulus- bzw. Quellwolken unterscheiden, die bei konvektiven Prozessen auftreten. Die morphologische Klassifikation der Wolken erfolgt anhand ihres Erscheinungsbildes, also anhand von Form und Gestalt sowie ggf. der von ihnen hervorgerufenen optischen Effekte wie z.B. Schattenbereiche oder Interferenzerscheinungen. Die von der Weltorganisation für Meteorologie (englische Abkürzung WMO) verbindlich gemachte internationale Wolkenklassifikation teilt die zehn mit lateinischen Namen bezeichneten "Wolkengattungen" (Cirrus, Cirrostratus, Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Cumulus, Cumulonimbus, Stratocumulus, Stratus, Nimbostratus) in Abhängigkeit von der Höhenlage ihres Auftretens in der Troposphäre in vier "Wolkenfamilien" ein. So trifft man hohe Wolken (High Troposphere: Cirrus - "Schleierwolken", Cirrostratus - "Höhendunst" sowie Cirrocumulus - "feine Schäfchenwolken") je nach Jahreszeit in 5 bis 13 km Höhe an, mittelhohe Wolken (Medium Troposphere: Altostratus sowie Altocumulus - "grobe Schäfchenwolken") befinden sich in 2 bis 7 km Höhe und tiefe Wolken (Low Troposphere: Stratus sowie Stratocumulus) in der Schicht vom Erdboden bis in 2 km Höhe. Außerdem können sich Wolken über mehrere "Stockwerke" erstrecken (Towering Vertical Clouds), dazu gehören hoch aufragende Quellwolken (Cumuli), Cumulonimbus ("Gewitterwolken") und Nimbostratus ("Regenwolken").

Weitere, feinere Unterscheidungsmerkmale führen zu insgesamt vierzehn "Wolkenarten" und neun "Wolkenunterarten", die durch nachgestellte lateinische Adjektive beschrieben werden. So lautet etwa der vollständige lateinische Name für eine mittelhohe, strukturlose, nebelartige aber durchscheinende Schichtwolke "Altostratus nebulos translucidus" (abgekürzt As neb tr). Daneben gibt es noch wiederum neun, durch spezielle (thermo-)dynamische Vorgänge in der Troposphäre hervorgerufene "Wolkensonderformen" (Other Accessories Clouds) wie z.B. die mit Tornados verbundenen, in der Storm-Chaser-Szene eher als "Funnel Clouds" bekannten "Trichterwolken". Nicht zuletzt sind Dunst und Nebel natürlich auch Wolken.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/04/28.html finden Sie einen von Antonio Ciccolella publizierten einfachen Wolkenatlas als Vertikalschnitt der Troposphäre mit den wichtigsten Wolkenarten und -sonderformen. Für darüber hinaus gehende Betrachtungen muss auf die entsprechende Fachliteratur (u.a. wissenschaftliche Wolkenatlanten) verwiesen werden. Da Wolkenbildungen stets mit bestimmten thermo-hydrodynamischen Prozessen in der Troposphäre einhergehen, eignen sich Wolkenbeobachtungen hervorragend zur Interpretation des aktuellen Wetterzustandes und dessen kurzfristigen Änderungen. Sorgfältige Augenbeobachtungen der Bewölkungsverhältnisse an bemannten Wetterstationen waren vor der Einführung von numerischen Modellen, Radardaten und Satellitenbildern für den im Vorhersagedienst tätigen Meteorologen essentiell. In der heutigen Zeit sind sie besonders im Bereich der Kürzestfristvorhersage ("Nowcasting") immer noch eine wertvolle Ergänzung und besonders für Bergwanderer, Segler und Sportflieger ist ein geschulter Blick in den Himmel unter Umständen lebensrettend.

Tropensturm ARLENE

Datum 26.04.2017

Vor einigen Tagen wurde über den Weiten des Nordatlantiks die diesjährige Hurrikansaison inoffiziell und sehr verfrüht durch das Auftreten eines tropischen Sturms eröffnet. Damit reiht sich auch das Jahr 2017 in die letzten Jahre mit verfrühter Tropensturmentwicklung ein.

In den vergangenen Jahren war immer wieder zu beobachten, wie sich Tropenstürme sehr früh entwickelten und teils deutlich abseits der offiziellen Hurrikansaison für mehr oder weniger große Schlagzeilen sorgten. Die Saison beginnt offiziell am 1. Juni und endet am 30. November eines jeden Jahres.

2015 entwickelte sich zwischen dem 8. und 11. Mai der Tropensturm ANA aus einem außertropischen Tiefdruckgebiet direkt vor der Südostküste der USA. Damit nicht genug, denn ANA zog in der Folge nach Norden und somit direkt in die Küstenregionen der östlichen USA. Dabei verstärkte sich der Sturm und erreichte Windgeschwindigkeiten von knapp 100 km/h bei einem Kerndruck von etwas unter 1000 hPa. Kurz vor dem Landgang schwächte sich der Sturm wieder ab, brachte sich aber dennoch in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. So früh traf bisher kein tropischer Sturm die Küstenbereiche der USA mit kräftigem Wind und Regen.

Des Weiteren ist das vergangene Jahr 2016 zu nennen. Die Eröffnung dieser Hurrikansaison hätte auch als schlechtes Omen für den weiteren Verlauf gesehen werden können, denn sie entwickelte sich zu einer überdurchschnittlich aktiven (der ersten seit 2012) und zur tödlichsten seit 2008 für den Nordatlantik. Hurrikan ALEX tobte vom 12. bis 15. Januar mit Windgeschwindigkeiten von zirka 140 km/h über dem offenen Meer, rund 5 Monate vor dem offiziellen Beginn der Hurrikansaison. Seit ALICE im Jahr 1955 gab es keinen Januarhurrikan mehr. Auf seinem weiteren Weg Richtung Osten erreichte ALEX unter Abschwächung die Azoren und brachte auch diesen Inseln viel Wind und Regen.

In diesem Jahr (2017) ließ sich die Atmosphäre über dem Nordatlantik etwas mehr Zeit und wartete bis Mitte April. Doch auch dieser Zeitpunkt einer Tropensturmentwicklung kann als sehr früh angesehen werden. Bevor noch näher auf ARLENE eingegangen wird, sei jedoch gesagt, dass der Hauptgrund der Erkennung verfrühter Tropensturmentwicklungen der letzten Jahre vor allem auf verbesserte Satellitendaten zurückzuführen ist. Mit Hilfe dieser Daten können die Meteorologen des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami, Florida (USA) je nach Region alle 15 bis 60 min - mit der neuen Satellitengeneration in den kommenden Jahren gar alle 5 Minuten - die Wetterentwicklung über den Ozeanen überwachen. So werden heute auch Entwicklungen erkannt, die abseits aller Bojen oder Messstationen stattfinden und dennoch für den Flugverkehr (Turbulenzen) und die Schifffahrt (Wellengang, Orkanböen, Sichteinschränkung) von großer Bedeutung sind. Sicherlich gab es auch vor dem Zeitalter der hochaufgelösten Satellitenbilder immer wieder solch verfrühte Entwicklungen, die zu dieser Zeit jedoch unerkannt blieben.

Wie bereits erwähnt, entwickelte sich auch in diesem Jahr ein Tropensturm außerhalb der Saison und erhielt den Namen ARLENE. Die Namensliste für Hurrikans in 2017 steht übrigens schon lange fest. Der Sturm war zwischen dem 19. und 21. April weit westlich der Azoren aktiv und ist als sogenannter "Fischsturm" in die meteorologischen Archive eingegangen. Das bedeutet, dass er zu keiner Zeit seines Auftretens Festlandsküsten oder Inseln bedrohte. Im beigefügten Satellitenbild ist anhand der Wolkenformation ein sehr großräumiger außertropischer Tiefdruckkomplex zu erkennen, der sich Mitte April vor der Ostküste der USA bildete und während der folgenden Tage langsam nach Südosten in subtropische Gefilde driftete. Später zog er dann nach Norden in die gemäßigten Breiten weiter. Gleich mehrere kleinere Tiefdruckgebiete sind innerhalb dieses großräumigen Wirbels zu erkennen.

Aber wie konnte sich bei einer Wassertemperatur von nur 20 Grad, die eigentlich zu niedrig für die Entwicklung von Tropenstürmen ist, dennoch solch ein kräftiges Tief bilden? Einer der erwähnten kleinen Tiefdruckwirbel lag besonders günstig und profitierte vom Einbeziehen subtropischer Luftmassen, die innerhalb des großen Wirbels unentwegt gegen den Uhrzeigersinn zirkulierten. Der kleinere Wirbel zog nordwärts und die Temperatur der Luftmasse in der oberen Troposphäre nahm stetig ab. So verstärkte sich der vertikale Temperaturunterschied zur energiereichen subtropischen und somit feucht-warmen Luftmasse über der Ozeanoberfläche. Um das Tiefzentrum herum konnten sich nun kräftige Gewitter entwickeln, die als erstes Indiz für eine Tropensturmentwicklung gelten und bei weiterer Intensivierung war ARLENE am Abend des 20. April 2017 geboren. ARLENE verstärkte sich aber nur kurzzeitig zu einem kleinräumigen und kräftigen tropischen Sturm, bevor sie sich in der Folge rasch abschwächte und in den Nachtstunden zum 22. April wieder auflöste. Dabei entwickelte ARLENE immerhin Windgeschwindigkeiten mit voller Sturmstärke (Bft 8 bis 9).

Allein dank der Satelliten ist es möglich solch kleinräumige und sehr kurzlebigen Zyklonenentwicklungen zu entdecken und entsprechende Warnungen zum Beispiel für die Schifffahrt frühzeitig herauszugeben.

Wenn Schnee zur Last wird...

Datum 25.04.2017

Starke Nassschneefälle verursachen mitunter heftige Schäden an Bäumen, Gebäuden und Stromleitungen. Hintergründe dazu beleuchtet das heutige Thema des Tages näher.

Auch wenn es der ein oder andere von Ihnen vermutlich satt hat, Ende April immer noch reihenweise winterliche Schwerpunkte in den Themen des Tages zu finden, so lohnt es sich aufgrund der bevorstehenden brisanten Wetterlage am Alpenrand doch erneut, den Fokus auf ein Phänomen aus dem Winterhalbjahr zu legen. In diesem Falle soll es um den Schneebruch gehen.

Schneebruch tritt klassischerweise an Bäumen auf, bei denen Äste, Stämme oder ganze Kronen aufgrund einer zu hohen Schneelast abbrechen. Schwache Bäume mit Vorschädigungen, Insekten- oder Pilzbefall können auch vollständig umknicken. Entscheidend ist dabei, dass es sich um nassen Schnee handelt. Dieser enthält weniger Lufteinschlüsse, ist damit dichter und schwerer und lastet entsprechend stärker auf den Pflanzen. Zum Vergleich: Während trockener, lockerer Neuschnee eine Dichte von rund 50 Kilogramm pro Kubikmeter aufweist, sind es bei Nassschnee - aus dem man das Wasser schon herauspressen kann - mit rund 200 Kilogramm pro Kubikmeter das Vierfache. Das heißt, bei gleichem Volumen ist nasser Schnee viermal so schwer wie lockerer Neuschnee. Oder noch plakativer: Ist ein Ast mit einer Fläche von einem Quadratmeter mit zehn Zentimeter trockenem Pulverschnee beladen, dann wirkt eine Gesamtmasse von fünf Kilogramm auf ihn, bei Nassschnee sind es schon 20 Kilogramm. Eine gesetzte Altschneedecke liegt im Bereich zwischen 300 und 600 kg/m³, Eis bei 800 bis 900 kg/m³ und Wasser bei 1000 kg/m³. Daher schwimmt Eis wegen seiner geringeren Dichte übrigens auch immer auf der Wasseroberfläche.

Mitunter treten Schäden aber auch an Bauwerken oder Oberlandleitungen auf. Im Gedächtnis ist dabei sicherlich vielen noch das furchtbare Unglück von Bad Reichenhall (Bayern) vom 02. Januar 2006, bei dem 15 Menschen (die meisten davon Kinder) unter dem einstürzenden Dach der örtlichen Eishalle zu Tode kamen, 34 weitere wurden teils schwer verletzt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass neben dem meteorologischen Aspekt in solchen Fällen allerdings immer auch zusätzliche Faktoren wie Planung, Umsetzung, Statik und Instandhaltung von Gebäuden eine wesentliche Rolle spielen.

Analog zum Schneebruch bezeichnet man vergleichbare Auswirkungen infolge gefrierenden Regens als "Eisbruch". Im Einzelfall kann - insbesondere bei länger andauernder Wetterlage - auch Raureif schwer genug sein, um Schäden an Bäumen und Sträuchern zu verursachen. Dann spricht man vom sogenannten "Duftbruch". Ein Begriff, der in der Meteorologie kaum geläufig ist und spontan eher in der Gastronomie oder Parfümindustrie vermutet werden würde. Im Bereich der Forstwirtschaft ist er aber Gang und Gebe und basiert auf der ursprünglichen, althochdeutschen Bedeutung des Wortes Duft als Nebel oder gefrorener Dunst, woraus sich Duft als Bezeichnung für Raureif entwickelte. Bäume, die regelmäßig Schäden durch Raureif erleiden, werden "Duftbrecher" genannt. Zum Schutz von jüngeren Beständen werden sie wie die Rotbuche an Waldrändern gerne auch stehengelassen.

Doch nach diesem kleinen Exkurs zurück zum aktuellen Wettergeschehen. Bereits am heutigen Dienstagmorgen kam es zu dichtem Flockenwirbel in Teilen Schleswigs, der mengenmäßig allerdings noch keine Schneebruchgefahr auslöst. Etwas anders wird es sich aber ab den Frühstunden des morgigen Mittwochs im Süden Deutschlands verhalten, wenn eine Kaltfront neben kräftigen Niederschlägen auch kältere Luftmassen im Gepäck hat. Die Folge sind starke Nassschneefälle bei einer absinkenden Schneefallgrenze auf rund 600 Meter. Zum Donnerstag und Freitag konzentrieren sich die Schneefälle dann zunehmend auf die Gebiete vom Allgäu bis zum Berchtesgadener Land. Akkumuliert muss bis zum kommenden Samstag oberhalb 800 Meter mit Neuschneemengen zwischen 20 und 30 Zentimeter, in Staulagen bis 50 Zentimeter gerechnet werden. Da es sich dabei vorrangig um Nassschneefall handeln wird und die Bäume aufgrund der jahreszeitbedingten, fortgeschrittenen Belaubung bereits eine große Auffangfläche bieten, besteht eine erhöhte Schneebruchgefahr! Bleibt zu hoffen, dass derartige Schreckensmeldungen wie die aus Bad Reichenhall dieses Mal ausbleiben.

Im Mai wird alles besser - oder nicht?!

Datum 24.04.2017

Der April macht lieber einen auf Spätwinter, als auf Frühling. Bleibt die Hoffnung, dass im Mai alles "besser" wird. Doch hält der "Wonnemonat" Mai wirklich, was er verspricht?

Nein, die Wärmeliebhaber haben zurzeit nicht viel zu lachen. Seit Ostern herrscht in Deutschland meist kühles, feuchtes, ja phasenweise sogar spätwinterliches Wetter mit Schnee teils bis in tiefe Lagen vor. Dass das Frühlingswetter mit Sonnenschein und höheren Temperaturen am heutigen Montag in einigen Regionen ein kurzes Gastspiel gibt, mag da nur ein schwacher Trost sein. Denn - das konnten Sie im gestrigen Thema des Tages lesen - der April verfällt rasch wieder in den alten Trott, das wechselhafte und kühle Wetter kehrt zurück. Glück haben diejenigen, die vor einer Reise in wärmere Gefilde stehen und den hiesigen Wetteraussichten mit einer gewissen Gelassenheit begegnen können. Für alle anderen bleibt nur eins: Nehmen, wie es kommt, und darauf hoffen, dass im Mai alles "besser" wird.

Die "Wärmefraktion" setzt nämlich schon fast traditionell große Hoffnungen in den Mai. Immerhin trägt er mit einer unerschütterlichen Selbstverständlichkeit die Auszeichnung "Wonnemonat". Zu Recht?

Nun, betrachtet man das Monatsmittel der Temperatur im Mai für Deutschland, kommt man tatsächlich zu der ganz nüchternen Erkenntnis, dass der "Wonnemonat" mit deutlich höheren Werten aufwartet als der April, nämlich 12,0 Grad Celsius im Vergleich zu 7,3 Grad Celsius auf Basis des Referenzzeitraumes 1961-90. Der Mai profitiert dabei natürlich von der fortschreitenden Jahreszeit und dem höheren Sonnenstand.

Bildet man das Temperaturmittel über den gesamten Monat, "bügelt" man allerdings geflissentlich die immer noch starken Temperaturgegensätze im Mai weg. Denn während vor allem in der ersten Monatshälfte "Väterchen Frost" noch gehöriges Mitspracherecht hat, übernimmt meist erst zum Ende des Monats hin der Sommer zunehmend das Regime. Zwischen mäßigem Frost (z. B. -7,5 Grad in Eslohe am 09.05.1941) und heißen Tagen mit Höchsttemperaturen über 30 Grad (z. B. 36,1 Grad in Jena am 28.05.1892) ist im Mai alles möglich. Fast alle DWD-Stationen meldeten im Mai seit Aufzeichnungsbeginn schon mal Nachtfrost und immerhin etwa ein Drittel eine geschlossene Schneedecke! Gleichzeitig konnten im Schnitt an 9 von 10 DWD-Stationen schon Temperaturen über 30 Grad beobachtet werden und sogar Tropennächte mit Tiefsttemperaturen über 20 Grad sind an einzelnen Orten aufgetreten. Insbesondere während der warmen Phasen steigt das Starkregenpotenzial aufgrund des höheren Wasserdampfgehaltes der Luft deutlich an. Gerade diese Starkregenereignisse sind es, die den Mai im Flächenmittel zu einem der regenreichsten Monate in Deutschland machen.

Sie sehen, die meteorologische Bandbreite, mit der der Monat Mai aufwartet, ist enorm. Dass ein Mai durchweg "wonnig" verläuft, ist also ein eher unrealistisches Szenario, statistisch gesehen. Apropos Statistik: Die "Neigung" des Mais, nochmal mit spätwinterlichem Wetter zu überraschen, manifestiert sich schlussendlich sogar in einem Witterungsregelfall: Während der "Eisheiligen" vom 11. bis zum 15. Mai kommt es nämlich ganz besonders gerne zu ganz und gar nicht wonnigen Kaltlufteinbrüchen.

Wie der diesjährige Mai wettertechnisch genau abläuft, steht selbstverständlich noch in den Sternen. Ohne zu sehr "Kaffeesatzleserei" zu betreiben, werden wir nach aktuellem Trend zum Ende dieser Woche die Talsohle durchschritten haben. Pünktlich zum Monatswechsel deutet sich schließlich ein langsamer "Temperaturaufschwung" an. Also wird vielleicht doch alles besser im Mai?

Märzfrühling kontra Aprilwinter - aber ein Hauch von Frühling am Montag!

Datum 23.04.2017

Im März kam der Frühling in Schwung und legte dann im April eine Notbremse ein. Besonders die Vegetation bekam dies zu spüren. Während der März die Vegetation sprießen ließ, lässt der April diese wieder erfrieren. Wie kam es dazu und wie geht's mit dem Wetter weiter?

Verantwortlich für die überwiegend spätwinterliche Witterungsperiode Mitte und Ende April ist die derzeitige Luftdruckverteilung am Boden und in der Höhe. Am heutigen Sonntag herrscht in Bodennähe um das Hoch "Querida" herum von Grönland bis nach Westeuropa hoher Luftdruck vor. Weiter östlich konnte sich dagegen tiefer Luftdruck einnisten. Vor allem der Tiefdruckkomplex um das Tief "Quentin", das sich derzeit über Nordwestrussland und Finnland tummelt, lässt vom Nordmeer bis zum Schwarzen Meer kaum Raum für Hochdruckgebiete. Zwischen diesen beiden Luftdruckgegensätzen konnte sich eine Nordwestliche bis nördliche Grundströmung einstellen, die polare Luftmassen anzapft und über die Nordsee nach Mitteleuropa transportiert. Die noch recht kalte Nordsee kann dabei die Luftmassen kaum erwärmen, sodass Deutschland im April weiter unterkühlt daherkommt.

Auch die Luftdruckverteilung in der Höhe (500 hPa, ~5500 m), die meistens als Wiege des Wettergeschehens angesehen werden kann, spiegelt derzeit die Bodenverhältnisse wider. Das Hoch "Querida" ist sehr hochreichend und ist auch im besagten Höhenniveau über dem Ostatlantik bestimmend. Auch über Skandinavien und Nordrussland herrscht entsprechend der Bodenverhältnisse tiefer Luftdruck vor. Daher ist auch in der Höhe eine nordwestliche Windströmung aktiv. Dieser sogenannte Polarjet (in etwa 300 hPa, vgl. http://bit.ly/2n8zq7x) zieht sich von Island über Deutschland hinweg bis nach Griechenland und erreicht Windgeschwindigkeiten von über 100 kt (> 185 km/h). In dem 850 hPa Niveau, also auf etwa 1500 Metern, weht der Wind immer noch mit Geschwindigkeiten über 30 kt (> 58km/h) sodass bei Schauern und Wintergewittern auch in Bodennähe mit starken bis stürmischen Böen zu rechnen ist. Durch den Wind-Chill-Effekt (vgl. http://bit.ly/2oVaioL) fühlen sich dementsprechend die Temperaturen noch kühler an.

Dass sich am Montag dennoch ein Hauch von Frühling in Deutschland durchsetzen kann, haben wir Tief "Reiner" zu verdanken. Dieses liegt am heutigen Sonntag noch vor Schottland und wird sich mit der angesprochenen nordwestlichen Strömung im weiteren Verlauf unter Verstärkung Richtung Dänemark und Ostsee verlagern. Auf dessen Vorderseite dreht der Wind vorübergehend auf Südwest, sodass der Zustrom an polarer Luft gekappt und durch mildere Luft aus südlicheren Breiten ersetzt wird. Einhergehend können die Temperaturen im Süden am Montag bei Zwischenhocheinfluss und somit viel Sonnenschein bis nahe an die 20-Grad-Marke steigen. Doch schon am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag ist es von Norden her mit dem zarten Frühlingshauch schon wieder vorbei. Denn rückseitig von "Reiner", also auf dessen Westflanke, kann erneut polare Luft einströmen und allmählich die mildere Luft verdrängen (vgl. allgemein die Graphik).

Auf dem Weg über die Nordsee kann die Luft zudem genügend Wasser aufnehmen, welches nachfolgend schließlich wieder zum Boden zurück fällt. Da die Luft in höheren Schichten (5 km) bei Temperaturen unter -25 Grad sowohl in den vergangen Tagen als auch in der kommenden Woche sehr kalt ist, stellen sich kräftige vertikale Luftumwälzungen ein. Die noch vergleichsweise warme und somit leichte bodennahe Luft steigt auf, während die sehr kalte und schwere Höhenluft absinkt. Je nach vertikalem Temperaturverlauf, Stärke der Aufwinde und bodennahen Verhältnisse sind teils kräftige Regen-, Schnee- oder Graupelschauer die Folge. Im Stau der Berge kann es auch länger schauerartig verstärkt regnen oder schneien.

Weil die derzeitigen Wetterverhältnisse über einen längeren Zeitraum im April vorherrschten, weist dieser eine Woche vor dem Ende nahezu landesweit eine leicht negative Temperaturbilanz auf. Meist werden in Deutschland derzeit negative Temperaturabweichungen zwischen 0 und 1 Grad registriert. Lediglich im Küstenumfeld sowie in Teilen Süddeutschland sind auch leicht positive Anomalien zu verzeichnen. Allgemein fühlt sich der April für viele Bürger jedoch deutlich kälter an. Dieses Empfinden basiert auf dem frühlingshaften, teilweise sogar frühsommerlichen März, der deutschlandweit im Vergleich zum vieljährigen Mittel mit einer Temperaturabweichung von etwa +3,7 Grad einen neuen Rekord aufstellte (vgl. http://bit.ly/2oAUa8x).

Die unterschiedlichen Luftdruckverhältnisse der Monate März und April lassen sich auch sehr gut bei der Analyse der vorherrschen Großwetterlagen erkennen. Während im April bis auf wenige Ausnahmen bisher kühle, zyklonal geprägte und somit feuchte West-, Nordwest oder Nordwetterlagen überwogen, kam der März häufiger mit hohem Luftdruck oder Südwestwetterlagen daher. Vom Nordatlantik bis nach Nordrussland herrschte überwiegend tiefer Luftdruck vor. Gleichzeitig dominierte von den Azoren ausgehend, teilweise bis nach Mitteleuropa, Hochdruckeinfluss. Dadurch konnte mit einer südwestlichen, zeitweise auch südlichen Strömung, milde bis warme Atlantik- oder Mittelmeerluft nach Deutschland geführt werden. Insgesamt wurde an 10 Tagen ein Hoch über Mitteleuropa registriert, das die Sonne verbreitet vom Himmel strahlen ließ. An weiteren 7 Tagen war ein hochreichendes Tief über dem Ostatlantik und dem Westen Europas wetterbestimmend, welches Deutschland aus Südwesten zwar mit etwas feuchterer, aber auch mit der besagten sehr milden Luft versorgte. Richtig regnerisch und kühl wurde es nur in der ersten Märzdekade, als sich hochreichende Tiefs über der Mitte Europas tummelten und immer mal wieder auch kühlere Luft aus Norden anzapften.

Bis zum Ende des Monats müssen wir uns wohl noch gedulden und mit eher spätwinterlichen Witterungsverhältnissen begnügen. Ob der Mai dann seinem Namen als Wonnemonat alle Ehre macht, wird sich zeigen. Diverse Modellprognosen geben zumindest Hoffnung auf die Rückkehr des Hochfrühlings. Nächste Woche wissen wir mehr.

Pakistan, Land der Wetterextreme

Datum 22.04.2017

Der Naturraum Pakistan ist in jeder Hinsicht extrem - geologisch, geographisch und erst recht in meteorologisch-klimatologischer Hinsicht. Im nordhemisphärischen Frühjahr/Frühsommer sind das Indus-Tiefland und die östlich angrenzende Wüste Thar die heißesten Gegenden der Erde. Verbreitet wurden in den vergangenen Tagen Höchsttemperaturen um 45 °C gemessen, örtlich wurden sogar knapp 50 °C erreicht.

Pakistan liegt im Nordwesten Vorderindiens und erstreckt sich zwischen 61° und 77° östlicher Länge sowie zwischen 24° und 37° nördlicher Breite, damit liegt sein Territorium in der subtropischen Zone. Die Distanz zwischen den Küsten des Arabischen Meeres im Südwesten bis zu den Gipfeln des Karakorum-Gebirges im Nordosten beträgt etwa 1500 km. Geologisch ist das Land zweigeteilt, während der Osten und Südosten tektonisch zur "Indischen Platte" gehören, verläuft im Westen, Nordwesten und Norden die tektonische Plattengrenze zwischen der Indischen und der Eurasischen Lithosphärenplatte. Geomorphologisch manifestiert sich diese Plattengrenze mit einem Gebirgssaum, der im Südwesten (Belutschistan) am Khirdargebirge (bis 2000 m Höhe) beginnt, im Westen und Nordwesten mit dem Suleiman- und dem Brahuigebirge (jeweils bis zu 3500 m Höhe) bis zum Hindukusch (bis 7700 m Höhe) führt und im Norden und Nordosten mit dem Himalaya (Nanga Parbat, 8125 m Höhe) und dem Karakorum (Gipfel K2, 8611 m Höhe) endet. Das Indus-Tiefland in der Südosthälfte des Landes endet im Osten (Punjab) mit der Wüste Thar und im Süden mit dem "Rann von Kachchh", einem riesigen Salzsumpf.

Diese geografische Lage und seine starke Gliederung in verschiedene Landschaftsformen, von tief liegenden Küstenstreifen und Flussebenen über ausgedehnte Hochflächen bis zu den höchsten Bergen der Erde, lassen auf den ersten Blick eine außerordentliche klimatische Vielfalt vermuten. Dennoch wird das Klima des gesamten indischen Subkontinents in erster Linie durch den Himalaya und das Hochland von Tibet, als Wetterscheide bzw. sommerliche "Heizfläche" für das Monsunsystem, sowie das Indus-Ganges-Tiefland mit seinem sommerlichen Hitzetief dominiert. Das sommerliche Hitzetief über dem Punjab saugt allerdings neben feuchter Meeresluft auch trockene Luftmassen aus Vorderasien an. Dadurch verliert die sommerliche feuchte Monsunströmung im Allgemeinen an Wetterwirksamkeit und die Region bleibt insgesamt ein trockenes Land. Trotzdem können die Monsunregenfälle zwischen Juni und September extreme Ausmaße erreichen, insbesondere dann, wenn eine Wechselwirkung mit kräftigen Trogentwicklungen der außertropischen Westwindzone auftritt, die den Norden Pakistans beeinflussen können. Das war beispielsweise bei den verheerenden Überschwemmungen in den Jahren 2010 und 2014 der Fall. Im Winter verhindern die weitgehend zonal verlaufenden Gebirgsketten den Zustrom von Kaltluft aus dem Hochland von Tibet und den Ebenen Zentralasiens. Durchziehende Kaltlufttröge, sog. Westerly Waves oder Western Disturbances, können aber im Bergland Schneefälle von mehreren Dezimetern verursachen, wie man sie sonst nur von den nordamerikanischen Blizzards kennt.

Das häufigste Wetterextrem Pakistans sind jedoch die "Hitzewellen", die im nordhemisphärischen Frühjahr/Frühsommer gewöhnlich kurz vor dem Beginn des Sommermonsuns einsetzen und die Region zur heißesten auf der Erde machen. In diesem Jahr jedoch werden Teile Südasiens bereits seit einigen Tagen von außergewöhnlicher Hitze heimgesucht. Verbreitet treten derzeit vor allem im pakistanischen Indus-Tal und im indischen Rajasthan Temperaturmaxima um 45 °C auf, örtlich stieg das Quecksilber sogar auf knapp 50 °C. Beispielsweise registrierte man am vorgestrigen Donnerstag in Jacobabad (Provinz Punjab, 28°38'N, 68°31'E, 55 m Höhe) 48,1 °C; bis heute früh 06:00 UTC waren es in Nawabschah (Provinz Sindh, 26°15'N, 68°25'E, 37 m Höhe) sogar 49,3 °C. Beispielgebend finden Sie unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2017/04/22.html eine Karte der aktuellen Temperaturen [°C] der Region vom Donnerstag, den 20.04.2017, 12:00 UTC.

Was hat ein kaltes Klima mit schmalen Nasen zu tun?

Datum 20.04.2017

Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und Varianten: groß, klein, schmal, breit, hakenförmig, stupsig oder mit Höcker. Forscher haben herausgefunden, dass das Aussehen unserer Nase Rückschlüsse auf das Klima vergangener Zeiten erlaubt.

Die menschliche Nase haben viele Wissenschaftler bereits zum Gegenstand ihrer Forschung gemacht und verschiedenste Zusammenhänge gefunden. Sie sehen eine Stupsnase, wenn Sie in den Spiegel sehen? Herzlichen Glückwunsch, dann sind Sie vermutlich sehr zielstrebig und willensstark. Sie haben gehört, dass man von der Nase auf die Größe anderer Körperteile schließen kann? Richtig, denn die Nase ist meist genauso lang wie der Daumen!

Eine wissenschaftliche Studie hat kürzlich aber noch einen anderen Zusammenhang offenbart: Die Form der Nase hängt davon ab, in welchen Gebieten unsere Vorfahren lebten. Für die Studie wurden 450 Probanden mit Vorfahren aus Nordeuropa, Westafrika, Südasien und Ostasien ausgewählt. Deren Nasen wurden mit 3D-Bildern genauestens untersucht: Die Länge und Höhe der Nase, die Breite der Nasenlöcher und wie weit diese voneinander entfernt sind. Dabei sahen die Forscher einen Zusammenhang zwischen Nasenform und Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit. In feucht-warmem Klima kommen oftmals breite Nasen vor, während in trocken-kaltem Klima die Nasen eher schmal sind.

Aber warum ist das so? Grundsätzlich ist die Nase dafür da, die eingeatmete Luft zu erwärmen. Das beugt Infektionen vor. Enge Nasenlöcher leiten die Luft so in die Nasen, dass sie besonders effizient befeuchtet und erwärmt wird. In kalten Gebieten hatten deshalb Menschen mit schmalen Nasenlöchern bessere Überlebenschancen als Menschen mit breiten Nasenlöchern. Das könnte dazu geführt haben, dass immer weniger Bewohner in kalten Gebieten eine breite Nase hatten.

Wie so oft gibt es aber auch bei dieser Theorie ein ABER. Denn das Klima ist nicht der einzige Faktor, der das Aussehen der Nase beeinflusst: Auch der Zufall und die Attraktivität (also welche Nasenform im Allgemeinen als besonders attraktiv empfunden wurde) spielten laut den Wissenschaftlern bei der evolutionären Entwicklung eine Rolle.

Wie sich das Klima unserer Vorfahren darüber hinaus unterbewusst bei uns eingeprägt hat und wie es unser alltägliches Leben beeinflusst, erfahren Sie im morgigen Thema des Tages.

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